Indiana Tribüne, Volume 9, Number 143, Indianapolis, Marion County, 12 February 1886 — Page 2
Zndiarm Hriöün?'. tzr sö ein FSgrZeZ, MSeutN ;6:rtfl$s.
ffi,ttgkche TnMne fo't durH der W5 W xniixer Lösche. H Scrr.tc,? SiiJUC ,,ti pt, Bmj iufsÄa ü lr.. P, P, ,g, Z. rAM$'M Jhk. ffTrt IgO&atDlan&ftt. Jndiänapolis, Ind., 12. Februar 1686. - wrauenliast mißhandelt. Recht ungemütblill'e Efabrunaen Hat H. A. Bam aus New Yo,k, der Ver. trerer eirer Kupferrserke- Gesellschaft, jüngst in der Nähe von B'tte, Montana, gemäch:, wo diese Gesellschaft ihre Berg rrnke und Schmelzöfen besitzt. , Wie es k. . .il - n . c?.x. '7 u V V ? W Clf -ä"1-Cnt a2-nej ?lr5Clt2'r doch bleib: dafür, sowie Überhaupt für (rinxlkditin Hfrt llanui. V V-titllflWt VVfc tUUVItHtVII MVVV' I fallsgeschichte, die Bestätigung noch abzu , i rr rr v m :i I -eii rsr ul 111 Vntlfttt tnihf rr , Z nm r I I 1 v 'ÖuT 'r Tl i i a schundene Opfer ist em lebender Beweis hierfür. Eines Sonntag Nachts wurde Hr. Bain, während er im Bureau der er wähnten Compagnie schlief, durch meh rere Nevolverschusse geweckt, die dicht an r ' ? . t r fL rr. . rt t I
incwie pwciiauixciu w eincn unheilvollen Jrrtbum beundsah zu feinern Ent etzen, daß vier ,.c, i
st i ein- o n c I rnaftjiitc ! 9nn ,m Zimmer standen, iir v,uyicßtica uu iyu uuyicic und ihn mit Schimpfereien und Flüchen überhäuften. Endlich befahl man ihm, mitzugehen; es blieb dem Wehrlosen nichts übrig, als sich zu fügen. Zitternd suchte er sich anzukleiden, während be ständig die vier Revolver auf ihn gerich tet waren. Plötzlich warf man ihn zu Boden, und acht Fäuste und acht Ehe
selabsatze richteten ihn entsetzlich zu. tm und Nationalliberalen zur VerhandSem mörderisches Hilfegeschrel weckte lung, in welcker der Regierung für die den Superintendenten und seme Gattin : h Thronrede versprochenen Makre
auf, welche oben schliefen ; sie rannten herbei, wurden aber an der Thüre durch andere Bewaffnete verscheucht. Wäh renddem gelang es dem furchtbar gemarterten Bain, sich loszureißen und durch r e r i p, e. oas eme geiHio'jene) Kenner zu iprm gen, wobei er sich an den Glasscheiben C 9 fO " 1 l li nf i das Glicht und die Arme zerriß; er wurde indeß sogleich wieder von den wüthenden Angrenern.elngefangen, zuruckgeschlent und aus s gepeinigt. Schließlich ää tut und schlug ihn, biz ix eine einzige Masse Wunden und Beulen war. den Halbnackten im Freien W'W.?Wä . !1 ft s ri kare. aus sein rzlehen und Winseln aber wUjrn3i uu wtiu wiuvuiwUi vi vc i ein ' t -'u,. n4; da?" " sich wm mm C Wit44 rci I mm t S ? W uutw uu , vdvuiiv iiwwcui tiu i(iu& Wunden und hinkte nach der Bahnstation , m n,u u nrt, mnrs, ihm nte er: i M.fl.liche Behandlung zu Theil. Sein einer cz.u:Lt k7....r..k..:s: " iu.w .Zlu. ... W "Was. ß.e gerade flauen Ge ckä tsganges einige der Eta. cr::r ;ai:1. .v nnn f.. Vurnr Z n w?5 belter auf s Pflaster werfen. In Bam ! nun, der gerade am Schauplatz angekom zerade am Schauplatz anaekommen war, erol'ckten die hungerndenArbeiter irrthümlicher Weise die Ursache der Maffenentlaffungen, und der obige Angriff wird auf diesen Umstand zurückgeführt. Man befürchtet übrigens noch weitere Ausschreitungen. (fix neuer unterseeischer Tunnel. Mit dem schon längst in'sAuae gefaßten Proicct. Prince Edwards Island mit dem canadischen Zeftlande durch einen unterseeischen Tunnel zu verbinden, scheint es jetzt Ernst zu werden. Pre in Sulllvan und Senator owlan von Vrince Edwards Island haben sich mit emer Anzahl naemeure aus den Ver. . 1 Staaten und Canada in Verbinduna aesetzt, und der von der Localregierung an aenommene Llan wird der näcbsten Sit,una des canadischen Parlaments vorae31 weroen. uxt acoe tu geraoezu eine Lebenskraae für die Bevölkeruna der . . 1 rr - . 1
trurttt irrn in rn& Kimm I
.rfirf ,7s ftCrKK n si nVm überkommen Sie werden verzeihen, &J- r u'xU$tn dann seinem h . g fc. . edeuSchicksal. Hier lag er unter gräßlichen rV" JV;r ; i,f Wir; ?.cv i..x..t." tende Vergangenheit bat, emen Rückblick
' v- 1 - V. daß eine beständige Verbindung mit dem Zvestlande etablirt werden 9 fw - on ! it. !n t . c t x oue. isoer ir man nicyr oazu geiangr,
genannten. Insel (125,000 Seelen), yaue, leoien m oem 'unzcye, vei oen Schon als dieselbe dem canadischen damaligen Verhandlungen noch em aröStaatenbund beitrat, wurde ausgemacht, ßercs polnisches Gebiet zu erhalten. Der
diese Verpflichtung zu erfüllen. Große gegen cte vxtq ym zu gewlnEeldsummen wurden schon für Dampfer, nen, der Wunsch, zu diesem Behufe
linien verausaabt : aber während der Wintermonate konnten sich die Dampfer niemals durch das furchtbare EiS Bahn r- r n . . . . '. rrecyen. xic Vewoyner ver ynf t?at ten schwer unter dieser Absperrung zu lei en. und sie droben nun. 5ick von der r f-v r rr. onsvoeraiion roicccr ioszureisen, roenn nickt bald Hilfe geschasst wird. - ? ' . J ' 1 .. Der proiectirte Tunnel unterscheidet sich wesentlich von den-übrigen dieser Art, die bis jetzt bestehen. Während z. 53. der Tbemse Tunnel dürcü den Boden unter dem Wasser ae, ' graben wurde, soll im vorliegenden Falle einfach der Seegrund soweit als nöthig uSaebaaaert. und dann eine rleiiae ii, senröbre direct unter dem Waner aeleat werden. Die Tiefe der See auf der be-' a. rr . u fz . - cn?lii IlCTTcnccH utuc vciiuui iu ves iiiuc . 1 r r r l 1 - . r etwa bu ijun, aus oen oeioen euen aoer nicht emmal die Hälfte. Der Tunnel soll 6 englische Meilen lang werden. wovon eine Meile auf die Piers hüben und drüben entfallt. Das Metall, wel ches für den Tunnel in Aussicht genom men ist, wird, wie man bereits durch versuche festaestellt haben will, vom See waner NlQl zersri en. Ias die o ten " t '! p . 1 . r nn - 1 m , betrifft, so werden dieselben aus L1,000, 000 L5.000.000 veranschlagt. Traf den Unrechten. In die Schauergeschichte von der Erinordunz des Fabrikwächters Charlev Howard in Marietta, Ga., dessen Leiche jüngst mit zerschmettertem Kopfe, und 'daS Gsi4t nn die Brust mit einem
pausen brennender Kohlen bedeckt, gefunden wurde, kommt jetzt allmäliz Licht. Der Exsträflung Joe Haywood war als dringend verdächtig verhaftet worden, doch konnte man sich keinen Beweg arund denken, der ihn zu der gräßlichen That getrieben haben sollte, da der Er mordete sein bester Freund gewesen. Jetzt ist das wahrscheinliche Motiv ermittelt. Haywood wurde s. Z. wegen eines unnennbaren Verbrechens zu 99 Jahren Sträflingshaft verurtheilt, vor 4 Jahren jedoch vom Gouverneur von Georgia begnadigt. Während er im Gefängniß saß, knüpfte ein gewisser Jim Fields mit
Haywoods Gattin ein Verhältnß an, aus welcycm meyrere jiinccr hervorgingen. Sobaly Haywood davon hörte, schwur er Fields den Untergang ; doch blieb es vorerst bei fluchterlichen Drohungen. Unlanqtt verliebte stct'Havwood in ein Frauenzimmer, das ein Liebesverhältniß mit Fields batte. Jetzt standen sich also die beiden Todfeinde wieder einander ge enüber. Xt betreuende Megäre battt zu Fields eine glühende Neigung, die aber nicht auf die Dauer erwidert wurde; sobald sie dies merkte, schloß sie sick enger b stn b blaßte ihn z , . Fr,j ''- ihr den Rücken gekcbrt. Haywood suchte . . 2 ' .' sein Op er auf ; zufällig saß augenblick. . . rJLifnA JJtir ä ' b dn ir lich Fabriknachtwäckter Howard allein in der betreffenden Werkstatt und kehrte Haywood den Rucken zu; dieser, in der festen Meinung es mit feinem Todfeind zu thun zu baben, schlug ihm von hinten un mit emem Kammer den Schädel ein, und iii4Viv, ivui vt vtuiii 'uuni vitiiiitiivtt len über die Leiche, um die Todesart womöglich zu verwischen, und entfloh dann. Man hofft, das rauenummer in Bälde gleichfalls abfassen zu können. BismarckS Polenrede. Am 23. Januar stand im preußischen ftinfctflrt fci Nesolntinn h?r ksanlervati. gcIn Gunsten des Deutschtums in den Ostvrovimen die Mitwirkuna dei Landtages schon im Voraus zugesagt wurde. Nachdem Achenbach die Resolus iy tion erklärt hatte, ergriff Bismarck das Wort, der seit Jahren zum ersten Male w;.? im grfcnrW4nfAiif rMn iVVV. ! VIVHVVtVIIVkVIIWHHy V.V.V... Seiner Rede, die ungebeures Aufsehen regte, sind folgende Stellen entnommen . , - , . y ?k,ronrede an ä; ä:Ä ; udn.!.der Ueberzeugung ter Kn,gl. ZÄNÄÄZä' Ä.'. ddw7i. derung absolut nothwendig ist. Wir ci.JY...;. sK.t;.. ;. IUVlil VUtV VV ViVUj'lU4V VtV WVUH r K:-ay-M ..7 QQ. aus die Vergangenheit werfe wir yaoen Erbschaft überkommen, die uns er. . rf . . 3 . i tj. L Ä, sprechender preußischer Unterthanen, so . . ,lf vrii, V " y:T '; fZ: welches die Grenzen des preußischen StaateZ umschließen, einzuleben. Wir baben die e Situation Nicht gemacht, un fw Politik kannn sich sagen, was, ich 01 ! " 7. 2 1 und saen, was wir Nicht ernten werden. So liegt die Vergangenheit. Das o.c. ,n,r u. w S "c:ri r" p w:! eine viiien;c qernaa'i, uuei cic wir unter keinen Umstanden wruck aeren können, der preunische Staat bedarf dieser Grenze zur Verbindung seiner Provinzen zwischen Breslau und König?derg, zu ihrer Vertheidigung und zu ibrer lcherbeit. Ick kann es nur als eine politische Verirrung betrachten, wenn 1813 einige Politiker sich fanden. die glaubten, sie könnten diese Grenze um, 19 weiß rnept welchen lazmalen streifen, mit dem der polnischen Station auch nicht gedient sem würde, zurück stecken. Im Jahre 1815 hat man sich zuerst die Schwierigkeiten der Situation, m die man eintrat, vergegenwärtigt. wohl hauptsächlich, weil damals auf die Tnmmung oer nwoyner weniger we . " t f7 r . ri wicht gelrgt wurde, als auf die der Staatsmänner, die - im Jahre 1815 am wilder waren: der lvurit von Hardenberg in erster !inie und der NegierungspräfiI W4 r. - .. u W. tA...i..V. v t immi?, vwumiiK Vesitzibümer jenseits der heutigen Grenze Ir. . r, c nr r r r c Wunsch, der damals vorherrschte, viel. leil oei einem Mieren Auegieicy nocy I iA4A 1 4hm K a "- v-.. .- tn den zum Königreich Polen ge schlagmen Landestheilen Propaganda für Preußen zu machen, hat wohl die CT. f.. V ' i. ' O.-. Ti f. V - - f. prnc ic tjmn . h oem Könige, seinem Herrn, den polnisch sprechenden Unterthanen gegenüber geI vntdm Cn3 hui .iti. l))n(itif V.a 1 wivtn vu- "-uv vult- f-' wir heute nicht billigen können, sie war I r . r 1 1. r? unge,cylai,yar rnoenen oamais zu iemem veriragsmäßigen Abkommen geführt. Die Proclamation des Königs Friedrich Wilhelms III., die den Polen Schutz zu Ir . .. e r r aate, entyleit nur vie unoaeoung einer AvZichten unv oer iLrunomtze 'emer ie- ... . 1 t. rrt 1 p 1. p rn glerung ; aber eine Verpflichtung, ouse )runviae NlemaiS ZU UNvern, wie immer die polnischen Unterthanen sich be nehmen möchten, ist die Proclamation in I f 3 1 17 r ( wmj ,n 1 vinu vuiyvöw,lövu' vV4VVüu"ö I V S. : .f . ct T, 1. v: W uu virir )ei,preiyungen, ic vuuh u' geoen und, und seitdem durch das er halten der polnischen Bevölkerung hin fällig und null und nichtig geworden. (Lebhafter Beifall rechts.) Ich gebe keinen Pfifferling aus eme Berufung aus die da malige Proclamation ! (Unruhe links. ravo ! rechts.) Man fand damals I ' CW-fi C ff. .iT. i . . ' einen zxnuau m oer .uae, cajj m I , , k? . ci'' ... . . . Schlesien eine Million polnischer Unter thanen ohne Schwierigkeit lebte, man sand einen Anhalt in der Zeit von vor 1806, wo die Leidenschaften noch nicht so aufgeregt waren, wo em gutes Verhalt nik zwischen Polen und Deutschen be stand und auch ein vielfacher Verkehr von Polen hier in Berlin herrschte. Diese Vertrauensseligkeit wurde gestört durch den Ausstagd in Warschau von 1830
und das Auswerfen emer poimcyen ge im europäischen Sinne. Von dem Ein dmck, den diese Verhältnisse auf damalige Autoritäten machten, habe ich hier ein Votum, welches der damals commandirende General in Posen, Herr v. Grol mann, über die Situation in Posen un ter dem 25. W!ärz 1832 einreichte. Ich will davon nur zur Charakterisirung die erste Seite vorlesen : Dieses Land ich bitte aber die Stenographen, im Nachschreiben nicht aufzuhören ; ich kann das Aktenstück nicht zur Abschrift aus der Hand geben dieses Land, welches unter dem Namen Großherzogthum Posen wie-
der mit dem preußischen Staat vereinigt ist, mit seiner Bevölkerung von 350,000 Deutschen und 450,000 Polen und Juden , liegt im Herzen des preußischen Staates, ! auf der Verbindung zwischen Schlesien. ! Preußen und Pommern, nur 13 Meilen ; von Berlin, und gehört doch so wenig zu ' Preußen, daß jtde Idee einer Tren. ; .o t .r i. ic ? ' rMz sti i?ayrer ocyverraro a..ge?e : ?. w.f O.V W .3' ren i?eroen muß, ruß zeoer. rer ehrlich mit dem preußischen Vaterlande meint, seine letzte Kraft anwenden muß, um dieses Land dem Vaterlande zu er halten und die Bewohner gut gesinnt, d. h. deutsch gesinnt zu machen." Eine andere Seite ist noch besonders prägnant. Herr v. Grolmann sagt darin : Im Großherzogthum Posen befinden P t- 4. . .1 . . ucy einige yunoerr poiniic?e ioeueuie, die mit ihrem Besitz, ihrem Anhang, ih ren Vögten und Hausgesinde einige tausend Kopse bilden mögen. Viese sind das böse Princip der Provinz. Es wer den noch Generationen darüber hinge Yen, ebe sich die polnische Nation zu emer preußischen auegebildet haben kann. (Bewegung.) Der anliegende Aussatz entwickelt einige Ideen, wie Preußen von diesen gefährlichen Leuten, ohne ei Ungerechtigkeit zu begehen, zu be freien ist, und die mir einer Ueberlegnna werth scheinen: Es ist kein Zweifel, daß. wenn Preußen die Kosten, die uns die Anstalten gegen die polnische Jnsurrec tion gekostet haben, in den letzten 16 Jahren dazu verwendet hatte, um diese Gutsbesitzer auszukaufen, Posen eme preußische Provinz wäre, anstatt daß wir jetzt unter schlimmeren Ver hiiltnissen unvorhergesehen noch zu größeren Opfern genöthigt fein werden." Das Actenstück eignet sich m seiner Fassung nicht vollständig zur Verosfentlichung, ich werde, was ohne Un Höflichkeit gegen Lebende nicht verossent licht werden kann, nicht der Oeffentlichkeit übergeben. Das Ergebniß dieses Erolmannschen Elaborats war das, was man heute Flottwellsche Politik nennt. Der König Friedrich Wilhelm III. war diesem Gedanken freundlich gesinnt, und es wurde eine Summe bewilligt, für welche Güter aus polnischen Handen ausgekauft würden, um eine Vermehrung der deutschen Bevölkerung in der Provinz zu versuchen. Wenn dieses System auch nicht überall mit Geschick durchgeführt wurde, so hat es doch einen erheblichen Zuwachs der deutschen Bevölkerung ge schassen. Das System wurde außer Kraft gesetzt, als König Friedrich Wilhelm I V. zur 3!egierung gelangte, der der Meinung war, daß eine wohlwollende AeHandlung der polnischen Bevölkerung und das Vertrauen zu derselben durch analoge Gefühle vollständig erwidert werden würden, in welcher Meinung der Konig durch eine 3tundreise in der Provinz bestärkt wurde. Er sagte, man habe die Polen nur unschuldig gekränkt, und sie würden treue Unterthanen ihres Kö nigs sem, wenn man ihnen nur mit Vertrauen entgegen käme. Und die Wohlthaten für die polnische Bevölkerung, ich kann das, ohne unsere Nach barn zu verletzen, sagen, waren diesseits der Grenze größer, als sie jenseits derselben erfuhr. Der König wurde aus die ser vertrauensvollen Empfindung in einer unangenehmen Weise durch die insurrec tionellen Bewegungen von 13461843 ergriffen. Er erlebte es, dan 1843 aus den Barrikaden von Berlin ein Bündniß zwischen der preußischen und ausländlschen Demokratie und den Polen geschlossen wurde, was zur Folge hatte, daß kurze Zeit darauf mehrere Tausende preu ßischer Unterthanen, theils polnischer, theils deutscher Zunge, in Posen in ge genseitigen Kämpfen erschossen oder ver wundet wurden. Indessen das Ergeb niß der damaligen Ereignisse war doch immerhin ein gesetzlicher Zustand, der den polnischen Bestrebungen dieselbe ver fassungsmäßige Freiheit verschaffte, welche den deutschen Unterthanen garan tirt war. Aber diese Freiheit der Bewe gung auf dem Gebiete deö Vereins wefens, der Presse u. s. w. hat nicht dazu beigetragen, das Wohlwollen der polnischen Bevölkerung für Preußen zu vermehren, im Gegentheil, es trat nur noch eine einseitige Verschärfung des Ge gensatzeS zwischen Deutschen und Polen im polnischen Sinne ein. Der Entwicklung derselben kam die Eigenthümlichkeit des deutschen Charak terö in mancher Hinsicht entgegen. Ein mal die deu:sche Gutmüthiakeit und Ae wunderung alles Ausländischen und die Art von Neid, mit dem unsere Landsleute Denjenigen betrachten, der im Auslande gelebt hat. und auch selbst Den, der nur einen, ausländischen Namen trägt, und dann die deutsche Tradition, die eigene Negierung zu bekämpfen, wofür man ja in den Polen immer bereitwillige Vun desgenossen zu finden sicher war (hört, hört!), dann die eigenthümliche Neigung des Deutschen, die sich bei keiner anderen Nation wiedersindet, aus der eigenen Haut nicht nur heraus, sondern in die des Ausländers hineinzufahren (große Heiterkeit), Polen, Franzosen und Ame rikaner zu bilden. Ich erinnere mich aus meiner Kindheit, daß die populären Me lodien, die ich damals lernte, polnische waren: aus dem alten Feldherrn Denkst du daran, mein tapferer Lagienka" (große Heiterkeit) oder Mein Vater land, nur dich allein". Es ist aber nicht das deutsche Vaterland, sondern das polnische. Das hatte seinen entsprechenden Zwilling beispielsweise in den Poesien de Freiherrn v. Gaudy und anderen Verherrlichungen Napoleons I., der die Deutschen recht gründlich gehauen hatte, wofür sie ihm eine Dankbarkeit bewiesen, die ich mit keinem zoologischen Beiwort charakterinren mag. (Große Heiterkeit.) ; Ich erinnere ferner an die Bewunderung ' des fremden Waffenglanzes in der mitter nächtigen Parade. Alle diese Schwächen des Deutschen konnte ich während meiner
Universitätszeit in Göltingcn 1839 beobachten, wo eine Art Depot von polni. schen Flüchtlingen sich damals befand und ich als junger Mensch einige der hervorragendsten Vertreter des polnischen Adels kennen lernte. Es waren intcressante und liebenswürdige Leute, aber das, waS mich im Augenblick daran in teressirt, ist die Erinnerung an die Begei sterung,mit der dikse Polen in allen Städten Mitteldeutschlands empfangen wurden. Ich habe nachher denEulpfang unserer aus siegreichen und gerechten Kriegen zurückkehrenden Armeen erlebt, aber so warm war er kaum, wie dort die polnischen Flüchtlinge in jeder deutschen Stadt empfangen wurden (sehr richtig ! rechts ; Oho ! links und im Centrum), die sich dadurch natürlich in ihren Bestrebungen bestärkt fühlten ; das ging mir auch aus der fälligen Unterhaltung mit einem Herrn hervor, mit dem ich über die sla vischen' Reminiscenzen in vielen Ortschaften meiner Heimat sprach. Das, was er mir gegenüber äußerte, bestätigt sich in den Gedanken der Revolution von 1846 und 1663. Nach der Meinung der Hersteller Polens gehört Pommern gerade so gut zu Polen, wie Warschau selbst. Ich habe schon erwähnt, wie groß das Entgegenkommen der Bewohner der heutigen deutschen Residenz damals gegen die Polen war. Ich crinnere mich, daß ich an der Ecke der Charlotlenstraße und der Linden im Publikum den Zug der Beerdigung der gefallenen Akärzkämpfer angesehen habe, und daß dabei in einigem Widerspruch zu der Trauelfeierlichkeit auf einem rcichge schmückten Wagen in einem malerischen Costüm Mieroslawski stand, der eigent lich der Held des Tages war und der sehr gut aussah (Heiterkeit). Der um die selb.' Zeit statisindende Umzug des Königs, durch den die Absicht kundgegeben Wurde, daß Preußen in Deutschland aufgehen sollte, also die deutsche Nationalidee. ging ziemlich spurlos vorüber, obwohl diese Idee durch den höchsten Träger der Idee repräsentirt wurde." Bismarck gab hierauf eine lange Uebersicht über die Zeit, da er Gesandter in Petersburg und preußischer Minister. Präsident war. Er führte an, wie er angegriffen wurde, weil er sich mit Rußland verbündete, um die Verschwörungen Oesterreichs und Frankreichs unwirksam zu machen, die sich an die Polen anlehnten. Dann fuhr er fort : Nun sind, seit ich auf dieser Stelle stehe, aber 23 Jahre vergangen und ich habe den Eindruck, daß unsere deutsche Volkserziehung für die energische Politik doch zu spät begonnen, als daß sie 1863 schon hätte vollendet sein können. Wenn wir bedenken, wie viel milder und rubi-
gcr wir uns gegenseitig beurtheilen, als es nach den Echantillons aus der Zeit, die iä citirt habe, der Fall war, so dürfcn wir uns die Hoffnung nicht versagen, daß wir auch fernere Fortschritte in der Versöhnung und gegenseitigen Anerkennung machen werden. Nur bitte ich. daran nicht die Hoffnung zu knüpfen.daß ich jemals einen Anspruch unserer polni. schen College auf Wiederherstellung ir gend welches polnischen Reiches anerkennen werde. (Lebhafter Beifall rechts.)Wir werden ihnen den Schutz gewähren, aus den sie von der Obrigkeit Anspruch haben aber sobald sie innerhalb der preußischen Grenzen eine polnische Frage anregen, so sage ich auch mit einem frühern und vielleicht spätern Collegen,Minister Gladstone: Ilands oss" Hände weg, auch nicht um eines Haares Breite werden wir ihnen darin nachgeben. (Beifall.) ihm Auslande her haben wir eine Unterstützung der Polen nickt weiter zu erwarten, vielleicht deshalb, wei! wir stärker geworden sind, als wir damals waren, vielleicht deshalb. weil Frankreich, welches ein Hauptinteresse an der Wiederherstellung Polens hatte, da eine polnische Armee immer ein französisches Corps an der Weichsel gewesen sein würde,weü Frank reich in der Politik einstweilen andere Gedanken hat, als die polnische Frage. Es denkt nur an Deutschland, es denkt direct an uns, während eö dies früh indirect that (Heiterkeit), und es sind keine französischen Bestrebungen, wie sie unter Kaiser Napoleon stattfanden, wie sie unter Louis Philipp ziemlich harmlos stattfanden zu Gunsten Polens. Weiter auch ist die europäische Politik durch die Ereignisse von 1866und1870 hinreichend beschäftigt gewesen, um auf Polen nicht einzugehen. Deshalb ist aber der Kampf ums Dasein zwischen den beiden Natio nen, die auf dieselbe Scholle angewiesen sind, doch ungehindert, und man kann sagen, mit gestärkten Kräften fortgeführt worden. Die Zeit der Ruhe ist polni scherseits keine Zeit der Versöhnung und des Einlebenö gewesen, und daS Eigenthümliche ist, daß in die sem Kampfe nicht etwa, wie man im Anslande glaubt, die deutsche Bevolke rung siegreich ist und die Germanisirung fortschreitet, sondern umgekehrt, die polnische Bevölkerung macht ganz zweifellos Fortschritte, und man fragt sich, wie daS beider angeblich großen Unterstützung, ' die das deutsche Element von feiten der Regierung hat, möglich ist. Vielleicht lehrt uns das, daß die Unterstützung, welche die Polen von feiten der Opposition haben, stärker ist als das, was die Regierung nach der heutigen Verfassung leistet, aber die Thatsache, daß die Polen von sich sagen können : vexilla ncstra prockeunl, unsere Fahnen rücken vor: rst ja ganz unzweifelhaft. Wenn man über die Gründe dazu nachdenkt, so hatte in dem ersten Jahrzehnt nach 1863 die damalige katholische Abtheilung, die bis zu ihrer Aushebung nur mit diesen Sa chen zu thun hatte, rein den Charakter eines polonisirenden Organs innerhalb der preußischen Verwaltung. Die zweite Erklärung für das Fort schreiten der Polen liegt in dem Boden, den Sie inzwischen für Ihre Agitation durch die Einführung der Reichsverfas fung und der Reichsgesetze über Presse und Vereine gewonnen haben. Die Po len sind nicht schüchtern gewesen in der Ausbeutung aller Gesetze, die im deutschen Reiche und in Preußen gegeben wurden ; sie erkennen sie ihrerseits nicht an, sie anerkennen ihre Zugehörigkeit zu uns nur auf Kündigung, und zwar auf 24stündige Kündigung. Ja, wenn Sie heute Gelegenheit haben, gegen uns los zuschlagen, so werden Sie nicht einmal die 24stündige Kündigung innehalten, sondern werden ebne Kündiauna los
schlagen. (Widerspruch bei den Polen.) Ja, m. H., kann einer von Ihnen sein Ehrenwort darauf gegen, daß das nicht wahr ist (große Heiterkeit), er vielmehr zu Hause bleiben will, wenn die Gelegenheit sich bietet, vorzugehen? Dann will ich meine Bedenken zurücknehmen, Ihr Ehrenwort verlange ich. (Erneuerte Heiterkeit.) Wenn Sie mir einreden wollen, das wäre ein Irrthum ja, m. H., so dumm sind wir nicht. (Heiterkeit.) Durch die Reichsgesetzt, die für die deutschen Abgeordneten im Reich ein Bedürfniß waren, um mit den nothwendigen KampfMitteln gegen die eigene Regierung ausgerüstet zu sein, finden die Polen eine reichliche Ägitationsmözlichkeit. In dem Bedürfniß des Kampfes und des Krieges gegen die eigene Regierung, welche tradi-
tionell für alle deutschen Generationen ist, sinden die Polen wiederum eine sehr kräftige Anlehnung ; sie eignen sich alles an, was von irgend einer Seite der preußischen Regierung vorgeworfen wird ; sie haben im Reiche eine starke Anlehnung an die verschiedenen Parteien zuwege ge bracht, die ihrerseits bereit sind, die Re gierung unter allen Umständen zu be kämpfen, und in dieser Negative sindet sich eine beträchtliche Anzahl, unter Um ständen sogar die Majorität im Reichstage zusammen, die ganz unfähig ist, eine positive Regierung zu bilden, eine Majorität von polnischen und socialdemokratischen, ich kann Wohl sagen, fenischen, nihilistischen Fractionen ich meine nur die Fraction, die un ter allen Umständen die jetzige Regie rung nicht blos, sondern die jetzigen Reichseinrichtungen negirt. Von ihr gilt das Sprichwort, das ich aus meiner Thätigkeit als Deichhauptmann kenne: Wer nich will dicken, dei moet wiken Wer nicht will deichen, muß weichen; wer nicht mitarbeiten will am Staate zu seinem Schutz, gehört nicht zum Staat, bat kein Recht am Staat. (Beifall.) So barbarisch wie früher sind wir nicht mehr ; aber das wäre eigentlich die gerechte Antwort für alle, die den Staat in seinen Einrichtungen negiren, daß auch sie den staatlichen Schutz in allen Beziehungen entbehren. Man nannte das im alten deutschen Reiche Bann und Acht ! Es ist ein hartes Verfahren, zu dem wir heute zu weichmüthig sind, aber es liegt kein Grund vor, denzenigen Rechte an den Staat einzuräumen, die derartig ihre Pflichten negiren. (Sehr richtig!) Diese Anlehnung an andere Parteien bedingt gerade die verhältnißmäßige Gefährlichkeit, die ich der polnischen Opposition zuschreibe. Wenn die zwei Millionen Polen ganz allein ständen, dann würde ich sie nicht sürchten, aber in der Anlehnung an andere Staaten und an andere Parteien, die auch den Staat negiren und uns auch bekämpfen, bilden sie eine drückende Macht und eine Majorität, in welcher ich für die weitere Entwicklung des deutschen Reiches wenig Heil erblicken kann. Das andere Motiv, welches 0tn Polen zugute kommt, ist die schwache Entwicklung des nationalen Gedankens, in Teutschland und eine gewisse Ausläw dcrei, die uns doch noch immer eigenthümlich ist. In allen Ländern hat die deutsche Sprache den Platz geräumt ; in den nordischen Reichen war deutsch frü her die Geschäftssprache, der deutsche Buchdruck ist auch noch zum Theil gebliebcn, wird aber bereits bekämpft. Das schlagendste Beispiel bildet Elsaß -Loth-ringen, dieser kerndeutsche Stamm, der schließlich doch nicht der Versuchung wiverstehen kann, den benachbarten Schwaben zu sagen : wir sind vornehmer, als ihr, denn wir sind in Paris gewesen, wir gehören zu Paris, Paris ist unser, Paris sind wir, wir haben mit Melac die Pfalz gebrannt und mit Napoleon 1. sind wir siegreich in alle Hauptstädte eingezogen. Das ist der Bedientenstolz, de? sich auf die gleißende französische Livree so viel einbildet, daß er den benachbarten Aruder Bauer, der sein Stammverwandter und Vetter ist, mit Verachtung ansieht. &rn Deutscher, der in Paris war, ist gedissermaßen ein höheres Wesen, er trägt mindestens unter denen, die nicht dort waren, die Unterossicierstressen. - Auch in Böhmen und Ungarn ist der deutsche Besitzstand zurückgegangen. Das bringt kein Franzose über seine Lippen, daß er sich deshalb über seine Landsleute erhebt, weil er vielleicht einen siegreichen deutschen Krieg mitgemacht hat, oder weil er vielleicht in Berlin geWesen ist. Ein Deutscher aber, der in Polen gewesen ist, erscheint in seiner Umgebung und in seinem eigenen Gefühl als ein höheres Wesen. (Heiterkeit.) Das ist eine Kleinmüthigkeit die ich im höchsten Grade bedaure, dir aber auch den Polen entgegenkommt. In Böhmen und Ungarn, überall geben die Deutschen ihren Besitzstand auf, ja, in Polen sogar, 'sie sind stolzer, wenn sie als Polen zurückkommen. Ich will gar nicht von den Trautenberg, den Kalkstein u. f. w. sprechen ; die haben sich seit langem gewöhnt, die Freiheit des polnischen Adels höher zu schätzen, als das ursprüngliche deutsche Blut. Aber nehmen Sie die Leute, die kurze Zeit in Polen gewesen sind. Wenn Jeund drei Jahre in Amerika gewesen ist, dann sagt er ,',bei uns drüben" und gebraucht englische Ausdrücke ; damit imponirt er seinen Landsleuten und fühlt sich forscher (Heiterkeit), und Leute, die mit deutschen Namen nach Polen gehen, kommen mit polnischen zurück. Aus einem Schumann wird Smman", aus Wollschläger Wolszlegier" u.s.w. Dieser Nimbus der Ausländerei ist, wie ich .. r . . r r . i i surcyte, eme von ren schwacyen euen, mit denen wir unsern Gegnern Vorschub leisten. Man hat uns vorgeworfen, wir hätten die Juden ausgewiesen. Man hätte uns dann konfessionell verdächtigt, wenn wir gesagt, die Polen sind auszuweisen mit Ausnahme der Juden. Wir haben aber nur die Polen ausgewiesen. Da sehen Sie also, von welcher Seite der Kultur kämpf hineingezogen worden. Es wird den Polen von den Geistlichen weißgemacht, sie sollen ihre Religion verlieren. Die Polen drücken sich dabei so aus, daß sie das evangelische Bekenntniß als das deutsche Bekenntniß bezeichnen. So wird oas benutzt. Wenn Sie das bestreiten, so kann ich Ihnen eine ganze Pandora' büchse, einen ganzen Sack Beweise brin zen, daß die Kirche noch viel weiter geht. . Das wir unS von solchen Elementen
loslösen, das ist für unS Pflicht gegen das Land und Deutschland. Deshalb sind wir bestrebt, daß wir die Verhältnißzahl zwischen der deutschen und polnischen Bevölkerung möglichst bis zumVcrhältniß der deutschen herunterdrücken, durch, wie General Grolman sagt, Kolonisation sicherer Leute, die am preußischen Staate festhalten. Diese Verhältnißzahl ist zu bessern, einerseits durch Vermehrung der deutschen und andererseits durch Verminderung der volnischcn
Bevölkerung. Für letzteren Zweck gestauet uns ctc Gesetzgebung, solche Leute auszuweisen, welche keinRecht, haben im ' Lande geduldet zu werden. Wir haben an unseren" eigenen Polen genug und brauchen keine weiteren. Es konnte uns nicht entgehen, daß unter diesen fremden Elementen fehr viele unbefangene sind und sehr viele solche, die die Geschäfte der. Agitation für politische Zwecke auf unserem preußischen Gebiet unter dem Schutze Preußens betreiben. Unter der breiten Duldung der preußi- ; schen Behörden läßt sich diese Agitation ! besser machen, als in der russischen Hei , math. Deshalb benutzen diese Agitato ren die Gastfreiheit Preußens, um im ' Lande zu hetzen. Um diese Stellung zu bekämpfen, haben wir getban, was wir ohne weiteren gesetzlichen Beistand direct ! durch dre verbündeten Regierungen ver anlassen konnten, daS waren die AusWeisungen. Wir wollen die fremden Polen los sein., da wir an den eigenen genug haben. Deshalb werden wir in diesen Maßregeln fortfahren, mit unseren Nachba?n sind wir einverstanden. (Beifall.) Unter den Polen besteht ein grojzes Widerstreben gegen die Assimilirung und der Wunsch, den Haß gegen das Zusammenleben mit den Deutschen zu vertiefen. Besonders bestrebt dies der alte Adel, der in der Provinz Posen gegenwärtig noch etwa 650,000 Hektare besitzt. Der Hektar bringt 20 Mark Pacht ein, das ist rein für Aecker und Wiesen. Wenn man die Halden und Wälder abrechnet, so ergiebt dieS einen Ertrag von 15 V!ark für den Hektar. Das sind 5 Thaler Rente, also 5mal 600,000 3,000,000. Das wären 3 pCt. von 100 Millionen Thaler. Ich frage Sie, ob Preußen in seinem oder deutschem ReichsInteresse nicht unter Umständen in der Lage sein könnte, 100 Mill.Thaler auszugeben, um den Besitz des polnischen Adels zu gewinnen, um den Adel zu expropriiren. Das klingt ungeheuer, aber wenn unsere eigenen Unterthanen expropriirt werden aus ihrem häuslichen Besitz, wenn ihre Häuser und Kirchhöfe durchbrochen werden, lediglich, um einer CisenbahngeseUschaft willen, wenn eine Festungsbehörde es verlangt, wenn wir ganze Stadttheile niederlegen, wie in Hamburg, um einen Hafen zu bauen, warum sollte nicht ein Staat dasselbe thun, um seine Sicherheit zu erkaufen und um die Unruhe los zu sein. (Beifall). Es ist das kein ungerechtfertigtes Verlangen, und die Herren würden zum Theil sehr vergnügt sein, sie würden sich dann in Galizien oder in Jkußland an kaufen können, oder sie würden auch nach Paris gehen können, um ihr Geld angenehm zu verleben. Der Domänensiscus würde nicht viel dabei verlieren, und tenn er 10 Proc. verliert, so glaube ich, könnten wir mit diesem Verlust wohl daS Bewußtsein erkaufen, daß wir endlich an unserer Ostgrenze Ruhe ha ben. Die )!egierung beabsichtigt aber jetzt gar nicht, so weit zu gehen. Ich nenne nur diese Möglichkeit, damit daS Publikum darüber nachdenkt, und damit auch die Herren in Polen, die so ungern unter de? preußischen Regierung leben, darüber nachdenken, ob sie nicht selbst einmal den Antrag stellen wollen. Wir werden zunächst nur von Ihnen Mittel verlangen, über d. ren Höhe mit dem Finanzminister jetzt noch verhandelt wird, um zu dem Flottwelschen System zurück zukehren und diejenigen Güter zu erwerben, die zum Verkauf kommen, um sie an Deutsche zu vergeben, die uns die Gewißbeit oder doch die Wahrscheinlichkeit gewähren, daß sie Deutsche bleiben, also Deutsche mit Deutschen, nicht mit polnischen Frauen und zwar unter einer Aufsieht, soweit sie erforderlich ist, um die Erreichung des Zweckes zu sichern. Zu diesem Behufe würden wir, ähnlich wie das unter Fried rich II. bei Colonifationen geschehen ist, eine Jmmediatcommission bilden, die zwar unter dem Staatsministerium steht, aber von beiden Häusern des Landtages gewählte Vertreter in ihrer Mitte zählen würde, welche Deutschen die Gelegenheit geben würde, sich auf Ze.itpacht dort anzusiedeln, die so berechnet ist, daß nach fünfundzwanzig, und wenn man will fünfzig, Jahren die Pacht als Eigenthum auf den Pächter übergeht. Außerdem haben wir verschiedene andere Maßregeln, die theils mit, theils ohne Novation in der' Gesetzgebung durchgeführt werden können, im Sinn. Hauptsächlich wollen wir den 'Polen als Beamten und Soldaten - Gelegenheit geben,sich in deutschen Provinzen umzusehen und die Segnungen deutscher Civilisation kennen zu lernen, und den deutschen Beamten wollen wir Gelegenheit geben, urnerhalb Polen, zu wirken, immer unter der Bedingung, daß sie keine Polinnen heirathen. In diesen Dingen können wir uns ohne Rücksicht auf die Reichs tagsmajorität in Preußen selbst helsen, vielleicht im Wege einer Anleihe; solange die Obstruktionspolitik auf sinan ciellem Gebiet fortdauert, werden wir ja überhaupt darüber nachdenken, wie wir uns im preußischen Staate für uns hel fcn können, m " Nachdem sich Bismarck dann über die Obstructionspolitik" im Reichstage be schwert hatte, schloß er folgendermaßen : Es kann auch sein, daß unsere innere Verwicklung den verbündeten Regierun gen die Nothwendigkeit auferlegt, 'ihrerseits, und Preußen an der Spie, danach ui sehen, ne quid detrimenü res publica capiat, und sich ihrerseits jede einzelne Negierung unter ihnen und den Bund, in dem sie lmit einander stehen, in der Möglichkeit zu stärken, soweit sie eö gesetz- und verfassungsmäßig können, sich von der Obstruktionspolitik der NeichStagsmehrheit unabhängig zu stellen. Ich gehöre nicht, noch nicht, zu den Ad.vokalen einer. solchen Politiksie' läuft meinen Bestrebungen auS dem letzten Jahrzehnt im Grunde zuwider aber ehe ich die Sicherheit des Vaterlandes in Stocken und in Oeiabr kom
men lasse, würde ich doch Sr. Majcsta' und den verbündeten Regierungen derar tige Rathschläge geben und auch für s einstchen, und ich halte den Minister fi einen elenden Feigen, der nicht unter lltf ständen seinen Kopf und seine Ehre dara sctzt,sein Vaterland auch gegen den Wilc von Majoritäten zu retten. Ich wenif stens würde gern bereit sein, zu ki den, was mich selbst trisst, wenn l es versuchen sollte. Aber auf dies Weise uns gewissermaßen, ähnlich wii das in unsern westlichen Nachbarstaaten ja leider zum Theil der Fall sein miz das Werk einer großen Zeit und die Er rungenschaften unserer tapfern Krieg? Heere durch innere Frictionen vernichte und aufreiben zu lassen, dazu werde i unter keinen Umständen die Hand biete und ich werde, wenn mir Gott Leben ,n Gesundbzit schenkt und mir die Gn v des Kaisers erhält, Mittel sinden, de.. entgegenzuwirken. Einstweilen bin i dankbar sür das Entgegenkommen, U ich ich durch den Antrag, über den 11 verhandeln, gesunden habe, und S, können daraus rechnen, daß wir in z genseitigem Vertrauen Hand in Hei gehen. Windthorst antwortete Bismarck sofort in folgend Weise : M. H., die Polen sind vollb rechtigte preußische Unterthanen wie tti auch, und wenn wir fehen, daß ihre Nerz! beeinträchtigt werden, so halte ich mic für verpflichtet, ihre Rechte genau st warm zu vertreten wie meine ügrjn und das werde ich auch thun bei jed:n andern, der hier im Hause sitzt, mag e Pole oder Nichtpole sein, und daß dk" wohl vereinbar ist mit einem gu!D preußischen Gemüth, hat mir der verst bene Herr v. Gerlach gezeigt, der osiei erklärt hat : Ich halte fest an den V sprechungen meiner Könige, und xicC diesen ist den Polen Unrecht geschehet. Heute haben wir freilich gehört, daß du llrrtf lmt trtt Urotlifn f X
ivttHiimitvu vitiiv vuptiyitt 4lV nias leinen Pfifferling werth Diese Rechte der Polen sind doch in k U ner Weise geändert worden durch dcl was die Polen gethan haben, grade 0 wie die Berliner Bürger nicht durch dre Märzkämpfe von 1843 ihre Rechte ver loren haben. In diesen Verträgen stht deutlich und klar, daß die Polen UntU ben Schutz baben sollen wie alle Unter, thanen Wenn sie eine ungeeigne Haltung einnehmen, so kann man da Strafrcht gegen sie anwenden, und IftS hat man auch sehr häufig gethan. Nach unserer Verfassung sind alle Prou ßen vor dem Gesetze gleich ; alsc aber, was hier gegen die Polen v getragen ist, stimmt mit diesem Pt ragraphen nicht überein. Das he ßt nichts anderes als Proclamirung ein t$ vollen Ausnahmezustandes. Wenn ich gehört habe, daß man soweit geht, glaL ben zu 'machen, es könne kommen, d '.ß die sämmtlichen adligen Polen exprcp.i irt und aus dem Lande gejagt würd; , was außerdem mit einem gewissen Ho')N gesagt wurde, da muß ich doch sagen, iy xt alles auf, denn dann ist Niemand mc hr sicher. Wenn einst das Ministerien Bebel kommen wird, was wird das dar von einer solchen Proclamation sagen? Dann wird dieses Ministerium viellei ht den Herrn v. Biemarck von Säönhcu sen oder Varzin expropriiren und'sa gen, der Besitzer dieser Güter rr.aa in Hamburg oder anderswo wohnen. Ui wenn in Westfalen die Herren desAdelZ unbequem werden, wird man diesen so gen: wir werden einige M'Uumcii au 5 wenden, um euch zu expropr ge! d nach Holland oder Amerika äc: Jlr merun. (Heiterkeit.) Ich tj sagei daß mein Inneres erbebt ist, . 'ch so! ches vom Herrn Reichskanzler . r!e. J dann noch irgend welche sjt n-in&tv heit in Deutschland oder i; uu&m ' Wir haben zwei ,:.:iego rien von Polen genau zu unter w'eiden einmal diejenigen, die aus dem Auvla-z zu uns kommen, und dann diejese: welche int Lande geboren und ciyp;u sind oder dort Heimathsrechte erwcr'.',-: haben ; nur die letztern haben daS volla Recht der Bürger. Bezüglich der Einzewanderten glaube ich, daß, wenn wirklich nachgewiesen wird, daß die Einwänderung nach irgendwelcher Seite unsern Interessen nicht mehr entspricht, wir wohlthun, eine Schicht zu machen, und zu erklären : von jetzt ab lassen wir keine Leute mehr zu. Wir können auch alle, welche irgendwie agitatorisch auftreten, auStreiben ; aber ohne Weiteres alle ausweisen, auch die, welche seit so und so viel Jahren hier gewohnt und unsere Kriege mitgefochten haben, das geht zu weit ! Der Reichskanzler hat die ganze Maßregel als eine wesentlich poli tische bezeichnet zum Zweck des ZurücktreibenS der Polen, die im Falle eines Krieges uns sehr gefährlich werden könnten. Herr v. Puttkamer gab uns früher sebr andere Gründe dafür an, und ebenso lauten aucb die Aeußerungen der auswärtigen' Regierungen hierüber ganz anders. Dort hat man als Grund die confessionellen Verschiebungen angege ben. Man hat fmrer gesagt, die auS ivärtigen Mächte seien mit den Ausweis sungen ganz einverstanden. Das scheint mir nicht richtig, ich acccptire es nur cum grano salis. Wenn man die Verband lungen in Wien gelesen bat, .wenn man die Briefe ansieht, die mir aus Polen zugegangen sind, so bekommt die Sache doch ein ganz anderes Licht. Von Kausleutcn aus Russisch-Polen ist mir mitgetheilt worden, daß Einwohner in ihren Geschäften schwer durch die Ausweisung geschädigt sind, daß die Maßregeln also be dauerlicherweise auf den Handel einwiiken. Es ist mir ganz unzweifelhaft, daß wir es mit emer vorbedach, ten Maßregel gegen den vordringenden Katholicismus zu thun haben. Wie soll denn das mit der Gleichheit vor dem Gesetz vereinbart werden, daß die Polen von dem Grundbesitz ausgeschlossen werden sollen ? Und gar die armen polni schen Mädchen ! Die soll man auch nicht heirathen dürfen. (Heiterkeit.) Ich furch te, daß der Herr Reichskanzler mit diesem Gedanken nicht durchdrinzt. dinn man hat mir gesagt, daß die volaischen Damen sehr liebenswürdig sind. Die allgemeinen, vagen Andeuwngen, welche der Kanzler mit Bezug auf die zu erlassenden Maßregeln gemacht, können weder ün noch irgend einem unadhänaiaen Mann dazu vtran lassen nun sofott daraushiN auch alles Mögliche i dkvilligen.
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