Indiana Tribüne, Volume 9, Number 94, Indianapolis, Marion County, 23 December 1885 — Page 3

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DicLangflciner.

Ein süddeutsch? Roman von L. on Verfall. (SortieBuna.) Mein' auch ! siel jetzt die Brauerin ein. Ja, nota bene, was ist es jetzt mit deinem Heirathsgut, mit der Einrichtung 'i Tu hast doch dein Capital für dich genommen und die Wohnung abgesperrt ! Aber Mutter, ich bin ja doch keine geschiedene Frau ! Also nicht! Ja, da sieht man's, wie er dich zum Garniemand zu machen derstanden hat. Er verbraucht dein Geld, sitzt in deinem Eigenthumund du du erwartest, bis er dir wieder erlaubt, zu genießen, was dein ist ! Er hütet sich vor der Scheidung und stu kannst hier sitzen und zuwarten. Das muß anders werden ! Tu nimmst dein Eigenthum in Anspruch und drohst mit der Scheidung. Dann wird man schon sehen, was er thut! Ich weiß wohl, eine geschiedene Frau ist ein schlimmes Ding, aber wenigstens muß er zum Kreuze .kriechen und als armer Sünder kommen, dich auf den Knieen um Verzeihung zu bitten ! Lassen Sie das Mutter! Es kann ja uoch alles gut werden ! Ich bin zu Ihnen auf einen mehrwöchentlichen Besuch ge kommen. Das kennt man schon ! Das hat er dein armrn Dinge so plausibel ge r.iacto und ist nichts anders als enr; vvdruU't ii, die il'üi seine rastn ei..t JU-.icn tat. fcr .cjua,' ni::iuu iciiici i" Den Leuten sagt man eS wenig stenS so ! Aufsehen wird es immerhin geben ! sagte der Brauer traurig. Aber wie bist du denn eigentlich hierhergekommen ? Ich bin, antwortete Auguste, direct von Warmbrunn nach der Station gefahren und wollte von dort einen Boten schicken, daß ihr mich holt. Da war der Glaser von der Bachgasse mit seinem Gefahrte da und nahm mich mit. Der Glaser hat sie mitgenommen wie eine Magd, die man aus Gutmü thigkeit aussetzen läßt ! rief der Brauer entsetzt. Jetzt ruh' dich nur aus, sagte die Brauerin. Ich will gleich einen Kaf fee machen lassen. 'Sist ein schweres Unglück, aber man muß es hinnehmen ! Das heißt, mit dem saubern Herrn Ernst wird man schon ein Sträußchen pflücken. Aber jetzt wollen wir dir das Herz nicht noch schwerer machen mit solchen traurigen Reden, du armes Ding! Während die Brauerin in die Küche ging, den Kaffee zu bestellen, sagte der Brauer zu seiner Tochert nach einer kurzen Pause : Du hast vorhin von meinem Briefe et' was gesagt, als hätte dieser den ersten Anlaß zum Verdrusse gegeben ? Das sagt' ich nicht. Es ist gar manches bsl$u gekommen. Aber der Brief hat den ersten Zank zwischen uns verursacht und in ErnstZden schlimmen Glauben erweckt, auch ich hielte allzu viel auf mein Geld ! Tu konntest auch etwas daraushalten und ich wußte wohl, warum ich so schrieb! entgegnete der Brauer. In dem Tone seiner Stimme lag jedoch eine leise Unstcherheit als hätte er auf einmal Nachtraglich Zweifel über die Weisheit jenes Briefes. Es war nicht gut ! antwortete Augusie. - Augustens Ankunft erregte im Stadtchen gewaltiges Aufsehen. Man hatte unter der Einwirkung viel großartigerer Ereignisse das Sturmsche Ehepaar ganz vergesien. Jetzt brachte es sich selbst wieder in den Mund der Leute. Die Brauerfamilie bezeichnete zwar die Anwesenheit der Tochter besonders, nachdrucksvoll als Besuch, allein man wußte, noch ehe man die Angekommene zu Gesicht bekommen hatte, schon, was es mit dem Besuche zu bedeuten habe. Frau von" Habicht hatte zufällig noch am selben Abend, an welchem Frau Sturm gekommen war, bei Kratzers vorgesprochen und sie gesehen. Ihre Miene, ihre Einsilbigkeit und die schlecht verheimlichte Mißstimmung der Alten" hatte zu deutlich gezeigt, daß es sich um ganz etwas anderes als einen Besuch handle. Frau von" Habicht theilte nun auch den gespannt, mit weit geöffneten Augen lauschenken Damen mit, was sie schon längst von einer gewissen Gräfin gehört, aber nach ihrem Grundsatze, sich mcht in fremde Angelegenheiten zu mischen, verheimlicht habe. Die Damen betonten zuerst insgesammt, daß sie diesen richtigen Grundsatz der Frau von" Habicht sich ebenfalls grundsätzlich angeeignet hätten, und fragten dann ebenfalls insgesammt, was es nun weiter mit dieser Gräfin sei, von welcher Beatrix, wie ein geschickter Erzähler, erst so viel angedeutet hatte, als nöthig war, die Geister aufs höchste zu spannen. Als die Stadt Langstein um vicrundzwanzig Stunden älter geworden war, waren fast ihre sämmtlichen Einwohner um die romantische Kunde bereichert, der Mann von Kratzers Auguste sei mit einer wunderschönen, aber auch nichts weniger als tugendsamen russischen Gräsin nach Italien oder noch weiter durchaebrannt, und die schmählich verlas sene Frau sei zu den Eltern gekommen, wie sie ging und stand ; denn alles Geld, das ganze Heirathsgut AugustenS, habe der saubere Herr Sturm mitgenommen, sogar die Möbel habe er verkaust. Jedermann war begierig, daö in Langstein noch nie Gesehene, die Frau eines mit einer andern durchgebrannten ManneS zu sehen. Obwohl alle Auguste so genau kannten, wie sich selbst, die Rolle, welche sie bei diesem Romane spielte, verlieh ihr in den Augen ihrer ehemaligen Mitbürgerinnen etwas, was einer neuen Rase oder veränderten Augenfarbe mindestens gleich kam. Diese Neugierde wurde aber so wenig berücksichtigt, daß selbst am Sonntage, wo man bestimmt darauf rechnete, in der Kirche die ,,un glüeliche" Frau nach Herzenslust begaffen zu können, wie sie schaue und seufze, ob sie mager oder blaß sei, Auguste nicht das elterliche Haus verließ. Während diese schreckliche" Geschichte in ganz Langstein verbreitet wurde, um endlich daS Gevräae der iy gangstem sehr

beliebten Bolksromane a la ',Toolengruft um Mitternacht" oder Geheimnisse eines Henkerknechtes" zu erhaltm Ernst hatte seine Gattin mit einem Dolche bedroht, die Gräsin hatte ihren Mann, wie dies in Rußland in den höheren Stän den allgemein Sitte ist, mit Kopfkissen erstickt und war aus Sibirien, wohin sie auf Lebenszeit verbannt war, entflohen ,aab sich Beatrix mannigfachen Gedanken hin, zu welchen jene Begegnung mit Auguste Beranlaffung geboten hatte. Sie war ihr als 'mitfühlende Freundin

entgegengekommen, welche, den formellen Borwand des Besuches" berücksichtigend, doch durchblicken läßt, daß sie die Wahrheit ahnt und zu Vertrauen einladet. Auguste wich dieser fast zärtlichen Begrüßung der Banquiersfrau mit einer nicht miß;uverstehenden Kälte aus. Beatrix studirte jedes Fältchen im Gesichte der jungen Frau, aber sie fand nichts von der erwarteten Trauer und Schwermuth. Die Augen, statt melancholisch sich zu senken, blitzten scharf unter der wie unwillig gefalteten Stirn, die Stimme klang nicht wie seufzend, von innerm Weh befangen, sondern hart, schneidend, in den kurzen Worten lag eine herbe Schärfe. Das ganze Wesen der Frau bekundete eine gewisie Lust anzubinden", einen Grund zu Streit zu haben. Statt einer unglücklichen, sah Beatrix eine gereizte, feindselige Frau vor sich. Es war ihr ganz unbehaglich an der Stelle, wo sie die schon vorher einstudirte wirkungsvolle Rolle der sentimental gerührten Freundin zu spielen gehofft hatte. Dieses Unbehagen veranlaßte sie endlich, ihren Besuch abzukürzen, als Auguste, ohne daß sich ein eigentlicher Anlaß dazu aus dem Gespräche ableiten ließ, bemerkte : Mein Besuch bei den Eltern wird wieder erwünschte Gelegenheit zum Klatsche geben. Es wird auch nicht daran fehlen, daß man meinen Mann verleumdet. Ich bitte Dich, Beatrix, weise in meincm Namen jede solche Aeußerung zurück. Gerne thue ich das! antwortete die Banquiersfrau. Aber ich wüßte wahr lich nicht, was es zu reden gäbe, wenn Tu als Tochter einmal im Sommer deine Eltern auf einige Wochen besuchst. Ich weiß aber doch, daß geklatscht und verleumdet werden wird, entgegnete Auguste, und gerade Diejenigen reden am meisten, die, wenn sie klug wären, sich hüten würden, mit Steinen zu werfen, da sie in einem sehr gebrechlichen GlaSHause sitzen. Es war keine Täuschung, wenn Beatrix glaubte, die Augen der Frau Sturm seien bei diesen Worten besonders festauf sie gerichtet gewesen. Mühsam ihre Befangenheit verbergend, sagte sie, sich ber.lösch icdend : ch muß nach Hause. Mein Männ.'cn erivarttt mich gewiß mit Schmerzen, rei odne Sorac. Auauste. ick werde mei ne Freundschaft wacker zeigen, wenn t Noth thut. Auf dem Nachhausewege kamen ihr ernstliche Bedenken, ob sie mit diesem Verlaufe der Dinge gewonnen oder verloren habe. So wenig sie daran zweifel te, daß hinter Augustens Anwesenheit sich mehr als ein sommerlicher Besuch im Elternhause verberge, so sicher glaubte sie, aus deren Benehmen errathen zu können, daß dieselbe gegen sie mißtrauisch sei, einen mehr oder minder bestimmten Verdacht hege. Die Brauerin, bei der sie in den nachsten Tagen vorsichtig auf den Busch klopfte, zeigte sich sehr zurückhaltend, und auf ihre directe Frage, ob also doch jene Befürchtungen wegen der Gräsin grundlos gewesen seien, erwiderte sie : Natürlich ! Gar nichts ist daran ! Gelacht hat die Auguste, wie ich ihr erzählt habe, was ich für Besorgnisse hatte. Die zwei Frauen sind die intimsten Freundinnen ! Eines Tages erhielt Auguste einen Brief aus der Residenz. Die Handschrift aber ioar eine vollkommen frem de. Die junge Frau öffnete das Schreiben und prüfte zuerst die Unterschrift, welche zu ihrem Staunen den ihr völlig unbekannten Namen Doctor Wilhelm Ratzcnberg enthielt. Dann las sie den Inhalt mit wachsender Erregung. Derselbe lautete: Geehrte Frau Sturm! Verzeihen Sie einem Fremden, daß er als dritter in der zwischen Ihnen und Ihrem Herrn Gemahl schwebenden Angelegenheit auftritt. Ich hoffe aber, daß diese ohne Ihre vorgängige Erlaubniß stattgehabte Einmischung Sie nicht erzürnt, wenn ich sae, daß ich im gegenwärtigen Augenblick der einzige und, wie ich eitel genug bin zu behaupten, grade für diesen Augenblick der beste Freund Ernst Sturms bin. Ernst Sturm ist ein Kranker, und zwar nicht unbedeutend krank. In seinem jetzigen Zustande ist er zu allem eher fähig, als zu einer vernünftigen, überlegten Handlung. Mit Gewalt habe ich ihn verhindert, Ihnen m schreiben, denn er würde ohne Zweifel eine Thor heit begangen haben. Hoffen Sie das Beste ! Er hat eine schwere Schule durchgemacht. Was er gegen Sie gefehlt hat, büßt er hinlänglich. Er ist, das darf ich Ihnen versichern, von einem treuen Freunde sorgfältig überwacht, der auch Ihr Freund heißen will, weil er mit allem Fleiße daran arbeitet, Ihnen den Gatten wiederzugeben. Ich habe nur die eine Bitte, haben Sie noch kurze Zeit Geduld, verschonen Sie Ernst mit allen Einwirkungen von Ihrer Seite, welche ihn aufregen und verwirren könnten, und vertrauen Sie einem Unbekannten, der es herzlich gut mit Ihnen beiden meint. In-Bälde werden Sie Ihren Ernst wieder haben, als einen durch Irrthum geläuteterntadellos braven Mann, der Sie durch eben die Eigenschaften glücklich macht, die Ihr Unglück herbeiführten, und der an seiner Frau eben das vergöt tert, was ihm früher an ihr thörichterweise mißfallen hat. Es freut mich, Sie persönlich kennen zu lernen, und wir werden gute Freunde werden, denn morgen ist meine Hochzeit mit einem lieben, jungen Geschöpf, das, wie ich vermuthe, in allem ein Eeitenstück zu Ihnen ist. Hoch achtend Ihr ergebener Diener Dr. Wilhelm RaZenberg." Die Freude, welche Auguste über diesen Brief empfand, theilte sich auch ihren Eltern mit. Der Brauer sah in diesem Doctor Ratzcnberg sofort einen tüchtigen Mann und meinte, es sei eine glückliche Fügung des Schicksals, welches Ernst 'mit ihm zusammengebracht hatte. Die

rauerin meinre zwar, es 01 ganz sonderbare Anschauungen, welche von Krankheit und Schonung sprechen, wo vernünftige Menschen mindestens von schlimmen Streichen und Strafpredigt reden würden, aber sie gab deutlich zu erkennen, daß diese Aussichten sie um so mehr erfreuten, je uncrwatteter sie ihr kamen. Während sie aber noch, nach eben vollendetem Mittagsmahls beisammensitzend, über dieses Thema sich besprachen, kam ein Brauknecht mit de Worten in die Stube gestürzt : Herr Kratzer, Sie sollen gleich zu Herrn Habicht hinüberkommen. Es gibt dort etwas und man verlangt nach Jhnen. Was ist es denn? fragte der Brauer, sich erhebend. Wie die beiden Frauen war er durch die aufgeregte Art des Knechtes beunruhigt. Ich weiß es nicht genau! sagte dieser. Es ist nur jemand grade herbeigelaufen und hat gesagt, Sie sollen ums Himmelswillen so schnell wie möglich kommen. Ich habe was von einem Schuß und vom Herrn Major gehört. Was es heißen soll, weiß ich nicht, aber von allen Seiten laufen die Leute zusammen. Der Brauer ergriff Hut und Stock und eilte nach dem Bankgeschäft. Dort sah er eine große Menschenmenge stehen, durch die er sich einen Weg bahnen mußte. Da kommt Herr Kratzer ! hieß es ringsumher. Was ist denn los ? fragte der Brauer die Nächststehenden. Der Herr Major hat den Herrn Habicht erschießen wollen ! kam es als Antwort aus dem Volkshaufen. Wie von: Blitz gerührt blieb der Brauer einen Augenblick stehen und taumelte dann, von unklarer Angst verwirrt, in das Haus.

XVII. Der Major hatte sich an jenem Tage nach dem Bankgeschäfte begeben und fragte nach Herrn Habicht. Im selben Augenblick trat dieser ein und den Major bemerkend, sagte er : Ah, Sie da ! Darf ich bitten, in mein Sprechzimmer zu kommen ! Die Commis wollten trotz dieser harmlosen Worte eine lebhafte Erregung an ihrem Prinzipal bemerkt haben. Der eine behauptete sogar fest, derselbe sei beim Anblick des Majors blaß geworden. Nicht nöthig! antwortete der Ofsicier und zog aus der Brustspalte seines Wasfenrockes ein Papierbündel, das er auf den Zahltisch warf. Hier ist dein Geld, du Schuft ! sagte er dann mit dröhnender Stimme und griff nach der Rucktasche des Waffenrocks. Und hier die Zinsen ! rief er darauf, und im selben Augenblick krachte ein Schuß. Das kleine Comptoir war in Rauch gehüllt, und als die erschreckten Commis nach einer Secunde zur Besin nung kamen, war der Major verschwunden, Herr Habicht aber lag wie eine Leiche auf dem Fußboden. Sie hoben ihn auf, und es erklärte sich nun, daß ihn nur der Schrecken zu Boden geworfen hatte, ohne die geringste Verwundung. Die Kugel stak in der Wand unmittelbar hinter ihm, auf gleicher Höhe mit seiner Stirn. Die Waffe hatte der Major fallen lassen. Sie lag wenige Schritte von Habicht, eine hübsche, fast neue, sechsläusige Revolverpistole. Jndeffen waren bereits Leute, vom Schusse herbeigelockt, vor dem Hause er schienen und einzelne spähten neugierig durch die grauen Gitter, welche den Einblick in das Comptoir erschwerten. Herr Habicht raffte sich, dies bemerkenv, auf, und' die auf die Straße sührende Thür öffnend, sagte er den Neugiei iyn : enlhi.;cn Sie sich! Es ist nichts gesche ;ii 1 va bäte nur mit meinem Re?ol 0' iitcü, ebne ;ii wisiku. daß er vl" ten sei ; der Schuß ist glücklicherweise in die Wand gegangen ! Dabei zeigte er die vom Major zurück gelassene Waffe. Die Leute begannen sich auf diese Erklärung deS Vorfalls hin zu zerstreuen. Als er wieder in das Comptoir zurück trat, erschien dort seine Frau, welche au ßer Hause gewesen war und von einem Vorübergehenden auf der Straße da Geschehene erfahren hatte. Es ist nichts, gar nichts, mein Herz chen! sagte der Banquier vor den Commis, winkte ihr aber gleichzeitig unmerklich, ihm zu folgen. Er ging mit ihr nach dem ersten Stockwerke in daö kleine, neben der Abtheilung für Anlagen besindliche Cabinet, wo die Hauptcasse sich befand. Beatrix folgte ihm in großer Erregung, vergebens Blicke auf ihn richtend, welche eine Aufklärung des Geschehenen begehrten. Er verschloß das Cabinet, in das eine eiserne Doppelthür führte, von innen und sagte dann mit fast athemloser Stimme : Alles ist verloren ! Der Major hat auf mich geschossen ! Der Major? Warum? Ich habe ihm Geld auf Wechsel geliehen, mehrmals verlängert Das war ja alles kein Grund, dich zu erschießen, im Gegentheil ! rief jetzt Beatrix, die Augen weit geöffnet, lauernd wie die eines Raubthiers auf ihn gerichtet. Es wird jetzt auskommen, daß ich Wuchergeschäfte trieb. Eins bringt das an dere mein ganzes Gebäude fällt zusam men ! Warum hat der Major auf dich geschossen ? fragte Beatrix in wildem Tone. Zum Teufel, entgegnete Habicht unwirsch, weil er ein Nan; ist ! Was thust du ? fragte Beatrix, als sie sah, wie er den großen Cassenschrank össnete und sich dort lebhast zu schaffen machte. Er trat an das Fenster, das auf die Straße führte, sah einen Augenblick hinab und wandte sich dann mit den Worten an seine Frau zurück : Es ist mir gelungen, die Leute, die von dem Schusse erschreckt herbeieilten, zu be ruhigen. Ich darf kerne Zeit verlieren.' Ehe der Major, der das verunglückte At tentat doch nicht ganz einfach wie einen schlechten Scheibenschuß ignoriren kann, etwas anfängt, muß ich mich gedeckt haben. . . . ' ....

Er hatte unterdessen eine Reihe von Papieren aus der as genommen. Du willst fliehen? fragte jetzt Beatrix. Natürlich ! Schaffe schnell meine Neisetasche her. Ich werde sie unter dem Ueberzieher verbergen. Gepäck kann ich nicht brauchen. Ich muß zu Fuß nach der Statizn. Mach schnell! Wenn Kratzer kommt dies wird jeden Augenblick geschehen , sagst du, ich sei beim Landrichte? wegen des Schusses, um anzuzeigen, daß es nur eine Ungeschicklichkeit von mir war. Es ist gut ! sagte Beatrix und öffnete die verspctrte Thür. Was thust du denn ? Laß doch den Schlüssel hier! rief Habicht, als er sah, daß seine Frau denselben aus dem Schlosse Zog. ' Ein lautes Gelächter antwortete ihm gleichzeitig mit dem dumpfen Ton der zufallenden schweren Doppelthür und er hörte, wie das Schloß von außen umgedreht wurde. Beatrix, bist du verrückt ! rief er entsetzt. Gott bewahre ! kam es als höhnende Antwort zurück. Ich bin im Gegentheil mehr bei Sinnen als du. Glaubst du,einfältiger Narr, ich lasse die Geschichte so enden, daß ich in Armuth und von der Schande meines Mannes bedrückt,zurückbleibe, während Du jenseits des Oceans vom gestohlenen Gelde behaglich, lebst ? Die Schande der Frau eines Betrügers bleibt mir ohnedem ! So magst Du gleich ins Zuchthaus wandern. Sie bemitleiden mich dann wenigstens, während sie mich hassen würden, hätte ich Dir zur Flucht verholfen. Fluche nur, mein eingegangenes Füchschen, schimpfe und schelte. Du Schuft, Du Zuchthausheld ! Ich weiß recht wohl, warum der Major Dieb auf Dein Gaunerfell schießen wollte! Die Zinsen für Deine Verlängerungen waren ihm zu hoch ! Auch dafür sollst Du im Zuchthause büßen, für jede Qual, jede Mißhandlung, für die zahllosen Roh heilen, mit denen Du mein Leben vergiftet hast, während Du anderswo den Zartlichen spieltest. Meine gemarterte Eristenz, mein ruinirtes Dasein, den Seelenmord, den Du an mir begangen hast, den sollst Du büßen, elender Teufel, dummer Teufel! Jetzt aber fasse Dich in Geduld. Du brauchst nicht lange auf die Gendarmen zu warten. Ich verspreche es Dir ! Beatrix war die Treppe hinabgeeilt und in das Comptoir gestürzt, wo sie ei nem Commis auftrug, den Herrn Lanörichter sofort zu sich zu bitten. Während dieser dem Befehle nach einem verwundert fragenden Blick Folge leistete, saß sie in dem an das Comptoir anstoßenden Sprechzimmer in einem modernen, niedrigen Sammtsessel, und den Blick mit einer wahnsinnähnlichen Starrheit auf die mit Oelgemälden in schweren Goldrahmen gezierte rothe Tapete gerichtet, erwartete sie den Landrichter, ihren Gatten als Gefangenen auszuliefern. Ein Gefühl grausamer Wonne erfaßte sie, sich ihren Quäler, den verhaßten Verderber ihres Lebens, im Zuchthauskleide vorstellend, und doch wurde dieses Rachegefühl zurückgedrängt von dem rasenden Schmerz bei dem Gedanken an das nun hereinbrechende Elend, an den Jammer der Eltern, die einzigen Wesen auf Erden, für welche sie noch ein edleres Gefühl im Busen hegte. Gnädige Frau, der Herr Landrichter kommt sogleich ! Diese Worte brachten sie zur Besinnung. Sie mußte dem Beamten gefaßt entgegentreten, eine besonnene klare Svracde mit ibm fübren können. (Fortttdung folgt.) Weihnachts - GesHenke ! Spielwaaren, Puppen, Bilderbücher, Schaukel-Pferde, Stühle, Schlitten, Albums, Schmuckwaaren. Neue Waaren. Niedrigste Preise. W Laden bii 9 Uhr Abend offen.

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