Indiana Tribüne, Volume 9, Number 53, Indianapolis, Marion County, 12 November 1885 — Page 1

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Jahrgang 9. Office : !o. 120 OS Marhlan!, Strshe. f Nummer 53. Indianapolis. Jndiana Donnerstag, den 12. November 1883. i

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Anzeigen tt ditZn Spalte fovett dieselben ich! Ge schästtanzeigr find unb dcn Raoin von drei 3eLn nicht kbnsteigtZ, dndeu unentgeltlich anfgmomen. Dieselbe bleiben 8 Tage Kehen, Uaen aber Qbeschräukt erneuert werden. Äkieige, welche bi Mittag 1 Uhr adge.' gebe werden, finden noch am selbigen Tage TnsaahQe. Di tUt . Tribünt sind ersucht, seine Aon ?n.ntkaeldr an die f.xijfT, sondern n, an Herrn Scht:t. unsern Coücktor ser m der Offtce ,u be laotfn. Herr Schmidt ist für alle au d,r Ossiee Behenden Zzttunen crartvortliä, ft.llt selbst eine Xr3r an. und alle entstehenden ,rlust falle ,hm ,. t? vitten deshalb tdn vor Schaden i beoab reit, der 'hm dadurch rwcchken könnt, ftafc Subs!riv ti.naftr an Jemand ander als an thi, oer t der Offt:e bezzt merde. et m2?te denn der betr. Ritzer eine ,,n Herren Schmidt unterzeichnete Quittung Iabn.

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Keneö per Telegralib. Wtk,e sichten. Washingl on. D. C., 12. Nov. Trübe? Wetter und Regen, Nordvest wind. etvaS kälter. Strike. C b i c a g o. 12. Nov. Die Bremser an der Illinois Central Bahn stellten

gestern die Arbeit ein. Sie verlangten eine Zulage von $5 per Monat und Bezahlung für Extra und SonntagSarbeit. Die Leute klagen, dab sie ost zwanzig Tage hintereinander im Dienste sein müssen. Segen der Arbeit. Reading. Pa., 12. Rov. Die Löhne der Arbeiter in den Colebrook Eisenwerken wurden gtstern um lO Proz. heruntergeseht. Eine Anzahl Eisenberg weke werden geschlossen werden, u. meh. rere hunderlMann werden ihre Beschästigung verlieren. Diese Leute bekamen 0 Etö. per Tag im Sommer und sind im Winter ohne Arbeit. Eöitoricttcs. In Illinois befindet sich ein junger Mann seit sechs Jahren wegen eines Mordes im Zuchthause, und jetzt hat ein Anderer gestanden, dak er selbst der Mörder sei. Wer entschädigt jetzt den unschuldig Verurteilten für die ihm zugesägte Schmach, für dn erlittenen ttum mer, für die sechs Jahre Zuchthaus? Wie lange dauert es noch, bis unsere moralische Gesellschalt die Verpflichtung zur Entschädigung unschuldig Verurhteilter anerkennt? In Chicago waren gestern die Frei Händler in Convention versammelt, und hielten sehr gelehrte Reden. Als einer der Redner die Bemerkung machte, daß eine und eine halbe Million Arbeiter ohne Beschäftigung seien, unterbrach ihn der Anarchist Gorsuch mit der gemik nijt ehr unberechtigten Frage, wie eS komme. dak diese Leute nicht für sich selber arbei ten. Da8 Publikum zischte und lies da van. Man wird gestehen müssen, dafe daS eine sehr bequeme, aber nicht sehr wissenschastliche Beantwortung einer Frage ist, belehrend aber ist sie doch. Wie aus einer in den Lokalspalten erhaltenen Notiz ersichtlich ist, hat ein hiesiger Geschäftsmann, der soeben sallirt hat, Ringe geführt, welche zehnkarätig waren, aus Bestellung aber vom Fabri kanten 14karäthig gezeichnet waren. Darob werden Viele die Köpfe schilt teln und über solchen Schwindel furcht bar entrüstet sein. Aber was ist denn weiter dabei ? DaS ist heutige Geschäfts Moral. Ein zehnkalätiger Fingerring ist der Gesundheit nicht mehr und nicht weniger schädlich, als ein vierzehnkarä' tiger und wer ihn trägt hat dieselbe Freude daran, wie wenn er wirklich vier zehnkarätig wäre. Die Sache ist noch lange nicht so schlimm, wie wenn man Mehl kaust, in melchkm sich Kreide befindet, Zocker in welchen Feldspath gerieben ist. Milch in w?lcher sich Borox befindet. tf-ft';c, vel' cher künstlich gefärbt ist, oder Gewürze. i.l welchen das Gewürz den kleinsten Be standtheil bildet. Bei solchen Dingen kann auch die Gesundheit zum Teufel zehen, und geht auch manchmal zum Teusel. Die Fälschung ist die GtschästSmoral unserer Zeit. DaS höchste moralisch? Prinzip unserer Z?it ist Geld verdienen. Ulan kennt jz den WeiSheitSspruch den ein Amerikaner seinem Sohne mit in die Fremde gab : Mach? Geld mein Soh-z ehelich, wenn Du kannst, aber mache Geld!Ist ja die Fälschung heut zu Tage so weit gediehen, dab der Mann, welcher sich eine Frau nimmt, sich lange besinnen wird, ehe er einen Eid auf die Echtheit der Reize seiner Frau ablegt, denn mit Wadde und Gummi lat sich viel au richten. Die Geschichte erinnert Schreiber die seS an einen vergnügten Abend, den er in geselligem gleise im Hause eines gast kreundlicken Bekannten zubrachte. Die liebenswürdige vauSsrau kttdenzte mit ihrem süßesten Lächeln ihren Gästen einen seinen Eiervunsch. Obenauf war duf tende MuSkatnub gerieben. Duftende MuSkatnub! Ja, man hielt'S dafür, aber nachher gestand die Hausfrau mit malitiSsem Lächeln, daö eS blob ein ganz gewöhnlicher Korkstöpsel war, den sie au den Punsch gerieben hatte, weil sie zufäl lig keine Muskatnuß im Hause hatte. Ja, wenn eS noch eine von den Hölzer nen Muskatnüssen gewesen wäre, welche ein schlauer Amerikaner gemacht hat ! Ja, unsere Zeit ist grob im Fälschen. Wenn eS nur nicht immer der arme Teu sei wäre, der das gefälschte Zeug raufen und genießen mub. wenn nur nicht im mer der arme Teusel um feine sauer ver

dienten Groschen und um seine Gesund

heit beschwindelt würde. Die Ehrlichkeit ist heutzutage blob noch unter den Wilden zu Hause, denn die tragen, was sie stehlen, offen fort. DrahtnaHrichtcn. Ein Defizit im Postamt. Washington. 11. Nov. Der sechste Auditor deS GeneralpostamteS bat j dem Generalpostmeister seinen Bericht! über die Finanzen deS Departements un erbreitet. AuS demselben ergiebt sich, dab die Einnahmen tz42.560.843, die AuS gaben 549.317.183 betrugen. Rechnet man zu Letzteren die den Pacificbahnen gutgeschriebenen Beträge, so ergiebt sich ein Defizit von $8.381,571. Letztes Jahr betrug daS Defizit blob 54.967.425 Man schreibt dieS der Herabsetzung deS Portos und dem allgemeinen schlechten Geschäftsgänge zu. Freihändler Conferenz. Chicago. 11. Nov. Die Frei' Händler hielten heute ihre NationalCon ferenz ab. Etwa 209 Delegaten waren anwesend. Am Abend fand eine Ssfent liche Versammlung statt. Ein Redner machte die Bemerkung, dab in Folge von Ueberproduktion 1.500,000 Arbeiter ohne Beschästigunq seien. Bei dieser Bemer. kung erhob sich der Anarchist Gorsuch und bat um Erlaubnib eine Frage stellen zu dürfen. Niemand kannte ihn. und eS wurde ihm erlaubt. Er sagte : Warum arbeiten diese 1.500.000 Männer nicht für sich selbst? DaS ist die Frage eine? Sozialisten.Bei dem Worte .Sozialist" fing die noble Gesellschaft an zu zischen und lief davon. Ein unschuldig Be st raste r. Joliot. 11. Nov. JameS Poung. welcher eben eine Strafzeit von zehn Jahren wegen Einbruchs absitzt, legte ein Geständnib ab. dab er der Mörder des Dr. Allen von Sandwich, Jll. sei. Er be.&rub die Einzelheiten der That. welche er vor sechs Jahren begangen hatte. aus'Z Genauste. Wegen dieser Mordtthat wurde ein junger Mann, NamenS William TbomaS auf daZ Zeug. nib eines weiblichen DetectivS hin. schuldig befunden und zu 17 Zahren Zuchthaus verurtheilt. Sechs Jahre hat er bereits abgesessen. Er hat stet seine Unschuld betheuert. Der genannte JzmeS Paung ist ihm vollständig fremd. Die katholischeUniversität. B alt im or e. 11. Nov. DerBoard of TrusteeS der katholischen Universität Versammelte sich heute in der Wohnung deS ErzbischosS. EZ wurde beschlossen. die nöthigen Gelder zu kollkktiren. Man will 570.000 ausbringen. waS mit den von Mb Caldwell gegebenen $300.000 eine Million machen würde. Ein Brief vom Papst an Erzbischof GibbonS wurde verlesen, worin jener seine Freude über das Unternehmen auSspricht. KnightS of Labor in Haft. Seattle. W. T. 11 Nov. In Folge d'r grausamen Verfolgung der Chinesen, wukden 13 KnightS of Labor unter dem BundeSgesetze angeklagt und verhastet. Eine Frau Kmworthy. welche schon Sster in den Versammlungen der ffnightS of Labor Reden gehalten hatte. war zufällig im CourthauS, als die Grand Jury kam, und wurde ebenfalls fofoit in Hi.ft genommen. Sie bekam hysterische Ansälle und man lieb sie b 5 morgen heimgeben. Die Bürgschaft wurde in jedem Falle auf $3000 festgesetzt. Wollen nicht unterhandeln. Cincina ti,11. Nov. Die Asso. ciation westlicher Nagelfabrikanten hatte heute eine Versammlung, und beschlob da? Anerbieten der NailerS zu einer Conserenz ablehnend zu beantworten. Die Association vertagte sich darauf bis zum nächsten Monat. Der Kabel. Ausweisung von DeutschAmerikanern. Berlin, 11. Nov. Die Deutsch Amerikaner, welche kürzlich auf der Insel göhrz in Schl:ömig auSgeviesen mur den, haben Befehl erhalten, noch vor dem 15. dS. Preuben zu verlassen. Zwei na turalisirte Amerikaner von DorS und Schottenburg haben Weisung erhalten noch in diesem Monate da Land zu ver lassen. Selbstmord Epidemie. ' B e r l i n, 11. Nov. Die Selbstmorde haben im letzten Monat hier furchtbar zugenommen. Fast täglich kommen Fälle vor, und an einem Tage wurden kürzlich zehn berichtet. Die rumelisch e Frage. L o n d o n, 11. November. Die Bal kan.Conferenz einigte sich heute dahin, dab die Wiederherstellung des statu, quo

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ante die BafiS der Verhandlungen bil den solle. Rubland verlangt die sofortige Ent' wasfnung von Seiten Serbiens. Es heijjt, dab es seine Forderung, den Für sten Alexander abzusetzen, wieder zurück gezogen habe. Albanier auf dem Kriegspfad. London. 11. Nov. Eine Depesche von Sofia sagt, dab 300 Albanier daS bulgarische Dorf Jarcovetz bei Monastir überfielen, plünderten und viele Ein wohner umbrachten. Der' Schlächter von Birma. London. 12. Nov. Nachrichten von Calcutta melden, dab König Thebaw die Niedermetzlung aller Engländer in Birma befohlen habe. Man befürchtet, dab alle Europaer in Mandalay niedergemetzelt werden. Im Gefängniß. London, 11. Nov. Redakteur Stead befindet sich im Coldbath Fieldö Gefängnib. Er trägt SträsiingSkleider und bekommt Gesängnibkost. Er mub jeden Tag ein Pfund Werg zupfen, an dere Sträflinge müssen 3 Pfund zupfen. SeötssAnaSrtSttn. Q u e e n S t o w n, 11. Nov. Ange kommen Arizona von New Pork, für Liverpool bestimmt. Bremen, 11. Nov. Angekommen: Rbein- von New Pork. New Ä o r k. 11. Nov. Angekom men : Moravia" von .New Vork. Vom Auslande. Zu dem in Kürze in Rom zusammentretenden GefängnißCongreß wird geschrieben : Mit demselben wird eine großartige Gefängniß - Utensilien' Ausstellung Hand in Hand gehen. Unter anderm wird darin eine Collectiv aller möglichen Handschellen und Ketten siguriren, wie man solche seit den ältesten Zeiten biS jetzt angewandt tat. Darunter finden sich auch mehreren in Pompeji aufgefundene Exem plare. Ferner werden die verschiedensten Modelle von Gefangenen-Zellen, da runter Modelle der berüchtigten Venetia Nischen Bleikammern, sowie eine Copie von dem Verließ ausgestellt sein, in dem Veatrice Cenci in Santo Angelo geschmachtet bat. Auch die sogenannten Gefängniß-Douchen werden nicht vergest sen werden. Einige Zellen stehen mit einem Telephon in Verbindung, das der Gefangene nickt sehen kann und wodurch man etwaige Selbstgespräche belauschen kann. Die Kosten dieser Modelle belaufen sich auf etwa 50,000 Lire. Endlich sollen auch Producte der Gefängniß-Ar-beit zur Auestellung gelangen. Eine der Hauptagitato rinnen in den Berliner ArbeiterinnenVersammlungen, Fräulein Wabnitz, wurde wegen grober, verleumderischer Beleidigung vom Schöffengerichte zu vier Wochen Gefängniß verurtheilt. Sie hatte in einer der bekannten, sonst meist in harmloser Heiterkeit verlaufenen Versammlungen einer geachteten Berliner Firma vorgeworfen, dieselbe beschäftige gefallene Mädchen ohne jede Bezahlung." Die Inhaber der Firma fühlten sich aus Grund der in den Zeitungen enthaltenen Berichte über die Vorgänge in der angegebenen Versammlung schwer beleidigt und stellten deshalb gegen Fräulein Wabnitz den Strafantrag. In dem Termine vermochte sie die Wahrheit ihrer Behauptung nicht nachzuweisen und so beantragte der Vertreter der Kläger gegen die Beklagte das Schuldig, worauf denn auch erkannt wurde. Ein unangenebmer Auftritt spielte sich in dem Pariser JustizPalast ab. iti wurde dort ein kleines Haus öffentlich auf Antrag der Glaub: ger des derzeitigen Besitzers feilgeboten. Ein Agent Namens Gallas, der in erster Linie die Feilbictung veranlaßt hatte, beobachtete aufmerksam den Fortgang des Verfahrens und bemerkte dabei nicht, wie sich eine Frau von kleine? Figur immer naher an ihn herandrängte. Plötzlich wurde die versammelte Menge durch einen grellen Schrei erschreckt: Die Frau hatte dem Agenten eine Flasche Vitriol in'S Gesicht geschleudert. Die furchtbaren Spuren der ätzenden Flüssigkeit zeigten sich sofort auf dem Gesichte des Unglücklichen. Die Frau wurde festgenommen, und da man sie auf der That ertappt, wurde unverzüglich zum Verhör geschritten. Es ergab sich bei demselben, daß die Attentäterin die Frau deö früheren Hausbesitzers, Namens Laisier, ist, daß der verwundete Gallas ihren Gatten betrogen und um Alles ge bracht hatte, und daß ihr Mann todtkrank darniederliegt. Da sich zufällig unter dem Publikum Leute befanden. welche die Aussagen der Frau bestätigen

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ronnten, so verwandelte sich der Zorn der Anwesenden bald in Mitleid für Frau Laisier. Die gefühlvollen Ge schworenen von Paris werden also wiederum eine Vitrolcuse (diese besondere Bezeichnung, ist in der That bei der Menge der vorkommenden Vitriol-Attew täte bereits zur Nothwendigkeit geworden) zu urtheilen und freizusprechen haben. Der Zusammenbruch der französischen Lebensversicherungsgesell schaft Credit Viager" hat in den Reichslanden viel Unheil gestiftet. Man wen dete sich dort und namentlich in Lothringen aus alter Gewohnheit oder falschem Patriotismus auf Umwegen an französische Anstalten. Diese stellten von den Grenzorten aus ihre Anträge ; ihre Policen unterlagen dem reichsländischen Stempel nicht. Die TodeSfall-Capita lien wurden dann zu? Erbschaftssteuer nicht herangezogen. Nun müssen die Leute zu ihrem Schaden einsehen, daß sie bei einer deutschen Gesellschaft doch weit sicherer gegangen wären, und daß ungesetzliches Handeln häusig Dinge im Gefolge hat, von denen man sich vorher nichts träumen ließ. - Das Nest für fromme Leut e." Das ist, schreibt ein Odessaer Correspondent, der Titel einer russischen Religionssecte, welche während der letzten fünfzehn Jahre in's Dasein getreten ist. Ihr Hauptquartier scheint Bender in Bessarabien zu sein, und ihr seltsamer Name ist dem Umstände zuzuschreiben, daß ihre Mitglieder, die alle der Bauernklasse angehören, ein Grab in dem Erdboden ihrer Wohnung oder in ihrem Garten graben und darin liegen, bis sie, überwältigt von Hunger, mit Gott verkehren, ihm ihre Sünden beichten und ihr verflossenes Leben prüfen. Um sie besser in den Stand zu setzen, dieZ zu thun, wird das Grab mit einem Holzdeckel zugedeckt, in welchem eine Thür für Ein- und Ausgang angebracht ist. Sie liegen demnach in dem Grabe wie in ei nem Sarge, und ohne kleine Ritze in dem Deckel würden sie Gefahr lausen, zu ersticken. Befindet sich das Grab oder ..Nest" im Garten, so wird es mit dick. tem Gebüsch umgeben und von einem grimmigen Wachthund bewacht, um neugierige oder impertinente Personen in respektvoller Entfernung zu halten. Die Anhänger dieser Secte behaupten, daß sie in ihrer Entzückung, und wenn sie großen Hunger leiden, Heilige und Dämonen erblicken. Eine andere Eigen thümlichkeit der Secte ist, daß deren Mitglieder so wenig als möglich mit anderen Leuten oder thatsächlich mit einander verkehren, so daß das Leben, welches sie führen, Aehnlichkeit mit dem von MöN' cben bat. Am 19. Oktober hat sich in Livorno die merkwürdige Erscheinung eines starken Schlammregens gezeigt. Herr Ingenieur Ernst Neu berichtet der Köln. Ztg." darüber Folgendes : Am 13. und 14. hatten wir Nordwind und das Thermometer war auf 10 Grad C heruntergegangen. In der Nacht vom 14. auf den 15. trat ein heftiger Scir rocco auf, so daß am 15. Morgens 7 Uhr die Temperatur wieder auf 21 Grad (X gestiegen war. Der Wind wurde zuneh mend heftiger und es regnete ab und zu ein wenig. Der zuerst blaugraue Himmel nahm allmählich eine bleiartige Färbung an, die dann plötzlich ansing, in's Gelbliche überzugehen, bis gegen 2 Uhr Nachmittags der ganze Himmel mit einem röthlichen Gelb überzogen war, von dem sich nur die Regenwolken in etwas dunklerem Ton abhoben. Die eigenthümliche Beleuchtung siel allgemem aus, es bildeten sich Gruppen aus den Straßen, welche die Erscheinung besprachen, und es war in einigen Stadttheilen die Befürchtung allgemein, daß wir unmittelbar vor einem Erdbeben ständen. Ein wolkenbruchartiger Re gen, der plötzlich eintrat, scheuchte die Beobachter m die Häuser zurück. Was aber vom Himmel kam, war kein reines Wasscr, sondern eine trübe Flüssigkeit von derselben Farbe, die der Himmel vorher gezeigt hatte. Die Straßen warenin gelbe Flüsse verwaw pelt, die zum Sammeln yonNegenwasser ausgestellten Gesäße wurden sofort mit lehmfarbigem Wasser gefüllt und mußten wieder ausgeleert werden. Noch heute (am 16. Oktober) sind die tiefern Stellen des sonst blendend weißen Pflasters mit einem gelben Ueberzug versehen. Der Regen hielt mit einigen Unterbrechungen bis gegen 7 Uhr Abends an und zeigte bis dahin dieselben Erscheinungen. Um 8 Uhr hatte auch der Wind aufgehört und heute Morgen zeigte der Himmel wieder sein gewöhnliches Aussehen. Eine in Köln vorgenommene Untersuchung des Sandes ergab, daß die Masse mehr als zu einem Zehntel aus sphärolitischen Glasflüssen besteht, die sonstige Masse aus mikrolithischen, zum Theil doppelt brechenden Splittern, unter welchen poly synthetische Feldspat-Zwillinge bestimm werden konnten, .

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