Indiana Tribüne, Volume 8, Number 165, Indianapolis, Marion County, 3 March 1885 — Page 2
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uu iti UU W U U& B Srsch ein ßSgliH, WSÄetNch . Sountags. Cftfc! lÄttO Marvlandar. ftc t&glOc Xrtsunc" leHtt durch den XrljjetlJ Cir.tl ret Wsche, ti oneugl .Iritsta" Cents rt Zischt. Vttd jufsaBitt 15 tinil. tt SPr.fl lugtTS'.Jt fa Voeakd,hlug ZS rtr yait. . Jndiznapolis, Ind., 3. Marz 1885. Die VartarnoleS. In den tualb und weidereicben. von fruchtbaren Thälern durchzogenen Berg -rh.n von Arizona ist kürzlich ein Ge : heiinniß enthüllt worden, welches lange' Jahre die Leute dort beschäftigt und man ' chen abenteuerlichen Zug veranlaßt hat. ' Als Tucson, die heutige Hauptstadt des Gebictcs, noch der fast unbekannte meri-- j canische Ort am Rio San Tavier war, - lebten dort vier Amerikaner vom Be-j triebe eines Kramladens und- einer Wuthschaft. Der Besitzer des ersteren war Ezra Vrown, der das Land häufig mit wenigen Gefährten nach Gold und Silber durchsucht hatte. Sw wußten. daß es diese Äcetalle dort in großer ! Menge gab und daß auch in einzelnen ab-j gelegenen und selbst den Indianern ! wahrscheinlich unbekannten Schluchten sehr werihvolle Funde gemacht worden waren, aber an eine Ausbeutung des. vielfach in.Quarze vorhandenen, oder sich j an den Usern der Flüste und Bäche im Sai.de vo, findenden Goldes war we gen der fortwährenden Einfälle und Zkaubzüge der kriegerischen und feindse ligen "'..lchen nicht zudenken. Damals kamen cines Tages vier wet tergebräunte, aber kräftige Männer nach Tuqon und fanden auf ihr Ersuchen bei Ezra und dessen Freunden Aufnahme. Dieselben liehen viel Geld aufgehen, kauften alles, was ihnen gefiel oder was ihre öc'eugier erregte, und bezahlten die ihttcn abgeforderten Preise, ohne überdie Sjvbc derjelden jemals auch nur ein Wort zu äußern. Ihre Zahlmittel bestandeen in Goldsand und Golokörnern, doch hat ten sie auch förmliche Goloklümpchen von bdeukenvem Werthe ii ihrem Besitze. Die Leute nannten 'sich die Bartarnoles, tt'.achtcu über ihre Vergangenheit keinerlei Mittheilung, erzählten aber, daß sie weit weg zwischen der Sierra Eolorado und den SienitaS eine fabel haft reiche Ader Goldquarz und ebenso unerschöpfliche Laqer goldhaltigen Sandes entvcckt hätten. Sie hätten sich dort bereits mehr Gold gesichert, als sie tragen könnten, dasselbe so verborgen, daß es selbst von den Indianern nicht jjesun den werden könne, wollten aber immer noch mehr-Gold zu ihren Schätzen täu fen und dann in Prescott, derdamallgen Hauptstadt, Fuhrleute, Wagen und Zug' thiere miethen, in einem der Forts sich eine genügende Anzahl Soldaten als Aedectungsmannschaft verschaffen und versuchen, ihre Schätze ungefährdet aus dem Lande zu bringen. Dtech 14tägigem Aufenthalte brachen die Bartarnoles wieder cu:, beladen sich mit Munition, Kaffes,-. Zucker und sonstigen Lebe'nsmit teln, auch den besten Spiritussen, die für ÄMres, Geld zu haben waren, und äußerten leim Abschiede, es habe ihnen in Tucson gefallen, sie würden bald wiederkommcn. In Betreff der ihnen zur Verfügung stehenden Lebensmittel hatten die Äkänner schon früher erzählt, daß ihre Schlucht ihnen Wild und Fische im Ueberflusse liefere und dort Wurzeln wüchf:, die ihnen, gerieben und ge backen, das Brot fast vollständig ersetzten. Nach mehreren Monaten kehrten die Va:tarnoles schon wieder zurück. Sie schienen n,och mehr Gold bei sich zu haden, der alte Ezra mußte an kostspieligen Speisen, Getränken, Waffen, besten Kleidern und Stiefeln anschaffen, was er nur auftreiben konnte und die vier Amerika-ner-lebten auf Kosten der reichen Goldgräber Wochen lang in Herrlichkeit und greude. Bein Abschiede wiederholten sich: die früheren Scenen. Wohl hatten Ezra und Gefährten, wenn sie unter sich waren, häufig davon gesprochen, sie wollten ihren Freunden nachschleichen und deren Geheimniß zu ergründen suchen. Einerseits aber schwärmte es damals von Apachenaenndel in der Umgegend und außerdem hatten die Bartarnoles häusig vmicheit, derZugzng zu lhrerGolvgrude sei nicht nur-äußerst schwierig, sondern werde auch beständig von einem von lh nen befracht, sollte sich demselben Je mand nahern, so wurde er niedergeschos sen und wenn es der eigene Bruder des Wachters wäre. Nach der zweiten Trennung dauerte es über acht 'üconate, ehe die Bartarnoles nach Tucson zurückkehrten. Diesmal traten sie voll Jubel auf und erzählten ryren amertkantschen Freunden, sie batten nunmehr so viel Gold beisammen, daß sie ganz Arizona kaufen könnten, wenn sie keine bessere Verwendung dafür hätten. Sie würden sich diesmal nur wenige Tage aufhalten und dann die Fubileute und Fahrzeuge, sowie die mili tänsche Bedeckung zu erlangen suchen, von denen sie schon früher gesprochen hätten. Die Wege seien gerade zur Zeit verhältnißmäßig wenig von den Apachen bedroht. Era und die Uebrigen sollten sich zum Ausbluch auf die erste Mittheilung hin rüsten, sie nach dem Goldthale ' begleiten und solches, nachdem die Bartarnolcs es verlaffen hätten, bearbeiten, um in kurzer Zeit ebenfalls Million zu werden. Die sonderbaren Abenteurer hatten diesmal so viel Gold bei sich, daß dieser Uu.stand allein schon für die Ergiebigkeit der in ihrem Besitze besindlichen Goldgrübe sprach. Außerdem hatten die Leute stets den Eindruck der Biederkeit und Zuverlüssigkeit gemacht und die vier Ameri kaner in Tucson säumten daher nicht, ihre Waaren und Vorräthe, natürlich zu schlechten Preisen, zu verkaufen und sonst alles für ihre Abreise vorzubereiten. Sie warteten und warteten auf eine Mitthei lung von Seiten der Golvleute, aber vergeblich. Der schnelle Verkauf ihre? Eigenthums hatte die Neunter der ftdrii
gen Vewoynek vö Tucson erregt. Ezra hielt es schließlich nicht mehr für geboten, die Ursache zu verschweigen und bald bildeten die Bartarnoles und ihre ungeheuren Reichthümer in Tucson und Wetter Umgebung das Tagesgespräch. Im Laufe der Jahre machten sich Trupps von Abenteurern zur Suche auf, aber alle kehrten erfolglos zurück, sodaß endlich Niemand mehr an die Geschichte dachte, um so weniger, als neuere 0cl und Silbcrentdcckungen das Jntcreffe auf sich zogen. Vor Kurzem trieben Viehbesitzer und Hirten, durch die ungewöhnlichen Schneemaffen und furchtbaren Stürme veranlaßt, ihre Heerdcn höher in die Gebirge, um in den dortigen Schluchten und Waldern bcfferen Schutz zu finden. Sie haben in einer Schlucht zwischen der Sierra
Colorado und den Sierritas ein festes Blockhaus und vier Skelete gefunden. ; Auf dem Vooen lag eine verrostete Mes-' serllinge; sonst war die Hütte völlig ! leer, ein deutliches Zeichen, daß sie von den Mördern der Bewohner ausgeräumt , worden ist. Die Felsen und der Sand in der Schlucht zeigen Spuren von Gold, aber keinen auffallenden Goldreichthum. ; Cxvedttwncn werden sur das ruyiayr vorbereitet. SchlittsÄublaufen. Im heurigen Winter sind die Nc? schuhe, die canadischen und die Nenn : schlittenfahrten in Albany, N. I., so in ; den Vordergrund getreten, daß man bei ' nahe glauben könnte, die Eisbahn und der Schlittschuh seien in Vergeffenhcit qz-. rathen. Es wäre dies zu beklagen, denn . der Eislauf bleibt die schönste, gesündeste, anmuihigste Wintertust von allen. Qi . wird auch seit und fort gepflegt, tun ' wird über ihn, da er eine alte und be-! währte Leibesübung ist, nicht viel geschrieben und gesprochen. Auch die berufsmäßige Ausbildung im : Schlittschuhlaufen wird nicht vernachläz sigt und dieser Tage hat in New Fort ein Necke von Neusundland eine Leistung aus der Eisbahn vollbracht, die alles über trifft was jemals auf ftahlbeschwZt?aten Sohlen ausgeführt worden ist. ?u?c Iorker Vereine, welche den Eislauf pfle gen, haben von jeher an der Niä'tikeit der Angaben ihrer Nivalen in Canada über die von letzteren auf der Eisbahn erreichten Geschwindigkeiten gezweifelt, und e:ner derselben ka:te einen Preis von $250 für denjenigen Schlittschuhläufer ausgeschrieben, der im Stande sein würbe, die Meile in 3 Minuten 10 Secunden zurückzulegen Dies ist 20 Secunden mehr als der kanadische Schlittschuhläufer Lee für diese Leistung gebraucht bat. der einmal eine Meile in 2 Mm. foi- See. durch flo gen hat. Hugh McEormack aus Neufundland galt bisher schon für einen der besten Eisläufer. Er kam nach New Iork und erklärte, nicht nur um den Preis laufen, sondern UM den entsprechenden Betrag in der Weise wetten zu wollen, das; er für den Fall, daß er die gestellte Aufgabe bei drei Versuchen nicht ein Mal ausführe,3250 an den betr. Verein einzuzahlen habe. Die Wette wurde natürlich angenommen. Anfang vorigcrWl ch : machte er in der Schlittschubbahn i,i Hobotcn den ersten Versuch, brauchte aber 3 Min. 16 See., eine Meile zurückzulegen, also gerade 6 Secunden zu viel. Acht Tage später unternahm er den zweiten Versuch und hat hierbei die Meile in 3 Min. 9j See. zurückgelegt, also ij- Secunde weniger gebraucht, als ihm zur Verfügung stand. Die Bahn hat einen Umfang von 850 Fuß und mußte sonach sechs Mal völlig durchlausen werden, wonach noch weitere 160 Fuß zurückzulegen waren. Das Eis war an einigen Stellen brüchig, im Allgemeinen aber von guter Beschaffenheit. McEormack fuhr, zu möglichst weiten Bogen ausgreifend, dahin, sein Oberkörper war in einem Winkel von ziemlich 90 Grad geneigt, seine Arme bewegten sich wie Uhrenpendel vorwärts und zurück. Eine große Anzahl von Zuschauern, sämmtlich Freunde des Eislaufs, wohnten der Fahrt bei. und ermunterten den Läufer durch ihre Zurufe. Unmit telbar vor Beendigung der Meile blieb McEormack an einer brüchigen Stelle des EiseS mit dem Schlittschuh hängen und stürzte zu Boden, er war jedoch so in der Flucht gewesen, daß der Körper auf Brust und Unterleib über das Ziel hinausschoß. Der Unparteiische verkündete, daß McEormack seine Aufgabe gelost habe und die Zuschauer jauchzten ibm Beifall zu. Die Meile in 3 Minuten 0 Secunden ist die größte Geschwindigkeit, die jemals auf dem Eise erreicht worden ist. McEormack wohnt in St. Johns und ist bereits wieder dahin abgereist. Er ist ein Fischer von Beruf und gilt für den geschicktesten Lenker derjenigen kleinen Kähne, die blos mittels eines kurzen Nu ders am Hintertheile des Kahnes fortbewegt werden. Sculler in Norddeutschland Wricker wird der Führe: eines derartigen Kahnes oder kleinen BooteS genannt. Diese Fahrzeuge sine für viele Verrichtungen bei dem von großen Booten aus betriebenen Fischfange von großem Werthe. Ohio'S Ccntennialfeier. Am 7. April 1783 landete in ihrem Schiffe Akayflower" nahe der Mündung des Muskinzum in den Ohio eine An zahl Pioniere und legte dort, ähnlich den Pilgrimvätern im Jahre iv20, eineAnsiedlunz an, der sie den Namen Marietta" beilegten. Das war die erste dauernde viiederlassung rm gronen Nord Westen und Marietta ist für Ohio dasselbe, was PlyMouth für Maffachusetts. Im folgenden Jahre wurde das Land als ein Theil des Western Territory und später unter dem Name Territory Northwest ostheOhio einer Territorialregierung unterstellt, bis sich Ohio im Jahre 1803 als Staat organisirte und in die Union aufgenommen wurde. Die Archäologische und Historische Ge sellschaft des Staates Ohio bringt in An regung, daß die hundertste Wiederkehr des Jahrestages der Landung jener Pio niere durch eine angeureffene Eentennialfeier festlich begangen werde. Dieselbe bittet alle Bewohner der Ver. Staaten, tolch im Besitze von '' Gegenständen, Wriften, Drucksachen u. s. w. sind, die
sich auf die früheste Geschichte des Staatcs Ohio beziehen, ihr solche anzuvcrtrauen und das Unternehmen sonst zu fördern. Zusendungen werden an den Sccrctär der Gesellschaft, Herrn A. A. Graham in Eolumbus, O., erbeten, wel cher seinerseits zu jeder erwünschten Aus kunft bereit ist.
In der zweiten Woche des Mär?, und zwar von Donnerstag, dem 12. nächsten Monats an soll eine vorbörcitende Ver-, sammlung im Staatscapltole zu Eolumbus abgchalten werden, und zu solcher sind Alle eingeladen, welche zur Förderung des Unternehmens mitzuwirken bereit sind. Schweizerische Anarchisten. Wie die Gazette de Lausanne" berichtet, halten sich gegenwärtig auf Schweizerboden ungefähr zweitausend Anarchisten, meistens Auslä.lder, auf Die auswärtigen Mächte haben jetzt die Zahl ihrer Geheimpolizisten in der Schweiz erheblich vermehrt. Aus Zug wird dem Vaterland" berichtet : Ein L!aub- und Acordanfall, verUbt von dem Anarchisten Ammann von Aadorf (Thurgau), hat hier großes Aufsehen erregt. Am jüngsten Freitag Abends halb acht Uhr meloete sich bei Herrn Nenggli an der Bahnhofstraße in Zug ein Arbeiter mit der Borgabe, er wolle ein Paar Stiefel kaufen. Ins Verkaufslokal gefuhrt, zog c? ein Bajonett hervor, schlug Nenggli ras Licht aus der Hand und versiyte ihm wuchtige Streiche auf den Kopf. Nenggli konnte sich hinter den sogenannten Ferggtisch" flüchten, tastete herum, erwischte einen alten Säbel, hieb damit links und rechts aus und war so glücklich, hierdurch dem Bajonett des Angreifers die Spitze abzubrechen und dem Dieb die Waffe aus der Hand zu schlagen. Der Dieb flüchtete sich hinauf, drehtc den Thürschlüssel, schloß so Herrn Nenggli ein und konnte ungehindert das' Weite suchen. Ein Nachbar hörte den Hilferuf und das Klopfen des erheblich verwundeten 3!enggli, schloß die Thüre auf und berichtete an die Polizei. Das zurückgelassene Bajonett führte zur Ent dcckung des Thäters, des Schustergesillen ! Ammann, Vater von zwei Kindern ; der gegenwärtige Aufenthalt des Flüchtigen konnte aber bis zur Stunde nicht ermittelt werden. Ammann ist Mitglied der anarcbistischen Gesellschaft Zug. Die Polizei ist auf der Suche." Schäffle'S neueste Schrift. Lor einigen Jahren erregte ein Buch des früheren österreichischen Ministers Schäsfle Aufsehen, welches den Titel: Die Ouintesienz des Socialismus" führte und die socialistischen Theorien vielfach vertheidigte. Jetzt verkündet derselbe Verfasser " in einer Flugschrist die Aussichtslosigkeit der Socialdemo' kratie". sagt, er habe nur die ,.autoritäre" Eollectidproduction gebilligt, nicht aber dcn,.demokratischen Collectivis:nus",wclchcr zur allgemeinen Auflosung fuhren müsse. Der anscheinend so radicale Schaffte greift sogar den Liberalis' muö an und entpuppt sich als Staatssocialist Bismarck'scher Schule. Er stimmt den Maßregeln Vismarck's zu, meint aber, daß sie" nicht weit genug gehen. Auch spricht er der Eolonialpolitil und der Hebung des Bauernstandes (wahrscheinlich durch Gctrcidezolle) das Wort, da die Bauern, wenn sie zufrieden wären, einen unübersteiglichen Wall ge gen die Socialdemokraten bilden und das Industrie Proletariat, dem sie an Zahl zehnfach überlegen seien, in Ordnung halten werden. Außetdem sei es eine Ausgabe der Socialreform, der H a u s i n d u st r i eBevölkerung aufzuhelfen, d.h. derjenigen Bevölkerung, welche von dem Capital im Haus der Arbeiter anstatt in der Fabrik industriell beschäftigt werde. Die GrundWurzel dieses Uebel liege in dem stumpf sinnigen Kleben an der heimischen Scholle und am hergebrachten Arbeitsschlendrian, welchem man abhelfen müsse durch Einführung des A r b e i t s u nterrichts der Volksschule, um die junge Generation heranzubilden und zu befähigen, von der Freizügigkeit practischen Gebrauch zu machen, ferner durch zu begünstigenden Bezug des Roh: stosfes im Großen,durch Bezug der besten Musttt, Erwerbung eigener Productionsmittel mit Hilfe von Sparkassen Zc. Was aber sorann die eigentlichen Fabrikarbeitcr anlangt, so spricht sich der Versasser von vornherein zu Gunsten des Normalarbeitstages aus, des sen Bedeutung er darin sieht, daß er ein Mittel sei, jene Ueberarbeitung ab zuhalten, welche nachhaltig auch der Pro duklivität der 3!ationalarbeit schade. Setze man ihn auf II, höchstens Stunden, aber vorläufig, der internationalen Eoncurrenz wegen, nicht niedriger. Man scbreibe ihn nur für ie ununterbrochen fortlaufende Arbeit vor. Man halte die Möglichst von Mehrmbeit bei außerordentlichem Arbeitsbedarf und bei drängender Saisonarbeit mit obrigkeitlicher Erlaubniß offen. Man gewahre Ausgleichungszölle gegen das Ausland, welches di Ueberarbeitung unbedingt gestattet. Alsdann wird der kormalarbeitetag ziemlich günstig wirken können." Auf eine Erhöhung und Sicherung des Lohnes wird, wie der Verfasser ausführt. schon letzt vom (Staat durch den Schul zwang und durch die deutsche Socialreform Gesetzgebung bingewlrkt. Er ver laugt aber auch eine Sicherste!lung der Arbeiter gegen (5r wervslosigkeit und Geschästskri sen und meint, es seien die Unternehmer (das Eapital") zur Tragung dieser Last für eine gewisse Zeit heranzuziehen, damit gerade sie feli?t em Interesse am ste tiaeii Productionöbetrieb, also an Ver Hinderung der Krisen ein Interesse hätten. Indem der Verfasser für die Vcrallgemeinerung des Besitzes eintritt, kommt er auch auf die Frage der Post-Sparkas-sen zu reden. Diese Post-Sparkassen seien" meint Dr. Schäsfle eine große Eollectiveinrichtuna zu Gunsten der : umhergetricbenstenArbeitcrmassen, welche j die Freizügigkeit ihrer Kunden in mehr als einer Hinsicht zur praktischen Wahrheit mache. Jeder Sparkassen- ; Pfennig wirke der ?!evolution bei den ' Proletariern selbst entgegen ;' es gebe sei i nen besseren Schuv der bestehenden Ord
nung, als die Erhaltung und Ausbreitung des rentegebendcn Privateigenthums, des Eapitals", über die ganze Producentcnwelt durch Ersparung." Bezüglich der Aesteuerungsfrage tritt der Verfasser ein für die Beibehaltung eines Kreises direkter Staats- und Gemeindesteuern. Er ist aber der Ansicht, das; die indirekte Besteuerung noch ausdehnung? fähig sei und daß namentlich der von beiden Geschlechtern betriebene maßlose Kleiderlurus, die Leckerei, der Schmuck' und Zimmerluxus noch nicht genügend herangezogen seien, obschon sie keineswegs unfrßbar feien. Wenn man nur den Handel und die Fabrikanten ebenso zu Steuereinnehmern machen will, wie man die Zucken'abrikantcn, die Brennereien, die Brauereien und andere ?iebcngewerbe" dazu gemacht hat, so ist dieser ganze ungeheuere Eonsum steuerlich faßbar und zwar durch das Mittel des procentualen Fabrikat- oder Verkaufstempels auf Grund der StcucrbuchungsPflicht zur Pauschal irung der Verkäufer aller besteuerten Lurusgegcnständ" Endlich weist Dr Schäsfle noch darauf hin, daß den Familien der Arbeiter und insbesondere den überbürdeten Haussrauen durch Krippen, Kindergärten, Krankenhäuser und Arbeitsunterricht in der Schule noch viel Last abgenommen werden könne. Wir haben selbstverständlich nur einen geringen Theil des Gedankenkreises und der praktischen Vorschläge des Verfassers die? reprevueiren können. Viele Ansichten ' des Verfassers werden auf Widerspruch stoßen, aber seine Schrift enthält so viel Geistreiches, daß sie allen zu empfehlen ist. ist, die sich mit der socialen Frage eingehender beschäftigen. Deutsche Loeal ' Nachrichten Yrovinz Hessen'Vkassau. Wegcn Urkundenfälschung ist in Kassel der Kaufmann L. I. Nosenberg verhaftet worden. f zu Allendorf Prälat Dr. Georg Schüler, 31 Jahre alt. In Eichenzoll hat der Tagelöhner Lconhard Jordan seine Frau umgebracht. Die Eisenbahnstrccke AltenkirchenHachenburg wird am 1. April dem Betriebe überge-
den werden. s zu Frankfurt a. M. Prof. Dr. G. Lucae, 71 Jahre alt. elbjtmorde und Unglücksfälle: - In Kassel ertränkte sich der Schlosser Theodor Frey, in Nochern durchschnitt sich der an einer unheilbaren Krankheit leidende Anton Sauerwein die Keble und in Wiesbaden tödteten sich durch Revolver schüfe der 35jährige ManufatturwaarcnHändler Kappers und der in Untersuchung gezogene Untcrofsizicr Hcnsack von der 2. Eompagnie des 80. Regiments. Auf einem Sachsenhäuser Felsenkelle? wurde der Sackträger Oehlschläger aus Frank' furt durch eine herabfallende Rolle erschlagen, im Walde bei 3kothemann erfror der 00 Jahre alte Arbeiter Peter Baicr von dort und im Hcllwigteiche bei Holzappel ertrank der 10jährige Michael Schäfer. . Lkirektv Xfl&sen. Gestorben in Loschwitz Moritz Heydrich, der Dichter des Dramas Tiberius Grachus und in Dresden Professor Theobald v. Oer. Die Einverleibung der Vorortgemeinde Strehlen mit Dresden geht jetzt ihrer Verwirklichung entgegen. Ehemnitz hat jetzt 105,9S2Ein:vvhner. Das Bankhaus Frege & Eo. in Leipzig feierte sein 100jähriges Bestehen. G.storben Wittwe Johanna Schönherr in Akarienberg. Gestorben Rentier Franz Oehring in Meerane. Wegen Verdachts der Bigamie wurde in Oelsnitz der Bergarbeiter Mierisch verhaftet. Gestorben Friedrich August Schöne in Zschopau, der Begründer des dortigen .-.Wochenblattes". Im LeipzigerNathsforst wurde der Arbeiter Karl Preuß aus Großnehringen erhängt aufgefunden, und bei Jerisau stürzte sich der Acaurer H. Ludwig in die Muloe und ertrank. Durch eine voreilig gelöste Mine in den Steinbrüchen der Firma Fröde ocPieschel bei Schmilka wurde ein Arbeiter getdd. tet und fünf lebensgefährlich verleyt. In Döbeln brach die Handelsfrau Feldmann, vom Schlag getroffen, auf der Straße todt zusammen. In Penig geriet!) der Maschinengehilfe Wiesinger in's Maschinengetriebe und wurde alsbald getodtet. In Pirna wurde der in der Dr. Lehmann'schen Privatheilanstalt angestellte Wärter Slarne von einem Eisenbahnzuge überfahren und getodtet. Der Tischler Fichtner ausPegau stürzte in Leipzig in einer Restauration vom Schlag getroffen todt zu Boden. Der 19jähiige Sohn des GutsbesitzersStriegler in Hirschfeld bei Rossen wurde von einem mit. Steinen beladenen Wagen überfahren rlnd getodtet. Das Abspringen von einem Eisenbahnwagen hatte den Tod des Schaffners Wilhelm Reukck aus Elsterberg zur Folge. In Döbeln stürzte der Arbeiter der Holzstoffund Pappenfabrik Kunze in die Mulde und ertrank. In der Vereinsbrauerei zu Zwickau gerieth der Vraugehilse Rich. Lust aus Oelsnitz in V. in die Äasmission und erlag seinen Verletzungen. Der Lehrhäuer Friedr. Ackermann aus Wiesenburg fiel in Oberhohndorf in einen Schacht und konnte nur als Leiche wieder herüusbefördert werden, in Kleinsaubernitz wurde der Kohlenarbeiter Ernst Möhne im dortigen gräfl. Lippe'schen Braunkohlenwerk verschüttet und getödtet, auf dem Bahnhof in Erimmilschau wurde dem Arbeiter Richter aus Schweinsburg durch ein auf ihn fallendes Fab der Kopf zerschmettert und in Zerkerode der Häuer Patzig durch ein aus ihn fallendes Stück Dachkohle getodtet. Thüringische Ttaaten. In dee Mühle zu Niederroßla fand der Mühlknappe Säge beim Abschlagen des Eises vom Mühlrade seinen Tod. In Oberspederstedt bei Maadala wurde der Oekonom Konstantin Zorn erschossen aufgefunden. Der Knecht deffelben, der mit der Frau und Schwiegermutter bester gestanden haben soll, als mit dem Herrn, ist als des Mordes verdächtig, verhaftet worden. Die verst. Stiftsdame Frl. Anna v. Eichel hinterließ dem Diakoniffenhaufe in Eifenach 60,000 M. Der Müllersbursche Hartmann in Hardisle ben erschoß sich aus Unvorsichtigkeit. Der Oekonom Rieol. Kräußlich von Weitramsdorf wurde beim Holzfällen von , einem stürzenden Baumstamm erschlagen. Vekonom Wein von Eobura fand man
erhängt vor. t Medizinalrath Dr. Hermann Döbner in Meiningen. Gemeindevorsteher und Gutsbesitzer Alwin Müller in Paditz hat sich entleibt. Der Heilkünstler Polster in Gera erhielt wegen fahrlässiger Tödtung eines Kindes 5 Monate Gefängniß. Gastwirth Prößdorf in Traupitz wurde beim Holzfällen erschlagen. HgnDsrmi!sdt. . f Dr. Julius Ereizenach in Darmstadt. Der Bauer Paneraz Limberger in Mariendorn stürzte in den Brunnen und ertrank. Für eine Sekundärbahn Osthofen Westhofen bewilligte die Gemeinde Westhofen 25.000 M. und die Gemeinde Osthofen soll 1,000 M. beitraaen. Der Bericht d es deutschen Hospitals" in New ?)oik ergiebt, daß im letzten Jahre 11) lu Kranke in demselben handelt wurden und daß der Andrang beständig im Wachsen ist. Das Vermögen der Anstalt betrug 223,735.24. Die Gesammteinnabmen während oes Jahres 1881 beliefen sich auf 92,714.. 02, die Ausgaben auf S91.K73.79. In der als Devil's Mill Hopper bekannten Höhle in Alahua, Fla , sind mächtige und werthvolle Lager von Phosphaten entdeckt worden. Das Gestein enthält aiber 57 Procent reines
Phosphat, 12 Procent mehr, als die dekannten Lag.:r in Süd Eaiolina ergeben. Hübsch erfunden ist folgendcr Scherz des D. Mont.-Vl.": Ein deutscher Kaufmann, der nach dem Kongo (soll wohl heißen Kamerun) rcifen wollte, ei suchte einen Hamburger Handelssürsten um einige Eirpfehlungcn nach dort und dieser sagte ihm'. Ich empfehle Ihnen Kaltblütigkeit und einen achtläusizen Nevolver." Der zung? ilKaim soll nci nicht abgereist sein. 'lHskM .MMA i.VtfW uoA. hl'? s, V5 vty , itfaÄä u m rj!!Fir? lxx WjS-s mI I M-s-Jb. miM mmn n m vm&Stfmmi -sgxs$mi i'61riE5fe! 11. ?''t- r-r.rrz. Vrf .,( ZU i fc tW imm ! ... 0 Vl 1? WbÄiDas beste Mittel gezen WemnatiSmus, Neißen im QtMt. liederreihkn. Fr,tteulrv. tcht. vesesckK. ttreuzwrh uud ßuftrnletden. Nückenschmerzen, LttpaA,ugen. Steifen HalS. etkckunnen. Brüb?. Frische LSundrnu. Echnitttonnde. Zahnschmerzen, (Zeschwollene Vrüste. Kopfwrh. Lrundwunökn, Slufk?esprnngknk ßönde. Gelenijchmkrzen, OhrenKeZ, und alle Cchcrzen. welche ein äußerliches Mittei benöthigen. Farmer und Viehzüchter sinden in dem Et. JakobZ Oel ein unübertreffliches Heilmittel gegen die ebrecken des LiehstandeS. Eine Flasche Ct. JakobS Oel kostet 50 Cent lMnf Flaschen für $2.00). Ist in jeher Apotheke n haben. Für $5.00 werden zwölf Flaschen frei nach ollen Thei ten der Ver. Staten versandt. Man edressire: Th Charles A. Vogeler Co., Baltimore, Maryland. Zyy KHesstee. Offen jeden Abend ! und OieußalZ, Asunerstag uvd Samstag ?I A T I N E K. Populäre intritt.Preise: Abends. Matinee. OrcheüerstüHl: 85 Cents. 2 ö Cent Parquctte 25 m 15 -m . Halterie ...15 0 12 Logc (Box) ....75 . 75 m Die Jndianapvliö Business Univorsity, einschliißlich Dr,vant& lratton Busmrtz Golicge ! Vo-mal und englifch? Frtbi!dunzschule. Jnsti tutfürCchönsHreiben un: Zeichnen, StenograrHie und andtl Zprzial-Scher. N'lterricht gründlich und gut. Aukkun t in Bezug auf Schulqeid u. f. ro., lrd gern ertheilt. Äin spr.se tn ci Ossis or. Adiesse: BUSINESS UNIVERSITY. Wien Block, yrgeuüber der Poft. Indianapolis, Ind. lZöfen und tP Argand Century' Aladdin Base-Burners. Nang S für alle Sorten Heizmaterial. Zimmer- und Kochöfen in großer Äaöwabl bei Inthtew öU w f f . (Senwett 62 Ost Washington Str.
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