Indiana Tribüne, Volume 8, Number 119, Indianapolis, Marion County, 16 January 1885 — Page 1

"k U -JUI-1 . - r-1 ' Vo--.-- w--i v- . i Ä.JMJl 1 öf KS Zfy teafa AVftrM, S . M ffiM) ti . r i ll i f i .v wy Jahrgang 8. Office: No. 12 OK Marhland Sttaße Nummer 119. Indianapolis, Jndkana Freitag, den I. Januar 1885.

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in dusn TpaKe foauii dieselbe Sicht St. schästtanzeigen sind und den Raum von drei Zeilen nicht überünzea, werden nt igeltl ich ausgenommen. DZeselien bleiben 3 Taze Sehn, kZaaea aber nndeschrZi't erneuert rotclm. tlr.,:ui.esi, Deläe diZ Mittags 1 übt abge. gebfn wtrbtn, finde ach am ieldigea Tage AilsSbaie. Vörl'?,?. ' Berlingt: Dt.-nstmzdchen erhalten gutt Stellen tltnh btnitintn ßuti Sdden ackgemiese, durch . Schmidt. 113 Srer Straße. 6UTt ein Voftt arte . da erlangt mtt ein gute ädchen für llge ms tut auar6cit in Lasch. S!ach)ufragn: 2?tf joifcSUbami Ztnlt. Zvj erlangt ei gute Zdchen. R. 36 oburn tt.ie. 1. erlangt ein lidck?n für Halbtt. ein Wischkn, kein ilge!. W N Jtnotlftr. 1) 'S, la nat: Ein gut Zkarmarbetter, n,kh tra ldt, der ?sryrlrath,t nnd ohn inder. ch,ufra grn tn No. e B,nnnt TtraZe, am S.mftaa, ,mttchen 10 und1?Udr Vorm. 17 Stellcgesuche. Sesvchl: Jii Stelle coi erntn Wann der mU Pferden umgchkn kan. her . 4ZZ Oft Odt ti-ße. . 31 sucht; Ein deutser Äann Inst ine Stell alt in t'vtm Hotel der Nefturant. ch,u frage la er O ftc d. Bit. J4 I8ja Besucht wird ein, S'.elle 90 einem netten detstn archen tn einer Familie, achzuskagen T.o. 197 Cranoc Strafe. 23j sucht: Stelle als Nachtwächter der ranken mütter. mvs'tzlungen an Hand. uirunft in der Office der Trtdüne." 7 I7U Zu vcrmiethen. Hu ermtethek: 4 Zimmer. Na. 276 UJfatl gtrate lSja u ermtetbe n: Silbkch möbltr cl Fk,ntimmer ür Hcrrev. o. HZ V:d JlltN0li Straße. Za Zu vermtethen: Haul a. 136 Uzabcth tr-. ntdaltend d Zi'mmer. $" per Monat, achzufragen bet . . ürgler. . TiS, Oft Washingtftr. da tmtethen: 2 , legante immer (nicht für chen) in Dr. Denke. Walter Bl2 . 26 O 'hington Strafe. 31 Ve'rknllfen. Verlauf er: iiuja'jet tnu 1-i6i ja, xpll Bit fiemt Der ?" ill ge dn,:d:n ttt Xz' 5 $i-;it, . 1 Ot Marn 5tv lai.tec . i7;J Zu verkaufen. gtt MtiuUn: Si , Lti!t,schi't mit guter und fdft ist tuen ÜcfchafUoeranderung tu utaufen n uch uixzgen öl OK üllushinztonftr. da L,er!ausn: SateihaUtn Zeitungen. 9!&d ie in der Office eer Iritslnt. öa arnberffer's berühmte Hüt?, Kappen, Pelzwaaren, Handschuhe und alle Artikel, welche man im Hutlager ttster Klasse sucht, kann man jetzt zu er rTiäßizten Preisen einkaufen. ltf Ost Wasbittgtonür. Lcih- und Spar - Verein HxmCMrf'r Lerem 5at jeden Freitag bend tn gred. ?!afemann' Lokal, 17 S. Jlliaoi Str. Vrs:slung. Ta apttal d? Ler,tn betrugt U'C! t 600 Tolhetten. CtntrUt 50 CPtJ. lhei! 5d Sent ,t Woche. 2io ÄrülaS laden in S.V.Seibelman. Präs. lde't ehrend,, ekr. Srederkkk Idoms, Schatzm.ssI Ze?p WheeV. t Osfcn jeden Abcud ! und 0!e.,üa ;. Zauerllag nad Samstag L T I IV W3 K. Populär Tintritti.Preist! Abend. Matinee. Orchewftähle SS Cent,, tt Cents Parquette . is ttN,ei, . 15 . 12 Loge (V05) ?S . 72 A LBX. 3IBTZÖER'S Odd Jellow Halle, 2. Stockwerk. Generkltsent der größten und sich: Feuei Versicherungs ' Gesellschasten 1. uad Vrtais on ekruadetgentijum. .,tn für all hfuiiitt und nainch lntea tn,i,hnn Erbschaften w llen Xtütn Deutsch. Und und der ,,. Äns'ttlgung on Vollmachten. ,sK, nan S aflitaUeB. (rfll.uai!onan und techfei 4 8 UiU tUT!P0i TtllS PAPER . 1 ...l.ln T? may be foun4 0 tii'k ii umju. k. - vmvn.1. M (JO'S JLw.narr AdTertlsln Bureau 10 Svxvo

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Neues yer Telegrapd. . - . . Wetttk ul ttt'tcn. W a s d i n g ' o a. D. C.. 16 Jzn Trübe?, kältere? Wetter, Nordalnd. u n t e r s u ch n g. ColumduS. 0, 16 Zin Der Senat passtrte edensall die im tzauie angenommene Resolution ein Limite ,ur Untersuchung der organe im Hsckmg Thal ;u ernennen. Unangenehm. London. 16. Jan. Eömund Gates. Redakteur der eWorld' muß die ihm wegen Beleibung deZ Lord LonZdale zu dlktirten vier Monate absitzen, da seine Appellation verworfen urde. Editoriettes. Von großem Interesse ist der Eisen bahnstrike in Fort Wayne. Wir vilrden unS nicht wundern, wenn derselbe größere Dimensionen annimmt. Die Situation ist insofern interessant, all Behörden und Gesellschaft in diesem Falle vollständig mzchtlo? sind. Der Legislatur liegt jetzt in Hoch lizenkgesetz und ein Vorschlag zur Berufung einer Constituante vor. Wenn die Vorschläge zur Sprache kommen, dürfte cl interessante Debatten geben. ES ist jedoch keine Aussicht vorhanden, daß einer der beiden Vorschläge angenommen wird. BiSmarck dringt mit oller Macht auf eine Erhöhung der Getreidezölle DaS wird ihm natürlich unter den Arbei tern der Städte keine Freunde machen, aber den Bauern und adeligen Gu'Sbe sttzern gefüllt es und da hat ÄlZmnck seinen Anhang. EZ ist i bei ix i3 gerade b Aah be; UNS besteht der Zwiesvalt mischen 3 di ttr un) Landvolk und der B iu-r ist der m cker i tze und ruck? h ,l'ch' vertrit'.

80 turn- niazt m lUen d nch warm und schö , kleide kinn, p oduz re i wir nicht zu viel, sondern zu !nig ff.el der; so lang ein einziger Mensch darfuß gehen muß, produziren wir nicht zu viel sondern zu wenig Schuhe; so lange nicht jeder Mensch in lustigen, hellen Zimmern wohnen und schlafen kann, bauen wir nicht zu viele, sondern zu wenig Häuser, so lange nicht jeder Mensch sich satt essen kann, erzeugen wir nicht zu diel, sondern zu wenig Nahrungsmittel. ES istWahn sinn heutzutage von Überproduktion zu reden. Der Fünfmilllonenkrach.in PittSZ bürg zeigt, daß nicht der Arbeiter allein. sondern auch die Fabrikanten unter dem heutigen System zu leiden haben. Frei lich ist der Unterschied, daß ein Fabrikant, der nicht zahlen kann, noch lange nicht so schlimm daran ist. wie ein beschäfiigungk loser Arbeiter, ja nicht einmU, wie ein Arbeiter, der Beschäftigung hat. ES wird wohl einmal der Welt klarwerden. daß unser gegenwärtige ProduklionSsy stem, das einen ökonomischen tt.ieg Aller gegen Alle bedeutet, auf die Dauer nicht befielen kann, und daß eS bester ist. bei Zeiten an eine Aenderung denken. a'S die große Sintfluth abzuwarten. Drähtnachrichten. Ein Bankhaus. N e w Y o r k. 15 Januar. DaS alte Bankhaus. John I. EiSco & Son. sJlo. 59 Wall Strake. machte heute ein Asstgn ment. Schuld daran sind Gerüchte, welche seit etwa zehn Tagen zirkalirten und welche dahin lauteten, dab die Firma stark in Houstcn und TeziS Central' bondS engagirt sei. welche BondS in der letzten Zeit stark fielen. Diese Gerüchte beeinflukten den Credit deS HauseS und die Depositoren zogen nach und nach ihr Geld zurück. Man glaubt jedoch, dab die Aktiv, mehr als hinreichend seien, um die sich aus eim zwei M'llo. nen belaufenden Berdindttchk.'iten zi decken. , , 5 Millionen Bankerott. PittS bürg. 15 Januar. Over BroS. und Phillips, die größte Eisen, flrma in der Stadt, haben ihre Z rhlun gen eingestellt. Die Aufregung ist in Folge dessen in der Stadt eine sehr grobe Die Attbindlichkeiten der Fira werden auf 5 Millionen eschädt. doch fkh'en nock genaue Anziden. E3 wird de hauptet, dab das Vermögen der Firma genüge, alle'S Hulden zu zahlen und dab eS sich blob um eine zeitweise ZzhlungS einflellung bandle. Die Firma bezahlte monatlich I200.000 di I250.000 Löoe auS und konnte dies nicht mehr auS halten. Die Lage in Fort Waune. Fort W a Y n e, IS. Januar. Die Situation ist noch unverändert dieseselbe.

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tn Der Welt in AUe Schnbe sind mit Preisen ausgezeichnetSS sind die Fabrikate folgender Firmen: C. (5. Burt Co. durtiS Sf Wbeeler Hougb Ford. gden ötz Markl y. Hale S5 Bocker. Lilly LkBraS.tt. Upbam Bros. W. E. PutNiiM Co. Lery öd Katzmann. 500 Paar Damen - 86.00 per Paar ES ist der Csmpagnie noch nicht gelun gen, auch nur einen einzigen Frachtzug zu befördern. Jn den HZ,d:n des City MarshallS besinden sich medrere Haftbefehle. Die Heizer baden heute Abend eine Versammlung, um über ihren allen fallstgen Anschlub an die Striker zu be rathen. Ledlere benuden eine Car all Hauptquartier uns eine als Gefänznib worin sie ihre betrunkenen College insperren. Die Eisenoahnbeamten verlan gen Schutz von dea Behörden, der Polt zeiches sagt fedoch. dab er gegen die grobe Zahl der Striker mit seinen 18 Mann nichts ausrichten könne, und dab er Nichts thun werde, wenn die Polizei Mannschaft, nicht auf 75 gebracht werde. Bo n S ou th B e n d. South Ben d, 15 Jln. Die Sitdtation dat sich insofern verändert. alS die Polcn bereit stni. j dt fücden ihnen angebotenen Lh r Mieder an die Arbeit zu geben ud sich d-e Lohnreduk tion voa Prozent gefallen zu lassen Der bisherige Lohn der Leute war $2 bis N 50 per Tag. Der Schaden, den die Leute in ihrer Zerstörungswut anerichiet giben, ist sehr bedeutend. Ji der Äieberei ruinlr tenste eine M:nge von Firmen und im Lagerraum zerstörten sie Hunderte von Pftügen, welche zur Adschickang bereit lagen. Bon den Fensterscheiden blieb kaum eine ganz. Die Feuer Slchoanich tungen wurden ebenfalls z:istö:t und im Ginzen ist der Schaden liel gröber, als man Anfangs vermuthete. (5oareß Washington. 15. Jan. Senat. Dr Senat war fast den ganzen Tag über in Er'cutivsitzung. Hau. Da HuS beschäftigte sich mi! der Mc Pherson FundirungSb ll. deren Zweck in der AuSgabe von lange laufenden BondS zu niedrigem ZinSfub besteht, um die Fortdauer der Nationalbanken zu er möglichen. Ohne irgend welchenBeschlnb zu fassen, vertagte sich daS HauS während der Debatte U"d man legt dieß in der Wirkung für Vcrwttsung der Bill awt. V.'r K lde! Der Marsch durch die Wüste London. 15. Jln. Der Corre spondent deS .Standard" schickt folgende Depesche von Homevitt: Die Schwierig, leiten deS Mirsches durch die Wüste sind ungeheuer. Um 2 Uhr Morgen findet der Aufbruch statt und der Marsch dauert den ganzen Tag. BtS jetzt sind wir nicht

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Da dieser Verkauf einet Anzahl ähnlichen Schleuderverkäuse vorangehen soll, so liegt U in unserem Interesse, die Preise so niedrig zu stellen, daß die-

ser Berkaus tit ahn sllr alle folgenden Verköuse ebnet. Man wird also die fitsten Fabrikate zu niedrigeren Preisen erhalten, als die sind, welche man gewöhnlich für mittelmäßige Waaren bezahlt, und das ist namentlich Ar Leute von Wichtigkeit, die sonst nie in der Lage waren, sich feinere Schuhe auzuschassen. Wir habe, um Baargeld zu erlange, die Preise so beschnitten wie nie zuvor.

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und Herren-Schuhe, aller Sorten, betragt, werden bei uns ausgelegt,

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Ao. S4L West viel vsm Feinde belästigt werden. Di? ttameele köaiea sechsig S:ui)en ohn Wass?r aushallen, die Mannschiften er halten blod 2 Pints tätlich. Dabei sieh' d,S WasZ:r. wie Ecbsensuppe auS und die Ss'daten bieten trotzdem oft einen Doll .r für einen Fingerhut voll. BiSmarck 'S Volkswirthschaft liche Weisheit. Berlin, 15. Jan. I Reichstag bemerkte dute BiSlnarck während der Besprechung einer Vorlage zum Schutze der Arbeiter, dab eS unmöglich sei, einen Norm ilarbeitStaq einzuführen, und dab die Löhne bei Einführung. eines kürzeren Arbeitstages sinken mübten. In jedem Ftlle aber sei die Einführung eine? NormalarbttkStageS nur dann möglich, wenn wir eine chinesische Mauer bauen, um die Einfuhr von Waren zu verhindern. Judenverfolgung. S L Petersburg. 15 Januar. I i Wilkomir fand gestern eine Juden hebe statt. Rekruten griffen die jüdischen Einwohner an. Einer wurde gelöstet. Polizei und Feuerwehr unterdrückten den Aufruhr. Zur Arbeiterbewegung. London. 15. Januar. In Bir mingham sand beute eine Versammlung von 5000 unbeschäftigten Arbiitern statt. Sie forderten in einer Resolution Beschäftigung von der Stadt. . zogen dann durch die Straben, hielten vor einer Bäcke.'el und riefen nach Brod. Einer stahl einen Laib Brod und wurde verhaktet. Man befürchtet Gemaltthä tigkeiten. Anarchistische. London. 15 Jan. Eine Depesche von Paris melder. dab ein Complolt der Anarchisten entdeckt worden fei. Es war beabsichtigt, mährend der ?cht die Was sen der Schüdengesellfchaft zu nehmen und die Revolution zu proklamiren edisssuaSritÄteo. Re w ?) or k, 15 Jan. .Wyoming" von Liverpool u. von Rotterdam. Auges.: .Leerdam' Marktpreise. tt 1 1 ,. 1 . 8 "c: o. 1 rtt), 09. X t n .2 ttft I c: ginnst. 36. Sas r o. cij 8 Je; jm!4i ;8:. 88 di. Xliu-ii.ift 6ttt 110 50. c$ inten 10 j in. e4illiin .. Speck be. . Seil a -d.k. SHtskt,maI , d. hl- Famtl, U.; Hatte 13 90 t W. riioi.!y-.uü. t c r ; m 6ti 25c. 6 1 1 t ttttancrti Jj 2Sc; au 15 vo unlif ldi. H2hnr 6e ?er Pfund ,t,ss,t4o SO re, Bush.

reisen. Aas ist die größte Preisreduktwn der Schleuder-Verkaust verzeichntt würde.

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dem großen WchleuderMsMuf im

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WasHington Straße, Ao.

fQom Auslande. : Mit Vezugauf dieangeb lichen türkischen Gräuelthaten in Mcedonien hat Sir Henry Lavard, vormals britische? Botschafter in Constantinopel, an die London Times" eine Zuschrift gerichtet, worin er unter Anderepr sagt : Das Publicum sollte auf seiner Hut sein gegen die nach England übermittelten übertriebenen und nicht selten gänzlich salschen Berichte über gegen die Christen m Macedonien verübten Gräueltha ten", die, wie jeder Grund für die An nähme vorhanden ist,' von panslavistischen Agenten herrühren und den Zweck haben, einen Bürgerkrieg und eine fremd ländifche Intervention in diesem Theile des Reiches herbeizuführen. Die von Herrn de Laveleye in seinem Briefe an ein Londoner Abendblatt enthaltene Angäbe, daß zwei Dörfer Papratichta und Oreche, geplündert und zerstört und fünfzig Personen, Männer, Frauen und Kinder,- niedergemetzelt worden find, sei falsch. In diesen Dörfern seien nur sechs Personen verwundet wor den, von denen eine später gestorben ist. Die Dorfbewohner selber, die nach Salonichi kamen, um von den. türki schen Behörden Schutz und Nedreß zu erflehen, gaben diese Anzahl in einer Bittschrift an, die sie den fremdlan dischen Consuln überreichten. . Unord nungen haben jüngst im Norden von Maccedonien stattgefunden, Hauptsache lich in den Bezirken unweit der bulgarischen und. ostrumelischen t Grenze, und zwar wuroen oicseoen, wie gurer unnu zu glauben vorhanden sei, von panflavistischen Agenten angezettelt." Wie sich die WirnerAörse trotz der neuesten Vorgänge amüsirt, ersehen wir aus folgender Schilderung des 3!euen Wiener Tazbl.": Aus unserer Börse ist trotz der bedenklichen Schwankungen, welche m Folge der gro ßen Defraudationen eingetreten sind, der Humor (!) nicht ausgeporben. Das Tippen", Hutantreiben und Aewerfen mit Papierschnitzeln ist noch immer en vogue, und ein Börseneaner ganz besonders ängstlicher .Natur, Herr R , hat noch ärgere Dinge als das Tippen" zu erdulden, da er den Börse besuchern vorzüglich dazu geeignet erscheint, ordentlich aufzusitzen. Jüngst nun wollte er schier sterben vor Schreck, als. ihm die rechte Hand verbrennen und die linke erfrieren wollte, als er sie in die Taschen seines Rockes steckte. In die rechte Rock rasche hatten sie ihm glühend heiße, frisch gebratene Erdäpfel und in die linke mehrere Eisstücke gegeben. Die . letzterenwurden zu diesem Zwecke eigens aus einem Gastbause geholt. Der arme Mann war vollkommen konsternirt und wußte sich diese italienischeyide und die sibirische .Kälte in seinen zwei Rocktaschen nicht zu erklären. . Endlich kam er aber doch zu sich und nun warf er die Erdäpfel und die Eisstücke einem Börseaner ins Gksicht,. wachen er im Verdacht

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deren wirklicher Preis van 83.00 bis und zu 81.50 plr Paar losgeschlagen.

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ihm diesen Schabernack gespielt zu l)aden. Dieser stand aber den verzauberten Rockraschen vollkommen ferne, und erbost gab er Herrn R...... einen Schlag, welcher in der Vörsensprache ein Patsch" geheißen wird. Selbstverständlich blieb dieser nicht ohne Entgegnung, und so werden die zwei Rocktaschen den Gegenstand einer Klage vor dem Bezirksgericht te bilden. Der Bischof Peter Jo. sephBlum vonLimburg ist am 26. Dcc. gesterben. Er wurde geboren am 13. April 1L03 als Sohn eines Schuhmachers in Geisenheim am Rhein. Er erreichte also ein Alter von 76 Jabren. Am 17. Mai 1332 wurde er als Priester ordinirt, und schon am 2. October 1342 zum Bischof der Diöcese Limburg geweiht. In den Jahren 1353 und 1854 gerieth er in Conslict mit der herzoglich nassauischen Regierung, deren damaliges 'liberales Ministerium auch seinen Culturkampf" mit der römischen Curie hatte. Der Conflict wurde aber bald wieder beigelegt. Nach der Annexion Nassaus nahm Bischof Blum gegen die preußische Regierung eine sehr freundliche Haltung ein, bis der preußische Culturkampf auch hierin eine Wandlung schaffte. Bischof Blum ging 1874 in's Exil auf das dem Fürsten Löwenstein gehörige Schloß Heid in Böhmen, woselbst er 1882 sein fünf, zigjähriges Priesterjubiläum feierte. Erst am 16. December 1833 kehrte er nach Limburg zurück, ohne die Freude zu haben, seine hochbetagte Schwester wieder zu sehen, die kurz vor seiner Rückkehr in Geisenheim verstorben war. Er selbst war bereits außerordentlich gebrechlich geworden und fast erblindet. Vor eini gen Wochen erhielt er die Sterbesakramente, da man seine Auflösung täglich erwarten konnte. Er war ein außerordentlich milder und humaner Priester. Auf der Station Wannc in Westfalen ereignete sich unlängst ein Bahnunfall, der in seinen Folgen nicht geradezu erheblich, aber einen Ausgang hätte nehmen können, wie er noch niemals dagewesen. Ein ausfahrender Dy-namit-Ertrazug stieß nämlich auf einen ebenfalls ausfahrenden Güterzuh. Ersterer hatte außer den vorgeschriebenen Schutzwagen vier volle Waggons Dynamit. Wäre der Unfall umgekehrt geschehen, d. h. der Güterzug dem Dynamitzuge in die Flanke gefahren, dann würde wohl die Station Wanne mit ihrer gesammten Umgebung vom Erdboden verschwunden sein. Wie festgestellt werden konnte und durch den Verwaltungsrath des Giro- und Kassenvereins auch bestätigt wird, erreicht der durch den Bureau vorstand dieser Anstalt, Johann Lukas, unterschlagene Betrag die Höhe von 90,, 000 fl. Lukas. der sich bekanntlich durch einen Revolverschuß in den Kopf auf dem Bahnhöfe zu Amstetten den Tod gegeben. hat keine Mitschuldigen. - Die .Andeutungen, welche die zurückgelassenen Pa viere, de? . SelbstmhrdnS. rntbultm .und

die jemals

Alle Schube sind mit Preisen ausgezeichnet. Schleuder-Preise ! Unsere 83.S0 geknöpfte Damen - Stib - Schube zn 81.73. UnsereSS.SÄldschube zuSl.ttö. Unsere '5.00 Herren&iMei ;u83 3tt. Unfere8Ä 30 geknöpfte Herrenstiesel zu S3.0. Citronat, Orangeat, Mandeln, Feigen, Rosinen, Corinthen, Prünellcn. Franz. und türk. Pflaumen, überhaupt getrocknete und eingemachte Iruchie a llor JV. f t in den iekannten Läden den fcPfcefflia, "THE G110CER tvelche geeignet waren, einen seiner Verwandten, einen Kassenbeamten des Giro und Kassenvereins, zu verdächtigen, ha ben sich als grundlose Anschuldigungen herausgestellt. Joh. LukaS und Eduard Baldey sind die allein Schuldigen; Beide defraudirten, ohne mit einander in Ver bindung. beziehungsweise im Einver standnisse zu sein, auf eigene Faust so beträchtliche Summen. Baldey, welchem Lukas subordinirt war, unterließ es, sei nen Untergeordneten controliren, weil er es vermuthlich geahnt hatte, daß Letz terer Kenntniß von seinen, Baldey's, Incorrecthciten habe. Da er nicht contro lirt wurde, hatte Lukas freie Hand, und nur diese beiderseitigen groben Pflicht Verletzungen machten hauptsächlich den Unterschleif möglich. LukaS hat, wie schon erwähnt, Depots von Eomm-tten ten, die diese ihm persönlich anvertraut batten, angegriffen und das Geld durch Börsen-Speculationen eingebüßt. In seinem "Nachlasse fanden sich auch genaue Aufzeichnungen über die Höhe deS Scha dens, scwie über die Namen der Beschä digten vor. In einem der zurückgelasse nen Briefe beklagte er tief, daß er sieh dem Laster des Börsenspieles" in die Arme geworfen habe. LukaS war be reits vor zwei Jahren dem Ruine durch die Leidenschaft des Börsenspieles nahe, damals halfen ihm aber Verwandte, die ihm einezVetrag von 16,000 fl. vorstreckten, aus der Verlegenheit.

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