Indiana Tribüne, Volume 8, Number 81, Indianapolis, Marion County, 8 December 1884 — Page 2

Zndmzltt Hribüne.

Er sch ein FSgttch, Wöchentlich n. sonntags. fc?: 120 Ö Marylandgr. flutaglie Tndttne- koftet durch den Träger 1Z tvti xer lösche, die SöNn:gZ,Tndün-K itntl rei iZat. eid zusammen 15 Eent. Per V? IJftctt in 2craaJ5i5Iunj 6 per 85x. Indianapolis, Ind., 8 Dezember 1834. cr neue See. Vel'crÄizncll's Entdeckung des großen Mistassini, dessen Größe nach der Muth maßunz des Cntdeöcrs dem Umfange ds Oberen SceZ nicht nachsteht, hat sich jetzt auch Prof. Carl Linden .in Buffalo, 9i. I., ausgesprochen, ,er Naturfreund, den seine haiW'-lund ausgedehntenJagdzüge höhcrhina'uf in den amtz'xh nischen Roroosten geführt haben. als irgend einen anderen mit röisienschaftlicher Bildung ausgestatteten Weißen.' Den, wie es uns bedünkt, ziemlich vor lauten Zweifeln gsgenübcr, welche gegen Aignell'S (Entdeckung zeltend gemacht worden sind, erklärt Herr Linden, daß das Vorhandensein eines gewaltigen Binnensee oder-einer' großen Anzahl derartiger Gewässer in-jenem unbekann ten Gebiete für ihn außer aller Frage sei,' daß aber zur .Beantwortung der Frage ob Herr Brignell einen Lee oder einen von viclenSeen entdeck: habe, noch weitere Forschungen erforderlich seien. Den letzteren stellen sich ganz ungeahnte und unsäglich schwer zuüberwindendeschwie rigkcitcn in den Weg. t Der bisher schon bekannte Mistassint liegt nach Ausweis der Karten nördlich von den Zuflüssen des Saquenay, der sich ungefähr hundert Meilen von Quebec in den St. Lawrence ergießt. Linden ist wiederholt den letzteren entlang bis zum Flusse Mingan vorgedrungen. Nördlich von diesem kann man sich nur mittels der Art einen Pfad in die Wildniß bah nen. Wiederholt haben Wald brande jenes Land verheert die gegenwärtigen Nadelholbestände erheben sich kaum über Manneshohe, die zähen Stämmchcn sie hen aber so dicht aneinander, daß eben nur die Art das Eindringen möglich macht. Im Laufe, der Zeit werden die stärksten Gramme auf Kosten der schwä cheren weiterwachscn, ehe aber auf diese Weise ein gewöhnlicher, aus ökadelholz bestehender Urwalo entstanden ist, müs sen Jahrzehnte vergehen. Im Sommer erschweren auch noch kleine schwarze Stechfliegen .unendlich viel lästiger und selbst gefahrlicher, als die blutgierigsten Mosquitos, den Aufenthalt in dieser un wirthlichen Geg:nd. An der Mündung des Mingan besin det sich, wie an den Mündungen der mei sten dortigen Flüsse, eine Handelsniederlassunz der Hudsonbai Pel'.compaznie, die aus dem Hause mit den Wohnungen der Beamten, der Niederlage für die Zelle und dem Speicher mit den als Tausch miltel verwendeten Waaren, so wie aus einer jetzt schnell verfallenden, ursprünglich für die Indianer bestimm tenMlssionskirche besteht. Dorthin kom men in jedem Mai Banden der Montag naiS-Jndiancr, der einzigen und zwar spärlichen Bewohner jenes ausgedehnten Landstrichs. Sie bringen die in Fellen bestehende Beute des Winters herbei und vertauschen. dieselbe nach langem Feil schen gegen Munition, Netze, Fallen, Decken und Nahrungsmittel für den be vorstehenden Winter. Die Compagnie versteht es so gut, wie jcdeS andere Mo nopol, die Leute, welche sie für sich ar' beiten läßt, nicht nur auszubeuten, son dern auch noch zu beschwindeln. Die Indianer halten sich bis in den Juli hinein in der Umgebung der Station auf. Wahrend dieser Zeit brauchen sie nur die Hand auszustrecken, um sich mit einem Ueberflusse deö schmackhaftesten Geflügels und der besten Fische zu der sehen, unb.ji? greifen daher die von der Compagnie erworbenen Mundvorräthe nicht an. Jene Indianer . sind mürrische, der schlonene, denk- und' sprachfaule Wilde, verstehen weder englisch noch franzosisch, sondern nur ihren eigenen Dialekt, und auch der oberflächlichste Verkehr mit ihnen kann daher nur durch Vermittelung derjenigen Beamten der Compagnie statt finden, welche der Sprache der Indianer einigermaßen mächtig sind. Letztere haben die Schweig'amkeit der Indianer, die an sich durch kleine Geschenke schon überwunden werden könnte, dadurch in völlige Verschloffenheit verwandelt, daß sie die Wilden überzeugt haben, in dem Augenblicke, in welchem die Weißen et was über das Land der Indianer erführen, würden sie in das ' letztere vordrin gen und die Jagd auf die Pelzthiere an sich reißen. o ist es erklärlich, daß Herr Linden über das in Frage kom mende Gebiet nicht mehr ermitteln konnte, als dan dasselbe 'eme sumpfige Niederung mit vielen großen und kleinen Tümpeln .sei. Cr glaubt hieraus darauf schließen zu müssen, daß Herr Vignell einen immerhin großen See von vielen ähnlia'en Seen entdeckt hat, und nicht eine zusammenhängende Waer fläche von der ungefähren Größe des Superior. Indessen bezeichnet derselbe das wenige, was er von den Beamten und den Indianern erfahren hat, als un zuverlässig.' Herr Linden schätzt die Breite des un bekannten Land gürte ls zwischen dem St. John, einem oberhalb des Mingan gelegenen Nebenfluß des St. Lawrence und der bekannten Küste des Oceans auf hochstens 250 Meilen ; sicherlich kann nicht dieses ganze Land, kann nicht einmal die Hälfte desselben aus einem einzigen Wasserbecken bestehen und auch aus die sem Grunde ist es wahrscheinlicher, dah Bignell einen von mehreren Seen ent deckt hat. - Daß in das Land'nvrdlich von dern St. John noch keine gr:t ausgerüstete Cx, pedition unternommen worden ist, kann nach Ansicht einer Autorität, wie Prof. Linden, nicht überiaschen. Das UN wirthliche Land, aus dem die Halbinsel Labrador bis wenige Meilen von der See-, fusie bestebt, ist auch den Vewobnern fccr

letzteren völlig unbekannt und w:rd yocyjt wahrscheinlich nur für den alle Schwierigkeitcn und Hindernisse überwindenden'. Forscher von wirklichem Interesse fein,j der sich dem Studium der Wandervögel,' besonders der wandernden Wasservögcl, mit ganz besonderer Vorliebe widmet.! Uebrigens giebt es in den Vcr. Staaten Gebiete, die weit leichter zugänglich irnb( voraussichtlich weit wichtiger sind, die aber, entweder noch nicht, oder erst seit Kurzem' erforscht worden sind. Ist es doch nicht viel länger als ein Jahr her, das; der ritterliche Schwatka den ?)ukan in Alaska hinabgefahren ist, der doch einer der größten Ströme Amerikas' ist. Dort jtehen zuversichtlich noch große Entdeckunzen bevor, in Labrador ist voraussichtlich nicht viel zu holen und dasselbe ist viel schwerer zugänglich. Das Land des Fellowstone ist ebenfalls erst seit einigcn Jahren bekannt und der größte Theil von Alaska noch heute völlig unbekannt. Wenn irgend ein Land noch auf lange Zeit hinaus Aussicht hat, unerforscht zu bleiben, so ist es das Innere von Labra dor : seine wilden Bewohner hüten es argwöhnisch vor weißen Besuchern, der Geschäftsmann glaubt nicht, daß dort .Geld zu machen" ist, der Mann der Wissenschaft ist nur selten mit reichen Mitteln ausgestattet und .die Negierung hat kein oder wenigstens kein zwingendes Jnteresie daran, eine kostspielige, schwie rige und gefährliche Erpedition auszu rüsten. Dr Giftbecher an den Lippen. In Goshen,Ä. I., wurde kürzlich die Tochter einer der angesehensten Familien des Staates zum zweiten MaU ehelich verbunden, die in ihrer ersten Ehe einem furchtbaren Tcde nur wie durch ein Wunder entgangen ist. Sie hatte in ihrem 16. Lebensjahre, während sie bei einer in der Stadt N'ew Iork verheiratheten Schwester zu Besuch war, sich mit einem hübschen jungen Kaufmanne heimlich verlobt. Dem letzteren gelang es, das junge Ding auch zur Eingehung einer heimlichen Ehe zu bcwegen und das junge Paar wußte es einzurichten, daß es häusige Zusammenkünfte hatte. Als die Umstände zur Veröffentlichung der eingegangenen Verbindung drängten, schrieb die im Hause der Eltern lebende junge Frau dies ihrem Gatten nach New Z)ork und erhielt schnell die Antwort, daß es ihm gelungen sei, eine gut bezahlte Stelle zu erhalten und daß er bereits eine reizende Wohnung für sie beide cingerichtet habe. Freudig erregt folgte die Frau dem Rathe ihres Gatten, verließ das elterliche Haus, zunächst unter dem Vor-

wände, sie wolle ihre Schwester in New 1 yczl besuchen, und trat mit dem Gatten in Paterson zusammen. Beide überachteten dort in einem Hotel. Am Abend hatte der Mann zwei Gläser Ale aus das Zimmer bestellt, nahm solche dem Kellner, der sie brachte, aus der Hand, und der Frau siel es auf, daß er ihr kurze Zeit den Rücken zukehrte, ehe er ihr das Bier brachte. Auf unser Glück !" sagte der Mann, und wollte gegen das Glas der Gattin anstoßen, als dieser zufällig das Glas entfiel. . Allein trinke ich auch nicht" sagte der Mann und goß sein Glas aus. Am Morgen stand die Frau zuerst auf und sah unter dem Stuhle, über dem der Rock des Gatten hing, ein Fläschchen mit der Ausschrift Gift !" liegen. Die Vermuthung, die sie am Abende zuvor als unwürdig von sich gewiesen hatte, kehrte verstärkt zurück, sie weckte den Gatten und dieser bekannte in der erstenVerwirrung, daß er sie und sich habe vergiften wollen. Er habe keine Stelle, auch nicht die min beste Aussicht, eine solche zu erhalten, könne aber den Gedanken nicht ertragen, daß sie ihn verlassen und später wahr scheinlich mit einem anderen Mamu glücklich leb.n werde. Als Beweis für die Wahrheit seiner Angaben überreichte er der Gattin einen an seinen Bruder adressirten Brief, in welchem er seinen Vorsatz und die Art der Ausführung des selben ausführlich geschildert hatte. Lluf diesen Brief hin wurde die Frau, nach dem sie eines Knäbleins genesen war, das bald wieder staub, leicht geschieden. Jetzt hat sie sich mit einem Ehrenmanne verbunden, der natürlich von den Jugend erfahrungen der von ihm Geliebten vor her in Kenntniß gesetzt worden ist. ' Die Greuel der Chinesen. Mit einem grausamen, wilden Feinde haben es die Franzosen gegenwärtig zu thun und täglich laufen Nachrichten über schreckliche Aketzeleien ein, welche die Chi nesen und Tonkinesen an wehrlosen Weißen, Weibern, Kindern, Missionären und Greisen verüben. Die gräßlichsten Greuelthaten der Tonkinesen werden aus Hai-Dschu Ong gemeldet. Eine Anzahl von Matrosen und Marine-Jnfanterie, unter dem Commando des Obersten Aresnial, versuchte es, diese Stadt, welche von zahlreichen feindlichen Banden besetzt war und von diesen vertheidigt wurde, zu nehmen. Den Franzosen gelang dies nach kurzem, heißen Kampfe und sie drangen mit Sturm in die Cidadelle. Als die Soldaten in dem inneren Hofe angelangt waren, blieben sie festgebannt vor Schrecken stehen. Ein greulicher Anblick bot sich ihrem Auge. Ihnen gegenüber, zu beiden Seiten der niedrigen Thüre einer dem Gotte Buddah geweihtenPagode, hingen inNetzcn undstricken, welche durch Haken an der Mauer befestigt waren, verweste menschliche Leichen, welche einen betäubenden Geruch verbreiteten. Tausende von Raben um schwirten krächzend die Pagode und Hunderte saßen auf den Leichen und hackten ihre spitzen Schnäbel in das faulende Fleisch. Die Franzosen hatten Mühe, diese Raubvögel zu verjagen, und aus den Resten von Uniformstücken,welche die Körper bedeckten,erkannten sie die Leichen als die eines jungen Unter-Lieutenants der Marine-Jnfanterie, zweier Soldaten derselben Waffe, zweier Matrosen und zweier Tirailleurs. Die Unglücklichen waren von Tonkinesen vierzehn Tage früher in der Nähe gefangen worden. Die Gefangenen wurden in die Stadt geführt und dort von den Mandarinen nur schrecklichsten Strafe, der Pfählung", verurtheilt. - Man band ihnen die Füße an der Brust fest, wobei natürlich die Glieder gebrochen wurden. Hieraus wurden die Hände nach rückwärts gebun den und ein Bambustock zwiKen die

Beine gesteckt, um den Körper vollkommen unbeweglich zu machen. Dann wurde der so gefesselte arme Sünder in die Höhe zogen und mit einem Ruck siel er auf einen spitzen in die Erde eingerammten Vfahl, der durch den Körper drang. Glücklich Derjenige, der sofort todt war, aber viele der Gemarterten trugen nur schwere Wunden davon und lebten noch mehrere Stunden, einige noch einen ganzen Tag Zu Tode verwundet, blieben sie dann an der Pazodenmaucr im sengenden Sonnenbrände hängen und gingen elend zu Grunde.

Hilfe für Alle. d'm Dr. Michael Cahill in New Kork glaubt, daß der Tag nahe bevorstehe, von dem Petrus in seiner zweiten Epistel schreibt: Der Tag wird kommen als ein Dieb in der Nacht, da die Himmel zergehen werden mit großem Krachen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen und die Erde und die Werke, die 'darinnen sind, verbrennen." Der gute Doktor glaubt im Stande zu sein, das.Hereittbrechen dieses ungemüthlichen Tages durch seine Erfindung hinauszuschieben, und hat einerseits um Patentschutz für solche nachgesucht, andererseits dem Etadtrathe von ökew Aork in einem Schreiben mitgetheilt, daß die Erfindung darin bestehe, der Atmosphäre daö reinste We.sser in beliebigen Mengen zu entzie)en. Gleichzeitig verlangt er lumpige 130,000 für die Errichtung einer Anstalt, welche bei kaum nominellem Betriebsaufn'a'.ide die Stadt mit 60,000,000 Gallonen Waffe? täglich versorgen soll. Der Doktor verlangt aber nicht, daß ihm die 30,000 in's Blaue hinein ar.vcrtraut werden sollen, sondern, bittet um Ernennung Sachverständiger zur Prüfung seines Planes und setzt nur voraas, daß dieselben Elementar-Physik studirt haben. Die neue Erfindung kann selbstverständlich nicht nur in New Iork, sondern in allen Städten der Welt ausgebeutet werden und wird dieselben nicht nur mit billigstem und bestem Wasser versorgen, sondern auch daturch, daß sie der At mvsphäre so beträchtliche Maffen Feuchtigkeit entzieht, den Weltuntergang aufhalten. Wir sind neugierig, wie sich zu nächst New York's Stadtväter dieser wichtigsten aller Ersindungen gegenüber Verhalten werden. Wer hat'ö Vier umg'schutt't. Eine Frage, die von den Deutschen Oesterreichs vielfach erörtert wird, die Frage einer staatsrechtlichen Allianz zwischen Deutschland und Oesterreich, bildete das interessanteste Thema, das in den verflossenen Tagen die öffentliche A!einung in Oesterreich beschäftigte, und die Frage, meint ein Berliner Blatt, hätte gewiß in ähnlichem Maße die öffentliche Akeinung in Deutschland erregt, wäre nicht das Jntereffe an der Wahlbewegung das allein vorherrschende gewesen. Andrassr), der frühere österreichische Staatsminister, der über die Sache genau Bescheid weiß, erklärte bekanntlich den Delegationen, Fürst Vismarck habe im Jahre 1879 die Anregung gegeben, einen staatsrechtlichen Verband zwischen Deutschland und Oesterreich zu schließen, der den beiderseits gen Parlamenten zur Genchmigung vorzulegen wäre. Andrassy ging damals auf Bismarck's große Anregung nicht ein, man ließ sie Oesterreichischerseits fallen. Es wurden viele Vermuthungcn darüber aufgestellt, warum man Bismarck's Idee in den tnaßgebenden Kreisen Oesterreichs nicht aufnahm , die wahrscheinlichste und im Gang der Verhältnisse begründete Erklärung ist die : eine derartige staatsrechtliche Allianz wurde von der Krone bis zu den im österreichischen Parlamente heute herrschenden slavischen Machtfactoren berab als unzweckmäßig angesehen. Die Deutschen in Oesterreich aber sind es allein, die in einer staatsrechtlichen Verbindung mit Deutschland ein heißersehntes Ideal erblicken. Czech.en, Polen und Slovenen sind offene Gegner einer derartigen Vcrbindung, und die Magyaren sind es trotz allen süßsauren Gebahrens heimlich. Es wäre bei der gegenwärtigen Zusammensetzung der österreichischen Parlamente also der Staatsvcrtrag zwischen Deutschland Oesterreich vielleicht abgelehnt worden und für Oesterreich hätten die ernsteConsequenzen daraus entstehen können. Die deutschfeindlichen Stimmen geben den deutlichsten Beleg für diese Anschauung. Angesichts der unverhüllten Sprache der slavischen Presse ist cs wohl klar, wer Freund, wer Gegner des Deutsch-Oesterrcichischen Bündnisses ist. Die Nordd. Allg. Ztg." aber thut dem Grafen Taaffe den Gefallen, gerade die De ut sch Ocsterreicher als diejenigen zu bezeichnen, welche daö Bier umg'schutt't haben. ' Industrielle Theilhaberschaft. In scharfem Gegensatze zu den großartigen Erfolgen, welche die Cooperation in England auf dem Gebiete des H andels zu verzeichnen hat, stehen ihre Mißerfolge aus dem Gebiete der Production. .Die directen und indirec ten, Kunden der Consumvcreine 'zählen nach Millionen. Hingegen giebt es nur Vier Productionsgesellschaften, mit einer Mitgliedschaft von ,263 Köpfen. Durch diese Vereine wird natürlich nicht der ge.ringste Einfluß auf die Arbeiterverhältnisse ausgeübt. Und doch ist es gerade das große Problem der Gegenwart, das System der .Gütererzeugung so einzurich ten, daß die Vortheile der modernen Erfindungen und Verbesscruugen den Ar beitern ebenso wohl zu Gute kommen als den Capitalisten. Inder Fortnightly Review" empfiehlt öerr Charles Waring zur Lösung dieser Frage die Einführung der sogenannten industriellen Theilhaberschast, die in beschränktem Maße und mit verschiedentli chen Abweichungen der Einzelnheiten von einander schon ziemlich oft versucht worden ist. Waring beschreibt seinen Plan folgendermaßen : Der Capitalist hmterlegt eine festgesetzte Geldsumme für das Geschäft, zu dessen verantwortlichem und thatsächlichem Leiter er gemacht wird. Als Nathgeber stehen ihm mehrere Arbeiter zur Seite,. die von ihren Genossen ausgewählt werden. Sämmtlichen rn-

beitern müssen Subjistenzlöhne" gezahlt werden, gleichviel vb das Geschäft mit Gewinn oder Verlust arbeitet, d. h. also Löhne, die gerade zur Erhaltung des Arbeiters und seiner Familie genügen, aber niedriger sind, als die in demselben Geschäftszweige allgemein üblichen. Stellt sich am Ende des Geschäftsjahres ein Verlust heraus, so tvird derselbe dem eingezahlten Capitale abgeschrieben. Der Capitalist trägt somit seinen Antheil an dem Verluste, während derzenige der Arbeiter eben darin besteht, daß sie niedrigere Löhne empfangen haben, als andere Arbeiter desselben Gewerbes. Ist dagcgen ein Gewinn erzielt worden, so geht zunächst ein Theil desselben in einen Fond zur Altersversicherung der Arbeiter und ihrer Frauen, ein anderer Theil in einen Reservefond zur Versicherung ge gen Handelsverluste. Der übrig bleibende Prosit wird dann nach einem vorher festgestellten Verhältnisse unter den Capitalisten, die Buchhalter und die Ar beiter vertheilt. Letztere erhalten somit eine Nachzahlung zu ihren Subsistenz lohnen. - Wärde dieses System allgemein eingeführt werden, so würde vor allen Dingen die fieberhafte Speculation aufhören, jener übertriebene Wettkampf, der nicht die Besiegung, sondern die völlige Vernichtung des Mitbewerbers zum Ge genstande hat. Es würde somit gleichmäßiger producirt, während heute bald überhastig, bald gar nicht gearbeitet wird und von Zeit zu Zeit jene entsetzlichen Stockungen eintreten, die ganze Heere von Arbeitern der Beschäftigung berauben und zu Landstreichern machen. Der größte Uebelstand, der dem gegenwältigen Produktionssystem äußerlich anhaftet, wäre also nahezu gänzlich beseitigt, ganz abgesehen davon, daß der Capitalist seine Arbeiter nie ausbeuten könnte. Doch der Ausführung des Pla nes stellen sich nahezu unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen. Die Capitalisten finden allezeit Arbeiter genug, die einem augenblicklichen Vortheil die günstigsten Aussichten für die Zukunft opfern. Auch sind die Arbeiter gewöhnlich mißtrauisch, wenn es sich um die Buchführung bei Geschäften handelt, an denen sie selbst interessirt ' sind. Die Hauptsache aber ist, daß sie noch nicht gehörig organisirt sind, um das Capital zwingen zu können, sie zur Theilhaberschaft heranzuziehen. Vom Inlande. . In Philadelphia haben 11 Schuhfabrikanten'Firmen den Lohntarif, welchen die Schuhmacher-Assembly" der KnightS of Labor" unterbreitet, und welcher ein Jahr lang in Kraft bleiben soll, unterzeichnet. . In Nanticoke bei Wilkes bcre, Pa., hat sich der Boden üebr der Mine No. 4 der Susquehanna Coal Co. gesenkt, wodurch unter den Bewohnern der Häuser, welche auf dem fünf Meilen umfassenden gefährlichen Flächenraum stehen, große Aufregung verursacht wurde. Trotz aller Vorsichtsmaßregeln, indem man in der Attne die Decke stützt, senkt sich der Boden stetig. In Winthrop, Me., lebt ein 80jähriger Farmer, der noch nie einen Eisenbahnzug gesehen oder den Psiff einer Locomotive gehört hat. Diesem Weiße, übertrifft noch jenen ??eger i:n Süden, der kürzlich daS erste Wort von Lincoln'S Emancipations-Proclamation vernahm. Sun Fong Low in San Iran cisco hat ein neues chinesisches Nestau rant etablirt, dessen innere Ausstattung 520,000 gekostet hat. Unter d iesen Umständen wird wahrscheinlich auch die Speisekarte nicht an chinesische Genüg samkeit erinnern. Der Director des Zuchthau ses im östlichen Pennsylvanien hat schon vor.längerer Zeit aus seinen Mitteln, sowie den Beiträgen von Freunden und von wohlhabenden Verwandten der Gcfangenen musikalische Instrumente 'angcschafft und unter die Insassen der Anstalt nach deren Neigung vertheilt. Dieselben üben sich in den Freistunden auf den In strumenten und ertheilen sich gegenseitig Unterricht und Unterweisung. Die Einrichtung wirkt auf die Stimmung und das Betragen der Gefangenen äußerst vortheilhaft. - Inder U. mgegend der Ort schaft Flatbush, Long Island, ist die Schweine Cholera ausgebrochen undZfcrdert täglich im Durchschnitt 00 Opfer. Es werden durchgängig nur vollständig ausgewachsene Thiere, welche beinahe schlachtreis" sind, von der Seuche ergrissen und eine große Anzahl von armen Leuten, welche durch die Schweinezucht ihren kargen Lebensunterhalt gewinnen, sind durch den Verlust ihrer Thiere empsindlich geschädigt worden. Einem Verichte des Sanitätscommiffärs William Mills von Flatbush zufolge sind bis jet' ungefähr 300 Schweine der Epidemie' zum Opfer gefallen. Das Schlimmste ist jedoch, daß, wie aus dem Bericht des Herrn MillS ferner hervorgeht, mehrere Arooklyner und New Aorker Fleischer die Kadaver der Schweine aufkaufen und das Fleisch verkaufen. Der Lrocklyncr Sanitatscommiffär wiro die Sache ein-' gehend untersuchen. ' Dieser Tage früh gegen 3 Uhr wurde der Verwalter des Eountygefängnisses in Jersey City, N. I., durch laute 3!ufe in der Halle des Gefängniffes aus dem Schlafe geweckt. Er bewaffnete sich rasch und eilte der Richtung der Rufe nach. In dem Gange des obersten Stockes fand er den Nachtwächter Michael Fitzpatrick bemüht, eine nach Bade zimmer führende ' Gittterthüre, deren Schloß' verstopft worden war, zu off nen. Endlich wurde die Thüre aufgesprengt, und als Joyce nach dem Bade zimmer eilte, trat ihm Edward Condict, welcher seine Verhandlung auf die Anklage der Checkfälschung abzuwarten hat, mit einer Säge in der Hand entgegen. Er ließ sich ruhig festnehmen und be? merkte, daß, wenn er nur noch 10 Minuten Zeit gehabt hätte, er ein freier Mann gewesen wäre. Die Veamten fanden aus, daß Condict zwei Gitterstäbe des Badezimmer - Fensters durchsägt hatte.' Hätte er Zeit gehabt, noch einen dieser Stäbe durch zusägen, so wäre es ihm leicht gewesen, sich auf das Dach des einstöckigen Ma schinenhauses ;u schwingen, von wo er leicht hätteaus die Straße springen kön nen. In uondict'S Helle fand man ein

Assortiment der besten Sägen und andere Werkzeuge. Man glaubt, daß dieselben 'ihm von zwei eleganten Damen, welche ihn öfters besuchten, zugesteckt wurden. DerVericht über die kriegsgerichtlichen Verhandlungen, welche zur Dienstentlassung des Capitän Veyer vom 9. Cavallene-Regimcnt führten, beweist, daß dieser Ofsicier, wenn er 'nicht stark verleumdet worden, sich in der That weit zweckmäßiger außerhalb als innerhalb der Armee befindet. So soll er an seine Truppe eineBüchse für 45 und einPaar

Boxhandschuhe für $3 verkauft und mese Gegenstände dann als persönliches Cigen thum benutzt, verschiedene von ihm für die Truppe eingenommene Gelder nicht verrechnet und von einem Soldaten, den er als Diene? beschäftigte, 84.50 für den auf denselben entfallen? Theil von Truppenrationen eingezogen haben, welche er, der Capitän in seiner Privatküche benutzt hatte, ohne dafür zu bezahlen. Präsident Arthur hat das Erkenntniß be-' stätigt, und cs ist also wobanzunehmen' daß sich dasselbe in Uebinstimmung mit dem Resultate der Beweisausnahme befand. Leider lassen die gelegentlichen Blicke hinter die Coulissen, welche man aus Anlaß derartiger Verhandlungen zu thun in der Lage ist, mancherlei VerHältnisse des Heeres, namentlich so weit dasselbe auf isolirte Garnisonen vertheilt ist, nicht eben in günstigem Lichte erscheinen ; ist es doch auch be kannt, daß Spiel und Trunk dort zahl reiche Opfer fordern. In Williamsburg, L. I., wurde dieser Tage die Leiche eines anscheinend dem Arbeiterstande angehören den Mannes im Wasser gefunden. In der Morgue wurde später die Leiche als diejenige des Henry Feltmann identifi cirt. Der Verstorbene stand im Dienste der Zuckerfabrikanten Dtf Sc Meyer und hatte sich vor kaum einer Woche verhcirathet. In der Nacht vor Auffindung der Leiche wurde Feltman in einer Schnapskneipe gesehen.. Er war äugenscheinlich betrunken und zog, als er für den getrunkenen Schnaps bezahlte, eine Nolle Banknoten hervor, ein Umstand, der von den übrigen in der Kneipe besindlichen Personen bemerkt wurde. An der Leiche wurden Spuren von Gewaltthätigkeit nicht gefunden. Die Polizei ist mit Nachforschungen bezüglich des Todes des Mannes beschäftigt. Die N achricht, daß durch Vermittlung der Behörde in Castle Garden" zu New Iork einer Anzahl im fernen Westen wohnender Farmer Frauen verschafft worden sind, scheint sich wie ein Lauffeuer durch die westlichen Territorien verbreitet zu haben, wie aus einer Anzahl Briefe, die fortwährend im Ar-beits-Nachweisungs Bureau einlaufen, ersichtlich ist. Der Deutsche Kendisch x Bernalitto - County, Neu - Merico, dem die Photographien einiger junger Damen übersandt wurden, schreibt, er habe sich für die Dame mit hellem Haar entschieden, ein wohlhabender Amerikaner jedoch in seiner Nachbarschaft hätte sich in daö Bild der Dame mit den dunklen Haaren verliebt und wünsche sehnlichst, deren Bekanntschaft zu machen. Ein junger Deutscher in Altamont, Denel County, Dak.,der um's Himmelswillen seinen Namen nicht in den Zeitungen genannt wiffett will, schreibt, er habe in der Germania" gclesen, wie viele Männer schon gut erzogene, hübsche junge Mädchen durch Vermittelung der Behörde von Castle Garden" als Frauen erhalten hätten, und wünsche jetzt auch eine solche. Der i n Oels geborene, m Breslau verstorbene Rittergutsbesitzer AlexanderOelsner hat durchTestament den Kreis Oels solchergestalt zum Universalerben seines sich auf mehr als 500,000 Mark beziffernden Vermögens eingesetzt, daß die Zinsen des Vermögens zunächst und bis zu deren Tode der Wittwe des Erblassers, nach dem Tode derselben aber den Arbeitern des Kreises Oels zufallen sollen. Die Nevenuen des als ArbeiterInvaliden Pensions-Stiftung zu konsti tuirenden Nachlasses sollen an bilfsbedürftige Arbeiter, Gesellen und in der Landwirthschast thätige Dienstboten nach ba folgenden Bestimmungen vertheilt Werden: I) jede Pension soll 150 Mark jährlich betragen, 2) zu berücksichtigen sollen nur solche Gesellen, Gehilfen, Arbeiter vder Dienstboten sein welche a mindestens 55 Jahre alt erwerbsunfähig und vermögenslos sind, b. nach vollendetcm 21. Lebensjahre mindestens 15 Jahre lang im Kreise Oels g-arbeitet haben und c. im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sich besinden und niemals wegen Diebstahls, Unehrlichkeit oder Betrugs bestraft worden sind. Rail Road Hat Store, Herbst - Hüte ! Neuester Faeon soeben ange kommen. Billige Preise: Gute Bedienung ! Man besichtige die große Autwahl don Herrc!l-u.KllabenHütkll. Zlo. 7 Sst Z?asVlugk Str. Bon remCW nach Gn5w5My6M $Sß ZÄedVÜbeV FeenzeS. S. W. Ecke Washington u. Mtrldianftr.

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