Indiana Tribüne, Volume 8, Number 79, Indianapolis, Marion County, 6 December 1884 — Page 2
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Erschein FSgNch, WSchentNlZ u. Sonntags. Ofstcc: IZV O.MarylandAr. tt t2g:i.:e ritim:- !o3tt durch den Träger IZ T,ntxerWoZ, di Sonntag Tribüneent per SLoch. Veit zusammen 15 Cent 8. Per Ps? zuzesH! I orauttilehlung 16 Vr öSr. Indianapolis, Ind., 6. Dezember 1884. ?olitis.her Wahnsinn. Wir erinnern uns aus Teutschland eines Beispiels, oaß eine durchaus eh? bare und in glücklicken Verhältnissen le bende WittN?e durch gefälfchle . Briefs b?chftehender Männer, welche-' ihr.hre iebe gestanden und um ihre Hand da, ien, thatsächlich so verrückt gemacht worden ist, daß sie ihren Lebensabend im Irrenhause beschließen mußte.-. Die Schurken, welche, lediglich um sich einen Witz zu machen", jenes Menschenleben geistig gemordet haben, sind trotz sorg lältiger Untersuchung niemals entdeckt worden. .Jtzt "ist in Wyoming Co., N. A., ciUntdrsuchung anhängig, bei der es sich -um "die Entdeckung sortgesetzter) niederträchtiger Fälschungen handelt) welche den politischen Wahnsinn zweier sonst ganz ehrenhafter und gescheuter Leute zur Folge gehabt haben. .Dr. .reiche Gutsbesitzer Austin, 60 Jahre alt, lebt mit seinem Sohne, dem 40jährigen Landwirthe Eugene C. Austin, auf seiner Farm bei Attica. Beide er freuten sich hohen Ansehens, der Alte ist noch geistig und körperlich rüstig und leidet an er einzigen Schwäche, daß er schon seit Jahren in seinem Eugene emen ganz.ungcwöhnlich befähigten Mann erblickt. Diese Schwäche 'wurde, ohne daß zunächst Ueblcs beabsichtigt war, von seinen Bekannten achegt und gesteigert. Im Jahr?:1879 erhielt der alte Austin Briefe bekannter Politiker, in denen es ihm an's Herz gelegt wurde, seinen Sohn zu bewegen', daß er als Candidat für die Assembly des Staates austrete. Der Alte hatte längst geahnt, daß sein Sohn berufen sei, eine hervorragende politische Stoße zu spielen, setzte demselben so zu, daß dieser schließlich denselben Glauben faßte, kaufte einen großen Wagen, wie wir solche in den Straßenparaden der Circue sehen engagirte ein Musikcorps von zehn 'Mann, spannte seine besten sechs Pferde vor den Triumphwagen und fuhr mit seinen Sohne und der Musik nn Lande umher. An Lumpenkerlen, die für Geld und gute Worte das Stumpen ' für den neuen Cändidatcn besorgten, fehlte es nicht. Bier. Wochen dauerte der Schwindel, der Tausende von Dollars gekostet hat, bei der Wahl kam natürlich Eugene E. Austin nicht entfcrnt in Be tracht. Garsield war gewählt worden und Austin sen.. erhielt wiederum Briefe, in denen sein Sohn von Freunden des neuen Präsidenten aufgefordert wurde, nach Mentor zu kommen, um bei der Bildung des neuen Cabinets mit thätig zu sein. Mit großen Kosten unternahmen Vater und Sohn, von Schmarotzern begleitet, die Reise, in Mentor wurde man die beiden Männer in liebenswürdigster Weie los. Beide kehrten der undank baren republikanischen Partei denRücken 1833 erschienen' ein Herr und eine Dame auf der Austin'schen Farm, welche sich für Abgesandte des Vicekönigs Lord Halford von Eanada ausgaben und um die Hand deö ausgezeichneten Eugene C. Austin für die Tochter des VicekönigS, Lady Anna, warben. Der alte Austin übergab ien beiden Schwindlern reiche Geldmittel und diese versprachen, in Ca - nada alles für die Vermählung vorzubereiten; sie begnügten sich mit der ge machten Beute. - - ! Kurz vor der republikanischenNationaleonvention in Ebicaao erhielt Austin ir. Briefe hervorragender Republikaner im Staate New Fork in denen er aufgefor dert wurde, als Eandidat für die Vice Präsidentschaft vor die Convention zu treten. Sein Vater vertheilte wiederum -Tausende von Dollars an alle möglichen Lumpen, die sich verpflichteten, nach Chi cago zu gehen und die Nomination seines Sohnes zu unterstützen. Nachdem Logan ernannt war, liefen auf der schönen Farm, die bereits ansing, die Wohnstätte von Tollhäuslern zu werden, Briefe der bekanntesten Mitglieder des demokratischen Nationalcomites ein,- in denen beiden Austin's Vorwürfe gemacht wurden, daß sie sich wieder mit den3tepublikanern einaelassen bätten. Euaene müsse ;ur denrokratischen Convention gehen und den zweüen Platz auf dem demokratischen Wahlzettel einnehmen. Bei dieser Eelegenheit hatte der alte Austin einen ganzen Extrazuz für die Fahrt seines Sohnes und seinerFreunde nach Chicago enaaairt, acaen die Ablassung desselben schritt aber der zweite Sohn deö alten Narren, Elbridge Austin, gerichtlich ein und die Fahrt unterblieb. Nachdem Hendricks nominirt worden, erfolgten wiederum Zuschriften an die Austins, in denen Eugene aufgefordert " wurde, als unabhängiger Präsident-Zchafts-Eandidat vor das Volk zu treten. Nur; darauf schrieb Cleveland und zwar auf einem echten Formulare, wie es zu den Erlassen des Gouverneurs von New gork verwendet wird, und welches selbst-, verständlich aus dem Bureau des Gouverneurs in Albany gestohlen war,daß es ihm leid thue, durch Eugene C. Austin's Plan die Aussichten für seine Erwäh lung geschmälert zu. sehen, daß Eugene zurücktreten und dafür seine Clevelands Zusicherung annehmen möge, daß er ihm, - wenn erwählt, diejenige Stellung in seinem Cabinete anweisen werde, die er Eugene wünsche. Der letztere ging nach.Albany, lernte söge - nannte Freunde Clevelands kennen, warf das Geld mit vollen Händen hinweg, wurde von feinem Bruder durch vernünf '.-tiges Zureden nach der Farm zurückge . bracht, ist aber Ende voriger Woche wieder nach Albany zurückgekehrt, um bei dem neuen Präsidenten seine Ansprüche geltend zu machen. Elbridge Austin hat beantragt, seinen Vater nnd seinen Brufcet unter 'Zustanh s Vormmdschaftu
stellen und wird versuchen, die Verüber der zahlreichen Fälschungen zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen. Die nächste elektrische Ausstellung. Die elektrische Ausstellung, welche spätestens Mitte dies. Mon. in Boston eröffnet werden wird, verfolgt nicht dcnZwck, an Großartigkeit und ?!eichhaltigkeit mit der bekannten Ausstellung in Philadel-
phia zu wetteifern, sondern wird nur in ; einigen der neuesten Verwendungen der Elektricität das Interessanteste enthalten. Alle Geschäfte des Landes, welche Elektricität mittels Dynamomaschinen oder Batterien zu Bogenlichtern, Glühlichtem oder Bewegungszwecken erzeugen, werden vertreten sein. Ferner wird eine Special-Ausstellung die Fortschritte in der Telegraphie von dem ältesten A!orseSysteme bis zu dem neuesten Systeme nach Delano veranschaulichen, welches .letztere die gleichzeitige. Absenkung und Abnahm: mehrerer Botschaften aus einem .und demselben Drahte ermöglicht. rm c cr r?. t i v Was. oie ' Venuyung oer vjieiincuar al5 bewegende Kraft anlangt, )o werden genaue Modelle der Giant's Cansenday Äailway in Irland ausgestellt sein, welche letztere seit bereits zwei Jahren mit großem Erfolge in Betrieb ist. In dem Mechanic's Building, in dem die Ausstellung abaehalten wird, wird eine Eisenbahn in kleinem Maßstab? in Betrieb sein, welcher die elektrische Kraft durch Drähte aus einer Entfernung von mehreren Meilen zugeführt wird. Die kreisförmige Bahn wird 600 Fuß lang sein und von zwei Palastwagen, deren zeder zwanzig Passagiers faßt, befahren werden. Derselbe Strom, welcher die Wagen treibt, wird das Innere dersel' bin mit Glühllchtern und am Abend b;'. ganze Bahn mit Bogenlichtern erlcuch' ten. ldie westafrikatlische Konferenz. Ueber den Anlaß zu dem Congreß aller ropäischen Mächte und der Ver. Staa ten, der in Berlin tagt, schreibt das Berl. Tagebl." vom 15. November: Die Conferenz, welche heute Mittag m r- r e. um A uyr rm Älelcysranzler-Palau vom Fürsten Bismarck in eigener Person eröffnet wird, hat sich die hohe Aufgabe gestellt, neue leitende Grundsätze auf dem Gebiete des ColonialrechteS und der Colonialpolitik zu finden. Indem sie von den gegebenen Verhältnissen am Congo Strom und am Niger ausgeht, soll sie gewissermaßen den Nahmen finden, in welchen sich künftige Entwickelungen, künftige Besitzergreifungen noch Herrenloser Erdstriche einzufügen vermögen. zum Nutzen aller Nationen, die Handel und Seefahrt treiben und deren Angehö rige mit kühnem Wagemuthe überseeischen Besitztümern nachstreben. Wenn wir noch einmal in kurzen Zü' gen die Congo-Angelegenheit darstellen, so ergiebt sich aus dieser auch die Geschichte der Conferenz und eine Art Seit faden für die nunmehr in Berlin beginnenden Berathungen. Genau vor vierhundert Jahren, Ende 1434, .hatten die P o r t u g i e s e n die Congomündung entdeckt und begannen dort Handelsfakto reien anzulegen. Später kamen Niederländer und legten ebenfalls Handelsansiedlungen an. Letztere blühten kräftig auf, während die portugiesischen im Laufe der Jahrhunderte stark zurückgingen, aber die Portugiesen behielten an der Mündung des Congos nominell doch noch die Herrschaft, und weder Eng länder noch Framosen bemächtigten sich derselben, obgleich nördlich und südlich von dem portugiesischerseits beanspruch ten Küstenstrich in Westafrika englische und französische Niederlassungen sich entwickelten. Forschungsreisen lm Gebiete deS Congo wurden schon damals verschiedentlich unternommen, wirklicher Schwung kam aber erst mit diesem Jar hundert und zwar zu unserer Zeit hinein. Anfangs der siebziger Jahre gingen auf tyatkraftlgste Anregung unseres Profes fors Vastian eine Reihe deutscher Forscher nach dem Congogeblete hmaus, wir nen nen nur Pogge, Buchner, Pechuel-Loe sche 2c. Diese Unternehmungen waren rein wissenschaftlicher 9!atur. Da er schien plötzlich der von der Ostküste Afriras ausgegangene große Asrrrarersende Stanlev, den Alle bereits verloren wähnten, an der Westküste Afrikas. Er. hatte das schwarze.Eontinent durchquert, war dem Laufe des Congo gefolgt und brachte die verlockendsten Schilderungen von dem üppigen Reichthum der Conaoaebiete, deren Erschließung dem Handel gelingen müsse. )!unmehr begann allmälig der Wettlauf um die Ausbeutung des Congo. In Brüssel bildete sich jene Conao-Gesell-schaft, welche heute der westafrikanischen Konferenz den Vorschlag macht, die Bu dung eines Congo-Freistaateszu -TL-kL- V ? "V Pi . 1 . genauen uno oiesen Minaar gewliscr maßen unter europäischen Sckutz ui neh men. Henry Stanley, der kühne EntL k. T" , oeaer oes ongo-z:auses, wuroe am Congo der Erpeditions-Chef der Brüsse ler Gesellschaft, und mit riesiqer Eneraie ' bemühte er sich, die einzelnen Häuptlinge . r t m w . im mmieren ongo-aus curcy Land käufe und Pachtungen für seine Gesellschaft zu gewinnen. Mittlerweile gingen aber auch von Frankreich ernsthaste Bestrebungen aus, am Congo Fuß zu fassen. Der vielgenannte Herr.de Brazza wurde im Namen der französischen Regierung auftretend der Conkurrent Stanleys. Da sich Franzosen und Belgier in dieser Weise rührten, erinnerten sich die Portugiesen unter sanfter Mitwirkung Englands ihrer alten, zum Theil halbvergessenen, zum Theil nie geltend gemachten Ansprüche auf die Congomündüngen und die benachbarten Bezirke. Während Stanley und Brazza sich im Innern befehdeten, schlössen England und Portugal jenen berüchtigten Vertrag, wonach England, unter Einräumung besonderer Vorrechte, das Besitzrechte Portugals auf die Küste Westafrikas zwischen dem 5. bis 8. Grad südlicher Breite anerkannte. Der Besitz dieses Küstenstriches schneidet einfach den Besitzungen am mittleren und oberen Congo den freien Verkehr nach den Hafenplätzen ab. Ein Sturm der Entrüstung erhob sich gegen diesen Vertrag. Die deutsche 3tegierung, welche all mälig begann, den überseeischen Jnteressen des deutschen Handels eine sehr genaue Aufmerksamkeit zu schenken, war
eine der ersten, die ganz energisch gegen den beabsichtigten englisch portug'esischen Vertrag protestirte ; ebenso geschah es von französischer und holländischer Seite. Daß Holland sicl) dem Proteste anschloß, ist um so erklärlicher, als augenblicklich der Haupthandel am unteren Congo überhaupt in holländischen Händen liegt. Von deutscher Seite nfolgte die Aussendung der deutschen keiscommission unter Dr. ?!achtigal nnd Dr. Büchner nach Westafrika. Anscheinend geschah dies vorerst nur des Congos iregcn, um
die dortigen "erbältnze zu siuduen, aber es dauerte nicht lange, so meldete der Telegraph dem überraschten Europa, daß an der Wcstlüste Afrikas Deutsch lar.d selbs:sländig mit colonial-politischen Absichten Fuß fasse. Die englische Negierung vermochte sich zuerst mit diesem Gedanken nicht zu befreunden, wegen AngraPcquel'a begannen leise Reibe reien zwischen London und Berlin, dazu gesellteil sich anderen Orts kleine Eifer suchteleien, und mitten dritten stand die Congofrage, bei welcher Frankreich und England in feindlichen Jnteressenstrcit geriethen. Da gelang dem Fürsten Ais marck die große Wendung, das französi fche Cabinct Ferrv.zu einer gemeins a m e n A u sf a ss u n g und Behandlung in Sachen der wcstasrikanischen Colonial-' Politik zu gewinnen und damit die Basis zu der heut beginnenden Confcren) zu legen. Völlige Freiheit der Schiffahrt, völlige Freiheit der 3!iederlassung und des Handels und die Anerkennung, daß nur jene ColonialAnncrion fortan giltig ist, welche nicht blos auf dem Papier, sondern thalsächlich durch Festsetzung geschehen ist diese drei Grundsätze bilden das Rückgrat der Verhandlungen, die nunmehr an die Congofrage anknüpfend zu den Grundzüzen eines neuen Co l onial -Rechte s", wenn man so sagen darf, führen sollen. Der Selbstmord als Laster. Alerandcr Lockard, ein Maurergeselle in New ?)o7k, hat die ersten 45 Jabre seines Lebens chelos und somit freudlos verbracht, hatte sich aber am 31. Juni d. I. verändert". Von der Süßigkeit des Honigmondes verspürte er nichts, denn er mußte denselben ebenso wie seine beiden Nachfolger im Aröeitshause auf Vlackwclls Island verbringen. Am 22. September hätte nun die Süßigkeit der Flitterwochen beginnen können, aber seine Charlotte war ein Zankeisen der schlimmsten Sorte Ledig war es nichts gewesen, verheirathet war es auch nichts, dies nahm sich Alexander so zu Herzen, daß er da Leben abzuschütteln beschloß, nachdenr er vorher durch Trennung von seiner Charlotte es noch einmal als alter Bätschler" mit schlechtem Erfolge ver sucht hatte, seine Last weiterzuschleppen. Doch noch einen Versuch wollte er vorher mit dem Ehcleben machen und versöhnte sich am Sonntage vor acht Tagen wieder mit seiner Charlotte. In einer der letzten Nächte hatte sich das zärtliche Paar die ganze Nacht hindurch Ins zum frühen Morgen wüthend gezankt, bis Alexander sich auf den Weg machte, um einen Ver-. söhnnngsschnaps zu holen. Als er zurüäkehrte, hatte Madame zum zweiten Male die Wohnung verlassen. Verstört trank der Mann seinen Schnaps allein, verstört ging er zu seiner Zimmernachbarin, Frau Burnside, und bat dieselbe, ihm 10 Cents zu leihen, er müsse etwas Stärkendes genießen. Sie riechen ja schon aus eine halbe Meile nach Schnaps," begründete die Nachbarin ihre Weigerung, und mit den Worten : Sie sehen mich nie wieder!" verließ Aleran der das Zimmer. Er hatte so eigcn: thnn.lich" ausgesehen, die Nachbarin kriegte es mit der Angst, sie sah auf die Straße, ob der Mann das Haus verlasse, nnd ergriff endlich, da dies nicht der Fall ivar. wie unwillkürlich ein scbarfeö Mes er und durchsuchte das ganze Haus. In seinem Zimmer war Alexander nicht, aber im Keller fand ihn die Frau, und zwar an einer Wasch leine hängen. Beherzt schnitt sie ihn ab, sing ihn in ihren Armen auf und' nach kurzer Frist hatte er sich so weit erholt, daß ihm die Nachban 10 Cents lieb, damit er sich etwas Stärkendes zu Gemüthe führen könne. ehr wehe konnte Alexander sein vereitelter Sprung in's Jenseits nicht gethan haben, gegen Mittag hörte Frau Burnside Kinde.., die im Hofe spielten, entsetzt aufkreischen, lief, wieder mit dem bewährten Küchenmesser versehen, dahin, sab Alexander, schon fast schwarz im Gesichte, in einer Ecke hängen und schnitt ihn ab. Diesmal dauerte es etwas län ger, bis Lockard in's Leben zurückkehrte. Er versprach seiner Nachbarin, sich nie wieder zu hängen und begab sich m seine Wohnung. Dort hörte die Frau viel leicht zwei Stunden später einen Stuhl umfallen, lief an die Thüre des Nachbars, fand solche von innen verriegelt, sprengte dieselbe nach mehreren vergebli chen Versuchen und sah Alexander zum dritten Male, diesmal an seinen-Hofen-trägern hängen. Die resolute Frau schnitt ihn zum dritten Male ab, hatte aber zum Oeffncn der Thüre zu lange Zeit gebraucht und der Lebensüöerdrüs sige hatte diesmal seinen Zweck erreicht. Die Ehrensöldner. Der Bericht des PensionS-Commissärs, welcher einen Theil des Jahresberichts des Ministers des Innern bildet, weist nach, daß Onkel Sam am Schlüsse deS letzten Finanzjahres 322,756 Pensionare hatte. Von ihnen sind 234,782 Jnva liden der Armee, deren Wittwen und Waisen oder solche Blutsverwandte, die auf ihre Unterstützung angewiesen wa ren, 23,410 solche Personen, deren Pensionsberechtigung noch aus dem Kriege von 1812 herrührt. Von den Pensionären der Armee sind - drei Viertel ehemalige Soldaten selbst, von den Pen sionären der Kriegsflotte hat etwas über die Hälfte in der Marine gedient, wäh rend der Rest in den Hinterbliebenen verstorbener Aamee- resp. Marine-Angehöri ger besteht. Von den Pensionären aus dem Kriege von 1312 sind nur ein Sechstel ehemalige Soldaten, fünf sechstel deren Wittwen. Während deS letzten Finanzjahres wurden die Pensionärlisten um 19,093 Namen bereichert, während die Summe der Pensionen um den Betrag von 52,
211,403 vermehrt worden ist. Die Ge sammtsumme der letzteren betrua $34, 456,600, so daß jede einzelne Pension durchschnittlich 5106.75 betrug. Die Gesammtsumme, die im vorigen Jahre an Pensionen ausgezahlt wurde, betrug 956,903,597, mithin ungefähr $22,000, 000 mehr, als der Jahresbetrag der Pensionen, was theils durch Nachzahlungen, theils durch 9!eubewi!lkgungen veranlaßt worden ist. .Seit dem Jahre 1861 wurden 9.27,922 Pensionsansprüche geltend gemacht und von ihnen bisher
515,130 bewilligt. Der.Sccretär macht ! rvirr c aus eine unvlUlgierr oeonoers ausmerr sam, welche das Pensionsgesetz vom Jahre 1879 für eine bestimmte Classe von Pensionären enthält. Nach diesem Gesetze sind alle Personen, welche vor dem 1. Juli 1880 ihre Pensionsansprüche geltend gemacht haben, von der Zeit ihrer ehrenvollen Entlassung aus der Ar mee resp, von dem Tode desjenigen an pensionsberechtigt, von dem sie ihre Ansprüche herleiten. Dieselben haben den Beweis, daß ihre Erwerbsunfähigkeit resp, der Tod jener Personen nicht erst nach ihrer Entlassung aus der Armee entstanden, resp, nicht herbeigeführt worden ist, nicht zu führen, während dies bei allen spater aeltend gemachten Ansprüchen der Fall ist. Europäische Eisenbahnschwindler. Ein Streit, der zwischen der Hohen Vforte und dem bekannten EisenbahnUnternehmer Baron H.irsch aus Wien ausgebrochen ist, lenkt von Neuem die öffentliche Aufmerksamkeit auf die von Letzterem verübten Gaunereien. Der Mann ist fast so frech wie Jay Gould oder das Schwlndler-Zileeblatt von der Pacisicbahn. 1867 faßte Sultan Abdul Aziz bei einem Besuche in Wien den Vorsatz, in seinem Reiche Bahnen zu bauen. Beust empfahl ihm den belgi schenSveculantenLangrand-Dumonceau, aber dieser verkrachte bald und Baron Hirsch übernahm die Sache. Dieser ließ sich zuerst 14,000 Francs jährlich für jeden Kilometer Bahn versprechen, den er betreiben werde. 1872 hängte er der Pforte einen neuen Contrakt auf, demzu folge er nach Fertigstellung der Linien eine Pacht an die Pforte zahlen, diese aber nicht allein die Baukosten, sondern auch die Betriebseinnahmen gewährleisten sollte. Es wurden die sogcnan'nten Türkenloose im Betrage von 356j Millionen Francs ausgegeben, von denen der Baron allein mindestens 100 Millio nen einsteckte. Die Bahn wurde nicht auf der vorgesteckten Linie s ebaut, sondem mit Umgehung aller Berge oder sonstigen Schwierigkeiten. Auch ist sie nie fertig ' worden, damit Hirsch nicht die bedungene Pacht an die Regierung zu zahlen brauchte. Letztere drohte kürzlich mit Versteigerung der Bahn. Baron Hirsch aber blieb fest und schließlich kam ihm noch die österreichische Regierung indirect zu Hilfe. Er wird jetzt die Bahn fertigstellen, aber auch für sich allein behalten. Vom Jnlande. Bei den letzten Wahlen im Territorium Wyoming wurden in Seattle 3,236, in Tacoma 1,663 Stimmen, hiervon ungefähr ein Drittel von weiblichen Wählern abgegeben. In Aonkers bei New Z)ork wurde die Tcppichweberei von A. Smith k Söhne auf unbestimmte Zeit gcschlossen. Die Weberei ist eine der größten im Staate New )ork und beschäftigte 3,000 bis 4.000 Arbeiter, deren Löhne vor zwei Wochen um 10 Procent reducirt worden waren. Die Gesundheitsbehörde der Provinz Ontario hat den renomirten Arzt Dr. Brrce als Delegaten für die Conferenz ernannt, w'!c!'.e demnächst von Vertreier.i u:.?eler Staats ()'.'sundheitsbchörden in Washington, D. C., abgehalten werden wird. Die Groß-Ge schwöre nen der Stadt New L)ork unterstützen die Gesundheitsbeamten in ihren Bemühungen' für die Reinlichkeit der Stadt; sie haben mehrere. Hausbesitzer, welche ihre Gehöfte nicht rechtzeitig von den in denselben lagernden Schmutzhaufen gereinigt haben, wegen gemeingefährlichen Verhaltens in Anklagestand versetzt. Der Orden der OddFellows hat im letzten Jahr in den Ver. Staaten um 11,875 neue Mitglieder zugenommen. Die Anzahl sämmtlicher Mitglieder beträgt jetzt 505,871. Im Durch-' schnitt bezahlt dieser Bund an Unter Stützungen jährlich 92,000,000. Wahrend der diesjährigen Weinlese in der großen Matoma RcbPflanzung in Ealifornien haben viele Freundinnen der Töchter des Besitzers bei dem Ausschneiden und Verpacken der Tafeltrauben geholfen. Dieselben haben ihre Visitenkarten in die Kisten geklebt, in denen die Trauben versandt werden. Die böse Welt sagt ihnen nach, es sei dies eine neue Art verschämter Heirathsgesuche. ' Cleveland ist der vierte Präsident aus dem Staate New Zlork. Außer ihm wurde aber nur ein New Iorker wirklich zum Präsidenten gewählt, nämlich Martin Van Buren. Dagegen ;aren die beiden New Aorker Präsidcnten Fillmore und Arthur nur zu Vice-' Präsidenten gewählt; Fillmore gelangte, nur in Folge deö Todes von Präsident Taylor und Arthur iu Folge des Todes des Präsidenten Garsield zur Präsidentschaft. Der im Dienste der Bun-dessischerei-Commission stehende Dampfer Albatroß" wird den diesjährigen Winter in südlichen Gewässern zubringen. Seine nächste und wichtigste Aufgabe ist, die Krankheits-Erscheinungen und -Ur-fachen gründlich zu untersuchen, welche bewirken, daß die Fische in der Bai von Mobile und in deren Nähe als Nahrung nia)t zu verwenden sind. Demnächst wird der Dampfer eine gründliche Untersuchuna der Gewässer im ganzen Golfe von Mexico vornehmen. Cleveland'S Erwahlung droht einen alten Bürger von Caldwell, N. I., um sein Haus zu bringen. Er. besitzt das Haus, in dem der'neue Prasi-.' dent geboren wurde und die Jäger nach interessanten Andenken schnitzeln an denhölzernen Bestandtheilen desselben her
um, vap vas aus vausaUtg zu werden beginnt. I n einer der letzten Nächte sah der Deutsche Nehrbauer auf dem j lutherischen Friedhofe bei Newtown, N. i I., eine weiße Gestalt zwischen den Grä- j bern umherwandeln und sich gegen die , n ri r r V r. r I
eicyenuerne ouaen, augeneiNiicy oemüht, bei dem hellen Mondscheine die dort verzeichneten Namen zu lesen. 9!ehr bauer, den bei diesem Anblicke unWillkürlich ein leiser Schauer durchrieselte, sing di? Gestalt ein und entdeckte in ihr ein junges Mädchen, das nur ein dünnes 'Nachtkleid trug. Lassen Sie mich, rief dieselbe, ich suche das Grab meines Liebsten, um dort zu sterben." Der kräftige Mann brachte das Mädchen nach der Ortshalle und dort wurde dasselbe als die 20jährige Agnes Folger erkannt, die vor acht A!onaten in dem Irrenhause zu Mineola untergebracht worden ist und dort entkommen war. Sie wurde in die Anstalt zurückgebracht. Die Thiere der John.Robinson'schen Menagerie wurden kürzlich auf der Reise nach ihrem Winterquartier von einer kalten Luftwelle betrof fen. Man hatte sich für ungewöhnliche Kälte nicht vorgesehen und der Oberwär ter ordnete an, daß daß den Elephanten anstatt der mangelnden Decken von Zeit zu Zeit ein kräftiger Grog verabreicht werde. Den Dickhäutern ist diese Medicin sehr gut bekommen, sie langten ohne eine Spur von Husten oder Schnupfen in ihrem Winterhause an. Bei ei.nem Fstntahle in New Jork wurde dieser Tage unter Anderem eine 45 Fuß lane Leberwurst und ein 25 Fuß langer Laib Brot verzehrt. Beide waren von ausgezeichneter Be schaffenheit, erstere wog 75, der letztere 100 Pfund. Wer etwas vom Brotbak ken versteht, wird zugeben, . daß es keine Kleinigkeit ist, emen derartigen Laib Brot gut auszubacken." Auch die großen englischen. Zeitungen New Jork widmen zur Zeit den Aufführungen der deutschen Opern-, gesellschaft des Herrn Dr. Damrosch größere Aufmerksamkeit, als irgend welchem andern musikalischen Ereignisse. Der Tannhäuser" hat auch b.'i seiner vierten Aufführung ein überfül te; Haus gezo gen. In dem hochwichtigen Proeesse der American Telephone Co." (Bell) gegen die People's Telephone lo." (Drawbaugh) hat das Bundeskreisgericht in New Z)ork seine Entscheidung zu Gunsten der ersteren Compagnie abgegeben. Dieser Proceß, der bereits seit längerer Zeit im Gange war, beschäftigte die bedeutendsten Advokaten der Stadt und nahm vor dem Gericht neun Tage in Anspruch. Das richterliche Gutachten umfaßt mehrere Folioseiten und gipfelt in den folgenden Sätzen : Die Streitsragen lassen sich einfach in der einen Frage zusammenfassen, ob Bell oder Drawbaugh der Erfinder des ersten elektrischen Telephons sei. Es ist ertviesen, daß Bell der wirtliche Ersmdcr des Telephons ist, dessen. Princip und AnwendungsMethode x seinem ersten Patent beschrieben ist, und dessen Verbesserungen im zweiten Patent ausführlich geschildert sind, deshalb muß ich zu Gunsten Bell's entscheiden. Was das fünfte Patent anbetrifft, welches die Ersindung der Transmission der Laute anbelangt, so hat das Kreisgericht von Massachusetts bereits in zwei Fällen entschieden, daß dies eine Ersindung Bell's sei." Die klägerische Partei wird an die Supreme Court der Ver. Staaten appelliren. Die Entscheidung hatte bereits zur Folge, daß die Aktien der Bell Telepbone Co. bis auf 300 stiegen. Das einzig wahre R$ "mm reinigt iaS Vlut, emNrt die Leb uno vuertn uno crtngt cte e uno ft.Il W Pi . . W - 1 L V"! UN itmii rcr Iiyrn lkcrr. 'spkVne, xxttmoilgreu, untre rauilrr, raskmangk! uno uiiat ,t?ie!runvevtngtgeyeül.noHkn, LttUökel und Nerres empsanzk neue ran. deievt rkn Eel,t und kräftigt das Sehira. Damett,w.lbnch ?M&nrtm Mitn, fwden in Dr. Harter's Iron 'I'on? eia sicheres, schnell wirkendes Heilmittel. Qi f,Ht llar.'nTemt. Tie Versuche eS nachzumachen, kr , l.itn vvr die Beliebtbeit des echten. Probire nicht anztit, senden, brauche daS echte, beste. (Znidet Enre dresie an Tu Dr: UtrWT AI ml Oo."V SULonia. Ä!o., cm uns Dresm Book " ial UU j&iatn und niikliche iuhmft Ufcätt, W Icsieuprci ja beloKtma. . . . Rail Road Hat Store, Herbst - Hüte ! Neuester Ja c o n s o e b e n angekommen. BMige Preise! Gute Bed ienung ! Stau besichtige die große Antwahl don Herren-u.KnabeN'Hüten. F. 7G (l ZSasgwzton Str. 800 VemeW nach bMöMsWMS MS. Gebrüder Frenzel. , W. Eck Wasdwaton u. Miridwngr. TCIIS PAräSaJSNewspaper Aärertlelng . Bureau 40 Suruc ßtret),-whee adver. rir"fV lFstsif? WWV'LL ü&l L V
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