Indiana Tribüne, Volume 8, Number 78, Indianapolis, Marion County, 5 December 1884 — Page 2
IMmm Hriölme. Er sch ein FSgliH, MöScn!5ich u. Sonntags.
Ofst: 1L9Q.Marvlandftr. it tZgli-de .Tiiöüne" saftet durch den XxSgerll Ä-' Skv: ?:r LLochk, die S?n?:g . .Tridüne" S SentZ per 23,;. eite lüfaaaun IS Senil. Per Poft ,ejz?ch: t SoraulJeiauna ZS x,k LaSr. Indianapolis, Ind., 5. Dezember 1834. Ein mcrtwürdizer Mann. Capt. David LewiZ Pavne, der dieser a$c dcr Bundesregierung den (Gefallen that, eine ganz plötzlichen Todes zu sterben, war, wenn man ihm ein anderes Lob nicht gönnen will, zum Mindesten kein Durchschnittsmensch. Fest, zäh und energisch bis zur Rücksichtslosigkeit, n?ar er doch keineswegs das, als was seine Gegner ihn hinzustellen suchten, nämlich der gewohnheitsmäßige Gesetzesübertreter, der. sich keinen Pfifferling um die Satzungen und Gebote der menschlichen Gesellschaft kümmert und in dessen Lebensphllosophie dic Lcgik der Gewalt die ersteStelle einnimmt. O klahc!na"-Payne, wie er allgemein genannt wurde, hat allerdings der Regierung durch die Hartnäckigkeit, mit welcher er ihren Befehlen trotzte, nicht wenia Kopfzerbrechen' verursacht, allein diese Hartnäckigkeit stützte sich nicht auf die brutalen Jnstinctc eines Halbwilden, sondern vielmehr auf die Willensstärke eines Mannes, der von dcr Rechtmäßigkeit seiner Handlungsweise fest überzeugt war.. J..Ü.-J Payne wurde am 30. November 183 in dem kleinen Städtchen Fairmount, Ind., geboren. Seine Eltern waren biedere Farmers leute, denen Zeit, Geld und vor allen Dingen auch die Gelegen' hat fehlt.?., ihrem Sobne eine ausreichideürziehung zuTheil werden zu lassen. Dem Ortspastor und dem klaren Kopfe, den ihm die Ratur mit auf den Weg gegeben, hatte der junge Payne es zu verdanken, daß er, als er im zwanzigsten Jahre nach Kansas übersiedelte, etwas mehr gelernt hatte, als Lesen und Schreiben. Nacl'dem er sich in Donipban County, z!ans., eine Zeit lang als M'üllerbursch' durchgeschlagen hatte, trat er nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges in das Vierte Kansas Frciwilligen-Regi-ment und mach:c unter dem öommando des Gen. Vlunt die ganze Campagne im kuvwezten mit. -juq seinem Dienstaustritt wurde er im Jahre 1SG4 in die Legislatur gewählt, wo er sich durch sein energisches Eintreten für die Rechte sei-, ner Kriegskameraden auszeichnete. . Kurze Zeit daraus trat Payne in das' Achte Regiment des Ver. Staaten Vete ranewöorps.und fand im weiteren Ver-, laufe des Feldzugcs Gelegenheit, sich. dermaßen hervorzuthun, daß Kriegsmi-j nister Stanton, der von ihm gehört hatte,? ihm eine Stellung in der regulären Armee anbot. Payne lehnte jedoch die Beförderung mit der Bemerkung ab, daß er sich vorgenommen habe, bis zum Schlüsse! des Krieges als gemeiner Soldat zu die-! nen, ein Entschluß, dem er auch treu blieb. Räch seinem abermaligen Dienst-.' austritt wurde er, obwohl Demokrat,' zum Sergeant-at-Arms im Senat der, republikanischen Legislatur des Staates Kansas und, nachdem sein Termin erloschen, zum Postmeister in Fort Leaven' worth ernannt. Kaum war er in seiner neuen Stellung wann geworden, da ließ ein Indianer-, ausstand wieder den Soldaten in ihm er-' wachen. Er reichte seine ökesignation ein undbevor dieselbe noch angenommen war, stand der abenteuerlustige Mann schon an der Spitze einer von ihm selbst auf-! gebrachten FreiwilligewEompagnie, mit der er eine zwar kurze, aber äußerst anstrengende Eampagne durchzumachen batte. Im Jahre 1868 erhoben sich die Nothhäute abermals und wieder war, Payne einer der Ersten, die sich der Negierung zur Verfügung stellten. Zum Eapitän der Compagnie D des 19. Kansas - Cavallcrie - ötegimentes ernannt,' schloß er sich General Euster an, dem er namentlich als Führer kühnerund erfolg-! reicher Recognoscirungserpeditionen die werthvollsten Dienste leistete. Nach sei-' ner Rückkehr nach Kansas begann er, sich mit Viehzucht zu beschäftigen, und zwar mit solchem Geschick, daii sein in Sedgwick County gelegener vtanch" bald als, der Mittelpunkt des ganzen Viehgeschäf-' tes im südlichen Kansas galt. Im Jahre 1871 schickte das republikanische County ihn, den Demokraten, in die Legislatur. Im Winter des Jahres 1879 berief ihn Col. John W. Polk, der damalige Thürhüter im Jlepräsentantenhause, als seinen Assistenten nach der Vundeshauptstadt. Dieses Amt bildete den Schlußstein von Payne's politischer Laufbahn.! Sein weiteres abenteuerliches Leben,' seine vielfachen Conflicte mit der Regierung und seine kühnen Einfälle in das Jndianergebiet gehören der neuesten Tagesgeschichte an und brauchen deshalb von uns nicht berührt zu werden.' Payne's plötzlicher Tod in Wellington, Kans., hat der Bundesregierung gewiß einen Stein vom Herzen genommen., Vorurtheilsfreie Beurtheile? aber werden nicht umhin können, zu bedauern, daß die ungewöhnliche Energie und Willenskraft dieses Mannes nicht in andere, nützlichere Bahnen gelenkt werden konnten. El Paso war noch vor einem Jahre der am meisten berüchtigte Grenzplatz der Ver.' Staaten, in welchem die Banditen und Viehdiebe aus Teras selbst, zu dem e5 gehört, ?!eu-Merico, Arizona und dem alten Merico zusammenströmten. Seit jener Zeit ist es den Bemühungen der Heerdcnbesitzer und ihrer Hirten, sowie 20 teranischen Rangers" unter Führung des ältesten Eapitäns, George W. Baylor, gelungen, so geordnete Verhältnisie zu schassen, als sie irgendwo in Texas gefunden werden, wo die Viehzucht noch die Hauptbeschäftigung der Ansiedler bildet. Das letzte Verbrechen, welches in der Nähe von El Paso begangen worden ist, war die Ermordung eme.s jungen
Geschäftsmannes aus dein Osten, von dessen Leiche einzelne zerstückelte Glieder aufgefunden worden sind. Baylor und seine Rangers waren den Verbrechern dicht auf den Fersen, die letzteren sind jedoch nach Merico entkommen. Eapitän Baylor hat den Banditen aller Rationalitätcn, Indianern, Grcnzstrolchen, Mischlingen, Mericancrn in mehr als 500 Kämpfen gegenübergestanden, ist mit Narben dicht bedeckt, hat aber wundcrbarcr Weise nie eine gefährliche Wunde davon getragen. An der linken Hand fehlt ihm das vorderste Glied dcS Daumens; als ihm dasselbe abgeschossen worden war, sagte er blos : Jetzt muß ich meiner Violine Adieu sagen" und kämpfte gegen zwei Banditen, die cr zu verhaften hatte, weiter. Die Kugel eines derselben traf ihn gegen das stählerne Schloß seines Gürtels, worauf Baylor die beiden Kerle so schoß, daß sie kampfunfähig waren und von ihm gefesselt werden konnten. Dieser tapfere Mann rühmt sich mit Recht, daß er nie einen Menschen auf der Flucht zusammengeschossen habe ; er hat 14 flüchtigc Verbrecher getödtet, aber immer erst, nachdem er dieselben angerufen hatte, diese hierauf stehen geblieben waren und zuerst auf ihn gefeuert hatten. Seine Leute sagen von ihm, er sei schußfest, und unter den Desperado's war schließlich sein Name so gefürchtet worden, daß er nur in einen Distrikt zu kommen brauchte, um solchen von den darin hausenden Banditen zu befreien. Dabei ist der Eapitän durch seine Gutmüthigkeit, die keine Grenzen kennt, fast ebenso bekannt geworden, wie durch seine Tap-
ferkelt. Er ist von kleiner Statur, a&er J r er r -r ungemem lrasllg, uno yar ein oeinaye mädchenhaftes Gesich t, aus dem ein Paar tiefblaue Augen in der Regel t?äumerisch hervorglänzt, im Zorne und im Kampfe aber Blitz? zu entsenden scheint. Wie sie tagen. Die Räume, in welchen die Verathungen der West-afrikanischen Eonfcrenz stattfinden, sind dieselben, in denen der bekannte Berliner Eongrcß von 1873 getagt hat. Als Sitzungssaal dient der große Fesisaal im Palais des Reichskanzlers, welcher die ganze obere Etage einnimmt. Die Ausstattung dieses durch seine Dimensionen imposanten Saales, dessen Fenster auf dcr Ostseite nach der Wilhelmstraße zu, gegen Westen nach dem GaUen gehen, ist die durchaus einfache jener ersten Einrichtung geblieben. Thüren, FrieS und Pfeiler sind reich mit Marmor bekleidet, die Wände sind in Lichtgrau, die Fenstcrdrapirungen, Fauteuils u. f. w. in Roth gehalten. Der Aufgang führt links vom Vorhofe über eine breite Freitreppe, mit Blattpflanzen und Lorbeerbäumen decorirt, hinauf durch ein zur Aufnahme der Garderobe eingerichtetes Vestibül in die für die Conferenz bestimmten Räume. Im Eonferenzsaal selbst erinnert zunächst eine große, an 5 Meter hohe Karte Afrikas von Kiepert an die nächsten Zwecke, Welche diese glänzende Versammlung hier zusammengeführt haben. Um einen nach Westen hin offenen Tisch in Hufeisenforin sind die Conferenzmitglieder in der Reihenfolge aruppirt, daß in der A!itte der äußeren Querseite der Reichskanzler seinen Sitz hat, hinter welchem an einem besonderen Tisch die erst nach der Eröffnung eingeführten Secretäre der Eonferenz, die Herren Raindre, erster Secrctär der französischen Votschaft, Graf von Bismarck, Geh. 3!egierungsrath im Staatsministerium, und Vice-Eonsul Dr. Schmidt, beschäftigt im Auswärtigen Amt, ihre Arbeitsplätze haben. Zur Rechten und zur Linken des 3teichskanzlers reihen sich dem Alphabet ihrer resp. Länder nach die Vevollmächtiaten, so daß rechts v?m Kanzler Oesterreich-Ungarns, links Belgiens Repräsentant sitzen, und an dieselben an der Ouerseite noch Dänemark und Spanien (Espagne), an den äußeren Längsseiten rechts die Ver. Staaten, Großbritannien, die Niederlande links Frankreich und Italien sich anschließen. Dem Kanzler gegenüber, in der Mitte der inneren Hufeisenwand, sitzt Staatssecretär Graf Hatzfeld mit einem der französischen Delegirten zur Linken, dem schwedischen Eonferenzbevollmächtigten zur 3!echten an den inneren Längsseiten des Hufeisens sind rechts die Türkei und Rußland, links die portugiesischen Eonfcrcnzthcilnchmer placirt. Die Flügelplätze an den äußeren Längsseiten des Eonferenztisches, dessen nach dem Garten zu gelegene Endflachen mit Büchern, Broschüren und Karten, kurz Allem bedeckt sind, was die Literatur aller Welt neuestens über Afrika gebracht hat, sind von den weiteren deut schen Bevollmächtigten: Unterstaatssecretär Dr. Busch und Geheimem Legationsrath von Kusserow eingenommen. Eine große eichene Standuhr, Zifferblatt und Gewichte von polirtem Kupfer, vervollständigt die Ausstattung des Sitzungssaales. Zu Eommissionsberathunaen und Eonversationsräumen dienen die nach dem Garten gelegenen Iläume des südlichen Flügels. Die Wände eines dieser Säle bedecken die colossalen, auf niedrigen Sockeln bis zur Decke reichenden Porträtbilder der Kaiser Wilhelm, Alcrander III. und Fran Josef I. in ganzer Figur. Auf dem Kamme des nämlichen Saales ist ein enormer, kunstvoll geschnitzter Elephantenzahn auf ebenfalls geschnitztem Untersatz von Nothholz zu sehen, Angebinde des Kaisers von China, welche dem Reichskanzler erst vor Kurzem auS Peklng übersandt worden sind. Zur Ergänzung dieser Bemerkungen sei noch erwähnt, daß im Speisesaal nach dem Wintergarten zu ein Büffet den Conferenzmitgliedern auch die Möglichkeit leiblicher Stärkung bietet. Ueber die Auffahrt der Delegirten zu der Eröffnunassitzung wird der ?!at.Ztg." berichtet : In der Wilhelmstraße bor dem Palais des Fürsten Bismarck sah es um 1j Uhr noch ebenso aus, als an jedem anderen Tage, die Gegend hatte bis dahin ihren ruhia-vornehmen Cha-, rakter beibehalten. Dann aber wurde es lebendig, von allen Seiten kamen Schutzleute heran, um 1) Uhr waren auf dem Wilhelmsplatze mindestens fünfzig Schutzleute versammelt, die freilich hauptsächlich zu einem anderen Zwecke der Zug des Landwehrvereins sollte die benachbarten Straßen passiren dorthin
beordert waren. Prinz leorg. Der um 'i Uhr die Wilhelmstraße entlang fuhr und die zahlreichen Schutzleute sah, ließ halten und erkundigte sich durch seinen Jäger nach dem Zwecke von deren Anwesenhcit. Nach und nach sammelte sich eine größere -Akenschenmcnge, Wohl hauptsächlich durch jene Ansammlung herbeigezogen. Die ersten Delegirten, welche anlangten, waren die Belgischen Bevollmächtigten, dicht hinter denselben fuhren die 'Niederländischen Delegirten in das Palais ein. Von der Wllhemstrafe kr leuchtete darauf dcr rolh-arüne
5iaarbusck dcS LeibiäaerS des Türkischen Botschafters Said Pascha, dann folgten v iv wuitiv viiytvv "V " in bunter Reibe weiter. Um 2 Uhr wa , Pnini' I S'rtn litrtir imh n slitiit r ren alle Bevollmächtigten und Delegirten elngctrozscn, mit Ausnahme von drei Delegirten benutzten alle geschlossene Wagen. Eine feierliche Auffahrt im großen damals vel oer ros nung des Congreffes, war es nicht ; darum wurden auch nicht die Staatscarossen, sondern nur die tadtequlpagcn oenuht. Die Delegirten hatten dem Wunrf i. .n: ...if, i v. iqe oes pursten ismar enpreu,'env das Galakleid nicht, angelegt, sondern waren nur im schwarzen Gehrock erschie nen. Vom Jnlande. Cb'inin kostete noch vor toe tngen Jahren 85.00 die Unze, siel im November vor. I. aus $1.75 und kostet heute S1.00. Washington füllt sich mit fremden. Die Mehrzahl der Ankömmlinge' sind ILente, die sich zeitig genug nach Aemtern ur.ter der neuen Admini stration umschauen. Eine reiche New Dorkerin hat soeben 8500 für ein Paar Schuhe bezahlt. Der Werth der letzteren liegt nicht in ihrer Größe, sondern in der geschmackvollen Kunststickerei. Der New Norker Gesundheitsrath hat die Anbringung von ge polsterten Sitzen in Straßenbahnwazgons als der Gesundheit schädlich, werl die Verbreitung von Krankheitskeimen befördernd, verboten. Der Marinemini st er hat eine Untersuchung über die Vorgänge bei dem Tode des Cadetten Strong in der Seeschule zu Annapolis, Md., angeord net. Strona soll bekanntlich von den älteren Zöglingen der Anstalt so mißhandelt worden sem, daß er m olge dessen und nicht an einem Schlaganfalle gestorben ist. .iri reicher W l t t w e r in New Aork besitzt das äußerst wohlgetrossene Portrait seiner vor zehn Jahren verstorbenen Gattin. Um sich stets recht deutlich vergegenwärtigen zu können, wie die Gattin sich im Laufe der Jahre verandern würde, wenn sie noch lebte, läßt er alle 5 Jahre das Gesicht von einem geschickten Maler entsprechend älter machen und die Kleider der herrschenden Mode anpaffen. Der schon mehrfach genannte Häuptling der Apachen, Eskimine, hat an seinen Stamm einen Tagesbefehl erlassen, welcher es den Frauen und Mädchen verbietet, Feldarbeit zu verrichten, oder bei der Viehzucht thätig zu sein. Sie sollen diese Arbeiten den Männern, namentlich den jüngeren derselben überlaffen und ihre ganze Thätigkeit dcr Hausarbeit widmen. Die jungen Faulenzer drohen mit Empörung. Die Anzahl der nach Californien strömenden Einwanderer wird jetzt auf 1,00 wöchentlich geschätzt. Die meisten wenden sich dem südlichen Theile des Staates zu, wo sie theils Eolonien, theils Obst- und Weinpflanzungen anlegen. Fast alle Einwanderer sind nicht ohne, viele verfügen sogar über große Mittel, die sie in den Stand setzen, ausgedehnte Bodenflachen zu erwerben und in Gärten zu verwandeln. Die ärmeren Einwanderer, bleiben meist im Norden des Staates zurück. Eine sehr ästhetisch veranlagte Berlinerin, die kürzlich in New Aork zum Besuch bei ihrer dort verheiratheten Schwester eintraf, war ganz entückt, auf einem Neubau der Wohnung ihres Schwagers gegenüber mehrere Arbeiter zu sehen, die Steine oder Mörtel zutrugen und mit Helmen und bunten Gewändern bekleidet waren. Ist es bei Euch allgemein so, daß hart arbeitende Männer auf ihre äußere Erscheinung so großen Werth legen und in Farbe und Schnitt ihrer Kleider eine solche Vorliebe für das Romantische verrathen '" Schwester uud Schwager hatten viel Mühe, ihrem Gaste zu erklären, daß jene Männer abgelegte CamvagneUniformen trugen. Aus New Aork wird gemeldct, daß der Straßenbettel noch nie so frech und ausgedehnt betrieben worden sei, wie gegenwärtig. Es ist eineSchande, daß die Leute denselben unterstützen und sich dabei auch noch einbilden, wohlthätig zu sein. Während von diesen Bettlern viele von 82 bis 5 täglich einnehmen, sind die wohlthätigen und gemeinnützigen Anstalten und Vereine nicht entfernt im Stande, der Noth abzuhelfen, die auf's Dringendste der Abhilfe bedarf.. Jeder Nickel, den man einem Straßenbettler schenkt, ist weggeworfen, alle auf diese Weise ausgegebenen Spenden würden viel Gutes stiften, wenn sie wohlthätigen Anstalten zugewiesen würden. DasHuwiIu, das Executiv comite der Tschung Wha Whey Kevan, d. h. der chinesischen Wohlthätiakeitsund Schutz- und Trutz-Brüderschaft, hat beschlossen, das Anti-Chinesen-Gesetz fortan in großem Maßstabe zu umgehen. Dies soll folgendermaßen geschehen: Das Gesetz bezieht sich seinem Wortlaute nach nur auf Bürger des chinesischen Kaiserreichs. Chinesen, die mit den Naturalisationspapieren eines andern Staates versehen sind, können sonach unbeanstandet in die Ver. Staaten kommen. In Hong Kong kann man französische Papiere für 40 Francs, Peruanische für 85, Spanische für 83 und Chilenische für 810 erlangen. Die Consuln der betrefsenden Länder stellen die Papiere sehr gern aus, da es ihre Gebühren vermehrt. Daß die amerikanischen Behörden derartige Chinesen landen lassen müssen, haben dieselben in der letzten Woche dadurch anerkannt, daß sie 33 Kulis landen ließen, die von Cuba kamen und im
Besitze spanischer Papiere waren. Die einmal erlangten Papiere sollen nach China zurückgeschickt werden, um fort 'und fort neuer Zufuhr als Legitimation nen zu dienen. Außerdem giebt es in Hong Kong und Canton genug amerika nische Bankiers, die geschickt gefälschte. Certisikate für 825 das Stück verkaufen. Zunächst beschloß das Huwi Iu den llongreß zu ersuchen, das Anti-Chinesen-Gesetz abzuschaffen, dagegen aber ein Ge seß zu erlassen, welches die Einfuhr soacnannter ..Contract-Arbeiter" und fals
che? Personen verbietet, die des Lesen I und Schreibens unkundig seien ; ein derurtiges Gesetz dürfe nicht gegen die Raffe, sondern müsse gegen das Contract-Är-beitcr-System" gerichtet sein. Vom Ausland, Ein blondes Mädchen ist schuld daran" mit diesen Worten schließt ein Brief, welchen der Mörder des in Berlin getödteten jungen Mädchens wrückaelassen bat. Marie Sarstedt war aus Landsberg W. zum Erlernen i. t tr i- r - Fm . x. ivi . oes '45Utzgei.cyasls nacy eriln gekommen. Sie batte das Unglück, ihrem bereits verhenatheten Onkel Lehmann, einem Portier aus der Leipzigerstraße, zu gefallen und die Kraft, ihn abzuweisen. Mit zwei Messerstichen hat der seiner Sinne nicht mächtige Unhold sie erdolcht und sich dann selbst auf dieselbe Weise den Tod gegeben. Der vorerwähnte Brief aber, dessen Schluß wir bereits mitgetheilt, lautet vollständig: Liebe Frau ! Als ich im vorigen Jahre bei un serem Schwager zu Besuch war, kam, als ich im Garten saß, eine Zigeunerbande Vorbei und eine alte Frau kam zu mir, um mir zu wahrsagen. Dieselbe sagte mir, daß ein blondes Mädchen mein Unglück sein würde. Ich könnte durch die Heirath mit emer reichen Wittwe glücklich werden, aber die Lebenslinie zeigt ein blondes Mädchen und durch sie müßte ich enden." So geht es noch eine Zeit lang fort und schließt mit den Worten: Schleppt meine Leiche fort, ein blondes Mädchen ist schuld daran." Also : Ein blondes Mädchen ist schuld daran" so hatte ihm die Zigeunerin aus den Karten oder aus den Linien dcr Hand gcwaffagt und der wohl ohnehin nicht sehr tactfeste Mensch hatte es ihr geglaubt und daraufhin sein ganzes Thun eingerichtet. Als das blonde Mädchen", feine Nichte, erschien, war es ihm klar, daß sie es sei, von der die Wahrsagerin gesprochen, und als ihm der erwartete Widerstand begegnete, da war es für ihn klar, .daß ?r durch sie enden müsse". Leider hat auch sie durch ihn enden müssen. Ueber das Eisenbahnunglück bei Hanau berichtet man folgendes Räh ere: Die Unglücksstätte bietet einen fürchterlichen Anblick dar. Das Geleise ist auf einer Strecke von mehreren hundert Met.rn zerstört, bedeckt von Wagentrümmern und mehr oder weniger zerstörten Waggons, die theils umgeworfen sind, theils aufeinander liegen, zum Theil auch in und neben den Geleisen noch aufrcchtstchen. Da wo die Locomotive des Personenzuges sich in die hintersten Wagen des stillstehenden Güterzugs hineingebohrt hat, erhebt sich ein hauShoher Trümmerberg. Fünf bis sechs meist total zerstörte Wagen haben sich dort aus und um die occmotive gethürmt, die unter Trümmern ganz begraben ist. Von zwei Waggons vierter Classe sind nur noch die Räder mit ihren Achjen übrig geblieben. Die Eoupees, die auf ihnen ruhten, sind wie wegrasirt. Mehrere Waggons haben sich gleichsam emporgebäumt und stehen halb aufeinander. Einer derselben ruht aus der Hinterwand und steht senkrecht mit den Rädern in der Luft. Am schlimmsten sind die gleich hinter dem Tender folgenden Wagen vierter Classe zugerichtet. Dieselben ioaren dichtbesetzt mit Weibern und Männern, armen Vutterhändlern und Händlerinnen. Unter diesen Leuten hat der Tod furchtbare Ernte gehalten, und unter ihnen sinden sich die furchtbarsten Verstümmelungen. Einem Manne ist der Leib vollständig aufgerissen, eine Frau mitten durch in zwei Theile geschnitten, mehreren Personen sind die Köpfe abgefahren, .Andere sind so zer quetscht, daß sie völlig unkenntlich sind. Einer alten Frau drang der Puffer eines Wagens so tief in die Brusthöhle, daß sie an demselben hängen blieb und ihr Körper nur mit Mühe von dem Puffer losgemacht werden konnte. Die Unglückliche lebte noch, als man das grausige Werk ihrer Loslösunz beendet hatte. Einem Manne wurde von einem Eisentheil die Brust durchbohrt, das stnde desselben sah aus dem Rücken heraus, und trotzdem lebte der schrecklich Verwundete noch. Man hört andererseits von einzelnen' wunderbaren öletwngen. Einen LeinWandhändler aus Biedenkopf rettete sein über die Schulter gehängtes dickes Packet. Er hatte dasselbe, sehr zu seinem Mißvergnügen, nicht neben sich legen können, weil der Wagen überfüllt war, und so schützte es ihm Brust und Rücken vor den zersplitterten Holztheilen, welche zwar Locher in die Leinwand bohrten, aber sie nicht durchdringen konnten. Der Händler Hermann Herzog aus Frankfurt a. M blieb, während die Wände zusammenkrachten, mit dem Ueberzieher irgendwo hängen und blieb so vor dem Ueberfahren bewahrt. Er hat nur unbedeutende Verletzungen davongetragen. Das Stöhnen und Wimmern derVerstümmelten war herzzerreißend. Den Unglücklichen mußten zum Theil die zerschmetterten Glieder sofort amputirt werden. Sofort todt blieben acht Männer und vier Frauen. Im Krankenhaus zu Hanau starben bald mehrere Verwundete, andere werden die Nacht kaum überleben. Vom Beamtcnversonal sind der Packmeister Fischer und. der Schaffner Hildebrandt schwer verwundet, die Bremser Wambach und ' Clauß sind todt. Die Bahnbediensteten sind sämmtlich aus Vebra, Locomotivführer Krämer, sowie der Heizer retteten sich durch einen Seitensprung von der Locomotive herab. Man meldet ausMünchen, in den Kreisen der baierischen Regierung herrsche große Verstimmung darüber, daß rr t ? nrn .. t t r . r im ZU5ayirreii.e cuncyen nacygewree nermaßen viele Beamte für den Sozial demokraten Vollmar gestimmt haben. Nachgewiesener Maßen 'i Wer hat das
nachgewiesen ? unv wie in es nacygewiesen worden ? fragt das Berliner Tageblatt". Vcrfassungsmäszig ist doch die Wahl eine geheime ! Oder ist .sie eö in München nicht gewesen ? Im Uebrigen wird doch auch die preußische Regierung nicht glauben, daß alle ihre kleinen Beamten conservativ gewählt haben. Wenn wir bei der jetzigen Politik bleiben, sc wird die Ausbreitung der Sozialdemvkratie von Jahr zu Jahr zunehmen, und daß die Beamten unter allen Umständen Gegner derselben sind uno bleiben werden, sür eine solche Ännahine liegt doch wahrlich kein Grund vor. Ganz im Gegentheil ! Bei den (Stichwahlen i n Deutschland haben gewonnen dieDeutschfreisinnigen 6, die Socialdemokraten 15, die Nationalliberalen 15, die VolksPartei 5, die Deutschconservativen l'2, das Centrum 5, die Freiconservativen 3, die Welsen 5, die Elsaß Lothringer 1 und die Dänen 1 Mandat. Demnach stellt sich die Stärke der Parteien im neuen Reichstage folgendermaßen 7 Centrum mit Weifen 103, Deutschconservative 76, Deutschfreisinnige 66, Nationalliberale 55, Freiconservative 28, Sozialdemokraten 24, Polen 16, Elsaß-Lothringer 15, Volkspartei 7, Dänen 1. Es haben demnach bis jetzt gegen ihren Bestand in der vergangenen Reichstagssession -gewonnen : die Deutschconservativen 13, die Freiconservativen 4, die Nationalliberalen 11, die Socialdemokraten 11. Dagegen haben verloren : Die DeutschfreiNnnigen 39, die Polen 2, die Volkspartei 2, das Centrum (mit Welsen) ist in derselben Stärke verblieben. Sehr gering wird diesmal die, Zahl der NachWahlen sein, da nur folgende Abgeordnete doppelt gewählt sind: Braun (in Sagan ünd Döbeln), Rickert (Damig und Brandenburg), Hasenclever (Berlin und Breslau), Blos (Greiz und Braunschweig), endlich E. Richter (Berlin und Hagen), also 2 Socialdemokraten und 3 Deutschfreisinnige. Einem Mü n ch e n er Kaufmann wurde von einem Geschäftskonkurrenken folgender Spaß" zugefügt. In der letzten Woche kam zunächst aus einem Conditorgeschäft ein Bediensteter mit einer angeblich zu einer Hochzeitsfeier bestellten Torte, am Abend brachten mehrere Frauen aus Blumengeschäften bestellte Blumenkrame (natürlich wurde in beiden Fällen die Annahme verweigert). Zur Nachtzeit fand sich nahezu jede Stunde eine andere Wehemutter ein, die angeblich gerufen war, und alarmirte das ganze Haus. Am nächsten Morgen rückten Schlag 9 Uhr eine große Anzahl Droschkenführer an, um Brautleute zum Standesamte abzuholen. Kurz nachdem auch diese Bestellung mit Entrüstung zurückgewiesen worden war, kamen die Sesselträger, um einen Irren abzuholen. Die höchste Leistung war aber die folgende : Genannter Geschäftsmann lag noch ruhig in seinen Federn, als die Hausglocke erscholl, und nach Oeffnung der Thüre präsentirte sich dem verblüff-
ten mann eine 28 Mann starke Pfründnerschaar vom Heiliggeist- und Johannspital, unter Führung einer Klosterschwester, die von einem Unbekannten be stellt waren, um anläßlich der Hochzeitsfeier des Geschäftsmannes ein Freimahl zu erhalten. Sämmtliche waren mit Schüsseln und Löffeln bewaffnet. Nun sollte aber das Verblüsstsein auf Seite der Pfründner sein, denn der genannte Geschäftsmann, die Situation schnell er? kennend, drückte verbindlich lächelnd Jedem seine Geschäftskarte nebst Preiskourant m die Hand. Dem gemeinen Anstifter dieser Streiche ist man bereits auf der Svur. Germania Garten. N.'W.'Ecke Market u. Noblestr HübscbeS Lokal. Ausgezeichnete Getränke Guter Lunch, Aufmerksame Bedienung tT Um zahlreichen Zuspruch bittet Heinrich Isernann. Rail ßoad Hat Storo, Herbst - Hüte ! Neuester Facon soeben angekommen. Billige Preise ! Gute Bedienung ! Stau besichtige die große Änkwahl von Herren-u.KnadcN'Hütkn. V. ?K Hst ZZasglngt Str. Von V.es.l nach SttMÄttÄtPWW MS. SedVÜöev Frenzel. 6. W. Eck Walilnalon u. Mtrldiangr. ül Ml & IM Advokaten u. Nechtsantmlte, "glo. 30i Nord Vekawarestr Indianapolis, lud
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