Indiana Tribüne, Volume 8, Number 75, Indianapolis, Marion County, 2 December 1884 — Page 2
Ädiana Trisüne
E r sch ei n FägllH, MöHcnUZH tt. otxnia$s. Dfnce: 12 MarvlandNr. p.VetagHS T.TitZf unn durch den Zxiatxli V En!Z ?e: he, iit L5tz Tribune S ffentl xer Woche. Beid infam 15 Cent. Per Ps? zuzcschzZt In Lö?2uZdzaZ!ng 6 per Iah,. Jndian2ol:s, Ind., 2. Dezember 1334. Nttfe? Weinbau. Tie Vcr. Staaten sind bestimmt, die größte Wcinquelle der Welt 31; werden," jazt der in New ?)o:k erscheinende Wine aiul Fruit Grower" und schätzt den Crtraz unserer Weingärten in zehn Jahren von jetzt ab auf mindestens 100,000,000 Gallonen. Die kurze Ge schichte unsres Weinbaues läßt diese Schätzung als keineswegs Hochgegrissen erscheinen, hat aber dieser Zweig unsrer Gütererzeugung diese Stufe erreicht, so wirdcr doch kaum die Kinderschuhe ausge' treten haben. Werfen wir zunächst einen Blick nach Californien, vergleichen wir diesen einzelnen Staat unsres Staaten bundes mit dem ergiebigsten Weinlande des Erdballs, mit Frankreich. Seine für den Weinbau vorzüglich sich eignende Lodenfläche kommt derjenigen Frank reichs an Ausdehnung gleich, letzteres erzeugt aber 1,170,000,000 Gallonen Wein, während Californiens gesegnete Ernte in diesen: Jahre annäbernd 30, 000,000 Gallonen ergeben hat. Und Ealifcrnien ist der zur Zeit am meisten der Weincultur gewidmete Theil im seres Landes, immerhin aber ein verhältnißniäßig kleiner Theil. Wir müssen drei Gruppen der für den Weinbau geeigneten Ländereien der Ver. Staaten unterscheiden: Die glücklichen Llbhänge und Ebenen am Stillen Meere, das Tafelland zZdi'chcn den Alleghanies und dem V!ue Liidge, dem wir Virginien, die Earolina's, Georgia, sowie Theile von Kentucky und Tenncffee beizugesellen haben, und das IndianerTerritorium, um welches sich 9icu Mexico, Arizona und Theile von Arkansas und Kansas gruvpiren. Außerdem spielt Missouri schon' heute eine hervorragende Rolle in unserer Weincultur, bringen cs ho's Secweine" rasch zu immer größerer Beliebtheit, 9Uv Kork'S Hammon5sports" zu steigendem Anseden, ist Tcras rüstig auf dem Marsche, sich unsern besten Weinstaaten" anzuschließen. Fassen wir den Umfang der anzeführten Bcdcnflächen zusammen, so sind die Äer. Staaten im Stande, auf einem bundertfzch größeren Ertragsfelde mit Frankreich, dem am meisten begünstigten Weinlande der alten Welt, in Mit bewcrb zu treten, mit Frankreich, das, soweit die natürliche Begabung des Bodens in Frage kommt, Ealiforrnen kaum um ein paar Quadratruthen Weinlandcs übertrifft.. .Wir erwähnten bereits, dab die Abschätzungen unseres heurigen Weinerträgnijjes zwischen 23 und 30 Millionen Gallonen schwanken. 1880 brachten wir es auf 23, 1881, 82 und 83 nur auf 19, 20 und 17 Millionen Gallonen. Das uns gegenüber kleine Weinland Frankreich lat Heuer nach ossiciellcr Schätzung 1,180,000.000 Gallonen Wein gecrntet. In dem schönen Frankreich" ist für den Weinbau Platz zu einer wrsentlich vermehrten Ausbreitung nicht mehr Vorhanden, bei uns hat die Nebencultur noch nicht von dem hundertsten Theile des für sie geeigneten Bodens Besitz ergriffen. Doch nicht nur an ihrer Frucht, auch an ihren Früchten haben wir den Segen unsers Weinbau's zu erkennen und zu den letzteren zählen wir den im Jnlande sich steigernden Genuß der einheimischen Gcttcsgabe. Wir haben im Jahre 1810 5,000,000' Gallonen Wein eingeführt und werden nach dem Schlüsse desJahres 1831 höchstens den gleichen Betrag zu verzeichnen haben, in der Zwischenzeit aber hat sich unsere Bevölkerung mehr als verdreifacht. Unsere Wein-Ausfuhr beginnt za wachsen, ist aber noch höchst unbedeutend, folglich hat unser Weinverbrauch zugenommen, und hierin erblicken wir neben der gesteigerten Ertragssahigleit unseres Landes einen Beweis für das steigende Wohlbesinden, ja für die steigende Sittlichkeit unserer Bevölkeruna. Der Wein ist und bleibt das edelste aller geistigen Getränke und hat ,sich bisher in unserm Lande alücklich mit dem Biere verbündet, dem Schnapse die Herrschast streltm zu machen. Im Uebrr gen ist die Ausfuhr unsrer Weine in der Zunahme begriffen und fängt namentlich England bereits an zu schmecken, daß unser kalifornischer Sherry dem verifälschten Portweine und Ares Europa's ' Y .vorzuziehen i;t. Ealifornien kann man mit Recht das Italien, die erwähnte Hochebene den Dordcaur-District, das Jndianer-Terri-torium nebst Umgebungen das die Vorzüge des 3!heinlandes, Ungarns und des vorläufig immer noch ausgespielten" Madeira in sich vereinigende Weinland der ?!euen Welt nennen. Nicht nur das Klima, sondern auch die am gründlich,ften von Prof. Proctor von Kentucky untersuchten Bodenverhältnisse cntsprechen der Lage und Beschaffenheit der ange'führten Theile der Alten Welt. Es ist eine Thatsache, daß der Bater" Eonnan,' der Pionier der Winzer in Kentucky, schon heute Weine baut, welche dieselben Preise bringen, wie wirklich guter, importirter Rheinwein. Zscv neue See. Die Mittheilungen der Forscher Bignell und Eomeau über den neuentdeckten See, dem der letztere den Name des Großen Mistassini" beigelegt hat, wer den durch die Angaben ein?s Peljägers bestätigt, der mehrere Jabre amUfer deS Sees gelebt hat und dieAehnlichkeit des selben mit dem Supcrior namentlich auf die Gleichartigkeit der in beiden vorkom wenden Fische und die geologische Forrnation der Ufer zurückführt.
Äie Indianer jener Gegenden haben ein Sprichwort, welches besagt, daß die Halbinsel Labrador zu einem größeren Theile aus Wasser, denn aus Land bestehe. Dies läßt darauf schließen, daß der Große Mistassini nicht der einzige Landsce in jener Gegend, ist, und diese Annahme wird durch allerdings un sichere Gerüchte bestätigt. Die Negierung der Dominion ist mit den Vorbereitungen für eine Expedition beschäftigt, welche nicht nur.den kleinen und großen Mistassini näher' erforschen, die Ufer des letzteren mit specieller Rücksicht auf etwa vorhandene Kupfcrerzlager untersuchen, sondern auch die Halbinsel Labrador in den Bereich ihrer Ermitte lungen ziehen soll. Daß uns in Amerika noch großartige Entdeckungen bevorstehen, kann Siiemand bezweifeln, der sich nur die Erfahrungen der letzten Jahre verzegenwartigt. Der Oelreichthum PennZylvaniens wurde noch vor 50 Jahren nicht einmal geahnt, heute beleuchtet er die halbe Welt. ' Um dieselbe Zeit grub noch. Niemand inJllinois und Dhio nach Kohlen, vor drei Jahren war die Quelle des Mississippi noch unenldeckt, die Wunder derLuray-Hohle waren noch ror zehn Jahren unbekannt. Um dieselbe Zeit wußten wir noch nichts von den Marmorbrüchen in Tennessee, von den Chrom- und Asbestlagern in Marvland, und vor einem Jahre träumten wir noch nichts davon, daß im Norden unseres Landes ein mächtigerer Strom seine Wassermassen dem nördlichen Eismeer zuführt, als der Bater der Ströme, der Mississippi. Der kleine Mistassini im Norden der Provinz Quebec ist auf unseren ' Karten verzeichnet, daß sein größerer Namensvetter eine Thatsache ist, läßt sich trotz neuerlicher Behauptungen, welche beide MlstassiniSeen als ein und dasselbe Wasserbecken qe.ze ich nen, nicht mebr bvveifeln. DaS Kohlenmonopol.
Bor längerer Zeit berichteten wir, daß eine Zeitung in Philadelphia 5kohlen im Großen bezogen und mit geringem Nutzen an das Publikum abgegeben habe, um den dortigen Kohlenring" zu brechen. Dadurch erhielt denn die städtische Bevölkerung das wichtigste Brennmaterial etwas billiger, als früher, aber noch bei Weitem nicht so billig, als es der 3!atur der Sache nach sein sollte und' müßte. Denn der viel größere Ring, den die Eisenbahnen und die Grubengesellschaf ten mit einander bilden, ist nicht gebrochen. . Der Record" in Philadelphia füllte kürzlich eine ganze Seite mit einer eingehenden Untersuchung der Methoden, welche diese Corporationen zur Beraubung des Publikums anwenden. Es wurde, da gezeigt, daß die Bahngesellschaften aus ihrer Eigenschaft als com rnon carriers" herausgetreten sind, sich also nicht mehr mit der bloßen Beförderung der Kohlen begnügen, sondern selbst mit Kohlen handeln und anderen Händlern so hohe Frachtpreise berechnen, daß dieselben den Mitbewerb nicht aushalten können. Auf diese Weise haben sich die Bahngesellschaften die Controlle über den Kohlenmarkt angemaßt und benutzen dieselbe dazu, das Publikum jährlich um 575,000,000 zu bestehlen. Zehn Männer beherrschen die wichtigsten Kotlengebiete, die Petroleumquellen und die Verkehrsmittel des Staates. Alle Jndustrien des so überaus industriereichen Pennsylvaniens hängen von diesen Decemvirn ab, die demnach eine viel größere Macht besitzen, als weiland ihre römischen Vorgänger. Ehe die Bahngesellschaften selbst Gru beneigenthümer wurden, verfolgten sie bereits die Politik, den einen Kunden zum Nachtheile des anderen zu begünsti gen. Unter allerlei Vorwänden beförderten sie nicht die gleiche Menge Fracht auf der gleichen Strecke für denselben Preis, sondern sie forderten von dem einen Verschisser mehr als von dem anderen. Selbstverständlich betrieben sie diese Politik noch viel auffallender, als sie selbst in das Kohlengeschäft gegangen waren und in allen anderen Kohlenhändlern Mitbewerber sehen mußten. Eine ganze Anzahl der letzteren haben sie thatsächlich bereits vernichtet. Sie würden alle Gruben an sich reißen, wenn nicht ein großer Theil der Kohlen,unabhängig von den Eisenbahnen,auf demOhio-Flusse zu Markte gebracht werden konnte. Um ihr Monopol noch zu ftstigen. führten die Bahngesellschaften das System der zeitweiligen Arbeitseinstellungen in den Kohlengruben ein. Sobald es ihnen scheint, als ob der Preis der Koh len fallen könnte, hören sie mit der Förderung derselben auf. Jit es ihnen dann gelungen, den Preis künstlich in die Hohe zu schrauben, so stellen sie mehr Ar beiter an, als gewöhnlich, um in kürzester Frist möglichst viel zu fördern und die günstige Eonjunctur" vollständig aus zubeuten. In der Anthracitkohlen-Ge gend allein wnden die Verluste, die aus diesem erzwungenen Müßigange der Arbeiter, aus der Zmsenzahlung auf ver wässerte Actien, aus den Frachtuntev scheidungen und der übermäßigen Schäl; zung der monopolisirten Gruben für das Publikum entstehen, auf L'22,000,000 angegeben. In der WeichkohlGegcnd belaufen sich die Verluste aus ahnlichen Gründen auf 59,000,000 jährlich. Dazu kommt noch, daß dieselbe Combination auch die Coke-Ofen beherrscht und die Hälfte derselben außer Gebrauch gestellt hat, um die Preise nicht zu drücken. Sie hat aber stets eine genügende Menge von Arbeitern an Hand", die sie in Dienst stellt, wenn die Marktverhaltniife beson ders günstig sind. Im Ganzen sind 18, 383 Männer und Knaben vorräthig", die nicht nöthig wären, wenn regelmäßiger gearbeitet würde. In der Weich-kohl-Gegend gehen das ganze Jahr hin durch durchschnittlich 11,303 Männer und Knaben müßig, deren Lohnverluste sich auf wenigstens 51,500,000 belaufen. Dieser Ueberfluß" an Arbeitskrästen bedingt es aber, daß die Löhne stets sehr niedrig sind. Die mehr als 90,000 Kohlengräber erhalten nie mehr, als Dreiviertel eines menschenwürdigen Lohnes. Wenn die Zeiten gut und alle Ar beiter beschäftigt sind, so versuchen sie es nnmer wieder, eine Lohnerhöhung zu erzwingen. Sie setzen es aber gewöhnlich nicht durch, weil die Gesellschaften es viel länger aushalten können, als die Arbeiter, oder wenn sie wirklich vorüber gehend siegen, so werden ihre Löhne so-
fort wieder heruntergesetzt, wenn der Markt gefüllt ist und die Nachfrage zu sinken ansängt. So kommt es, daß die pennsylvanischen Kohlengräber vielleicht die elendesten Lohnsklaven dieses Landes
sind. Doch, wie schon erwähnt, werden die Arbeiter nicht allein geschädigt, obwohl sie vielleicht die einzigen sind, die ' ihre Last nicht weiter wälzen können, sondern ganz allein tragen müssen. Jeder Kohlenconsument wird ausgeplündert, und viele Industriezweige sind nur deshalb unfähig, in den Mitbewerb des WeltMarktes einzutreten, weil ihnen die Kohle unverhältnismäßig vertheuert wird. Hartkohle, diese in Philadelphia mit Gewinn zu 53.50 verkauft werden könnte, kostet 56. Der unrechtmäßige . Gewinn, der durcb bi: Vertheuerung allein in OftPennsvlvanien, New Jersey und OstvUto vjoxt erzielt wird, belauft sich jähr lich auf mindestens N3,000,000. Noch mehr wird der Westen ausgeplündert, der seinerseits gezwungen ist, seine Er Mgnisse so billig zu verkaufen, daß kaun die Herstellungskosten gedeckt werdei.. Der westliche Farmer muß sich dem Mit bewerbe der ganzen Welt unterwerfen, für die Kohlen aber, die er bezieht, muß er dem pennsylvanischen Ringe Tribut leisten. Daß er sich das auf die Dauer nicht gefallen lassen wird, sollten sich die Herren Monopolisten selbst sagen. Chucho el Roto. Auch Mezico hctt seinen Schinderhannes, der bekanntlich raubte, was er kriegen konnte und von seinem Ueberflusse auch dann und wann einem armen Teufel ein paar Brocken abgab. Kürzlich wurde mit andern Zuchthaussträflingen Chucho el Roto in der Hauptstadt eingebracht,' ein Vertreter des stolzen spanischen Typus, von eleganten Formen und Manieren und auffallend schönem Gesichte. Er war der Führer einer Räuverbände, die Mexico vom Golf bis zum Gipfel von Orizaba unsicher gemachthat. Unzählig sind namentlich die Beraubungen von Postämtern und Postkutschen, welche diese Verbrecher ausgeführt, fast unzählig auch die Mordthaten, die sie verübt haben. Die an vielen Punkten schwer zugänglichen Schluchten der die Schweizer Alpen an Großartigkeit übertreffenden Gebirge bVta ihnen immer Zuflucht vor den Verfolgungen der Truppen, die wiederholt gegen dieselben aufgebot n Kurden. In dr vor Kurzem beendeten Unter suchung gegen Chucho und einen Theil seiner Bande haben die.Mitglicder der letzteren übereinstimmend ausgescg, ihr Anführer habe persönlich nie ci'.e,l Moid begangen. Sei dein, wie ihm wolle, jedensalls ist die Stcase, zu welcher der Bandit vcrurthcilt' wurde, zehn Jahre Zuchthaus, eine außeist milde. Bon den sogenannten Heldenthaten" des Räuber ir,ählen wir einem Eorrespondenten der ..Ne'v O'.lcans Picayune" eine r.aä', die, wenn sie wahr ist, allerdings die Bezeiä'nung eines unge wohnlich kühiien Wagnisses verdient Bor ungefähr drei Jahren hatte Präsi deut Gonzales auf die Einlicfe:::l!g des Banditen, lebcndiz oder loN , eine Belohnung von L5000 augschlicben. El Roto veischaffte sich Zutritt zu dem Bureau des Präsidenten und sagte: ,,Jch bin Ehucbo El Ro!o und bitte nm die aus meine Einliseruttg gesehen S7.000. Jede Bewegung Ihrerseits' würde Ihr Tod sein und es ist mir gleichgiltiz, daß ich wahrscheinlich in der nächsten Minute ein todter Mann sein würde. Ich lasse jedoch v.nt mir Tiden; cs l;gt y.n doch jedenfalls dinan. mich aus dem öande loszuwerden, geben Sie mir dler die 55000 und ich verspreche Ihnen, nach Deutschland zu gehen, wo ich meine Tochter erziehen lasse, nach der ich mich sebne. u: d : ie i ab Mexico zrirückzukeh-Arit-croem bitt? ich um Ihr Ehren?v'j :, daß Sie vor Ablauf einer Stunde v ne Verfolgung nicht anordnen." Der ...i.rdcnt zahlte, gab und hielt das verlangte Versprechen. Ein paar Tage späUx berichteten sämmtliche Zeitungen, der gefürchtete El Äioto sei von Vera Cruz nach Deutschland abgereist. . Wieder ein paar Tae später verübte El Roto in der Hauptstadt selbst einen feiner frechsten Einbrüche. Derselbe liegt jetzt an Ket ten in einer unterirdischen Zelle, aus wel cba angeblich jeder Ausvruch unmöglich ist. m.t Vom Jnlande. Eine schon sehr alte GanS in Marblehead, Md., die eine hochanesehene Stellung in der Heilsarmee em nimmt, predigt jetzt über die Beschaffen heit des Nordpols. Parson" Hicks, der einst mals dem Mörder Garfield's, Guiteau, im Gefängnisse christlichen Trost gab, ist vom Präsidenten Arthur zum Gene-ral-Surveyor Florida's ernannt worden. Jn New Aork ist der bekannte Coudi Candy" (Hustenzucker)-Mann Dr. Austin Sherman im 82. Lebensjähre gestorben. Der Verstorbene erwarb sich ein großes Vermögen. Einstmals war Louis Napoleon zwei Jahre lang Miether einer Wohnung im Hause des Doktors, No. 22 West-9. Straße. ' Die Arbeiter New Aork'ö sammeln eifrigst für die Nothleidenden im Hockingthale in Ohio. Die Ofsice der News" schickte L623.50 ein. Mit Beifall wurde das Vorgehen der Eincinnatier Gewerkschaften begrüßt, welche sich bei der Staatsregierung bemühen, die Zurückziehung der Pinkerton'schen . Gebeimvolizisten aus dem Hockingthale herbeizuführen. Die Berichte aus dem Hockingthale lauten nach wie vor sehr traurig, und der Kampf gegen die Nicht-Unions-Arbeiter, welche unter UnionsPreisen arbeiten und dadurch die alten Arbeiter verdrängt haben, ist noch in vollem Gange. Während des letzten Sommers hat Eapitän Dutton vom geologischen Vermessungscorps mehrere merk würdige Ueberbleibsel früherer vulkanischer Thätigkeit in New Mexico beobachtet. Sie bestehen aus einer Menge nadel artiger Piks, die aus den breiten ThalNiederungen 1000 bis 2200 Fuß emporsteigen. Ihrer Gestalt wegen werden sie von den Anwohnern Schornsteine -ge nannt. Sie bestehen aus schwarzer Ba salt-Lava und haben eine schöne faulenartige Form. Paö dieselben wirklich
vuuantjcyer Thätigkeit ihre Entstehung verdanken, hat der genannte Forscher schlagend nachgewiesen. Diese Recks", wie sie wissenschaftlich genannt werden, befinden sich entlang der östlichen Seite des Mount Taylor, etwa 60 Meilen westlich vom Rio Grande und 70 Meilen nordwestlich von Albuquerque. In New Z)ork sehen leider die Temperenzler einer großen Zukunft" entgegen. Thos. W. Orgon, St. John's Campagne - Chef, sagt: Im Jahre 1872 erkielten wir in New ?krk für das
Electoralticket 181 Stimmen, in 1876 I etwa 1000 und m 1830 bereits 1526 Stimmen. St. John erhielt dieses Jahr über 25,000. In Michigan entsielen 20,000 Stimmen auf St. John, in dem kleinen Staat Delaware 2,000, und selbst in Texas zeigte sich eine Zunahme." Die Stimmenzahl für das PTohibitions-Ticket soll so erhöht werden, daß es irgend eine politische Partei in ihrem Interesse findet, den Temperenzlern Concessionen zu machen. Daß ein dunkles Haus nicht immer unbewohnt oder von schlafenden Leuten bewohnt ist, erfuhr ein Einbrecher in Brooklyn. Derselbe bemerkte, daß alle Lichter in einem Hause auf dem Delevoise-Platze erloschen waren und verschasste sich daher mittels eines Nachschlüssels unerbetenen Eintritt. Im Parlor aber, wo zufällig" dasLicht ausgcg an aen war, nahm gerade ein junger Recke Namens Alfred VanWagner von derschönenMamie, der Tochter des Hauses, zärtlichen Abschied. Als der- Einbrecher die Thür öffnete, wurde er von Alfred so kräftig geschüttelt, daß ihm der Athem ausging. Er behauptete zwar, sich nur in der Thür geirrt zu haben, doch wurde er dem Polizeirichter überliefert und von diesem dem Criminalgericht überantwortet. Die erst vor einigen Iahren entdeckte berühmte Höhle von Luray in Virginien, welche seitdem alljährlich von Tausenden besucht wird, hat in Wcst-Virginien eine Eonkurrenz erhalten. In der Nähe von Beaver Hole am Cheat-Flusse kannte man schon längst eine Höhle, dieselbe ist aber erst dieser Tage gehörig Erforscht worden. Man hat fünf zusammenhängende große Kammern entdeckt, von denen eine von einem Bach durchflossen.wird, die anderen aber ganz trocken sind. In der Haupt-Halle fand man die Asche eines Feuers und Spuren von früheren Bewohnern. Da die Höhle an der neuen West-Nirginier Central Bahn" liegt, so wird sie wahrscheinlich ebenfalls bald den Touristen zugängig gemacht werden. In Philadelphia nimmt der Ausstand der Tcppichweber täglich einen größeren Umfang an. Die Anzahl der Ausständigen erreicht jetzt über 3000. Taylor & Sons' Fabrik bezahlt noch die alten Preise. Herr Taylor bemerkte soeben, daß eigentlich zur Zeit keine absolute Nothwendigkeit für eine Lohnrcduk tion vorliege. Die Ursache der gegenwattigen Schwierigkeiten werde im Allgemeinen mitzvcrstandin. Nickt UeberProduktion sei daran schuld, sondern die Thatsache, daß die Fabrikanten in NeuEngland und New Z)ork ihre Teppiche um 2-Cents billiger herstellen können, als die Philadelphiacr Fabrikanten. Infolge dessen sii n die ersteren im Stande, ihre Waaren billiger in dem Markte anbieten zu können, als die Philadelphia Geschäftsleute. So lange er (Taylor) Absatz für seine Teppiche finde und Aufträge erhalte, werde er den Betrieb seiner Fabrik nicht einstellen und noch weniger eine Lohnreduktion eintreten lassen. Der winzig kleine Hof, welcher eine Miethkaserne der Marionstr., in New Z)ork von deren Hintergebäude trennt, war am heiligen Abend des Danksagungstages der Schauplatz eines durch den Streit um eine Katze'veranlabten Mordes. Daniel Shea, ein 70 Jahre altcr Tagelöhner, brachte Margaret Mille? mit einem Messer derartige Verletzungen bei, daß dieselbe nach Verlauf einer halben Stunde ihren Geist aufgab. Daniel Shea und Margaret Miller hatten Wohnungen im Erdgeschoß des Fronthauses inne. Shea ist als streitsüchtig und als Wciberprügler bekannt. Er hat schon oft wegen Miß" Handlung seiner Frau hint r Schloß und Riegel gesessen. Eine Katze, welche Frau Miller schon seit Jahren Gesellschaft leistete, war die Veranlassung zum Streit. Shea hatte sich häusig darüber beschwert, daß die Katze ihn 'Nachts im Schlafe störe. Zwischen ihm und Frau Miller, die ihre Mieze" über Alles liebte, kam es häufig zum Wortwechsel, der damit endete, daß Shea drohte, er werde der Katze den Garaus machen. Dieser Tage führte Shea diese Drohung aus und Frau Miller war untröstlich über den Tod ihres Lieblings. Als Shea, der einen kärglichen Lebensunterhalt mit Kohleiltragen erwirbt, sich später blicken l-eß, kam es zu einem Streit, in dessen Verlauf Shea der Frau Miller die Klinge eines Messer? oicht unter demKinne in den Hals stieß. Es wurde eine Ambulanz cequirirt, in welcher Frau Vkiller aus tm Wege nach dem Hospital starb. Lhea wurde verhaftet ; das Messer, mit Welchem er die That verübte, wurde im ofe aufgefunden; die etwa 2$ Zoll lange Klinge war bis an den Gnff mit Blut befleckt. Shea leugnete, daß er die That begangen und fragte hcrauösordernd : Wer war Zeuge V Thatsache ist, daß kein Augenzeuge aufgefunden werden konnte, so daß Shea's Uebcrführung mit Schwierigkeiten verknüpft dürste. In dem County Gefängnisse zu Ntucastlk, Dtl.. fand dieser Tage die Trauung eines notorischen Diebe und Einbrechtrs, Namens Charles Blake, mit einem hübschen und gut erzogenen Mädchen, NamenS Gusste Turner, auS Philadelphia, welches angeblich von respectadler Herkunst sein soll, statt. DaS Mädchen halte sich beim Gouver ntur vttvendtt, um ihren zu drei Jahren Gefängniß und 30 Hieben verurteilten Geliebten die Prügel zu ersparen, waS ihr auch gelang, und verhalf Blake zwei Mal zur Flucht, aus dem Gesängnisse. die jedoch nicht gelang. Nach der Trau ung nahm das Paar ein Hochzeitsmahl in der Zelle ein. " Rauche Mucho'S Cigftrs." "Best Havana
Vom Tluslandc. D i e A n t r i t t ö v o r le s u n g des Herrn Prof. Cchweninger, welche nach den bekannten Vorgängen ein erhöhtes Interesse für die akademische Welt bot, hit am I.Z. November Mittags um 12 llc stattgefunden, cho-k lange vor 12 Uhr strömten die Studirenden durch die weiten Gartenanla'zen deZ Krankenhauses nach der 3!euen Eyarite. Ein Diener bewachte den Eingang, ebenso der Oberpcdell d;r Universität, und d.'r Direktor der Eharite, Geiei.:zer Negicrungsrath pinola, hatte sich in eigener Person cingefandcn, um nch dnn Rechten zu sehen, falls cs, wie befürchtet wurde, za lärmenden Demonstrationen kommen sollte. Doch nichts davon geschah. Als der kleine, kaum 60 Personen fassende 'Hörsaal gefüllt war, wurde derselbe ab; geschlossen und von den draußen harrenden Studenten Niemand mehr hineingelassen. Als Professor Schweninger den Hörsaal in Begleitung einiger Assistenzund Unterärzte betrat, erhob sich das ganze Auditorium ruhig zur Begrünung des neuen Lehrers. Dieser verbeugte sich leicht und nahm sofort auf einem Stuhle vor einem kleinen Tischchen Platz. Wie der vielgenannte Mann aussieht, der den Jteichskanzler gesundgemachthat? Es ist ein schlanker, mittelgroßer Mann in tadelloser Toilette ; das Gesicht ist dunkel, umrahmt von einem starken, tiefschwarzen Vollbart und ebenso sch'.oarzem, zurückgekämmtem Haupthaar. Auf der keineswegs klassischen Nase sitzt eine goldene Brille, durch deren Gläser zwei dunkle, ungewöhnlich lebhafte Augen bervorblitzen. Das Organ des neuen Professors ist deutlich und klangvoll, wenngleich es jetzt etwas gepreßt klang. Der Herr Professor befand sich nämlich augenscheinlich in einer hochgradigen Aufregung. Die auf den Tifch gelegten Hände zitterten und spielten in nervöser Hast mrt einem Gummibändchen - war es das Lampensieber" des ersten össentliehen Vortrages? Trotzdem war sein Vortrag lebhast und flüssig und zeichnete sich durch lichte Klarheit aus. In mediä8 res eintretend, begann er eine allgemeine theoretische Uebersicht über die Hautkrankheiten zu geben, sprach von den Flecken, Knötchen und Pusteln der Haut u. s. w., und das Auditorium folgte aufmerksam dem Vortrage.
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