Indiana Tribüne, Volume 8, Number 47, Indianapolis, Marion County, 4 November 1884 — Page 2
Sndiüna Hnöüne. Er sch eiut Fäglich, ZSHkntlich n. Sonntags.
Sffizii 1120 Q. Marhlandftr. fC t53li-?e TTtSCne" fottt durch den XxägtxU fW tintl per feoche, feit Ssnntg-,rribat"K Stv.ii vx I3cc5. Vt,d ,uZaen IS ent. tx Ps? ,uzts;:Zt in oratte,ahlung 3 per ?-hr. . Lr.d:2N2po!i5, Ind., 4. November 1884. Nochmals : 55 c sch ä fts a u S s! ck t en. O xcr uneirrn riucnqe rcraconiiiicn f - i l ri .- 7T r und Stahl lczte es nahe, an diesen Umstand li zurerfichlliche Hoffnung auf Erhöl-ung de? abriktbätigkeit in den von dem Preise dieser Stosse direkt oder indirekt berührten 'Industriezweigen zu knüp fen. Ist auch in Ansehung der übrigen geschäftlichen Luge ein Umschwung zum Vessern voraussichtlich 't Wir sollten es denken, nur wird derselbe nicht vor Mitte ?!ovcmber deutlich hervortreten. (53 ist seit dem Bestehen unserer SU publik noch kein Schaltjahr vergangen, in welchem dc? Wahlkampf der Nation nicht mit empfindlichen Störungen für den Geschäfte betrieb verbunden gewesen wäre, 'lber selten hat der Wahlkamps den Wanst, der Geschäfte so nachdrücklich beeinflußt, wie heuer. Dies wird sich rad dem 1. November ändern, fei der Ausfall der Wahl, welcher er wolle, denn ?s kommt weniger auf das ökesultat des NampseZ, all darauf an, daß derselbe überhaupt zu Ende ist. Der Irrthum, der 188! von den Parteien beganzen wurde, den einen Kandidaten geradezu cl-5 Vertreter sittlicher Verworfenheit, den andern geradezu als das Prototyp geistiger Unfähigkeit hinzustellen, hat minrgemäs; hr,:i geführt, das; auf die Aeus'.crlichkeitell während des Wahlkampfes, auf Paraden, Uniformen und Fackeln, ein noch größeres Gepicht gelegt wird, als früher, da von Seiten der Massen noch mehr g.schrien als erörtert wird, gegen früher, das; das leidenschaftliche, spiclcrmänige Interesse an der Wahl. alle sonstizenJnteressen noch mehr in denHintergrund gedrängt hat, als früher. Dap diel.'LluffassungihreÄerechtigung hat, kann unter anderem an den Geschäftsvcrbältniss.'n unsrer Theater nachgewiesen werden. Während der Druck dr-r Zeit auf allen Geschäften lastet, wa reu früher die Theater gerade während der sogenannten schlechten Zeiten zahlreich besucht. Man frage irgend einen Veteranen der Bühnenleitung und er wird eine Erfahrung bestätigen, die außerdcm ungeinein natürlich ist. Wenn der Geschäftsmann trotz seinem redlichen Streben, vorwärts zu kommen, nur Mißerfolgen begegnet, wenn er unwillkürlich 2!lle, die geschäftlich von ihm abhängen, mit Befürchtungen für die Zukunft erfüllt, so tragen alle diese Leute ihre bangen Sorgen aus den Geschäften mit sich oeim. Und auch die anaenebmste ftaus lichkeit kann Denjenigen nicht völlig von feinen geschäftlichen Sorgen befreiendem . . . i us anoere leoanlen zu men und wir gehen hoffentlich mit unsern Frauen in's Theatcr,oderohne die letzteren an Stätten, an denen wir die Sorgen in anderer Weise brechen. Daheim vermochte der Sorgenbrecher, bestehe er ans Bi'r oder Wein, nicht, seine Pflicht und Schuldigkeit so zu thun, daß er seinen Hainen verdiente. Gegenwärtig sind die Theater, welche in schlechten Zeiten überfüllt vu sein pflegen, schwach besucht und dieses äußere Zeichen derZeit lst auf die erregte Campagne zurückzuführen. Was aber von dem Theatergeschäfte gilt, gilt von allen Tetailgeschäften. Die Politik beschäftigt zur Zeit Jedermann, sei er Politiker oder nicht. Sind die Wahlwetten gewonnen oder verloren und wenigstens teilweise in Baar, oder Hü ten, oder .'iahlzeiten, Wein oder Bier, Schubkarrenfahren, Holzspalten und sonstigen Heldenthaten erledigt, dann hören wir wieder mit geneigterem Ohre auf die Gattin, die uns durch wiederholte Mittheilungen der für sie und die Kinder unumgänglich nothwendigen Anschaffungen erfreut. Und das Geldbächlein, das gern oder ungern aus unseren Portemonnaies sickert, wird mit seinen Kameraden vereint zum befruchtenden Strome für Schuhmacher und Schneider, Kleiderund Schuhwaarenhändler, kurz für Alle, die da schaffen uud arbeiten und handeln. Doch nicht ganz für Alle, denn die Teppich- und Mvbelhändler müssen sich etwas länger gedulden, ehe in schlechten Zeiten auch zu ihnen das Gel kommt. Das Bureau und die Bettstelle und der Earpet sind noch gut genug bis zum Frühjahr, ja gelbst der Winterüberzieher thut es noch" während selbstverständlich der neue Mantel für die Frau Gemahlin auch nicht eine Stunde länger entbehrt werden kann. Also auch im Reiche des sogenannten Kleinverkchrs werden sich nach ausgestandener Wahl und Qual die Zeiten bessern. ' Und sind sie einmal in bessere Bahnen eingelenkt, dann werden Weihnachten und Neujahr ihre Fortschritte auf solchen beschleunigen. Dann winkt schon wieder der neue Frühling von Feme und schließlich werden wir von der Zeit, in der wir leben, sagen : Sie war schlecht genug, ist aber wenigstens schneller und mit weniger empfindlicher Nach'i Wirkung vorübergegangen, als wir gefürchtet. So wird es kommen, und wenn es nicht so kommt, so kommt es anders) was wir uns übrigens ebenso höflichst als nachdrücklichst verbeten haben wollen) .Wir armen Mädchen. In Columbia, S. C., wurde Ende v. M. im Archive des StaatssecretärS folgende unterthänigste Petition" an den! Gouverneur des. Staates aus dem Jahre! 1734 aufgefunden: , , Ew. Excellenz tragen die demüthig und eigenhändig unterzeichneten sechszehn. Jungfrauen folgendes fubmisseste Gesuch respectvoust vor: Sintemal und alldieweil wir uns in .einer äußerst traurigen
ops und Herz gänzlich mit solchen angefüllt sind. So bedürfen wir stärkerer Mittel, um auf andere Gedanken w kom-
und melancholischen Lage befinden, info fern alle unverheirateten Männer blind-, lings in die Netze deren Wittiben fallen,' für uns aber keine Ehegesponfen übrig bleiben, also geht unser liebevolles Ersuchen an Ew. Excellenz dahin, daß ein Gesetz gemacht und erlassen werde, wel ches allen Wittiben untersagt und verbietet, um weiße Männer m werben und le zu freien, so lange nicht alle weißen Mädchen mit Männern versorgt find. Und sollte eine Wittib darwider handeln,' o soll sie bestraft werden, und sollte ein, Junggeselle von einer Wittib sich einsängen lassen, so lange noch Mädchen ohne Eheherren sind, so soll auch er gestrasv werden und den armen Mädchen noefy obendrein Entschädigung zahlen. Die Wittiben wissen vermöge ihrer Erfahrung besser mit den Junggesellen umzugehen, wie wir, und die letzteren sind so einfaltig. daß ße denken, die Wittiben seien besser, als wir. Dieses Gesuch wird Ew. Excellenz huldvoller Erwägung demtt thigst und flehentlichst unterbreitet. Und wir hoffen, Ew. Ercellem wolle dem Treiben der schlauen Wittiben ein Ende machen und zu ewiger Dankbarkeit verpflichten die manu propria unterzcc, neten sechszehn Jungfrauen."
Noch fest im Dattel. ??ch einer kurzen Pause, schreibt mcm der Franks. Zeit." unter'm 14. October aus Paris, treten heute die K a m m e rn wieder zusammen. Ohne Frage gehen die Abgeordneten der 3!ation dieses Mal recht schweren Herzens an die Arbeit, denn die allgemeine Lace der Dinge ist keineswegs eine erfreuliche und die Zahl der zu erledigenden wichtigen Angelegenheiten größer als jemals. Was die andere Frage anbetrifft, so werden die Volksvertreter sich zunächst vor Allem eingehend mit der wrrthschaftlichen Krisis zu beschäftigen haben, um so mehr, da man in Frankreich, dem Lande der Centralisation par excellence, mehr als irgendwo geneigt ist, die jedesmalige Negierung für alle, auch von ihr nicht verschuldeten Uebel verantwortlich zu machen und die Deputirten im nächsten Jahre bei den Neuwahlen nicht wagen dürfen, wieder vor ihren Wählern zu erscheinen, ohne wenigstens versucht zu haben, dem Uebelstande auf wirthschaftlichem Gebiete einigermaßen entgegenzuarbnten. Nicht weniger schwierig als die Lösung dieses wirthschaftlichen Problems wird die Herstellung des Gleichgewichts im Staats-Haushalt sein. Die BudgetCommission ist zwar von den besten Absichten beseelt und möchte durch Abhilfe hier und dort den Ausgabenetat so viel wie möglich herabsetzen, aber es bleibt noch immer sehr fraglich, ob es ihr und dem Finanzminister gelingen wird, das drohende Desieit aus der Welt zu schaffen. So schwerwiegend aber die Wirthschaftlichen und financiellen Fragen auch sein mögen, so treten sie doch für den Augenblick gegenüber den Verwicklungen mit China und der Tonkin-Affalre einigermaßen in den Hintergrund. Der Ministerpräsident hat sich offenbar geirrt, wenn er geglaubt hat, mit dem von ihm angewendeten Nevressalienzustand die Chinesen zur Nachgiebigkeit zu bewegen. Weder das Bombardement von Fu-tscheu, noch die Besetzung von Kelung hat sie versöhnlicher gestimmt im. Gegentheil, sie lassen zahlreiche Tmppen in Tonkin einrücken, welche dem französischen Expeditionscorps keine geringen Schwierigkeiten bereiten, und scheinen auch den Franzosen auf Formosa so kräftigen Widerstand geleistet zu haben, daß diese von der Besetzung von Tamsui absehen mujjten. Die einstige "quantite negli geable" ist also allmälig eine Größe geworden, mit der man nothgedrungen rechnen muß und die französische Regierung hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn sie es durch ihr langsames Borgehen, durch ihre halben Maßregeln dabin gebracht hat, daß der Widerstand der Chinesen jetzt nur durch die große und kostspielige Aktion gebrochen werden kann. Die Opposition wird diese mangelhaste Leitung der chinesischen Affaire selbstverständlich noch mehr als Krisis und Deficit gegen die jetzige Negierung auszubeu ten suchen, rechts und links wird man wieder alles in's Werk setzen, um das Ministerium Ferry zu Fall zu bringen ; aber trotz der vielen Fehler, welche die SZegierung begangen hat, dürfte auch dieses Mal noch der Angriff der Opposition ohne Erfolg bleiben. Die Majorität, die Herrn Ferry in der Kammer bisher unter allen Umständen unterstützt hat, ist ihm auch heute noch ergeben, das geht deutlich genug aus den Auslassungen ihrer tonangebenden Organe hervor, und so lange diese Majorität zusammenhält, können die Oppositionellen Ferrv des Verfassungsbruchs und Landesyerraths anklagen, sie können ihn einen Banditen", emen Stiefelputzer Bismarck's" nennen, sie werden ihn doch nicht aus dem Sattel heben. . Eisenbahn Schulden. Auf einen bemerkenswerthen Unterschied zwischen der gegenwärtigen sögenannten Handelskrisis und derjenigen, welche dem Krache von 1873 folgte, macht das Financial Ehronicle" auf merksam. Obwohl sich nämlich seit 1876 die Zahl und die Ausdehnung der Eisenbahnen in den Ver. Staaten wesentlich verstärkt hat, so giebt es äugenblicklich doch bedeutend weniger faule" Eisenbahn -S ch u ld en, als damals.! Thatsächlich ist der Unterschied so groß, daß sich kaum von einem Vergleiche reden läßt. In den Jahren 1873 bis 76 mußten 36.04 Procent, d. h. mehr als ein Drittel aller Eisenbahnen des Landes, die Zinsenzahlung auf ihre Schuldscheine einstellen. Dagegen hatten in den fünf Jahren, die mit Oktober 1834 enden, nur 13.14 Procent der Eisenbahnen diese Maßregel vorzunehmen. Das Ca pital, auf welches die Eisenbahn-Gesell-schasten ihre Zinsen schuldig blieben, belief sich m den letzten fünf Jahren auf 315,283,000, während von 1873 bis 76 nicht weniger als 8782,967,655 unverzinst blieben. Noch günstiger aber estaltet sich das Verhältniß, wenn man ört, daß damals 197 Gesellschaften zah unasunfabia waren, während iefet nur
40 Gesellschaften die Zinsenzahlung im
terbrochcn haben. Unv während rn der früheren Krisis 20 der ältesten Eisenbahnen im Rückstände blieben, die vorher sogar hohe Dividenden bezahlt hatten, findet sich diesmal nicht eine einzige Gesellschaft dieser Art auf der schwarzen Liste. Die Erie, die Neading und die Wabash sind allerdings alte Bahnen, aber bei ihnen ist der Bankerott schon gewissermaßen chronisch. Sie zahlen auch jeht keine Zinsen an ihre Gläubiger, aber außer ihnen sind es nur noch die neuen Schwindelbahnen, die Hauptsächlich mit Wasser" gebauten Parallelund Ausverkaufs-Bahnen, welche mit ihren Zahlungen im Rückstände bleiben. Daraus ist mindestens der Schluß zu ziehen, daß das EisenbahnGeschäft hierzulande solider geworden ist und eine Krisis besser aushalten kann, als früher. Daß es immer noch so viele Schwindelunternehmungen giebt, ist die Schuld des Publikums, welches gewissenlosen Machern" gänzlich werthlose Aktien abkaust. Vom Inland e. Aus Voulder, Colorado, sind Heuer 80,000 Pfund Trauben verschickt worden. In Baltimore ist ein Mädchen verrückt geworden, jnjeil es ihr nicht vergönnt war, ein Mann zu sein. Die Industrieausstellung im Staate Nord-Carolina wird am 1. Nov. geschlossen. Canada wird eineGeschützgießerei erhalten und und zwar ist Quebec dafür in Aussicht genommen werden. Eine reicheFarmers-Frau in Binghampton, N. )., fährt täglich mit einem Ochsengespann spazieren. Sie bat die Thiere so fein abgerichtet, daß sie ohne Leitseil und ohne Peitsche fährt. Fette und wohlschmeckende Nothbrüstchen (rodins) haben auf dem Markte in New Z)ork ihr Erscheinen gemacht und werden zu $1.00 per Dutzend verkauft.
Zu dem im Februar 1885 i n Montreal stattfindenden Carneval sind bereits über 84000 gezeichnet worden. Diese Affaire verspricht alles bisher Dagewesene dieser Art weit in den Schatten zu stellen. In Duxbury,Mass.,kletterte unlängst eine 76 Jahre alte Frau auf einen Baum, um einigen Pferden zn entgehen, ' die sie erschreckt hatten. Wenn man bedenkt, daß die Frau 240 Pfund wog, so will diesesKunststück gewiß etwas heißen. JnMexico wird Verhältnißmäßig mehr elektrisches Licht gebraucht, als in den Ver. Staaten. Jedes Städtchen hat dort seine drei bis zehn elektrischen Lichter. In Oxford, Miss., ging ein Pärchen eine einmonatliche Probeheirath ein und nach Verlauf der Probezeit löste es den Bund wieder auf. Beide Theile waren damit einverstanden, ebenso deren Eltern. Ein Geschäftsmann in New Jork verlangt in den Spalten eines Blattes 1000 Vushels alte Gummiüberschuhe zu kaufen. Es hdjjt, jener Mann betreibe das Kaugummi- (chevving gum) Geschäft. JnLemar, Iowa, gibt e s eine Menge von Spielhöllen, die nach dem dortigen Sentinel" vorwiegend von jungen Leuten frequentirt werden, die Vertrauensposten bekleiden und mit anderer Leute Geld spielen. In Sheperdsville, Ky., hat eine farbige Frau einem Zwillingspaare das Leben geschenkt. Der eine der kleinen Weltbürger ist schwarz und der andere weiß, dieselben bilden sonach ein preußisches Pärchen. In Greed ley, Cal., wird das Schulzwanggesetz so streng durchgeführt, daß schulpflichtige Kinder entweder die Schule besuchen oder die Stadt verlassen müssen. In Waterbury, Dakota, zog unlängst ein Mann seinen Rock aus und hing ihn über den Zaun. Ein Stier kam herbei, zog mit seinem Maule eine 8165 enthaltende Ledertasche aus dem Rocke und verschluckte Tasche nebst Inhalt. Der amerikanische Consul John M. Wilson in Bremen meldet, daß die Lokalbehörden verschiedener Städte Deutschlands Paupers und Verbreche? nach Amerika verschicken. Die Directoren des Norddeutschen Lloyd in Bremen werden Hand in Hand mit dem Consul diesem Verfahren Einhalt zu gebieten suchen. Am Samstag wurde eine solche Pauperfamilie von 3!ew Z)orknach Hambug zurückgeschickt. Ein Photograph in Greenwich, Conn., machte unlängst glänzende Geschäfte, die Folge nachstehender, an der Thüre aufgehängter Notiz: In Anbetracht dessen, daß heute der Jahrestag des Todes meiner Schwiegermutter ist, werden heute Bilder zum halben Preise abgenommen." Ein armer, von einem Mob in Havanna verfolgter Teufel flüchtete sich vor einigen Tagen in das Haus des amerikanischen Consuls, der, um ihn zu schützen, das Sternenbanner um ihn wickelte, indessen ohne Erfolg. Erst als der englische Consul die englische Flagge um ihn warf, stellte der Pöbel die Verfolgung des Mannes ein und zerstreute sich. So erzählt wenigstens ein Attache der spanischen Gesandtschaft in Washington. Ein sonderbarer, kaum glaublicher Fall wird aus Elmira, N. ?)., berichtet. Ein Bremser Namens Daniel Thomas siel in der Nähe von Elmira von einem Frachtzuge. Zehn Minuten später, machte man die Entdeckung, daß Thomas fehle, und fo fuhren zwei Mann mit der Lokomotive des Zuges zurück, um dem muthmaßlich Verunglückten zu Hilfe zu kommen. Man stieß auch wirklich auf den Vermißten, der ruhig auf dem Geleise einherschritt in der Richtung auf Elmira. Zum Schrecken Aller war Thomas über und über mit Blut bedeckt und die Kleider hingen ihm in Fetzen vom Leibe herab. Der rechte Arm war ihm von einem der Näder losgetrennt worden und so trug er das verstümmelte Glied in der
linken Hand.' Zudem hatte er noch drei Nippen gebrochen, sowie das Schlüsselbein,und anderweitige ernstliche Verletzungen am Kopfe erlitten. Nach Elmira gebracht, erklärte der ihn behan--delnde Arzt die Verletzungen für äußerst gefährlich, wenn nicht tödtlich. Die eiserne Natur des Mannes kann nicht genug bewundert werden. Der Farmer Ferdinand Cole in Susquehanna Co., Pa., ist ein sideler Bursche und seine komischen Vorträge, Pantomimen und sonstigen Schnurren erfreuen sich einer förmlichen Berühmtheit in der ganzen Gegend. GesichterSchneiden gehört zu denjenigen seiner Leistungen, durch die er den verbissensten Griesgram zum Lachen zwingt. Vor acht Tagen hatte er mit zwei Freunden einen größeren Jagdausslug in die Waldüngen und Berge von Wa'yne Counti) unternommen. Am Freitag fuhr die Gesellschaft in einem Boote über den sog. Sternteich". Cole saß am Spiegel und drehte seinen rudernden Kameraden das Gesicht zu. Er mußte gähnen und öffnete hierbei den Mund so weit, daß er die untere Kinnlade verrenkte und ähnlich, wie bei der Maulsperre, den Mund nicht wieder schließen konnte. Da saß er nun mit offenem Munde und bot einen so komischen Anblick, daß sich dieFreunde vor Lachen ausschütten wollten. Solch' eine Grimasse hatte der Künstler denn doch noch nie fertig gebracht. Die Freunde lachten, Cole traten beinahe die Augen aus dem Kopfe. Die Zuschauer lachten, bis sie absolut nicht mehr konnten. Nun gelang es dem mißverstandenen Humoristen, seinen Freunden durch Geberden deutlich zu machen, was ihm passirt sei. Diese suchten ihm zu helfen, brachten es aber nicht fertig. So mußten sie,Cole immer mit offenem Munde, zehn Meilen wandern, bis sie ein Städtchen erreichten, in dem ein Arzt die Kinnlade '.oledcr in Ordnung brachte. Man hört häufig, daß eine kräftige Ohrfeige das beste Atlttel gegen die Mundsperre sei, bei Cole
hat aber dieses 'cma nicht geholfen; seine Freunde haben id.l mi: rührendem Pflichtgefühl geohrfeig:, aber der Mund blieb offen. Vom Ausland. Xtm österreichischen 55 o nful Baron Pereira in Warna sollen daselbst Beleidigungen angethan worden sein, über welch: der Constantinopele? Correspondent des Lcipz. Tgbl." sich folgendermaßen vernehmen läßt : Veranlaßt waren die unerhörten Ausschreitungen durch einen Besuch, welchen der österreichische Consul im Gefängniß gemacht hatte, um dort einen österrcichischen Staatsangehörigen ;u vernehmen. Dem Consul steht jederzeit die Berechtigung dafür zu. . Als er das Gefängniß verließ, klammerte sich der Jnhaftirte an ihn an und beschwor den Consul, ihn weiter zu b?schützen, da cr. allein zurückgelassen, gemißbandelt werden würde. Diese Furch: war in der That nicht unbegründet, denn tic bulgarischen Wachtsolvaten sielen sofort mit Kolbenstoßen über-ihn her, um ihn in's Gefängniß!rückzutreiben. Der Consul erhob Qxnspräche, und als diese erfolglos blieb, befahl er seinem Kaoaen, von seinen Waffen Gebranch zu machen. Jetzt warf sich die bulgarische Soldateska auf diesen und entriß ihm Pistole und Säbel. Ctwas spät mischten sich die bulgarischen Behörden, voran der General-Prokureur, in die Sach.', jedenfalls haben sie aber nicht die feindselige Kundgebung vordem k. k. Consulatsgcbäude verhindert. Eine interessante u n g a -rische Steuergeschichte erzählt das Vudapestcr Tgbl.": Nicht ferne von einem Dorfe, in welchem ein aron ?!akoina seine Besitzungen hat, a.ntirte eine Uuerkommisslon. Dieselbe halte das Ar beitsvieh aller armen Bauern, die in Folge der schlechten Ernte ihre Stcucrrückstände nicht bezahlen konnten,erequirt und ging eben daran, einige hundert Stück Rindvieh im Wege der öffentlichen Feilbictung zu verkaufen. Es hatten sich nur wenige Kaufer bei der Lizitation eingefunden und Baron Nakowina erstand sämmtliche Ochsen und Kühe zum Spottpreise von 000 Fl. Er ließ den Ankauf von der Steuerkommission amtlich bestätigen und gab den armen Bauern am nächsten Tage ihr Bieh leihweise zurück, wofür er sich ' eine Kleinigkeit bedang. Die Steucrconnnission hatte das Bieh, wie schon gesagt, spotti billig verkauft und dieSteuerforderuna erschien in Folge dessen nicht gedeckt. Was that nun diese Commission ? Sie wartete, bis Baron Zlakowina verreiste, erequirte während seiner Abwesenheit das ihm gehörende, jedoch, das den Bauern geliehene, in deren momentanem Besitze befindliche Vieh und schrieb sofort eine off?ntliche Feilbictung aus. Es kamen Fleischhauer von Nah und Fern, und um einige tausend Gulden wurden Ochsen und Kühe sozusagen verschleudert. Der Baron kam von seiner Reise heim und nachdem er den Thatbestand koi.statirt, reiste er nach Agram, wo er dem Chef der Steuerbehörde die Angelegenheit vortrug. Der Betreffende war nicht wenig entsetzt, zumal die amtlich eingeholten Informationen die Angaben des Frei Herrn v. Rakowina vollinhaltlich bestätigten. Er telegraphirte nach Budapest und der Finanzminister antwortete sofort, man möge einen Ausgleich um jeden Preis zu Stande bringen. Baron Rakotvina verlangt.? seine Ochsen und Kühe, diese aber in natura aufzubringen, erschien unmöglich, zumal dieselben schon längst den Weg alles Fleisches gegangen waren. Man bot 10,000, 20,000, 30,000 Gulden, dock der Geschädigte beznügte sich erst mit 50,000 Gulden, wofür er Bieh kaufte und dasselbe den Lauern wieder leihweise überließ. Als der Baron die Schadenersatzsumme einstrich, sagte der Chef der Steuerbehörde : Ich hoffe, Sie werden diskret sein." Die Antwort war: Ich wäre gerne öiskret, wenn Sie. oder der Finanzminister die Summe aus eigener Tasche bezahlen würden ; da aber die Bürger des Staates die Leichtfertigkeit der Steuerbehörde bezahlen müssen, werde ich diese Jeschichte allen Leuten erzählen, die die'elbe hören wollen."
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vommern. Im Stettiner Hafen werden alle einlaufenden Schiffe nach anarchistischen Schriften durchsucht. f Kaufmann W. Karl Kuhk in Stettin, 78 Jahre alt. Das Projekt einer schiffbaren Wasserverbindung zwischen Demmin und Damgarten wird jetzt ausgeführt. Das Gymnasium von Pyritz feierte sein 25jährizcs Bestehen. Die Leiche der vermißten Schneiderin Jda Ohm ausWollin wurde bei Swinemünde an'sLand geschwemmt. Der Böttchermeister Karl Sasse und der Möbelfabrikant Arnold Slaatz inKöslin wurden wegen Meineids verhaftet. öluf der Heimkchr vom Bütowcr Jahrmarkt wurde der Eigenthümer Bartel aus Neddics angefallen und ausgeraubt. Der Schafmciste? Zibbe aus Zamerz sprang von einem in .Bewegung besind"rl'en Babnzuz und wurde dabei ge-.rdt-t. Oftpreugen. In Stombeck wurde der Fischerwirth Baltrutsch von Ludwig Becker im Streit erstochen. Wilhelmine Süpplis aus Grcß-Bcvnuhnen wurde wegen Kindesmordes verhastet. Den Polen Schwiginski ausLyck überfielen zwei chmuggler in einem Dickicht und kreuzigten ihn; er wurde sterbend gesunden. Der Arbeiter Stakulneit aus Willnhn wurde als Leiche gefunden ; !lgt Mord vor. Legen dreifachen Mords e: hielt Szckal ntf Stiufruvoueii 15 Jahre Zuchthaus. Das einzig roalzre JKM w. reinigt das Blut. rezuUtt die Lebtt I . c V iti . uno eueren uo vringi rie runo ijru uuvtmii rrr ngcna nneccr. uöpepue, rixperuioMett, unw rauilchlett, Rrastmangei und WiU !r!unvebtngtgheur.nochen, Muskeln und Nerv empfangen neue Kraft. Es beredt den Eejl unv rraftizt ras Vehtr. 7 die an !,weibl!chen Th fütterten leiten, finden in Dr. Harter's Iran l'oriic etn sicheres, schnell wirkendes OeilmiUel Es fli.'dt klaren Teint. Tie Versuche es nachzumachen, er l.ben nur die Beliebtheit des echten. Prebtre nicht aniere, onrern draua?e ras emr e, v , LoTsia, Mo., um unser " Drenra Book " tai eure drege a The Dr. Hirt ) tteie JcUjame und tiucime Auskunft enthalt, Icilcufrel ju lelcmmen. Das ist gerade daS Wetter für Schweineskße. Eingemachte schwMefnHs bei Äi'cfitieacomi sind ausgesucht, durchaus rein, gut gekocht und mit reinem weißen Essig eingemacht. Sie sind gut gewürzt und schmecken dorzügiich. Restau rationen und Privatfamilien werden dieselben als Lunch bortrcsflich finden. Verlangt bei Eurem Grocer Arch deaco n's eingemachte Schweinefüße. Archdeacon's Essig ist rein und zut. C. Rulkelshauö' GROCERY. Bester Java Kaffee per Pfund 30c. 17 Pfund hellbrauner Zucker $1.00. 13 Pfund Standard Zucker tzl'.OO. Japan, Jmperial rmd.Sunpowder Thee 2ö Cents per Pfund. Alle anderen Cpecerei-Waaren zu herabge setzten Preisen. (5. NuckelsbauS, No. 277' Nord Noble Straße. kouäsr's reinlikZcr Mfch-MaM, 79 orth Vennsyivnla Vtraße, 22? Oft Washington c träte. 7 kvessntalne traße, ind tand 1 8 CH Werfet nsc. INDIANAPOLIS IND. Court House Wöffch-aM von Fritz Böttch er, 3?o. 147 Hfl Wüsglngtonstr. HttozaiPt MalMe ! kg. 87 & 39 Süd Teladsre Straße. Da grSßte,schSnfie und SltefteLokal t der Statt Sktrlnk aller rt. swt kalt xetsen vor,üalich Vedinnt.. Sie xrachtvoll ktngertchtete Halt steht ver, inen. Logen und Privaten zur Lbhaitung voBäl le, Eozertn und Versammlungen unter ltkcralen vedingungtn ,ur Verfügung. JOHN BERNHARDT, Eigenthümer. Von V e.WSM nach UnPörMMs (ZebvöSee Feenzel. E. 23. Eck Washington u. Miridlanstr.
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