Indiana Tribüne, Volume 8, Number 39, Indianapolis, Marion County, 27 October 1884 — Page 3

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JI&IRR Die kürzeste nd beste Bah nach Iuisville, Nashville, Memphis, ChatUnooga, Atlanta, ßavannah, Jackson ville, Mobile and New Orleans. G Ist dsrthellhaft für Passagiere nach dem Süden, ine direkte Koste zu nehmen. Palast., Schlaf, nud Parlor.Wagen zwischen hicags n ouiöville uns St , i unr oniZdille Wagenkechlel. Comsort, Schnelligkeit nnd Sicherheit die',' .Jeff- die alte inderlässige D. Ml. & 3. M. M. II. R. Deriiiß:, sfiftnt 9nral Paffairgnt. ordoft.EZe Laslzwgto d JlinoiZ Ett., Zndvll E. W McKenna, Superintendent. Ohicixero, 8t. Louis and . j?ltttu.re- Kallroad. 3eit-XoI!Ie für durchgehend nnd Lokal-Zuge. 17. fte&r- 1883 an: vrlafln bat Nnion.Drt, Jndpl., i, folgt: Station. LchnUzz Pvfizug.iTchnLjg eesm. Aba,?1ndianavl't 4:26Crn K 10:450 '4:dm HMH 6:13. CM). nk.amb'Tit, ?.ichmond .... 6:.m 8:57 . Hl'. 8 9:' . 13:59 3t in 6:41 7:11 9:57 8: 9 9:52 ll: UV 3:83 , 8:47 , 4:M 6:40 Dauten Vtqua Urbar a oluofcu.... Nark . , StenlcnciSe. Z2hlig ,'ttttbui8 , HarriZdurg... tsalttaor.... , ailzingt.. Philadlshia. eVerk ... fjaßoti , n:Zim 2:b2 . s:9 . 6:31 . 7:u3 . 2:Z7m 4:24 8:Ci 6:1T 4:l?m 2: T i: ilrn 6: . 5:s . ; 7t ! 7:40 . S:W . 7:?.o . Il:2j 8:2101 7::0 -rnj Idall. t TäiiS, armmn jSonntaa. ?ullann' elaft. 4ll n, Hotek-Wager vurch bi Witld??. fcarttJturg, $tlicUtU ul w ?k. ohn suchtet Bl in Aagnmchl' ach aUimore. aiy.ngton n"d Boston. Sc5!artn nach all? Oeftlicheu :&Htn indtn aKcn HauVtahrkatten.u!a4 d Westen -..v - iiiiMiirt9ii. etr fltnoil unb Washington EtrftU und Im Nin Tpot Bureau, Jvdianavott, u sxiaTwngsr: iren im orau! ßtftS 'den durch "tr'.tattci Ui dagnten tm Ktdt urk. k" M v"b-n ervt u Jndtanarolt, Jad. t). . Derln. . . P. 5 . rkoft.,e a'oiug. ton und Jllinoi Straß. Jnd'vl. Sa erea. :. Solumbu, Oy ..Ford. Vl. Vaagi,. und Tikt.Sgnt - Fener-Alarm-Oignale. 4 Pennsylvania uud vkarket. i Harrtquartier d ?eue Ztzan- mtnii. Oft5trzße und N ork. '7 Nob,l und rktchigan Strai'. 8 Nw Jrs,Straß und Va?,chsett w '9 Sinfton und Siord.Ttraße. 8 assachuffkU v. ah Rodl Str. . U8 Dlar Str. und Zstt LZaun Zv. ?l4 Jers?q nnd Fort Eni ' 25 Peru Str. ndtq,chuftr8 ? J16 hrtfiia v. und Ztlh Ltr. 17 Par! So, nd But!,k.Str. 2rr,s rr. und atott . S?Sr und Zeh Str. 12 538 v. und Liebnt Str. tt lsbsma und StkSnt tr. Liertdian und Liebknt Str. 12 )r.bi Ltr. und Lneln So 187 Sune.Skd!uik. 138 Entral . und chte Str 181 labama nd Norr-.ssn Str 1Z2 Skham?ton und Achte tu. 134 olz Lve. und Lhnt Str. :1ZS Home So, und Tlsar Vt, U Dla und Vitchigan Ltr. Sl t. Jo etr., nh Jllinoii. LZ Pennsylvania und Pratt Str. 5 0. S. Engin H,uf Schft, nh I SS ississixvi und St. Slair Str. 7 Jllinoi und tligan Str. rnnsy!vanta Str. und Ho v 29 'sftsstkpt und iert Str. 218 rnnss und Zilliam Str. 81Z Pnnj,lvania nd Aichiean Zu 214 SUnoil und Herbert Str. ZI Jndtana So, und SKichtgan Str. XI ridia und Walnut Str. IX Ealtfornla und Ltrment et-. SS l .r und New York Str. LS Jndian, ?. und St. El-'.r St, 7 Stadt.Hosxital. S8 eiat und srd Str. tS lchigun nnd g8 Str 818 Wft und Walnut Str. Z1Z eft und Tritt Str. 314 Sievnte und Hod Str. 1 kSashtngton, nah WeJ Str. 42 Siidors und Ssshi?,t0i, 48 issourinnd Ne ZZork Sn. AS ridia und Washington Str. 4 Ilmoi nnd Ohto tr. 47 Tnnfft und Vashinjiton Str. 48 iagan'8 Pork Houi. 49 Ind'anola, 412 8ts luri und Zar?!end Str. 418 is ssippi und Wabsih Str. 415 Zerz tson' Park Heus. 421 I. r. 53. nnd Hous. 428 JnsR Z s,lum. kl Jllinoi und Virrill Str. 52 Jllinoi nnd o-utstan, S:, S8 ZSest und VeSart? Str. 4 Wft und South Str. 66 Zcnncfic und eorgia Str. S7 ridian nnd Na, Str. kS DZadtso So. und Vorri St K SS adson Av. un Danlo? Str . 612 Oeft und RoSood tr. S1Z tuck, . und Ki?,fc f 511 Union nnd Morri Stt 81 Jlinoi und Kansa S .517 rtorrt und Dacotah Str. 1 South nah Dlaa Str. Pennsylvania and Louisiana Sr, Dlsar und eari, rr. 84 VA ad rlekart? Str, Zllabama und Lirgiana Av. S7 Virginia . und Bradsha St 8 Oft und Eodurn Str. Pennsylvania Gtr. und Vadtso . 12 Vee?nan und Douzhett? Srr. 71 Virginia v. nah Huro .' 72 Oft und Eorgia Str. 72 Washington und Bton Str. 74 ton und eorgia Str. 7SZorefts.nd Pin. 78 DiHo und Bat Str. 78 Virginia r. und Dillon. 79 Sj!etchr See. und DiLon. 712 Spruc und Prosxe Str. 718 Fnglish v und Laurl Str. . 714 Orasg und Oliv St?. 718 Shild chr Str. 1 13' Itrs, Str. L2 Washington uud Dla,r St:. Oft nnd .arl Str. A4 und David?, t, 85 Xaud !unnialt 88 r. Staat rlal , Oriintal und S,fött,n St, 4t Krauln SsängntZ. 12 g. 8 Schlauch. Ha. Ost ashi:,gt8raß 18 artet und odl Str. 4 Od und Harv, Str gt arland nah rtdian Str. 2 rZentian nnd eorgi, Strai. 1-4-1 PnvaZ.Stgnsl. 1-3-1 Und aa tdrhoU,,tir lan. ' 8-3 Signal für ?urDrn. LVtiechlZzt. Feuer. rt Schlllg, Druck ab. Awölk Schläge, 18 1 rttz

Goldene Schwingen.

Roman don R. Slch o. (Fortsedung.) Graf Elmbörg stand wie zur Bildfaule erstarrt vor dem Liiosk. Sein Gcsicht war todtenbleich geworden und die Äugeulchweiftcn irre bin und her. Lom tra: langsam zu ihm und sprach im Tone tiefster Bewegung von entsetzlichen Verleumdungen und Lügen aber der Graf regte sich nicht. Jetzt trat unvcrmuthet und ahnungslos der alte Zacharias hinter dem Kiosk hervor, um zu na-. gcn, wo die Herren zu soupireu wünschten. Kaum erblickte der Graf das gut' inüthig lächelnde Gesicht des Dieners, so wicl seine Erstarruna und init einem! schrei stürzte er sich auf den Hervortrelenden. ' Tas Notizbuch ! Wo ist Dein Notiz-, buch schrie er mit zornbebender Stim :ne und seine Hände, rissen den Rock des alten Mannes auf und fuhren in die Ta schen. Jetzt hielt er das Gesuchte zwischen den zitternden Fingern und lief damit in den Kiosk. Zacharias war entsevt und fragte erbles chrnd, was geschehen sei. Alles verloren," entgegnete Lom im Flüsterton. Kranlitz war hier und. hat der Erzcllenz unsern frommen Betrug zntbüllt. Das wird ihm das Herz brech'en." Zacharias rang verzweifelnd die Hün de und schlich sich mit Lom zum Kiosk hin. Der Graf überflog die Zahlenreihen in dem Notizbuch, aber sie schwirrten ihm vor den Augen hin und her; er konnte sie nicht festhalten. ' Er stöhnte wie ein zu Tode Getroffener. Der Kopf war ihm so wüst und das Herz pocbte, als wolle es zerspringen. Ah, da stand ein Fazit : Gcsammtvcrbrauch in diesem Jahre 14, 60 Mark. Er rieb sich Stirn und Au-' gen und lief; dann die Blicke von Fazit aufwärts schweifen zu den einzelnen Postcn: Wein, Steuern, Kleider, Neiseko stcn, Fleisch alle diese Ausgaben bezogen sich nur auf die Wirthschaft und den persönlichen Verbrauch des Grafen. So war's am Tage, cr battc in einem Jahre 2G80 Mark mehr verbraucht, als Kranlitz ihm in Form einer Rente zahlte. Wer hatte das Defizit gedeckt ? Wie glühende Pfeile schlössen ihm jetzt die Gedanken durch's Hirn: Du hast mit der Grandezza eines Königs Gnadengeschenke vertheilt und unterdcfsen die Sparpfennicze' Deines Dieners verpaßt. Du hast Dich als Protektor Poldi's gcberdct und der brave Künstler opferte die Ertragnisse seiner Arbeit Deinen verschwenderischen Launen. Tu bast stolz auf Kranlitz als I nen Emporkömmling herabgesehen und dann gemeinsam mit Deiner Tochter dessen Kasse geplündert. 0, grünlich, gräßlich ! Ich wahnte mich auf der Ä)'enschbeit Höhen und spielte dann die klägliche Rolle des Rarren !" ..Herr Graf!" rief Zacharias im Tone. tiefster Zerknirschung und erhob siehend die Hände. Bursche !" Mit einem Wuthschre: sprang der Verzweifelnde auf den treuen f:. fv..? nt reifst w.r .tTt. Xi oiiiitv iuu unv u;iuv tiiiiuvin v vvi' tig mit dem Notizbuch ins Gesicht, daß jenes seiner Hand entsiel. Du hast mich die Narrenrolle spielen lassen, ohne mich zu warnen ! Du hast meine Geet ü . . r f r. r ri ? . fcyeme nonn uno vlcy uver micy iujuj gemacht! Du hast nuv Dein Geld als ein Almosen zugewendet! Du, Du, der Diener seinem Herrn ! O, warum hast Du mich in dies Elend gebracht, warum hast Du mich zertreten, vernichtet, geschändet " Er hatte den Alten gerüttelt, al wollte er ihm die Seele aus dem Körver schütteln, und dabei die Anklagen mit heiserer Stimme hervorgeschrieen, dann stieß er ei' nen Wehlaut aus und brach jäh zusam-' men. ' Lom und Zachariaö trugen den Ohnmäcktigen zu einer Gartenbank und befeuchteten feine Schläfe mit Wasier. Als der Graf wieder zu Besinnung kam, sah er in das thränenüberströmte, zuckende Gesicht des alten Dieners, der vor ihm knieete. Erzellenz haben ganz recht," stammel te er, bin ein miserabler Kerl, aber wir Alle haben's so gut gemeint. Ach, daß wir's so dumm angefangen, so blitzdumm ! Wir wollten Sie glücklich sehen, Exzellenz, wir sind ja so tief in Jhrcr Schuld Was sollte ich mit mei' ncr Erbschaft anfangen, ich hatte keine Verwendung für das Geld ganz gewiß. Wenn nun das Geld in der Wirthschaftskasse knapp wurde, dann nahm ich eben von meinem. Vor Iahren habe ich's redlich versucht wiederholt versucht. Eure Ericllenz die Augen über Einnahmen und ölusgabcn zu öffncn, aber eö ging nicht. Ihr gutes Herz, Ihre offene Hand warfen immer und immer wieder meine Aufstellungen über den Haufen. Sie konnten nicht rechnen, gnäbiger.Herr, garnicht rechnen, a'ber gut sein, ach, so gut, daß mir's Herz lachte, wenn .Sie Ihre Spendirlaune hatten. Ich habe gefehlt, Erzellenz, aber nur aus Feigheit Gott weiß es nur aus Feigheit. Ich wagte eS nicht, -Ihre gute Laune zu zerstören Ach, sprechen Ew. Erzellenz doch ein Wort, ein einziges Worr ! Ich vergehe vor Angst, wenn Sie so vor, sich hinstarren ! Was kann ich thun, um Sie ;u vcrsöhnen !" Zachariars hob schluchzend jetzt ' die Hände auf. aber der Graf "antwortete nicht. Lom erfaßte dessen Hand, welche schlaff vom Lager herabhing und suchte ihm in zärtlichen, einschmeichelnden Worten klar zu machen, daß es ein : grober Irrthum jei, wenn er wähne, sich lächerlich gemacht u haben. - Im ölchbacher Thal wisie jedes Kind, das Graf Elmborg Hunderttausende für humane Zwecke hergeschenkt habe und daß viele Familien ihm ihr Glück, ihren Wohlstand-zu danken hätten. . Und ich selber," so schloß Lom in tiefer Ergriffenheit, habe Alles, was ich bin, Ihrer engelgleichen Güte, Ihren weifen Rathschlägen, Jhrem begeisterungsvollen Hinweis auf die Ideale der Menschheit zu danken. Dür fen Si da mir oder dem tnuen Za--chariaö Lümen, weil wir.sg , große Wohltbaten mit etwas Liebs zu vergelten wag tin'i"

Der Graf erbob sich mühsam von der

Bank; seine Knie zitterten, sem Antlitz war starr und seine Stimme klang rauh. Ich zürne Dir nicht mehr, mein Sohn, und will Dir einen neuen Beweis meines Vertrauens geben. Blanka schwebt in Gesahr. Eile zu ihr, schütze sie gegen den Rasenden. Ich kann es nicht mehr, meine Kraft ist gebrochcn." Mit Freuden erfülle ich diese Pflicht, nur möchte ich die Beruhigung mitnehmen, daß Sie, mein Wohlthätcr " Verhöhne mich nicht : Geh', die Ka- , tastrophe bricht herein, suche mein Kind , zu retten, mich hat der Schlag zermalmt. Fort!" Lom küßte jetzt dem Grafen die Hand und schlug dann rasch den Weg zur Villa ein. Der Graf lehnte sich gegen die Thür des Kiosks, und seine Blicke folgten dem sinkenden Sonnenball, welcher im Westen Erde und Himmel mit Pupurglanz schmückte. Sein Auge war umflort, es schien ihm, als löste sichrer Urquell des Lichts in ein Blutmeer auf. Im Ge zweig des GaisblaKS, das den Kiosk überspann, sang ein Häsifling sein Abendlied. Das klang so triib und wehmü thig, als beklage derÄdgel denUntergang der Sonne. Ja, die Nacht bricht an," murrnelte der Graf, als wolle er das Vogellied beantworten, eine Nacht ohne Ende." O, gnädiger Heer, sprechen Sie ein Wort ein einziges Wort zu mir ! Ich kann Sie nicht leiden sehen, das bricht mir das Her?." Der Graf wandte sich nicht nach dem schluchzenden Diener um,, aber die Thränen erstickten ihn fast, als er mit zitternden Lippen antwortete : Du hast inir ein Nidicule gegeben ein unauslöschliches Ridicule ! Du ahnst nicht, was das heißt Lächerlichkeit tödtet ! ' Kann ich's denn nicht wieder gut inachen?" schrie Zacharias. Mit meinem armseligen Leben möcht' ich's sühnen! ),' strafen Sie mich, strafen feie mich sur meine Thorheit, aber vergeben Sie mir dann wieder, mein guter, mein liebster Herr !" Er tastete nach der Hand des Grafen, um diese zu küffen, und seine Thränen rollten auf die schmalen Finger des Aristokraten. Jetzt drehte sich der Graf nach ihm um und cntgnete leise: Ja. ich muß Dich strafe:', Äiier, denn Du hast mich von meinem Thron berabgcschlcudert und mir bewiesen,, daß es nur einen Adel giebt den Adel der Seele. Tu bist besser alö Dein närrischer Herr weit besier ! An mein Herz !" Der Hänfling auf dem iosk ver? stummte. Er allein konnte cs bemerken, das; Graf Elmborg seinen alt:n Diener in die Arme schloß cr allein tut die seltsamen Laute gehört und die Thränen gesehen, in denen sich der Gefühlssturm zweier tiefbewegter Menschen entlud. S e ch S z e h n t c s K a p i t e l. Kranlitz war durch den Namen Sarvlta von seinem Opfer wcggcschcucht worden. Bei der Fontäne trat ihm das Bild der Zigeunerin in der Virginiusgruppc entgegen und ein tiefes . Erschrekken ging durch seine Seele. Die ökachegcister verflogen, der Unmuth kehrte ein. Ihm war jetzt so übel zu Viutbe, als erwachte er mit wüstem Kopf und gesunkenen Lebensgelstern aus einem Nausch. Hastig schritt er durch den Buchenwald, deffen Blätter im Abendlicht wie röthliches Gold flimmerten. Er hörte das Girren der Holztaube, welche ihr Weib chen zum Neste lockte, hörte das Zirpen der Heimchen, vernahm das leise Nauschen des Abendwindes, der das Laubmeer des Waldes so gleichmäßig bewegte) wie Athemzüge die Brust eines schlummernden Mädchens. Friede herischte in der Natur, in seiner Seele aber war Sturm, war finstere Gewitternacht. Kranlitz rang die Hände, blickte zu den sonndurchleuchteten Vaumwipfcln auf und rief : Giebt es denn für mich keinen Frieden ?" Wie ein Echo tönte Antwort zurück : Sobald Sie Gutes thun!" - Der Stock, auf den er sich stützte, entsiel der Hand des Millionärs, und hastig wendete er den .Nops nach der stelle um. woher dieser Ruskam. Das ruhige Gesicht Neinhold Back's wurde neben einer alten Buche sichtbar. Der junge Mann trat dem Fabrikherrn entgegen und fuhr lächelnd fort: Verzeihen Sie, daß ich in diesem schönen Tempel der Natur die Rotte des Weltgerichts übernahm ; es war sonst Niemand da, der Jbre Fraqe bätte be--aiitworten können. Ich heiße Sie in der clmath willkommen !" Kranlitz fühlte sich curch die unvermu Nete Begegnung so verwirrt, day er die Frage bervorstotterte : Wie kommen Sie bierber V Ick battc die Absicht, moracn 3!ckbach zu verlaffcn, wo ich eine Fabrik ein richtete. ?!un drängte es mich heute, die Stelle noch einmal zu schen, an welcher ich zum ersten Male Ihrer Nichte Herwig begegnet om." . Kranlitz ließ sich das Jugend Abcn rcuer im aice erzamcn uno fano untcrdcffen Zeit, sich . zu jammeln. Beide setzten ihren Weg fort. Als sie den Waldsaum erreichten und slw vor ibnen der Thalkcffel ausbreitete, als ihre Blicke zur Spinnerei und zur stol;en Villa bin uverschweisten, auf deren Daä'ern eben die letzten 3!cs!ere des Abendlichts ruh ten, überkam beide Wanderer eine scltsam elegische- Stimmung. Reinbold tfL - Tl J. I ... . I t C L r . ' I Ivouie jia; yler rcraoicylecen uno rat iase und zaghaft, ranlltz möqe alle Rache gcdanken gegen Blanka aus seiner Seele verbannen, denn die Racke verwunde stets auch Ten, der sie ausübe. Kranlitz ließ die Bitte unbeantwortet. bat Neinhold aber, er möge ihn noch bis ins Thal hinab .begleiten. ' Auf dem Wege dahin legte cr seinen Arin vertraulich in den deS jungen Mannes. und sagte: Ich habe mich im Seehof viel mit Ihnen beschäftigt. Back, und bin zur Erkenntniß gekommen, daß Ihre Ratschläge, welche mich vormals mit Entrüstung erfüllten, wohlgemeint und gut waren. Sie haben betreffs der Gesinnung viel mit Hedwig's Vater, meinem verstürbetun Bruder, gemein und' so lange ich dessen Vorschläge ausführte, : war ich glücklich. Ich will ein neues Leben be.

, v ri t Cf f. r thun. Meine erste That soll die sein, Ihre Hände in die meiner Hedwig zu legen. Ich werde Sie mit Stolz Sovn nennen. Reinhold. Sie machen meine Nichte glücklich ich weiß es." Neinbold sah den Millionär mit auf-, leuchtenden Augen an. Jener schnitt alle Dankesworte durch eine Umarmung ab. Sie babcn mir Ihre Hochherzigkeit bewiesen und sich Z : .r. ' 4 :j. o..i,:rr.. 1 ; meiner vu'uimi, uiv uy vu lzlvelillncr, nahe war. Mdu Wunsch ist, daß Sie Hedwia rasch zu Ihrer Frau machen. denn Sie sollen mein Sozius werden. $ Ich verlasse Deutschland in den nächsten j agen vielleicht morgen schon, und ich möchte Sie, den ich treu erfunden, an die Svltze-a!l meiner Unternehmungen stellen. Sie sollen hier frei schalten, sollen Ordnung schaffen und alle Profekte ausführen, welche Sie im Interesse der Arbeiter entworfen haben. Ich bedarf der Erholung und gehe nach dem Süden. Fühle ich mich nach zwei oder drei Jahren wohler, so kehre ich in den alten Wirkungskreis zurück. Dann wol' len wir Beide gemeinsam unser Bestes thun. In diesem Thal soll kein Arbeiter mehr Noth leiden, kein Kranker obne Pflege, keine Waise ohne Obdach und i? , ,: Qrur er ... uiuiuii't, icui uui vi;ut 44jvt vtriven. Von der Villa da droben soll Segen in das Thal niederströmen, reicher Segen, und ich will mich sonnen in Eurem Glück, will mich erheben an den humarnären Schöpfungen und mich erquicken an dem heiteren Gelächter Derer, die meine Geldgier bis heute in Leid und Trübsal gebracht hat." , Reinhold fühlte sich durch diese Eröffnungen so beglückt, daß er kaum Worte fand, um Kranlitz zu danken. Als er sich verabschiedete, schimmerten seine Augen in feuchtem Glanz und er bat Kranlitz nochmals, nicht hart gegen die Baroin ZU sein. Dieser lächelte. Unser Gespräch bat mich erhoben", sagte er. Ich hoffe, ohne ernsten Konflikt über die schwere erste Begegnung wegzukommen'. Reisen Sie nicht nach der Hauptstadt zurück. Neinhold, sondern senden Sie telegraphische Nachricht an Frau Nasch und erwarten Sie Hedwig hier. Kommen Sie morgen früh u mir und bringen Sie den Justizräth Pragel mit. W.ir müssen die Geschäfte im Fluge erledigen. Gute Nacht." ' Neinhold trat eilig den Rückweg an. Ihm war so wohl zu Muthe, als schwebe er durch die Lust, als grüßten ihn die aufblitzenden Sterne mit einem Glück auf!" Welch' eine Zukunft that sich vor ihm auf ! Was er seit Jahren erhofft und ersehnt hatte, es wurde erfüllt : Hedwig, die er geliebt von Jugend auf. Hedwig, die der gute Genius seines Lebens geworden, Hedwig, deren Edelmuth und Seelengröße er von Tag zu Tag lehr bewunderte ! Aber er sollte auch an die Spitze der ungeheuren Unternehmungen treten und frei walten ; er konnte zum Führer von tausend Arbeitern und zum Erlöser so vieler Armen werden ! Das überwältigte ihn schier, das war zu viel für eine Menschenbrust ! Er jauchzte und lachte und rief den Namen der Geliebten in die dunklen Waldballen hinein. Plötzlich kam ein Mann eilig über den Hügel lcinhold verstummte und wollte hastig an der schattciihaften Erscheinung vorübcreilen, der Fremde aber rief ihn an. Jetzt erkannte er in der Dämmerung Poldi Lom, der vom Schwcdenschloß herüberkam. Der Bildhauer vertraute ihm, daß Kranlitz hen alten Grafen wüthend angefallen und durch seine brutale Et büllung ins Herz getroffen habe. Lom bat ökeinhold, ihn nach die Villa zu begleiten, weil für Blanka Schlimmes zu befürchten sei. - Diese Eröffnungen sielen in die Seele des Ingenieurs wie Nachtfrost auf Frühlingsbluthen. Erversicherte, daß Kranlitz sich gegenwärtig in der versöhnlichsten Stimmung befände, Lom aber war voll fo banger Ahnungen, daß auch Zleinhold zuletzt von der Furcht ergriffen wurde. So wandten sich denn die beiden Ai'anne? mit raschen Schritten der Villa ;i'. Kranliy war, nachdem der Begleite? ihn verlassen, am rauschenden Wehr und der großen Spinnerei vorübergewandcit. Das Etablissement hatte er fünfzehn Jahre zuvor in Gemeinschaft mit seinem Bruder ins Leben gerufen wie war es seither gewachsen ! Reichtümer waren ihm zugeströmt von allen Seiten und doch hatte sein Leben an Glück und Frieden nicht gewonnen. Die Arbeiterinnen wanderten aus den Fabritsälen heimwärts und Burschen, die von der Heumahd kamen, gesellten sich auf den Wie sen zu denselben. Das junge Volk lachte, schäkerte und plauderte. Jetzt stimmte eine hctte Mädchenstimme ein Volkslied an und der Ehor fiel ein. Der Gesang tönte schwerinüthig über das Thal hin. Die Stimmung, welche das Lied erzeugte, harmonirte ganz mit der des Heimkehrenden. Unwillkürlich, ja. fast unbewußt sang Kranlitz einige Strophen leise mii, dann sagte er sich, daß das Li.d ein geistiges Band schlinge zwischen den Generationen vieler Jahrhunderte. Geschlechter hatten in diesem Thale gelebt, geliebt, geweint und gelacht und waren ins Grab gcsunken, um jüngeren Generationen Platz zu machen. Die Menschen starben und vergingen, aber das Lied, in dem sie ihre Sehnsucht und ihr Hoffen, ihren Liebesdrang und ihr Leid ausgehaucht hatten, das war geblieben. Einst hatte auch er als junger Bursch gcsungen,wcnn er am Feierabend über die Wiesen wanderte, und hatte voll Sehnsucht zu den Sternen aufgeblickt, und die verhießen ihm wunderbare Freuden. -Ach, heute duftete die Heumad wie in den Tagen froher Jugend, heute funkelten die Sterne so gob dig und verheißungsvoll, wie vor Jahrzehnten, heute klang das alte Volkslied wieder so mächtig durchs Thal, als wolle es Erd und Himmel durch die Tonwogen verhindern, aber er er allein war ein Anderer geworden! Der schwermüthige Gesang bewegte ihn wie ein Abschiedslied. Kranlitz mußte daran denken, daß nach Jahrhundetten in diesem Thal die Jugend in gleicher. Stimmung wie er dies Volkslied singen werde, .: daß nach Jahrtausenden die Erde den gleichen suft aushauchen, und die Sterne mit

ainnen uno nam lrrm ouiiq Ksnus

t , demselben Glan;.' vom dunklen $ ,'e..dhimmel hcrscheilien.' würden, un) v überkam ihn bei dem Gedank.'li das wehmüthige lcfühl von derVeraanglichkett und Unbcdcutendheit des Menschendaseins.. O. wenn ein Gott über den Sternen waltet", sagte er leise und blickte flehend ?u dem unermerlichen ,irmamcnr auf, so iiucy: er mir Frieden beschccren. Nach all' den Leiden hätte ich Anspruch auf einen Lebensabend mit etwas Sonne und Glück'." Er stand vor seinem Hause. Das Herz fing ihm an stürmisch zu pochen, und cr holte tief Athem, bevor er die Hand auf die Klingel legte. Das Eisen war kalt und thaufeucht und füblte sich an, wie der Kopf einer Schlange. Die Glocke hallte dumpf durch das Erdgeschoß. Hubert, der Reitknecht, und der braune Hühnerhund erschienen am. Thor. Der Re'tknech: öffnete die Thüre nur , halb und sagte: Wer sind Sie, w?s wollen Sie" Kranlitz stieß die Thür weit auf und entgegnete: Sie sollten Ihren. Herrn kennen unduhn nicht in ungeziemendem Ton anreden." Ich erkenne Bit jetzt wieder, Herr Baron", entgegnete der Mann unwirsch und fügte dann hinzu : Uebrigenö stehe ich im Dienst der Frau Baronin." Was soll daSZ" .Kranlitz fühlte die alte Leidenfchast erwachen, allein' er bezwäng sich rasch wieder und ging an dem frechen Diener vorüber ins Haus. Eine Zofe, welche im Vestibül seinen Weg kreuzte, bemerkte ihm, daß die gnadige Frau keinen Besuch mehr empfange. Kranlitz schob das Mädchen, welches ihn nicht kannte, schweigend bei Site und trat durch die nächstgelegcne Thür in eine mit Jagdtrophäen. Krügcn und Waffen ausgestattete Trinkstube ein, welche vom Speisezimmer durch dunkle Portieren geschieden war. Hier pflegte er mit der Frau deö Hauses Abends den Thee einzunehmen. Als Kranlitz eingetreten war, befand er sich Blanka' und dem Doktor geaenüber. Die Baronin kehrte ihm den Rücken zu; sieMtzte den Kopf auf die schlanke Hand und lauschte den Worten des Doktors, welcher eifrig zu ihr sprach, jedoch beim Anblick des Eintretenden plötzlich verstummte und dann emporschnellte, als habe cr einen Schlag cmpfangen. Blanka ivendete laiigfam den Kopf und erblaßte. Einen Augenblick standen sich die drei Menschen in dem engen Raum stumm gegenüber, dann rief Kranlitz dem Doktor mit zornbcbender Stimme zu: Auf die Knie, Elender !" Der Doktor wollte sprechen, aber nur ein Lallen kam über seine Lippen. Untcr den Gluthblicken des Heimgckchrten

irampste s:cv oas .er; de Feiglings zusammen und feine Knie zitterten. Einen Augenblick rang er nach Festigkeit, dann aber, als sein Gegner die branne Hand ausstreckte, kam ein Angstschrei aus seiner Brust und cr floh durch das dunkle Speiseziniiner wie ein gepeitschter Hund. Ein verächtliches Lächeln zuckte über das dunkelgeröthctcGcsicht dcsBarons und er sagte, gegen Blanka gewendet: Ihr Ritter verläßt Sie, Madanie " Jene sandte dem Fliehende einen Blick der Verachtung nach, dann wendete sie langsam den stolzen Mops halb nach dem Gatten um und sagte : Sie sind gekommen, um Rache zu eh nen rächen Sie sich." sFortselzung folgt.) Deutsche Local - Nachrichten vcdielien. In Bre'lau sind wegen Theilnahme an dem gegen den Nachtwachtmeistcv' Schlotant verübten Exceß außer den bereitö verhafteten Arbeitern noch drei Personen ermittelt und in' Haft genommen worden. In dlamenz beging der Hauptlchrer Joseph Thoman sein 60jähriges Dicnstjubiläum In Nicolai würde dieser Tage der Forstgehülfe Büttner aus Zarwiz eingebracht, der dort angeblich aus Eifersucht einen Mann e?v schössen hat. In Deutsch Krawarn feierte der Hauptlchrer Weczerek sein 60jähriges Ämtsjubiläum, wobei demselben der Kronenordcn mit der Zahl 60 überreicht wurde. Wegen Sittlichkeits Vergehen wurde in Liegniö der bekannte Cigarrenhändler ökother Verhaftet. Die von demselben mit Kindern Vorgenommenen unzüchtigen Handlungen waren schon seit mehreren Tagen im Publikum bekannt. In Neuenburg a. B. wurde auf der Entenjagd der 17jährige Sohn des Häuslers Bergmann durch einen Schrotschuß tödtlich verwundet und zwar rein zufällig. Vrooini V3t Malen. Die Strontianit Gesellschaft in Ahlen, Görne & Co., beschäftigt momentan 900 Arbeiter. Unweit Necklinghausen hat der Bergbau abermals einen Erfolg u verzeichnen. . Auf der Zeche König Ludwig" in Bruch ist ein mächtiges, 4 Fuß Zlohlenflötz angefahren, das reine Fettkohle enthält. In Herford hat sich eine altkatholische Gemeinde gebildet. Der Gemeinde ertheilt der Pfarrer Dr. Hochstein aus Dortmund in einem Klas senzimmer der Feldmaiker Schule das Abendmahl. Der Oberpostdireetor Köhne Von hier ist nach Düsseldorf Versetzt worden. Sein Nachfolger ist der Obelpostdireetor Schulze in Oppeln. Brandsälle: Im Dorfe Sulzern bei Münster brannten dem' Fabrikbesitzer Immer drei Wohnhäuser nieder ; in Endebutt das Hup sehe Wohnhaus und das Haus des Kohlenhändlers Honer. HjfsknDarnkadt. Ans Darmstadt Verlautet : In den letzten Wochen wiederholen sich die Brände in unseren ländlichen Ortschaften in beängstigender Weise. Rasch auf einander sind dieBrände von Groß.Umstadt,GroßZkohrheim und anderer Orte gefolgt. Nach diesen wurden auch Allertshausen und Dudenhofen heimgesucht. EinMann Namens F. Heß ist der Brandstiftung verdächtig gesanglich eingezogen worden. In Gaböheim ist das Anwesen des Landwirths Dauch durch Feuer gänzlich zerstört worden. In Heppenheim ist der Aufseher bei der Zuckerfabrik Offstein, Hr.Ußbeck, auf dem Nachhausewege überfallen und tödtlich verwundet worden. Bon den Thätern hat man keine Spur. Bei der in Jnheiden staUgehabtenBür germeisterwahl ist der seitherige Bürger meiste? Neitz mit großer Majorität wie

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2 ente, welche sich ein vorzügliches vianvlauschaffen und dabei 8100 ersparen wollen, der Betrag, welcher gcwöbttlickbei solchen PkanoS, die in ausgedehnter Weise annoncirt werden, daraufgeschlagen wird, werden in dem

geradezu daS sinden, was sie wünschen. Dieses Instrument bat seinen Weg in nahezu 1,000 Hanser dieser Stadt gesunden, ein Nmstand, der gewiß zu seinen Gunsten spricht.

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dergewahlt worden. In Lauback fand dieser Tage die Vermählung des Prinzcn Heinrich XVIII. Rcuß j. L. mit der Gräsin Magdalena Benigna zu SolmsLaubach im Beisein der beiderseitigen Verwandten statt. Die Eröffnung des neuen Centralbahnhofs in Mainz verspricht ein epochemachendes Ereizniß zu werden. Beim Bau der neuen Älheinbrücke in Mainz truz fich ein schwere: Unglücksfall zu. Eö stürzte nämlich ein Gerüst zusammenlas sämmtliche aufdemselben beschäftigten Arbeiter mit sich riß. Fünf von ihnen wurden lebensgefährlich verwundet und drei kamen mit leichten Verletzungen davon. Einer der erstere ist seinen Verletzungen erlegen. . vraunschweig. ndai:. kiepe. In Brauschwclg wurde wegen Todti schlags der Tischler Fritz Schabe zu 8jähriger Zuchthausstrafe verurtheilt. Der Schulinspector Töpke von der Bürgerschule am Prinzenwege in Braunschweig feierte dieser Tage im Kreise de Lehrerkollegiums sein 25jähriges Dienst jubilaum. Zum Gemeindevorsteher in Cramme wurde der Kothsaß Julius Johns gewählt. In Nienburg hat der ehemalige Schiffer Martin Schmidt seinem Leben aus Lebensüberdruß durch Erhängen ein Ende gemacht. In Detmold hat die Prinzessin Louise, älteste Schwester des regierenden Fürsten Woldcmar zur Lippe, dem Lande ein Geschenk mit em sogenannten Prinzcnpalais gemacht. 5elbigeS ist mt Unterbringung der öf, fentlichen Bibliothek und zu Museumszwecken bestimmt. In Bernburg fand das Begräbniß des Kaufmanns Wilh. Calm unter äußerst zahlreicher Betheiligung .statt. Es wohnten ihm hohe Staal;beämte und die Offiziere der Garmwn !;;. , otn acotm. .Dejr Aelteste der Kaufmannschaft in Magdeburg, Eommcrcienrath Bernhard Freise, Chef der großen Firma Jacob Hennige in der Neustadt, ist in Folge eines Schlaganfalls im Gebäude der Magdeburger Feuerversicherungs'Gesrllschuft . Plötzlich gestorben. In einer zahlreich besuchten Versammlung von Socialdemokraten in Halle ist derSchrift' steller Häsenclever zum Reichstagscandidaten der Arbeiterpartei Halle's und der Saalkreis prollamtrt. In Burggörner bei Hällstadt ist die ledige Louise Walke von einem jungen Manne überfallen und vergewaltigt worden. Ein Hüttenauf.seher ist als der That verdächtig in Haft genommen worden. In Bocka bei Weißcr-Felsast ist ein junger Mann verhaftet' tvorden,' angeklagt, die Alma Krcgge aus Kayna ermordet zu haben. In Erfurt hat der Commis Paul Buschmann, in Diensten des Spediteurs König, anläßlich einer unheilbaren Krankheit seinem Leben durch Erschießen ein Ende gemacht. In Nord hausen ist der Prediger und Schriftsteller Baltzer wegen Beleidigung des Kronprinzen in einem Leitartikel der Nordhauscner Zeitung" zu einmonatlicher Festungshaft veruriheilt worden. Zwischen den Bahnstationen Kleinfurra und . Wolf' ramshausen hat man auf dem Bahnkörper die Leiche des Metzgerö Neuse aufge funden. Man nimmt an, er sei ermordet und seine Leiche auf den Schienen gelegt worden. Das alte Brauhaus Zum Nelkenbusch" in Magdeburg ist unlängst durch Feuer total zerstört wcs--den. bnlgnich ZSurttemixrg. Im vergangenen Jahre bestanden in Württemberg 2.07 gewerbsmäßige und 2275 Privatbräuereien. - Die Zahl der konzessionirien Wirthschaften betrug 17,300. Augenblicklich bestehen 11,430 Brennereien. Gestorben die Frau des bekannten Tenors Albert Jäger inStuttgart. Der Kronenwirth in Großbettwar verschwand mit der Mitgift seinerBraut. Der vermögende Bauer Rößler von Oeffenau wurde wezen Meineids zu Monaten Zuchthaus verurtheilt. I. Eckarthausen bei Hall . brannte das Wobnbaus des Bauers Leonard Welk nieder. Arbeiter Langensen in Heiden heim wurde in der Voith'schen Äaschi nenfabrik zermalmt. Kelterschreiber Ruosf in Kirchheim u. T. erlag einem Schlaanfalle. -Bejm Obstbrechen brach der Bauer Hornunz von Wir.dischbrachbach daS Genick. In Trossingen bei Rotiwcil erhänate sich dcr Maurer I. Kratt Gestorben, der langjährige Mu' sikdittktor der Liedertafel rn Ulm, Paul Slavitskv; Stadtschultheiß Karl Geck in Bolldera. Durcd Unvornstialeit eritack

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RöSNS ! Leichte die Schwester deö Bauern Joh. Klink, ihre gerade vorübeikommende Schrsöge rin mit einer Dunggabel. ro.lNj Vanne. Im Odeon" in Hannover fand die Eröffnung der Nähmaschinen-Ausstellung statt. Der Gutsinspector Bertram' aus Barsinghausen wurde inHannover wegen Unterschlagung von 5000 M. festgenommen. In St. Andreasberg liegen übe? 100 Personen an der Trichinenkrankt)eit' darnieder. Im Verlauf eines Streites zwischen den Gebrüdern Schmidt in Em den erstach der jüngere Bruder den alte ren. Gestorben. Wichmann in Liebenau, Veteran aus den Freiheitskriegen, 90 Jahre alt. Der Regierungs-Affefsor logau in Neuhaus a. d. O. wurde we gen thätlichen Angriffs auf den Reichs tagsÄbgcordncten Eronemever abqesetzt. Die städtischen Collegien von Norden beschlossen, eme Trambahn durch duStadt nach Nodcich zu errichten. Der betagte Lehrer B. in Ostcrrode wurde wegen Vergehens an einem 13jährigen Mädchen vcrbastct. Der Lohgerber Hermann Mever in Uchte und der Anbauer Hein1J- s!f iA Ä r r . r araocr in orium er?angrcn ficy. - Der Dachdecker Viadeaer in Hannover, der Maurer Bchnkcn in Langwe del, und der Äcaurer Hunze in Sibeffe kamen bei der Arbeit um's Leben. -' Ertrunken sind : in der Jhme bei Hannovcr der Filzarbeiter Hamann, im Schnellengraben bei Hannover der Ar better Araababn aus Linden, und bei Osterbruch der Schiffer Heisst auS OdiS heim. Der Schlächter Benjamin in Lingen wurde von einem wüthenden Stier getödtet. Der Hauswirth Bar teiS in Bilm wurde überfahren. I Meppen brannten 7 Wohnhäuser nieder. Xheinprovinz. Äeh. Finanzrath v. Benin ist zum Nachfolger des in den Ruhestand aettetretenen Regierungspräsidenten v. Beinuth ernannt worden. Profeffor Dr. Friedrich Schmitz, bisher Kustos an der botanischen Anstalt zu Bonn ist als Pro fcffor der Botanik nach Greifswald be rufen worden. In Barmen hat der ehemalige Gendarm Lüdemann den Brennereibesitzer R. Dietrichs durch 3 Revolverschüffe lebensgefährlich verwundet. Wegen Mords sind vom Elber'elder Schwurgericht der Scheerenschlei er Karl Schultes zu 10, die Scheeren chleifr Friedrich Schulte? und Gustav Wachholder zu 8 und 7, sowie der Fabrik arbeite? Karl Schmidtberg zu 8 Jahren Zuchthaus veruriheilt worden. Zwischen Kleinenbroich und Corschenbroich ist der fürstlich Salm-Dyck'sche Förster Lud wig Chateau von einem Wilderer erschos sen worden. In Coblenz hat die.Enthüllung deS Goebendenkmals in Gegen wart des Kaisers und der Kaiserin stattgefunden. Unglücks- und Brandsälle : Im Kölner Hafen ertranken die beiden 11 und 13 Jahre allen Söhne Kaspar und Wilhelm des Postbeamten-Lichten berg, auf dem Bahnhof in Wesel wurde der Bahnwärter Johann Bohr und' auf dem Dürener Bahnhof der 18jährige Handelsmann Johann Dick auS Neuß von einem Zuge überfahren und getödter. Eine gewaltige FeuerSbrunst, die im Hause des Schmiedemeisters Stockemer in Fließen entstanden war zerstörte 20 Häu ser mit Nebengebäuden bis auf den Grund und in Cornelimünster gingen außer dem Hause des Dr. Dick 5 Hinter gebaude in Flammen auf. In Kettwig vrannten sämmtliche Gebäude auf dem Löhrmannshof nieder, in Brilon das HauS des GastwirthS MagnuS Ramrvth ' und in Wehofen das WohnhauS M Gutsbesitzers Kersken. CftlllgkoIfl(u In Jerreshöfeld wurde auf die Frau des Tischlers Rojens, als dieselbe gerade ins Bett steigen wollte, von unbekannter Hand durch das Fenster ein Schuß abge feuert, der ihr den einen Vorderarm zer schmetterte. Der Ziegeleibesitzer I. roos in envorden wurde von emeriv seiner Arbeiter .überfallen und derartig mißhandelt, daß er bald darauf starb. Seminarlehrer Schöppa in Uetersen hat einen an ihn ergangenen Ruf der chile nischen Regierung abgelehnt. JnJtze boe soll eine Jutefabrik errichtet werden. Traispras may be fonnd oa rn tu uixx. rltowEix & txra Ncwspaper Adrertiflng Bureau 10 8prnoj &creeu, woeio aarsr i ü5a vea Eg contracu may C9 al tot la

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