Indiana Tribüne, Volume 8, Number 37, Indianapolis, Marion County, 25 October 1884 — Page 3

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Goldene Schwingen.

Roman von R. Elch o. (Fortskdung.) VierzcyntesZLapitel. Als Kranlitz gegen Mittag in der Hauptstadt anlangte, leuchtete die Sonne bell vom blauen - Sommerhimmel herab. Tcr Bahnhof war von schreienden und' lärmenden Menschen umdrängt, Wagen rasselten aus und nieder. Er nahm eine Droschke und fuhr zum Hause der Frau Ztasch hin, denn es drängte ihn vor allen Dingen, Hedwig in die Arme zu schließen und sie über den Stand seiner Angelegenheiten zu befragen. Frau Zkasch war ausgegangen, die älteste Tochter derselben cmfing ihn und beantwortete seine Frage nach Hedwig dahin, dieselbe sei amMorgen nach dem Seehof abgereist, weil sie ihrem Oheim eine frohe Botschaft zu überbringen t)abe. Frohe Votschaft?" Kranlitz wurde todtenbleich. und wankte. Können Sie mir, liebes Fräulein, nicht sagen bitte, um was es sich handelt?" Das Mädchen sah den Fremden, der so krank und erregt zu sein schien, bcfremdet an und erwiderte : Ich weis; es nicht genau es handelte sich, wie icb glaube, um die Freilassung ihres O'beims. Herr Back sandte gestern aus Nehbach ein Schriftstück an- Fräulein Hedwig, bei dessen Anblick sie in Thränen ausbrach und wiederholt rief: End-, lich, endlich wird er erlöst!" Aber Sie scheinen nicht wohl zu sein, mein Herr, darf ichJhneneine Erfrischung reichen ?" . Tanke, danke bestens ! Mich'hat die Reise ein wenig angegriffen. das geht vorüber. Sagten Sie nicht. Neinhold Back sei in Nehbach T Ja, er richtet dort eine Fabrik ein." Ist Ihnen ein Mann Namens Ar.nold bekannt? Ist derselbe hier im Hause gewesen ? Nicht ? Ich danke Jh nen. mein Fräulein, leben Sie wohl." Er wankte über den Hof und trat zu dem Wagen, der ihn hergebracht hatte. Er nannte dem Kutscher die Straße, in welcher seine Villa lag, und warf sich stöhnend in den Wagen. O, grausam?s Geschick !" rief er da drinnen hänoeringend, als. die 3täder über das Pflaster rasselten, die Befreierin ist an mir corübergcsahren. . - O, warumkam die Botschaft nicht einen Tag früher, so wäve mir ein entsetzliches Verbrechen erspart zebiiebcn '. Fluch, Fluch über üiciiiik feinde " Kraniitz fand die Fenster seiner 13iüa verbänat. Da die Vtraße menschenleer war, entstieg er oem Wagen und tiingene an der yausthüre. Ein fremder Mensch kam zum Thor und .sah ihn mißtrauisch an. Sind Sie der Portier dieser Villa?" Ja." Ist die Baronin Kranlitz in der Stadt?" Nrin." "Ist sie in Zkehbach ?" Der Mann schaute den Fragesteller mit unverschämter Miene an und erwiderte : Sie wollen wohl was von ihr geschenkt haben?" Unver ". Kranlitz bekämpfte die zornige Wallung und sagte in kühlem Ton: Sie irren sich. Dies Haus gehörte vor Zeiten mir und ich habe der Baronin eine geschäftliche Mittheilung zu machen." So? Na, dann schreiben Sie nach Nehbach." Der Portier trat ins Haus zurück. Kranlitz betrachtete seine schäbige Kleidung und nannte dem Kutscher die Adresse eine Bankiers, mit welchem er seit Iahren in Geschäftsverbindung gestanden und bei dem er noch kurz vor seiner Erkrankung .(eld deponirt hatte. Als er durch die Straßen fuhr, auf denen die heie Ätittagssonne lag, tauchten alte Erinnerungen in ihm auf, allein die bekannten Erscheinungen waren entstellt. Trotz der sonnigen Beleuchtung war es ihm, als zehe sich ein schwarzer Flor über Häuser und Menschen, aü seien die Platz verödet, die Menschen krank und alt geworden. Sein Auge hatte an Klarheit nichts eingebüßt, aber der Spiegel seiner Seele war trüb geworden. Der Inhaber jener Firma, die er gesucht hatte, begegnete ihm beim Betreten des glänzenden Bankhauses. Kranlitz grüßte den Bankier, derselbe erwiderte flüchtig den Gruß und ging weiter. Nun rief Kranlitz den alten Geschäftsfreund beim Namen. Jener wendete sich überrascht um und sagte : Sie wünschen ?" Der Mann erkannte Kranlitz nicht wieder. Mit Zorn und Wehmuth, kämpfend, nannte er seinen eigenen Na-, men. Der Bankier riß weit die Augen aus, und stieß dann einen Ausruf der Ueber-! raschung und des Erschreckens aus. Hm; Gottes Barmherzigkeit willen, wie haben! Sie sich verändert !" . Kein Wunder," entgegncte. Kranlitz ironisch, in dem Kurort, von welchem ich jetzt herkomme, lebt man rasch. Sie sehen, was die Heilanstalt des Sänitäts-. rathes Dr. Löwstein aus mir ' gemacht hat." . ?er' Bankier nahm den herzlichsten Antheil an den . Geschicken seines Geschäftsfrcundes und zog denselben in sein Kabinet. Dort stellte er eine Menge Fragen. Kranlitz verrieth nur, daß er durch den Schurkenstreich eines falschen Freundes in die Anstalt gebracht und dort festgehalten worden sei, daß aber jetzt die Baronin seine Freilassung erwirkt habe. Zum Schluß frägte'er, wie' groß noch sein Guthaben bei der Bank sei. Der Bankier schlug eines der Kontobücher' auf und nannte die Summe. . Ich bedarf derselben," sagte Kranlitz, kann ich sie erheben ?" Sofort 'r Der Bankier klingelte, ließ die gewünschte Summe bringen und lud Kranlitz zum Essen ein. ; Jener warf einen. Blick in den Spiegel und sagte mit trübem Lächeln : Ich würde in Ihrem Salon .eine allzu traurige Figur machen: auch muß ich mich beeilen, nach Rehoach zu kommen." : l .-' ' ' ' Als Kranlitz sich verabschiedet hatte und das Päckchen empfangener Bankno-

ten in seiner Brusttasche barg, kehrte et

was von dem früheren 5lraftbcwußtsein in seine Seele zurück und aus den Schatten des Trabsinns rang sich der Humor langsam auf. Die Simsonlegende ist nur symbolisch aufzufassen," sagte erhalblaut. Das Haar, welches dem Hebräer die Riesenkraft verlieh, war Goldhaar. Hedwig hat ganz recht, nur der Reichthum zieht die Mafim an und beherrscht sie. Telila plünderte die Kasse des. schlummernden Helden. Als der starke Mann aufwachte, war er schwach geworden und die Philister banden ihn. Hatte der Verlust des Goldhaares für mich nicht die gleichen folgen 5 eyr wächst mir das Haar wieder und die schlumincrnde Kraft regt sich. O, wunderöar ! Vielleicht vermag auch ich noch einmal meine Widersacher m vernichten. Dock vor allen Dinaen muß ich etwas auf meinen äußeren Menschen verwenden, damit ich mich in anständiger Gesellschaft sehen lasten kann in anständiger Gesellschaft !" In der nächsten Viertelstunde yalte Kranlitz seinen verschlissenen Anzug mit einem neuen und höchst eleganten vertauscht, dann fuhr er zum Bahnbof und stärkte sich durch eine Mahlzeit, schriet, einige Zeilen an Hedwig, welche er ersuchte. ibm sofort nach Stehbach ni folgen. und löste dann ein Billet für die Fahrt nach der Heimaty. Aus dem Perron Voten Zeitungsvcrkäufer die Abendblätter aus. Kranlitz kaufte sich eine Zeitung und überflog in groper Erregung die telegraphischen ?!achrichten. Da war's bereits gemeldet, das große Brandunglück : Der Seehof, die trefflich geleitete Anstalt für ?!ervenleidende, ist in dieser Nacht ein Naub der Flammen geworden, Das Feuer brach während eines heftigen Gewittersturms aus. Entstehungsursachen unbekannt. Der verdienstvolle Gründerund Dirigent der Anstalt, Herr Sanitätsrath Dr. . m m 9 . Löwstcin, wurde em pser seiner Psiicv:treue. Während er sich, bemühte, Pfleglinge seiner Anstalt zu retten, stürzte das brennende Gebäude zusammen und begrub ibn' unter seinen Trümmern. Vtehrere 'Wärter und Geisteskranke ivurden verletzt, andere werden vermißt Ob die Vermißten den Tod in den Flammen gefunden haben, oder ob sie, durch die Feuersbrunst erschreckt, aus dem Bereich des Sechofs entflohen sind, läßt sich zur Stunde' noch nicht ermitteln." So hatte den verhaßten Direktor die Nach ereilt, aber Kranlitz konnte sich derselben nicht freuen. Das brennende Haus stand vor ihm, er hörte das Geschrei der entsetzten Kranken und hätte fliehen mögen bis ans Ende der Welt. Mit brennender Ungeduld erwartete er das Abgehen des Zuges, aber seine Aufregung verminderte sich nicht, während die Lokomotive mit rasender Eile dem Rchbacher Thal entgegenflog. Trotzdem Kranlih alle seine Tenklraft zusammennahm, wollte es ihm nicht gelingen, einen Plan für die Zukunfl zu entwerfen. Der Brand im Scehof mußte in nächster Zeit zu gerichtlichen Untersuchungen führen, darum war es für den Schuldigen gerathen, ins Ausland zu gehen. Es ließ sich schwer nachweisen, ob er sich zur Zeit des Brandes noch in der Anstalt befunden, ob er wahrend des Brandes entflo'hen war, oder ob er sich am A!orgen cntsernt hatte. Bei - der Abgeschiedenheit der Anstalt konnte auch die schärfste Untcrsuchung das Verbrechen nicht enthüllcn. Käme jedoch ein Untcrsuchungsrichter zu der Ueberzeugung, daß Kran litz das Gebäude in Brand gesteckt habe, so konnte ihn keine Gcwalt dafür, strafen, denn laut gründlich motivirter ärztlicher Gutachten war der .Verbrecher geisteskrank, mitbin außer aller Verantwortung. In den Wagen des Kourierzugcs war es sehr heiß,' und der Gedanke an das bc vorstehende Wiedersehen mit'Blanka erregte den Reisenden so sehr, daß ihm Zunge und Schlund trocken wurden. Er trat wiederholt auf den Bahnhöfen, wo der Zug einige Minuten anhielt, zum Büffet und ließ sich Erfrischungen rei chn. Gegen Ende .der Fahrt bemächtigte sich seiner in Folge des genossenen Roti); Weins ein Taumel, der ihm behagte. Er hatte das Gefühl, als entfernte sich die Seele langsam vom Körper und schwebte über den rollenden Zug fort zu den THU liarden von Sternen, welche am NachtHimmel glühten. Er sehnte sich danach, das eigene Ich ganz zu vergessen, allein er fanv den Schlaf nicht; das heiße, unruhig pochende Herz wollte nicht zur Ruhe kommen. Gegen Mitternacht langte c? tödtmüde in Rehbach an und bestieg den ersten Hotclwagen, den er vor dem Perron fauo. Im .votel wies dem Schlaftrunkenen ein Kell, er das Zimmer an und Kranlitz suchte sofort 'ein Lager auf. Trotz aller Müdigkeit jedoch wurde es "ihm schwer einzuschlafen. Die Bettlaken waren feucht und verursachten ihm einen Schüttelfrost. Aus den Räumen im Parterre tönte wüster Lärm herauf. Allem Anschein nach wurde im Ziestaurationslokal noch ein - tolles Bacchanal gefeiert. Kranlitz wälzte sich fluchend auf dem Lager hin und her, zählte die Glockenschlage der nahen Thurmuhr, und erst gegen Morgen schloß ein erlösender, tiefer Schlaf seine Augenlider. Als er erwachte, stand die Sonne im Zenith. Er kleidete sich rasch an und klingelte. Der eintretende Kellner fragte mit malitiösem Lächeln, ob der gnädige Herr zu frühstücken oder zu Mittag zu essen wünsche. Kranlitz gab seine Befehle. Jetzt horchte der Kellner mit einem MaU überrascht auf, fixirte den Sprecher scharf und verließ dann unter tiefen Bücklingen das Zimmer. Der Schuft erinnert sich meiner", murmelte Kranlitz. . Sein Verdacht wurde gleich darauf zur Gewißheit, denn als der Kellner zurückkehrte, um das Frühstück aufzutragen und der Gast dann die Rechnung fordertc, gab der Bursche zur Antwort : Frau Wachter wird dieselbe dem Herrn Baron persönlich vorlegen." Frau Wächter?" Kranlitz blieb der Bissen im Mrnide steckend Die Besitzerin dieses Hotels; sie ist seit -drei Monaten Wittwe und dürfte dem Herrn Baron nickt aani unbekannt sein, denn sie führte noch vor einem Jabr ctrri:r j. Ci . r ..? oie lliilysasl im ruoenila)r. an, da kommt sie selber !"

Der Kellner wand sich durch die Thüre und dem Baron trat eine schwarzgekleidete Frau gegenüber, die er kaum wiedererkannt hätte, wenn sie ihm nicht als Therese Wächter bezeichnet worden wäre.' Die Zeit hatte seine vormalige Braut schlimm verändert ; sie glich einer überreifen Frucht und mit der ernsten Trauersarbe ihres Kleides stand das rothe, aufgedunsene Gesicht schlecht im Einklang. Die Eingetretene erschrak sichtlich beim Anblick des Barons. Unter den Stürmen der Leidenschaft war das' Gesicht des Heimgekehrten verwittert.

sein Haar ergraut, sein Korper avgemagcrt. Du bist gelonimen, um icy zu rachen, Thomas?" sagte die Wirthin leise und rang nach Athem. Du suchst von Hoßlar, ich wn es, aber er ist nicht hier Vor einer Stunde fuhr er zu ihr hinüber zur Baronin. Sag' mir, was hast Du vor?" Der Bube , wohnt also hier, im Hotel. Ah, so war er es wohl, der heute Nacht drunten im Parterre den Höllenlärm vollführte und mein Geld verjubelte, während ich hier oben mich siebernd auf dem feuchten' Lager herumwälzte? O, hätt' ich das ahnen können !" Was willst Du ihm anthun, Thomas, ich bitte Dich, rede ! Er ist nicht so schuldig, wie jene Dame, die Tu zu Deinem Weib gemacht hast, glaube mir. O, räche Dich an ihr, sie verdient es, aber nicht an ihm, nicht an ihm !" Was geht Dich meine Rache an !" Mehr, als Tu ahnst. Ja, starre mich nicht so verächtlich an, ich fürchte mich nicht vor Dir, denn ich vertheidige mein Kind und Deines. Thomas, höre mich ! Der Doktor hat leichtfertig gehandelt und Dir grausames Unrecht zugefügt, allein er war nur ein Werkzeug m der Hand Deines Weibes. Der Doktor liebte meine Tochter und wollte sie t)eirathen, aber die Baronin, welche Dich ins Irrenhaus sperren ließ, bat sich auch einer Verbindung Hoßlar's mit meinem Kinde in den Weg gestellt, denn sie liebt den Mann selber. Du hast vor Jahren in Deiner selbstsüchtigen Verblendung mir bitteres Unrecht zugefügt mir und Deinem Kinde. Jetzt ist der Augeublick gekommen, es wieder zu sühnen. Du darfst den Mann nicht strafen, den Deine Tochter liebt. Tu brächtest sonst neue Schmach über Lottchcn und mich. Sei barmherzig ! Der Schlag, den Du gegen Hoßlar führst, trifft Dein Kind !" Kranlitz hatte diese Bitten und Enthüllungen regungslos angehört ; nur seine Augen funkelten. Als die Wirthin jetzt schwieg und flehend die gefalteten Hände zu ihm erhob, brach er in ein heisercs Gelächter aus. O, wunderbar", rief er dann und fuhr mit dem Stock, den er trug, sausend durch die Luft, mein Galopin ist ja ein Tausendsasa, 'c.r bemächtigt sich meiner Frau, meiner 'Millionen, meiner Tochter hat er auch Dich in seinem Netz, altes Schätzchen? Heisa ! Da hab' ich den rechten Kukuk in mein Nest gesetzt. O, daß ich den Buben in einer Wildniß hätte !" Sprich nicht so furchtbare Dinge, Thomas !" Das Gesicht der Flehenden wurde blaß und dicke Thränen rollten ihr über die Backen. Du hast ein Recht, empört zu sein, aber nicht gegen den Doktor, er war nur schwach und leichtfertig, nicht schlecht. Die Baronin hat ihn zu dem Verbrechen verleitet, in ihr steckt der Teukel, sie hat unser Glück mit Füßen getreten." Als Kranlitz das Zimmer verlasien wollte, loarf sich ihm die Wittwe bebend vor Angst entgegen und beschwor ihn, des Doktors zu schonen. Als er sich endlich frei machte, geleitete ihn Frau Wächter durch den Garten des Hotels und eine menschenleere.Allce zur Stadt hinaus. Kranlitz versuchte es hier, die Aufgeregte von sich abzuschütteln, allein Jene folgte ihm trotz der Gluth der Nachmittagösonne bis zur Höhe des Berges. Unterwegs brachte sie eine Reihe von Anklagen gegen Blanka und den Grafen Elmborg vor, schilderte deren Verschwendung und suchte dem Ergrimlnten einzureden, daß der Doktor die ungeheuren Einkünfte der FirmaKranlitz fast ausschließlich dazu verwendet habe, die noblen Passionen der Baronin und ihres Vaters zu befriedigen. F ü f z e h n t e s K a p i t e l. Im Park von Elmborg hatte Poldi Lom an jenem Tage die in Sandstein ausgefübrte Virginiusgruppe aufge stellt. ' Vergnügt lächelnd legte die Exzellenz den Arm auf die Schulter des kleinen Bildhauers und Beide schritten imSchatten der breiten Linden-Allee zum Aussichtspunkt hin. Das Belvoir war ein von Gaisblatt übersponnener Kioök. Mit welchem Recht verfügenSie über mein Weib und meine Kasse?" - Beim rauhen Klang dieser Worte dreh ten sich der Graf und Lom um und Beide sahen Kranlitz vor sich, welcher plötzlich aus dem Dickicht hervorgetreten war. Seine klugen funkelten, sein Gesicht war-stark gcrötbet, die Hand, welche sich auf den Stock stützte, zitterte. DerGraf, welcher vorher träumerisch in die Ferne geblickt hatte, war jetzt sprachlos geivorden, und Kranlitz fuhr fort : Sie haben wohl während ich im Irrenhause eingesperrt saß Geschmack daran gefunden, die reichen Einkünfte Jh-, res Schwiegersohnes zu. vergeud:?" Herr Baron" entgegnete jetzt der Graf in feierlichem Ton. - - Zur Hölle mit Ihrem Baron !" unerbrach ihn Kranlitz. Ich. weiß heute, was Ihr Geschenk werth ist. Wenn Euch Aristokraten Jemand im Wege steht, so schasst Ihr ihn bei Seite, ganz gleich, ob der Gegner ein Fürst oder ein Bauer Ist. Der Adel ist Truggold für die blöde Vienge, wir aber, Herr Echw.icgerpapa, die wir uns mit solchem Spielzeug für große Kinder schmückten, wir wissen doch, was dahinter steckt. Schurken und Schwachköpfe werden nicht. besser, wenn man ibnen auch eine Grafenkrone auf die Visitenkarte druckt." Der Graf entfärbte sich, aber seine Gestalt rockte sich auf und er antwortete in ruhigem Tone: Jeder muß den ei- . gcnen Werth am besten zu schätzen . wissen ". . Ja, der Dünkelhafte bläht sich und glaubt .ein Gott zu sein Herr Kranlitz, Sie stehen auf meinem Grund und Boden." .

..l ächerlich, Sie stehen aus meinem Gruitd und Bodeu und essen das Gna' denb rod, welches meine Großinuth Ihnen einst bewilligt hat !" Herr Baron," rief Lom jetzt und tra: dem Rasenden n:it blitzenden Augen entgegen, ich habe durch Reinhold Back erfahren, das; Ihnen schweres Unreckt angethan .vurde uns ich sinde Ihre Ei.trüsülng berechtigt, allein Sie wenden sich in Ihrer blinden Rachbegicr gegen einen Unschuldigen. Seien. Sie ge recht, beginnen Sie den neuen Abschnitt

Ihres Lebens nicht mit' einer Brutalifli z r&f t. v : j. r. r ' iiii. wras viiiuuiri, cer iua;xs oooer achtet als die Ehre, bat Sie niemals gekränkt" .So !, Hat er denn einen Finger.gerührt, um mich, seinen Schwiegersohn, aus der entsetzlichen Anstalt zu befreien ? )!ein, er duldete es, daß man den Mann, der ihn vor dem schmachvollsten Bänke-, rott errettete, in die Zwangsjacke steckte, und er verpraßte unterdessen ' ohne auch nur einmal nach mir zu sehen' mit seiner Tochter in Italien Während eines Winters 140,000 M. aus meiner Kaffe." ' ' Der Graf hatte sich zum Gehen gewandt, aber der Vorwurf bannte feinen Fuß. - Lom, welcher die Gefahr sah, die den alten Herrn bedrohte, flehte den Letzleren leise an, er möge rasch ins Schloß zurückkehren. Jener aber schob den BildHauer zur Seite, trat in stolzer Haltung dem Millionär entgegen und erwiderte: .Ich sehe Ihrer Entrüstung den groben, unpassenden Ton nach, welchen öie gegen mich anzuschlagen belieben,' allein Sie schleudern mir Anklangen entgegen, die völlig unbegründet sind. Ich konnte nichts zu Jbrer Befreiung thun, weil Sachverständige mir erklärten, daß Sie geisteskrank seien. Der letzte Vorwurf aber, den Sie mir soeben machten, läßt mich sogar an Ihrer Wiederherstellung zweifeln. Sie also haben mich vor schmachvollem Bankerott gerettet ? Ich hatte schulden, ja, aber meine Güter waren da, um dieselben zu decken. Sie sagen, ich hätte 140,000 Mark aus Ihrer Kasse verpraßt ja, verpraßt, sagten Sie und das ist eine Lüge, eine Absurdität ! Ich kenne die Summe nicht, welche meine Tochter und ich für diese Reise aufwendeten, allein ich habe meinen Antheil wenn ich nicht irre, 000 A!ark ' in die gemeinschaftliche Reisekasse eingezahlt." Kranlitz lachte wild auf. Sechstaw send Miuij Ei, Potz Blitz, das ist eine stattliche Summe für eine 3!eise, aus der die Hotelkostcn in Florenz allein zehntausend Francs und eine Soiree in Rom vierzcbntausend Francs verschlangen!" Lom machte einen erneuten Versuch, den Wüthenden zu beschwichtigen. Jener aber-schob ihn zur Seite, trat dicht vor ten Grafen hin und schrie: Sie dünken sich so erhaben, als säßen Sie auf einem Kaiserthron und breiteten den Sonnenschein Ihrer Gnade um sich her. Aber diesen Thron, den' Jh? wahnwitziger Dünkel aufgerichtet hat, zerschmettern einigc winzige Zahlenreihen. Eure Erzcllenz verachteten freilich das Rechnen. Ziffern konnten ja die Illusionen zerstören und darlegen, daß die Summe der gräflichen Beglückung gleich Null ist. Stecken Sie doch Ihre hochgräfliche Nase einmal in das )!otizbuch Ihres alten Zacharias und Sie werden sehen, daß Sie weit mehr für Ihre persönlichen Bedürfnisse verbrauchen, als Ihr Einkommen beträgt. Sie verschenken jährlich ganz enorme Summen das ist eine recht kindliche Art von Beglückung. Sie verschenken Geld, das Sie nicht besitzen. Zacharias schreibt die Zahlen mit gutmüthigem lächeln in sein Notizbuch und da bleiben sie. stehen. Der alte Knabe macht eben gute Miene zum närrisckcn Spiel. Wollen Sie wissen, wer der Beschenkte ist?. Das sind Sie! Sie haben die achttausend Thaler, welche Zacharias von seinem Bruder erbte, verschleudert. Der alberne Diener opferte sie, damit der gute Herr in seinen noblen Passionen keine Beschränkengen' erleide. Tcr Bildhauer Lom, den Sie." Halt !" rief jetzt Lom und warf sich mit solcher Vchemenz gegen den Sprechr, dap Jener rückwärts taumelte. ' Ich verbiete Ihnen, weiter zu reden. Sie verlassen den Park sofort, sonst gleiche ich eine alte Rechnung mit Ihnen aus. Fort, oder ich nehme Rache für Sarolta !" Kranlitz hatte den Stock zum Schlag gegen Lom erhoben. Bei dem Namen Sarolta ließ er den Arm sinken. In der Haltung des Künstlers lag eine so todesmuthice Entschloffenhcit, das Kranlitz die Blicke senkte und sich langsam entfernte. (Fortsetzung folgt.) Vom Auslande. utn entsetzliches am lliendrama hat sich in Leipzig in der Nacht des 4. Oct. abgespielt. Die Frau eines Arztes erhielt am Morgen von einer Kaufmanns - Ehefrau die briefliche Mittheilung. daß sie sich mit den Ihrigen das Leben nehmen werde ; die Adressantin setzte natürlich hiervon sofort die Polizeibehörde in Kenntniß. Als darauf von Seiten derselben die fragliche Wohnung geöffnet wurde, bot sich den Eintretenden ein schrecklicher Anblick dar. Die ganze Familie, Vater, Mutter und zwei Kinder, waren todt. Die Eltern hatten sich an zwei gegenüber besindlichen Thüren aufgehängt, während die beiden Kinder, Knaben von 13 - und 10 Jahren, entseelt in ihren Betten lagen. Die Knaben zeigten Spuren der Vergiftung, und außerdem waren ihnen die Pulsadern aufgeschnitten. Nach hinterla 'encn Schriftstücken haben die Unglücklichen Eltern den entsetzlichen Schritt, freiwillig aus dem Leben zu scheiden, in Uebereinstimmung gethan, und es haben sie schlechter Geschäftsgang, damit verbundene Nahrun gssorgen und die Be fürchtuna, ihren Kindern nicht mehr die erforderliche Erziehung geben zu können, hierzu veranlaßt. Der unglückliche Mann, Kaufmann Earl Otto Richter aus Osterburg, Inhaber eines hiesigen Handschuh und Kravattengeschäfts unter der Firma A. Schürer, war 47 Jahre alt die Frau stand im 40. Lebensjahre. Im Jahre 1833 ernährte die Seefischerei in Frankreich in runder Summe 84,000 Fischer, die dem Fisch.

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Besonders niedrige Preise. Abschlagszahlungen. ?6M0Q'8 Iiisik

No. i 95. Pennsylvania Str.

fang in Booten oblagen, und weitere 93,000 Personen '(Männer, Frauen und Kinder), die den Fischfang am Strande zu Fuß betrieben, namentlich unter Benutzung der an den französischen Küsten so starken Ebbe. Es gibt das eine Gesammtzahl von 177,000 Personen, zu dencn'man aber noch die nichterwerbenden Mitglieder der Fischerfamilien hinzuzahlen muß, womit man sicher auf über 200,000 kommen wird. Hiermit ist aber die Zahl der Personen, die von der See leben, noch lange nicht erschöpft, denn man muß auch die Boots , Segel- und Netzmache?, sowie die vielen Personen, die den Fischbandcl zwischen den Fischern und den Eonsumentcn vermitteln, mit. in Betracht ziehen. Infolge des von Jahr zu Jahr vervollkommneten Eisenbahnnetzes, wodurch beute die Seefische in alle Theile Frankreichs versandt werden können, hat sich die Nachfrage gehoben und dementsprechend auch die Fischcrnte vergrößert. In 1S33 hatte sie gegen das Vorjahr im Werthe um 14 Millionen Francs zugenommen und stellte einen Gesammtwerth von über 107 Millionen. Francs dar. Freilich konnten diese Schätze dem Meere nicht ohne Opfer entr ssen': 503 Fischer starben als Opfer ihreö Berufes und hinterließen 271 Wittwen und 52) Waisen. Die französische Hochseefischerei wird zum .Thal an den Küsten von Neufundland und Island ausgeübt. Nch 'Neufundland gingen h'M Schiffe mit tiCKU Mann und einem Gehalt von 23,292 Tonnen, nach Island 23 mit 414 Mann und 23,73!) Tonnen, während auf die Küstensischcr'i 72,000 Mann mu 21.80 ) Boote:, kommen. Nachstehend einige Zahlen angaben über die Beute des letzten Jahres : Schellfische (Island und Neufundland) 34 Million nen Kilogramm, Heringe (Küsten und Nordsee) 3t! Millionen Kilogramm, Mafreien 6 Millionen Kilogramm,Sardinen (Bretagne? Küste) 1,148,375,970 Stück und schließlich 157 Millionen Austern. Außerdem alles mögliche Seegethier, als Muscheln, Krabben u. s.w. in Millionen von Hektolitern. Aus einem Pariser Pol u zeigericht. Der Vrästdent: Angeklagter, stehen Sie auf. Ihr Name ? Der Angeklagte : Ernest Follealle. Präsident : Ihr Benif?-DerÄngklagte : Organisator und Arrangeur öffentlicher Feste zum Besten aller Arten von Ueberschwemnv ten, Abgebranien und Ebolera-Opfern. Als ein Beispiel von der Art und Weise, wie die gegenwärtige Geschäftskrisis in Lyon von der monarchischen Opposition agitatorisch ausgebeutet wird, mag ein Artikel Paul de Eaffagnac's im Matin franais" gelten, in welchem es u. A. heißt : ,,uf, Ihr Huzigernden! Das ist der traurige Refrain der neuen Marseillaise", der wahren Marseillaise", der Marseillaise" des Elends,die augenblicklich, in den Mauern von Lyon fünfundwanzigtausend Arbeiter ohne Beschäftigung singen, fünfundzwanzigtausend Arbeiter, die,Hungers sterben. Auf, Ihr Hungernden!" Das liest man da drunten auf allen Mauern und das wird man bald überall, wo man nur in Frankreich einen Zettel an ein Haus kleben kann, lesen. DaS ist das Wort der Lage, das ist das Wort der Republik. Lange habenwires erwartet,und diPerioe Kaiserreichsmußjdie französische3!ation ..virklich reich gemacht haben, daß es so spät kam. Welches ist in der That die Republik, in der man nicht von allen Seiten den 3kuin sieht ? Während der ersten waren es die Assignaten, tvar es der nationale Bankerott ; während der zweiten waren es die kationalwerkstätten, die 45 Centimes. Die d.ritte mußte demselben Wege alles Vergänglichen folgen und mit ihrem natürlichen und düsteren Zuge defiliren da? ist das verhängnißvolle Gesetz Sie (die Arbeiter) haben sich an Jules Ferry gewendet. Der Conseilspräsident hat ihnen geantwortet, das' ginge den Maire an. Der T?J,Tt erwiderte sofort darauf, daß er, was sich auch leicht begreifen läßt, nicht die Mittel besitze, 25000 Menschen Arbeit zu geben. Und Gemeinderath wie Negierung schieben einander die 25000 leerenMagen zu,diese 50000 Kinnbacken, die zu essen verlangen. Der Hunger herrscht auf dem Lande, wo nichts mehr verkauft wird, wo die. Steuerlast immer drückender, wird Nun, Ihr Arbeiter der Stadt, Arbeiter des flachen Landes,JhrhabtdesRePublikgewollt,diese

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Leichte erniedrigende Republik die Euch mit lügnerischen Worten schmeichelt, .Ihr habt sie gewollt und Ihr habt sie Es sei denn, daß Ihr genug davon habt. Oh, dann wißt Ihr, was Ihr zu thun habt, und am Tage des Votums, wenn Ihr diesen Tag erwarten wollt, thut, was man an die Mauern von Lyon klebt: Auf, Ihr Hungernden ! ." Vor einigenWochen stand, so berichtet dieStuttgarter Neue Welt", der Hutmacher und 3!edacteuer der indessen auf Grund des Sozialistengesetzes verbotenen Halberstädter SonntagsZeitung", Heine,vor dem Schöffengericht in Halberstadt, um sich über eine nemlich unbedeutende Beleidigung eines Polizei kommiffars, begangen durch einen Bericht in seiner Zeitung, zu verantworten. Der Polizeikommiffar erklärt im Termin, daß er sich durch den Artikel nicht belei digt fühlt ; nicht er, sondern seine vorge setzte Behörde hätte Strafantrag gestellt. Der sonst fungirende Amtsanwalt mußte dem ersten Staatsanwalt Platz machen, welcher beantragte, einige Nicht streng zur Sache gehörige Fragen an den An geklagten richten zu dürfen. Der Ange klagte erklärte sich zur Antwort bereit. Der erste Staatsanwalt richtete nun fol gende Fragen an den Angeklagten : 1) Welche Vorstellung batte Platon über die Unsterblichkeit der' Seele? 2) Welche philosophischen Systeme sind Ihnen bekannt ? 3) Was lehrt Kant in der Kritik der reinen Vernunft? 4) Welchen Einfluß hat die Einführung des römischen Rechtes auf die Entwickelung der deut schen Verhältnisse gehabt? 5) Geben Sie eine kurze Geschichte Preußens und der preußischen Verfassung. Zum Schluß wünschte der erste Staatsanwalt noch die Lcbensgcschichte des Angeklagten und eine Antwort aus die Frage, warum derselbe Dissident sei.- Der Angeklagte beantwortete alle diese Fragen genau und scharf. Der Lohn für dieses Eramen sollte auch nicht ausbleiben, denn der Staatsanwalt schloß seine Strasantragsrede mit folgenden Worten : Bei dem hohen Bildungs grade des Angeklagten, einem Aildungsgrad, wie man ihn in seinem Stande anderweitig durchaus vergebens suchen würde, beantrage ich eine empsindliche Strafe, und zwar Monate Gefängniß." Das Schöffengericht erkannte jedoch nur auf 150 M. Geldbuße. Gegen das Erkenntniß ist vom Verurteilten und Staatsanwalt Berufung eingelegt. .Der Druckse hl er-Kobold hat einem rheinischen Blatte einen schö nen Streich gespielt. Dasselbe brachte in der letzten Sonntagsnummer eine humoristische Erzählung, in welcher die Folgen einer Heirathsannonce geschildert werden. Der heirathslustige Inserat bestellt die Reflektantin zu einem Aendezvous in eine Conditorei, wobei eine rothe Rose Erkennungszeichen sein soll. Der Setzer hat aus diesem Schluß des billet- tloux Folgendes gemacht : Mein gnädiges Fräulein! Als Erkennungszeichen gilt eine rothe Nase. Ganz ergebenst Ihr Unbekannter." Dieses Erkennungszeichen würde Wohl auf das gnädige Fräulein etwas abküh lcnd gewirkt haben. ÜSE U nter den Pilgern, wel che Heuer die Wallfahrt nach Mekka mach ten, befanden sich, wie die indischen Blätter erzählen, auch die drei jugend lichen Töchter cines.Radschah (Fürsten) auf der Insel Sumatra. Die drei Prin Hessinnen, welche von einem großen Ge folge begleitet waren, unternahmen eigens diese weite und beschwerliche Reise, um' in Mekka vom Wasser des heiligen Brunnen Semsem (den schon die Patriarchen benützt haben sollen) zu trinken und 'sich mit demselben auch zu waschen. Nach den Versicherungen der Mobammedaxerinnen soll nämlich daö Wasser von diesem Brunnen nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Schönheit fördern und dem Körper die gewünschte Fülle verleihen. Die Zeit ist daher Hof fentlich nicht mehr ferne, in der aus keinem Toilettetischchen da? Krüglein mit Semsemwaner feblen wird. Dr. C.C. Everts, DentscherZalinarzt, (Nachfolge ton hg. 6. Taldttt., ...W.-c?cke Washington u. Veunsylvauia Cto. aBktiiin'ti

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