Indiana Tribüne, Volume 8, Number 36, Indianapolis, Marion County, 24 October 1884 — Page 3
') JI&IRR Die kürzeste und bcßc LaZ? nach Lotdsville, Nashville, Mempliis, Ch&ttanooga, Atlanta, Savannah, Jacksonville, Mobile and New Orleans. Cl ist vorteilhaft für Passagiere uach bra Lüden, eine dirette Route zu nehmen. Palast, Schlaf, nnd ParlorWageu zwischen hicags n osiidille nd St i und oniZdille o$h Wagenvechsel. Comssrt, Schnelligkeit und Sicherheit biete! 3fs die alte zuverlässige 55. im. & 35. M. M. XI. Tt Dorlnff, sststent General Paffagier.iigent, ordofl.Se Washingtsn und JIiiI Str., Zd?l E. W. McKknna, Superintendent, Oliioncfo, 8t. Louis and Plttstrnrff Kallroad. Stü-IabtUf sät durchgehende und LokalZüge. Born 17. Febr. 1883 in: Sgt Btitafien da NionDerot, Jbxi. vi folgt: tatton,. ,chll,g ,Pft,ug.,Tchntt I. Riz.JndtanaVl'I nk.lamb'ailt? 4:26Bw f 10:45 C 5: . 6:sa . 8:57 . :!8 . 13:599 , tchmond .. Daytsn.... , Piqua Nrban .... 1:37 3:33 . 3:47 , 4:51 6:40 . Eolumbu.... il:ZUNm m Newark . SteudenviZe k2htta.... 12: 5:i9 , 6:33 , 7:03 m Prttburg Harriiburg... 4:15Cm autmore... , Washington. . httadelvhla NemFork... .'ofton , 7:40 . 8:50 . 7:50 . : . S:iS . 7:30 . 7:dO? H:2ü . 8:Zd Täglich, f Taattch. ausgenommen Sonntag. Pullmann' Valaft, Schlaf, und Hotel.Wagen durch bt Plneborg. Harri bürg. Philadelphia und Rem vork. ohne Wechsel, Blol in Wagenwechsel nach Baltimore. Washington und Boston. Fah-karten nach allen Oeftltchen Städte in in allen Hauxt.ftahrkarten. Bureau de SBcftcn und in dem Stadt.Bureau. ke der Jllinoi und Washington Straß und i Union Depot Bureau. Judtanaxolt. ,u habe. Schlafagnartn kön. ,n im orau geftcheN werden durch Applikation bei ben genten t Stadt'Bureau oder t Union Depot ,u Jndtanapoli, Ind. 0. . SSeriug, A. . P. A . ordoft. Washiug. ton und Jllinoi Straße. Jnd'xl. Zae EtcSrea, anage,, Eolumbu, Cftta . . F o . enl. Paisagiee. und riSet..sgnt jttmuta. Feuer-Älarm-Signale. 4 Pennsylvania uud Vlarkel. i Hauptquartier de Zeuer Departement. 6 Ofttratz und Re Dort. 7 Nobel und Nichigan Strafte. 5 New Jers,Strai und Vasiachstt 9 Winston und Rord'Straß. 13 vassachuffettl Ave. nahe Noble Str. 13 Delawar Str, nd Fort Wagn Wivt. II Re geilen und Fort Sann Zloenue 15 Per Str. undffachuftt 16 hriftian ve. und Zlsh Str. 17 Park re. und LuUer Str. 13 Barrow Str. und Vkalott . 19 Archer und John Str. 123 kolleg oc. und Siebente Str. 124 labama nd Sieden Str. 125 Rertdian und Siebente Str. 126 ande Str.und Lineoln p 137 unllung.sbäud. 123 kentral Ksc. und Achte Str 131 labama und Morrison Str 132 Rohampton und Achte Stt. 134 EoSege Ave. und Zehnte Str. 135 Hom . und Delawar St, 136 Delamare nd ichigan Str. 21 St. Jo Str nah JSinoi. 23 Pennsolvanta und Pratt Str. 25 Na. 6. Engine Heus Sechste, nahe I 26 isftsftppt und St. lair Str. 7 Jllinoi und ichigan Str. 58 Pnnsnlvania Str. und Home ve. 29 isftsftpxi nd iert Str. 21? renneffe und William Str. 213 Pns,lvata nd Michigan Str. 214 Jllinoi und Herbert Str. 31 Indtan, v. und Vttchigan Str. 32 eridta und Walnut Str. 34 kaltfornia und ermsnt St? 55 Slake und Neu, York Str. 8S Jndian v. nd St. laix St, 37 Stadt-LospUal. 38 Blakt und Nord Str. 39 Rtchigan und Agne Str 313 vkft und Walnut Str. 313 Z3ft nd Tritt Str. 314 Siobnt nd Hord SU. 41 Oashi,to, ah West St. 42 ?iidort und Washington St, 43 Vissouri nd Park Str. 45 Veridtax uud Washington Str., 46 Jllmoi und Ohio Str. 47 Tenneffe und Washington Str. 48 tvgan' Port Hous. 49 Jr.dianola. 412 ixtflttiri und arlaud Str. 413 isstsfipxi nd Wabash Str. 415 Ferguson' Pork Hous. 421 I. . O. Round Houfe. 423 Ins snlu. k1 Jllinoi und errill Str. 52 Jllinoi und Louifiana St, 53 Weft nd ckart, Str. 54 Oeft nd South Str. 56 TusZk uud eorgta Str. 57 rtdian nd Ran Str. 53 Vadtso v. und orri Str. 69 ?adison ,. Dunlop Str K1Z Oeft und SioSwood Str. 513 entu, ve.und ernk s 514 Union und Vorri Str 516 Jlinoi und Kansa S 517 Vorril und Daeotah Str. 61 South ah Delaar Str.' 52 Pennsylvania und Louiftau Str. 63 Delamare nd Vckart, Str. 54 Oft und Rekart, Str, LZ Llabama nd Vtrgiana Zl. . er irgwia . und Sradlda tr, 68 .Oft.nd Eobur Str. . n Pevnsnlvania Ltr.und Sadisod ,. 613 VeKerna nd Dghrt, Str. ' 71 Virginia v. nah Huron Str. 72 Oft und eorgta Str. 73 Washington nd enton Str. 74 ento und eorgia Str. ' 76 Zoreft . nd Pin. 76 Dill und Bat! Str. 78 Virginia .und Dilloa. 7 Zletcher . nd DiNo. 712 Svrue nd Prospekt Str. 718 gUsh v und Laurel Str. , , 714 Orang und Olive Str. 715 Sie? und veech, Str. a &r Jrs, Str. 62 Washingteu nd Delawar Str. 33 Oft nd zearl Str. 34 yrt d Daotds, t, 55 kaubiuenrnftalt. .r. Staate rfal. -87 Oriental ud Salhingto Str. 8? ?raunefängniß. 812 Na. 8 Schlauch.Hau. Oft vashw,tnftr,z 813 artet nd oU Str. 514 Ohi, und Harren Str. ' 91 Harn land ah ttertdla Str. n Meridian und eorgi Straß. 1-3-1 Privat.Stgnal. 4-2-1 Und asten wiederholt. , wette, Utr. 3-Z Signal für FerDnui. Zwei Schläge, Feuer au. Dt Schläge, Dru ab. w4il Schläge, 12 Nh, ittsgl
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Goldene Schwingen.
Noman via R. S l ch . (Fortsetzung.) DeS Grafen Gesicht wurde bleich und die Spitzen seines Schnurrbartes zitier ten. Wit funkelnden Augen sah er Reinhold an, während er zurückkehrte. Jener aber stand ruhig und furchtlos vor ihm, und als der Graf ihm zuherrschte : Reden Sie!" erklärte er rasch und ohne Rückhalt, welches Verbrechen von Hoßlar an Kranlitz begangen habe und daß die Baronin der Mitwissenschaft verdächtig werde. Er habe Alanka soeben zu einem friedlichen Ausgleich zu bewegen gesucht, sie aber verschmähe es, die befrei ende Erklärung im Interesse des Gefangenen zu geben und schreite auf demWege weiter, welcher zum Kampf und Skandal führe., . Kampf!" antwortete derGraf inver achtlichem Ton. Die Gerichte haben den Fall ja bereits entschieden, Kranlitz ist für toll und gemeingzfährlich erklärt worden. Giebt es noch eine Instanz, an die Sie appelliren könnten? Da ist noch der liebe Gott als höchster Nichter, reichen Sie ein Nevisionsgesuch beim jüngsten Gericht " .ein. ' Ihr Spott trifft mich nicht, Exzellenz Es giebt einen Richter hier auf Erden, welcher eine nicht zu verachtende Macht besitzt und das ist die öffentliche Meu nung. Als Anwalt der Klägerin Hedwig Kranlitz werde ich den Kampfplatz in die Presse verlegen und den Fall vor aller Welt besprechen. Sie werden sich erinnern, Herr Graf, daß ick in diesem Hause und beim Hocheitsfest Kranlitz ernstlich ermähnte, menschlicher zu haw dein, jetzt aber, da ihm schweres Unrecht zugefügt wird, halte ich es für meine Pflicht, auf seine Seite m treten. Ich bin überzeugt, daß Ihre Tochter nur zum Werkzeug in dn Hand) eS verb,echeri schen Hoßlar wurde und daß Ihre See!e, Herr Graf, kaum eine Ahnung von der Intrigue und deren Tragweite hat, allein bei der öffentlichen Besprechung deö ruchlosen Gewaltakts müssen unausbleiblich dunkle Schatten auf Baronin Blanka ja, selbst auf Sie, Herr Graf, fallen. Bedenken Sie) daß Die, welche Kranlitz ins Irrenhaus 'steckten heut im Genuß seiner Millionen schwelgen, daß " . Halt, nicht weiter !" Die zitternde Hand der Exzellenz umkrallte Reinhold's Arm. Wodurch, sagten Sie, kann der Kampf Vermieden werden ?" Durch Unterzeichnung jener Erklä rung, welche Kranlitz die Freiheit wiedergiebt." Graf Elmborg nahm das Papier, überflog seinen Inhalt und sagte dann : Armes Kind!" Er seufzte tief auf, reckte aber dann den Kopf in die Höhe, drehte die Spitzen seines Schnurrbarts nach oben und schritt dem Boudoir zu. Für Reinhold, verging in der Gesellschaft Lom's eine bange Viertelstunde. Beide vernahmen zornige Ausrufe, Kla gen und Seufzer. Endlich öffnete sich die Thüre und der Graf trat bleich aber gefaxt auf die Schwelle. Er gab den zungen Männern ein Zeichen, einzutreten. Blanka hatte eben ihre Unterschrift auf das Blatt gesetzt und überreichte es Reinhold. Auf ihren blassen Wangen waren noch Thränenspurgen sichtbar und ihre Stimme bebte leise, als sie Reinhold das Papier mit den Worten überreichte : Ihr Wunsch ist erfüllt, Herr Back ! Ich habe mein Todesurtheil unterzeichnet." Dein Vater wird Dich zu vertheidigen wissen !" rief der Graf. O, glaube nicht, daß ich mich furchte." Blanka's Blicke richteten sich auf Reinhold'ö:Gesicht und mit fast. ersterbender -Stimme fuhr sie fort: Nach den Erfahrungen dieser Stunde ist mir der Tod willkommen." Dreizehntes Kapitel. Die Tage, welche Hedwig'S Besuch auf dem Seehof folgten, verlebte Kranlitz in verzehrender Ungeduld. An jedem Morgen erhob er sich mit der Hoffnung, die nächste Stunde- werde ihm die Erlösung bringen, aber Swnde auf Stunde, Tag auf Taa ging hin, ohne daß irgend welche Botschaft über die hohen -Mauern der Anstalt gelangte. Täglich saß .er auf einer.Aussichtsbank des Parks Und 'ließ den Blick zur Hafenstadt hinüber schweifen, denn von dorther mußte der Befehl zur, Freilassung kommen. Beim Anblick der Dächer und Thürme sah er im Geiste die schwatzenden, spekulirenden Menschen auf den Gassen und Plätzen, welche frei und fröhlich ihre Geschäfte versahen, welche sich mühten und sorgten, aber sich frei bewegen und ihr Leben genießen konnten. Der ünnste Packträger und Fischer konnte jenseitSder hohen Mauern für fein Glück kämpfen, ihm jedoch waren die Hände gebunden .er lag als Lebender im Grabe. Sehr häusig,iwenn er mit seinen dunklen yluthvollen Augen so sehnsuchtsvoll in die Ferne.sah, chielt der heilige Ehrvsostomus bei. ihm. an. Der.kleme.kahl?. lopNge Mann, dessen Ahnen einst im Reich des Weißen Adlers die Königskrone trugen, besaß ein mitfühlendes Herz und hatte stets Trostreden in Bereitschaft. In der römischen. Hierarchie war er um seiner vornehmen Abkunft willen sehr bald zur Würde eines Domdechanten gelangt. IZie.Liebe zu: einer schönen Graftn hatte den Priester um den Verstand gebracht. Bei einem der ersten. Spaziergänge, welche Kranlitz mit dem Abkömmling der Polenkönige machte, redete der Erstere den Letzteren mit Hoheit" an. O, verleiten Sie mich nicht," hatte der heilige EhrvsostomuS. erwidert,. solche Maske-. 1 MM 0M t m W m ft. raoen paen für viecarrenweit oa oraußen, hier, an--der -Statte furchtbarer Wahrheit fallen die Larven hohler Prunksucht. Titel und .Adelsdiplome sind im Grunde nichts Anderes als die hohen Absätze Perrücken und Larven für kleine Seelen, welche gern groß erscheinen, möchten." An demselben Tage,an welchem im ferngelegenen Rehbacher Thal Reinhold der Baronin bic; befreiende Erklärung, abgerungen hatte, schritt Kranlitz wieder an der Seite deö kleinen Expriesters im Parauf und nieder, und während seine
Blicke ruhelos über Land und Meer schweiften, hörte er zerstreut den Auslasjungen des Begleiters zu. Es ging ein geheimnißvolles Wogen und Rauschen durch die Natur. Trotzdem die Sonne noch heiß auf Land und See lag und nur leichtes Gewölk den azurblauen Himmel überflog, rauschten die Baumwipfel und die brandenden Wogen ungewöhnlich stark. Aua) die sischenden Möven flatterten unruhig hin und her und kreischten zuweilen, als wollten sie das Signal zum Kampse geben. Die Atmosphäre mußte wohl mit Elektrizität geladen sein, denn alle lebenden Wesen zeigten eine seltsame Unruhe. Eine außergewöhnliche Erre aungwar. auch ieeiligen.Ehryso-. stomus bemerkbar. Seine Rede floß wie ein Strom über die dünnen Lippen,seine matten Augen starrten ins Leere, seine welken Kinderhände guckten und fuhren zuweilen durch die Luft, als wollten sie den Worten Flugkraft verleihen. Er sprach von den dämonischen Leidenschaften der Jugend, welche das Leben vergifteten, von der Schwachheit des Willens, welche durch furchtbare Seelenqualm gestraft werde. Die beiden Pflegebefohlenen des SeeHofs hatten sich derart in ihr Gespräch vertieft, daß sie in den Alleen des Parkes das Hereinbrechen des Gewitters nicht bemerkten. Als nun plötzlich ein
Donnerschlag sie aufschreckte, suchten sie schleunigst das Haus - auf. Bevor sie dasselbe jedoch erreichen konnten, trat Schmal in Begleitung einiger Wärter hervor und machte ihnen heftige Vorwürfe darüber, daß sie nicht rechtzeitig zurückgekehrt seien. Sie nahmen dieselben schweigend hin, als Schmal aber Kranlitz fr nen Stoß in den Rücken versetzte, kehrte Jener sich um und versetzte seinem. Anareifer eine Ohrfeige. Im Nu sielen sämmtliche Wärter über den Widersetzlichen her und trieben ihn mit Faustschlägen und Püffen ins Haus. Hier sah Kranlitz den Direktor. .Seinen Zorn bemeisternd, stellte er demselben in bewegten Worten vyr,wie barbarisch il)n Schmal fort und fort behandle und bat ihn flehend um einen anderen Aufseher. Der Sanitätsrath schielte von dem Ankläger nach der Thür hin, wo sich Schmal's plumpes, freches Gesicht zeigte, zuckte dann mit den Achseln und entgegnete: Ach, warum erschweren Sie auch ineinen Leuten die Kontrole! Uebergroße Empsindlichkeit ist hier nicht am Platz. Fort, auf Ihr Zimmer!" Kranlitz sah dem Direktor, der sich nach den barschen Worten rasch entfernte, mit Anfunkelnden Augen nach. . Seine Wuth steigerte sich noch, als Schmal ihm zurief, er habe .durch sein Zuspätkommen auch den Anspruch auf das Abendessen verwirkt. Kranlitz stieg die Treppe hman und bemerkte, daß einer der Wärter im langen Gang die hochhängenden Reserve - Lampen, angezündet hatte.' -Dicht vor seinem Zimmer stieß der Baron mit dem Fuß gegen . ein Schächtelchen, das der Anzünder fortgeworfen hatte, weil eS leer war. Im Fortrollen verursachte die Hülse ein hohles raschelndes Geräusch. In seiner Aufregung wollte Kranlitz den unscheinbaren Gegenstand zertreten, dann aber bückte er sich und hob ihn auf. Sei ne funkelnden Augen überflogen die Aufschuft : Säkerheits-Tändstickor." Mechanisch schob er das Schächtelchen auf und siehe da, im Innern lag, dicht an eine, der Seitenwände gedrückt, noch ein schmaleö Zündholz. Kranlitz schloß das Schächtelchen wieder und versenkte eS in seine Rocktasche. Den Patienten der Anstalt war die Möglichkeit, mit Feuer in Berührung zu kommen, durch eine Reihe von Vorsichtsmaßregeln genommen. Zum ersten Male seit seinem Aufenthalt im SeeHof hatte der Zufall Kranlitz die Gelegenheit dargeboten, eine Flamme entzünden zu können. . Sobald xx daö Zimmer betrat, wur den seine Gedanken von dem Funde abgelenkt, denn der heilige ChrysostomuS hatte dem Advokaten bereits die Kunde von der Mißhandlung überbrächt . und Jener machte in aufgeregter Weise seinen Groll gegen Direktor und Anstalt Luft. Kranlitz betheiligte sich wenig an der Unterhaltung, allein die wilde Währung in seinem Innern dauerte fort. Der Sturm brauste beim Anbruch der Nacht über's Meer hin und umtobte Heulend daö, Haus. Blitz auf Blitz fuhr hernieder und'Kranlitz war's zu Muthe, als theile sich das Feuerdes Himmels seinem Blut mit. Sturm war auch in seiner Seele. Seine Schläfen pochten, sein Herz hämmerte, die Gedanken zuckten wirr durch sein Gehirn. Ein dämonischer Gedanke siel mit der Grellheit des Blitzes in seine Seele : Laß das Haus in Flammen aufgehen ! schrie die Rachelust. Setze alle Die .aus einen Scheiterhaufen, welche Dich so grausam peinigen. Bahn: Dir den Weg zur Freiheit durch die Feuersbli.'nst ! Er trug den Zündfunken in der Hand; hatte Gott oder - der Teufel ihm diese Äaffe in den Weg geworfen ; das blieb m 9 a l i t v . iicy aieicy, ver ;runo war levensaus ein. Glücksfall. . Aber die Geisteskranken, welche ein Opfer des Brandes wurden ! Bei dieser Vorstellung stutzte und zögerte Kranlitz, bald jedoch drängte ihn die Rachbegierde über dies Hinderniß weg. Was ist an den geistig gebrochenen We sen gelegen, der Tod heißt für sie Erlöser, der ihnen die Dornenkrone von der.Dulderstirne nimmt. . . Ein grimmiges Lächeln ging, bei dem frivolen Gedanken über , sein .Gesichts dann erfüllte ihn. die Vorstellung von, der Ueberraschung, welche , er .dem Direktor und . Schmal ' durch ' den Brand bereiten würde, mit' einem Gekühl grausamer Wollust Der Sturm in der Natur bnillte ihm .zu: Verbünde Dich mit.uns , zur Zerstörung dieses fluchbeladenen Hauses ! Wirf ei nen Funken in diese Anstalt, die nur ein Schlupfwinkel der Barbarei ist, und überlaß' das Uebrige dem sausenden Element ! Der Gedanke,, den - Kranlitz verfolgt hatte,, war stärker geworden als er selber und verfolgte nunmehr ihn. Vergeblich sträubte sich sein Gewissen dagegen, vergeblich suchte er denselben los zu . werden und sich anderen Vorstellungen Einzügeben, die Geister der Rachekamen immer wieder. und zerrten ihn' vorwärts. Als die. Gefährten in seiner Swbe schliefen. erhob er sich leise und schlich einem Orte zu, der am (inde deö Ganges lag, dem
einzigen, welchen die Patienten in der Nacht aussuchen konnten, ohne um ihre Absicht befragt zu werden. In dem en-, gen Verschlag war'S sinfter und der Wind preßte nch durch die Fugen der Holzwand. Kalte Schauer liefen Kranlitz über den Leib. Qi hörte im Parterre die Schritte des Wächters, welcher langsam durch's Haus - wanderte. Mit zitternder Hand holte er das Schächte!chen hervor, in welchem der verderbenbringende Funke lag.- Ob die schreckliche That gelang oder nicht, hing vom Zufall .ab. Mochte der Zufall das LooS der
Anstalt entscheiden. Erstarb der Funke in seiner Hand, so wollten die Schicksalsmächte die That nicht, wuchs er auf zur Ffuersbrunst- nun,.sohatte ein. zurnender Gott das Haus Ku zerstören beschlössen, wie Zebaoth einst Sodom und Gomorrha in Flammen aufgehen ließ. Das Zündhölzchen blitzte auf, flackerte Hinundher und schien m der starkenZugluft verlöschen zu wollen, aber im Ersterben klammerte sich das Flämmchen an das Papier des Schächtelchens, und hier lebte es als Flamme wieder auf und wuchs, rasch. ' t Das Schicksal will'S !" saate Kranlitz, tief aufathmend, und warf die bren nende Schachtel in einen Holzkasten,' der z Hälfte mit Papier gefüllt war, legte einen Besen darüber, verließ den Raum geräuschlos und schloß die Thüre ab. Mochte nun der Sturm. mit .den Flammen spielen! Leise huschte der Brandstifter in sein Zimmer, nahm die Goldstücke, welche ihm Hedwig eingehändigt hatte, aus dem Versteck und lauschte in unsagbarer Bangigkeit auf den ersten Alarmruf. Im Hause herrschte lange Zeit tiefe Stille. Nur das Sausen des Windes, das Rollen und Krachen des Donners drang von Außen her an sein Ohr. Dem Lauschenden dehnten sich die Minuten zu Stunden aus, er wunderte sich, daß die Nacht noch immer währe. Jetzt zuckten Blitze durch. das Dunkel, und Kranlitz alaubte den Widerschein der Flammen zu sehen,, aber die Lichterscheinuna erlosch so jäh, wie sie das .Dunkel durchbrochen atte. Ob wohl daö Feuer wieder ertickt war? Erzitterte bei dem Gedanken. etzt prasselte gar unter Donner und Blitz der Regen nieder. Das Gewitter entlud sich unte? starken Niederschlagen. Die gegen.daö Fenster klatschenden Reaentropfen verlöschten seine Hoffnungen. Schon wollte er sich entkleiden und seinLa ger aussuchen, da tönte cm Schrei durch's Haus. Die Schläfer in den Betten regten sich, allein der Ton erstarb und der Schlaf überwältigte gleich wieder die Müden. Kranlitz jedoch richtete sich, am ganzen Körper Hevend, wieder auf und preßte fein Ohr gegen die Thür. Jetzt t. r ." r. nr y r - & . rncrue er, oa oie xqt nm naucy ersuui sei. Eine Minute später wurde. Lärm auf dem Gange vernehmbar. Einige Männer huschten.auf unbeschuhten Füßen an dem. Zimmer .vorüber. Gleich daraufhörte Kranlitz. Schmal mit gedampft Stimme rufen : ,Nur kein Geschrei, vielleicht überwältigen wir's noch !" Fast ;in demselben Augenblick jedoch drangen vom Ende des Ganges her, da, wo sich der Herd des Feuers befand, Schreckenslaute, und Thüren flogen krachend auf. Jetzt öffnete Kranlitz behutsam die Zimmerthür, hinter welcher er gelauscht hatte und bemerkte, daß der Gang ganz mit Qualm erfüllt sei. Am Ende desselben prasselten die Flammen hoch auf,' und schattenhafte Gestalten rannten schreiend und gestikulirend hin und her. Vorsichtig an der Wand hinschleichend, gelangte Kranlitz zur Trepve. Als er dieselbe hinuntereilen wollte, kam-der Thorwärter in Begleitung seiner Doggen herauf. . Kranlitz drückte sich in eine dunkle Nische der, Mann und die Hunde rannten, ohne ihn bemerkt zu haben, vorüber. Mit einigen Sätzen war Kranlitz im Parterre, wo die Thür weit offen stand. Ohne Zaudern sprang er ins Freie. ! Regen und Sturm begrüßten ihn rauh, aber was war daran gelegen, befand er sich doch auf dem Weg zur Freiheit. Seine Blicke streiften vom dunklen Garten aus das Gebäude, und er bemerkte, daß. an der Rückwand die . von dicken wirbelnden Nauchmassen umhüllten Flammen'- zum Dach .emporschlugen. Ohne eine Sekunde anzuhalten, rannte her Flüchtlina dem Thor. zu. Dasselbe war fest verschlossen, allein im Häuschen, des Portiers brannte eine Oellampe und das Stübchen war offen. Kranlitz trat hastig ein und suchte die Schlüssel, allein er fand sie nicht. . Ob. sie der Mann in seiner Tasche.trug ? Dann mußte er sich verstecken und einen Augenblick der Verwirrung benützen. Schon wollte er ins Dunkel zurückziehen, a bemerkte er ein Schlüsselbrett dicht beim Ausgang, das von einem alten Mantel' halb verdeckt war. Da hing das Stück Eisen, welches ihm die Freiheit zu geben vermochte und das er oft mit Sehnsucht.betrachtet hatte ! Rasch und mit zitternden Händen ergriff den Schlüssel, warf sich den Mantel des Wächters über bic Schultern und trat ans Ähor. Vorsicht tig um sich schauend, . bemerkte er, daß halbnackte Menschen brüllend aus dem brennenden Hause herausstürzten und daß-die Flammen trotz der niederprasselnden Regenfluthen sich über das ganze Daö auSaebreitet hatten. Bebend' vor Aufregung, tastete Kranlitz nach dem: chlüMoch. Endlich war's gefunden. Knirschend prang der eiserne Riegel zurück. Der Weg var frei Mit einem jauchzenden Auf chrei warf der Fliehende das Thorhinter ich.inS Schloß, schleuderte den Schlüssel tnSDunkel und rannte den bewaldeten. Höhen zu. - ' Droben unter den Fichten hielt er keuchend an, trocknete den Schweiße der ihm von der Stirn perlte, und wen dete die Blicke dem brennenden Seehos zu. Der Gewittersturm war verrauscht und, hatte den Brand nicht. gelöscht. Die triumphirenden. Flammen hüllten das Gebäude in einen i.rothen Feuermantel. Ein Schüttelfrost lief bei dem - Anblick durch den Körper des Geretteten.. Nun batte er die ersehnte Freibeit, . allein er konnte sich, derselben nicht freuen. Stießen.die sausenden . Fichten nicht Klage laute aus, die wie das Aechzen. sterbender Menschen klangen? Schlichen nicht un-
heimliche Gestalten aus dem Dunkel des Waldes? Schreien die hohläugigen Leidensgefährten nicht Kain !" Er, der Mann der Ordnung, der einst in den Reihen der Gesetzgeber gestanden hatte, war zum Mordbrenner geworden! Nicht mich trifft die Schuld, nicht mich !" schrie Kranlitz ins Waldeödunkel hinein, als wolle er die unheimlichen Schatten verscheuchen. Klagt Jene an, ihr Rachegeister, welche.mich in denKerker da unten hinabstießen. Jene, welche mich mißhandelten und zur Raserei trieben; klagt das Schicksal an, welches mir den zündenden Funken in die Hand spielte." . Flehend reckte er die Arme zum Himmel auf, aber kein Zeichen der Gnade kam von den jagenden Wolken herab. Der durchnäßte MauUl glitt von den Schultern des Flüchtlings, er merkte es nicht, die Fichten beugten sich mit unheimlichem Sausen zu ihm nieder, am. Ufer brachen die Wogen des empörten Ä!eeres mit dumpfem Rauschen, und der Nachtwind zerzauste sein Haar und hauchte ihm bange Schvuder über's Herz. Am Saum des Waldes lief er bis zur 'Hafenstadt hin. Kein menschliches Wesen kreuzte seinen Weg, die Welt schien ausgestorben zu sein, und er irrte vielleicht qls letzter Schatten oder unheilbringender Dämon auf diesem umnachteten Ball umher! . Bei dem rhythmischen Wogen prall des MeereS kam ihm ein Lied in den Sinn, welches er Hedwig einst sin gen hörte. Die Schlußworte tönten ihm jetzt, ins Ohr, als habe sie ihm der Wind aus weiter Ferne, zugetragen : Da wo Du nicht bist, da. ist daö Glück." Ja, . wahrlich, es haftet ein Fluch an meinem Dasein !" schrie er auf. Wo mein Fuß hintritt, da welken Blumen und Gräser, da versiegen die Quellen, da v.er stummt das Lied -der Vögel, da verkümmern und sterben die Menschen! Ich glei che der Flamme der versengenden, zerstörenden Flamme !" Schaudernd brach er . ab, ein Grauen vor dem.eigencn Ich überkam ihn, -und mit schwankenden Schritten und irren Blicken schritt er durch die Straßen der Stadt dem Bahnhofzu. Als er hier in der Halle Licht und Menschen sah, glaubte er aus einem furchtbaren Traum u erwachen. Es dauerte geraume Zeit, bevor er den Muth fand, ein Bittet zu kaufen. Die Beamten und Passagiere sahen ihn so forschend an.. Endlich, als ihn ein Signal zur Eile mahnte, trat er an den Schalter und begehrte mit unsicherer Stimme ein Billet zur Haupte stadt. Der Beamte schob ihm dasselbe hin, ohne ihn anzusehen. Er athmete tief auf. Als er im Wagen saß und beim Herausdämmern deö Morgens durch die Nie derungen fuhr, zitterten die Worte auf seinen Lippen: Wohinsoll.ich gehen ? Das Glück sinde ich nicht mehr, ich Hab'S gemordet. Was will ich noch in der Welt?" (Fortsetzung folgt.) ? ' Von Auslande.
derjenige Theil des Deutschen Reichs-Anzeigers", in welchem die Konkurse veröffentlicht werden, bringt in der neuesten Nummer eine aus Jerusalem datirte, vom dortigen kaiserlich deutschen Konsulargericht unterzeichnete Bekanntmachung, durch welche der Konkurs über den Nachlaß deS verstorbenen deutschen Reichs-Angehörigen, Buch Händlers Schapira, früher zu Jerusalem, verkündet wird. Schapira, welcher im Kreise der Alterthumsforscher schon seit Jahren bekannt und seiner Kenntnisse wegen geschätzt war, ist in der letzten Zeit in weiteren Kreisen durch eine angeblich von ihm aufgefundene alte Handschrift einzelner Theile des alten Testaments, welche er verschiedenen Bibliotheken zun. Preise von 1 Million Psd. St..offerlrte, bekannt geworden. Diese Handschrift war aber, wie von Sachverständigen unzweifelhaft erklärt wurde, eine großartige, fehr geschickt ausgeführte Fälschung. Der Tod SchapiraS hat die Aufklärung darüber verhindert, ob er selbst die Fäö schung begangen hat, oder ob er daS Opfer eines Betrügers geworden ist. D ie vom Bundesrat!? aus der Schweiz ausgewiesenen Anarchisten sind : Karl Theodor Weiß aus Dresden, SchreinerFranz Grob-Senger aus Leit meritz in Mähren, Schreiner Fr. Stieazitz aus Pulgarm in Mähren, Tagelöh ner Karl JuliuS Mück auS. Sternberg in Mähren, Schneider Jakob Lederert aberkorn aus Nemcie in Böhmen und eopold Zeckbeuer-Haberkorn auS Donawitz in. Steiermark. Der Beschluß deö .BundeSratbs lautet: In Erwägung, daß die m der Schweiz sich , aufhaltenden oben namhaft gemachten Ausländer einer internationalen, anarchistischen Propaganda angehören, einer .Verbindung, welche sich als solche mit den Verbrechern Stellmacher und Kammerer, ihren gewe senen Mitgliedern offen als verbindlich erklärt, und in ihren publicistischenOrganen,.sowie in Flugblättern ihre Genossen fortwährend zur Begehung ähnlicher gemeiner Verbrechen auffordert, und in Erwägung, daß dieselben infolge der gegen sie getroffenen polizeilichen Maßnah men aus Deutschland und Oesterreich in die.Schweiz gekommen sind und in.unse rem Lande ihre Treibereien für anarchistisch Zwecke fortgefetzt haben, werden sie auf.Antrag des Regierungsrathes des KantonS Baselstadt vom 17. September in.Anwendung des Artikels 70 der Bundesverfassung aus dem Gebiete .der. Eidgenossenschaft ausgewiesen."' Während die französische Regierung ofsiciell mit Deutschland die besten Beziehungen unterhält, geberden sich die Gambettisten nach wie vor als unversöhnliche Feinde. , Bei dem jüngst en- ' . r l --i.: r" in juinccnnc gcTciciicn naiivnaicn Schützenfeste setzte der , Deutschenfresser, Paul Deroulede wiederum verschiedene deutschfeindlicheKundgebungen in'sWerk. In semer Rede deutete er in überschwenalicher Weise die Revanche . an, feierte zum Schlüsse. die Heldenthaten der franzöji schen Flotte m China und sprach die Hoffnung aus, daß die Landarmee vorkommenden Falles, mit demselben Erfolge kämpfen würde. Diese Hoffnung i ch es," schloß Redner, welche die Herzen des gestählten Frankreichs jöher schlagen
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macht. Und deshalb dürfen wir gewiß sein, daß der große Jahrestag der Revolution von 1769 nicht vorübergehen wird, ohne daß Frankreich wieder vor der verzückten Wet in der ganzen Schönheit seines Genies, in dem ganzen Strahlenkranze seines Ruhmes erscheinen wird." . In den j apanisch e n Zeiwngen wird über den Verfall der dortigen berühmten Lackindustrie Klage geführt. Der Baum, welcher den Lack liefert, ist nämlich nahezu ausgerottet, weil er nicht mehr vom Staate geschützt wird. Früher war jede adelige Familie gehalten, mindestens 100 Stück zu unterhalten, jede bürgerliche 4070. Seitdem das Gesetz in Vergessenheit gerathen, hat der Raubbau Platz gegriffen, und es sind die Bäume sehr. selten geworden. Wir lesen in der Wiener Presse" : Der ehemalige bosnische In-surgenten-Chef Hadschi Loja, dessen. fünfjährige Festungshaft am 26. September o. I. abgelaufen war, ist noch nicht in seine Helmath entlassen worden, sondern befindet sich noch in der sogenannten kleinen Festung" in Theresienstadt. Als Sträfling ist er allerdings am 2. v. M. frei geworden, er wird jedoch als internirt" zurückbehalten. AlsJnternirter" erhielt HadschiLoja eine bessereWohnung angewiesen, kann innerhalb des Rayons der kleinen Feswng" spazieren, wo und wann.es ihm beliebt, freilich nur in Begleituna eines Soldaten, der, ein Gewehr mit aufgepflanztem Bajonnet trägt. Er erhält jetzt täglich 42 Kreuzer, die er nach Belieben verwenden kann. Sein neues Costüm, das ihm vom Aerar zum Geschenke gemacht.wurde, besteht aus einer schwarzen Hose nach orientalischem Schnitte, einem grünen Mantel und einem. weißen Turban. Vor einigen Wochen kam ein auf zwei drücken sich fortbewegenderMann.in die kleineFestung" und verlangte Hadschi Loja zu sehen. Als ibm von der Wache bedeutet worden war, vaß sein Wunsch nicht erfüllt werdm könne, begann der Krüppel vorWuth zu beben und schrie unter drohenden Gebeiden laut auf, daß er HadschiLoja umbringen werde, wenn er ihn treffe ; Hadschi Loja sei schuld,daß er einKrü)?pel geworden. Jedenfalls war es ein beider Oecupation betheiligt gewesener Soldat, der seine Füße, in Bosnien verloren - -vielleicht durch Hadschi Loja selbst oder durch dessen Bande und der jetzt erst gekommen war, mit seinem Feinde abzurechnen. Als die Wache den Mann aus der Feswng hinauswies, bemerkte man, daß der Krüppel seine Taschen mit Steinen vollgepfropft hatte. Mit dem Umbringen des. ehemaligen JnfurgentenführerS hätte eS übrigens, wohl feine guten Wege gehabt. Hadschi Loja ist eine Hünengestalt, sein hoher, breitschulterigem Körper reicht über den größten Mann um Kopflänge hinweg. Sein früher braune S Gesicht lst durch die lange Haft gebleicht, fein Antlitz umrahmt ein dichter fchwarzer Vollbart, die großen Augen, aus denen eS wie Blitze leuchtet, rollen noch immer in jugendlichem Feuer und blicken och energievoll, drein. Die d urch den. französischchinesischen Krieg , hervorgerufene Haarnotb in Frankreich, hat die allgemeine Aufmerksamkeit wieder auf jene künst.lichen Fabrikate gelenkt, zu denen vor !allem das schwache Geschlecht seine Zu.flucht nimmt, um .die oft kärglich vorhandenen Gaben der Mutter Natur zu vermehren und m -verschönen. Eine neuerdings von . Truth" veröffentlichte Notiz über die Rolle,.welche das falsche Haar, umal in Paris, spielt, ist daher ,vön besonderem Interesse. Zunächst ist ,in en letzten Jahrzehnten ein beträcht licheS Steigen der Haarpreise zu verzeich.nen. Vor zwanzig Jahren zahlte man ,für einenlangen Zopf bester Gattung .40 Francs; gegenwärtig kostet ein sol cher 250 Francs; jedoch kann man auch billigere und demgemäß ' weniger gute Zöpfe haben, das Stück etwa . 6070 Francs. Dies ist abev schon die niedrigste Grenze, während die höchsten Preise big 700, ja 1000 Francs steigen. Das von den Köpfen englischer Bauernmäd. chen herstammende Haar soll das-beste sein, da es lang und elastisch ist, sich wie Seide anfühlt lnd seine Lebenskrast noch nach Jahren behält. In der Güte' folgen dann die baskischen Haarlocken, in der FSVe.daSden bayerischen .Mdchen abgeschnittene Haar ; erstere eignen sich für hie Brennscheere besser, als die aus
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tt m Leichte Italien, Deutschland oder Skandinavien stammenden Zöpfe, dagegen wird das bayerische Saar bald ..todt", so dak es nur für Flechten und zum Stopfen" verwandt werden kann. Da das euro päische Haarmaterial nicht ausreicht, so haben, ersindungsrische Kaufleute VerWindungen mit China angeknüpft, und in .er That hat sich in ben letzten Jahren ein lebhafter Handel in diesem Zweige herausgebildet. Das Haar der Chine sen und Malayen paßt jedoch nicht ganz iu dem kaukasischen Schönheitstypus. Unser Haar bildet eine runde Röhre, dasjenige aber, welches auf den Köpfen der Asiaten wächst, eine ovale In Folge dessen spielt das Licht darauf anders, als auf europäischen Köpfen ; das chinesische Haar scheint eine dichtere Masse zu bilden und giebt den Gesichtern mit weißer Hautfarbe einen unangenehmen Aus' druck D i e T r t e r i ch e Z t g." schreibt: Eine riesengroße Gefahr bedroht den deutschen Weinbau. Die Reblaus, wel che Frankreich größere materiele und nachhaltigere Wunden geschlagen hat, als der deutsch - französische Krieg, ver breitet sich leider auch in unserem Vater lande in der bedenklichsten Weise. Konn te man sich bisher noch mit der Hoff nung schmeicheln, daß die verderbliche Seuche sich nur auf einem relativ klei nen Terrain in einem Seitenthale des Rheins eingenistet habe und daß eS den Anstrengungen der Regierung gelingen werde, das Uebel zu lokalisiren und aus zurotten, so rütteln die neueren Nachrichten in der unsanftesten Weise den deut schen Wimer und die um das Wohl der Bürger besorgte Negierung aus solchen Illusionen wach. Die Neblaus hat bis zum Rheine auf beiden Ufern deö herrlichen Stromes Fuß gefaßt. Die Gefahr ist imminent. Es wäre drin gend zu wünschen, daß sich jeder voll ständig klar darüber machen würde, was Auf dem Spiele steht. Gelingt eS nicht, des heimtückischen Feindes Herr zu werden, so verheert derselbe Schritt für Schritt, bald schneller, bald langsamer sich ausbreitend, die deutschen Weinber ge. Wo er ist, da hört der .Weinbau auf ; langsam aber sicher sterben die Re ben ab, und in dem verseuchten Boden rst auf Jahrzehnte hinaus das Setzen !neuer Reben unmöglich. Ein gutes .Stück des nationalen Wohlstandes, die Exiestenzzrundlage Tausender von treuen arbeitsamen Bürgern, ist aufs Aeußerste bedroht.. Noch ist es vielleicht Zeit. Noch kann, vielleicht durch ganz energi sche und durchgreifende Mittel der Wei terverbreitung vorgebeugt werden. Aber .hiV rsisffisfcfainiVfr finernip. irnrt v rr v v v v r O säumteste Eingreifen ist nöthig. Die, Abhilfe, die radikale ZerstörungjedeS 'auch nur verdächtigen Fleckchens Weinberg wird viele vlillionen kosten,aber die se sind gut angelegt, wenn sie den Ruin des Weinbaues abwenden. Die Wein bergbesitzer an der Mosel und Saar soll ten nicht die Augen. vor dem nahen Ver derben schließen. Sie sollten einstimmig und ungesäumt ihre Stimme erheben und die Regierung um gründliche Abwehr Mittel ersuchen. lieber die Ve erd igungMa kart's schreibt man aus Wien : Die Lei!chenfeier für Makart gestaltete sich zu ei ner imposanten, würdigen Trauerkund gebung unter Theilnahme der gesummten ,Kunstwelt. Die Straßen waren über sät von einer unabsehbaren Menschenmenge. Florverhüllte Straßenlaternen brannten den Weg entlang. Der Lei chenzug gestaltete sich großartig. Voran kamen die Kunstakademiker, hierauf der Leichenwagen, dahinter und daneben die Wiener Künstler, darunter sämmtliche Celebritaten mit brennenden Fackeln, schließlich drei Wagen mit Kränzen und dann die Trauerwagen in langem Zuge. Die Künstler selbst trugen den Sarg in die Kirche. Hier sangen erste Hofopernsänger ein Quartett, hierauf trug ein Ä):annergesangverein einen ergreifenden Chor vor. Es war eine herzerschüt ternde Scene im Trauerhause, als der Sarg entfernt wurde. Frau Makart warf sich jammernd darauf und schrie: Mein Hans, Du gehörst mir, ich lasse Dich nicht fort." Sie. wurde darauf ohnmachtig. Der Leichenzug passirte am Künftlerhaus. vorbei, .wobei nach ei ner kurzen Ansprache der Präsident einen Kranz auf denSarg niederlegte. Auf dem Friedhyfe folgten ein ergreifend voraetraaenerTrauerchorund eine tressili che ' Gradrede. .
