Indiana Tribüne, Volume 8, Number 35, Indianapolis, Marion County, 23 October 1884 — Page 3
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XI. n.. Dorlnff . ssistent (Stntxal PaffagirZlgnt, 5!rdoftZe OaZhwgton und ZlinoiZ 6fc JndxU E. W. McKknna., Superintendent. ChlcaOi St. JLioals and nttstrnrg Xtailroad. SeU-Taiell für durchgehend nnd Lokal-Zuge. o 17. Febr. 18S3 an: Lg klaffen daNnton,Drt,IndxlI.,wi folgt: Stattone.
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Poftzog. Schnllzg -1-10:43 4:5591m 12:59 6:41 I:Z7 7:1! 3:33 , 8:57 3:47 , 8:7.9 , 4:51 . 9:53 . 6:40 . l,:) . I2:27m 4:24 . 8:02 . 6:17 . 2:2Nm !: jäin 6:3.) . 5M5 . 7:30 . .... .... 7:iostw
Goldene Schwingen.
Roman d,n R. Elch (Fortsedung.) Reiiihold sprach an einem friwuien Nachmittag in der Villa Vlanka vor. Die Zofe, welche seine Karte in Gm pfang nahm, hieß ihn den Salon ; betreten und verschwand dann im Boudoir ihrer Herrin. Das hohe Bogenfenster des Salons war halb geöffnet und die warmen weichen Luftwellen trugen den Duft der Nosen vom Garten herauf. Neinhold'sBlicke schweiften über den sammetartig glänzenden Rasentevpich,aufwelckem en Pfau se!n.'n Schweif zum Rad enlful tete, u id unter lautem Gackern die Pfauenaugen in der heißen Sonne schillern ließ. Der Ingenieur fühlte sein Herz pochen, als die Zofe zurückkehrte und mit emer Bewegung nach der Portiere bemerkte, daß ei willkommen sei. - In dem Boudoir befand sich kein Ubendes Wesen. Die Jalousien waren berabaelaffen und eS berrsehte in. dem Raum jenes Halbdunkel, welches der l , . , iA tu. 1 Szenerie einen irauncyen uno yeimiien Charakter verleiht. . Wenige zerstreute Sonnenstrahlen nur schlüpften durch die Spalten, ließen die spielenden Stöubchen in. der Luft erglänzen und zauberten warme, goldige Lichtslecke auf die dunkle Velourstapete. Vom Sims eines altfranzösischen Kamins herab . grüßte das hehre Marmorantlitz einer Diana und zu beiden Seiten der Statue befanden: sich Vasen im Stil der truskischen- Kanopen mit Büschen dunkler Rosen. DaS süße Aromc; der Blumen erfüllte de Raum. Zteinhold schritt langsam über den weichen ' Teppich, betrachtete einige Genrebilder, und wunderte sich, daß man ihn allem lasse. Nach einer Weile knarrte eine Thüre, und als Reinhold sich um wendete, stand die Baronin vor ihm, welche durch eine Tapetenthür eingetreten war. Sie hieß lächelnd ihren Gast will kommen. Entschuldigen Sie,daß ich warten ließ, allein ich empfing gerade Ihre Karte, als ich im Begriff stand, mich umzukleiden.In aller Hast l'gte ich mem Kleid an und ließ der Zofe nicht die Zeit, mein Haar zu flechten." '.. 3!e inhold bemerkte,' daß sich ihr Haar wie ein Goldnetz über die Schultern breitete und daß ein rosiger Hauch ihr feingeschnittenes Gesicht verschönte. Ihre Sicherheit verwirrte ihn, und als sie die Hand ausstreckte, drückte er einen Kuß darauf und fragte stockend, ob sie viel Angenehmes auf ihrer Reise erlebt habe. Vlanka entging die Verwirrung deS jungen Mannes nicht und ein feines, spöt tlsches Lächeln flimmerte um ihre fcymalen Lippen und die großen glänzenden Au gen. Mit leichten, elastischen Schritten, bei denen das weiche Sommerkleid in Wel lenbewegungen vou den Hüften herabfloß und die offenen Aermel sich wie Flügel von schöngerundeten Schultern abhoben, eilte sie zu den Vasen und entriß densel ben die schönsten Rosen. Während sie die dunkelste aus dem Busch vor" der Brust befestigte und dabei in den großen Spiegel sah, antwortete sie in abgenffenen Sätzen: O, es war herrlich ! Wir sahen daS schöne Italien. Papa ist auf diesem Terrain der beste Cicerone geht nur allzugründlich zu Werke. Mit jedem antiken Cirkus, jedem zerbröckelten Bad oder verwitterten Grabdenkmal mußte ich einen Band römischer Geschichte mit in den Kauf nehmen. Aber mich freute es, daß der alte Mann glücklich war.... Das Leben ist öde und ernsthaft. 'Wir schweisten.5urch ,die grünen Thäler der Alpenausläufer mit den schimmernden Seeflächen, die . nach Süden hin blau und blauer werden. O, wie mir da die Seele weich wurde, als ich über die weite lombardische Ebene blickte! Wie ist.ba der Himmel so licht und heiter, .wie strahlt da die Sonne so warm und goldig, wie fröhlich lachen dieMenschenund wie feurig ist der Rhythmus ihrer. Lieder! Sie haben wohl ie die Riviera gesehen? O, wie schade! Auf diesen Küstenfelsen mit ihren pittoresken Formen thronen die Meerpinien wie Könige auf ihrem Schloß.' Ach, ich war frei und konnte von Stadt zu Stadt jagen bis zu den PalmenHainen an der Südküste Siziliens, ja bis zu den blühenden Geländen Maltas hin. Ein entzückendes . Bild nach dem andern alitt an unsern Blicken vorüber, r. I!ie im Leben hätte ich mir träumen lassen, daß es so viel Genuß gewährt, die weite, weite Welt zu sehen. Wir fliegen im Herbste wieder aus Papa und ich. Diesmal' haben wir unS Spanien und die afrikanische Nordküste zum Ziel ge setzt. Wäre doch die Zeit erst da! Ich sehn mich nach dem. blauen Meer, nach den Barken, deren lichte Segel in der Gluth der Abendsonne wie Rosenblätter leuchten. Möchten Sie nicht auch reisen, Herr Back ? Ach nein, Sie sind ja ein Murmelthier das sich in den finstersten Erdhöhlen am woblsten füblt." Blanka kehrte ihm jetzt ihr lachen des Gesicht zu, aber Neinhold bemerkte an dem Zucken der schlanken Finger, welche mit den vollen Rosen spielten, daß ein nervöses Zittern über ihren Körprflog. . ! Es freut mich herzlich, daß die Heiterkeit des Südens einen so 'wohlthuenden Einfluß auf Ihre Stimmung j geübt hat, nun darf ich hoffen, daß Sie mein Gesuch nicht unfreundlich aufnehmen werden. Ist eS Ihnen bekannt, gnädige Frau, daß in der Zeit, da Sie m Italien weilten, Ihr Gatte im IrrenHaus" V . . ... ,l , ; O, nichts davon ich.' muß .sehr bit ten," rief Blanka im Tone eines launen haften Kindes. Ich will von dem Man- ' . r . . c ' .- r . ne, ver niiq- veirogen nomiyyanoeil hat, nichts mehr hören' nichts, gar nichts ! Seien Sie barmherzig ! Svrechen. Sie von Ihren Hoffnungen, Jyrer Zukunft, aber verderben Sie mir die frohe Laune nicht. Ich höre,' daß Sie schon C.i mX1 ff'i. Irt C0lF r (tn CITl ni v. tt UUy' AWi)(il 4 ivyvity tv. VM.M" uchten Sie mich nicht früher auf? Gechäfte, natürlich. Nun, ich bin Ihnen dankbar, daß Sie überhaupt aekominen. Wie soll ich Sie belohnen? Hier ist die schönste meiner. Rosen,' ich befestige sieseU ber in Ihrem Knopfloch. Kommen Bit her, Sie Mann des Volke?, ich will Sie
schmücken ! Vielleicht schmilzt im Rosenduft daS Eis der Pflicht in Ihrer Mannesbrust !" Kichernd und mit einem schelmischen Blick lehnte sich die Sprecherin gegen Neinhold's Schultern, während sie die Rose in seinem Knopfloch befestigte. Der warme Hauch ihres Mundes streifte eine erglühende Wange, eine üppige Strähne ihres Goldhaares siel auf seine abwehrendeHand. Er lächelte und fragte, ob :daS '.eine der cyprischen Rosen sei, welche Venus ihren Lieblingen als Zaubermittel ver leihe. Gewiß, und sie würde ihre Zauber kraft noch an Ihnen erweisen, wenn Sie an die Llebesgöttin glauben wollten." Ein flammender ' Blick aus den ' Augen, deren Stahlgrau sich zum Schwarz verdunkelte,schoß blitzartig zu Reinhold auf, dann warf sich die Baronin auf die Chai selongue, stützte den Kopf auf den runden Arm und fragte: Ist es wahr, daß Ihre Angebetete sich als Schulmeistern ver miethethat?" Wenn Sie von Hedwig sprechen, 10 kann ich Ihnen erwidern: Sie erfüllt, seitdem Herr von Hoßlar ihr die Mittel zur Bestreitung ihrer Pension entzog, mit Vergnügen die Pflichten einer Erzieherin im Hause der Frau Rasch." . Blanka schaute verwundert auf. - Was sagen Sie? Hoßlar hätte dem Mädchen irgend eine Gelbforderung ver weigert?" Er zahlte Hedwig's Pension nicht mehr und wang sie dadurch, ihr Brot selber zu verdienen. Dies bereitete ihr keinerlei Verlegenheiten, allein sie wird eine neue Vormundschaft vom Gericht verlangen und dann auf Herausgabe ihres Vermögens klagen. Wollen Sie mich jetzt hö ren, gnädige Frau, so wird es Ihnen erspart bleiben, im Gerichtssaale über Dinae befragt zu werden, mit denen Sie sich so ungern befassen." Blanka war jetzt aufgesprungen und durchmaß in heftiger Erregung das Zimmer. Der Schändliche! mich so zu hintergeben ! Hoßlar sprach mir - von großen Summen, welche Hedwig . bezogen und rasch vergeudet habe. Auch er ein Schuft! O, ich ahnte es! Alle, Alle betrügen mich ! Wohin soll ich mich wenden!" Zur Wahrheit, gnädige Frau." Blanka hielt an und blickte Reinhold in die hellen Augen. Ja, in seiner Seele war kein Falsch und er tatte Mitleid mit ihrer Lage. Sie habe ich stets als wabr erfunden," sagte sie zögernd. Nun, so redcn Sie denn, in Gottes Namen,' aber schonen Sie meine Nerven. Seit einiger Zeit lebe ich wie im Fieber. Dort, wo Kranlitz geathmet hat, hausen Gespen ster. Sprechen Sie rasch !" Sie lebnte sich gcgen den Kamin und schloß die Augen." Neinhold schilderte in kurzen Sätzen die entsetzliche Lage des VaronS, sprach von der Entscheidung des Gerichts und ging
dann plötzlich zu der Frage über, ob sie, die Gattin, den Baron der Anstalt indem guten Glauben übergeben habe, daß tr r r ' o irrnnnig sei? Die Baronin schlu die Augen wieer auf, sah den Sprecher sinster an und entgegnete : Gewiß. Doktor von Hoßlar und ein Mediinalrath versicherten mir, daß die Anzeichen einer Geistesstorung schlimmster Art vorhanden seien." Nun, so sind Sie getäuscht worden, und es ist Ihre Pflicht, eine Grausamkeit wieder gut zu machen. Ich flee Sie an, gnädige Frau, unterzeichnen Sie den Antrag auf Entlastung Jbres Gatten aus der Irrenanstalt." Blanka nahm das Papier, welches Neinhold ihr überreichte, und während sie den Inhalt überflogt zitterte ihre Hand. Welches Interesse können Sie an der Befreiung Ihres Vegners haben?" fragte sie mißtrauisch. Hoffen Sie vielleicht, daß der gute Kranlitz den Retter mit der Hand und dem Vermögen seiner Nickte belohnt?" Die Hand Hedwig's ist mir in jedem Falle gewiß, denn sie liebt mich. Der Reichthum aber lockt mich nicht, denn er legt uns schwere Pflichten auf. Ich gehorche in diesem Falle nur. dem Gebote der' Menschlichkeit und darfauch von Ih' nen erwarten, daß Sie das Unrecht sühnen, zu welchem'ein gewissenloser Mann Sie durch eine Lüge verleitet hat. ?Sie sagten einst" hier zitterten Reinhöld's Lippen und ' eine- iBlutwelle . färbte ; sein Gesicht daß Sie mir getrost Ihr Geschick, Ihr Leben anvertrauen würden. Nun, gnädige Frau,, ich bin derselbe geblieben, der ich damals war und ich rathe Ihnen dringend, unterzeichnen Sie dies Papier. ' Baron Kranlitz hat die Illusionen Ihrer. Mädchenjahre zerstört, ja, er hat, vielleicht schwer an Ihrem Herzen gefrevelt, aber die Qualen, welche er zetzt erduldet, die verdient er nicht. Der Mann,, dem Sie, jetzt Ihr Vertrauen schenken, begeht .an Ihrem Gatten ein furchtbares Verbrechen und ' wenn dasselbe enthüllt wird,, muffen--Sie in den Augen der Weid als die Mitschuldige erscheinen. Sühnen Sie das Unrecht und .erretten : Sie den Gefanaeüen aus den Händen seiner .Peiniger, bevor.es zu spät wird." . .. - Damit er mich von Neuem quäle, foltere, vielleicht gar ermorde" rief Blanka und. schleuderte das Papier weit von .sich. ' ',Nein und tausendmal Nein, ich unterschreibe nicht!"" - f ' ' Reinhald sab-sie mit einem traurigen, fast flehenden Blick an.' ,ein Wort weiter",' rief sie und eil te wie.em grollender Panther mit funkelnden Augen auf und .nieder. . Sie ahnen. nicht; meine Lage.!' Ihr Männer wandelt auf ebener Straße, ich aber klimme über schwindelnde Abgründe ..... in mein Leben griffen dämonische Gewalten ein. Wir Frauen .können nicht .um unsere Freiheit kämpfen, wie Ihr, wir sind . Spielbälle in den Händen der Gewaltmenschen und Schurken- sind eine Beute ihrer Leidenschaften. Der Mann, welcher im Seehof nach Befreiung schreit, hat alle Hoffnungen und, cdlen Regungen .in mir zertreten, hat wilde Leidenschaften in mir wach gerufen, darf er sich Wundern, wenn die Mißhandelte ihm nicht die Hand zur - Rettung bietet? . Solider Kamps von Neuem beginnen ? Nein ich habe genug erdul2Jjy- --" - .. 6 t 5Die Leiden haben Kranlitz verwan delt."
verwandelt ihn !" Blanka lachte wild auf. Aus dem ' Wolf wird kein Lamm und aus dem Despoten kein Dulder. Nein, ich zittere vor einer Wiederbegegnung mit diesem Manne. Ich weiß, Hoßlar ift ein Lügner eine verächtliche Kreatur, und der Weg, den er mich führt geht abwärts in dunkle, grauenvolle Tiefen, allein kann ich umkehren ?" Die Sprecherin streifte im Vorübergehen den Tisch, auf welchem die Rosen lagen, sie nah dieselben auf und zerpflückte sie in nervöser Hast. Warum ließ mich daS Schmal nicht einen Mann auf meinem Wege sinden,' der reinen Herzens ist?" fuhr sie wie im Selbstgespräch fort, einen Mann mit
.einMHuukenvonLtebc.für.mich in seiner Seele. Wie anders würde sich dann, mein Leben gestaltet haben ! Statt seiner mußte ich einen Spieler finden, der im Stande gewesen wäre, meine Person auf- eine Karte zu setzen, und dann einen Gewaltmenschen voll brutaler Leiden schasten, der eine Zigeunerin mir vorzog, dann einen lächelnden, geschmeidigen Schurken, welcher mir Treue schwört und thatsächlich durch den Sumpf deS Lasters watet. Endlich tritt ein Tugendbold vor mich hin, der mir Moral predigt und doch nur an den eigenen Vortheil denkt Geht, geht mir Alle, mich ekelt l diese Welt ! Mag sein,' daß Schwachheit deS WeibeS Fehler ist, Ihr Männer aber seid abscheulich !" Bebend vor. Erregung schleuderte sie die Rosenblätter in die Luft, warf sich auf die Chaiselongue und barg ihr Gesicht in die Kissen. Der ungestüme Ausbruch weiblicher Leidenschaft machte Neinhold bestürzt und eine seltsame Bangigkeit siel ihm' aufs Herz. Was'konnte er ihr sagen, die nur den Eingebungen des 'Augenblicks folgte und nicht einmal den Muth hatte, sich die Konsequenzen ihrer Hundlungen klar zu machen.' Er wollte leise das Zimmer verlaffen, als er aber bei der Schwelle angelangt, hinter sich ein Stöhnen vernahm, kehrte er um und sagte : Sie leiden, gnädiae Frau, und eS schmerzt mich, daß ich nicht der Arzt Ihrer Seele sein kann. Wie ich Ihre Lage erfaßt 'habe, giebt eS nur einen Weg zur Erlösung allein Sie besitzen leider nicht den Muth, denselben zu betreten. - So muß ich Sie denn perlaffen mit dem Bewußt sein, daß Ihr. Lebensweg, der so heiter und sonnig werden könnte, sich mehr und mehr verfinstert. Glauben Sie ja nicht daß ich gleichzeitig oder in pharisäischem Hochmuth von Ihnen geh, ich scheide mit Wehgefühl im Herien, denn ich verlaffe Sie in der bedenklichsten Lage Ih reS Gebens und darf nicht einmal sagen : Auf Wiedersehen." Neinhold sprach leise, aber jedeS seiner Worte war von Mitgefühl durchzittert. Ills er sich jetzt dem Ausgange zuwende te, schnellte Blanka mit einem Aufschrei empor, lief ihm nach, umklammerte seinen Arm und rief ;,Sie gehen nicht. Reinhold nicht jetzt, in dieser Stunde Sie dürfen es nicht. Ich that Ihnen weh, aber mir wirbeln die Gedanken so wild durch den Kopf ; ich bin nicht . mehr ich selbst bin wie das scheue, von allen Seiten bedrohte Wild, das sich zuletzt in blinder Verzweiflung gegen die eigenen Leidenszefährten wendet. Ach, Rheinhold, Sie ind edel, sind gut ich fühle es in dieem Augenblick mehr denn je Sie muffen eö ahnen, wie elend ich bin. Ich lebe in einer Höhle ! Und Sie könnten mich verlaffen, Sie, den ich tiefer in mein Herz blicken ließ, als den eigenen Vater ? Ranhold, ich habe aus Schwäche gefehlt, aber ich bin nicht verworfen. Reinhold in mir lebt der Drang zum Guten, die Sehnsucht nach Frieden! Sieh, ich konnte auf dieser Erde glücklich Werden und beglücken, wenn der Mann, den ich liebe, mir die Hand reichte.- Der Gedanke an Schuld und Gefahr macht mich nicht so elend, als das schreckliche Bewußtsein, daß Der mich verachtet. Welcher das heilige Feuer wahrer, göttlicher Liebe in meiner Seele entzündet ht, der Mann, an den ich dachte beim Anblick der majestätischen Alpenstrnen und beim Anblia deS 'weiten MeereS. Ach, sein Bild wctnderte mit mir in die Zerne, seine klaren Augen schauten mich an im Traum, seiner Stimme Klang umgaukelte mich beim Summen ! der Abendglocken. Nur die Sehnsucht, die Sehnsucht meines ' wildpochenden Herzens hat mich hierher zurückgeführt. ! Ich jubelte bei der Nachricht, daß er in diesem Thale weile, ich zitterte, als er kam und sterbe, wenn er " - Sie konnte nicht vollenden. . . Reinhold, den der Ausbruch ihrer rasenden Leidenschaft erschreckte, sah sie erbleichen, taumeln und zusammenbrechen.' Sie wäre ;u Boden gestürzt, wenn er sie nicht aufgefangen und auf die Chaiselongue niedergelegt hätte. Langsam, bebend beugte er sich nieder und hauchte einend Kuß auf die zarte Wange der Ohnmächtigen.' Da öffneten sich langsam die glänzenden Augen und als die Erwachende-bemerkte, wie ein flammendes Roth Reinhöld's Gesicht färbte, wie seine Augen m Zärtlichkeit erstrahlten, da schlang sie. die weichen Arme um seinen Hals und brach in ein konvulsivisches - Schluchzen aus.. Heiße Thränen brachen aus den -schönen-- Au .gen und perlten über die blaffen Wan gen, wie aber nach einem Aprilschauer die Sonne verfliegendes Gewölk durchbricht und Regentropfen blitzend durch leuchtet, so lachten allmälich ihre feuchtglänzenden Augen u ihm auf und die Lippen enthüllten die blitzenden Zähne. Du liebst mich. Reinhold, Du Nebst mich !" flüsterte sie im Tone hinschmel zender Zärtlichkeit.' Du liebst mich mehr als jene Kranlitz.' O, ich wußte es, daß Du endlich zur Erkenntniß Deiner wahren Gefühle gelangen? mußtest. Sag' es mir. Liebster, daß Dich mehr als Mit leid zu mir führt. Gesteh', daß Du mich liebst!" , ; Sie schmiegte sich innig an seine Brust und ihre Küffe brannten aufseinett Wangen: Wie konnte-er den Feuerblicken die ser: Augen, dem ' Schmeichelten-, dieser Stimme wiederstehen ! . Da tönte ein schrilles Alarmsignal berauf. Vom Vestibül aus war die Glocke deS Haustelegraphen in Bewegung gesetzt worden. ' Reinhold reckte sich empor ; er hatte daS Gefühl," als berühre ihn tn Zauberstab.' Die wilden Wünsche versanken, eS kühlte sich sein Blut, die Vernunft
kam wieder zur' Herrschaft. Sie erhalten Besuch", sagte er in kühlem Ton und nahm das Papier auf, welches Vlanka zur Erde geworfen hatte. -. Vlanka ivar bei dem schrillen Läuten todtenblaß geworden, jetzt warf sie ei nen halb prüfenden, halb flehenden Blick auf Reinhold und sagte: ,Der Mann, ,dessen Gegenwart Du fürchtest, wird heute zum letzten Mal dies Haus betreten, so' fern Du mir gelobst, mir allein angehören und mich ins Ausland begleiten zu wollen." Iieinlwld fuhr sich mit der Hand über die heiße Stirne und antwortete dann mit aller ' Bestimmtheit : : Ich wäre ein Ehrloser, wenn ich das ? verspräche. Denken wir vor allen Dingen an unsere Pflicht,' die Pflicht 'aber., erheischt es, daß 'daS an Kranlitz begangene Unrecht gesühnt werde. Blanka um Ihrer Ehre und Ihrer Zukunft wegen siehe ich' Sie an, unterzeichnen' Sie diese Schrift!" - Niemals ! 0, ich i erkenne Ihre Falschheit ! ; Sie dachten nur immer an diesen Ihren Zweck und kielten. mich jetzt für schwach genug, um Shnen nachmgeben. Verlaffen Sie mich. Schändlicher!" Ein glübendes Roth huschte über ihr feines Gesicht und sie ' wendete sich händeringend der Diana zu, -als 'wolle sie die Göttin anflehen, sie der Erde zu cntrücken . Neinbold 'verbeugte sich und verlief schweigend das Zimmer. Im Salon sie len seine Blicke wieder durch das. hohe Bogenfenster. Drunten im Garten' drehte der Pfau noch kreischend sein buntes Rad, allein die Sonne ' ließ die bunten Farben nicht Zmehr erglänzen. Graue Gewitterwolken verhüllten den Himmel, ein Wirbelwind toste durch's Thal und ließ das Laub der Bäume ' aufrauschen. Reinhold war nicht in der Stimmung, dem Doktor zu begegnen. Er spähte nach einem Ausgang, allein plötzlich kamen ihm statt von Hoßlar's zwei Personen entgegen, deren Anblick ihn überraschte : Graf Elmborg und der Bildhauer Lom. Blanka's Vater war sehr greisenhaft geworden und schaute ' mit hohlm, grämlichen Augen in die Welt; er grüßte Reinhold kühl und zurückhaltend,wührend Lom mit den Anzeichen freudigerUeberraschung auf den Ingenieur zueilte. Wahrend der Letztere seine Anwesenheit in der Heimath erklärte, fuhr ihm der Gedanke durch den Kopf, die Vermittelung des Grafen in der Kranlitz'schen Angelegenheit zu begehren. Kaum hatte er jedoch dem alten Herrn den Namen Kranlitz genannt, so kam der selbe in die gleiche nervöse Aufregung wie Blanka. Laffen Sie mich mit diesen Angele genheiten'ungeschoren, verehrter Herr, ich will von dem DingS da nichts mehr hören. Seit meiner Rückkehr martert man mich mit unheimlichen und ganz absurden Schwätzereien. Ich will Ruhe haben, Herr Maschinenmeister !" Sie werden mich hören müffen, Heri Graf, und wenn Sie gleich an dasSprüchwort glauben : JI n'y a que la verits, qui blesse, denn es handelt sich um Ihre Ehre!" . Der Graf war der Thüre so rasch zu geschritten, als ob er entfliehen wolle, das Wort Ehre aber traf ihn wie ein Pfeil und auf der Schwelle fuhr er heruin, sah den Sprecher groß und starr an und erwidert ein drohendem Ton: ' Um meine Ebre ? Wer wagt es, diese anzutasten?" : Doktor von Hoßlar, der Freund Ihrer Tochter." (Fortsetzung folgt.) . vom Auslande.
' De m PrSd ara t o r d e r B erliner Universität,' Herrn Wickersheimer, ist es, wie 'die Post" berichtet, in Folge :ines Auftrages des Kriegsministeriums zelungen, Commisbrod -derartig herzustellen, daß' dasselbe sich .nach neunwöchentlicher Aufbewahrung' noch eben so frisch und genießbar wie am ersten Tage nach seiner Herstellung ' ausgewiesen hat.' Lin von ihm nach dem Schlachten präpa rirter Hammel ' hat sich noch' 7f Monate nachher, mit dem einzigen Umstände, daß das Kleijch die doppelte Zeit seiner Zubereitung bedürfte, im Geschmack, wie in zllen "anderen , Eigenschaften wie daS Fleisch von,' einem erst am Tage vorher schlachteten Thiere ausgewiesen. ! Die Verdienste, welche sich der genannte Herr durch daS von ihm erfundene Verfahren ur Conservirung' anatomischer und. sontiger Präparate erworben hat, sind be!annt. Mit dieser feiner neuen Erfindung würden sich der überseeische Fleischtransport, die Feldverpflegung der Heere und die SchiffSverproviantirung in völlig neue Bahnen übergelenkt sindm. Ein fast. unglaub licher Schwindel ist jüngst . in ; den österreichischen Ortschaften Katzelsdorf, Walpersbach u. f. w. von einem Gauner betrieben worden, welcher sich für . Niemand Andern als den Kronprinzen., Rudolph 'auSgäb und mit Hilfe der von ihm gewählten Maske eine gewisse Aehnlichkeit zu erkünsteln verstand. 'Derselbe tritt in die Bauernhäuser' um' Almosen bittend, ein, und sobald ihm ein solches, in welcher Form es auch sei, verabreicht wird, weist er es mit nobler Geberde zurück und theilt den . mildthätigen Leuten unter dem Siegel strengster-Verschwie-genheit mit,. daß. er der Kronprinz sei und ungekannt als . Müllergehilfe ; die Provinzen bereise, um auf die Art imit den Bauern in Verkehr zu treten, deren Bedürfniffe auS eigener Wahrnehmung kennen zu lernen und Jenen, welche es bedürfm, 'Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. ,Sö habe er bereits viele ungarische Dörfer aufgesucht und komme jetzt in diese Gegend, während alle Zeitungen Über seinen Aufenthalt Gegentheiliges berichten müssen, Yamit sejne Jncogntto Reise durch nichts behindert werde.' In' der That fand der Schwindler Leute, die lein Märchen alaubten, ' sich" durch den Besuch hoch geehrt fühlten und derschiedene Bitten -stellten.' Jai die naiven Leute faßten selbst dann noch kemenArg wohn, als der Schwindler sich von ihnen bewirthen ließ' und 'zuletzt sogar huldigende Geschenke annahm. Die Bauerin Juliane Zehetnerin Katzelsdorf läßt eS sich noch heutet nicht ausreden, 'daß der rtnpnnz in Person bei ihr gewesen sei. Die Gendarmerie - - bereits ' von dem Treiben diefeL Schwindlers avisirt und
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Leute, welche slch 5in vorzügliches Vianolanschässen und dabei ersparen wollen, der Ve' trag, welcher gewödnliÄ"bei solchen YlanoS, die in auögedebnter Weise anuonclrt werden, darausgeschlagen wird, werden'in dem
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geradezu daS slnden, waS sie wünschen. Dieses Jnvrument bat tttnen Mg in nabezu 1,000 Häuser dieser Stadt gesüuden, 'ein Umstand, der gewig zu seinen Oünsten spricht. Besonders niedrige Preise. Leichte MMagszahlnngen.
Sto. 1 J. HennMvania Ste.
wird hoffentlich bald dem Jncognito, Reisenden eia sicheres Geleite geben. Ueber den Ernte-; und Saatenstand , in Ungarn wird aus Pest geschrieben : Auf.Grund amtlicher Da ten, welche im Handels und Ackerbau Ministerium eingelaufen sind, erscheinen die Druscharbeiten im ganzen-Lande na hezu beendigt. Die frühe Roggensaat ist stellenweise schon im Sprießen, braucht aber Regen. Hackfrüchte stehen überall gut; die Kartoffel-Ernte rst im i Zuge, doch kommen namentlich aus Ober Ungarn Klagen über Kartoffelfäule. ' Mais und Tabak werden überall gebrochen. erbstobst, weist,, mit Ausnahme von flaumen, eine schwache Ernte aus. Den Weintrauben, hat die jetzige Witterung sehr genutzt, und ist mit Ausnahme einiger höher gelegenen Stellen eine' gute Emte zu ettvatten. Aus mehreren Komitaten langen Klagen über durck Feld mäuse angerichtete Verwüstungen an. Im Araber Komitat leidet der Reps durch Raupen, im Torontaler Komitat durch Erdflöhe und Würmer. Einen traurigen Beweis für die furchtbare Noth, in welch? sich manche Familien in Sunderland Ena land) besinden, giebt -das Newcastle Chronicle" in folgender Mittheilung: Eme Frau, welche ein Schwein im' West lichen Theile der Stadt in einem Stalle hatte, hegte aus verschiedenen Anzeichen den Verdacht, daß dem Thiere das gut ter, welches sie ihm brachte, Weggenom men würde. Sie stellte sich auf die Lauer, und als es dunkelte, bemerkte sie, wie ein Mann, und eine Frau sich heranschlichen.und daS Futter, aus Brod, Brühe und anderen Speiseresten bestehend, aus dem Troge holten. Die Frau folgte ihnen bis jum Hause, in das sie eintratenund gmg, nachdem einige Minuten verstrichen waren, ebenfalls in das Haus, um zu ihrem Erstaunen zu sehen, wie fünf kleine, um einen Tisch sitzende Kinder das Futter ihres Schweines beaieria verschlangen.. In Hürth, einem in der Nähe von Köln belegenen Orte, hat ein Maurer sein eigenes zehnmonatlicheS Kind auf eine schreckliche Lüeife ermordet. Mit einem Brotmesser schnitt er demsel ben, während er eS auf seinem Schooße liegen hatte, den Hals durch und brachte ihm außerdem eine Anzahl Schnittwuttden am Kopfe und an einem Beine bei. Am Tage vorher hatte der Mann mehreren seiner , Kinder gegenüber' erklärt : Morgen mache ich die Großmutter todt." Am Morgen der That hatte er das Brotmeffer scharf geschliffen : und dann seine Frau aufgefordert ihre Arbeit zu thun, mit dem Bemerken, er ' wolle in der Zeit daS Kind verwahren. Kaum war die Frau, welche sich, nichts BöfeS ahnend, an 'ihre Arbeit begeben wollte vor die tauSthür getreten, da hörte sie daS kleine ind einen kläglichen Schrei thun. Sie eilte zurück in'S HauS und sah nun, wie .ihr Mann, eben die Bsntthat verrichtete.' Da wandte dieser 'sich gegen Ne'und verwundete sie mit 'mehreren Schlägen' mit telst deS Messers an den Armen. Bald wurde der Thäter verhaftet. Er stellte sich herausdak' sich sein Geist plötzlich umnachtet und oaß er im Wahnsinn die grausame That -.begangen'' hatt- Ms man ihn dann an die "Leiche sei-' neS Kindes .führte,' verhielt tr sich völlig theilnahmlos. Er erklärte,' das Kind sei nicht das seinige, und als man ihn fragte, wie '.er heiße, gab er einen frent den Namen an. In England taucht er Gedanke auf, den Meerbusen Finy of Clhde, d. h. Glasgow, mit dem Fittb of Forth, d. h. Edinburgh welche ! feit dem vorigen Jahrhundert durch einen -nur klemm Fahrzeugen zugänglichen Graben -verbunden sind,' durch einen Kanal für ' die größten Seeschiffe in Verbindung zu bringen. DaS Werk wäre ohne" über--große- KostewauizuführenT-da die (Iegenv zwischen beiden Föhrden keine Hindernisse bietet:. n dem Gelingen 5eS Werkes ist Deutschland insofern interessirt, als die meisten aus der Ostsee kommmden, nach Nord'-Amerika bestimmten Fahrzeuge den Weg durch., den Kanal La Manche der ffabrt über-Schottlands. Nordsvids vorziehen. '. Der neue Kanal würde letzi teren Webederttenv abkürzet da er die" nördlichen zwei Drittel von Schottland zur Insel machen würde. 4 1 " rs' rr' i , i! ' .'' nBerirn ericyop i,H am I. October der Grenadier Maas von der
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r V 8. Compagnie des Kaiser Alexander Garde Grenadier - Regiments, während er vor dem 'Krönschatz auf der Galerie deS k. Schlosses im inneren Schloßhofe auf Posten stand. Zu diesem' Zwecke hatte er zuvor Patronentasche und Seitengewchr abgelegt, in hingeduckter Stellun das Gewehr sich auf die entblößte Brust gesetzt und mit dem Seitengewehr abgedrückt. Der Tod war sofort eingetreten. Sich selbst umzubringen, um seinen Nächsten damit. iu strafen, dürfte die sonderbarste Ztache sein, die eS giebt. Ein englischer Kolonist vom Kap der guten Hoffnung besaß einen' nnlayschen Sklaven, der sich durch Fleiß und reue ganz vefonvers auszeichnete. Er ließ ihm daher von Zeit zu Zeit kleine Geldbeträge als Anerkennung zufließen, die der Sklave sorgfältig sparte und,alö Iie eine gewiffe Summe erreicht hatten, einem Herrn anbot mit der Bitte, ihn reizugeben. Aber der Kolonist verweigerte dies, da er den brauchbaren Arbei ter nicht entbehren mochte. Am andern Tage fand man einen der kräftigsten Sklaven der ganzen Ansiedlung 'ermordet vor. Sofort bekannte sich der Malaye zur That und gab vor Gericht als Grund der That an, er habe sich an sei nem Herrn nur rächen wollen. Der Ermordete sei zwar sein Freund, aber einer der werthvollsten Sklaven der Kolonie; durch seinen Tod erwachse dem Herrn ein Verlust von 1000 Thalern. Er selbst fei nicht weniger werth und da er unfehl bar gehenkt werden würde, so betrage der Schaden 2000 Thaler.- Er hatte richtig gerechnet; der Malaye wurde für den Mord gehenkt und der Engländer verlor seine beiden besten Sklaven ohne einen Pfennig Entschädigung.' ' In Pest war schon vor einiger Zeit eine Bewegung eingeleitet worden, um ein Werk Munkacsy'ö für die Hauptstadt Ungarns zu erhalten. Anläßlich seiner Anwesenheit kam die An gelegenheit in kompetenten Kreisen neuerdings zur Svrache, und zwar in einer Form, welche Aussicht bietet dafür, da dieselbe eine günstige Erledigitng sinden wiro. U)er vtaat destellt em großes hlslorischeS Gemälde für die innere Aus schmückung deS neuen Parlamentshauses cm c f. err r vei 2nuniacD, oer ncy zur ANsMigung desselben auch bereit erklärt hat. Die Samburaer B ü r a e r schaft hatte beim Senat die Einrichtung einer z:eichenverbrennungs-Anstalt beantragt, ist aber abgewiesen worden Der Senat hat erwidert, daß er Bedenken tragen müsse, auf diesen Antrag einzugehen, weil ihm nach den obwaltenden Ver Hältnissen ein Bedürfniß für')ene Ein richwng zur Zeit wenigstens nicht vorzuliegen scheint. In Konttantinovel wird man von der dem Akhbar" aus Tripo . t. v- er'' r. er"-. r. lis zugeyenoen ytaapncoi nur leyr wenig erbaut sein. Dieser Nachricht ' zufolge haben sich in der jüngsten Zeit auch die Beherrscher der drei Sudanreiche : von Bornu, Baghirmi und, Guando' (erstere wei Reiche liegen im östlichen -und letz teres im westlichen Sudan am Niger) vom Khalifat in Konstantinopel gänzlich losgesagt und für den Sultan von So koto (Sokoto ist daS arökte der Sudan, reiche und hat Kano zur Hauptstadt) als rat cm : . td n c : rrtr--viimi vti:ymimnina ul1 oer linau bigen) anerkannt. In den Moscheen dieser Länder wird daber. nickt 'mebr für Abdul Hamid, sondern für den 'Beherr scher olotos, ultan Abu-Kaim, gebetet werden.. Visjetzt haben. schon zehn Südanreiche die Würde des neuen Ober haupteS deS Islam anerkannt : Guando, Allori, Nupe, Szegseg, JakobaKessi Abdessenga, Bornu, Mandara, Baghirmi und Adamana. Für die europäischen Sudanreisenden ' wird diese : Nachricht auch nicht besonders angenehm. klingen, denn von nun an werden die ; Fermane des Sultans von Konstantinopel, die sie sich gewöhnlich als eine. Art. Empfeh lungöschreiben an die Fürsten in der Sahara mitaeben ließen, von Letzteren kaum mehr beachtet werden. . Der siebente Candidat für die Präsidentschaft, der lustige Reiseonkel iTkulhattän kann sich' aus einen ihm gün siigen.' PrScedenzsall' berufen. Hank Ohlti. der beliebte .Endmann einer in den Neu England Staaten reisenden Minstrtl.Gksellschast'tst in die Legislatur deß Staates Vermont gtväblt worden, .weil tx gar zu drollige Einfälle hat
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