Indiana Tribüne, Volume 8, Number 32, Indianapolis, Marion County, 20 October 1884 — Page 3
Wüdttch. J I k I R R ZU rariflt nnö beste vahu nach , Louisville, Nastmllo, Mempkis, Chattanooga, Atlanta, Savannah, Jacksonville, Mobile and New' Orleans.' St ist vortheilhaft für Passagiere uach dem Süden, ine direkte Noute zn nehmen. Palaft, Schlaf, und ParlorWagea zwischen hicago n ouisville nnd St i' un oniidille oh. Wagenwechsel. Comsort, Schnelligkeit und Sicherheit bieiei .Jeff" die alte znderlZssige D. OH. & Ä. M.
II. R. Dorlnc:, lstftent Veneral PassagirAgent, ordoftZ rZashwgton und J2inoiltr,, Jndpl E. W McKknna, Superintendent, OhieQffo, öt. Louis and Pittstourer Itallroad. SfiMabHf für durchgehende und Lokal-Züge. 17. ftebr- 1883 an: Züge klaffen da Union.Deoot, Jnbxl., i folgt: Statt.
SchnSzg Pftig Tchnllig kkm. 4:26Crn fioilSB iibsim H-OOiR 6:23 - 12:5 6:41 , 6:13. v: . 1:37 . 7:11 . S:d0. 8:57 . 3:33 . M:57 S::8 3:47 . 8: 9 , 9: . :?l . 9:S2 il:30Nm :40 . ll:Jst . I2:S2 . 2:37nf ... . 5:i9 4:24 6:31 8:02 . . ..... 7:oi . 6:iT 4:i5 :.. -2:1 5. . ..... 7:W ' m 8:m) . 6:2 . 7:.so . 5: 5 il:2) 7:30 8:2Srn 7:k0 'at .
köz.Jndianorl's Är.f.ianib'fliJiH , Richmonb ... , Taylor Cicua Urbare . Ccluaibul.... Nemark . . .. m SteabensiS. . Vhee'är.z - ittstujfl , HarriZdurg... BiUtBior... , Wüshtnzivn. Vhiladelrhta New foil..., - ctn , käal'.ch. t TaaiiS. ausgenommen Sonntag. $u5rnann' atap. 5Uf unb fccteMBagtr durch bil PMSborg. arributo. Philab.xbia und ätd Voxt, ohn, l, 5)1 in Waoenmechs: nach sallt'nore. Washington und ofion. tS& ffab'Ianet! nach aH'N Deutlichen t46tn Snö f allen Haupt?ahrkirtenBureau d? Ween unb in dem Stad:-Bureau. lit c Zllinm anr Washington Btxat unfc im Union Depot Bureau Jndianaooli. ,u Heden. SHUfroagen-sn :öü na tat flctaul gesichert roetden rurch fwülaticbet den genten t Stadt B?a -er " "4" JCepot U Jndianaroli. Ind. G. . Derin, A. S. P. A . flarbo cke Washwz. ton und Jllinoi Stra. Jnd'vl. Zae cra. anag , olumbuZ, Chi, . . Arb, l. Pa?gie,. und T.St. -"i eutibuu,-. Feuer-Alarm-Oignale. 4 Pennjlosnia uud ker. ' i Hartauartir d jeuer Deport tnentl. 6 flStrae unb 3leo Yo?k. 7 Ndl unb Vichigan Strafe. 8 Ierse,. Straß unb Vaflachulett, . 9 Wtnston und NordStrab. 1? KaffachuffeUi So, nahe N.'dl, Ltr. 23 Tlamr Str. unb Fort Waon Sv. 4 Nero Jersey und ZZort Wayn venu 15 Per Str. unbV,ffachufeUi re 1 Christian : und Ash Str. 17 Park Ave. und uUer Str. 13 8 artete I 3tr. unb Ealottln. 19 rchkk un John Etr. 123 Esllez Sre. unb Siebente Ltt. 124 aiabawa unb Siebente Ctt. 12 Kertbian nd Siebente Str. 126 andek Ltr.und Lmesln Äo 27 uellung.Gtäud. 1Z8 Eentral So, unb Schlc SU 131 Alabama und Morrison Str 122 Rohamxton unb Acht 5ti. 134 Eollkg Avk. unb Zehnt Etr. 135 Hom An, unb Dlawar 6u 1 Dlaar, unb ichigan ?tr. 21 St. Jo Str nh Jllinoi. 3 Pennsylvania unb Pratt Str. 25 No. 5. Sngin Hvuf Sechste, nah, Jllino, 26 isftsstVxt unb St, lair Str . - 27 Jlinoi unb Vichigan Str. 33 Pnnsr)lvania Str. unb Hom v, 39 Mississippi unb Biert Str. 213 Tnnffk unb Wiliam Str. . 13 Pnns,lvania unb Vichiaa.: Stt. 214 JStnoi unb Herben Str. 31 Jnbiana 2o. unb Liichiban Str. 82 ertbian und Walnu Str. 34 California und Beruzonr 25 iate unb Nero Hör? Str. 55 Jndtana Ave. und St. Str 27 Stadt, öofVttal 8 läse und Nord Str. 39 tchtgun unb Lgn? Ltr 13 unb Walnut Str. -213 Wkft unb Tritt Str. 314 Sl'bcnt unb Homaib Str. 41 Wd'jhington, nah West Str. 43 Siönborf unb Washington S:, 43 Missouri unb New gork Str. 45 Meridiau unb Washington Sir. 4 Jlmoi unb Ohio Str. 47 Tennesse unb Washington Str. wgan'I Pork Hsule. 42 Jndianola. 412 Missouri und Aaroiand Sti. 413 Kisstsftxvi und Wdasy Str. 415 Ferguson' Port Hous. 421 I. . 33. Round Hous. 423 Insane s,lum. 51 Jklinoi und Werrill Str. 52 Jlinoil unb Louifiana Sti 58 West und Mclarto Str. 54 28 1 unb South Str. 56 Te messe und eorgia Str. 57 vi -ibian unb Ra? Str. KZ ZK ison oe. und viorrt ti. 69 wiz jisen So, un Dunlo? Str !12 lSe.t unb Rockmoob tr. .'513 ntUlk, So, und 5iirlt' L !514 Union und orri Str SIS IlinstI unb ansak S 017 Vorris unb Dacotah Str. 61 Soutb nah Delasar Str. 42 Pennsylvania unb Louifiana Str es Dlawar unb Rcart.? Str. 4 Oft unb Wckart, Str. 5 Alabama und Lirgiana Av. Z7 Virginia Av. und Brabstzam St: 63 Oft unb oburn Str. 9 Pennsylvania Str. und Vladison . 12 Züernan unb Dosghktt? Str. 71 Virginia Av. nah Huron Str. 73 Oft unb Seorgia Str. 73 Washington unb Venton Str. 74 enton und Seorgia Str. 7Jrft Av. nd Pw. 78 Dtloa unb Bat Str. 73 Virginia .und Dtllon. 79 gleicher Av. und Dill. 712 Sxruc unb Pros?kt Str. 713 nglish Av und Laurl Str. . 714 Orang unb Otto Str. 715 Shelb nd cher Str. A R'' Mtm 3riy Str. 12 Washwgtoa ub Dkla Vt,. 83 O? d iarl Str. 84 Ne ork unb Davtblon Str .85 Taub'iummn,nftalt. ,Pi Cr. Staat Arsenal, r, Oriknta! unb Washington Str, -8) AraU'ef'ingnti. 1812 S!o.8 Schlauch-Hau. Oft Sashingtonftrai ilt arl,t unb odl Str. ,814 Ohi und Harvey Str 31 riarylanb nahe Vkeribian Str. ' ti Veribian nnb Seorgia Strasse. t-l Prtvat.Signal. 1-3-1 Und asten wiederholt,, eiier Alarm. L-Z Signal für FeuerDruck. Li SchlSg, Feuer u. IZrek SchUg, Dru ab. ZmöN Schlüge. 13 Uh, Rittzl
Goldenc Schwingen.
Roman von R, Elch o. (Fortsedung.) ' Kranlitz wurde todtblaß. Sie halten die Menschen für Teufel!" Das nicht, allein es giebt Menschen genug, welche geringer Summen willen ihren )!ächsten in Trübsal und Jammer bringen, hier handelt es sich aber um Millionen ei, zum Teufel ! was gilt da ein Menschenleben!" Der Advokat schnippte mit den Fingern und ließ den Baron mit seinen Gedanken allein, diese Gedanken aber verfinsterten ihm die sommerliche Welt . . Einige Tage gingen in qualvoller Unruhe dahin, dann beschloß Kranlitz, von dem Direktor der Anstalt mit aller Bcstimmtheit seine' Entlassung zu fordern. Der Sanitätsrath beantwortete erst die dringende Forderung seines Patienten mit Scherzen, als Jener aber mit einer Klage wegen Freiheitsberaubung drohte, lachte er hell auf und erwiderte in frechem, impertinentem Ton: Die Staatsgesetze reichen bis ans Thor des Seehofs, innerhalb- desselben aber giebt's nur ein Gesetz, das ist mein Wille. Sie haben r. . die Freiheit, welche ich Ihnen gewähre merken Sie sich das!" Der Rath verließ das luxuriös ausgestattete Sprechzimmer und Kranlitz blieb zurück bebend vor Zorn und Äusre: gung. Während des schwülen Sommertags wirbelten wilde Gedanken durch sei nen Kopf. Der .'erdacht, welchen der Advokat ausgesprochen, gewann immer mehr an Wahrscheinlichkeit und all' sein Denken und Fühlen drängte sich allmäh lich in das Verlangen nach Befreiung zusammen. Das Wort Hinaus" schwebte während des 9cachmittags unablässig aus seinen Lippen und als am Abend ein Wagen, welcher der Anstalt Lebensmittel zugeführt hatte, vor dem Thore hielt und der Portier., draußen einige Worte mit dem Fuhrmann sprach, schlich sich Kranlitz durch "die Einfahrt und stürmte dann in wilder Hast dem Akcere zu. - Er kam nicht weit. Plötzlich wurden hinter ihm Schreie, Glockengeläute und Hundegebell laut. Bevor er noch die Landstraße erreichen konnte, sühlte er die Zähne und Klauen der Doggen in sein Fleisch dringen. Er stürzte zur Erde, die Hunde kollerten lieber ihn weg, und als er sich wieder aufraffen wollte, schlug ihm der heiße tcm aus dem Rachen eines der Thiere ins Gesicht. Gleich darauf entriß ihn der Wärter Schmal den Hunden und versuchte es, ihm die Hände zu fesseln. Kranlitz setzte sich mit dem Muth der Verzweiflung zur Wehre, allein da noch zwei andere Wärter Schmal zu Hilfe kamen, so unterlag er nach heftigem Kampfe. Blutend, zerschunden. mit zerrissencn Kleidern nnd gebundenen Händen wurde der Flüchtling im Hauptgebäude eingeliefert. Der Rath begrüßte ihn mit höhnischem Lachen : Baronchen, Sie sind ein Läufer allerersten Ranges. Nun muß ich Ihnen aber auch Gelegenbeit geben, sich ai szuruhcn. Zelle Nr. 7". Schmal brachte den Flüchtling ins Erdgeschoß und stieß ihn in eine dumpfe Zelle, deren eiserne Thür er fest verschloß. Kranlitz schaute sich in dem engen Kerker um, dessen ganze Ausstattung in einer Pritsche mit Strohsack bestand, und es wurde ihm so beklommen zu Muth, als habe man ihn lebendig und mit gebundenen Händen in eine Todtengruft cingesch lösten. Die Zelle war kaum vier Schritte lang und zwei breit : sie cmpsing etwas Licht durch eine vergitterte Oeffnung an der Meerscite - des Parkes. Das Fenster war zerschlagen, wahrscheinlich hatte ein Tobsüchtiger diese Zerstorung bewirkt. Kranlitz befand sich gleich falls in todtschlagkustiger Stimmung ; er hätte die Welt zertrümmern mögen, da ihm aber die Hände gefesselt waren, so stampfte er den Boden und schrie wie der geblendete Simson zu seinem Gott um Rache. Sein Schrei verhallte unaehört zwischen den kahlen Wänden. Bebend vor Zorn schritt der Gefangene neben der Pritsche auf und nieder ; er verwünschte seine Peiniger, sandte dem Schurken Hoßlar und der Dirne Blanka seine Flüehe zu und rannte zuletzt in blinder Wuth mit dem Schädel gegen die Wand. . Der Stoß, den er empfing, brachte ihn wieder rn sich. Der Hochsluth der Empörung folgte "bie tiefste Niedergeschlagenheit und er vergoß eine Fluth von heißen Thränen. Draußen entlud sich ein Gewitter. Ein kalter Luftzug, durch das offene Gitter strömend, kühlte die pochenden Schläfen des Gefangenen. Der Donnerhall regte ihn wieder auf. Welt, geh unter," schrie er zum Gitter hinauf. Wenn über den Wolken ein Gott thront, so muß er die Erde spalten und das Nkenschengesindel in den Wasserfluten ersäusen, denn es giebt keine. Treue, keine Liebe, keine Wahrheit und Gerechtigkeit mehr auf Erden. Bist Du allwissend, Gott, so weißt Tu, welch ein furchtbares Verbrechen an mir begangen wird, o räche es, räche es!" Er hob die gefesselten Hände zum Gitter auf und brüllte mit den prasselnden Donnerschlägen so lange um die Wette, bis seine Kehle rauh und seine Brust wund und müde wurde. . ; Als endlich der Donner verhallte und das nächtige Dunkel den Gefangenen umgab, warf er sich weinend auf den Strohsack und schlief zuletzt unter Thränen ein. Aber sein Schlaf war unruhig, voll wüster Träume und ivährte nicht lange. Beim Erwachen empfand er brennenden Durst, auch schmerzten ihn die Arme. Die Wunden, welche ihm die Toggen beigebracht hatten, brannten wie Feuer, und die Fesseln drückten seine Gelenke so sehr, daß seine Hände erstarrt waren. Tiefes Dunkel umgab den Einsamen. Mit schwacher, Stimme rief er um Hilfe, aber Niemand hörte ihn. Das Haus war todtcnstill. Empörung und Zorn loderten wieder in der Brust des Leidenden auf und er erging sich abermals in Verwünschungen gegen seine Feinde, dann stieß er einen gellenden )!othschrei aus. - . Diesmal erhielt er Antwort, aber eine Antwort, welche ihn mit Entsetzen erfüll-
te. In der Zelle nebenan schlief em Tobsüchtiger, den der Hilferuf auö . dem Schlaf scheuchte. Jener antwortete mit einem thierischen Geheul. Kranlitz hielt schaudernd den Odem an; es schien ihm, als kämen die gräßlichen Töne aus dem Orkus. Jetzt pochte und polterte der 3!achbar gegen die Wand und begann eine donnernde Rede gegen den Teufel und die Thiere der Apokalypse, gegen die Juden und Darwinisten, und diese tolle, zusammenhanglose - Redefluth war untermischt mit Schluchzen und Fluchen, mit schrillem Lachen und leisen Gebeten. Wohl eine Stunde hörte Kranlitz im schaurigen Dunkel der Nacht diese Ausbrüche des Wahnsinns mit an und sein Herz krampfte sich zusammen in namenloser Pein, düstere Schreckensgestalten zogen an seines Geistes Auge vorüber und seinen Körper überrieselte ein Schauder nach dem anderen. Endlich verstummte das Geheul des unsichtbaren Bußpredigers und Kranlitz kauerte sich fröstelnd in die Ecke der Zelle und zog die untere Hälfte des Strohsacks über seine Füße. Ach, wenn doch die Nacht vorüber wäre, diese schreckliche Nacht !" Aber die Nacht schien sich zur Ewigkeit ausdehnen zu wollen und die Nacht erhielt allmählich eine Stimme und diese rief ihm zu: Tu hast Dein Geschick verdient ! Wer Jahrzehnte lang seine Macht zur Unterdrückung und Ausbeutung der Schwachen und Hilflosen gebraucht hat, der darf sich . nicht wundern, wenn ihm ein Gleiches geschieht. Du hast es geleugnet, daß ein Mensch der Sklave widriger VerHältnisse werden könne, nun stößt Dich ein Eharlatan in den Kerker und treibt Dich zum Wahnsinn " Der Gedanke an den Wahnsinn trieb Kranlitz den Angstschweiß auf die Stirne. Die 5!acht verzerrte alle Vorstellungen ins Ungeheuerliche. Seine Phantasie wurde zum Dämon, der ihm furchtbare Qualen verursachte. Die Schreckbilder stürmten auf ihn ein sie ließen sich nicht verscheuchen. Stöhnend wälzte er sich auf dem Lager hin und her und seine Lippen murmelten das Stoßgebet : Erhalte mir die Vernunft, Vater im Himmel ! Laß mich nicht so enden nicht so!" : Endlich endlich siel ein Lichtschimmer aus der Höhe. Kranlitz riß staunend die Augen aus ; er hatte schon geglaubt, die Sonne sei für immer aus dem Weltall geschwunden. Die. erste dämmernde Morgenhclle war stir ihn wie ein goldener Spalt im dunklen, schwanen Abgründ. 'Das Dunkel wich nur langsam und Kranlitz verfolgte das Wachsthum des Lichts, als hinge davon seine Erlösang ab. Er stieg auf die Pritsche und konnte so durchs Gitter in den Garten sehen. Das V!eer war nach dem Gewitterregen von wogenden ?!cbclmassen umlagert. Plötzlich flatterte ein Vögelchen, ein bunter Fink, zum Gitter hin, setzte sich auf einen der Stäbe und zwitscherte ein Atorgenlied,Kranlitz holte tief Athem, die Spukgeister der Nacht entschwanden allmählich vor dem lebenden Wesen. Die zarte Vogclstimme, der Akorgenwind und das Licht drangen in das Grab des Lebenden wie Sendboten einer heitern Welt. Niemals hätte er es für möglich gehalten, daß ihm ein so unbedeutendes Wesen, wie dieser Vogel, ein so tiefes Interesse würde einflößen können. Jetzt begrüßte , er den Finken als einen Herold der Freiheit. Er verstand das muaitere Kiwitt des Sängers, es hieß für den Gefangenen : Die Sonne geht wieder auf, die Erde ist noch nicht erstorbcn: ltnd Du wirst leben und frei sein. Hoffe!" Der Vogel flatterte davon und verschwand so rasch im Nebel, als habe jener ihn verschlungen. ' Zwei Stunden später, hallten Schritte durch den Gang, der Riegel und das rostige Schloß knarrten, die Thür ging auf und Schmal erschien auf der Schwelle. Na, wollen Sie jetzt wohl vernünftig sein ?" sagte der Mensch in drohendem Tone. Kranlitz senkte den Kopf; er vermochte, nichts zu erwidern. Scham undEntrüstung raubten ihm die Sprache. Kommen Sie ins Sprechzimmer, der Herr Rath wird Ihnen die Leviten lesn, Sie Durchbrenner !" Der Gefangene folgte seinem Henker, ohne ein Wort zu verlieren. Wahrend dcö kurzen Ganges grübelte er nach, welche Taktik er wohl befolgen solle. Plötzlich leuchtete sein Auge auf und seine Lippen murmelten: So geht's !" während sein Fuß die Schwelle des Sprechzimmers überschritt. '
ZchntesKapite l. Die Erfahrung hat Sie hoffentlich leUbxt, daß Fluchtversuche übel enden, Herr Baron." Der Gewalthaber vom Seehof,' welcher eben ein leckeres Gabelfrühstück verzehrt hatte, wischte sich nach dieser Anrede die fetten Lippen und schaute höhnisch zu dem Gefangenen auf. Jener fühlte große Lust, den Spötter niederzuschlagen, allein seine gefesselten Hände erinnerten ihn an seine Ohnmacht. Ihre Beweisführung hat etwas Unwiderstehliches, und die Lust zu ähnlichen Versuchen ist mir gründlich verleidet worden. Gestatten Sie mir nun, Ihnen ein Arrangement vorzuschlagen, welches jedem weiteren Konflikt vorbeugen und beide Parteien befriedigen könnte. Doch zuvörderst haben Sie Wohl die Güte, mich von dieser Fessel zu bcfreien. Ich verspreche Ihnen, ruhig zu sein." Der Rath sah den Sprecher lauernd von der Seite an und gab dann Schmal ein Zeichen, worauf dieser dem Baron d Hände frei machte und dann das Zimmei verließ. Es freut mich, daß die Zelle Nr. 7 bc ruhigend auf Ihr Gemüth gewirkt hat," bemerkte Löwsteln. Was haben Sie mir ;ü sagen?" . Zunächst wollte ich Sie bitten, offen gegen mich zu sein. Ich muß glauben, daß Personen, denen ich mein Vermögen und meine Ehre anvertraute, ein Jnteresse daran haben, mich hier festzuhalten ; mich aber beseelt selbstverständlich das glühende Verlangen, wieder frei zu sein. Betrachten wir also die Lage der Dinge 'von der praktischen Seite. Die Varornn
k'nb Hößlar zahlen Ihnen der Sie nich das Mindeste Interesse daran haben können, einen Menschen widerrechtlich hier zurüaubJlten -.jährlich 30 ider 40,000 Man meine EmschlieMng. Sie wissen viell.'cht nicht, Herr Rath, welches Vermögen nur erworben habe -es zählt nach MuVW. Zan, ich werde Jbnen das Dovlte der fcuinrne geben, welche meine Mid. Lacher zahlen, oder wollen Sie statt dcrRce ein Kp taVi Ich zahle Hundcrttausenals Losegeld für meine Freilassung. lcli mögen die Modalitäten bestimmen inddtt Höhe der Zahlung. Bitte, sprechen Sie offen, wie hoch ist der Preis für mci.l
Freilajning r Der Rath bedeckte minutenlang seine Augen mit der Hand,'als blende ihn das grelle Tageslicht, in Wahrheit wollte ei 'seine Mienen verbergen. ' Als die Hand sank, zeigte er dem Baron wieder daZ schlau-spöttische Lächeln, welches fast stets auf seinem selten Gesicht zu finden war. . Die Einsperrung hat Ihren Humor verstärkt, das freut mich. Sie sagten, ich könne kein Interesse daran haben, Sie hier widerrechtlich zurückzuhalten, und damit trafen Sie das Rechte. Aus keinem anderen Grunde halte ich Sie hier fest, als weil mir der .Auftrag wurde, Sie zu heilen. Sie sollen erfahren, daß ich nicht käuflich, nicht bestechlich bin. Keine Verlockung der Welt kann mich in meiner Pflichttreue wankend machen." Nun,' w?nn das Ihre ehrliche Mcinung ist", riefKranlitz in flehendem Ton, so müssen Sie mich entlassen, denn in Ihrer Anstalt werde ich wahnsinnig." Ihre Ungeduld läßt Sie das befürchten. Gewöhnen Sie sich an Mäßigung und Selbstbeherrschung. Wenn Sie ein wenig nachdenken wollten, so würden Sie zur Erkenntniß gelangen, daß Sie dieser Anstalt sehr viel zu danken haben. Kein Wort weiter! Ich befehle und Sie gehorchen. Basta ! Schmal !" Auf den Ruf trat der Wärter so rasch ins Zimmer,datz man leicht scincnStand ort hinter der Portiere errieth. Der Herr Baron wird fortan mit dem Advokaten und dem heiligen Ehrysosto: mus gemeinsam das Zimmer 3!?. 3S bewohnen", bemerkte der Rath gegen Schmal und wendete sich dann zu Kranlitz, indem er fortfuhr : Ich muß Sie nun vor allen Dingen in lustige Gesellschaft bringen. Es fehlt Ihnen an Untcrhaltung. Sie werden fortan im Hauptgebäude wohnen. Jeder neue Versuch, sich meiner Obhut zu entziehen, hat eine Verschlimmerung Ihrer Lage zur Folge, merken Sie sich das. Guten Äkorgcn !" Kranlitz wollte widersprechen, allein Schmal zog ihn aus dem Zimmer und wies ihm sein neues Logis an. Dei Baron bewohnte fortan eine Stube in der oberen Etage des Hauptgebäudes, von deren vergittertem Fenster aus ei das Aceer betrachten konnte. Seine Stubengenossen waren jener Rittergutsbesitzer, welcher ihm bei den Promenaden so viel von der erlittenen Rcchtskränkung gesprochen hatte und den man als Advo!at bezeichnete, ferner ein kleines Männchen, welches vormals Domdechant geWesen war und das einer polnischen Fürstenfamilie entstammte. Weil dicsei kleine Mann stets im salbungsvollen Predigerton sprach, hatte ihm der witzige Rath den Spitznamen der heilige Ehry' sostomus" beigelegt. Für Kranlitz hatte der Fluchtversuch die üble Folgen, daß ei sich mit schlechterer Wohnung und Beköstigung begnügen mußte und daß er nui an bestimmten Stunden im Park pro meniren durfte. Er bemerkte außerdem, daß er stets' von Aufpassern umgeben sei. Mit den Patienten der Anstalt mußt er nunmehr lebhafter verkehren. Er fant die Geisteskranken keineswegs vettvan dclt, sondern nur verändert im Vergleich zu gesunden Menschen. Ihre Leiden' schasten stellten sich in ihrer ganzer Stärke dar.Gcdanken und Fehler wurder nicht verhüllt oder bemäntelt,' darum sah er eine Welt mit lebhafteren Farben, mit dunkleren Schatten und gewaltsam meren Handlungen. Die psychologischer. Betrachtungen leiteten Kranlitz etwa-: von den nagenden Befrciungsgcdanke ab, und da er bemerkte, daß in vieler Fällen Geistesstörung nur dem Mangel an Willensstärke zuzuschreiben sei, sc übte er die Selstbcherrschung. Die Monomanie trat in der Anstalt am häufig sten in die Erscheinung, und da Kranlitz fühlte, daß seine leidenschaftliche Natm gleichfalls unablässig den ötachcgedanken nachhing, so suchte er sich mit aller Kraft von diesem Gedankcngang loszumachen. Dies wurde ihm recht sauer, denn die glühenden Rachegcfühle durchströmter wie eine wallende Fluth sein Herz, du wilden Gedanken bohrten sich in seir Gehirn, allmählich aber brachten ihn dit vielen zerstörten Existenzen seiner Ümge bnng zu ruhiger Ucberlegung und ei rief sich selber zu: B ndige Dcirn Leidenschaft, bekämpfe den wilden Flux Deiner Gedanken, er führt zur Nach des Wahnsinns." Nunmehr beschäftigte er sich lebhaft mit den Pfleglingen der Anstalt, und dadurch, daß er an ihren Leiden und Kümmernissen Antheil nahm, kam :r ülc.' die eigene Sehnsucht hinweg. Allmählich gelangte er zu . der Einsicht, daß die Antbcilnahme und Sorge für fremde Geschicke uns von den leidenschaftlichen Wünschen des eigenen Herzens befreit. ' Er schloß daraus, daß Selbstsucht nichts Anderes als Knechtschaft der Seele sei. Woche auf Woche ging ins Land und kranlitz blieb im Seehof eingeschlossen. Als die Wintcrstürme das Meer tief aufwühlten und den Gischt der Wogen über die Mauer des Parks warfen, verließ einer der Pfleger die Anstalt und an seine Stelle trat ein kränklich aussehender und ärmlich gekleideter iunger Äkann, den die Noth zwang, seine öiraft der Krankenpflege zu widmen, während er doch selber der Pflege bedürftig war. Arnold, )o hieß der neue Assistent, brachte etwas in die Anstalt mit, was der Direktor derselben für ganz überflüssig hielt' ein Herz. Kranlitz ging lange Zeit verschlossen und abweisend an dem jungen Menschen vorüber, in welchem er nichts weiter äls einen neuen Aufpasser sah. Eines Tages aber, als mehrere Kranke, auf dem breiten A!ittelgang des , Hauses . promenirtcn, während draußen ein 'Hagelsturm tobte, brach unter denselben Streit aus. Einer der Patienten schlug auf den Stnbenge-
noiirn des Barons, den heiligen Ehrvsostsrniir, ein. Kranlitz wollte das s'chwache Aötnnchen schützen und hieJt den An-
grclscr zurück. Diese gute Handlung wurde ihm übel gelohnt, denn plötzlich fuhr Schmal mit einem Stock auf den Mcnschenknäukl los und versetzte Kranlitz mehrere Hiebe. Je-.:c7 sck'ric zornig auf und wollte die unverdiente Kränkung rächen, da trat Arnold vor ihn bin, flehend an und rief: Bezwingen Sie Jbren Groll !" Darauf trat der junge Mensch Schmal mannhaft' entgegen, nannte denselben roh und barbarisch, und als der Rath aus dem Schauplatz erschien, erklärte er diesem, er werde sofort die Anstalt verlassen, falls Scknnal uoch einmal die Kranken wie eine Viehherde traktirc. Oa; Direktor befahl den Kranken barsch, ihre Zimmer aufzusuchen, gab Schmal' brummend einen leichten Verweis und jagte dann zu Arnold, er möge sicb meb? Kaltblütigkeit aneignen. . Einige Äochen nach diesem Vorfall, verließ N.ath Äwstcin die Anstalt, um sich auf kurze Zeit nach der Hauptstadt zu begeben. Vor der Abreife beauftragte derselbe Arnold mit der Erledigung zahlreicher Bureauarbeiten. Jener hatte Kranlitz sehr aufmerksam beobachtet und' war zu der Ueberzeugung gelangt, daß derselbe geistig vollkommen gesund sei. Eines Tages sprach er in einem abgelegenen Theil des Parks den Baron an undgabseinerAnsichtrückhaltlosAusdruck. 'Der nach Mittheilung schmachtende Gefangene überwand nun sein Äüßtrauen gegen den jungen Mann und offenbarte ihm seine Leidensgeschichte. Arnold war bewegt und versprach ihm, für seine Bcfreiung zu wirken. Dieser Hoffnungsstrahl richtete Kranlitz wieder aus und er bat, Arnold möge einen Brief an die Baronin zur Post befördern. Der junge Mann warnte aber vor diesem Schritt und meinte, es sei wahrscheinlich, daß die Baronin im Einvernehmen mit Hoßlar die Einsperrung ihres Gatten veranlaßt habe. Ging nun ein Brief an dieselbe aus der Anstalt ab, so würde das Wahlscheinlich dahin führen, daß Herr von Hoßlar den Brief dem Rath zurücksandte und zu schärferer Uebcrwachung ermähnte. Jener würde dann den Schreiber und Bermittler bestrafen. Arnold versprach zunächst das Terrain fondiren zu wollen, damit Kranlitz Gewißheit erhalte, wer seine widerrechtliche Einsperrung veranlaßt habe und durch welche Mittel der öiath zu dem Vrrbreä'cn verleitet worden sei. Der Baron umarmte den jungen Mann und versprach ihm im Falle der Befreiung eine große Belohnung. Arnold erröthcte und wies jeden Lohn entschieden zurück.. Ich trete aus Mitleid für Sie ein und' halte es für meine Pflicht, dem Unterdrückten zu helfen," fagte er in einfachem Ton, lind als ihn Kranlitz überrascht und zweifelnd anschaute, fügte er hinzu : Bkich beglücktes, vor meinem Ende noch ein wenig Gutes thun zu können, ich fühle, daß ich nur noch kurze Zeit zu leben habe." Nach einigen Tagen trat Arnold in großer Aufregung zu dem im Park lveilenden Kranlitz und flüsterte ihm zu: Ich kenne das Gebeiinnijzder Unbestechlichkeit des Direktors." ' ' . Kranlitz horchte auf. Vor vier Jahren war Hoßlar Assistcnzarzt in dieser Anstalt und kam allem Anschein nach hinter gewisse Geheimnisse des Direktors, denn der Zufall ließ mich ein impertinentes Schreiben von Hoßlar an Dr. Löwstein finden, welches Drohungen enthält. Aus den Büchern abcr erscye ich, daß dieser Brief kurz nach dem Abgang Hoßlar's geschrieben war. Allem Anschein nach weiß Hoßlar um einen Schulkenstrcich des Direktors und hat die Macht, denselben seinen Absichten dienstbar zu machen. Ihre Pension zahlt, wie ich aus den Büchern ersehe, Ihre Gattin, und es werden keine Kosten für Ihren Unterhalt gespart, denn die Anstalt empfängt vierteljäbrlich zebntausend Atark." Aus meiner Kasse," schrie der Baron auf und seine klugen flammten, damit man mich hier zu Tode martert ! O, es ist himmelschreiend !" Still, um Gotteswillen, wir sind von Spähern umgeben," beschwichtigte Arnold den Enrvörten. sFortsktzung folg.) Vom Auslande. Gemüthlich und !öy 5i geht es, wie es scheint, im Ungarischen Parlamente zu. In der jüngst stattgehabtcn ersten Sitzung des Ungarischen Reichstages protestirte, wie schon häusig bei früheren Anlässen, Abgeordneter Jranyi gegen die feierliche Eröffnung des Parlaments in der Ofener Hofburg. Seiner Ansicht nach mußte bei wirklicher Verfassungsmäßigkeit der gekrönte Herr scher das Parlament aufsuchen, wenn er es eröffne, und nicht umgekehrt. Ferner fand es Jranyi äls der magyarischen Nationallehre zuwiderlaufend, daß dei Monarch bei der Eröffnung außer von den ungarischen Ministern und den Banrcrherren auch von fremden", d. i. kaijerlichen Würdenträgern umgeben sein würde.' Diese hätten bei der Eröffnung d'S ungarischen Reichstages nichts 5ZU suchen. Im Eeremoniell heißt es weiter, der König setzt bei Verlesung der Thronrede den Kalpak auf, während die Abgegeordneten die Thronrede entblößten Hauptes anhören. Er weiß wohl, dies sei eine alte Sitte j allein sie stammt aus einer Zeit, da die Könige ihre Mach! aus dem göttlichen Rechte ableiteten und die Abgeordneten als simple Unterthanen betrachteten, nicht aber als Solche, die sich mit der Krone in die öffentlichen Ge,walten theilen. Noch weit verletzender als dieses sei die Thatsache, daß bei der Eröffnung des Reichstages auf der Hof' bürg in der Mitte die schwarzgelbe Fahne gehißt werde, während die ungarische und die kroatische Fahne nur an den beiden Ecken Platz finden. Bei nationalen Festen müssen laut Gesetz die ungarische Fahne mit dem ungarischen Wappen gehißt , werden. Jranyi erklärte schließlich, daß unter den obwaltenden Umständen weder er, noch seine Gesinnungsgenossen bei der feierlichen Eröffnung des Reichstages erscheinen können. Der Ministerpräsident versicherte kühl, unter
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&mU, welche sich ein vorzügliches Pianolaufcbaffen und dabei $1Q0 ersparen wollen, der Betrag, welcher gewöbnlich bei solchen Pkanoö, die in ausgedehnter Weise annoncirt werden, daraufgeschlagen wird, werden in dem. laMöV Wöanü? ! geradenl daS finden, waS sie wünschen. Dieses JnSrument bat seinen Weg in nabezu 1,000 Hänser dieser Stadt gesunden, ein Umstand, der gewiß zu seinen Gunsten spricht.
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Pearson's
No. 19 N. Pennsylvania Stv.
Berufung auf den alten Brauch, daß die Majorität des Hauses bei der Erösfnungsfeier nicht fehlen würde. Damit schloß die Sitzung. Ueber die Gestaltung des neuen Kongoftaatcs wird mitgetheilt, daß dieselbe den Gegenstand eifriger VerHandlungen zwischen dem Könige Leopold II. von Belgien und den Mächten bilde. Die Staatsform soll repiiblikanisch sein. König Leopold soll der Sou verän bleiben, beziehungsweise soll der neue Staat in eine Art' von Suzeränetät zu dem König von Bclgien treten. An Oct und Stelle würde ein Generalgouverncur die oberHerrlicheWarde ausüben, während in Europa 'eine ständige Commission nach Art der ehemaligen Donaucommisiion fungiren würde. Fundamentalbcdingüng bliebe die freie Einfuhr. Die Verwaltungskostcn wurden durch das Elfenbein und Palmöl, deren großer Exporteur die D.giervng bliebe, gedeckt werden. Die Association unteihält gegenwärtig bereits eine'Streitmacht von dreitausend Mann, welche sich in der Hauptsache von Zanzibar rekrutirt. Die Erbauung einer Eisenbahn wäre eines der nächsten der zu erreichenden Ziele ! . Aus d er Schweiz wird gemeldet, daß ein aus 19 Wagen und zwei Maschinen bestehender Zug der Eisenbahn Morteau - Locle auf der Doubsbrücke von Sobey zwischen Mörteau und Villars (Frankreich) verunglückte. Es entgleisten zuerst der der zweiten A!aschine folgende Fourgon und der erste Wagen, die zweite Maschine wurde mitgerissen. Im Fourgon befanden sich der Jnspector der Linie, ein Herr Stauffer, und der Zugsführer Balmer. . Beide stürzten zu Boden, dem Ersten wurde da Gesicht verletzt, dem Letztern ein Bein gebrochen. Der erste Wagen hatte sich bei der Entgleisung quer über die Linie gestellt, er wurde vom zweiten Wagen durchbohrt und über einen 4 Meter hohen Damm geworfen. Der Inspektor Stausfer hatte sich so weit erholt, daß er nach Morteau eilen und einen Rettüngszug veranstalten konnte. Er brachte vier Aerzte mit, die von einem Verwundeten zum andern sich verfügten, halfen und verbanden. Eins Frau Hugoniot -Tiffot aus Locle verschied auf dem Transporte nach Morteau. Einem Herrn GrüneWald, einem Greise von 65 Jahren, war der Arm zerquetscht worden ; ein Herr Kallenrieder hatte schwer Verletzungen am Unterleibe davongetragen. Im Gan ;en sind zehnPersonen schwere verwundet. Eine zweite Dame aus Locle ist auch schon ihren Verletzungen erlegen. Die Zahl der Reisenden im Zuge betrug etwa 300, verletzt sind im Ganzen 30 bis 35. Eine sofort eingeleitete Untersuchung wird über die Ursache der Engleisung Aufschluß ge ben. Die Bahn ist neu und der Bahrn körper anscheinend in bestem Zustande. VonNeuemergehen driw gende Warnungen, an deutsche ländliche Arbeiter vor einer Auswanderung nach den russischen Ostseep'ovinzen. Immer mehr ergebe die Erfahrung, daß sie dort ihren Lebensunterhalt nicht sinden können, schon weil sie mit dem einheimischen ländlichen Arbeiter nicht wetteifern können. Dieser könne mit- dem gerin gen Tagelohn schon eher auskommen, weil er an Entbehrungen gewöhnt und mit den örtlichen Verhältnissen vertraut ist. Der deutsche Arbeiter kann sich, selbst bei Einschränkungen, nicht erhal ten, vollends, falls er Familie mitbringt und der russischen Sprache nicht machtig ist. Vielleicht nützen die Warnungen nach den abschreckenden Vorgängen endlich einmal, obgleich es eine traurige Wahrnehmung ist, daß die bestgemeinten Abmahnungen vor leichtfertigem unüber legten Auswandern so selten ihr Ziel in reichen. Zur Genesis der jüngsten Studentenexzesse in Kiew wird Folgen des mitgetheilt: Noch vor den Som: merferien drohte in der Universität der Ausbruch eines - Konflikts um der im Grunde so nichtigen Frage willen, ob der Kiew'sche Komponist Lyssenko ' aufgefordert werden solle, die Leitung des Studentenchors während der bevorstehenden Jubiläums - Festlichkeiten zu übernehmen oder nicht. Diese Frage wurde sofort nach den Sommerferien zur Befried!gung der Studenten vollständig gelöst. Nun traten aber neue Meinunzsverschiedenheiten dadurch ein, daß die SWdenten für ihren Abend keine Kontrolle
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Leichte der Einladungen zutaten wollten und daß die Theilnahme an den ofsiziellen Festlichkeiten nur dreihundert mit Ein trittökatten versehenen Studenten gestattet werden sollte.' Die Exzesse begannen am Morgzn des tt. September. Mehre re der zum Festaktus in die Universität fahrenden Personen wurden von den aus dem Universitäts - Boulevard stehenden Studenten mit Pfeifen begrüßt. Währenddes Aktus durchzogen Studentenschaarcn, zu denen sich auch andere Leut? gesellten, singend die Stadt. Abends versammelten sich diese Schaarcn vor dei Wohnung des Rektors Rennenkampf und schlugen ihm die Fenster ein, tvobei ein gerade beim Rektor befindlicher Professor durch einen Steinwurf am Kopfe verwundet wurde. Ais Polizei und Kosaken erschienen, hatte sich die tumultircndt Menge bereits zerstreut. Die Professoren haben dem Zkekior eine Adresse dargebracht, in der sie ihm ihre Theilnahme und Hochachtung bezeugen. Nicht blos Bayern hat seine Bierprozesse, auch in Schlcsie kommt dergleichen vor. Man berichtet aus Grünberg : Der bisherige Braucreibe sitzer Heinrich Hzffmann aus Aoigtsdorf, hiesigen Kreises, war angeklagt, erstens in einem Zeitraum von H Jibrcn be deutend größere '.'Nenzen Malzschrot zur icrbcreitung verwendet zu haben, als :r der Steucroebörde angegeben, und zweitens sich zur Bierbereitung allerhand Ingredienzien bedient zu haben, toelche wieder eine Tcfr.'udation bedingen. Der Anzeklae hat vo n i. Okiober H7) bis Xpril HS2 a is i;Vux un) Hamburg i2:.8,)."i k.. Si.'ife ivjivicii. die meist unter ials i)en Benennungen, wie Weiß Pech, La.. Glukose :e. an ihn gelangter,, in Wirs.lchkeit aber Zucker und Z".ckerstosie, (Traubenzucker) waren, die dann be-'t Brauen des Bieres und während d;," Gährung verwendet wurden. D Gerichtshof verurteilte den Angeklagten liegen Betruges vl 3 Monaten Gefängniß, weaen Zuckerstorsbeimischungen in 100 Fällen ;u 3000 Mk. Geldstrafe, ev. fernere 3 Monate Gefängniß und wegen Defrau)ation in zwei Fällen zu je 50. Mk., ev. 10 Tagen Hast. In dem Gefolge, das den Kaiser von Oesterreich nach Skierniewice begleitete, hat sich auch der Hofmaler Graf Zichy befunden, der die Kaiserzusammenkunft in einem großen Bilde darstellen will. Wäre es im Hinblick auf die Schwankungen, welche die Politik der russischen Zlezierung in den letzten Jahren gezeigt hat, nicht passender geWesen, einen Augenblicksphotographen mit der Anfertigung des Bildes zu be auftraaen ? Aöend-Schnke für Deutsche, um Englisch zu erlernen. Die Eröfsnurg der Abendschule für obigen Zweck sindet am Montag, 1. September im Lokale be? deutsch.engl. Schulv'rein, No. 1A1 Oft MarylaVd Straße natt. Der Unterricht wir n 8 Abenden in der Woche, Montag, Utttwochk und Freitag, roi X 9. Uhr ltdeilt und beträgt da da?ür u entrichtende Schulgeld 1 Dollar ver ionat. Damen und Herren, Ich daran theil zu nehmen adnken, sind ersucht, sich lt Q. VingVank, No. 7 Süd Alabama S:rai, ober auch an den genannten Abenden im Schullokale lumeltcn Wir seyen, Iyr öenStzt die VANDitfJA LINE ! Warum? Weil sie die kürzeste und beste Linie über 8t Xotiis, Missouri, Ea.nIowa, IVoldraalia, Texas, Arkansai Oolorado, Now Mexioof Decota und California ist. Daß Vahnbett ist dou Stein uud die Sq. neu siud ant Stahl. Die Wageu habe die neuesten Vnvesserungeu. Jeder Zog Hit Cchlafwageu. Pkssagiere, ob sie Villete erster Klasse oder Smigranteu-Villete haben kerden durch -unsere Paffagierzüge erster Klasse befördert. Ob Sie uuu ew Dillet zu ermäßigten Prei sen. ein Skeurf.enkbillet der irgeud eine Sorte Kisenbahnbillete dollen, kommen Sie, oder schreiben Sie an II. It. Dcrinff, ssiflent Seueral Vassagter-Agent. ordofl Washington nd Jllinoi EtrInd',1 S. ClU, Seu'l Evpl. St. Louis, No. S. . S o d. eu'l Pass..at. St. Lovi ft
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