Indiana Tribüne, Volume 8, Number 30, Indianapolis, Marion County, 18 October 1884 — Page 3
Südlich. JI&IRR Die kürzte nud brsic 8a$a nach Louisville, Nashville, Memphia, Ch.itt&nooga, Atlantä, Savannah, Jackson ville, Mobile and New Orleans. im m 1 m . . ' . n . ... , ? - w
, u. ooriciiguii ir vuliugir(c uuuj rt Töden, eine direkte Noute zn aedmeu. PalaJ. Schlaf nud ParlorWagen zwischen Hicags b omsvllle un' St is un CBTÄttüf od. Wagenwechsel. Cemfsrl, Zchnellizkett und Sicherheit we'e' Jeff" tu alte zuverlässige B. & B. M. 1R. ? It. Dortnff. Iffistent (jenen! aff,gr.Agnt, oxbrä.- aidinaton unfc AZwot S , Jndple P W VfrKrw jpHntpni1n ' hM'titfO. ' Ut ! l'lttMhuru Ifcnl lron.i. 3fti-tahl! für vrchg?dende nd Lokal-Zögr 17. Rr- '883 : fcjar otTlafffw da U"!,"Dvot. Indsl.. ' oigt; Ltanon.
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Goldene Schwingen.
ZZoman dsn R Glch . (Fortsetzung.) Ter iXxcin'. sann einen Augenblick nach. Das Bild :1!einhold Back'S trat ihm vor die Scele. Das wäre der Mann, dem Tu ganz vertrauen könntest, sagteer sich. O, daß cr jetzt an meiner Seite stünde ! Er hätte sicher die 2iiderspcnstigcn versöhnt nnd einen billigen 'Ausqleick gesunden, er besaß den Einblick in alle technischen Unternehmungen, cr toa? t chilich und zuverlaijlg adcc, e) lomue nicht sein. SeufwnD wendete er sich von dem Manne ab, den er im Uebermuth von sich gestoßen, und grübelte nach, wer ' , 4 t i i r w!. 1 Cl' ' it;m nocy vicioc. r ließ oie ange bi semer' Freunde im Geist vorüberzie Yen, aber da war keine einzige Menschenseele, welcher er ganz hätte vertrauen mögen. Doktor von Hoßlar und Alanka standen ihm am nächsten. Ein dunkles Vorgesühl warnte ihn, dem Doktor zuvertrauen; er wußte, daß derselbe nur dem Vortheil diene. Indessen handelt eS sich nur um eine Vollmacht sur kurze Zeit, und wenn der Doktor schlimme Streiche machte, konnte er ihn ja später zur Stechenschaft ziehen. Jedenfalls war es rathsam, ihn nicht allein wirthschaften zu lassen; Blanka sollte gemeinsam mit Hoßlar feine Interessen vertreten ; er wollte ihr damit einen Beweis seines Vertrauens geben. Kranlitz griff zum Bleistift und schrieb an Holar. .'ap jen Sie notarielle Vollmacht für sich und meine . Frau ausstellen. Jch vertraue Ihnen die Führung meiner Geschäfte an. Hoffentlich rechtfertigen Sie dies Bertrauen." Vier Stunden später, als Kranlitz eben in die'Kissen gehüllt wurde, um nach dem Wagen geschafft zu werden, legte ihm von Hoßlar die Vollmacht zum Unterzeichnen vor. . Ter kranke überflog dieselbe; er war nicht ganz mit der Fassung einverstanden, aber da die Zeit zur Abreise drängte und von Hoßlar ohne bestimmte Vollmacht nicht handeln könnte, so unterschrieb er daö Dokument, durch welches er seine gane Geschäfts- und Vermögensverwaltung i.l die Hände des Herrn vonHoßlarund der Baronin öiranÜH V In der nächsten Stunde jagte ein lrtrazug mit Windeseile dem corden zu. In einem Salonwagen ruhte der kranke Millionär weich auf ein Schlafsopha gebettet. )!eben ihm saß Blanka, welche im Verein mit einer Pflegerin den Patienten zum Seehof, der Anstalt des Sanitätsralhs Löwstein, geleitete. Indem, matterleuchteten und weich ausgepolsterten Waaen merkten die Insassen nichts von den grauen 1!ebeln, durch welche die Lokomotive wie ein schwarzes, funkensprühendes Geisterrop hinbrauste. Ter Krank: folgte der Baronin, die um ihn geschäftig war, mit den Blicken, und endlich gab er derselben ein Zeichen, sich zu ihm zu setzen. Jene folgte dem Wink mit innerem widerstreben. Doktor von Hoßlar und der Akedizinalrath hatten zur Vorsicht gemahnt. Der Kranke aber sah sie mit den dunklen Augen reuevoll und zärtlich an. So überwand sie ihre Furcht, reichte ihm die Hand und blieb an seinem Lager, bis tiefer Schlaf ihn umfing. Zur selben Zeit saß von Hoßlar im lourierzuge, der ihn in entgegensetzte? Richtung nach dem Rebbach Thal führte. Er hatte ein Koupe erster Klasse für sich allein genommen, in welchem er sich behaglich auf den Kissen ausstreckte und den stauch einer Havana in die Luft blies. Als der Zug das Häusermeer der Hauptstadt weit im Rücken hatte, zog der Passagier vorsichtig die Vollmacht aus der Brusttafche, überlas dieselbe noch einmal, faltete dann unter triumphirendem Lachen das Papier zusammen und rief : Dich will ich besser verwahren als die Krondiamaten eines Zkönigreichs, dich unschätzbares Dokument. O, Du geadelter (zirobichmied, ahntest Du es nicht, daß Tu mir mit diesem unscheinbaren Papier Deine liillionen ausliefertest ! Rein, Tu plumper Eyklop, Du bist in die Falle getappt, wie der Bär in die Grube. Von dleserStunde abbin ich der Herr Deiner Domanen, Gruben, Fabriken und Kassen, und Du ? ?!un, Dir zahle ich die Beleidigungen heim, die Du mir zugefugt haft, Tu sollst fortab mein Ran sein." Er lachte schadenfroh auf und streckte sich wieoer der Länge nach auf die Kiffen hin. Die Rauchwolk.neiner Cigarre gegen die Decke blasend, malte er sich träumend die Zukunft aus, während der Zug stampfend und rasselnd dem Rehbacher Thal cntgegenflog. Neuntes Kapitel. Der Seehof, die Heilanstalt, des Sanitätsraths Dr. Löwstein, lag an der Seeküste, etwa eine Wegstunde von der alten Hafenstadt entfernt. Das Meer breitete seinen . glänzenden Wasserspiegel weit vor der Besatzung aus, welche aus einem Park mit alten schattigen Bäumen und drei Gebäuden bestand. Das große, in der Tiefe" gelegene Hauptgebäude bewohnte der Sanitätsrath mit dem größten Theil der Patienten; hieran schloß sich eine leichtgebaute Badeanstalt. Auf der Anhöhe lag Bellevue, eine luftige, im Schweizerstll gebaute Villa, welche während - des Sommers den Rckonvaleszenten, soweit sie zu den reichbegü terten Pfleglingen der Anstalt zählten, als Aufenthalt diente. Ten Park um. schloß eine bobe, mit Glasscherben besetzte Äkauer. Baron Kranlitz hatte in Bellevue zwei ' schöne Parterrezimmer inne, von dessen Söller au5 der Blick über die blaue von Schiffen durchfurchte 'Mcerfluth und über die zackigen Linien des Ufersaums hinschweifen konnte bis zu den alten, gothi sehen Thürmen, den rothbraunen Mauern und den Masten der Stadt. EinMaimorgen voll Sonncnglanz und Thaufrische war angebrochen. Tas Blümenparterre, welches sich wie ein farbenreicher Teppich vor dem Soller ausbreitete, blitzte im Schmuck der Thaupcrlen und wenn die zirpenden Vögel oder knurrenden Doggen,- welche .sich balgend im Grase wälzten, die Rosenhecken streiften, flogen ganze Traubenbündel von Thauz trovken auS ttx Aüscben und da5 Son
1. 1 nenlicht wob alle Farben des vtege..
gens in die glänzenden Perlen. 23k Buchen, welche das Haus umstanden, rauschten leise im Morgenwind, sie schicnen tief zu athmen. Die Konturen der Stadt waren von einem feinen, bläulichen Meerduft umwoben. Auf der See aber flogen weiße und rothe, vom' Wind geschwellte Segel den verdämmernden Fernen zu. Ihre Erscheinung lockte die Menschen am Lande hinaus in die weite, weite Welt. Der Baron ging an der Seite des Sanitätsraths über die Terrasse. Sein Herz wurde von den boffnunasfrcudigen Gefühlen eines Genesenden erfüllt. Aus einen Stock gestützt, konnte cr sich zum ersten Male wieder längere Zeit bewegen, ohne Müdigkeit zu verspüren. Zwal fühlte er noch eine gewisse Schwere in den Gliedern der linken .Seite, zwar hatte sein Gang noch etwas Schleppendes und er vermochte die linke Hand und die Zunge nicht ohne Anstrengung zu bewegen, allein es war ihm, als dringe unter dem erwärmenden Schein der .'taisonne frisches Blut in die halberstarrten Körpertheile und belebe sie wieder. Lieber Rath," rief er in munterm Tone aus, ich besitze heute Morgen wahrhaftig schon einen Ueberschuß an Kraft, Ihre Kur hat Wunder gewirkt." Freut mich, hör' ich gern!" entgegnete Jener. Ich besitze hier an der 5wste zwei Bundesgenoffen, deren Bedeutung keiner meiner Kollegen zu würdigen verstand: die Seelust und das Wasser. Sie werden sich diesen Sommer noch zu überzeugen Gelegenbeit haben, was ich damit ausrichte." ' Diesen Sommer?" Der Baron schaute überrascht in das ewig lächelnde Vollmondgesicht , Löwstern's. Doktor, sind Sie des Teufels?! Wel sagthnen denn, daß ich den Sommer über Hierbleiben will i Ich gehe Mitte Juni nach Aachen und kehre, dessen bin ick gewiß, von dort wie neugeboren zurück." Da haben wir die Laienweisheit. Jeder Patient versteht natürlich mehr als der Arzt. Mediziner will Jeder sein. Wenn Sie einen Handschuhmacher fra. gen, warum JhreUt.rnlcht gehe, so erwl dert der Handfchuhmachcr: Ich verstc he mich nur aus Handschuhe, nicht aus Uhren. Wenn Sie wissen wollen, waz Ihrer Uhr fehlt, so müssen Sie sich ar einen Uhrmacher wenden." Fragen Sü aber denselben Handwerker, ob cr . ci Mittel gegen Athmungsbeschwerdcn wiv se, so wlrd er Ihnen ohne Verzug irni seinen Rathschlägen an die Hand gehen. Doktoren sind sie Alle die klugen Leute'. Weil jeder hohe Gcist'eincn Körper besitzt, glaubt er den Organismus genau ergrüw den und 5lrankhcitse'rscheinungen beseitig gen zu können. Rein, mein verehrte? Hcri Baron, die Wiederherstellung Ihrer Ge sundheit ist meine, des Fachmanns Sache. Ich werde Ihnen seiner Zeit mittheilen, wann Sie sich wieder in den Strudel bei Geschäfts- und Genuhlchens stürzen dür f."' " Vom Standpunkt des Arztes maj Ihre Zurechtweisung gerechtfertigt sein entgegnete Kranlitz, allein mich verzehrt die Ungeluld.' Ich mußte mein, Unternehmungen in einem kritischen Augenblick verlassen, ich habe mit meiner rau wichtige Dinge zu besprechen, habe Manches auszugleichen seit den zwei Monaten, die ich in Ihrer Anstalt verbrachte, ist keine Rachricht zu mir gelangt. - Ich weiß nicht, ob der Strike der Bergleute beendet, ob die Rechnung)abschlüsse der Aktiengesellschaften zeitig fertig geworden, ob meine Frau und Richte zusammenleben, ob Herr von Hoßlar" Der Rath unterbrach den Sprecher durch ein kurzes Auflachen. Wohin kämcn wir, wenn ich so viel Wißbegierde befriedigen wollte ! Glauben Sie, Ihre Rerven, Ihr heißes Blut konnte sich beru higen, wenn ich so viel Gährungsstoffe in Ihre Krankenstube eindringen lie Bemeistern Sie Ihre Ungeduld und bewundcrn Sie die Natur. Diese schöne Erde ladet zur )!uhe und Erholung ein. Im Seehof gesundet man. Auf Wiedersehen, Herr Baron !" Kranlitz hatte eine Erwiderung aufdcn Lippen, allein die kurzen Sichelbeine des Sanitätsraths setzten sich bereits in Bewegung, und der kleine Mann lief die Anhebe hinab, gefolgt von den beiden Toggen, welche mit inrem Herrn eine ge wisse Ähnlichkeit in der Physiognomie bekundeten. ' Der Baron murmelte eine Vcrwünschung vor sich bin. Die Bevormundung seitcns des tleincu, ewig lächelnden Dcktors behagte ihm, ber seit vielen Jahren zu herrschen und ocscchlcn gewohnt war ganz und gar nicht. Bei aller Höflichkeit und studentischen Jovialität ließLowstein kemen anderen Willen gelten, als den sei nigen. Dabei hatte seine. Freundlichkeit stets einen spöttischen Zug. Run sprach dieser Monarch vom Scehof gar von einem Sommeraufithalt. Kranlitz fragte sich entrüstet, wer ihm dasRecht dazu gegeben. Schließlich hing es doch von seinem Gefallen ab, ob er in der Anitalt oer bleiben wollte. Dieser Sanitätsrath aber rnelt auch icde Avtschast von ihm fern. Das mochte seine Berechtigung haben in den ersten Wochen seines AufentHalts, aber jetzt nicht mehr, wo seine Genesung fast vollkommen war, wo Reugierde und Ungeduld ihn fast verzehrten. Blanka, welche sich am Tage nach der Ankunft im ?echos entfernt hatte. ücn nch nicht wieder sehen. Warum ? Warum kam Hoßlar nicht zu einem fürzen Besuch merher': Eine, viertel ständige Unterredung würde die ganze Bergeslast von Sorgen, bangen Zweisein und Abnungen von semer rust ae wälzt und di: Rekonvalescenz gefördert habni. - Kranlitz war beieinem Aussichtspunkte angelangt und ließ sich im Schatten eincr Esche auf die Bank nieder. Seine Blicke schweiften zu dem belebten Hafen und den ragenden Thürmen der Stadt hin, deren vergoldete Knäufe im Sonnenlicht funkelten. Mit einem Male schob sich die Gestalt eines Mannes vor das Bild, den er zuweilen vom Söller aus gesehen hatte. In dem bleichen, vergrämtenGesicht des Unbekannten zeigten sich Spuren einstiger Schönheit, seine tief in den Höhlen liegenden Augen waren stets in du Ferne gerichtet,. als fudu
er erwas verlorenes. Auch jetzt schaute tZV nach der Hafenstadt hin, seufzte tief uf und streckte die Arme aus, als ob er t0n brennender Sehnsucht nach etwas Fernlie 'ndem ergriffen werde. Ein ä.lng flatterte von der Esche auf und'der cmde drehte sich erschreckt um. Als cr des Barons ansichtig wurde, grüßte er leicht und tnit zerstreuter Vücne. Ein schönes Bild !" sagte er mit leiser, umflorter stimme. Die Lage der Stadt erinnert an' Panama,nur fehlen in der Bucht die PalnTen und Bananen, um den Mauern und .hürmen jenen phantastischen Reiz zu ve.lelhen, welchen der Hafenplatz am Stillen Ozean besitzt." ..Sie kennen Amerika?"
Der fremde nickte. Bevor ich sie jene Frau kennen lernte, bereiste ich die Westküste Amerika's und etablirte mich in San Francisco. In sieben Jahren hatte ich ein ansehnliches Vermögen erworben und kehrte damals nach Deutscht i o t st l. r C .4.' 3 f .'i 4. lano zurucr. noer Siamp, yiu V heißen, verzweifelten Kampf. Sehen feie die Brigg oa vruven ? n ihrenWanten siebt's wustaus. O,wiedie Segel zerfetzt und die Raaen zersplittert sind die hat Sturme erlebt aver sie ist dem 'Hafen nahe. Wissen Sie, was das Beste im Leben ist? Der Friede, der Friede, der Friede !" Kranlitz schaute den Unbekannten mit wachsender Theilnahme an; derselbe sprach so seltsam, so weich und elegisch, als quelle ein Strom von Thränen aus seinem Herzen ; er richtete seine Worte auch gar nicht an ihn, sondern starrte ins Leere, als erspähe er dort eine Person, mit der er sich unterhalte. Als ich meine ersten Erfolge errungen hatte", o fuhr er fort, glaubte ich, leichthum sei die Basis alles Glücks. Unabhängigkeit und Genuß ersteben nur auf einem goldenen Boden, sagte ich mir. Aber es kommt eine Zeit, wo der Unabhängige die Erde ode, das Leben schaal findet, wo er sich nach dem Besitz eines Weibes sehnt. Nur wer ein Daheim besitzt und darin ein holdes Wesen, das ihm Liebe mit Liebe vergilt, der hat den verlorenen Garten im Lande Eden gefunden. Die Welt, in der wir nach Erwerb, nach Anerkennung und Ehre jagen, ist das sturmbewegte Meer, die Familie aber der Hafen. Der Friede des Hauses beruhigt, unsere Rerven, ein Lächeln der Frau heilt die Wunden, welche Neid, Habgier, Rachsucht uns geschlagen " Und Sie besaßen jenen Hafen ?" Ob ich ihn besaß V rief der Fremde, und seine Augen schimmerten in feuchtem Glanz, seine Hände falteten sich wie zum Gebet. Ein volles Jahrzehnt umblühte mich ein Paradies, dessen Sonne und holde Fee sie war Tilde. Ach, wie wohl ruhte ich in ihren weichen Armen, wie scheuchten mir ihre Küsse alle Sorgen fort, wie friedlich wurde mir die Seele, wenn ihre Augen mit den Blicken voll Zärtlichkeit mich anschauten ......... Aber dann verfinsterte sich die Welt ein Krach und mein Glück war vcrnichtet. Die Handelskrisis in Rußland hat mich arm gemacht. Seit vielen vie-. len Jahren was sage ich Jahre es muß schon ein Jahrhundert her sein, treibe ich einsam und verschlagen auf dem ruhelosen Meer umher und suche den Hafen des Friedens. Ach, daß ich ihn tticderfände, daß mein Gott mir Tilde gäbe und mein Kind, daß die alte Zeit wiederkehrte, die Zeit " Er konnte nicht weitersprechen, die Thränen erstickten die Stimme. Die Arme nach der Stadt ausgestreckt, lief der räthselhafte Mann den Schattengängen des Parks zu. Kranlitz sah demselben nach, bis ein Wärter über den Weg kam. Schmal", rief er Jenem zu, .,was ist das für ein sonderbarer Mensch, der dort geht r Ein widerliches Lächeln umspielte den breiten Mund des Wärters, dann sagte er: Der da? Das ist der Dichter vom verlorenen Paradies. Vor zwei Jahren besaß der arme Tropf noch ein großes Vermögen, aber er spekuline leichtsinnig und seine Frau lebte wie t Fürstin. AIs nun der Krach kam und der arnie Teufel Alles verlor, da hing sich das Weib an einen Geschäftsfreund, dcr sein Geld behalten hattc. Tas Mal beur ist dem armen Sch.värmcr auf die Nerven geschlagen und die Frau hat ilu aus den Scehof gebracht." Wie, bat er den Verstand verloren?" . Run. wie nnn's ninnnt", antwortete Schmal spöttisch, der HerrSanitätsrath meinen, der Dichter besäße mehr Verstand als Ä!anchcr,den man draußen für ein Genie anficht, seine Gedanken sind man bloß 'n Bischen dnrcheinander ger.ittelt." Befinden sich mehr Geisteskranke in der Anstalt ?" fragte Kranlitz im Ton der Besorgniß und Unruhe. .Darüber kann ich Ihnen keine Auskunft geb.'ii. da müssen Sie den Herrn Rath fragen." Schmal ging seines Weges,und Kranlitz glaubte ein hohnisches, freches Lächeln auf dem brcitkn'ochigen Gesicht des Abgehenden zu bemerken. Befand er sich wirklich in einer Anstalt für Geisteskranke? Bei dem Gedanken war es dem Baron, als lege sich eine dunkle, drohende Wolke über die sonnenbeglanzte Welt. Wie kam es, baß Hoßlar und Blanka ihn hierher zur Pflege schickten, sollten sie ihn für geisteskrank erklärt haben " Rein, nein !" schrie Kranlitz schauoernd und erhob den Krückstock, als wolle er die furchtbaren Vorstellungen, welche plötzlich auftauchten, gewaltiam.verscheuchen. Rnn", rief er halblaut,- man hat bie Ursache bes Schlaganfalls als eine Nervenüberreizung erkannt und dich hieher gesandt, wo Nervenleidende thatsächlich die beste Aehandluna finden. O nein, einer Schändlichkeit, einer Teil: felei ist Blanka nicht fähig und selbst von Hoßlar nicht. Was will ich denn ? Meine Genesung ist über alles Erwarten rasch-erfolgt. Machen wir uns Bwe-. gung, denken wir an Rlchts, als an die Wiederbelebung der erstarrten Körpertheile. In zwei bis drei Wochen verlasse ich den Ort." Der Baron lebte in der nächsten Zeit ganz nach Vorschrift, trieb schwedische Heilgymnastik, badete regelmäßig und ßing viel in freier Luft spazieren. Zu seiner Freude schwanden die üblen Folgmdes Schlaganfalls imLausdesMonats Juni ganz So lang erdaS Zimmer
gehütet hatte, konnte c? sich nur durch J Rm:.nlektüre unte?icillen. jetzt aber
sprach cr zu'.veilen mit andern Pfleglingen der Anitalr. . Ein alt.'r. sehr lebbafter und rcä'lhaberifcl'r Herr, welcber in r . r . i ' , ' . icmem Gcsvrach. ct aiw ,ycrr war lurpmico so ni) . v . r. . r r. r l ' J sTN - s 1 . f m mm dessen Anwesenheit in der Anstalt nicht zu erklären vermochte. Die Wärter nannten denselben den Advokaten, und der Manaelhaftiakeit unserer Recktsvtteas zu sprechen. Wenn der Advokat auf dies Thema kam, so schlug er einen Ton tesliger ronrerung an uns spracy .so lange über die Schäden unserer Gesetzgebung und Justizverwaltung, bis man ibn verließ. Eines Tages fragte Kranlitz den Advokaten, zu welchem Zweck er sich eigentlich im Seehof aufhalte. Jener blieb bei der Frage wie angewurzelt stehen, riß weit die Augen auf und schien zu zweifeln, ob dieselbe Spott ?der Ernst enthalte. Das wissen Sie nicht?" rief er. Der Baron schüttelte den Kopf. Damit ich meinen Verwandten nicht im Weae bin, ;uni Senker ! 34 babe die V - J i 4 abscheulichste Rechtskränkung crfabren, rtn er i o:e je einem lenicyen zugesugr wurde, und weil ich den Muth und die Konsequenz zeigte, fort und fort auf Genugthuuna zu dringen, so sperrte man mich als Ouerulanr in dies carrenvaus. Gegenivärtig ist das ein beliebtes Verfahren, um einen unbeauemen Gegner los zu werben. Früher schlug der Machtige 'den Schwachen todt und nahm ihm Geld und Gut ab, beute betrügt' er ibn um seine cifcc und wenn der Betroaene lamentirt, so steckt man ihn mit der Miene tiefer Betrübniß in eine .veilanjtalt vom Schlage des Seehofs." Der Baron lää'clte unaläubia : als ihn der Advokat jedoch fragte, unter wel4 C rf" l chen umjlnoen er nacy der rrenanslalt gebracht worden sei. fühlte cr sich acdranat, den Heraana in mahlen und feiner Verwunderung über das Benehmen des anitatsrathes Aufdruck zu geben. Als er aeeiidct, sab ibn der Advokat scharf an und erwiderte : Wollen Sie meine offene Meinung höreu?" ..Bitte." ,,'hre Frau hat Sie in Gemeinschaft mit Ihrem guten Freunde aus der Welt . r f . r-i r.r nw n ' . . t gezcoassi, um vre tluionen vcrsuoeln zu kennen. Die Spinne vom Sechof aber L. P ls P, ? . tf bier Mri' liefern." lgoltsttzUNg folgt.) Vom Auslande Vor Kurzem starb zu Billis in Anatolien ein türkischer Großgrundbesitzer, Kogrul Hilmi Efendi, im hohen Alter von 1 10 Jahren. Derselbe hinterließ nicht weniger als secheund.zwanzig Söhne, die sich nun in das vaterliche Erbe theilen sollten. Die tieftrauernden Hinterbliebenen konnten sich jedoch über die Erbschaft nicht einigen, und so sind jetzt alle sechsundzwanzia Brüder in Eonstantinopel eingetroffen um ihren Streitfall dem Scheikh-ül Islam zu unterbreiten. Ueber die Besitzverhält.nisse an der westafrikanischen Küste entnehmen wir der Hamb. Börsenhalle" die folgenden statistischen Angaben : Von der ganzen westafrikanischen Küste sind gegenwärtig, wenn man von der un gastlichen Wüste im Norden absieht, etwa 00 (englische) Meilen im Besitz der Franzosen; 850 ober, wenn Englanb das ganze Nigerdelta mit der benachbarten Küste annectirt haben wird, 1300Meilen nehmen die Engländer, 800 Meilen die Portugiesen, 3S0 Meilen die Republik Liberia und 750 Meilen, ausschließlich des Kamerungebietes, Bageida u. s. w., Deutschland für sich in Anspruch. Danach bleiben noch 1350 Meilen oder abzüglich des Nigerdeltas 900 Meilen zwischen dem Senegal und dem Eap in dem Besitze der Eingeborenen, doch sind hiervon nur die 00 Meilen zwischen dem Gabunterritorium und Ambriz, welche auch die Eongemündung einschließen, von größerer .dcutung. indessen ist die Küste selbst ebenfalls von wenig Werth : sie gewinnt ihn nur daburch, baß sie Ux Zuganz zum Innern dcs Landes vermittelt." Aus Bern wird über da? Treiben der anarchistischen Agitatoren in dcr Schweiz geschrieben: An das cidgenösnsche Justiz undPoljzci Departement ist seitens . der B aseler Polizei Behörde die Mittheilung eingetroffen, .Hiß mehrere ber bort in Arbeit stehenben Anarchisten plötzlich ihre Arbeitsstellen und Basel unter Zurücklass:ing ihrer Papiere verlassen haben. Dies d.'utet barauf hin, baß sie sich bort nicht . mehr ganz sicher fühlen und inFolge der Verhaftung der Anarchisten Ncvc und Kaufmann und der Wittwe Stellmacher's in Zürich Entdeckungcn befürchten oder sonst was im Schilde fübren. Ueber Kauf.nann,Neve und die Wittwe Stellmacher schreibt man aus Zürich, daß diese Drei letzter Zeit in nächster Nähe von?ciederdorf (imEanton Basel-Land) angesiedelt waren, bestänbig mit einander verkehrten und Eremplare der Freiheit", wie auch das Flugblatt, betreffend die Hinrichtung Stcllmacher's, verbreiteten. Kaufmann galt unter den Social-Demokraten längst als eines der Anarchistenhäupter. Sie verwahrten sich deßhalb gegen ihn und warnten durch ihre Organe .vor ihm. Jan Neve ist vielleicht noch gefährlicher und einer ber internationalen Anführer. Er stammt aus Schle wigHolstein, ist 40 Jahre alt, ein rothhaarigcr, sommersprossiger, schlaff aussehenber Mensch, und lebte seit etwas mehr als einem Jahrein Zürich. Erst als Schreiner in Ausgemeinden wohnhaft, zog er in die Stadt. Da ar. beitete er nicht mehr und hatte boch flott Geld. Uebrigens trieb man ihn von Land Ziu Land. In London arbeitete
flirmooi seil olauen udircif.
feiner Mütze im) lchen Stulpstiefeln cinszn l1utvbesitzcr au der vormär;licben Zeit gleich iah, zog Uit 'aron oft i.'.c
ausfällig war an demjelben die Vorliebe, von dem Verlust seines Älitterguts durch den Betrua eines Verwandten und von
wlro ic so lange sestyalten, als man Ihre Pension bezählt. Da nun Ihr Vermögen groß ist, so werben Sie Jbr Leben
Bess!
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2euU, welche skch ein vorzügliches Via anschaffen nnd dabei $l0 ersparen wollen, der Betrag, welcher gewöbttltch bei solchen Vlanos, die in auögedebnter Weile annoncirt werden, darausNeschlagcu wird, werden in dem Gattee Vwöw ! geradem daS finde, waS sie wünschen. Dieses Instrument bat deinen Weg in nabe;u 1,000 Hanser dieser Stadt gefunden, ein Umstand, der gewiß zn seinen Gunsten spricht.
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an den Blättern Most's, floh vor der Polizei nach Paris, dann nach Wien und würbe endlich in Bayem einige Monate festgesetzt, worauf man ihn uns überließ. Langst schon überwacht, war er im Begriffe, wahrscheinlich zu einem neuen Hauptschlage, abzureisen; da wa, man gezwungen, sich seiner zu versichern, doch ist bei ihm nichts Schriftliches vor j gefunden worden. Man schreibt vom Rhein, 1. Oktober: Seit vielen Jahren sind uw sere Winzer nicht in der Lage gewesen, so getrosten Muthes in die nächste Zukunst zu blicken, wie sie es heute thun. Freube glänzt in . allen Mienen ' ob bes andauernd schönen und trockenen HerbstWetters, und wenn es nur noch einige Wochen so bliebe", wünscht man hier, während doch anderwärts der Lanbmann über Futtermangel klagt und sich noch einen durchweichenben warmen Regen wünscht. Ob es einen 1865er, 68er oder 74er in der Qualität giebt, läßt sich noch nicht bestimmt aussprechen. Das hängt von der ferneren Gunst ber Witterung ab, allein eine gute und auch ziemlich reiche Weinernte wird nicht ausbleiben, trotzdem manche Leute, die noch große Vorräthe in ihren Kellern lagern haben, das Gegentheil wissen wollen. Gleich' falls fehr günstig, lauten auch dieBerichte aus den Nebgebieten des unteren Mains und der unteren Mosel. Aepfel giebt' es hier die schwere Menge, die Bäume mußten vielfach gestützt werden, um die Last tragen zu können. - Die Qualität ist auch hier eine sehr gute, die vorjährige bei Weitem übertreffende. Einen Unfall ganz eige ner Art melden die Blätter aus Bor deaur. In einem Dörfchen der Eom mune Montägue Samt Georges hatte bas greise Winzerpaar Michaud den gan zen Sonntag mit der Weinlese und dem Keltern ber Trauben verbracht. Abenbs stieg ihr neunzehnjähriger Enkel in ben Zuber hinein, um den Inhalt besselben mit ben Füßen in Bewegung zu setzen, würbe aber sofort von den entweichenden starken kohlensauren Gasen erstickt. Der
( Großvater, welcher dem jungen Mann zu Hilfe eilte, stürzte ebenfalls an seiner Seite zusammen und die Greisin, welche versuchte, die beiden Männer auS dem Lö'ckÄ ÖC
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I Leichte -SchUllM l Der Halb ka nton Nidwak :en in d:r Schweiz steh!, wi: man der berliner Tägl. Rundschau" schr.ibt,mit leinen staatlichen iinrichiunzen auf der interstenStufe der uikantöttltchenKultur, md das will viel heißen. Es giebt in )iesem Halökanton kemKonkursrecht,kein zeordnctes un) geschriebenes Hypothekar :ccht, kein Sachenrecht, aber auch kein trafrecht und keinen geordneten Straf zroceß. 'Die Regierung ist allmächtig i:nd thut, loas sie will. Der freie Nid Wälder wird.wenn er verdächtig erscheint, :infach eingesperrt, und zwar in ein sinstercs, sännyiges Lokal, damit er gesteht, 'ele Beschuldigte sollen sich schuldig bekennen, nur um der Qual der langen Untcrfttchungsbaft zu entgehen. Vo :mer Entschädigung für unschuldig erstandene Haft it keine Rede. Wasjer und örcidie einzige Nahrung im Gefängniß. Luf die Untersuchungen übt der Regiecungsrath dircclen Eitts.uß. ein Mitglied Zesselben ist Vvlhorrichtcr, ein anderes taalsanwalt. Unglaublich ist. aber a?ahr, daß das erkennende Gericht nicht :inmal die Untersuchungsakten, sondern nur einen vom Z!egicrunzsrath gcfertig !en Aktenauszug mitgetheilt erhalt ! Auch )em Vertheidiger werden die Untersuchunzsaklen nicht, sondern nur dieser iluszug mitgetheilt! Kürzlich bat ein Vertheidiger aus Luzcrn beim Bundes zericht Nichtigkeitsklage erhoben gegen kin auf solchen Grundlagen gefälltes Straf-Urtheil des Kantongerichts von Zcidwalden, und dieses Urtheil wurde )enn auch in allen seinen Theilen als nichtig aufgehoben. Der sozialdemokratische Zleichstags Abgeordnete Hasenclever ist iuf Gmnd des SozialistengesetzeS aus Lerlin ausgewiesen worden. Wie ver lautet, war derselbe vor Kurzem auf ei nen Tag zum Besuche in Berlin und lo-' zirte im Dessauer Hos". Dorthin wurde die Ausweisungssrdre zunächst ge oracyr, vocy war Herr H. schon abgere.st. Nunmehr ist ihm die Ordre nach Halle a. 3., wo derselbe seit zwei Jahren seinenLZohnsitz hat, nachgeschickt worden. Man zeht wohl nicht fehl, wenn man die AuZ: : f . . tt wel isung mit der Kandidatur Hasencle 's im 6. Vcrliner Wahlkreise in Ver ver binbung bringt.
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