Indiana Tribüne, Volume 8, Number 29, Indianapolis, Marion County, 17 October 1884 — Page 3
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Goldene Schwingen.
Roman vn R Elchs. (Forlskkung.) der nächsten Minute aber schreckte ihn ?in heftiger 'schlag gegen die Thür auf. Herr Baron," rief draußen der Kammerdiener in angstvollen: Tone, ist ein Unglück geschehen ? Bedürfen Sie meiner Hilfe Jener richtete sich halb auf, und wie er ins Tunkel starrte, vernahm er leises Stöhnen, das aus dem Arbeitszimlner drang. Mit einein Satz fuhr er aus dem Bett. Ihm war es, als kröchen kalte Schlangen über sein Lager. Aber diese Anwandlung ging vorüber. Er lebte und fühlte sich unversehrt welches Unheil konnte ihm nahen, das er nicht abzuwenden im Stande gewesen wäre. !m Du gewann er sein? Fassung wieder. . Waö sollte geschehen . sein, Dummkopf !" rief er jetzt in ärgerlichem Tone. Warum glarmirst Tu das ganze Haus?" Verzeihung, gnädiger Herr, es siel ein Schuß in hrem Zimmer." Ein Schuß i Kerl, Du bist toll ge worden !" O (Lott, die Frau Baronin !" Dieser letzte Aufruf des Kammerdieners traf Kranlitz wie ein Keulenschlaz. Verwirrt und hastig tastete er nach seinen Kleidungsstücken und schrie dem Kammerdiener zu: Licht her !" Im nächsten Augenblick siel ein greller Schein in das Arbeitszimmer, dann drang ein Ausschrei zu den Ohren des Barons. Diesem gelang es, sich noth dürstig zu bekleiden, und mit der Miene der Entrüstung trat er über die Schwelle. Bei dem Anblick, der ihm hier wurde, lief ihm ein kalter Schauder vom Wirbel bis zur Zehe und seine Hand suchte nach einer Stütze, denn seine Kniee wankten. Auf dem weißen Fell des Eisbären lag Sarolta mit aufgerissenem Klcid, die Spitzen ihres Hemds waren mit Blut befleckt, ein Zlevolver neben ihr. Das dunkle Gelock ihres Kopfes breitete sich wirr über das weiße Bärenfell aus, die Augen waren weit geöffnet und starr, das Gesicht hatte die blühende Farbe verloren. ' Der Tod war im Anug. Dicht bei der Thür stand Blanka nn weißen Nachtkleid, neben ihr der zitternde Kammerdiener, welcher den Armleuchter nach der Sterbenden hinstreckte. Blanka's Antlitz erschien marmorweis;, allein um ihre schmalen Lippen zuckte ein böses Lächeln. Haben Sie diese Person erschoffen, oder hat sie sich selber den Tod gegeben V fragte sie den Gatten. Blanka '." Der Baron sireckte die Hände aus wie zur Abwehr. Also eine Verzweiflungsthat '." fuhr die Baronin in malitiösem Ton fortIch bin neugierig, wie Sie diese Blutflecke von der Ehre Ihre Hauses abwascheu." Noch einmal glitten ihre Blicke voll Verachtung über den fassungslosen Gatten, dann verließ sie das Zimmer. Rufen Sie den Doktor ! Rasch! Aber nebmen Sie das Licbt nicbt mit fort, Parblcu!" Der Diener brachte den Armleuchter zurück und flog dann den Ganz hinunter. Wie ein Betrunkener wankte Kranlitz zu der Sterbenden hin, rang die Hände und schrie: Sarolta, warum bast Tu das gethan ?" Tiese wendete den todesmatten Kopf halb um, ihre Augen belebten sich und sie sagte leise: Damit Du nicht wieder einschläfst, wenn ein Mensch in seiner Qual zu Dir aufschreit." Doktor von Hoßlar trat ein ; er unter suchte die Schußwunde und raunte dann Kranlitz zu: Sie darf hier nicht bleiben. In einer, höchstens zwei Stunden ist das Ende da; sie verblutet langsam, wo sollen wir sie hinschaffen 'i !" Die Sterbende hatte ein scharfes Gehör; obgleich sie anscheinend bewußtlos dalag, hatte sie doch jede Silbe vernommen. Laßt mich in Lom's Atelier tra gen," sagte sie leise. Dort will ich sterden." Eine halbe Stunde später lag Sarolta auf der Ottomane im Atelier des BildHauers. Jener kniete vor der Sterbenden ; ihr zu Häupten brannte eine Lampe. Aus dem Halbdunkel des weiten Raumes trat die fast vollendete Virginiusgruxpc hervor. Sag's noch einmal, daß Du mir verziehen !" flüsterte das Mad chen. Ich hatte keinen Groll nur Mitleid. O, Sarolta, ich liebte Dich und werde Dich stets lieb behalten." Ach, thut das wohl! Du bist so qut ......warum hab' ich Dich verlassen! Hier war meine Glücksinsel nimm mich in Deinen Arm Poldi mich friert. Der Tod kommt !" ' Lom setzte sich auf den Rand des Lagers, umfaßte sanft den Oberkörper des Mädchens und küßte die Stirn desselben. Dabei siel eine heiße Thräne auS seincm Auqe und benetzte das Antlitz Sarolta's. ,LLeine nicht um mich bin's nicht werth," sagte sie in mattem Ton, fast wie eine Träumende. Glaubst Du an das ferne Land im Westen, Poldi, von dem mir Mutter sprach, als ich noch Kind war. Der Tod macht uns rein. Mit weißen Fittichen schweben wir über's Meer zu dem Land voll Rosenduft und Morgenglanz. Tort Liebster erwartet Dich Sarolta." Ihr schöner Kopf sank wie eine welke Blume in Lom's Schooß. In tiefer Agonie verblieb die Sterbende, bis der Tag angebrochen war. Ein Blutsink im Bauer begrüßte den neuen Ä!orgcn mit hellem Schlag. Roch einmal öffnete das Mädchen die Augen weit und es schien, als kehre Leben in die dunklen Sterne zurück. Poldi ". horch! Vögel im Hain Wir sind im fernen Land " Wie ein Windhauch erlosch die Stimme, das Auge verlor den Glanz, ein Zucken ging über den Körper. DerTod entführte sein Opfer. Lange saß der Bildhauer auf dem Rand des Sterbelagers und betrachtete die Entseelte. Ueber dem Todtenantlitz lag ein so heiterer Friede, als sei pe nur in Schlummer gesunken. Vese Weh-
mu:y erfüllte Lom's Herz, allein er weinte nicht. Sie weilt schon im Land der Freiheit, sagte er sich, wir aber müssen bier noch ringen und leiden. Leb' wohl, schöne Haiderose! Dein Duft hat mich erquickt und ich gedachte, mein Leben mit Dir zu schmücken. Ruh' in Frieden ! Er küßte die Stirne der Entschlafenen und wollte eben eine Decke über sie breiten, da streifte sein Blick die Virginiusgruppe. Wie . Sonnenstrahlen durch wogende Ncbclmasscn brechen, so durchzuckte ein Gedankenblitz seine leidvolf..;. fZi f. s . O u : uIma(i ftT' i rfi
CH VllUlt. t, Uüll'U' w das Sterben ausgedrückt !" rief er und anff zum Werkzeug. Ich konnte Dich nn Leben nicht festhalten, Sarolta, so will ich's im Tode. Du hast nicht umsonst auf meinem Wege geblüht, wilde Ztose, in meiner Kunst sollst Du sortlcden." Nasch r:nd energisch begann Lom zu arbeiten und im Schassen belebte sich seine Phantasie, seine Seele erhob sich aus der Äauer wie die Taube aus den Negenwolken. Von der lebenden Sarolta hatte er die jugendschönen Formen, das bolde Antlitz entlehnt, in dieser Stunde aber entschleierte sich ihm das Geheimniß des Todes. Er schilderte das Sterben als das Nachlaffen der Schmerzen, als den Eintritt der Ruhe nach dem Sturme, und es gelang ihm, in das Weiße Marmorantlltz einen Zug so hehren Friedens zu bringen, als habe der Erlozungsengel das todcSmatte Haupt ge-. kußt. AchtcSKapitel. Ein Frühlingstag voll Glanz und Frische war angebrochen. Vom lazurfarbenen Himmel strahlte die Sonne warm auf die Erde nieder und ließ Äkilliarden von (ii krystallen zerschmelzen, mit denen der Nachtfrost die kahlen Bäume und Gräser überzogen hatte. Baron Kranlitz wurde des schönen Morgens nicht fre t . Vor seinen Augen schwebten unheimliche, gespenstische Gestalten, und diese dränglen sich zwischen ihn und den sonnigen Himmel. In seinem Blut hatten sich die liachtschauer formlich eingenistet, und trotzdem er beim Frühstück seinen Kaffee mit einem Glas Cognac mischte, wurde er das Frösteln nicht los. Früh am Morgen schon hatte er bei der Polizei die Anzeige von dem in seinem Hause begangenen Selbstmord erstattet. Die mit der Aufnabme des Protokolls betrauten Beamten behandelten die fatale Affaire" sehr taktvoll und diskret, und er durfte hoffen, daß das Ereigniß vielleicht gar nicht in der Presse besprochen werde; trotzdem lasteten die Schrecken der Nacht schwer auf ihm. Und gerade an diesem Tage sollle cr seine erste Rede im Parlament ballen ! Die Wahlprüfungen hatten lange Zeit die Kommission beschäftigt und mußten jetzt, am Schluß der ersten Session, zu öffentlicher Verhandlung kommen. Von allen Mandaten, welche angefochten wurden, war das einige am meisten gefährdet. Obgleich es gegen den Parlamentär!schen Gebrauch verstieß, daß ein Angeschuldigte? sein Mandat selber vertheidigte, so hatten es seine Parteigenossen doch beim Präsidium durchgesetzt, das; Kranlitz zu seiner Rechtfertigung das Wort erhalt.'. Die Vertheidigung zrede hatte der Bai im gemeinsam mit Doktor von Hoßlar ausgearbeitet und so fleißig inemorirt, daß er sie wie das Vaterunser" aufsagen konnte. Mit dieser Rede strecke ich jeden Gegner so sicher nieder, wie mit eincm Revolver" sagte cr sich auf dem Wege zum Haus der Abgeordneten, allein der Trost beruhigte ihn nicht, sondern lenkte seine Phantazie wieder zur Selbstmörderin zurück. Als ihm unter dem Portal deS Hauses eine Veilchenverkäuferin entgegentrat und ihn mit flehender Stimme ansvrach, erschrak cr und reichte dem Mädchen so lastig ein Silberstttck, als wolle cr sich von einer Schuld loskaufen. Die Bittende rief ihm wieder Sarolta in's Gedächtniß zurück. Die Sitzung hatte bereits begonnen; die Galerien des HauseS waren mit Neugierigen besetzt; der Präsident stellte zuerst den Etat zur Berathung. Die Parteiaenossen des Barons führten bei dessen Eintritt eine leise Gruppenunterhaltung und schenkten dem Rcdner, welcher von Flußregulirungen sprach, nicht die gering-, ste Beachtung. Kranlitz schien eS, als spreche man von ihm in der Gruppe, denn die Unterhaltung verstummte, als er seinen Platz einnahm. Der Diener überreichte Kranlitz die Vorlage und verbeugte sich mit höflichem Lächeln. Dem Abgeordneten schien es. als schneide der alte Mann eine hchiii sche Grimasse. Die Etatsberathungen zogen sich stundenlang hin und Kranlitz bemühte stch vergebens, de? Debatte seine Aufmerkzamkett zu schenken, immer wi der und wieder irrten seine Gedanken weit ab. Unruhevoll verließ er den Sitz.'lr.gs saal und lief durch die Kouloirs zum Lejezimmer hin. Hier wollte er seine v'ede noch einmal durchgehen, aber trodem e? sich ganz allein in dem Raum befand. verlor er wiederholt den Faden. Er suchte nach einer Weile die ölestauration auf und trank ein Glas Ebampaaner, in der Hoffnung, der Schaumwein werde seinen Lebensgeljtern einen höheren VfMg ge ben. .Sie bedürfen wohl der Inspiration zu Ihrer Jungfernrede, Baron V fragte ein alter Parlamentarier mit gutmüthigem Lachen. Kourage, es stnd r.ii? die er sten Sätze, welche Angstschwei rotten ! Kranlitz nahm die. Ermunterung bin wie ein Verurteilter, dem man auf der ersten Stuse zum Schaffet zuruft : Nur Muth! Mehr wie den Kopf kann's nicht kosten!" Die Schatten, welche. über sei ner eele lagerten, wurden dunkler. Die Wahlprüfungen!" rief ein Jour nalist, welcher eben aus dem Sitzungssaal herauskam. Kranlitz wollte seinen Platz aussuchen, allein mehrere Kollegen, welche ihm den' Rücken, zukehrten, versperrten den Gang. Freilich ist das die Baronin Kran litz !" hörte er emen der jüngsten VolksVertreter sagen. ' Bei Gott, dieser Krösus ist beneidenswert!) ! Geld besitzenAndere auch, aber ein W.ib wie diese Dia na" Der Baron wich der Gruppe aus und erreichte auf Umwegen seinen Platz. Seine Blicke nach der Galerie richtend.
bemerkte er Blanka und hinter derselben den Doktor, welcher sich mit dem Fürsten von Tabor eifrig unterhielt. Das that Kranlitz wohl. Freunde in seiner Nähe zu wiffen, und etwas wie Reue regte sich bei Blanka's Anblick in seinem Herzen. Er gehörte zu den Männern, welche Frauen mit den Augen anderer Personen sehen. Das Lob, welches seiuer Gattin gespendet wurde, schmeichelte seiner Eitelkeit. -Gute Vorsätze, stille Gelübde gingen durch seine Seele. Er wollte Blanka versöhnen und schaute lächelnd zu ihr auf. Jene aber sah mit
den grauen klugen o iaxx uno unoeweglich auf ihn nieder, als sei er Luft. Verwirrt nahm er seinen Sitz ein. Der Referent der Wahlprüfungskommission beleuchtete die Unregelmäßigkeiten", welche bei der Wahl des Freiherr Kranlitz zu Elmborg vorgekommen seien. Kranliiz folgte der Darlegung und notirte sich mit zitternder Hand die Anklagepunkte, obgleich ihm dieselben im Wesentlichen schon bekannt waren. Der Berichterstatter war zu Ende und der Vorsitzende, ertheilte Kranlitz das Wort. Als Jener sich erhob, um vom Platz aus zu sprechen, war es ihm, als versänken der Präsident, die Stenographen, der Ministertisch und die Abgeordneten um ihn her in einen dunklen Schacht, aber die Augen Blanka's blieben und ihre Blicke bohrten sich tief in seine Seele; sie schienen zu fragen: Was kannst Du zu Deiner Vertheidigung vorbringen, Mörder? !" Als er den Mund öffnete, stieg ihm das Blut zu Kopf, ein lautes Brausen füllte sein Ohr und die ehle war ihm wie zugeschnürt nur ein gurgelnder Ton rang sich über seine Lippen. Lauter!" krähte eine dünne Fistel stimme aus der Ecke, wo einige Wilde" verstreut saßen. Dem ironischen Zuruf folgte ein Helles Auflachen der Linken. Kranlitz raffte all' seine Willenskraft zusammen und mit einer Stimme, welche rauh und vor Erregung, sagte er den Anfang seiner Rede he?v Sobald er den Klang der eigenen Stimme vernahm, lichtete sich das Dunkel im Saale wieder und er sah die Blicke der ganzen Versammlunz auf sich gerichtet. Kalter Angstschweiß trat ibm auf die Stirne. Er sprach jetzt so rasch und hastig, als sei ihm ein Verfolger auf den Fersen. Schon glaubte er die Hauptpunkte der Anklage widerlegt zu haben, da begegnete er den f?agenden Blicken seine? Frau. Jetzt verwirrten sich'mit einem Male seine Gedanken, er verlor den Faden der Rede, und sprach, um nicht stecken zu bleiben, was ihm eben in den Sinn kam. Zur Sache, zur Sache !" Von allen Seiten schwirrten demRedner die Zurufe entgegen und vermehrten dessen Verwirrung und Aufregung. Wie ein Schiffbrüchiger, der mit den Wogen kämpfend nach einer Planke tastet, so suchte er nach dem verlorenen Faden seiner Rede. Er zermarterte sein Gehirn, ohne den Absatz zu finden, vor welchem cr stehen geblieben. Ein Mitglied der Linken unterbrach ihn mit der Frage, ob er es leugiie, daß seine Arbeiter mit farbigcn und von seinen Direktoren, ausgegebencn Zetteln zur Urne getreten seien und daß seine Beamten die Wähler scharf kontrolirt hätten. Kranlitz beantwortete den Einwurs mit der Phrase: Meine Arbeiter sind freie Männer!" Ach, Du lieber Gott !" Dieser Stoßseufzer eines sozialdcmokratischen Abgeordneten wirkte so komisch, daß die ganze Versammlung in ein schallendcö Gelächter ausbrach. Als sich'der Heiterkeitsausbruch etwas gelegt hatte, beantragte ein Mitglied derLinken sofort die Kassirung des Kranlitz'schen Mandats. Der Baron wollte antworten, allein die Zunge versagte ihm plötzlich den Dienst ; nur ein unverständliches Lallen gelang ihm,alsBrausen wurde zumDrohnen, ein rother Nebel verschleierte seine Blicke. Gleich darauf lief ein eigenthumlicher chaner an der linken Seite seines Kscers heiunter. Stöhnend san! er auf den Seffel nieder, während die Rechte des Hauses laut und energisch gegen den Antrag des liberalen Abgeordneten protestirte. In dem Tumult, der nun entstand,bemerkten die Nachbarn kaum daS'Zusammenbrechen des Redners. Endlich aber erkannten sie aus dem Ächnen desselben und dem verzerrten Antlitz, daß er schwer erkrankt sei. Mit Hilfe der Diener schafften die Parteifreunde rasch den Baron aus dein Sitzungssaal. Bei der herrschenden Unruhe wurde das Verschwinden des Sprechers kaum bemerkt. Draußen in den Kouloirs rief man nach einem "Arzt. Athemlos kam Herr von Hoßlar die Treppe herab und eilte seinemFreundezuHilfe.Er crkanntesofort,daß ein Schlaganfall den Baron getroffen und eine theilwcise Lähmung des athletischen Körpers bewirkt habe. Während derKranke in einem Wagen nach Hause gebracht wurde, erklärte die Mehrheit deS Abgeordnetenhauses dcffen Wahl für ungiltig und entzog ibm das Mandat. Am Abend dieses verhängnißvollen Tages lag Kranlitz in denselben Räumen, in welchen sich Sarolta in der Nacht zuvor den Tod gegeben hatte. Am Fußende seines Lagers saß Blanka ; sie sprach wenig, aber ihre großen, räthselhaften Augen schienen nach den Wünschen des Kränken zu fragen. Doktor von Hoßlar hatte einen Geheimen Medizinalrath an das Lager des Barons geführt, welchen er dem Patienten als den berühmtesten Spczialarzt für Nervcnlcidcn vorstellte. Jener betrachtete den Leidenden aufmerksam, untersuchte seinen Körper und versicherte dann rn jovialem Tone, daß Doktor von Hoßlar in der kritischen Situation die geeignetstcn Mittel angewandt habe und daß der Patient auch fernerhin deffcn Anordnunaen vertrauensvoll befolgen möge. Die Lähmung lasse sich nur durch Ruhe und sorgsamste Pflege wieder heben. Kranl, welcher sich in der Villa und der Hauptuadt bedrückt und beunruhigt fühlte, wollte dem Medizinalrath sagen, daß er sich auf seine Besitzungen m Rehbacher Thal zurückziehen möchte. Einige unartikulirte Laute kamen über seine Lippen, seine Augen rollten, die. rechte Hand fuhr wie im Krampf durch die Luft. Rö chelnd undstöhnend sank er nach der frucht-
lose.i. Anstrengung rn die x)m,en zurück und ,chL; die Augen. 'Doktor von Hoßlar und der G Heime Mcdizinalrath blickten sich verständnißvoll an. Als Kranlitz sich wieder erholte, machte er mit der Siechten ein Z.ichen, das; er zu schreiben beab'sichtigc. Blanka reichte ihm eine Äiappe und drückte ihm den Bleistift in die Hand. In großen, eckigen Zügcn setzte Kranlik die Worte aufs Papier: Will fort !" Der Spezialarzt für R'ervenleidcnde
nickte lächelnd mit dem Kopf und entaeax.. c.j. r. rx r.'.i i . neu. ow vslllC cs sur ormgeno gcooten, Herr Baron, das; Sie sich auf kurze Zeit zur Pflege in eine Anstalt für 'Nervenkranke bringen lassen. Tort werden Sie in ebenso vielen Wochen wieder hergestellt, als Sie hier ebenso viele Monate bedürf'n. Dort finden Sie allein die Einrichtungen, welche zu einer fachgemäßen und wirkfainen Behandlung unerläßlich sind, dort finden Sie Aerzte, und Wärters denen die reichste Erfahrung zu Gebote steht, dort hält man jede Aufreauna und Verstimmung von Ihnen fern und sichert Ihnen die absoluteste Ruhe." Kranlitz nickte zum Zeichen des EinVerständnisses mit den Kopf. Ihm war jede Maßregel erwünscht, welche ihn aus der Stadt brachte, wo sich in der nächsten Zeit eine Legion böser Zungen mit seiner Person beschäftigten. Der Geheime Medizinalrath entfernte sich bald und wurde von Doktor von Hoßlar bis an den Wagen begleitet. Beide sprachen im Vestibül lange und sehr leise über den Zustand des Kranken, dann schüttelten sie sich zum Abschied freundschaftlich die Hände. 'Der Patient fand die sorgsamste Pflege. Blanka und der Doktor blieben stets in seiner 'Nähe und erfüllten jeden seiner Wünsche. In den nächsten Tagen schon wurden die Zurüstungen zur Abreise getroffen. Einige Stunden bevor man dicielben vollendet hatte, trat der Doktor mit einer Depesche bei Kranlitz ein. Mein armer Freund!" sagte cr im Tone zärtlichster Theilnahme, ich muß trotz Ihres beklagcns'iverthen Zustandes noch einmal mit einer aufregenden Nachricht an Sie herantreten. Es ist hoffentlich die letzte. Soeben ist ein Telegramm angekommen, welches Ihnen den Streik der Bergleute anzeigt und Sie auffordert, sofort in den ohlendistrilt zurückzukehren. Davon kann natürlich nicht die 3!cde sein, denn Sie neuen Aufregungen preisgeben, hieße Sie todten. Sie bedürfen somit treuer, zuverlässiger Personen, wclche an Ihrer Stelle handeln. Entschließen Sie sich, wen Sie mit der Erlcdigung Ihrer Angelegenheiten betrauen IWKv. , i (Fortsetzung folgt.) Vom Auslande. Ueber einen ö I u t i g e n Z usammcnstoß zwischen Deutschen und Rufsen. der sich am 11. September im Dorfe Rownyj, unweit Ssaratow, zugetragen hat, theilt der Ssafat. Listok" folgende Einzelheiten mit : Mehrere Ziussen spielten Schrift und Adler" mit einander ; einige Deutsche mischten sich mit hinein. Es entstand eine Prügelei, die immer größere Dimensionen annahm, da die Zahl derKämpsenden fortwährend wuchs. Anfangs beschränkten sich die Kombatkanten darauf, mit den Fäusten einzu hauen, bald aber wurden Mistgabeln, Stangen :c. zu Hilfe genommen. Das Publikum, das anläßlich des Jahr markts recht zahlreich war, mischte sich in den Streit ; die Händler aber rctirirtcn so gut es ging vom Schauplatz dcr Schlägerei und brachten ihre Waaren in S icherhcit. Bald bedeckten den Kampfplatz die Körper der Getödteten und Verwundeten; unter der Anzahl der Gctödtcten befand sich auch der örtliche Landgcndarm, der vergebens versucht hatte, die streitenden Parteien auseinander zu bringen. Wer weiß, welche Dimensionen diese Schla gerei noch angenommen hätte, wenn nicht im Dorfe ein Brand ausgcbrochen wäre, der die Aufmerksamkeit der Kämpfenden auf sich gelenkt hätte. Alles stürzte zum Orte des Brandes rnd die Schlägerei war zu Ende. Es verlautet, daß 10 Personen erschlagen und ca. 30 mehr oder weniger schwer 'verwundet worden sind. In P l a u e n im V o i g t -lande kam am 22. Sept. ein aar eiaen artiger Gerichtsfall zur Verhandlung. Der Sachverhalt ist in Kürze folgender : Ein hiesiger Bürger hatte auf dem Grab' steine seiner Gattin folgende Inschrift anbringen lassen : Auferstehen ist eine Fabel. Dein Kind nur blühet kort." Daraufhin beantragte die hiesige cberste Kirchenbehörde die Entfernung des frag lichen Grabsteines als Aergemiß erregen der Art und denuncirte sowohl den betreffenden Bürger, wie auch den BildHauer, der die Inschrift gemeißelt halte, wegen Gotteslästerung. Der Hauptawgeklagte erklärte die fragliche Inschrift' dahin, daß, als er seine Frau auf dem Krankenlager mit den Worten Wir sehen uns ja wieder" habe trösten wollen, diese entgegnen habe : Ein Wieder sehen giebt es nicht, der alte Zweig fällt ab, aber in unseren Kindern blühen wir fort." Er sowohl wie auch der.fragliche Bildhauer bestreiten eine lästernde Abficht und werden, obschon das Gericht in dem Thatbestande einen beschimpfenden Unfug erblickt, freigesprochen, da es annehmen zu müssen glaubt, daß den Ange klagten in der That der Dolus der Gottcslästerung gefehlt habe. Was den fraglichen Stein anbelangt, so war derselbe bereits früher von der Polizei ent fernt worden. Das Pariser Zuchtpoli zeigericht verhandelte am 24. September über zwei Anarchisten, die bei einer Schuhmachers-Wittwe sich r-.iit der Erzeugung von Bomben und zündbarei Materienbeschäftigten, welche denn auch bei einerHausdurchsuchung vorgefunden wurden. Der 19jährige Metalldreher Iontaut gab gleich bei Beginn der Verhandlung seiner tiefen Verachtung für das Bourgeois-Gericht Ausdruck und erklärte,, nur dann sprechen zu wollen, wenn eS ihm beliebe. Die beiden Anarchisten, welche sich selbst vertheidigten, verlasen eine lange confuse Rede, die nicht hinderte, daß Jontaut zu zehn Monaten Ge fängniß und 50 Francs Strafe und sein etwa? gefügiger Genosse Seigne zu acht
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Monaten Gefängniß und der gleichen Geldstrafe verurtheilt wurde. Die Wittwe Dejaux wurde freigesprochen.' Wie man aus Gera berichtet, ist am 21. September in der Nähe von Kayna, einem 4 Stunden von Zeitz gele genen Orte, der dem Grafen von Hohen thal-Püchau gehört, an der im 25. Le bensjahre stehenden Tochter des Tischlermeisters Kresse in Kayna ein Lustmord verübt worden. Daß ein Raubmord ausgeschlossen ist, geht daraus hervor, daß man bei der Ermordeten, die sich übrigens nur besuchsweise bei ihren inKayna wohnenden Eltern aufhielt, die goldene Uhr nebst goldener Kette und Portemonnaie vorfand. Der Mund des Mädchens war mit einem Strohseil geknebelt. Die Gegenwehr dtöMädchens, dem der elende Mörder den Hals durchschnitt, muß eine energische gewesen sein. Das beweist der zerbrochene Sonnenschirm und der Zu V4 6..ufwTj4.3 MIW r4. f Der königliche Landrath zu Frankenberg m Hessen hat an die Bürgermeister folgenden Erlaß gerichtet : Es gibt hier im Kreise eine gewisse Sorte von Branntweinhändlern, die systematisch bemüht sind, den Landmann durch Aufdrängen ihres abscheulichen Getränkes zunächst zum Trunkenbold zu machen, um ihn alsdann desto sicherer durch Wucher seiner Habe zu berauben. Wie viele früher wohlhabend gewesene Landleute durch solche gewissenlose Blutsauger von Haus und Hof Vertrieben worden sind, bestätigen zahlreiche Beispiele in den meisten Gemeinden. Solche Blutsauger beginnen ihr schändliches Treiben damit, daß sie ohne Bestellung Fäßchen mit Branntwein bei den zu ihren Opfern auserkorenen Landleuten abladen ; sie geben entweder vor, die Zah luna habe keine Eile, oder bitten, wenn ' die Ware abgelehnt wird, das Fäßchen autzuvewayren, n ver ncycrn Voraussetzung, daß der Empfänger der Versuche ung nicht wiederstehen könne, das Fäßchen anzuzapfen. Ist nun ein .solches Opfer erst Schuldner dieses Wucherers gewor den, so muß er auf Borg . im.ner mehr Branntwein abnehmen. Schließlich wer den zur Befriedigung dieses gewissenlosen Händlers Wechsel unterzeichnet, - die fo lange prolongirt werden, bis es Zeit ist, die Schlinge zuzuziehen und oen armen
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Man!' i (Nkl'ssnMlKl V r?wi;iangestellt. Bauer gänzlich zugrunde zu richten. Eine auffallende Erscheinung ist es, daß derartige Uevertrctungen des Gesetzes über den Hausirhandel niemals zur Anzeige gebracht werden, obgleich kaum anzunehmen ist. das den Herren Bürgermeistern das Treiben dieser Wucherer unbekannt sei. Der Branntwein ist kein nothwendiges Lebensbedürfnis, er erschlagt und verdummt die ganze Bevölkerung. Alle pflichtgctreucn Bürgermeister werden da her aufgefordert, mit äußerster Strenge darüber zu wachen, daß das Hausiren mit Branntwein unterbleibe und die Uebcrtrcter deS Gesetzes zur Anzeige gebracht weiden." Aus Bayern werden fol gende zwei ungewöhnliche Unglücksfälle gemeldet: In Mittelcschcnbach wollte eine 2 jährige Vauerntochter NachtS gegen 10 Uhr bei dem dortigen SpezerciHändler Hausmann noch Einkäufe ma chen. Als sie sich dem Anwesen deS Hausmann näherte, siel ein Schuß und das Mädchen sank lebensgefährlich verletzt ;u Bcdcn. Man höre : der brave Spezcreihändler hatte auf Zwetschcndiebe gepaßt, das Mädchen für einen solchen gehalten und frisch drauf los gefeuert. Hoffentlich werden die seltsamen Nechtöansichten des Mannes, die man übrigens am Lande" keineswegs selten trifft, durch eine empfindliche Strafe gründlich korrigirt ! Der alte Bauer Haimerl in Ried bei Deggendorf war gestorben. Sein ebenso pietätvoller wie gescheidte? Sohn legte die Leiche auf ein auf dem Speicher stehendes Bett, klebte aufs Fuß ende desselben eine brennende Kerze, da ein Leuchter nicht vorhanden war, lose auf, legte sich zur . Ruhe, die Kerze siel um, das Bett gerieth in Brand, der todte Bauer verbrannte und gleichzeitig bis auf den Grund daS ganze Anwesen, welches ein so grundgescheidter Bauer wie der Haimerl kaum versichert haben dürfte. DertürkifchenPost ist ein Unglück passirt. Beim Einschiffen der Geldsäcke im Hafen von Salonichi ist ihr ein Geldsack mit 5000 Goldliren m's Wasser gefallen. Bis jetzt scheint er noch nicht ausgefischt worden zu sein, da die Taucher so hohe Forderungen, stellten, daß von dem Unternehmen vorerst abgesehen werden mußte.
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