Indiana Tribüne, Volume 8, Number 27, Indianapolis, Marion County, 15 October 1884 — Page 3
KSttH. r--JM& Tle kürzte und bege Sa!; nach Louisville, Nashville, Meraphis, Chattanooa. Atlanta, Saannah, Jacksonville. Mobile and New Orleans. E ii! bcrtbfUiaft Wr Passagiere ach dei Tüd,n, txzt Intttt Kontf zu nehmen. ValaL, Schlaf. arö PariorWageu zvifche hieags XL ouiSv'lle cn. St U un oniöv'ü Oiju. Wügeuwechsel. Comfart, SHaelligtei! und SichtheN hip.si ,3eff die alte zuverlässige 3. im. & 55. Oft. M. IX. Ut. Dering;, . lssiftent General Paffagir?gnt, 5:vrdk,ck, Washington und Jllinoti L., Jndxtt E. W UcKenxa.. Superintendent. ) liiciito, Wt. JLiOuit and TMttNtmrg' Itttllroad. Zeit-Tsb'Zl? für durchgehende nvd Lokal-Züge. so 17. ffebr. 1532 an: Hiit v!laIn da NntonDrt. Jndxl., t folgt: Station. iSchnlljg Poft,uz, Schnll,g ISccont. Sbz Indiai'arl'i, '1:25 Prn flO:45B l3:S9Jim 4:M9lm f4.00Ji 6:13 6:&0. Sn:.iian:v'gÄikb Sttchmond .... . Ta?ton . Piqua , vrbana . Colutr tut.... fltmzxZ eteu&cni'.St. .. fBcclinjt itiatum :20 6:m 8:57 h::8 9:' 6 ti:4l , 7:ii , H:57 . 8: 9 , 9:52 . ii: , i:T7 3:31 . 3: 7 , :M 6:40 n:Wp? : . i: . 6:32 . 7:02 , 4:t3in 7:40 2:37Cmi 4:2 . 8:(V2 . :1T . HarriSdurg... 2: 5at KJ fch.fev. k3ask,ingts..i H$ilatlfcla ix. i: jm :. s: s . 7:30 . 7: 0 m 8:i0 . 7:x il:2; i MtTS z,'v:i.. Bz'ton. ... 8:'."m! fäi'UO). täglich. ttttfl nDinmeii ecnniaq. PNI!2NN'Z alsst. Alaf. und HstelWager durch bU PittSdorg. fcarrilburg. Phttsdelrbta un. kVork. ene ''chfej, Blo in Smfnfflfijif' ach Äaltistore. ZZ:kh;n ,ton und cfton. t&- Iah karter. nach all? Dftli.3en Slädtn Vi in allen Hau?tabrkartkn.?ureau K-a a?.tr und in dem Stadi'Burrau. fit sr Illmo, u;?t WaZdtngton Straße und I Unon trot tiureoi JndranavZlik. zu hZbn, S t)lafi?agen.Ztt,n :on. tn tn crau3 gesichert rerbm mrcD "er -f-v-w fcel den apirlfN tA 5f!bt 4?an : in i! Dexst ju Jndtsnar-s'.i. Id. H. Sk. Derin. A, . V. A . r.oitrt lit .d'uz. und JZinoi 6tratt. Jrd'v!. JameA VeSrea, ?".!tnsge , Columdu, Od H. . Ford. P:?ser un T.:-tt.qt V'trSdura, i-. Fez:er-2ilrm-Tit;na!e. 4 errtc-.nia ua l"at:fl. j 5c:?tq?:a:ti!?dkS jtaer Te?sr' menti. 6 k?:t.?'.rzge und?ZeIv:k. 7 ?el u d ich i? an 5trc'. 3 lts J?rs,-5t:aie urd Pa!a4a1ett4 -9 Kiricn u??d Nord'Ttraß?. ?.Z rkc-?utt:Z Ave. ushe N.'de Ltr. ::z Dl:e 2tr, und Fstt Wa?ne Sve , :!4 5itzo Jzr'ey uns yioxt Waye Ären :i5 2e;u Ctr. un5T?:sjufi:3 Zvt :t CiriiV.an 5f. uns AI5 tr. 17 ?a?k Äv?. r.ni ue? Str. 13 ?.:77S2l -ir. und ?.3'?ti ice. ?s nr.i ?hn etr. .23 s''.': -Tr? und iwltnit :i 121 Claiari d citttr.i ixr. ;2r- ?7i".a.l und 2ie6ittt Str. 110 -'n-M-ti 5tr. unt Li.icoln ? in Äuu.?'.u"ii-is5aiitt. 4 jntial itt. U7ö Ächlk tr 111 aia&OiT.a und Siottiici Si UN ÄrSamr:cn und iti. 134 Es 'ze --"c. no Ai?&;ite tu. 135 .eme nd reiaaart 5i IB felu'sa: nd N'Z'.gai 5lk. 21 ?t I?, t?.. ,'de Z2ino?Z. 23 P"nslsnl " 's tl s.ime lvuse kchftk. e, - 2: 1'.ist?ftsi,l uns tlazr U ?S 2:po:9 und tchtaan S:r. -.ZK i.ii;i.-ciic Et?, und Holn? -.vt :39 s nf)T'. und Sirt ?tr. '.212 Ztntit Uno) 2;Uuui all. .il3 i!c liiloanta un? Ä'chaan ?!k, t Z aSr.i, u.,d Herden Str. :Zl I'vsn, Ak. und icZian St,. S2 errdtan nd cäclnu: Str. 34 EaMornta und ärrnciu :85 Ute und Ke oxt 5tr. :S6 Jndtana Äoe. uns St. lir Si: :57 Stadt-CO"-:u :: und stm St. :89 Vrchlg-n und ?.zn 5tr 112 LZe,l und Walnut Str. .313 Ze und Dritte Str. ZU Siebente und Howard Stk. ,41 Washington, nahe West Ttr. Seißendorf und Wasingron . iflouriund Ner? Lork Str. Wtrtdiau und Washington Bit 48 Jllknoi und Ohio Gtx. 41 rennessee und Lashingtsn ?,r. 43 Singan'k Por! Hens. Jndianola. 12 Usourtund arylans St, 413 iM??xi und Wadash Str. 42Z Zergussn'ö Port Hsus. 421 I. S. W. ound Houi 423 Znsane fvlurn. 51 Jlinoii undKeiiiH Clr. 52 3lllnoi und Louisiana Sr. 63 S3e und 57ic5art9 tr. 04 Oeft nd South St.. öS Tenneffee und eorzra St,, S7 ktdian nd Sla? Str. 55 Radiss ?. und -rrtZ Ski SS adison Sve. un Dunr St' . 4I2 kSft und Rockwood Ltr. : 513 Äenlul'j Lvt.und IKtzxV. i514 Unis und MorriZ S:r ! S1 Jlinot und Asnsa S ! 617 Worril und Dscotah Ztx. ,61 outh nah Telawar Etr. L2 Pennsylvania und Loutfiana Sri LZ Delamare und r.eZart? Str. S4 OS und ricTart? Str. U :abas und Lirziana 57 vtrg,nias. und Sraddem 9u 68 Oft und Eeburn Str. . 'Ci Pennfzlvinii Str. und Rak'.w e. 12 Mcernan und Tougin Str. 71 Virginia Ls. naZ, Hsron ?tr. 'T? OS und Seorgta Str. "7Z LLafhinzton und Sento Str. - 11 entsn uni SkSZgta 7SZft ve. und rin. -?S DiZon und Ba:S 5r. 78 Li:ztie No. und ier2zn. 77 Slercher So. unDiito, ?1Z S?ru:e ,:nd Prssett Ttr. 713 Enzl.fh Are und Saurel ti. 714 Orange und Oliv? Ltr 715 Lhell? uni Leeee Str. Sl JttZe, S'r. ZZasZintoa und Telawar, Sr , Oft und Str. 54 New xorl und lasiown Sr Taud tum?::r!,AnlZ'.t. 5 ver. Staate Arsenal. ? Oriental und Wasigton tt rat.Nl ksngmi. ' 12 o.3 S4lauchSau. Oft ZZashi.-.gtonftraß g,3 artet und Noble fc. 814 C5t und Harve? Ctt 91 Raryland nad Weridian Str. 2 vl:rt!tan nnd (Seorgia Strack. y:!?atSg,na!. t-0-1 H i anen wiederholt,, meiiei Slar. 3 Signal für Heuer Druck. Zwei Schlüge. Zeuer au. Lret 64153., Druck al. 4ichl2ga, 1Z Nht itt,,I
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Goldene Schwingen.
Roman von R. Elch . (Fortstdung.). ,,'tMd lc besuchen mich erst beute !" bemerktc Lor.l vorwurfsvoll. In den ersten Tagen litt ich am Heim-, wcy, und die Sorgen um den Broterwerb machten mir viel zu schaffen." . Siezebrten wohl Ihre Ersparnisse auf r Meine Ersparnisie belicfen sich du) i0 Mail und damit bestritt ich meinen Unterbalt für den ersten Monat." Ilnmöglich V O, es ist nicht so schwer. Ich zahlte 10 M. Miethe für eine Mansarde, speiste in der Volksküche zu Mittag und hatte Geld genuj) übrig für den Aiorgenkaffce und die Wasche." Und Sie verzweifelten nicht!" be merkte Blanka. Bewahre! Ich fühlte mich sehr wohl bei dieser Lebensart und es ist recht gut, wenn uns das Schicksal zuweilen zur äußersten Vcschränkunz unserer Lebensbedürfnisse zwingt, denn das Niedersteigen zur Einfachheit lehrt uns die behaglichere Eristenz bester würdigen. Bei dem Rückschlag, den die industrielle Bewegung hier auf so vielen Punkten erlitten hatte, wurde es rnir schiver, ein Unterkommen zu finden. Endlich schrieb' ich Artikel über technische Erfindungen und Ar beiterverhaltnisse, und damit brach ich mir Bahn zu einem schonen Wirkungskreis. Seit vierzehn Tagen gehöre ich zu den Ingenieuren der Firma Jakob Nasch." Der Inhaber dieser Firma ist wenr. ich nicl't irre eine Frau," warf Blanka ein. ,,(anz recht, und zwar eine ebenzo iniclligcnte als menschenfreundliche Frau, welche die Schöpfungen ihres verstorbencn Gatten mit sicherer Hand weiter entwickelt und dabei Zeit genug übrig hat, um ibre Kinder musterbaft zu erziehen." Respekt vor dieser Musterwittwe," scherzte Vlanka. Sie machen mir Lust, dieselbe kennen zu lernen. Mein Mann steht seit Jahren mit der Firma Nasch in tÄcschäftsverbindung und Frau Nasch hat uns neulich besucht leider war ich nicht zu Hause. Ich werde diese Höflichkeit erwidern." So werden Sie eine angenehme Bekanntschaft machen, gnädige Frau." sollen cie mich bls zur &ill begleiten, Herr Back, ich hörte gern Näheres über Ihre neue Stellung." . j Ich weiß nicht, wie weit Ihre Unfreiheit geht, Frau Baronin, Ihr Gatte ent j ließ mich im Zorn." Ich bewahre mir die Freiheit, mit allen .Menschen zu verkehren, die ich achte. Adieu, Poldi! Sie kommen nicht mehr zu uns ich werde Papa häufiger hierher begleiten." Blanka ließ ihren Wagen vorausfahren und schritt plaudernd mit Reinhold durch die Straßen. Als sie vor dem Portal der Villa angelangt waren, wollte sich Neinhold verabschieden, Vlanka jedoch siel es ein, daß sich in ihrem Salon eine Portrait- j büste Lo.n's befinde, und sie fragte Nein hold, ob er sich diese Arbeit ansehen wolle. ' Der junge Mann trat überrascht zurück. Sie fürchten, meinem Gatten zu begegnen? Ohne Sorge. Baron Kran litz speist heute beim Minister des Innern." Im raschen Vorwärtsschreiten bog Blanka graziös den Kopf nach Neinhold um. Ein bezauberndes Lächeln umspielte ihren Mund und ihre Blicke -Neinhold war es, als senkten sich dieselben auf den Grund seines Herzens. Jetzt stand er neben ihr in einem Ztokokosalon, der aus Gold, Elfenbein und zartestem Himmelblau zusammengefügt sein mußte, sö heiter erschien sein Farbenglanz. Hinter den Eintretenden sielen leise rauschend die blauen Atlasportieren nieder, vor ihnen schlössen duftige Spitzengar dinen die hohen Fenster von der Straße ab. Da haben Sie mein enges Neich," sagte Blanka und drehte sich in kreisender Bewegung um. Das Schicksal hat mich weicher gebettet, als so manches andere Menschenkind, allein ohne Dornen Sie schwieg und ihr Gesicht würde ernst. Eine Frage, Herr Back", fuhr sie fort. Beim Eintritt in Lom's Atelier vernahmen Sie den Schluß mei ncs Geständnisses bitte, seien Sie offen!" Jteinhold hielt den forschenden Blick der Baronin aus und entgessnete : Was ich wider Willen vernahm, bestätigte ledizlich das, was ich langst vermuthete." So, was vermutbeten Sie denn ?" Daß Ihre Ehe eine disharmonische und unglückliche werden müsse." Und was berechtigte .Sie zu dieser Vermuthung, mein junger Prophet V bemerkte Blanka in scharfem und ironischem Ton, denn die olympische Ruhe des Tcchnikcrs reizte sie. Warum soll ich das noch begründen, was Ihnen die Erfahrung bewies." Weil ich über die Urjache von Miß: ständen nicht leicht ins'Klare komme." O, das ist es nicht, Sie möchten nur wessen, wie andere Menschen Ihren Bund ansehen. Nun, meine ehrliche Meinung ist die, daß zwei 'grundverschiedene Naturcn nur im harten Kampf des Leben? sich fest aneinanderschließen können, und S ie Beide sind grundverschieden. Kranlitz hat sich unter schweren Kämpfen aus den untersten Volksschichten zu Rang und Macht cmporgerungen, Sie aber blühten im frieden eines stillen .auscs an der Seite, des großmüthigsten aller Väter auf und lernten nur die festliche, heitere Seite des Lebens kennen. Ihr Gatte war ein fertiger Mann mit zäher Willenskraft, als er Ihnen die Hand bot, Ihr Charakter hatte sich noch nicht fest gebildet im Strom 'des Lebens. Die Verschiedenheit des Wesens und , der Lebensanschauungen muß Fiktionen' erzeugen. Hätten Sie Beide um Ihre Eristenz ringen müssen so würde wohl das Streben nach gleichen Zielen Jhnen darüber fortgeholfen haben, denn der Kamvf mit der Außenwelt erzeugt bei ungluhtign (Äensen gute Ka
meradiyap, wie ctc eryaunM aoer bei Ihnen liegen, können Sie nur die Herrin oder Sklavin dieses Mannes werden." Ihr Scharfblick flößt mir beinahe Furcht ein," versetzte Blanka mit trübem Löcheln, Aber Sie haben recht ich scherze nicht. Eben jetzt befinde ich mich in diesem verzweifelten Kampf um die Herrschaft und eö macht mich elend, daß ich langsam sinke " Mit dem kindlichen Egoismus, der verweichlichten Naturen eigen ist, sprach sie jetzt von allen Enttäuschungen und Leiden und entschleierte vor Neinhold ihre. Seele ganz. Jener empfand ien Zauber der Hingebung und der sehnsuchtsvollen Blicke aus schönen Augen, ihn berauschte die wohlige Atmosphäre, welche schöne Frauen um sich verbreiten und als plötzlich Blanka, von überwallenden Gefühlen fortgerissen, ihre Hand auf stinen Arm legte, erscyauerte sein ganzer Körper und auch sie erschrak und versturmte. So standen Beide mehrere Sekunden in peinlich süßer Verzauberimg. Jetzt aber sielen seine Blicke auf ein Pastellgemälde und er fuhr zusammen. Hedwig schaute auf ihn nieder. Das Bildniß war so meisterhaft ausgeführt, daß der frische Mädchmkopf mit den dunklen, geistvollen Augen völlig aus dem Stahmen zu trete schien. Es war Neinhold plötzlich vx Muthe, als stehe die Geliebte vor ihm und lächle über seine Schwäche. Er schämte sich seiner Berirrung und seine Wangen erzlühten. Neinhold," tönte es vonBlarcka's Sippen leise zu ihm herüber, und dies Wort war durchbebt von leidenschaftlich Zärtlichkeit. Jener schaute die Baronin groß an, als erwache er aus einem Traum, küßte dann die Fingerspitzen ihrer Hand und sagte : Sie ließen nch einen Blick in Ihre Seele thun, gnädige Frau, Vertrauen gegen Vertrauen!" Einen Schritt zurücktretend, schaute er zum Bildniß Hedwig's auf, als wolle er hier Kraft zum Geständnip .suchen. Und vor dem holden Mädchenantlitz glätteten sich in seiner Seele die Wogen der Leidenschaft, die Vernunft brach mit voller Klarheit durch den - Gcfühltnrm. Ich stand soeben im Begriff, einen Verrath zu begehen," fuhr er fort. Als Sie mich Ihres Vertrauens würdigten, erwachten seltsame Gesüble in meiner Brust: Mitleid mit Ihrer Lage bitte, blicken Sie richt zornig ich wollte nicht Ihren Stolz verwunden. 'Verstehcn Sie mich recht: es zog ein Wekgefuhl durch inein Herz, dcnn ich sagte mir, daß Sie an der Seite cineö cdien Mannes alle bezaubernden Eiaenzcbastelr Jbrcs
Wesens entfalten würden, während Sie f Ti .. s l i: '.mw.. . 1 10 man atucttlcy und und teltt swx verbreiten. Und wie Sie vor mir standen im ganzen Zauber Ihrer Schönheit und mich mit den fragenden Augcn anscl'auten, entstand ein Tumult in meiner 'Seo le. Entreiße sie der Erniedrigung, flüsterte mir das Mitgefühl zu, und die Eit'lkeit rief: Sie wird Ich Vea Dir führen; lassen." . Nun, wenn Sie in Wahrheit der Mann wären, bei dessen Berührung die ersten heiligen Schauer der Liebe durch mein Hcr; ging?, wenn ich bereit !oirc, mich führen zu lassen, Ncinhold, in eine reinere Welt, wenn ich die Fesseln dieser entwürdigenden Ehe'ostreite und Ihnen jubelnd fvlgte über die dorrcigen Wege der Armuth bin, zu welchem Ziel es immer sei?" Neinhold'S Festigkeit lourde nahezu erschüttert. Wäre dies in Wahrheit der Fall," entgegnete3!emhold nach eine? WrUe und versuchte mühsam seiner tiefen Bejoezung Herr zu werden, so müßte ich die Stunde verwünschen, die mich in Ihre Nähe führte, denn ich darf nicht der Mann sein, an den Sie Ihr Herz verscüeziken, weil" Weil?" Weil ich eine Andere liebe'." Blanka erhoö blitzschnell den Kopf und als sie Neinhold's Blicke auf das Portrait gerichtet sah, rief sie aus : Hedwig Kranlitz " So'ist es," fuhr Jener fon. Ich liebe sie wahr und innig und werde ihr treu sein mein Leben lang'.". Blanka wurde sehr blaß und griff nach dem Herzen. Ein Eisstrom war über den. Liebesfrühlinz ihrer erwachten Seele gegangen. Sie werden mich hassen, gnädige Frau, und ich babe Idren Zorn verdient" Verlassen Sie mich jetzt, ich bitte," entgegnete sie mit . einem Lächeln, das Ncinbold in die Seele schnitt. Zch hsie nicht Sie sondern mich. Warum vergaß ich " Sie konnte nicht weiter sprechen, die aufsteigeliden Thränen verlöschten ihr die Stimm?. Neinhold küßte ihr die Hand und ent fernte sich dann so ?asch, als wolle er einer Gefahr entrinn?. F ü n f t e s K a p i t e l. Neinhold kehrte erst spät am Zlbend in seine bei der Fabrik . gelegene Wohnung zurück. Er fand sein Zimmer behazlich erwärmt, aber dunkel. Als er die Lampe anzündete, siel sein Blick auf einen eingelaufenen, Brief. Er erkannte die Schriftzüge Hedwizs u'.umihn der wurde es hell so l'ctt, al? nnbe nw ein großes Glück. 5 Blanka stattete in dcn nächsten Tagen schon Frau Rasch einen Besuch ab und cs gelang' ihr, einen freundschaftlichen Verkehr mit der einfach n sran anzubahncn. Am zweiten Wcihnachtstaae wurde das Fst des fünfundzsvanzigjährigen Bestehens der Fabrik von Jakob Rasch begangen. Die Fabrik vesckiftigte nur 120 Arbeiter und von diesen waren mehrere schon im Gründimgsjahr eingetreten. Der Umstand, das; alle Arbeiter aus dem Gedeihen der Fabrik Vortheile zogen und daß alle - sich - als ' Genossen und Kameradcir fühlten,machte das Jubiläum zu einem wabren Freudentag. .Um sechs Uhr schon füllte sich dei glänzend erleuchtete Zeichcnsaal mit Gäp ten. Frau Rasch und ibre Kinder, der Direktor der Fabrik und' desien Gattin, Reinhöld imd dessen Mutter,' owU ein munterer Konstrukteur der Fabrik em psingen die Ankömrienden. Die Arbeiter bezrettaw Rsch rirlt jener zu
traulichen und doch cyrerdictlgen'm lichkeit, welche Söhne ihrer Muttev erweisen, die Frauen und Kinder abv: zeigten bei der einfachen Vorstellurzg viel Befangenheit, die jedoch vor dein, herzgewinnenden Empfang langsam, verflog, wie Nebel vor der Sonne. Lachend und plaudernd durchwanderten die Gruppen die Zimmer nur die Salomyür blieb verschlossen. ' Als alle Gäste versammelt waren, ertönte aus bern Salon geheimnisvolle Musik. Nose, die älteste Tochter der Frau Rasch, spielte ein Präludium und dann intonirtenalleGes!ch'wister mit ihren süßklingenden Kindnstimmen das Weihnachtslied ; Heilige Nacht !" 'Nach dem ersten Vers flog die Thüre auf, Tannenduft und Kerenglanz wurde bemerkbar und in freudiger Erregung drängten sich die K'inderschaaren in den Salon, wo die Gaben rasch vertheilt wurden. Die Kerzen des Weibnachtsbanms be-
strahlten eben die freudig erregtsiGefichter der Beschenkten und Neinhold weidete ein Auge an dem fröhliche Kinderchwarm, da rief seine Mutter : Neinhold sieb, wer da kommt !" Der junge Mann drehte sich um und meinte, ein überirdischer Glanz falle ins Zimmer. Vor ihm standen Blanka und Hedwig. Einen Augmblick stand er in stummer Ueberraschung, dann aber erfaßte er Alanka's Hände, bedeckte dieselben mit Küssen und rief : O, verzeihen Sie, daß ich einen Augenblick zweifeln konnte Sie sind so gut und großmüthig !" Frau Nasch begrüßte die neuen Gäste mit herzlicher Freude und Alle traten in den Salon. Blanka ließ ihre Blicke über das Gewühl fröhlicher Menschen schweifen und flüsterte dann Neinhold zu, auf dessen Arm sie sich lehnte : Wie ganz anders sehen diese Arbeiter aus, als jene im Nehbacher Thal." Beim Festmahl führte Frau Nasch den Vorsitz der Tafel, an welcher die ältesten Arbeiter mit ihren Angehörigen saßen; der Direktor und Ndnhold vertraten die Wirthin im Zeichensaal. Die Stimmung Zvurde bald eine sehr heitere, denn jeder Arbeiter fand auf seinem Teller ein Briefchen, in welchem ihm die Abrechnung für das abgelaufene Geschäftsjahr und die Höhe seines Gewinnantheils mitgetheilt wurde. Da der letztere nun recht ansehnlich war und Frau ötasch aus Anlaß des Jubiläums noch eine ErtraGratifikation beigefügt hatte, so fühlte sich Jeder aufs Angenehmste überrascht. Den ältesten Älrbeitern aber hatte Frau Rasch für ihr treues Wirken eine so hohe Gratifikation bewilligt, daß zuerst etwas wie Bestürzung durch die Neihen lief. Dann aber füllte der Senior der Tafelrunde sein Glas und sagte mit bewegter Stimme : Wir haben an Jacob Rasch einen braven Meister verloren, das wis sen Alle, die er hier uv Werkstatt führt, aber zu unserem Heil hat ihn seine brave Frau auf dem Posten erseht. , So wacker unser Master war, so cngelsgul und klug ist die Frau Meisterin. Ich brauche Euch nicht zu sagen, Kameraden, was wir ihr zu danken haben : sie wägt lange und handelt rasch in geschäftlichen Dingen : aber sie handelt rasch, ohne lange ;u erwägen, wenn es sich um die Verbcsscrung unserer Lage handelt. Frau Nasch bat uns den Verlust unseres unvergeßlichen Führers ganz ersetzt, sie ist unö eine Mutter geworden. An diesem Jubiläumsfcst hat sie unö wieder über' rascht Vergelten können' wir ihr all' die Gutthaten nicht, aber wir dürfen ihr heute sagen, daß wir sie lieben und daß wir Den unter uns verachten müßteil der für sie nicbt durchs Feuer ging?. Muttc? Rasch lebe hoch!" Im Saal wurde Vlanka von dem F brikoircktor zum Tanze abgeholt. ?!einbolo, welcher sich nach einer heimlichen Aussprache mit Hedwig sehnte, schlüpfte aus dein Gewühl und zog dit Gcliebte nach einem dunklen Korridor, welcher zu den Faürilräumcn führte. Hevig fühlte sich unsagbar glücklich. Als Rezuholo nach einer Erklärung fai ihre Anwesenheit fragte, lehnte sie !ächeln? ibi ly.sicht a : seine Bru:t und ant worlete : 0, frage mich nichts, Wem hold! Erinnere mich nicht an die Vergangenheit, laß mich den Augenblick ge-. nießen ; laß mich .in Deinen Armen träumen." leinhold küßte die Träumerin wach. Die Zeit verrinnt. Liebste. Wir müssen ver Zukunft gedenken!" Sie schlug verwirrt die Augen auf. Sollte der wunderschöne Traum schonzerrinnen? Ueber ihr glänzten seine zartlich blickenden Augen. Hedwig beantwortete jetzt Reinhold's Fragen und meinte, Blanka habe sie mit Hildegard von Nochloh nach der Hauptstadt kommen lassen und erweise sich als eine echte Freundin. 3!einhold theilte diese Ansicht nicht, er errieth Blanka's wahre Absicht, allein da er sein Erlebniß mit Vlanka nicht enthüllen mochte, so konnte er Hedwig auch nicht warnen und fragte nur, wie der Oheim sie empfangen habe. Barsch und mit einer fulminanten Strafpredigt", seufzte sie. Der Onkel drohte mir schließlich mit strengen Maßregeln, wenn ich den Ang des Prinzen nicht annehme. Hoffentlich gelingt es Vlanka, ihn versöhniich zu stimmen." O, baue nicht auf sie", rief Neinhold. Die Baronin kann und wird Dir nicht helfen." In Hedwig's großen Augen malte sich die Angst. Ja. Neinholö, dann stände es aber sehr schlimm um unö", entgcgnete sie zaghaft. Du kennst die wilde Leidenschaftlichkeit, den Starrsinn und die Rücksichtslosigkeit meines Oheims nicht. Wenn ich seinen Plänen lange widerstrebe, so zertritt er mich zuletzt. Auf wen sollen wir bauen, wenn auch Vlanka uns verläßt." Auf uns selber, Geliebte. Jeder Mensch ist seines Glückes Schmied. Wenn die Zeit kommt, da Du wählen mußt zwischen Deinem Oheim und mir, dann wähle nfit ruhiger Ueberlegung. Frage Dich, . ob Du glücklich werden kannst, wenn Du Deiner Liebe entsagst und eine glänzende Lebensstellung dafür eintauschest, frage Dich, ob ein bescheidencs Loos an meiner Seite - " Neinhold, die Frage ist längst bei mir entschieden.. Ich folge Dir, sobald Du mich rufst, und ziehe mit Dir ins
zernsle Land, denn nur in Deiner Seite sind) ich das Glück." ie schla-ig ihre Arn.e um seinen HalZ .:nd er fiiHtc sie dankbar. Sie ah.lt-.n nicht, die Glücklichen, daß über ih::en ein bleick'cs Frauenantlitz aus dem Schatten des Baum hervortauchte, dessen sivmalc Lippen sich fest aufeinander preßten, dessen XiUjcn zornig suuivlten. Blanka hatte das Gelövniß der Liebenden vernomnien. Leise, wie sie herangescblick'en. versckwand sie wieder im Dunkel. S e ch st e s K a p i t e l. Vlanka und Hedlvig mußten das Fest frübzeitig verlassen, denn im Hause des Baron wurde der Doktor von Hoßlar als Gast erwartet. Derselbe wollte die Festtage in der Hauptstadt verleben und dann Hedwig und Hildegard nach Nchbach zurückgeleiten. Die Baronin sandte den Wagen voraus und schritt, mit Hedwig durch die hellerleu'lncten Straßen. Die beiden Sp.iziergängerinnen Passirten jetzt eines jener Volkstheater, in welchem Tänzer, Jongleure und Posienreißer die Kosten der Unterhaltung tragen. Die Gaskandelaber vor dem Portal beleuchteten bell den Eingang und die Straße. Plötzli'ch'stieß Blanka einen Nuf der Ueberraschung aus . und ihre Hand erfaßte krampfhaft den Arm Hedwig's. Jene folgte überrascht den Blicken der Varonin und sah den Onkel an der Seite eines schönen, in reiche Zobelpelze gekleideten Mädchens aus dem Theater kommen und in einen Wagen steigen. Die Erscheinung war so rasch vorübergegangen, daß Hedwig fast an ein Blendwerk glaubte. Wer ist jene Dame an des Onkels Seite?" fraqte Hedwig. Blanka lachte schrill aus. Das fragst Du, kleine Unschuld vom Lande ? Ein Modell, eine Tänzerin oder sonst etwas." O, lache nicht, Blanka, das schneidet mir ins Herz. Nun begreife ich, warum Du mir gereizt und launenhaft erschienst. Du bist unglücklich und mein Onkel hat Dich elend gemacht. Anne Blanka !" Hedwig folgte dem Jnipulse, den ihr das warmfühlendc Herz gab und legte den Arm um die Gefährtin. Jene aber stieß sie barsch von sich und rief in heftigem Ton : Spare Dein Mitleid ! Ich will von keinem Acenschen bedauert sein, am allerwenigsten von einer Kranlitz." . Hedwig trat scheu zurück, sie fühlte, daß Blanka Ne hasse. sFortiktzung folgt ) Vom Auslande.
ii Grünberg (Schlesien) crvlodirtr am 17 Sept. ein mit Benzin gefüllter Ballon und verursachte großen Schaden. Man berichtet hierüber folgendes : Kurz vor halb 8 Uhr Morgens wurde in der Stadt ein heftiger Knall wahrgenommen, gleich darauf ertönten die Feuerfignale, und Rcttungsmann' schaften und Äkcugierige strömten nach der Nicderstrahc, aus welcher eine große Nauch-und Staubwolke aufstieg. Es bot sich ein Bild schrecklicher Verwüstung;' die Straße war besät mit Möbeln, Mauertheilcn, Balken, Schutt u. s. W. Das dem Weißgerdermcistcr Kärger gehörige Wohnhaus war vollständig zcrtrümmcrt, eine junge Dame war aus dem ersten Stockwerk hinab m den Kel ler gestürzt, glücklichertoeise ohne Schaden zu nehmea. Das anstoßende Wohnhaus desStadtrathsKärgcr war Iheilweise zer trümmert, hier waren mehrere Personen in den Keller gestürzt, deffcn Gewölbe zerrissen war ; auch sie waren mit dem Schrecken und einigen Quetschungen davongckommen. Schwer verletzt ist dagegen ein Arbeiter, welcher die Erplosion verursacht haben soll. In dem einen der zertrümmerten Häuser befand sich nämlich das )!aterialwarengeschäft des Kaufmanns Finsinger. In seinem Keller mag'errcichlichcErplosionsstosfe jedenfalls nicht genügend verschlossen - aufbewahrt haben, denn in dem Augenblicke, als ein Arbeiter heute früh den Keller mit dem Lichte betrat, erfolgte eine Erplosion, die so arges Unheil angerichtet hat. Zwei Personen mußten nach dem städtischen Krankenhause gebracht werden. Nachträglich ist noch folgendes ermittelt worden: Schon frühzeitig nahmen die Bewohner des dem Weißgerbermeistcr Kärger gehörenden HauseS einen benzinartigen Geruch wahr, ohne .sich jedoch den Grund für diese Wahrnehmungen näher erklären zu können, da die Keller des Hauses niemals Benzin enthielten, wohl aber in Verbindung standen mit den mächtig starken Gewölben des Nachbarhauses, welches bislang dem Stadtrath. Kärger ?e., seit einigt? Zeit dem Kaufmann Horn gehörte. In diesem starken Gewölbe nun, welches tiefer liegt, als das Nachbargewölbe, hatte der Kaufmann Finsinger einen Ballon Benzin aufgestellt, der vor einigen Tagen von diesem abgefüllt worden sein soll. Jedenfalls ist der Ballon nicht wieder richtiz geschloffen worden und die Gase des ausgelaufenen Benzins haben sich den Gew'rlöen beider Häuser mitgetheilt, denn als der Kaufmann Horn heute früh einen Arbeiter zu einer Verrichtung mit einem Lichte in den Keller schickte, da erfolgte die Erplosion. Sie ist von kaum zu beschreibender Wirkung gewesen. Das machtige Gewölbe, in welchem die Erdlo sion erfolgte, ist vollständig zerriffen; der Hausflur nnd der Fußboden der Erdgeschoßwohnung mit sämmtlichen Möbeln liegen unten in der Tiefe. Von dem staiken Gewölbe ist keine Spur mehr zu entdecken und das Nachbarhaus, unter welchem also kein Benzin gelagert hat, ist vollständig zertrümmert. Ei Proceß, der auch für weitere Kreise von Jntereffe sein dürste, beschäftigte die Strafkammer in Rostock. Es bandelte sich um eine in ziemlichem Umfange betriebene Biermanscherei. Der Restaurateur Karl M. in Rostock, dessen Local namentlich von den befferen Stän den besucht wird, hatte seinen sämmtlichen Kellnern den Auftrag gegeben, beim Aneschank von Würzburger Vier, das mittels cineö DruckcipparateS aus den in dem Keller liegenden Faffern verzapft wurde, jedem Seidel ein sogenanntes .Häubchen" von Rostock Bier zuzusetzen. Die Kellner führten auch das Gebot ihres Herrn auS, und infolge deffen bekamen die Gäste, welche das Etablissement deS
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2cuU, welche flcb eilt vo?zgl!che5 PianoVn.schaffen nnd dabei $U)0 erfvarcn wollen, der Betrag, welcher gewöbnlicb bei solchen Vianoö, die in anSgedebnter Weise annoncirt werden, daranfgeschlagen wird, werden in dem
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geradem daS ffnden, waS sie wünschen. Diese Jngrument bat chrni Wg in nabezu 1,000 Hänser dieser Stadt gefnnde,,, ein Umstand, der gewiß z seinen nnsten spricht. Besonders niedrige Preise. Leichte Mschlagszaljlungcn.
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Angeklagten, besuchten, in sehr vielen ?allen lein unvermischtes Wär,;burger Bier zutrinken. Der Angeklagte behauptet daß ihm bei diesem Verfahren der Biermanscherei eine widerrechtliche Vennö--gensbereicherung fern gelegen habe ; er will die beregte Handlung nur' zu-dein Zwecke vorgenommen haben, um ein stärkeres Moussiren, das überhaupt nicht ordentlich geschäumt habe, zu veranlassen. Die Kellner fügen aber als iveiteren Grund noch hinzu, daß de? Angeklagte wiederholt zu ihnen gesagt habe, er müsse das Würzburger Bier auf die angedeutete Weise verschenken, weil dasselbe zu theuer sei, um Liter (ein Seidel) für 25 Shillings verkaufen zu könaen. Bemerkt mag hierbei noch werden, daß der Angeklagte hundert Liter Würzburger Bier zum Preise von etwa 31,50 M. bezog. Ferner mußten auf das Geheiß des Angeklagten die in dem Bierkeller seines Geschäfts beschäftigten Arbeitsleute zwei-, mal, nämlich im September vorigen Iah res und im Januar dieses Jahres, als gerade kein Würzburger Bier mehr aus Lager war, an den Bierdruckapparat ein Faß dunkles Rostocker Bier legen. Oben im Restaurant wurde dasselbe dann so lange mit hellem Rostocker Bier ver schnitten, bis es eine dem Würzburger Biere ahnliche Färbung anKahm. Dieses Gemisch wurde den Gästen als ech tes Würzburger Bier vorgesetzt und von diesen nicht nur als solches getrunken, sondern auch befahlt. ' In zwei Fällen verabfolgte der Angeklagte auch an zwei auswärtige Kunden, welche ausdrücklich echtes Würzburger Bier auf Gebindenden gestellt Hatten, ein durch Zusammengießen von andern Bieren bergestelltes Ge misch. Der Gerichtshof nahm mehrfa chen Betrug an, und vernrtheilte den Angeklagten zu einer Ges.ingnißstrafe von drei Monaten und 500 M. Geldstrafe eventuell weitern fünf Wochen Ge fängniß. W ie auö Budapest gerne? bet wird, wurde in Leutschau nach dem Ableben des dortigen Ctaatsanwaltes Emil Jekelfalussy entdeckt, daß derselbe Amtsgelder im Betrage von mehr als zehntausend Gulden besraudirt habe. Ueber Agram i st d e r k l e ine Belagerungszustand verhängt worden. Die Starcsevicsianer haben .vor der Wahl und während derselben durch die pöbelhaftesten A-usschreitungen nicht nur die Wahlfreiheit ?u beeinträchtigen gesucht, sondern auch die öffentliche Sicherheit gefährdet. Wenn man nun glaub te, daß sie nach der Wahl Ruhe halten 'ürden, war man im Irrthum. Sie ,etzten, vielleicht ermuthigt durch die er zielte Wahlerfolge, 'das Beschimpfen und Mißhandeln der Angehörigen anderer Parteien fort und fanden eö sogar passend, die Beamten, welche die Ruhe Erstell wollten, mit Flintenschüssen zu
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Store ! l?:'.?rangen. ,:gi,s:t) cn;n ya: die 5igicrung es sr notb?vendig erachtet, den Belagerungszustand über die troati fche Hauptstadt, in der das widerliche Treiben der taresevies-Partei besonders sich breit machte, ;u verhängen gewiß kein erfreuliches Omen für den in Kürze zusammentretenden Landtag. Die Ausschreitungen auf der einen, die Gewaltmaßregeln auf der anderen Seite legen den Gedanlen nahe, daß da? Verhältniß zwischen Ungarn und Kroatien einer Revinon dringend bedarf. Ein derartiger Ausgleich" kann zu nichts Gutem fuhren. Ein originelle? Fall von Geistesstörung wiid vom Pctersb. Lis:ci" mitgetheilt. Ein ehemaliger Zogling der Petersburger Universität, Herr L., der den juristischen Kursus derselben absolvirt batte und längere Zeit in ei nem der Äl'inisterien angestellt gewesen war, hatte vor zwei Jahren plötzlich diesen Dienst verlassen und war Untersuchungsrichter. geworden. Von nervöser Natur und durch Arbeit schöpft, hatte ihn hierbei ein Familienproceß so aufgeregt, daß cr geisteskrank wurde und in das Hospital 'Nilolai deö Wunderthäterö gebracht werden mußte. Er genas bereits nach kurzer Zeit, gab jetzt seine juristische Karriere ganz auf und. wurde Lehrer der Mathematik an einem Petersburgcr Instituts In der letzten Zeit mit der Abfassung eines Lehrbuches der bö hercn Mathcmathik beschäftigt, dessen erster Theil bereits erschienen ist, hatte vor einigen Tagen beim Schreiben einen Tintenfleck auf die linke Hand bekommen. Zerstreut und aufgeregt ergriff er ein Federmesser, um den Fleck zu entfernen. Hierbei verletzte er sich die Hand und ein Tropfen Vlut quoll heraus. Aergerlich hicri'tfxT fi n r ifif St VwitnVs o s itjuiiil v VW tVUilVk Vttl" le auszusaneiden und - zwar so lange und so tief, bis er aus eine Arterie stieß. Vor Schmerz schrie er jetzt auf, seine Frau'und die Bediensteten kamen herbeigeeilt. Es wurde sogleich nach einem Arzt geschickt, die Wunde verbunden und Herr L. nach tu nem Hospital gebracht.. Kaum Hierselbst angelangt, hatte sich Herr L. ein Messer zu verschaffen gewußt und mit diesem sei ne rechte Hand in äbnlicher Weise wie die linke verstümmelt. Auf seine Wie dergenesung ist wenig Hoffnung vorhanden. A. SCHMIDTS Buch- und Zcitttngs-Llgctttur. IV. 113Groer StniHse. 3rtHaasoltl. SS SuiltSgc wttdeu sch2 nd xknttlich beiorgi. Bücher billig nnd scdön edsude.
