Indiana Tribüne, Volume 8, Number 26, Indianapolis, Marion County, 14 October 1884 — Page 3
5iH. JI&IRR Sie IdzyVt nzl teile Baju ach Louisville, Nasbville, Memphis, Chattanooga, Atlanta, Savannah, Jackson ville, Mobile and New Orleans. Öl 15 dorttzeittzaft für Passagiere nach dein Süden, eine direkte Route zu nehme. Palast, Schlaf und Par!orWagen zwischen hicaga n o&iibüTe uns St . ii unr oniZdillk ohuv Wagenwkchstl. Coutfort, Schnelligkeit nnd Sicherheit frtiti .Jeff die alte zuverlässige 3. QXl. & 55. M. I. Tfc. Dering. LMent General Paffagterget. ordäS Washington und Jltns'.S Et?., Indvll E. W AIcKicnna., Superintendent. Chicago, St. JLiOuIh and Plttsburff Rallroart. Zeit-Tak,,?? für durchgehend nnd Lokal-Züge. 6 cm 17. gebr. lSSSan: ftg rlsssen daUnin.DeVSt,Jnd?l.,, f'.gt: tattonr. Schnllzg, sftzuz Schnlljg Sleeom. ?.bg J".diz:'pl'S 10:15 C '.Nm 0:41 . 7:1 . 8:3 . s:.s , 9:52 li:' . 2:37Cw 4:54 . 8:,'? -6:17 2.2 S. 4.00 n 6:13, 6:50. Ank.amb'gklt? Sitchmsnd M 3Ty C , Tigu Urtana Colun'fcue.... , ?.erat , Steutinoiüe. m lufctui JUtCbursi ani35urg... . alt:rc:e ... V?ash-.nke.. iUadelcVay.eas ?srk ... "ftpt i 6:23 . S-M . 8:57 . bv$ P 9:6 . ll:3Rat 132 . 5: 9 . 6:37 . 7:t4 . 1:15c 7:n . 8:50 .. 7:?!0 , ii:2) . ,2:d?)kM 1:77 . 3:31 . 3:17 . i'M . t:40 , : .iit :2- . 5: -5 . 7:3 . 7:- 't 8:2. ftrni täai'.A. iüaitii. aujit!on-.uwi! So.i: lg. VuLssr.n' aU&. feUf. u?d Hotl.agr lnx) bi iittJDBrc, Harriöburg. Ph,ladiphia und ZZsrk. ohn Blo in Wazensechse' nach galtinox. Wa!?ington und Boston. 0? ffiih'kart. nach all,n OestUch, St5Mn 1o in a5en HaVt'?ahrkartn.ureaui bl i3fitni und tu d 6t2:.Bureau. Eck oi Jll,no.k ant Washington Streit und Im Un,on Derst .irr'U. Indianeroli. , hzden. Eh!asu?ig,n.irt?n f.".. nn tm Porau geNen 9?ifcr mr$ "mit ti ftt dn SgntkN t S:adt!t'u?ka'k cmi ", Dexot U Indien arvU, Ind. t. ?k. erina, S. . P. . srdoft.Sck Kashiuq. ton und Jlünoi Stra. Jnd'plZ. .Zamkö MeSrea, ?!anaze , elumduS. Od ..Ford. S,nl.T,?azi,?. undDS,t..?'z,n, VUtkdura. Ts Fener-Alarm-Signale. 4 Pe?ns5lv2n,a uud Wa:!e:. ö Haxtquartier de ?ur De mlA. 5 O!;.St7,tze und Sie ?o:k. 7 oöel und Michigan Straß,. !z Xtvt 51:rs,.Ttrsb unl Vafsachusett 1 r Eirfion und Nord'Ttratzk. f ZNassachussettS Ao. nahe Nod Str. 13 Xt'DaT Str. und Fort Wa?n Sr. ' 4 Zs Jers?und ?iortWa?n Sven 15 Pkr-.l Ltr. u.Zd Z-chusett Av, 25 $nft:a Are. und Tsh Str. Z7 Part und uer Ttr. ar?o?? Ztr. Ls Valett s. Iv? 2rer uns Jk!h, Ttr. 121? Ho, un -ifcntr -Sti 124 Äldims und L,k5Ntk ?tr. I2 5itdian uns Siebente 126 Tanh Str. urd ijrncctn 1Z7 Su::rlart5'.-i3&aui. 128 liniral So, und Ächte 5ii 131 Z'.iö-.tr.a untTiorr.fvn Sn 132 totaniton und Uch:e Csllea See. und .rfthr.: Str. 115 &CT.. ?. und lelaaar Ct; 118 D?lar?ar, nd IViigan 5tr. , 22 Tk Js , , d J7li.0'.Z fcj ennlvloarijt ind 'Cratt 25 S.s. A. Stiii.n uf Lchfte. .- 25 Ä!'.sft!stL' und St. 1".,? itr 27 Jllinv-, und ikdigan St?. W ennsl?2Nlo tr. und Hom v. 9 N.ssiss',?r, und Sterte tr. 213 2itnefit uns ü. Ü;aut tt. alS Pnn:?lvsn'.a un l'l'.chi?:: Zu. 1l Llltn und Hcrik': Llr. ndlans Av. und kichigan Str. 2 ttdtan und Aal::u: Str. 24 Jolifcrnia und fiaont . 25 Uatc und ea Kor! Slk. 25 Jnviana Svk. und ?t Cla ? 5t' Z7 5tadt.?osxita' 38 Uale und Nord ?tr. 39 tchizun und VznI St? ZU 13 1 und Walnvt Ltr. 215 Wft und ZirM Str. ZU ettbtNtt und Howard Str. 41 Washington, nah W?ft ?tr. ' 42 Skibindors und SZashing:,. S,. 42 Rifsouri und Nem Kort u. S ridia und Washington 5ii. 48 Jllmoi und Ohio eil. 47 Tnnt und Qash:nztvn Sti, 4S ingan'K PorZ Hoj. 4? Jndiansla. 412 Vtiffouri Und Nar?:ak,d tr 413 tssisfirri und Wabas!, tr. 415 Zergusoa'I Pork Hous. 421 I. . W. ?koud Houk. 422 Insane Sfqluct. 51 JlltnoiZ und Mr::2 Zu. 52 JTinoik und Louifia.ia i 63 Wkst und klart? Str. 54 Wft und Esuth Str. 16 Tennessee und eorgta St:. 57 Uiridian und Ra? tv. 5-S Wadison Zlv. und Korn n 59 adison 9o. un SDnlop St, 12 53 fl und RoZsood etr. 513 Ätntuia So, und i7:tiin 511 Union und Worri St: SIS Jlwot und ans? S 517 Norrik und Daeeta Str. 51 South nah Ttlasar Str. 63 Pnns?lsania und Louistan Zu. C3 Telasare und VZcTart? 5tr. S4 Oft und MeSart, Str. LS Llabama und Birziana v. 67 Virginia Lve. und Lradshs 2t. 8 Oft und Eodurn Str. S Pennsylvania Str. und ZUdison r 612 KcÄexnan und louhena Str. ZI Virginia Av. nah, Hurvn tu. n Oftund Sksrzia Str. - 1Z Oashingtsn und Ltntsn Str. 1 nUa und Sesrgta Str. 7SSftze.und Pwe. ' Tilisn und at,4 Str. ' 78 Virginia As, und T:U. 7? Skletcher Ss. und Ten. 71 Sprue und Prospkr Str. 713 vgks) Are und Laurel 714 Oraag und Otto Str. ?15 Sh!d? undcchr Str. Q R-..' ,. Je:s, Str. 82 Washtnzton und Delawa? Sr,. SZ Ost und arl Str. 54 Nem ork und Davidson S" 85 Taub turamnKnftalt. 55 Ler. Staateu SrZena!. Oriental und Oastii-eton Z:. SZ Hrau!l'fanan,z. 812 o.8 Schlauch'HZUi. Oft ZZasiwgtonftraZ arlkt und odl Str. 814 Ohts und Harre? St? 91 ar,land nah VZertdian Str. 92 Vertdian nnd Sria Ltrab. 1--1 Pnsat'Stgnal. l-l-l nd anen mid-,olt,,i!k lar. 5 Signal für FurDru. Lki Schläge. Feuer au. Vt SchUtg, ru ab. aSlf Cchllfif, IS Cl ttt,
Gvldcnc Schwingen.
Roman von N Glch o. (Fortsetzung.) X-ic 'iriuitg. welche er erzielte, war eine überraschende. Hatte das Gewitter oder die Leidenschaft des Mannes das Älut Hedwig's in Gährung gebracht init einem 'I'!ale glich dieselbe dem funkensprühenden Stahl. Schlag zu, tddte mich !" rief sie in wildem Trotz und ibre Auaen flammten. 7Glaubst Du, Weil ich ein Weib eine Waise sei, konntest Du mich beug: ? Nein und tausendmal nein, ich trotze Deiner Arutalität und verachte Deine Drohu::. Auch ich bin eine Kranlitz, mich kannst Tu nicht niederhämmern ! Versuch's doch ! Todte mich, aber meinen Willen wirst Du nicht unterjochen. Ich durchschaue Deine Absicht. Du willst mich zu . dieser Ehe zwingen um Deiner eiteln und ehrgeizigen Pläne willen......... an meinem lölück ist Dir nichts gelegen, gar nicht ! Das ist Deine Liebe, das Deine Zärtlichkeit ! So.lösest Du Deine Ver. sprecbungen ! Was ist Dir ' auch die Tochier Deines Aruderö ? Ein Dkädchen, erschaffen zum Spielzeug der Männer. Du irrst ! Dies Wesen hat ein Herz wie Ihr, d'ie Herren der Schöpfung, es hat Verstand und ein Anrecht auf Glück, ganz wie Ihr ! Und Du sollst sehen, daß ich mir mein gutes Recht nicht verkümmern lasse. Ich suche meine Seligkeit wo anders als Du. Der Mann, den ich lieben soll, muß anders beschaffen sein, als dieser Prinz. Und daß Du es nur gleich weißt, ich trage eine beglückende, unausrottbare Liebe in meinem Herzen und die verschachere ich nicht gegen einen Titel, gegen ein Palais und hunderttausend Mark Nevenüen. So, nun hast Du mein Bekenntniß, jetzt schlag' mich nieder oder jag' mich aus Deinem Hause, aber meinen Willen wirst Du nicht bcugen. Auch ich bin eine öiranlitz !" Kranlitz stand wie gebannt vor dem Mädchen. Die wilde Energie deffclben imponirte ihm. Sein Zorn verflog. Er fuhr sich mit- der Handfläche über die Stirn und sagte nach einer Weile: Wen liebst Du ' Hcdwig schwankte einen . Augenblick, ob sie ihr Geheimniß preisgeben solle, aber noch gingen die Wogen der Leidenschaft zu hoch, als daß ihre Besonncnheit eine Schranke hätte aufrichtcn können und so sagte sie in klarem, fast herausforderndem Tone : Neinbold Back." Neinhold ' Der Fabrikherr war sprach los vor Ucbcrraschung. Nach einer Minute schüttelte er den ftopf und be merkte, er wundere sich über aar nichts l mehr. (:r ama wieder einiae Mal im Zimmer auf und nieder, dann hilt er an, blickte Hedwig fest ins Auge und sagte: Einer ?!ärrin Vernunft zu predigen, ist vergebliche Mühe, aber das merk' Dir : zwischen Deinen Wünschen und dem Altar stehe ich. So lange ich noch ttuf der Erde bin und nicht unter derselben liege, so lange trachtest Tu vergeblich danach, die Frau dieses Schwär mcrs zu werden. Geb' und übcrlcg' CW !" Spät am Abend kau: lännen'o der Jagdzuz ans den Hof. Der Baron lud die Gesellschaft ein, in der Halle ein Glas Wein zu trinken. Die Kavaliere verschmähten diese Erquickung nicht und Kranlitz zog von Hoßlar in einen Winkel und erzählte ihm den Auftritt, den er mit seiner Nichte gehabt ; er war unschlüssig, ob er Hedwig mit nach der Hauptstadt nehmen solle. Der Doktor überlegte einen Augenblick und erklärte dann, er halte das nicht für rathsam, weil auch Neinhold Back, wie er gehört, in den nächsten Tagen nach der Hauptstadt reise, um sich eine neue Stellung zu suchen. Er-rieth, die widerspenstige Nichte bei den Nochloh's zu Ztehbach in Pension zu geben, dort werde sie gut überwacht und so zahm gemacht, daß sie bald jeden Mann Heirathe, um nur aus dem Hause fortzukommen. Der Rath behagte dem Baron und er beauftragte den Doktor, sofort mit dem Major das Nähere zu verabre den. Als Kranlitz mit seiner Gattin abreiste, stand Hedwig bereits unter der Obhut der Familie Nochloh. Zweites Buch. ErstesKapitel. Der Herbststurm warf dichte, aber kurz andauernde Negenschauer auf die Häusermassen der Hauptstadt. Er sch:en die letzten Spuren des Sommers austil qen zu wollen. Jetzt schlug er die dunkclrothen Blätter von den Schlingpflanzen herunter, welche bis zum Giebel eines kleinen Hinterhauses hinaufgeklettert waren. Am hohen Parterrcfcttstcr des Haus chens stand Sarolta und betrachtete die grauen Wolken, welche über den Himmel hinzogen und seufzte, als ein durch die Zolkenmassen brechender Lichtstrahl die Tachsirsten mit einem flüchtigen Goldglanz versah und tausend Neflexe in die Waijcrlachen des Vorgartens zauberte. Es herrschte ein Halbdunkcl in dcm3!aume, und Poldi tforn, welcher zeichnend vor einem Pulte gestanden hatte, legte deinen Augenblick den Stift nieder und sagte zur Zigeunerin in sanftem Ton : Willst Tu Deine Leseübungcn nicbt fort setzen?" Die' Angeredete antwortete nicht, sondern drückte Mund und Nase gegen die Fensterscheibe. Als Lom die Frage wiederholte, antwortete sie lakonisch : Buch langweilt mich." So spiele mit Deiner Katze." ..Katz lanaweilt mich." Willst Du nicht Dein Zimmer und Deine Kleidung in Ordnung bringen V Ordnung langweilt mich !" - Nun, beim Zeus " Der Bildhauer wollte einer zornigen Aufwallung Luft machen, allein Sarolta drehte sich rasch um und schaute ihn mit ihren großen Augen so naiv und erstaunt an, daß er verstummte und wieder den Ziichenstift aufnahm. Sarolta lief zu ihm hin, kauerte sich vor ihm auf einen Divan und sagte mit einer Schelmenmiene: Schau, schau. Du lieber Äff, gleich svrudelt der Topf über. Du lanweilstmch au ser, szbr." Sij
knarrte das N so. als I?avö sich ihre
Zunge in ein schnarrendes Nad verwandelt. WennDu schaffst ganzenTag. kommt Sarolta um vor Langeweile. Schau, Freund, da ist Herr von Börse, was wir trafen gestern im Restaurant der sagt mir er thut nir, rein gar nir, und lebt sehr fein. Kannst Du nit machen wie er, damit wir uns amüsiren-mit einand ?" Nein, Kind, das kann ich nicht," antwortete Lom lächelnd. Jener hoffnungsvolle'Jüngling lebt aufKostenAn derer." Leben wir auch auf Kosten O nein, das schickt sich- nicht für ehrliche Menschen. Auf dieser Welt hat jeder Mensch Pflichten gegen die Gesellschaft. Nur wer seinen Mitmenschen etwas Nütz liches oder Schönes darzubieten vermag, darf auf Gegenliebe rechnen und hat Anspruch auf Lohn." Schenk mir ein Eigarrel." Sie streckte die braune Hand aus. und sah Lom schalkhaft vorcder Seite an. Jener strich ihr lachend die krausen Locken aus der Stirn und antwortete : ,Wenn Du die Arbeit aus der Welt bringen könntest, wäre Dein Pamdies fertig. Hier ist eine Eigarette, leg' Dich in die Hangematte und blase die Rauchwölkchen in die Luft." Sarolta steckte die Eigarette in Brand und während sie blaue ötauchwölkchen in die Luft blies. ' schmiegte sie sich an Lom und sagte in schmeichelndem Tone: Bist gar ein lieber Bursch, Poldi gehen wir heut' ins Theaters" Bitte mich nicht wieder, Sarolta, wie oft soll ich Dir wiederholen, daß mir das Geld dazu fehlt." Das Mädchen wandte sich verstimmt ab und hauchte Ringelwölkchen über die Lippen. Nach einer Weile sagte es mit einem träumerischen Blick: Ach,wardas schön: Musik, Pracht und der Tanz, der Tanz " Bewegt von der Erinnerung an die im Theater geschauten Bilder, machte sie rhythmische Bewegungen und haschte dann tanzend die Ningelwölkchen, welche über ihr schwebten. Ihre Bewegungen waren so anmuthig und lic--ßen die Schönheit ihrer Körperformen, so reizvoll hervortreten, daß Lom, statt seine Arbeit wieder aufzunehmen, sich erhob und die Arme ausbreitete, als wolle er die Tanzende an seine Brust ziehen. Jene aber wich ihm aus, entschlüpfte ihm mit verblüffender Schnelligkeit und tändelte um die Drchk schcibe und Gipsmodelle herum, bis sich ihr Kleid an einem Hacken verfing und sie glübcnd vor Erregung in seine Arme siel. Jetzt drehte sich der Bildhauer um und bemerkte unter der Thür die breite Figur des Barons. Auf diese Atelierszenc war ich nicht vorbereitet," sagte Kranli mit t rocke nein Humor und schüttelte die Regentropfen aus Hut und Mantel, allein ich gestehe gern, es war die schönste Gruppe, die mir bisher in der Plastik vorgckom men. Bedauere, gestört zu haben ! Meine Frau läßt grüßen und erwartet Ihren Besuch. Wir haben bisher im Hotel gelebt, indessen werde ich dieser Tage in den Besitz einer Villa kommen und mir dieselbe einrichten. Sie könnten uns dabei als künstlerischer Kommissionsrath an die Hand gehen. Apropos, war mein Schwiegcrpapa. Graf Elmbor schon' bei Ihnen? Ich hoffte ihn zu treffen. Muß mich aussöhnen mit dem alten Ouerkopf sein Einfluß bier ist größer, als ich dachte." . Bei dem leichten, humoristischen Ton, welchen Kranlitz anschlug, gewann Lom bald seine Fassung wieder und er wollte eben seine Freude darüber äußern, daß Graf Elmborg in der Stadt sei, da trat Jener mit dem Major von Nochloh ein und schloß ihn-mit Herzlichkeit in die Arine. Ueber Kranlitz sah der Graf weg, als ob er Luft sei, allein der Fabrik Herr ging direkt auf sem Ziel los und sagte, daß Blanka dringend eine Aussöhnung ivünsche. Dem Grafen quoll das Herz und er machte seinem Groll in einer abseits geführten Unterredung Luft. So reichten sich denn endlich die Gegner die Hände und Kranlitz versprach künftighin den Wünschen des'Grafe'.i beiser Rechnung zu tragen. Am Abend saßen Sarolta und Lom wieder allein. Lom versuchte da Mädchen zu uiUerhalten, doch Sarolta war wieder in schlechter Laune. Sag', giebt'S NichtZ ans dar Welt, was Du gern thun mochtest? Hat Tir noch nie eine Beschäftigung eine besondere Freude gemacht ?" . Nun, ich möcht'" Sie stockte n id ihr Gesicht überwog ein schelmisches Xc u'eln. Ich machte s lann lernen. wie Ta:ne von's Theater i:it l.'i&cht' dann auch so hinschweben durch PalmenHain und Palast und möcht' auch, so fein ausschaun wie Prinzessin, ja. das mchr' ich'."' Lom sah eine Weile sinnend auf sie nieder und entgegnete dann: Dein Wunsch, soll erfüllt werden. Morgen schon spreche ich mit einer mir bekannten Tänzerin, sie wird Tich unterrichten. Jeder Mensch sott thun, was Nd gung und Beruf ihn heißt, vielleicht steckt eine Elsler oder Granzoiv in Dir. Bist Tu nun getröstet V Tu lieber Äff ! Vcrsprech ich Dir fleißig ;u sein ungeheuer. Will ich auch Lesebttchl' studiren, damit ich sprechen lern Deutsch gutes, und Wirthschaft will ich fübren muster Mt- -" Ein Kuß Lom's unterbrach die lange Kette der Versprechungen. Sarolta lachte, umhalste den Geliebten und tanzte durch's Zimmer wie ein tolles, glückliches Kind. Z w e i t c s Kapitel. Im Strom des großstädtischen Lebens schwanden Kranlitz die Wochen wic flüchtige Stunden dahin. Er hatte eine Villa käuflich erworben, deren stattliche Fä;ade auf eine breite Straße des clegantesten Stadtviertels schaute, deren Garten aber von einer einsamen Hintergasse begrenzt war. Es erschien ihm . als ein - besonderer Vorzug .der Besitz ung, daß sie zwei Eingänge und allen Komfort der, 3teu,;eit besaß. An das Hauptgebäude schloß sich ein Flügel an, der sich weit in den Garten hinein 'erstreckte, und den Kranlitz'für seinen Ge orauch bestimmte.
Kranlitz verkehrte fciel mit Lo.n.
Lom erzählte dem Fabrikherrn einst, wie er das Zigeunermädchen aufgefun den und der Hölle entrissen habe. Jener war von der Enthüllung überrascht und sein Interesse für das Geschöpf nahm zu. Er bewies sehr bald Sarolta allerlei Aufmerksamkeiten,brachte ihrBlumen, )!aschwerk und Nippes. Die parlamentarische Thätigkeit des Barons hatte gleichfalls begonnen und es erfüllte Kranlitz mit Stolz, daß di Negierung wiederholtsein Gutachten in olkswirthschaftlichenFrageneinholte'.aus seinem Wahlkreis waren freilich Proteste gegen die Giltigkeit seiner Wahl eingelaufen, allein da in der WahlprüfungsKommission die Mitglieder seiner Fraktion die Majorität hatten, so lag ihm der Gedanke an eine Beanstandung oder Kassirung seines Mandats fern. Eines Abends schlenderte Kranlitz ziellos in den Straßen. Plötzlich kam ' ein Laut der Ueberraschung über 'seine Lippen. Vor ihm stand Sarolta. Sie betrachtete die Auslage eines Juweliers und ihre großen .Auaen verriethen das Verlangen nach den funkelnden Kolliers, Ketten und Medaillons. Der Wind hatte Schneeflocken in ihr lockigesHaar getrieben und diese blitzten wie weiße - Sternchen. Ihre Wange war von der kühlen Abendluft geröthet und glich einer fri schen Aprikose. Kranlitz umfaßte das reizende Bild mit den Blicken. Hier stand eine Fee und er beschloß, sie an sich zu reißen. Ihm galt die Freundschaft des Bildhauers nichts ; er folgte blindlings der heiß aufwallenden Leidenschaft. Kleine Sarolta, guten Abend ! Na, welcher Schmuck gefällt meinem Töchterchen am besten?" fragte er in scherzhaftem Töne. Das Mädchen blickte überrascht aus und lachte vergnügt, als es Kranlitz erkannte. Jener deutete auf das Geschmeide und wiederholte seine Frage. Ei, wann ich Wahl hätt', nähm' ich feines Medaillon mit Brillanten das da aber Poldi hat kein Geld und Sarolta auch nit." Nun, so bin ich wenigstens in der glücklichen Lage, Deinen Wunsch erfüllen zu können. Tritt ein." Nein, nein, darf ich nit annebmen, leidet Poldi nit." ' Kranlitz wußte ihre Bedenken zu beschwichtigen ; er sagte, daß er das Geschenk vor seinem Freunde rechtfertiAen werde. Sarolta hatte an jenem Abend ihr Domizil in übler Stimmung verlassen. Poldi Lom, welcher einer Sitzung ' im Künstlerverein beiwohnte, hatte 'sie gebeten, nicht auszugehen, aber sie langweilte sich zu Hause und verließ die Wohnung, um durch die Straßen zu promeniren. Sie folgte jetzt dem reichen Kranlitz, welcher ihren Arm erfaßte, zögernd in den Laden, wo bald darauf die wundervollsten Schmucksachen vor ihr. ausgebreitet wurden. Er bat sie dringend, sie möge sich das Kostbarste wählen,' und die Kleinodien strahlten und glänzten so verlockend.daß all' ihre Bedenken schwanden. Sie griff nach dem Medaillon in Brillanten und nach einer antik gemusterten Goldkctte. Kranlitz fügte noch einen blitzenden Solitär hinzu und schmückte das bräunliche Kind selber mit' diesen Herrlichkeiten. "Sarolta verließ glücklich und erregt den Laden und als der Baron ihr seinen Arm bot,' schmiegte sie si vertrauensvoll und freudig plaudernd an den freigebigen Mann. Die hellerleuchlete Faade eines TeaterS tauchte vor Beiden auf. Kranlitz machte den Vorschlag, hier einzutreten und den Schluß der Vorstellung, mitanzusehen. Sarolta wendete ein, daß sie UM zehn Uhr zu Hause sein müsse, allein sie folgte, als Kranlitz ihr versprach, sie um diese Zeit im Wagen heimzuführen.. Sie saben von einer oge aus den letzten Akt einerWeibnachtsfeerie mit glänzender Schlußapotheose'. In athemloser Spannung folgte Sarolta den reizenden Gruppen des Ballets, den schönen 'Wandeldekorationen, und ein Laut der - Ueberraschung kam von ihren Lippen, als plötzlich aus einem Wald von Rosen das Zauberschloß am blauen Vkeerzestade erschien, auf dessen Terraffe sich ein Liedespaar, umgeben von Rittern und Damen, zeigte. Sarolta war so ganz in Anschauung des wundervollen Bildes verfunken, daß sie es kaum bemerkte, wie Kranlitzse'.nenArm auf ihreSchulternlegte und ihre Hand ergriff ; erst als er einen Kuß auf ihre erglühende Wange preßte, sprang sie auf und rief erschreckt und zitternd : Das ist nicht recht !" Sie verließ hastig die Log.'. " Trau, f.cii bat sie dringend, Kranlitz möge sie nach Hause führen. Als sie vor das Portal traten, waren bereits alle Wagen verschwunden.und sie mußten zu Fuß den Heimweg antreten. Trotz ihres längeren Aufenthaltes in der Stadt, vermochte Sarolta sich allein nicht zurechtzufinden. In einer der leergewordenen Strafen sta,nd noch ein Blumenladen offen. Sa rolta deutete auf einen Strauß vonweißem, frisch aufgeblühtem Flieder und sagte lächelnd : Frühling." Du sollst den Frühling h.ben, mein ttind", entgegnete Kranlitz und opfcrte ein (old.'tuck für das Bouqnet. Sarolta sog den Tust der zarten Blumen ein und setzte glücklich lächelitd ihren Weg fort. Der galante Begleiter knüpfte an das duftige Gejchenk an und flüsterte ihr glänzende Verheißungen ins Ohr. Er sagte, daß er die'Mitte! besitze, ihr ein Schloß am Meer zu bieten, welches weit schöner sei, als das im Theater geschaute Märchenschloß. Am blauen Meer oder einem der schönen Seen' deö sonnigen Italiens solle dies Schloß sich erheben, und er wolle es mit Dienern füllen, die ihrer Winke harrten, ihre Tafel tolle mit silbernen und goldenen Geschirren besetzt und diese Geschirre mit tritr s. ... r:j.L.. v fzi.i".. iojuia;cn peizen, $rua;icn uno ranken gefüllt sein. Die verlockenden Bilder beschäftigten so ' sehr die Phantasie des Mädchens, daß es auf den Weg nicht mehr achtete. Sie hatten eine dunkle, zwischen Gärten hindurchführende Gaffe betreten. Jetzt hielt Kranlitz an und schloß eine schmale Gartenpforte auf. - Wo sind wir? ' fragte Sarolta und fuhr aus ihren.Träumen auf. Dicht bei einem Schlößchen, das Dir gehört, mein angebetetes Kind, wenn Du eS annehmen willst. Schau es Dir an. Gefällt es Dir. so bleibe
uiid lei errir. ieeuen. '.'ttemano in i arin als '.in verschwiegener Diener. O, arla, rieche ui ht in der Armuth zurück. Dein Bildhauer denkt m:r iner an sich v.'.t sei le kalten Marmorg -- stalten, er wfctt Cir die schönen Schmu ijache wieder ibiu'hnuM und Dich z.vi.l-. gen, cin.sreudse'. ek?nd'eS Dasei t yi führen. Ich werde Dich von der Hölle zum Himmel sscleitcn. Tu sollst inGcNüssen schwelgen. Dein ganzes Leben soll ein rauschendes Fest werden, vertraue mir !" Kranlitz schloß die zitternde Gestalt des Mädchens in seine Arme.
,,ch darf nit, darf nit, Lom erwartet Sarolta." Sie suchte sich zu befreien. ,Es ist zu spät," entgegnete Kranlitz. Die Thore des Hauses sind geschloffen, Lozii wird Dich mit Vorwürfen quälen. Komm, sieh Dir meine neue Villa an. Du wirst viel Schönes sinden. Sarolta's dunkle Augen füllten sich mit Thränen. Sie ahnte, daß sie an einem Wendepunkte ihres Lebens stehe. War die Schwelle zur Villa überschritten, so gab.s keine Umkehr mehr. Und doch war es zu spät, um das Künstlerheim aufzusuchen. Was sollte, sie Lom sagen! Würde er sie nicht zornig .anfahren und ihr die Geschenke abnehmen.....'. Sie wollte umkehren, aber Kranlitz zog jle mit unwiderstehlicher Gewalt in den Garten. Die Thür flog dröhnend in's Schloß. DrittesKapitel. - An einen! heiteren Sonntagnorgcn besuchte Baronin Kranlitz in Begleitung ihres Vaters das Atelier eines berühmten Aialers und traf daselbst mit Poldi Lom zusammen. Ah, auch Sie sind gekommen, das Portrait zu sehen," sagte Blanka leise. Man begrüßte sich und beschaute dann das eben vollendete Gemälde. Der Gras erörterte eifrig mit einem der anwesenden Kunstfreunde die Vorzüge des Vildes, während Lom schweigend einige andere Gemälde des Ateliers betrachtete. Als die Besucher das Haus wieder verließen, fuhr Blanka mit Lom dem Atelier Zu. - Die Baronin bewunderte mehrere Gruppen und erkundigte sich nach seinem Modell, dem Zigeunermädchen. Das Mädchen bat mich plötzlich verlassen " Ich vermuthe, daß mein Gatte den Aufenthalt Ihres Modells kennt," fuhr Blanka nach kurzem Besinnen fort. Als wir die Villa bezogen, bemerkte meine Zofe sofort im Gartcnflügel des Hauses ein Madchen mit schwarzem, krausem Haar und bräunlicher Gesichtsfärbe. Lom's Gesicht entfärbte sich. Also sie war es," fuhr Blanka jetzt fort und in ihren Augen zeigte sich ein blitzartiges Aufleuchten. t Der reiche Mann hat dem armen sein Lamm geraubt." Welch' ein Verdacht ! Sie sollten besser von Ihrem Gatten denken, Blanka." ' Jene lachte bitter auf und versetzte : Es' giebt ka.im einen Menschen aus der Welt, von dem ich eine schlechtere Meinung bätte. als von dem Baron Kranlitz." Um Gottes willen, ist es dahin mit Euch gekommen ?" Ja, Poldi. dahin ist es mit uns gekommen. Dem Vater mag ich den Abscheu nicht enthüllen, den ich jetzt vor meinem Gatten empsinde, mein Geständniß würde ihn zu unglücklich machen, aber vor Ihnen, mein Amder, muß ich es bekcnnen alle Illusionen, mit denen ich in die Ehe trat, sind zerronnen, ich suhle mich an einen'Dt'attn aefesselt.dessen Liebe nichts war, als ein Siausch, dessen (bedanken und Handlungen mir Verachtung einflößen Ah " Sie brach plötzlich ab und riß die Augen so weit auf, als sähe sie ein Gespeiist. , Lom wandte sich um und erblickte bei der Thüre Reinhold Back, welcher sich eben vor Blanka verbeugte. . Entschuldigen Sie, mein Klopfer, wurde überHort und da ich Sie bei der Arbeit wähnte, Herr Lom, so trat. ich ein, ohne die Gegenwart' der Frau Baronin zu ahnen," jagte Reinhold. Blanka erholte sich schnell von ihrei Ueberraschung und erwiderte: Ich hoste, daß Sie meine Anwesenheit nicht als Störung empfinden." ' Reinhold, welcher die letzten Wort, aus Blanka's Gcständniß vernommen hatte, fühlte die aus der Höflichkeitsphrase hcrvorklingende Verstimmung, allein zur Umkehr war es zu spät. Lom begrüßte den Gast mit großer Herrlichkeit und befragte ihn um seine Erlebniffe. Reinhold erzählte in munterem Tone, daß n bereits seit zehn Wochen in. der Hauptstadt verweile. sFortlekuna folgt.) Deutsche Lokal-Lackricbten' Provinz Sadihz. In Magdeburg veranstaltete der dcrtize Verein für . Landwirthschaft und landwirthschaftliches Maschinenwesen eine Ausstellung von Getreide.'Reinigungs,naschinen, verbunden mit einem Ersten internationalen Saat- und Kornmarkt. Die 'kürzlich verst. Wittwe des früh, gräfl. Regierungsdirektors Spor leder hat wohlthätigen Anstalten in Wcrningerode 000 M. und dem Mädchenrettungshause zu Jlsenburg ebenfalls 3000 M. hinterlassen. Bei einem Bierfeste kam es zwischen polnischen und deutschen Bergleuten in Eisleben' zu einer blutigen Schlägerei. Die dazwischen tretenden Beamten wurden niedergeschlagen, der gewerkschaftliche Bahnmcistcr in den Kopf gestochen und zwei Stcigcr mit Stuhlbeinen niedergehauen. Mit Hinterlassung seiner aus Frau und 6 Kindern bestehenden Familie und einer beträchtlichen Schuldenlast ist der Schuhmacher Karl Micklich aus Halle nqch Amerika durchgebrannt. Der Waisenraih. Schulinspector, Pfarrverwefer und Kaplan Schneider in Witterda wuide wegen unzüchtiger Handlungen zu Xh Jazren Zuchthaus verurtheilr. Der frühere Gendarm und Nachherize Straßenaussehe? Fritzsche in Torgau hat sich er hangt. In dem TozfeRittmannsliausen wurden zwei 4 und f Jahre alte Kinder des Oekonomen Gleim von einemBienen schwärm überfallen und derartig, ge stochen, daß die Kinder den erlittenen Puletzungen erlagen.
. rr vttnpfai,. In Speycr bat die bekannte Taba sirma Kroon die Zahlungen eingestellt. Die Passiren sollen sich auf '50.000 M. belaufen. Aus Pirmasens meldet man, der Gerichtsvollzieher in Türkheim sei wegen Unterschleifs gcfänglich eingezogen wo.de.i. d..s"!lte der Gerichts reibcr Lldolf Gemeinder. In Zweibrücken ist der Redakteur Joseph Soctebier vom Landauer. Tagblatt" tfom Schwurgerichte wegen Beleidigung des Kaisers zu zweimonatlicher Festungshaft verurtheilt worden. Großbersoztdun Baden. Der Maurer Thomas Lobner von Rüppurr stürzte von einem :'ieubau in Karlsruhe und starb. Der Weichenwärter Martin Hartwcck von Haueneberstein wurde von einem Eisenbabnzuze überfahren und gctödtet. Die beiden Holzhändle? I. B. Vetter. Vater und Sodn, von Riedböhrmzcn. turden in dem Momente verhaftet, als dieselben zerade durchbrennen wollten. Gestorben Pfarrer G. Fehrenbach in Heitersheim. Privatier Zogelmann in Konstanz hat die Zahl seiner gemeinnützigen Stiftungen um eine von ihm mit 10,000 Mark dotirte Dienstboten Stiftung vermehrt. Agent Wilhelm Büß, ivelcher von New I)o:k nach Mannheim zurücktransportirt wurde, erhielt wegen 03 Fällen von Wechselfalsch'.lnz und Betrugsfällen tih Jahre Zuchthaus. Von Zlastatt und Umgegend werden in diesem Herbste große Lieferungen von Kartoffeln i ach Schweden versendet. Die ledige Lvdia Leber von Schopfheimhat sich w.'gen fruchtbaren Liedesverhältnisses mit dem Sohn ihres Ticnstderrn ertränkt. In der Äknenbrauere'i in Schwetzingen erhängte sich d'er BraugeHilfe Kali Xiü. An der Bergstraße fällt die.Tabakernte günstig an. u liefert einen durchschnittlich. n B.'.l -g von 10 Eei.Uuni pro Morgen. Duf.4rrLb Ü.tnrru. Aus München wird gemeidct . Nach dem ofsieicllen Ernteberiä t für Bayern ist die Erntet an Winterfrüchtcr. und Sommergerste den gehegten Er:var!tt!.'. gen entsprechend ausgefallen, sowohl quantitativ als qualitali. Die Ernte von Sommerfrüchten dagegen ließ viel zu wünschen übrig. Im Ganzen darf die Ernte als gute Mittelernte bezeichnet
werden. Der Gejammt - opzenertrag Bayerns pro 1884 wird mit 20,000 Zt. geschätzt. Im Austrage des Königs begaben sich einige Fachmänner zur Anfertigung neuer Dekorationen und Kostüme von München nach Aavreuth, da im dortigen Festspielhause im November Parsival" mit vollkommen neuer Ausstattung als Separatvorstellung für den 5!önig gegeben werden soll. In München sind als Eandidaten der kathol. Volkspartei für die bevorstehenden 3teichttagswahlen die bisherigen Abg. Zwppert und Dr. Westermeyer nominirt worden. In München starb der Zahntechniker Robert Sträub, welcher sich ein Hühnerauge ausschnitt und dabei mit dem Messer-zu tief kam, an einer Blutvergiftung. Der fränkische Sängerbund bstebt zur Zeit aus 127 Vereinen mit 37,78 Mitgliedern, wie aus Ansback gemeldet wird. Das Vundesvermögcn beziffert sich auf ! 9104. Mark. In Augsburg feierte der Obcrzollrath. Dicbl sein 50jährigcs Dienstjubiläum, und erhielt er bei dieser Gelegenheit das Ehrenkreuz desMlchacls-! Ordens. In Brück ist der Wirth Gießel j Zum grünen Baum" mit Hinterlassung ! jemer Frau und erheblichen schulden nach Amerika verduftet, seine Gattin im j tiefsten Elende zurücklassend. In Kissin- I geu mußten wegen epidemischen Auftte . xens des Scharlachfiebers die Schulen geschlossen werden. In Vlürnbcrg haben die Liberalen" und Reichstreuen" den Rechtsanwalt Frhrn. Zkrcß v.Kressenstein 'zum.Reichstagscandidaten aufgestellt. Der deutsche Juristentag in Würzburg hat mit einem üblichen Desizit einen brillanten Verlauf genommen. Ebendaselbst verduftete vor einigen Tagen ein flotter Student mit Hinterlassung einer Dulcinea, einem Fräulein Therese Vollmar, die aus Gram und nachdem die Frucht verbotener Liebe . zu Tage getreten war,Selbstmord beging. Die Landauer'sche Bierbrauerei und deren Pächter Johann Haas Zum hohen' Meer" in Augsburg werden demnächst wegen Aierpanscherci proccssirt werden. Der Hilfslehrer Dittmann in Dittenheim hat sich erschossen. Oekonom Kasper Keller von Hosheim siel von seinem Leiterwagen und starb an inneren Verletzungcn. In Altmünster wurde beim Graben eines Brunnens der Mailrer August Enders von Ebertshausen von Grubengasen erstickt, sein Bruder, der ihm Hufe bringen wollte, büßte den Versuch ebenfalls mit dem Leben. Im Landgerichtsbezirke Traunstein sollen nicht weniger als 132 Bierbrauer in der bekannten Bierpantscher-Affaire in Untersuchung stehen. In Neuötting sollen 6 Brauer in Untersuchung gezogen sein. Im v. Normann'schen Steinbruche bei Hitzling ging vorzeitig ein Schuß los und todtete die beiden Steinbrecher Luger von Vilshofen . und Katlhammer von Thanet. vcecklendurg. In Schwerin feierte der pensionirte Bahnmeister der Berlin - Hamburger Bahn, Johann Schleich, im Kreise seiner weitverzweigten Familie das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. In dem Dorfe Welzin brannten unlängst vier Wohnhäuser und deren Nebengebäude total nieder. Der in Plau gebürtige Afrikareisende Dr. Bohndorff wird sich demnächst nach dem Eongogebiete einschiffen, um dort in den Dienst der belgischen internationalen Affociation zu treten. In Neustrelitz starb der Oberstabsarzt a. D. Dr. Albrecht Eggers eines plötzlichen TodeS am Schlagflüß. rei GtSUt. Auf der Schiffswerft und Maschinen bauanstalt von Clohn und Voß zu Hambürg ist ein Strike ausgebrochen,dcr von beiden Seiten Arbeitern und Arbeitgebernenergisch betrieben wird. In Hamburg starb dieser Tage Theodor i Wachtels erste Gattin, von' der der berühmte Tenorist geschieden war, im Alter ! von 63 Jahren. -7-In Bremen hat der l .flüchtige Postdesraudant Lorentzen schnell Nachahmer gefunden. BeiAnkunft deö j von dem Postamt vor dem' Buntenthor kommenden Postwagens im Hauvtvost
r-;;!;
amt fehlte, ein Beutel mü S,00 Marr. Ueber den Verbleib des' Beutels bat man nicht die geringste Spur. In Lübeck starb im Alter von 5 Jabren der kiesige niederländische Eonsul I. S. Männ. Die auf dem Wall stehende alte Mühle in Bremen wird gründlich renovirt wer -den. Diese Windmühle ist bekanntlich viele hundert Jahre alt. ?cl)enzcNcrn. In Sigmaringcn sind ungewöhnlich viel Bauarbeiten im Gange, darunter der Bau eines Hauses für die Kranken schwcstern. JnOstrach wurde das Haus des Bäckers Leiter, sowie das des Schlosscrs Birlhose? durch Feuer zerstört. ' I iuroeij. Der Bundesrath in Bern hat bei der deutschen Rcichsregierung Schritte gethan, um die prinzipielle Gleichstellung der schweizerischen mit den deutschen Universitäten in dem Sinne an-ustrebcn, daß deutschen M;di;inern die aus schwer.
zerischen Universitäten zugebrachte Stugeantwortet. 'In Bern findet am 12. zclooer die ürnweumng des StämpfliDcnkmals statt. Ebendaselbst ist der 3!cdaktenr der Volkszeitunz," Hr. Dür- -remmatt, vom Schwurgericht in Burgdorf wegen Verleumdung des Sck'ulinspcktcrö Wcingart zu V) Fr. Vuß, 350 Fr. Entschädigung und zu den Kosten, verurtheilt worden. In Aargau ist der Gemeindcschreiber Hubcr mit Mündelgeldern und 10.000 Zr. Gcmeindegcldcrn verduftet. Aus Basel sind der Präsident. der Kassircr, und ein Ä!i!glied des Bäckerzesellenvercins mit der ziemlich ge spickten Vercinskasse nach dem gelobten Lande Amerika durchgebrannt. Aus Freiburg meldet man'-. Eine nach Popicur ausgeschriebene sogenannte tatholifche Volksversammlung bat völlig Fiasko gcmaHt ; statt der erhofften 12,000 Mann kamen blos an die 1,500. In St. Gailcn ist der landesflüchtige Gerichtsschrciber Schenk wegen Fälschung und leichtsinnigen Bankerott in contu innciaiü zu ! 0 )abren Zuchtbaus verur theilt worden. Zur Engelweib' (?) in Elnsiedeln beförderte die Bahn allein mit ihren Etrazugen a.ooo bis' 0,000 Personen. Es waren 10,00) Pilger anwesend. (Wie viele zu Engeln gemacht wurden, darüber verlautet nichts. D. Lt.) Auf dem Arenenberge unweit Thurgau, w'i!t seit c:.'.igen"Tagen die Er Kaiserin Eugenie. --Tort vedrachte einst Ludwig 'Napolcoil einen Theil seiner Jugendjahre. In Sitten, ' unweit Walli:, starb nach längerem Leiden I. B. Ealp::n, der langjährige Verleger und Redakteur des ÜoniYOere.'' ein gründlicher Kenner von Land und Leuten, großer Geschicht ?freund und unentwcgter Radikaler. Der Bundcsrath in Bern wird die Bibliothek des versterbenen 'Rechtsprrfefsors Zlcnaud in Hcidelberg kaufen, ebenso wird vcabsichtigt, die beruh nie Pfahlbautensammlunz deö Tr. Gn in Reucnstadt zu erwerben, aus das; sie nicht rn's Ausland lmme. OIÜO INDIANA i!CHI6AN 3 S. B. M ' . 4-9 - TUE BUSINESS SIAN SV li.'n I," Havels -vvar.ts to pro qüick, wantg to i'iMitiurtublo, wüuls to anive at clesttnatiou " tiir.e, in satt, wants a strictly basincss t:ij), und conscquontly takes tlie populär W:ii.iU llout?, seelins that lio i3 surc to nioet hi 'iitiiemeDtä anü. continuc to prosper uid be liappy. THE TOURIST Tlas !onpr sincö chosen tho "Wabash SS tho livovi'e routotoalltho summer resortsof the ll.ist, Noith and V'cst, and Winter llesorts of i'.ia houth . as the Company liasforyears pro vnled better accoinraodatioii.s and more attractions than aey of its competitors for this c'aSüf travel. Tourist Tieketa can be bad nt i o'Iuccd rates at all priueipal 01ÜCC3 of tbe Company. THE FARMER In. scarebof a tie-wliorne.where "ha can seeure better returns for hUlabor, ehould rosliemberthat tho Wabash is.thcxnost direct routeto Arkansas, Tcxa?, Ransa?, Nebraska, und all point3 South, West, and Northwest, üid that round-trip land-cxplorers' ticket3 titvery lowrutea aro alwaj9 on salo at the ticket oilufcs. Descriptivo advertising raattcr of Arkansas and Texas 6ent free to all jiipliconts by addressing tlie Ucncral Pas feuner AjrcnU THE INVALID VT.il find tne Wabash tho most conrenient joutc to all of the noted health resorts of jilinoi3, jlissouri, Arkansas and Texas, and that the extensive througb. car py6tera and puperior accommodatlona of this populär iiuo will add preatly to liis comfort tthiloen füllte. Parnnhlrta dsrrintiv nf th munv cckibratedinineral sprinps of tho West aed South sent free oa applicutioa. THE CAPITALIST Canfrctthoinformation necessaryto ßoenr saleaud prolitable Investments in agriculturo, ptock-ralsine. Tnining, lumbennpr, or any of tlie "rnanv Inviting llelds throxiRboui the South and Mi'cst, by addressing tht uadexsigned. F. CIIANDLER, CKcnirassragtra2dTIclctl;tnt,t.Lo:l5, C. ILLINOIS IOWA MISSOURI SU ft?fa, Smützl die VANDALIÄ LINE! Warum? Weil sie die kürzeste und de?e Linie über ist. 3Xiix.oi-.ri, li rninrh, Iown, IVoljrnwlca, Toxhs, yVrltntiHiaM, Coloriilo, New Mexico, JDo cot und Cn.liror-nIri iff Da Bahribktt ist V02 Ttein usd die Eqie. nen firb aal S'ahl. Die Wag baben dir nknesten Verbesserungen. ' Jeder Zug Hit Schlafwsgen. Passagikre, ob sie nur. Billete erster lasse oder Slnigranten.?i:'et? haden d erden durch unsere Paffazierzüge erster Alasse befördert. Ob Sie nun ein Villct zn errnözt.'n Vrei. sen, ein Srcurs.vnöiiüet eder irgend eine o?U Sisenbahnbillete isolleo. krJmen Sie, oder sÄreiben ?ie an. II. It. roriii, Assistent S-te! Paffagikr.Sgcnt. rrrol.? Aashmgt0!t und Iln.oik Ctr Ind'x'.I . Hill. en'l Supt. St. Lom,, o. S.A rrprd. fnmiWaL St.Penil TEI1S PAPER may ho sonnd cm fil at geo. r KOWELL & C'O'S Kewspaper Advertiflng Bureau 13 Spruo Street), vhewjaäVsr- nicfif IFstrirT tiüsrcontracumay 19 f C
lenzeil rei cer Prüfung angerechnet wird. Tie deutsche )!ezierunz nun'bat mit einer Note im ableÄncnd.m Sinne
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