Indiana Tribüne, Volume 8, Number 25, Indianapolis, Marion County, 13 October 1884 — Page 3
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Zarin-Signale. 4 Pennlants uub Watret. i a-vuc.'tier Ut euk? frart men:. 5 Ca-ou iB ur.i Xta Isrk. 7 ?:cbtl uit iii4?tgan Stra&f. 3 3:fvSt3 und Z7aZ!iulet'r. 3 Qiiistsn ani Nsrd'Trab.i. tl ttoiT.iufjetta 3p. nahe Xitlt Str. 13 XeUzire 5tr, uni Fort Sß?ne '.'.?e. . 11 Zlta, Ztz'ii) und oit iSasr.i 15 ?eru L:r. er d TUffaufettS Sr :6 C5:Kian Loe. und Ä?i Str. 17 Park Tse. und iuiler Str. 1 IS Sa.iooi rtr. a 'd Clsütt f.ce. 1? Srcher u:id ;jrfcn 123 SJlleg Äc. und Siebente ctt 124 2i;altüa und SUber.te fctr. 25 Mertbiau und 3U:tte Str. 12Ö "zn: ki :r. urd k'.ncoln Av kZ7 2ii-u2.i!7j-bäufce. 123 r.trcl Örs. uub Xcht Str 131 OlaScna uniKsirfon Str 132 oöarn?icn und .Äiis 1S1 C?Jfg Äve. und Zehnie 2ti. 135 ocie A,e. und Delaware Si: 1 Itlairan n, Michiqan etr. 21 Tt. ttr., naöe OUincii. 23 SSennftUcnla und Sritt 6:r. '25 o. 5. Sr.giae Hous Sech. , 25 lissiZsiz?: und Ei. Slair Str 27 JUins.s und VttSizan Str. 2 as?l?ai.ia Str. und Ho o. N.ZftZstL?i und Bierte Eir. 21? renneffee uv.i jßiaiaa Str. 213 ?en ,'Hlv2,lZa ur.Jl'i:;f.ii Zu. U J2ins u.:d Herbert tr." 31 Jndlsn Vr. und SZichian te. S2 vendtan & ::b SJshc: 5!?. Sl Calitornta u!d Serien, f . 85 Blute und ew Isr' tc. 36 Jniizna Im. und 5t. fflvr tfti 87 Ttadt.tzolritZ . 38 V'.ütt und A( Str. S9 '.ch zn und Ägr.eJ Stt 512 Seil nd Wa'mut tr. 313 Lt? und tritt 2tt. 311 Siebente und Houiaid Str. 41 Washington, nah West 'S!'. 43 Etiöendsrf und ZSsibinzto.. 5 43 Missouri nd Neu, Kor! S:r. 4S Neridizu und ÄaZzlnztgn St. 4 IZ'.noi und Ohio Str. 47 Tennesiee und Washington St, . 43 Linz an' P! House. 4? Jndianola. 412 iIoutt Und Äarland 5::, 4lZ Wi'stlftrxt und Wadssh Str. 41S Ferguson' ?ork Hsuse. 421 I.B. W. Sconb HouZe. 42S Insane Cfoturn. 51 ILinoii und Mt:i2 et:. 52 J2inoiZund Louisiana Bu SZ West und VcSart? Ttr. 64 West und South Str. 56 Tenneffce und 'orgia 5u. $7 Wertiian und Ra, Str. 5L Widison 2oe. und Morrti l. 59 ?S.adissn 3se. un Dunlop St, 512 Lest und RsAsod tu. 513 Äentulu Toe. und SH'erni. 514 Union und TlorriJ 5tr 51 JlinsiL und AanfzZ 3 517 WorriS und Da:otsd S:r. 51 Louth nahe Telaa:e Str. 2 Pennsylvania nd fiouiüana et C3 Itlaaare und Wclartq ?tr, 64 Oft und VkSart, Str, SS Alabama und Birziana Ast. 67 LirziniZ Ar, uud Bradjhaa St, 8 Ost und Soburn Str. Pennsylvania Str. und Kadi.sn re. 512 Vcernan und Doughen? Htx. 71 Virginia See. naZe Huron ett. - 72 Oftund Seorzi, Ltr. . 72 Washington und enon S:. - 74 enton und ffeorgia Str. 7S?srest Ave.und Pine. 76 Ti2o und Bäte Str. 73 Virginia Sie. und Tillon. 7 Ztcher Soe. undDillo. 71Z Sxruce und Prosxek Str. 713 EngUsh Ztoe und Laurel Str. 714 Orang? und Olive Str. 715 Shetdo und eecher St:. . Q ,itO Jer?e? 5:r. 82 Washington und Delaare St: LZ Oft und 4?earl Ztt. 84 Ne ök und Davidson Str 5 Taub'tummennstalt. Lö Ler. Staate rsenal 87 Orienlal und WasU -gton LZ Frauen'Seflngni. b12 No. Schlauch.Hau. Ost skingtonftvasie 813 Varlet und RoUe S:r. 814 Ohis und Harv?, Str 91 Rar? land nahe Keridian Str. 92 Meridian und Seorgia Straße. 1-2-1 Pnsat'Tigncl. 1-3-1 Und asten r lederholt, zwelier Alarm. Signal für ZeuerDruS. Zwei Schlüge. Feuer auk. Drei Schläge, Druck ab. LSll Schnee. 12 Uhr ltt,zl
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Goldene Schwingen.
Roman von R. Elch o. (Fortsetzung.) Äieser holte ticf Athem, dann kam ivie ein Schrei' das Wort Explosion ans seier Arust. Wo?" schrie Kranlitz erbleichend. Auf Hcdwigs - Glück, zweite Sohle, Westflötz ! Ganze 3!ach5bclegschaft vermalheurt !" ES wurde auf einige Secunden todtenstill im Saal. Tann aber folgte ein ungeheurer Tumult. Mit Donnerstimme rief Kranli!) nach seinem Wagen, hundert Fragen wurden zu gleicher Zeit an den Unglücksboten gestellt, dann stoben die Gäste nach allen Seiten auseinander, als wirbele sie ein Orkan aus dem weiten eitsaal. Hedwig war zuerst bei der Nachrichr wie erstarrt, dann stieß sie einen wilden Schrei aus und sprang auf den Korridor hinaus. Tort faßte sie einen Diener am. Ärm und befahl ihm, in aller Eile die Schimmclstute zu satteln und vor die kleine Pforte des Parks zu führen. In der nächsten Minute war sie in ihrem Zimmer und rief nach der Zofe. Mein )!eitkleid, mein Neitkleid!" stammelte sie und streifte die Handschuhe ab. Sie befand sich in grenzenloser Aufregung und als sie im Spiegel ihre Valltoilette gewahrte, riß sie sich mit einem Zornes schrei den 5lranz aus dem Haar,' schleuderte ihn auf den Boden und zerstampfte ihn mit den Füßen. Mit Blitzesschnelle streifte sie die kostbare Atlasrobc ab und warf dieselbe durch die Luft, daß sie wie eine glitzernde Silberwolke in die Ecke slog. Im nächsten Augenblick sprang sie im dunklen Ülkeitklcid barhaupt die Treppe hinab. Das Innere der Villa machte jetzt den Eindruck schrecklicher Verwüstung. Man konnte glauben, das Dach drohe cinzustürzen und jeder Lebende suche so schnell ioie möglich zu entrinnen. Diener und Herren rannten in wildem Durcheinander schreiend und gestikulierend über die. Gänge und Treppen zu den offenstehenden Zimmern und dem Hofe. Wie ein Aal wand sich Hedwig durch die rasch auffahrenden Fuhrwerke und ge langte endlich in den Park. Da leuchtete die Mähne ihres Schimmels durch's Dunkel. Der Diener führte das Pferd durch die kleine Pforte in's Freie und half seiner Herrin in den Sattel. Kaum hatte sie die Zügel fest in der Hand, so rief sie: Los !" versetzte dem Thier einen Schlag mit der Hand und eS stürmte über Stoppelfcldcr und Gräben der fernen Kohlenzeche entgegen. . f . l dreizehntes öcapirei. Hcdwia's Pferd that Wunder: es überholte im Fluge die roklendcn Wagen und sevte im rasenden Galopp mit solcher Sicherhcit über Hecken und Steinblöcke, Gräben und Bäche, daß die Zieiterin das Gefühl hatte, als werde sie von einem geflügelten Geisterron durch die 3!acht getragen. Als sie bei der GrubenEinfahrt aus dem Sattel sprang, wurde im Osten zwischen zerrissenem Gewölk ein lichter streif sichtbar. Feuchter ?!achttyau hing in Hedwig s Haar; sie bemerkte sofort, daß bei der (vruben-Elnsahrt rothe Flammen aus eifernen Kohlenbecken aufloderten und ihren Schein auf eine breite Menschengruppe warfen. 3!asch eilte sie auf diese zu, dann aber schwankte sie und legte die Hand auf ihr banges, pochendes Herz. Durste sie unter diese Unglücklichen treten, die das Liebste verloren batten, vielleicht durch ihre Schuld ! Vielleicht? Nein, gewiß! Arbeiteten jene Burschen, denen sie Berzeibung erwirkt hatte, nicht im Westflötz? Gellende Schreie hemmten die Gedankenjagd im Hirn des Mädchens. Eine stürmische Bewegung wurde unter den Harrenden vernehmbar, Hedwig drängte sich durch die Menge, allein bei dem Anblick, der ihr plötzlich wurde, schrie auch sie entsetzt auf. Aus dem Käsig, der über dem dunklen Schacht schwebte, zo&' man zwei Leichen hervor. Die Verunglückten hatten wegen der in der Tiefe herrschenden Schwüle mit entblötemOberkörper gearbeitet, nun waren ihre Leiber geschwärzt und verbrannt; einer der Tod tcn aber war unter dem Geröll hervorgezogen worden und das aus dem Hangenden herabgestürzte Gestein hatte ihm den Arm abgeschlagen. . Blut und Kohlenstaub verliehen dem verstümmelten Leibe und Gesicht ein entsetzliches Aussehen. Hedwig schien es mit einem Male, als seien 5)immel und Erde in Blut getaucht; neben ihr brachen Weiber und Kinder in Klagelaute aus. Diese zerriffen ihr das Herz und iie schauderte vor dem Abgrunde zurück. Trotz der überwältigenden, widerstreitenden Gefühle aber rang sich ihr kräftiger Wille wieder auf. Wälze Deine Schuld ab !" rief eine Stimme in ihrer Brust. - Hilf, tröste, handle, aber laß Dich nicht von der Schwäche bestegen." Sie biß die Zähne aufeinander und lief herzu, um beim Transport der Leichen mit Hand anzulegen. Das Neitkleid war ihr im Wege, sie riß die Schleppe ab und trat ins Grubenhaus, das bereits mit Todten und Verwundeten gefüllt war. Hier standen jammernde Frauen und Kinder. Hedwig suchte die Unglücklichen zu trösten uud aufzurichten, aber ?!iemand hörte auf sie. Die Verzweiflunz hatte die Unglücklichen sinnlos gemacht. t Man theilte ihr mit, daß 'gegen ein ein Uhr in der Nacht, kurz bevor die abablösende Belegschaft zur Schicht einfah rcn sollte, hatte man über Tage eine Lufterschütterung wahrczenommen ; dann sei dem Schacht ein dichter, erstickender Schwaden entquollen! Die Explosion des schlagenden Wetters habe wie sich später herausgehellt im Wcstslötz auf der untersten Sohle stattgefunden. Durch die gewaltige Erschütterung seien in den Strecken Brüche entstanden, so daß es der nachdrückenden Belegschaft nur mit dem Aufgebot aller Kräfte möglich werde, das Flötz freizulegen. Man schätze die Zahl der Verunglückten auf se.chszig. Neinhold leite die Nettungsarbeiten. . VierzehntesKapitel. Als Hedwig im Laufe dieses Tages in der Villabeim.MttaMen erschien, fand
sie den Oheim in übelster aune. ir verwünschte die Herren vom Bergamt, welche ihn arg getadelt und eine Reihe von Schutzvorrichtungen in den Kohlengruben gefordert hatten, nannte übertrieben hohe Summen, die er selber bei dem Knall" einbüße und schalt den Doktor, weil er sich der Katastrophe gegenüber unvorbereitet und ungeschickt gezeigt habe. Jener schlürfte lächelnd seinen Burgunder und alö Kranlitz seine Vorwürfe erschöpft hatte, antwortete ec ironisch : Kann ick Lazarethe aus der Erde stainvfen, wächst 'ne Apotheke auf der fla-
chen Hand ? Um zu verhüten, daß die Ercigniffe mich überraschen, lieber Aaron, hätten Sie mich daran mahnen sollen, daß die Pastete da unten jeden Augcnblick erplodiren könne. Ich glaubte mich normalen Verhältnissen gegenüber zu bennden." Der Doktor sollte zu seinem Schrecken erfahren, daß er i viel gewagt hatte. Kranlilschlug mit der flachen Hand auf den Tisch, daß Glaser und Geschirr lUrrten, und rief: Ich dulde keine Kritik von Leuten, die ich bezahle, am allerwenigsten aber Hohn, merken Sie sich das, Doktor!" Herr von Hoßlar wurde sebr bleich, erhob sich langsam und antwortete : Verzeihen Sie, Herr Baron, daß ich einen Augenblick in dem Wahn lebte, ich sei Ihr Freund und Gast. Leute, die man bezahlt, verdienen es nicht, mit ihrem Herrn an einem Tisch zu sitzen.". Er wandte sich um, gab dem Diener, welcher ihm im Vorzimmer Hut und Ueberrock reichte, ein Goldstück und verließ die Villa. Kranlitz schleuderte seine Serviette auf den Tisch und als der Doktor das Zimmer verlassen, murrte er : Aufgeblasenes Aristokratenpack l" und lief wie ein gereizter Löwe im Zimmer auf und nieder. In Blanka's zartes Gesicht ergoß sich eine Vlutwelle. Stumm und regungslos wie eine Bildsäule saß sie am Tisch und starrte ins Leere, als sich der Baron aber nach ihr umwandte mit der Bemerkung,daß er den Doktor zum Teufel jagen werde. 'antwortete sie in eisig kaltem Tone: Herr von Hoßlar erinnert )tch im Zorn, daß er ein Edelmann ist, Sie, Herr Baron, aber vergessen es." Mit zornsunkeln dcnAugen trat Kranlitz 'der verwegenen Frau gegenüber und sagte i.i gepreßtem Tone: ,,n Dir regt sich der aristokratische Hochmuthsteufel. Du glaubst über dem Manne zu stehen, der Alles, was er ist, seiner Arbeit zu danken hat. Wo liegt Euer Verdienst ? Im Geburtsregister V Hedwig ahnte die Gefahr, in welcher Blanka schwebte; sie trat rasch zu dieser hin und bat sie leise, das Zimmer zu verlassen. Jene fühlte sich durch die drohende Haltung chrcs Gatten überrascht, aber nicht eingeschüchtert. Es war ihr unfaßbar, daß ein Mann weiter gehen könne, als Kranlitz es gethan. In hochmüthigem Tone erwiderte sie.dahcr: Ich habe Ihnen bewiesen, daß ich Ihren Vorwurf nicht verdiene, denn ich vertauschte den 9!amen einer Gräfin von Elmbcrg gegen Ihren bürgerlichen, allein ich finde es lächerlich, daß Sie auf das Aristokrätenpack schelten, trojp dem Ihnen die Verleihung einer Freihcrrnkrone sichtliches Vergnügen bereitete. Ich aber empfinde Ihre Ausfälle als eine Beleidigung, denn ich bin die Tochter eines Edelmannes; dies sollten Sie bedenken !" Ich bedenke nichts, als daß Sie meine Frau sind und daß ich von Ihnen Gehorsam fordern darf, hören Sie, Gehörsam und Unterwerfung !" Er trat dicht vor sie hin und seine dunklen Augen funkelten so unheimlich, daß Blanka zurückfuhr und in ihr Zimmer entfloh. Kranlitz schaute ihr grimmig nach und wandte sich dann nach Hedwig um. Jetzt bemerkte er den Kopf eines lauschenden Dieners hinter der Portiere. Mit einigen Sätzen sprang er zum Vorzimmer hin und streckte den ersten Menschen, der ihm in die Quere kam, durch einen Faustschlag zu Boden. Es war der Koch, welcher ahnungslos einen Nehrücken und die Saucen dem Speisesaal zutrug. Klirrend flogen Tablette und Geschirr zu Boden und der Inhalt der Saucieren klatschte gegen die lichtblaue Velourtapcte. Dieser Akt der Justiz erleichterte die Brust deS gestrengen Hausherrn. Mit einem Fluch auf den Kippen und einem verächtlichen Blick auf die nach allen .Richtungen auseinanderstiebenden Dienstleute schritt er seinen Zimmern zu. Hedwig trat ans Fenster und schaute sehnsuchtsvoll nach den Bergen hin, wo das HäuSckcn ibres Geliebten lag. Dort woynte der Friede und hier Seufzend wandte sie stch dem Park zu. Als die Nacht angebrochen, kehrte sie mit festen Entschlüssen ins Haus zurück. Sie fand den Oheim in dem kleinen Plauderzimmer, wo des Abends der Tbee eingenommen wurde. Er saß bei der ampe und las die Zeitung. .Das Kam-, mermädchen, welches den Tbce auftrug, theilte dem Hausherrn mit, das; seine ,vrau nach dem Schwedenfchlon lunltb.'rgeritten sei. Kranlitz schaute bei der Meldung stumm auf ' sein Gesicht war bleich aber ruhig. Ohne ein Wort der Erwiderung wandte er sich wieder den Journalen zu. Hedwig goß den Thee' ein und bot dem heim kaltes Ge flügel an. Nach einer Weile legte Jener mit einem halb grimmigen, halb psifsigen Lächeln die Blätter aus der Hand, sak Hedwig, indem er mit den Au gen zwinkerte, an und bemerkte : Na, Mädel, ich hab' Dir Wohl mit meiner ctt r . t . . V . . r t naierei yeuie einen licinen 'cyreaen ein gejagt!" Einen großen, Onkel." Ja, ja, ich bin ein Wilder." Er lachte rauh auf. Das Glück hat mich verwohnt und mein Blut ist so heiß kommt mir was in die Ouerc, so lodert der Zorn in mir auf. Die Kranlitze haden seit Jahrhunderten amAmboS gestanden, nun ist'S nicht anders, als trug' ich eine Feueresse -da drinnen in der Brust. Was mir entgegensteht, das möcht ich niedcrbammern. Thu mir nen Gefallen, Hede." . Gern, Onkel." . . ' teite morgen zum gräflichen Schloß frirciifw? iiyiV rtt ht i.irfi, niAt I, lyntHvtt hiiv v; vv wiiiyv ivttvfcv llll. Sag' Blanka, ich sei 'n Hitzkopf, oder sonst
was ...,'---M ia 'n kluges MüM; Du wirst v l Erschreckte zurückführen." Und Bla7lka ist seelengut. Sie gchört zu den edlen Maturen, die sich vor der Bitte wie Gcrsten1?alme vor dcm Winde beugen, die aber de? Gewalt trotzen. Laß' sie nie wieder Deine Rauhheit sühlen, wenn Du Dein Glück nicht zerstören willst !" Hedwig hatte in warmem, siebendem Tmic gesprochen und war ihm nahe gerückt. Kranlitz sah sie lächelnd an und streichelte ihr mit seinen braunen bänden das weickc, glänzende Haar. Bist 'n gutes Mädel !" wiederholte er.
Vitte, gieb auch dem wottet ein gutes Wort" fuhr das Mädchen fort. Du bast ibn übler behandelt, als er verdiente." , Ist bereits geschehen. Kurz bevor Du kamst, sandte ich einen Brief an ihn ab. Ich muß mir den Lassen noch eine , Zeitlang warm halten. Im Grund trau' ich ihm nicht über'n Weg." - . ' Hedwig schwieg und rückte wieder von dem Atanne weg, welcher sich seine Leute warm hielt, so lange er sie brauchen konnte. Du warst ja in der Grube", fuhr Kranlitz fort. Das Nehbacher Abendblatt rühmt schon Deinen Heroismus. Freut mich ! Na, brauchst nicht zu errothen. Im Grunde war's unbesonnen, daß Du Dich unter den gereizten Pöbel wagtest, aber ich achte den Muth an Dir. Ich komme in der Presse auch noch leidlich weg. Ein reines Glück, daß wir vor zwei Monaten das Gebläse aufstellten, das reißt mich heraus. Zudem hab' ich gleich zehntausend Mark für die Hinterbliebenen gezeichnet. Das macht Esfekt ! Ich rechne, daß die Sammlung, welche wir veranstalten, fünfzigtauscnd Mark bringen wird." Fünfzehntes Kapitel. Am nächsten Tage ritt Hedwig zum Schwcdenschloß hinübcr.Blanka sah bleich aus, hatte ihre ruhige, vornehme Haltung Wiedergewonnen. Der Graf dagegen befand sich in heftiger Aufregung und machte sich Vorwürfe, daß er in die 'Verbindung seiner Tochter mit dem Eyklopen gewilligt habe. Ich bin frei von Vorurtheilen", versicherte er und lief in seinem Museum auf und nieder. Ein Akensch, der unedel handelt, ist für mich ein Plebejer und wenn er einen König ich sage einen König zum Ahnherrn hätte, aber Personen aus ganz verschiedenen Gesellschaftskreisen paffen nicht zusammen als Ehelcute. Hedwig fand -endlich Gelegenheit, Blanka allein zu sprechen, allein sie. vermochte es nicht, dieselbe zu bewegen.' Die Tochter des Aristokraten erklärte, KranlitzJflöße ihr Furcht ein und sie glaube nicht an seine Neue. Gegen Mittag fand sich der Doktor im Schlosse ein. Jener bat um eine Unterredung mit Blanka und ging dann lange mit derselben in der einsamen Pergola dcSParks auf und nieder. Das Resultat dies'er Besprechung überraschte und befreindcte Hedwig, denn Blanka theilte ihr mit, daß sie sich anders besonnen und nunmehr in das Haus ihres Gatten zurückkehren wolle. Am nächsten Tage war allem Anscheine nach in der Villa der ehelicke Friede wieder hergestellt. Gegen Abend kehrte Doktor von Hoßlar wieder in das Haus zurück, wo er die schwere Kränkung erfahren, und Kranlitz dankte ihm für seine Vermittlung bei Blanka. Der Humor des Doktors verwischte bald die Sputen des Konflikts und lenkte aufs Neue in die Bahnen des gemüthlichen Verkehrs, ein. Kranlitz bat seine versöhnte Frau, sie möge sich zur Abreise rüsten', denn der Reichstag werde früher einberufen, als man erwartet habe. Am Tage vor der Abreise nahm Vlanka noch an einer Treibjagd Theil, welche einer der benachbarten Großgrundbesitzer in seinen Forsten veranstaltete. Hedwig war am Vormittag im Grubendistrikt gewesen und saß Abends am Flügel und spielte. Plötzlich trat Kranlitz mit tym Fürsten von Tabor und dessen zwcitältestem Sohne, dem Prinzen Victor, ein. In der Uniform der Gardehusaren bot dieser Prinz eine frische, chevalcreske Erscheinung. Hedwig verkehrte gern mitdemselben, denn er war galant, munter und nicht ohne Witz. Kranlitz befand sich in bester Laune, scherzte mit Hedwig und nannte sie seine liebe Hede und sein einziges Töchterchen. Allem Anscheine nach hatte er an der fürstlichen Tafel gespeist und deni alter. Burgunder, den er besonders gern trank, stark zugesprochen, denn er erzählte allerlei Schnurren und lachte überlaut. Der Prinz nahm neben dem Mädchen vor dem Flügel Platz. Ihre schönen Augen scheinen zu fra-. gen, was die Ursache unseres Besuches sei", flüsterte ihr der Prinz ins Ohr. Nim, ich will eS Ihnen sagen, gnädiges Fräulein. Papa will sich zum Fürsprecher meiner Herzenswünsche machen. Es kann Ihnen kein Geheimniß mehr sein, was ich' fühle. O, Hedwig, Sie würden mich sehr sehr glücklich machen, wenn Sie meine triebe erwidern, wenn Sie mir Hand und Herz schenken wollten." ' Das Mädchen starrte den Prinzen sprachlos an. Sie hatte sich nicht träumen lassen, daß derselbe eine tiefere Neb gtMg für sie hege. Das .war wohl auch kaum der Fall. Vor Kurzem noch hatte sie gehört, daß der junge Husarenoffizier mehr als das Doppelte seines Einkommens verbrauche und daß der Fürst Münehr um Hedwia's Milaift als ihreV son. Bevor Jene noch ein Wort der Entgegnung gefunden hatte, trat Fürst Tabor vor sie hin und bat in bester Form um ihre Hand für seinen Sohn Viktor. t Hedwig, gerieth bei dieser Werbung in die peinlichste -Verlegenheit und wußte nichts zu erwidern. - Wer schweigt, stimmt zu", rief Kranlitz in jovialem Tone. Prinzessin Hedwlg von Tabor, Onkel Kranlitz ist der Mste, welcher Euer Durchlaucht seinen Glückwunsch darbringt!" Er faßte sie bei d? Hand und " wollte sie an sich ziehen. ' Diese Berührung verscheuchte Hedwig s Verlegenheit.- Mit einer Wendung gegen den Fürsten entgegnete sie in ernstem Ton: Der Umstand, daß mir Euer Durchlaucht die Eh re zugedach-t haben, ein Mitglied ' Ihrer verebrtefl Familie zu werden,erfüllt mich mit Dankbarkeit und Stolz, allein es Handelt sich bei diesem Antrag, der mich voll-
he habe, die Wechsel seiner leichtlebigen Söhne einzulösen. Es handelte sich wohl mehr um Hedwia's Aiitaift als ihre Ver-
tornmen überrascht, um mein ganzes zulanj.iges Leben. Durchlaucht werden begreifen, daß man Entschlüsse, von deneu unsere Zukunft abhängt, nisiiä, erwägt. Ich bitte daher " Hedwig athmete tief auf, als die Herren den Salon verlassen hatten, aber die Beängstigung schwa:. ::icht aus ii Seele. Der Oheim hatte es sich in den Kopf gesetzt, dies Heirathsprojekt zu verwirklichen, das merkte sie und wußte auck. daß von feinem Starrsinn AlleS zu fürchten sei. In tiefer Beklommenheit trat sie zum hohen Bogenfenster hin. Plötzlich tönte hinter ihr ein beiserer Zuruf. Mit einem leisen Schrei fubi sie auf. Kranlitz stand vor ihr : sein Gesicht glühte vor Zorn und Enegung. Willst Tu mir ietzt die Gründe fai Dein räthselhaftes Verhalten angeben V sagte er in drohendem Tone. Hedwig rang nach Fassung und lebnti sich gegen den . Flügel. Ich .habe nur einen Grund : Ich liebe den Prinzen nicht." So, liebst ihn nicht ! Nun, wenn dieser charmante Prinz Tir keine Liebe einflößt, dann muß sich der liebe Herrgott noch einmal sechs Tage plagen und ein ganz besonderes Wunderkind für Dich erschaffen. Du wirst den Prinzen heirathen, börst Tu 'i Ich will's, ich befehle es." Hedwig schwieg. Du wirst ihn heirathen !" schrie der Millionär in ausbrechender Wuth und ging heftig gestikulir'end auf und nieder. sofort schreibst Tu dem Prinzen, daß Du seinen Antrag annimmst, Ich bin es müde, mich durch Deine Launen äffen zu lassen. Du gehorchst, oder es geschieht etwas Schreckliches !" Geschehe das Schrecklichste, ich schreibe nicht," antwortete das Mädchen in ruhigem Ton, aber ihr Gesicht war bleich. . Mädel, mache mich nicht rasend!" schrie er und rüttelte sie, als wolle er den Trotz aus ihr herausschütteln. . Ich hab' Dich verwöhnt durch meint Güte, aber jede Geduld hat ihre Grenze. Du schreibst, sofort !" Er ließ ihre Schulter los und erhob drohend die Faust wie zum Schlage. sForlsetzung folgt.)
Deutsche Loeal Nachrichten Vrovlni Hannover. Von den 8 Personen aus Hannover, die wegen Haltens einer Spielhölle verklagt waren, wurden 2 freigesprochen, die übrigen erhielten Gefängnißstrafen von 5 Wochen bis 4 Monaten ; der Hauptmacher, Agent Ebell, ist gegenwärtig bankerott. Die Leinwandwebereien in Bramsche hatten im vergangenen Jahr einen Umsitz von 1,400,000 M. Die Vorarbeiten zum Bau des neuen Krankenhauses in Danneberg haben begönnen. Der Schiffsbau in Ostfriesland und Papenburg ist in beständigem Rückgang begriffen. Fritz Severitt aus Fallersleben erhielt wegen fahrlässiger Tödtung seines 6jährigen Bruders Otto, der auf einer Vergnügungsfahrt vom Wagen gestürzt war, 4 Wochen Gefängniß. Der Mehl - Agent Voßgröne in Osnabrück wurde wegen Urkundenfälschung zu 2 Jahren Gefängniß verurtheilt. Die Gattin des Kolonen Wessel in Wittlage, die wegen Verdachts, ihr neugeborenes Kind beiseite geschafft zu haben, verhaftet werden sollte, kniff aus, wurde aber in Lüneburg gepackt. Der Gastwirth Luttmann .in Helmsmühle starb durch Sturz auö der Bodenluke ; desgleichen der Kolon Strüwe in Merzen. In der Silbergrube Hilfe Gottes" bei Grund wurde der Bergmann Georg Fuß durch herabfallende Steine zer quetscht. Der Schuhmacher Schulz aus Bohlsen wurde in der Nähe von Veerm durch einen Vahnzug getodtet. Feuersörünste zerstörten zwei Gebäude inBodensende, zwei in Adelebsen und eines in Ehebrock. Vrovin; Hegen'Vkassau. In den drei Irrenhäusern des Regierungsbezirkes Kassel wurden im verflossenen Verwaliungsjahr 1152 Personen verpflegt. Der Druckereibesitzer Holz schue von Kassel, der voriges Jahr wegeQ betrügerischen Vankerotts verfolgt wurde, kehrte aus Amerika zurück und stellte sich dem' Gerichte. Eine Anzahl Volksschüllehrer in Hanau, die sich beim letzten Sedansest nicht am Festzuge betheiligten, stehen in Diseiplinar-Untersuchung. Der bankerotte Mühlenbesitzer Richard mSeckbach erhängte sich. Gegen nahezu zwei Drittel der Wiesbadener Kaufleute wurde der Proceß wegen LebensmittelVerfälschung eingeleitet. In sämmtliche.t katholischen Kirchen von Frankfurt a. M. wurde ein 3täglges Gebet, zur Abwendung der Eholeragefahr angeordnet. In Sachen des Effecten-Diebstahls beim Agenten .Strauß in Frankfurt a. M. Wurde ein Wucherer wegen Hehlerei verhaftet, dagegen das inhaftirte Dienst mädchen und deren Geliebter entlassen ; da sich der Bestohlene weigerte, dem Ent' decker der Effecten die ausgesetzte Belohnung zu zahlen,' s? klagte Letzterer. Ilalrottzrlngkn. . Zum Gouverneur der Stadt und Festung Straßburg ist Generallieutenant von der Burg, bisher Kommandeur der 11. Division in Brcslau, ernannt worden. f Gemeinderath Notar Zimmermann in Nappoltsweiler. An Stelle des hochbetagten seitherigen Abgeordneten Jean Dollfus in Mülhauscn wird dort Fabrikant August Lalance kandidiren. Die Großeltern des kürzlich ermordeten Bantzhossen in Friesen feierten ihre goldene Hochzeit. Löniarelch Sachsen. Im Königreich kamen im vergangenen Jahre 1030 Brände vor. Auf einer Versammlung sächsischer Textilindustrie ler in Zittern wurde die Bildung einer Berussgenossenschast beschlossen, nachdem mitgetheilt worden war, daß aus dem Bezirke Ehemnitz etwa 80 Betriebe mit ca. 15,000 Versicherungspflichtigen Arbeitern und aus dem Bezirke ZittauBautzen 94 Betriebe mit ca. 14,000 Arbeitern ihre Zustimmung gegeben. Die schmalspurige Eisenbahn BadcbeulBadebcrg ist eröffnet worden. f Prof. D. Berndt in Dresden. Der bekannte Restaurateur Hanold in Borna feierte seine goldene Hochzeit. f Karl Wum-
mert, in rimmttschau, einer ocr rcict' sten Männer Sachsens. f Der cheni. Bürgermeister Fr. Ehr. Funk in Eibenstock. Der in Untersuchungshaft befindliche Bahnhofsnachtwächte" Müller in Hcrrnhut hat sich in seiner Zelle erhängt. Das Gärtner Frkdrich'sche Ehepaar in Pe:.ig feierte seine diamantene Hochzeit. Der Fleischer Friedrich Erosselt in Bräunsdorf bei Freibcrg bat sich erhängt. Erschossen haben sich der Restaurateur Kntg von Hainichcn und der Butterhändler Jakob von Loschwitz. In Heinewalde fand man die Frau Ehristine Wagner geb. Birnbaum todt auf der Straße. Der Lehrhäucr Hcinrieh Bergmann in Oelsnitz wurde verschüttet. Durch Unvorsichtigkeit erschössen hat sich der Eommis 3!cmpcl in Plauen. Das Fabrikgebäude des Blechspielwaarenfabrikanten Leichsenring in Zöblitz wurde eingeäschert, wobei der Feuerwehrmann Uhlig seinen Tod' fand. In Löbau brannte die Dampfmühle von Kloß & Reiche! nieder in Mylau 0 Häuser, wodurch 14 Familien mit 69 Personen obdachlos wurden. Tbürlngischk Ttaaten. Professor Dr. Adolf Schmidt in Jena feierte sein 50jähriges Doctorjubiläum.' - Der 5laufmann Göhring in Rutla wurde wegen Betrugs beim Kartenspiel zu einer Woche Gefängniß und 300 M. Geldbuße verurtheilt. An einem Tage sind in Eoburg drei rüstige Männer, die Herren Sanitätsrath Dr. Kormann, Kaufmann Geuß und Bierwirth Epple? in Folge eines Schlaganfalls gcstobi. Adam Heß in Gretistadt hat sich den Hals durchgeschnitten. Aus den thüringischen Staaten sind im Jahre 1883 nach überseeischen Ländern ausgcwandert: aus Meiningen 315, aus KoburgGotha 398, aus Anbalt 13 , auö Reuß j. L. 119, aus Rudolstadt 115, aus Altenburg 77, aus Sondershausen 53, aus Reuß ä. L. n Personen. Die Porzellanfabrik Veilidorf bei Sonneberg ist für 660,000 M. an eine Äktiengesellschaft übergegangen. Der Zimmermann Ernst Thieme in Altenburg ist bei dem Bau der Äeißler'schen Villa vom Gerüst gestürzt und gestorben. f Der langjährige Direktor der Gewerbebank in Gera. Ernst Friedrich Lothes und der. bekannte Forstwirth Karl Heckel in Jägersruh. Der aus weitere 6 Jahre (gewählte erste Bürgermeister der Stadt Z uöenroda, Francke, ist von der Landesregierung in Greiz nicht bestätigt woiden. cnizrct.l, ürttemdcrg. Der erste Jahresbericht des LandesVereins für Arbeiterkolonien in Württeniberg ist ein durchaus befriedigender und erfreulicher. f Zu Eannstatt Geheimrath v. Dilleniu, der frühere Gcncra!direkior der würltcn'.bcrglschcn Staatseiscnbahncn, 61 1. a. In Allhcngstadt bet Ealw hat eine große'Fcucrsbrunst gewüthet. Beim Einsturz einer Sandgrube in der Nähe von Ebingcn fanden der Maurer Stump von Schmiechen und der 77jährige Flurschütz Ender ihren Tod. In Eßlingen stürzte der Metzgcrlehrling Kaspar Dürr die Stufen eines Kellers hinab und starb bald da rauf. Der aus drei Gebäuden bestehende Kitzinghof bei Bartholomä (in der Nähe von Gmünd) ist bis auf den Grund niedergebrannt. In Hcilbronn wurde eine gewisse Paulinc Kampp aus Provorst wegen Kindesmord verhaftet. Der Dienstknecht M. Angele von Thannheim hat den Bauern Josevh Schmid von Mooshausen durch einen Büchsenschüfe tödtlich verwendet.
Scüleswtg'Hz.fletn. Das Schöffengericht zu Apenradc hat 15 junge Mädchen wegen Sinaens na-tional-dänischcr Lieder zu Geldstrafen von je 5 Mark veruttheilt. In Flcns bürg soll eine Fischbrutanstalt eingcrich tet werden Zu Plön ist der Bau eines neuen Gymnasiums in Aussicht gestellt. In der Nähe des sog. Neuen LöschPlatzes" in Rendsburg hat sich der Unterossizier Frömmert erschossen ; Mortv : Liebesgram. Brandfälle : In Pölitz,' Kreis Stormarn, wurde das Grundstück des Besitzers Möller, in LeisiM- das Haus des Stellmachers Lassen- -und in ökehorst bei Zarpen die Kathe dcs Tischlers Studt ein 3!aub der Flammen. . vrovlnj Weftsalen. Aus Münster verlautet, daß nach einem 'neuerdings aufgestellten Kostenanschlag werden sich die Kosten für Regulirnnz der Ems von Nhcden' bis Warcndorf auf 680,000 M. belaufen. In Münster machte unlängst der' 22 Jahre alte Sträfling Kaiser einen Fluchtversuch aus der dortigen Strafanstalt, wurde indessen von dem ihn verfolgenden Wacht Posten erschossen. In Eastrov ist der Knecht Rohlsing, in .Diensten des Ockonomen Vollmann, unier Mitnahme von ca. 1500 M. nach Amerika verduftet. In Dortmund ist der Redakteur (und Kaplan) Oberdörffer vom Tremonia" wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen zu 30-tägiger Gefängniß strafe verurtheilt worden. ' vraunscbwelg.Undalt. Lippe. . t In Zerbst fand das diesjährige anhaltinische Musikfest unter z hlreicher Betheiligung von Vereinen aus Anhalt und Gästen von auswärts statt. Der Ehor unter Leitung des Hoskapellmeisters Klughardt bestand aus 350 Sängern. Das nächstjährige Musikfcst wird in Köthen abgehalten.' In Detmold hat Graf Ernst zu Lippe-Vesterfeld, der Präsumtive Thronerbe unseresFürstenthums, den Führör der lippeschen OppositionsPartei, Nechtsanwalt Asemissen, in Memberg empfangen und sich von demselben Vortrag halten lassen. . Der Vorgang wurde allgemein als höchst bemerkenswerth betrachtet. Oeftpreußen. In Carthaus wurde ein Schönberger Arbeiter unter der Anklage verhaftet, auf ein Fuhrwerk geschossen und dabei den darin sitzenden Gendarmen Friese durch 36Schrote verwundet m haben. Durch Auflösung der' Dirschauer 3keparaturHauptwerkstätte haben 100 verheiratete Handwerker mit. ihren Familien die Stadt verlassen. Di6 Gewerbeausstellung in Marienburg ist jetzt geschlossen worden. In Marienwerder ist die Dienstmagd Apollonia Kapitzke aus Alte ration über die Untreue ihres Geliebten wahnsinnig geworden. Inspektor v. Kmszynski in Melanowo bei Konitz Wurde von dem Knechte Richter durch ei-
neu Messerstich lebensgefährlich vcrwundet. Lckltklen. Der Fürstbischof von Breslau, Dr. Johann 'obert Herzog, der momentan auf Schloß Johannisberg in Oesterreich weilt, ist bedenklich an einem Magen übel erkiankt. In Brcslau wird vor dem Schwcidnitzcr Thor eine Rennbahn für Bclocipedcnrcitcr errichtet werden. In Schweidnitz haben die städtischen BeHorden die Einführung einer kommunalen Bicrsteuer auf einheimische und importirte Biere beschlossen und crbofft man so eine Einnahme von 17,000 M:rk für lie Stadtküsse. In Eohcl ist dieser Tage die neucrbaute Synagoge ringeweiht worden. Der Lehrer Picgsa auö 3!oswadze ist wegen grober Unzucht mit einer 9jährigcn Schülerin zu 1 Jahr und 6 Monaten Zuchthaus vcrurthcilt worden. Aus Beuthen verlautet, der Fürst Earolath-Beuthcn, der kürzlich feine Braut, die Gräsin Hcnckel von Tonners mark, wenige Tage vor der anberaumten Hochzeitsfcier plötzlich durch den Tod verlor, wird zu seiner Zerstreuung eine auf die Taucr von li Monaten bercchnctc Reis: nach Amerika antreten. In Görlitz ist für die im nächsten Jabre hier abzuhaltende Gewerbe- und IndustrieAusstellung die Einrichtung einer Lottcrie mit 3'.0,000 Loosen beschlossen worden. Hessen.Darrnkkadt. Nach den neuesten Mittheilungen auö Darmstadt sind die größten Gemeinden deS Herzozthums : Mai mit 64.100 Einwolmern, Tarmstadt 44,."00, Ossenbach 31,600, Worms 0,900, Gießen 19,)00 und Bessungen 8,150 Einwohner. Dann folgen der Reihe nach Bingen, 5!astel, Bensheim, Lambertheim, Alzey. Pfungstadt, Heppenbeim,Aiernhczm und Friedberg. In Ruppertenrod wurden unlängst fünf Häuser, darunter Philippi'ö Bäckerei, total eingeäschert, trotzdem zur Zeit fünfzehn Feuerwehren aus der Umgegend anw'eftnd waren. Tie neue Bahnhofverror. halle in Mainz erhält riesige Dimensionen. Die Länge 'be trägt 300 Meter, die Breite 45 und die H?he 18 Meter. Sie hat eine Grundfläche von 14,000 Quadratmeter. Ndetnvrovlni. Köln hat seit einigen Monaten einen Bau - Boom. Auf Privatgrundstücken sind allein 66 Häuser im Bau begriffen, resp, fertiggestellt. Mehrere Bantsirmcn n: Köln sind von rassinirtcn Schwindlern vermittels gefälschter Wechsel um 42,000 Mark betrogen worden. Von. den Fälschern hat man keine Spur. Der bisherige Regierungspräsident von Bcrnull) von Köln, der nach Beendigung seines jetzigen Urlaubs in den 3!uhcstand treten wird, gedenkt sich bleibend in Bonn niederzulassen. In Jüchcn haben bei den dort stattfindenden Herbstmanövcrn zwei Civilisten durch Uebcrrciten den Tod gefunden. In 'Düsseldorf werden die ausgedehntesten Vorbereitungen zu dem bevorstehenden Kaiserfeste getroffen. Es sind bereits 60 Extrazügc angemeldet worden. Der Kommcrzicnrath Eduard Hoesch hat 300,000 Mari für Errichtung einer sog. Kinderkrippe" bewilligt, in der Kinder von Fabrik-Arbcitern vom zartesten Alter bis zum 4. Lebensjahre -Aufnabme finden. In Elberfeld bat der Weber Friedrich Weierstall den 21 Jahre alten Schuhmacher Heinrich Gördes ersto chen. " Der Mörder ist in Haft. Oldcnburq. ' In Oldenburg wird am 18. Dezember 1886, dem 100jährigen Geburtstage deö Komponisten Karl Maria von Weber, demselben in seiner Geburtsstadt ein Denkmal errichtet werden. Tie Ackerbauschule in Kloppenburz ist im vcrflossencn Schuljahre von L7 Ackerbauschülern und 25 Schülern der höheren Aürgcrschule frequcntirt worden. In Oldenburg erhängte sich unlängst der Ikentier Fcuse. Zlu Oesterreich. In Wien entdeckte die Polizei eine Falschmünzer-Wcrkstätte und verhaftete den ehemaligen Müllcrmcister Franz Mametz aus Welwarn in Böhmen und seinen SohnVincenz als die Verfertige?, von falschen Silberguldcn und20-Krcu zcrstücken. Der Gemeindcrath von Linz hat dem liberalen Landeshauptmann Eigner das Ehrenbürgcrrccht verliehen. "In Folge der letzten Regengüsse sowie der bedeutenden Erhöhung des Draubct'. tcs sind die Fluren von Flaschbcrg und Oberdrauburg oin zweitesmal überfluthet und zerstört. Fürst Metternich erössntte in Wels die landwirtschaftliche Gewerbe- und Industrie-Ausstellung. Zesserson-Hausi Wo. 01. und 63 Hfl Souty Straße.
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