Indiana Tribüne, Volume 8, Number 25, Indianapolis, Marion County, 13 October 1884 — Page 2

rZKüne. 'IttHUHU Er sch eint FägNch, McZeullich u. Sonntags. Ofstce: Z.29Q.MsrylanbSr. k?xit?.gttZe TriöSne" !oCt durch den Träger 13 EkntZ xer SSsch, d:e Ssnntsg . .TnduntCent fix Qoche. Beide zusammen 1b Cents. Per Post jugZch:Zt in LcrauZöezahlJvz ZS per Jehr. JndZanapolis, Ind., 13. Oktober 1834. Die letzte Vüffelz'agv. Wie ilv.c Erzihlang aus vergangenen Zeiten liest sich die Schilderung einer Jagd, die in vorige? Woche an dem Städtchen Glendive in Montana vorübergetobt ist und von der ein Theilneh mer sagt, es werde wohl,wenigstens was Ausdehnung und Jagdbeute anlangt, die letzte Jagd dieser Art gewesen sein. Leuie, die ostlich von Glendive auf den Feldern beschäftigt waren, fühlten und ho? ten plötzlich die Erde erbittern und erdröh nen, vernahmen daö Trampeln unzählicher Hufe, sahen eine dichte Staubwolke rasch auf sich zukommen. Aus der letztereit lösten sich Hundert von Büffeln los, wendeten sich nach dem ?)cllowstone ab, stürzten sich in wirrem Knäuel in den Strom, schwamuzcn hindurch und setzten am anderen Ufer ihre Flucht nach der canadischen Grenze fort. Gleichzeitig sprengten gegen vierzig Sicher heran, parirten ihre schäumenden Pferde und beschlössen, als sie die Tritte der fliehenden und Thier so dringend bedurften. Wahrend sie Feuer anzündeten und Stücke Büfselfleisch, die sie mit sich führten, zu braten begannen, erzählten sie den An siedlern, die sich neugierig um sie versammelten, von der großen Jagd, aus welcher eine vereinzelte Seenc vor den Augen der Hörer sich abgespielt hatte. Das war eine Jagd," sagte ein alter Jäger und Fallensteller aus Dakota, ,.wie ich noch keine mitgemacht babe, obgleich vor l20 Jahren noch viele Theile des ganzen Nordwestens von Büsfeln wimmelten. (5s mögen hier und da an geschützten Orten der Prairie, in welche sich nie der Fuft eines Wanderers oder Jägers verirrt, noch kleine Hecrden verborgen sein, aber eine zusammenhängende Sä)aar von mindestens 5000 der selten gewordenen Thicre giebt es im ganzen - ande sicherlich nia;t mehr. Ich gehöre zu derjenigen 'Abtheilung von Jägern, welche der üesenhccrde zuerst ansichtig wurde. Dieselbe weidete in völliger Sicherheit und wir kamen so dicht an dieselben heran, das; sich uns ein guter Ueberblick bot. Ich verstehe mich von früheren Jahren her auf die Schätzung der Gröhe derartiger Hecrden und die Anzahl der bei der gegenwärtigen Jagd erbeuteten Häute wird die Nichtigkeit meiner Annahme wenigstens annähernd bestätigen. Es war am Flühchen Cannon Ball in Dakota, als wir die .Büffel zuerst erblickten. Unsere ersten Salven streckten eine große Anzahl derselben nieder, wir folgten der Heerde, die sich in Galopp gesetzt hatte und blieben ihr für Stunden so auf den Fersen, daß wir den Weg, den wir zurücklegten, mit todten und verwundcten Thieren bedecken konnten. Neue Jäger schloffen sich uns an und unsere Eesammtzahl mag an einzelnen Tagen gegen 200 betragen haben. Trupps von Neitern gingen zurück, sich die Häute der gctödtetenBüsfel zusichern, einzelneTheile der Haupthccrde zweigten sich von dieser ab und wurden von Abtheilungen von Jägern verfolgt und so stürmten Wild und Menschen dahin, die wilde Jagd nur unterbrechend, um zu ruhen, zu effen, zu grasen und zu schlafen. Die Büffel vor uns bilden den Nest der Heerde ; an 500 werden sicherlich nicht viele fehlen. Sie gewinnen gegenwärtig einen großen Vorsprunz vor uns, aber auch sie bedürfen der Ruhe und der Nahrung und, ehe sie die canadische Grenze erreicht haben, wird der letzte von ihnen unsere Beute geworden sein. Daß die Büffel auf diese Weise ausgerottet werden, ist richtig, aber dies ist nicht zu vermeiden, und man kann nicht von dem Einzelnen verlangen, daß er zum Besten des ganzen Landes auf seinen persönlichen Vortheil verzichte. Früher verdienten die Indianer den Nuhm, daß sie nicht mehr Büssel tödteten, als sie für ,hren Unterhalt brauchten. Damals waren sie auf die Büffel als ihre Hauptnahrungsquelle angewiesen und vergaßen sich in ihrem Jagdeifer nicht so! weit, die Hccrdcn abzuschlachten, die ih-i nen auf Jahre hinaus Fleisch, Kleider! und Decken liefern sollten. Jetzt erhal-j ten die Nothhäute, was sie zum Leben', brauchen, von der Negicrung, und sind, aus diesem Grunde ebenso rücksichtslose. Jäger geworden, wie die Weißen, welches die Büffel allerdings fast blos der Felle wegen erlegen. Wenn der civilisirte. Mensch d'en Boden eines Landes für Zwecke der Viehzucht benutzt, oder wenn der. Pflug in die Wildniß vordringt,, wird es nicht leicht gelingen, die Thier? vor dem Ausstcrben zu bewahren, die der Wilndiß zu ihrem Bestehen bedürfen." Verwahrloster Danipfcrbrand. Vorige Woche berichtete der Telegraph den Brand des Dampfers Saguenay auf dem St. Lawrence mit dem Hinzufügen, daß Paffagiere und Mannschaft gerettet worden seien. Zehn Passagiere des Schisses aus Boston machen jetzt dieVorgange während jener Katastrophe öffentlich bekannt. Der Dampfer iuirb zu Excursionsfahrten von Quebec aus benutzt. Am 1. d. Mon. befanden sich unter den 80 Passagieren desselben zehn Damen und Herren aus Boston und drei aus Baltimore. Am 3. d. M. mußte das Schiff auf dem Rückwege an der Werfte von Murray am Einflüsse des Flusses SaHuenay in den St. Lawrence anlegen, um dort während der Nacht, zu verblei--Den. Den Passagieren .wurde gesagt,'

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Heerde jcnsclts des lucs verhallen yorte, sich und ihren Pferden ein paar Stunden die Rast au gönnen, deren Mensch

ein Schaden an der Maschine müsse ausgebessert werden. Gegen Mitternacht' hatten sich sämmtliche Passagiere in ihre Schlafräume zurückgezogen. Da sieht ein Bewohner von Murray Feuer aus dem Dampfer aufsteigen. Er schreit, springt die 200 Stufen, die aus der Stadt nach der Werfte hinabführen, hinab, läuft auf das Schiff, dessen oberer Theil bereits von den Flammen eingehüllt ist, sindet den Mann, der die Wache hatte, in der Küche mit Essen beschäftigt, den Capitan schlafend, den Kasfirer schlasend, weckt die letzteren und die Männer alarmiren Passagiere und Mannschaft. Halb bekleidet eilen die Leute aus den Kabinen, diejenigen von ihnen, deren Schlafräume sich auf dem Vorderdecke befanden, können leicht das Ufer erreichen, die 13 Fahrgäste aus Boston und Baltimore die auf dem Hinterdecke untergebracht waren, sahen sich durch das Feuer yon den übrigen Theilen des Schiffes abgeschlossen. Sie rufen um Hilfe, Niemand kümmert sich um sie, das Feuer rückt ihnen so auf den Leib, daß sie sich auf das untere Deck zurückziehen müssen, und immer noch geschieht nichts zu ihrer Rettung. Da löst sich der Dampfer vom Lande und treibt in den Strom hinaus. Die frierenden und zitternden Passagiere rüsten sich zum Sprunge in's Wasser, da rudert endlich ein Boot heran und die Verzweifelnden werden gerettet. Der Capitan hatte das Schiff von dem Taue, das es an der Werfte festhielt, losmachen lassen, weil er fürchtete, das Feuer klonte sich der letzteren mittheilen. An die 13 Nassagiere im Hintertheile des Schisses hatte er gar nicht gedacht, erst der Kassirer hatte ein Boot bemannt und war dem Schiffe nachgefahren. Erst am Freitag sandte die Compagnie, welcher der Saguenay" gehörte, einen Danipser ,ur Abholung der Passagiere nach Miu-cay.

Das -Wetterglas". Das Barometer ist jedenfalls daö wichtigste Instrument, dessen sich unser und der Signaldienst der ganzen Welt bedient. Auf der Ende vorigen Monats in Magdeburg abgehaltenen 57. Versamralung deutscher Naturforscher und Aerzte hat aus diesem Grunde ein Vor trag des Physikers Hochheim hervorragendes Interesse erregt, welcher an die Verdienste des Magdeburgs Bürgermeisters Otto von Guerike erinnerte. Dieser aus der Geschichte des dreißigjährigen Krieges bekannte Vaterlandsfreund und Staatsmann ist bekanntlich der Begründer unserer ganzen Lehre von der Mechanik und Statik der gasförmigen Körper, oder der Wissenschaft von den Gesetzen, Kräften und Hilfsmitteln der Bewegung und desGleichewichts dieserKörper, er ist neben und mtt Torricelli der Erfinder des Barometers. Wetteralas nannte das Volk das Barometer schon, ehe nur entfernt an wissenschaftlich aufgebaute Wettervoraussagungen gedacht wurde. Alle unsere Fortschritte in der Meteorologie und Physik haben diee Bezeichnung in der Hauptsache gerechtfertigt. . Die Slichtung der bevorstehendenLuftstromungenundWinde sagt das Barometer mit untrüglicher Zuverlässigkeit voraus und zwar werden die Stürme um so heftiger sein, je schneller und niedriger, die Quecksilbersäule im Wetterglase fällt. Der Seefahrer Skoresby war der Erste, der öffentlich anerkannte, daß er es nur der Warnung seines Schisssbarometcrs verdanke, daß er einem der verheerendsten Stürme, der vom 5. April 1819 an in der Bafsinsbai wüthete, aus dem Wege zu gehen im Stande war. Um den Magdeburger Bürgermeister als den Pfadsinder auf dem Gebiete der heutigen Metrorologie zu kennzeichnen, erinnerte Professor Hochheim daran, daß derselbe in seinen Forschungen und Ver-, suchen über den Luftdruck auf der Erde zuerst die Elasticität der Lust klar ersannt, und ausgesprochen hat, was wir schon als ein selbstverständlich' Ding in der Volksschule gelernt haben : daß nämlich der in unserm, wie in jedem Organismus vorhandene Lustdruck demjenigen der uns umgebenden Atmosphäre Widerpart halte und uns das Niesengewicht der auf uns lastenden Luftsäule spurlos ertragen lasse. Guerike hat die erste Luftpumpe construirt und in Negensburg die Macht des Luftdruckes vor Kaiser und Reich dadurch vor Augen geführt, daß er hohle, an ihren Rändern abgeschliffene Halbkugeln an einander hielt, die Luft aus dem Raume, den sie bildeten, möglichst entfernte und dann an jeder Hälfteder Kugel acht Pferde zum schärfsten Anziehen antrieb, ohne daß dieselben die beiden Hälften auseinander zu -reißen vermochten. Die Oeffnuncj eines kleinen Ventils ließ natürlich beide - Halbkugeln auseinanderfallen. Nachdem Guerike so den Luftdruck" nachgewiesen, stellte er fest, daß die Schwere", richtiger die Elasticität der Luft, ihre Eigenschaft, auf ihre Umgebung mehr oder weniger zu drücken, ihre Spannung einerseits nach ihrer Temperatur, namentlich aber je nach dem Standorte des Beobachters verschieden sei. . Hierauf begründete er die Verwendung des Barometers für HöhenMessungen, die bekanntlich heute ebenfalls zu den Gegenständen des Elemen-tar-Unterrichts gehört. Die dem Magdeburger Bürgermeister geweihte pntätvolle Erinnerung wird von den Berichterstattern über die Verhandlungen der erwähnten Versammlung nicht nur als berechtigt, sondern als verdienstvoll aus dem Grunde bezeichnet, weil der Mann, dem sie gilt, schon mitten in den Wirren des dreißigjährigen Krieges die Fundamentalgrundsätze unserer heutigen Meteorologie erkannt und wissenschaftlich begründet hat.Wahrend die Versammlung in Magdebura tagte, hat bekanntlich ein deutscher Forscher im Westen Afrika's die deutsche Flagge aufgehißt. Gerhard Rohlfs knüpfte an dieses Ereign! ß einen hochinteressanten Vortrag übe', die Bedeutung des schwarzen Erdtbeilsin seinen Bezieh hungen zu Deutschland. Schon Genserich, der König der Wandalen, gründete im Norden Afrika's ein Reich und nahm 423 v. Chr. mit 50,000 Mann Mauretanien in Besitz. Der Nürnberger Martin Behoim, eigentlich, weil aus Böhmen stammend, Martinus de Bohemia versuchte 1484 und 1485 während 19monatigen Aufentbalteö eine

deutsche Eolonie damals unter portugiesischem Schutze am Eongo zu gründen, der Pater Heiling erforschte im 17. Jahrhundert Abyssinien, des Großen Kurfürsten Thatkraft scheiterte an dem Versuche, in Afrika eine deutsche Niederlassung zu gründen, deutsche Missionäre und Naturforscher waren es, denen wir die wertvollsten Ausschlüsse über Afrika verdanken, Vornemann, Vurckhardt, Heinrich Varth, Nohlfs. Die Jntcrnationale Gesellschaft hat Afrika . am gründlichsten für die Wissenschaft erobert und gründet am Eongo einen neuen freien Staat. Neben dieser Thatsache muß der Umstand, daß Deutschland schon jetzt über eine größere Küste in Afrika gebietet, als in Europa die deutschen Eolonisationsbestrebungen in Afrika überaus wichtig erscheinen lassen. Jetzt schon an eine große deutsche Auswanderung nach Afrika zu denken, wäre nach Nohlf'S Ansicht unverzeihlicher Leichtsinn, wohl aber wird die kräftige Förderung der deutschen Küstenanfiedelungen und Han delsniederlassungen einer künftigen AusWanderung die Wege bahnen.

Eine bedauerlichc Entscheidung. Am Gräberschmückungstage '.des vorigen Jahres sind bekanntlich auf der Brücke über den East-Niver in New Iork zahlreiche Unglücksfälle vorgekommen. Die Opfer, resp, deren Angehörige hatten auf Schadenersatz geklagt und sich dahin geeinigt, den Proceß des Fräulein Lizzie Hannon als Testfall oder Kriterium für andere Entscheidgungen aus derselben Veranlassung zu machen. Dieser Proceß ist soeben in dritter und letzter Instanz dahin entschieden worden, daß Mitglieder des Verwaltungsrathes weder als solche, noch persönlich für jene Unglücksfälle verantwortlich seien. Die Klage des genannten jungen Mädchens war in der Hauptsache darauf begründet, daß die Trustees der Brücke nicht für Anstellung einer ausreichenden Mannschaft gesorgt hätten, die Unglückssällen bei einem Gedränge vorbeugen konnte, wie es an dem erwähnten Tage vorauszusehen war. Alle drei in der Sache gefällten Entscheidungen gehen davon aus, daß alle Beamten civilrechtlich haftbar seien, wenn Jemand durch ihre böswillige oder muthwillige Verschuldung Schaden erleide, daß aber Unterlassungen, welche als böswillig oder muthwillig nicht nachgewiesen sind, eine Verpflichtung zur Schadloshaltung nicht begründen. Juristisch ist gegen diese Entscheidung vielleicht nicht viel einzuwenden, aber als bedauerlich muß dieselbe aus dem Grunde angesehen werden, weil man das bisherize Verfahren unserer Gerichte nur billigen kann, den Opfern von Unglücksfällen liberale Entschädigungen auch dann zuzuerkennen, wenn ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Verhalten der Eigenthümer oder Btamten von Verkehr'anstalten und den Beschädigungnicht ganz bestimmt nachgewiesen ist. Vanr'erotte. Aus der Vankerottstatistik, welche die verschiedenen Handels - Agenturen von Woche zu Woche veröffentlichen, gebt deutlich hervor, daß die geschäftliche Kr! sis noch immer nicht überwunden ist. Im Anfang des Jahres hatte die Bradstreet'sche Agentur auf Grund sorgfältig gesammelte? Daten angekündigt, daß die geschäftliche Sterblichkeit im laufenden Jahre größer sein würde, als im abgelaufenen. Als Wahrschcinlichkeitsziffer gab sie 10,400 Bankerotte an. Es sind aber bis jetzt bereits so viele Zusammenbrüche erfolgt, daß sie nunmehr glaubt, die Gcsammtzahl während des ganzen Jahres werde sich auf 11,500 stejgern. Während der letzten drei Monate ist die Sachlage schlimmer gewesen, als in den ersten sechs Monaten. Da aber das Geschäft augenblicklich sehr ruhig ist und die Hoffnungen, die sich während des Sommers an den Einfluß unserer guten Ernte auf den Hcrbstumsatz knüpften, zum Mindesten nicht bald in Erfüllung gehen dürften, so ist es höchst unwahrscheinlich, daß sich am Schluß des Iahres die Sterblichkeitsstatistik aufbessern wird. Seit 1880 ist eine bestandige Verschlechterung in der Zahlungsfähigkeit der Geschäfte zu verzeichnen gewesen, und 1831 wird in dieser Hinsicht vermuthlich das ungünstigste Jahr sein, welches je dagewesen ist. Zum Glück kann man alle diese Thatfachen öffentlich besprechen, ohne die Gefahr einer Panik heraufzubeschwören. Es giebt gegenwärtig keine wilde Speculation in den Ver. Staaten, denn die gewerbsmäßigen Spieler an der Wallstraße zählen nicht mehr, als dic gewöhnlichen Spielhöllen Besucher. Das Volk als solches betheiligt sich nicht an den Speculat'oncn. Die Preise aller Waaren sind niedrig und können schwerlich noch viel mehr fallen. Auf Grundeigenthum wird nicht gewettet. Alle Geschäfte sind im Ereditgeben vorsichtig. Wir haben eine völlig gesunde Währung und die Banken stehen im Allgemeinen gut. Sonach fehlen alle Vorbedingungen zu einem Krach, wie wir ihn im Jahre 1873 hatten. Damals lebte das Volk sozusagen im Fieber. Scheinwerthe wurden begierig aufgegriffen, die waghalsigsten Geschäfte wurden gemacht, und Jedermann schien zu glauben, daß die Seifenblase niemals platzen könne. Heute ist das alles anders. Um so auffallender ist es allerdings, daß unter solchen Umständen so viele Bankerotte vorfallen. Die Erklärung dafür aber dürfte darin zu suchen sein, daß viele Geschäfte schon seit Jahren eigentlich nicht mehr zahlungsfähig waren und sich nur scheinbar ausrecht erhielten. Auf die Dauer geht das offenbar nicht, und deshalb werden alle diese Geschäfte endlich doch gezwungen, ihren Zusammen-, bruch auch öffentlich anzukündigen. In New Aork wird es immer noch Banken geben, die mit unsicheren Darlehen und schlechten Sicherheiten den Schein der Zahlungsfähigkeit wahren. Einzelne Actien haben auch jetzt noch einen Curs, der ihrem wahren Werthe rncht entspricht. Solche Fälle werden sich nicht lange mehr verheimlichen lassen. Die betreffenden Banken oder Cliquen werden, falliren, ohne daß dadurch das Geschäft des ganzen Landes wesentlich beelnflußt werden w ird. Wenn aber alle Waaren undPa-

Piere auf ihren wahren Werth zurückgegangen sind, so m u ß das Geschäft sich wieder heben, um so mehr, als das Land einen Ueberfluß geerntet hat. Während der nächsten Monate wird die Zahl der eigentlich alten Bankrotte sich wahrscheinlich steigern. Das ist aber kein Grund zu Befürchtungen. Praktischer 5lntimonop)!iö!nuS. Eine Zeitung in' Philadelphia, der Necord", hat sich das Verdienst crworben, einen der gefährlichsten Pools" auf eine höchst einfache Weise gesprengt, und damit den Weg für weitere Versuche auf diesem Gebiete gezeigt zu haben. Obgleich nämlich Philadelphia in der unmittelbaren Nachbarschaft der Anthra-cit-Kohlengrube:; gelegen ist, so kosteten die Hartkohlen'oaselbst doch mehr, als in New ?)ork. Der Grund dieser sonderbaren Erscheinung war leicht zu entdecken. Es zeigte sich, daß sich die Eisenbahnen eine ungebührlich hohe Fracht für die Beförderung von Kohlen nach Philadclphia zahlen laffen, und daß sich außerdem ein örtlicher Pool" von KohlenHändlern gebildet hatte, welcher die Preise in die Höhe trieb. Den Eisenbahn'Monopolistcn zu Leibe zu gehen, ist bekanntlich nicht leicht. De? Necord" beschränkte sich also darauf, eine Bewegung im Volke hervorzurufen, welche die Legislatur zwingen soll, auf Grund einer längst vorhandenen Verfassungsvorschrist den Eisenbahnen die Praxis der ungerechten Unterscheidungen zu verbieten. Dagegen ;og das Blatt gegen den Kohlenl)ättdler-Pool dircct zu Felde. Es kündigte an, daß es Hartkohle zu 75 Cents die Tonne weniger verkaufen werde, als der Pool. Letzterer ließ sich LL.50 bezahlen, der Necord' aber verkaufte die Tonne für 5.75. Er garantirte ferner ein Gewicht von 2240 Pfund auf die Tonne, während das Publikum früher allein durch kurzes" Gewicht um wenigstens 9300,000 jährlich beschwindelt wurde. Am 26. September eröffnete der Necord" dieses für eine Zeitung etwas eigenthümliche Geschäft, und in fünf Tagen waren bereits Aufträge für 1142 Tonnen eingelaufen. Natürlich setzten die Kohlenhändler sofort ebenfalls die Preise herunter. Es bildeten sich Arbeitervereinigungen, die das Verfahren des Necord" nachahmen und 5!ohlen zu Großhandelspreisen an- die Arbeiter abgeben wollen. Man bercchnct, daß auf diese Weise die Bevölkerung von Philadelphia jährlich 93,000,000 ersparen wird. ' Den Grubengcsellschasten und Eisenbahnen kann man leider, wie gesagt, nicht direct beikommen. Sie berechnen 82' mehr auf die Tonne, als im Jahre 1860, obwohl dazu kein anderer Grund vorhanden ist, als die Verwäfferung ihres Capitals. Während die NeadingGesellschaft ein gutes Geschäft machen könnte, wenn sie nur 80 Eents Fracht aus die Tonne rechnete, läßt sie sich $12.10 bezablen. Gegen solche Uebcrgriffe kann nur das Volk in seiner Gesammtheit etwas ausrichten. Vom Inlands. Der Kraftpflanze Lulu Hurst aus Gcorgia ist eine Concurrentin im eigenen Staate erwachsen. Die 14jährige Madelina Price- führt mit einer Hand dieselben Kunststücke aus zu welcher Lulu ihrer beiden Hände bedarf. Äkadelina, die gegenwärtig in den Staaten und Territorien am Stillen Meere Vorstellungen giebt, , versichert, sie habe eigentlich gar teine ungewöhnliche KörPerkraft, wenn sie aber ihre ganze Willenslraft auf das Hervorbringen einer bestimmten Leistung richte, so könne sie letztere spielend ausführen. Ihr Motto lautet angeblich : Verstehe nur zu wollen und Du kannst. Ein eigenthümliches Naturspiel trug sich vorige Woche im Hafen von Mazattan zu. Zahlreiche Spazierganger erfreuten sich an der Küste des herrlichen Wetterö. Der Himmel blaute, kein Lüftchen regte sich, dasV!eer lag wie ein Spiegel. Plötzlich rollten mächtige Wogen nach dem Lände und das Waffer trat weit himin in die nach dem Hafen mündenden Straßen der Stadt. So schnell es gekommen, kehrte es über das Ufer zurück und der Ocean erglänzte bald wieder in der früheren Unbeweglichkeit. Kein Geräusch außer dem Rauschen der vor- und zurückwogenden Wellen wurde gehört und nicht das leiseste Erzittern der Erde war bemerkbar. Die Erscheinung ist jedenfalls auf einen unterirdischen vulcanischen Ausbruch zurückzuführen. Untersuchungen über die Beschaffenheit des Meeresbodens in und vor dem Hafen wurden angestellt und man glaubt allgemein, daß man an einzelnen Stellen eine Abnahme der Tiefe des Waffers entdecken wird. Frau Seely in Sardira, N.J., litt seit Jahren an rheumatischen" Schmerzen am rechten Oberarm. Diese? Tage röthete sich eine Stelle des Armes, der Schmerz localisirte sich, der Arzt legte einen erweichendem Umschlag oder ein Kataplasma auf und zog nach und nach 46 Nadeln oder Bruchstücke von solchen aus dem Muskelfleische des Armes. Die Frau erinnert sich nicht, irgend einmal Nadeln verschluckt zu haben. Der Fall ist mysteriös. Die amerik anischen Schooner Otter", Alexander" nnd San Diego" sind von dem diesjährigen SeeHundsfange zurückgekehrt und im Hafen von Victoria in Britisch-Columbia eingelaufen. Ihre Gesammt-Jagdbeute besteht in 2,600 Robben und 130 Seeottern. Am nördlichen Ufer des Iellowstone hat sich die Zahl der Bären, Wölfe und Cojoten oder'amerikanischen Schakale so vermehrt, daß die Hcerdenbesitze? sich zu einem Vernichtungskriege entschlossen haben. DaS Stadtchen Ni-, les City in Montana kann nicht so viele Bärenfallen liefern, als täglich bestellt werden. GarmancherZe itungsleser geräth jetzt täglich in gelinde Verzweiflung, wenn er in den KabeldepeschenSpalten auf chinesische Worte oder Ausdrücke stößt, ohne mit diesen seltsamen Buchstaben-Eombinationen irgend einen Sinn verbinden zu mögen Diesen Unglücklichen zum Troste veröffentlicht ein freundlicher Sinologe" in New' Iork . M ' m

elmge pran lM Mn:e veyusü dcncren Verständniffcs. Es heißt da : Die Endsilbe Ho oder Kiang bedeutet Fluß (Hoang Ho, Gelber Fluß) ; Hu bedeutet See ; Hay oder Hai Meer (z. B. Hoang-Ha:, Gelbes Meer) ; Tschan Burg; Wei fester Platz; Keu Hafen ; Pe nördlich (Pe King) ; Nau südlich (Nan-King) ; Tong östlich ; Si westlich. Städte vom ersten Nang haben in Ehina gewöhnlich den Beinamen Fu ; Städte vom zweiten Nang den Beinamen Hien. Frau Ellen Harris, eine weiße Frau in Mcmphis, Tcnn., . hatte sich kürzlich eur Billet für einen vonFarbigen veranstalteten Ausflug auf der Eisenbahn gekauft, wurde von dem Arran-gements-Eomite aus dem Grunde vom Zuge gewiesen, weil dieser blos zum Gebrauche für Farbige bestimmt sei, und der Eonducteur, an den sich die Frau wendete, erklärte, es stehe ihm keine Bersügunz über den Ercursionszug au. Frau Harris hat die Bahngescltschast aus öl 0.000 Sck'adencrsaö verklagt. Ä o ri San Francisco iv u r d e mitgetheilt, daß nahe dem Orte Bruno am 15. September die Leichen eines '!anncs und einer Frau gefunden tvur-' den. In den Taschen der Mannesleiche fand man die Adreffe : Meiner Mutter Adresse ist V!rs. B. R. Gould, No. 17 Statestr., Brooklvn, N. Y." Nachsuchungen in Brooklyn führten jedoch zu keinem Resultate, um die Leiche zu identisiziren. Jetzt aber hat man Mrs. Gould in 3!ewark gefunden, und cö stellt sich heraus, daß der Ealifornier Todte ihr vor drei Jahren nach Ealifornien gegangencr Sohn, Eol.' James Leonard Neynolds ist. Die Leiche des Frauenzimmers ist die einer Mrs. McCabe aus San Francisco. Beide hatten Selbstmord begangen, und als Anlaß wird ein unglückliches Liebesvcrhältniß angegcben. Neynolds gehörte der fashionabcln Newarker Gesellschaft an und war ein Sohn der Frau Gould aus erster Ehe. Der Schiffszimmcrmann Charles Foster, zur Zeit in Brooklvn, versichert, es freue ihn nichts so sehr, als in den Zeitungen zu lesen, daß er in den bergigen Bezirken Pennsylvanicns bis auf die Knochen aufgefressen worden sei. Wir haben die Geschichte auch gebracht und dieselbe klärt sich dadurch auf, daß Foster im September d. I. im BooneGebirge auf der Jagd gewesen, daß dort Ende voriger Woche ein 10 Fuß langer Panther von dem Farmer Peter Bear getödtet, daß im Magen des Thieres ein Taschenmesser mit dem cingravirten Namen Ehas. Foster gefunden worden ist, und daß man seitdem nichts wieder von Charles Foster gesehen und gehört hat. Der letztere war nach Brooklyn gezogen, hatte dort nach kurzem Aufenthalte die Wohnung gewechselt und es gemacht, wie es Viele machen: er hatte seinen Ve-' kannten nicht geschrieben, ob er gesund geblieben. Wie wir früher berichtet ha ben, sind in Turzig in Preußen in dem Keller einer früher von einem gewissen Earl Seifert betriebenen Wirthschaft die Leichen von sechsMännern gefunden worden. Die deutschländischen Zeitungen enthielten ferner die Notiz, das; Seifert, ehe die Entdeckung erfolgte, nach Amerika gegangen sei. Letztere Angabe hat sich bestätigt. Seit Ende April wohnen Seifert und deffen Ehefrau in der Stadt Meriden in Connecticut. Seifert selbst ist jetzt angeblich für kurze Zeit nach dem Westen gereist, doch ist sein Ausenthalt bekannt. Der Polizeichef von Meriden, welcher von einigen dort wohnenden Deutschen auf Seifert aufmerksam - gemacht wurde, ist nach New ?)ork gereist, und hatte mit den Beamten des deutschen General-Consulats eine längere 'Bcrathung, nach welcher vom Consulate aus die deutschen Behörden wndi des Kabels von der Aufsindung Seifert's benachrichtigt und um wcitercVerbaltungsmaßregeln gebeten wurden. ,.' Wwemxv Anten !

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