Indiana Tribüne, Volume 8, Number 23, Indianapolis, Marion County, 11 October 1884 — Page 3
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r wirLn as H ff itÄ rr w wr X R Zit rurzrfte und Sefte Beh ach Vaaville, Nashville, Memphis, Cli.itinoogü, Atlanta, Savp.nnah, Jackson villc, Mobile and New Orleans. Es ist vsrtheilhaft fur Passegiftt nach dem Cüden, eine dirrtte Route zu ehmen. '"Maß-, Schlas. und Parlor-Wagen zwischer ags u euiZdille ans St il und emödills c;u. agenraecyiei. CöWfsrt, Scha:llig!eit und Sicherheit bieei ,3ff die die zuverlässige 3. M. & S. M. M. II. II. Dering:, Kssiflent General Vssiagier.Tgenr, 9;ibofi5J Wu?iintn und Jlinsii Str., Jndxl K. W McKknna., Superintendent.
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Goldene Schivingeu.
Roman von R Elch. (Fortsetzung.) Ah, ie meinen die Zigeunerin", rief der Mann unb schnalzte mit der Zunge. Ein verstirt hübsches Kind! Ist vor vier Tagen erst hier eingetreten und wird Wohl bald Wieder ausspannen....... verträgt sich nicht mit den anderen Weibsleuten. Die geht Abends um sieben oder acht Uhr von hier nach Ebcrsdorf, wo sie bciin Steinklopfer - Hannes,dem ärmsten Manne im Torfe, Unterstand' gefunden bat. Ist 'ne wilde Katze, das Zigeunermädel!" Lom stand am Abend auf dem Wege, der nach Ebersdorf führt, und sah die Fremde inmitten einer Schaar von Ardeiterinnen. Plölich, als er sich ihr nähern wollte, verzchwänd sie in einem Zichtenwäldcben, welches sich vom Wege ab bis zum Nordende des Dörfchens hinzog. Lom suchte bis zum Anbruch der Nacht die Entschwundene im Gehölz vergeblich. Endlich gelangte er ins Dorf und schaute durch die Scheiben eines armseligen Häuschens. - Hier bemerkte er die Zigeunerin vor dem Herdfeuer neben eincr alten Frau sitzen, welche uppe aus einem rußigen Keffel . schöpfte. Das ; Mädchen saß auf einem Schemel, hatte die Arme um die Knie gelegt und starrte rcgungslos in die Flammen. Jene warfen röthliche Lichter auf ihr (Besicht. ( Tcm Bildhauer zoa bei ihrem Anblick ein Wehgefühl durs Herz. Dieses heimathlose Mädchen war jedenfalls unter einem sonnigen Himmel geboren und in schrankenloser Freiheit aufgewachsen. Nun zwang es da5 Elend in derFremde, de:? )iacken unter dak Joch der Arbeit zu beugen. In der Hölle mukte bald jene Schönheit verblühen, irelche die' Natur oem Kmde in so reichem Mae mitgegebcn. Lom verließ seufzend die Hütte und lehrte träumend ins 5ctH?s urü?. 21m nächsten Abend stand er wieder aus dem Weg nach Ebersdorf und erwartete beim Fichtenwäldchen die heimkehrenden Arbeiterinnen. Er fühlte 'sich erregter, und als dicht neben ihm ein Rebhuhn geräuschvoll aufflog, schrak er zusammen wie ein Dieb in der Nacht. Eine kleine '?chaar von Mädchen und Burschen zog an ihm vorüber, aber die Zigeunerin war nicht darunter. Später bemerkte cr aus der Ferne einen ganzen Schwärm ?)!cnschen, der sich quer über die Wiesen bewegte. Zu seiner Ueberraschung geschah diese Fortbewegung ruckweise, bald drängten sich die Personen zu einem dichten Knäuel zusammen und inelten an, bald löste sich der Schwärm zu einem langen Zug auf und schoß eilig vorwärts. Gleichzeitig vernahm er Geschrei und Lachen. Bon ?!eugierde und Ungeduld getrieben, eilte der Künstler jener stelle zu, wo die spitze des Zuges das Wäldchen erreichen mußte, und hier bemerkte er, daß die Zigeunerin sich mit der Kraft der Berzweislung gegen zwei Burschen wehrte, welche an ihren Kleidern zerrten. Hinter den Ringenden her stürmten schreiend und johlend Weiber und halbwüchsige Jungen. Die Berfolgte hatte wiederholt die rohen Quäler abgeschüttelt, am ' Saum des Waldes aber schien ihre Kraft zu erlahmen. Plötzlich kebrte sie sich im Laufe um, ein Messer funkelte in ihrer Hand, die dunklcn Augen sprühten Feuer, der kleine Mund öffnete sich halb und der Kopf reckte sich hoch auf. Ein Gefühl der Bewunderung ergriff den Bildhauer, denn das Mädchen glich in der drohenden Haltung einem Nacheengel. Plötz lich flog ein Steinwurf aus der Rotte und traf die Verfolgte an die Wange. Mit einem Sprunge befand sich Lom an ihrer Seite ; er besaß eine nervige Faust und mit dem ersten Schlag, den er führte, streckte er einen der Verfolger zu Boden. Schämt Ihr Euch nicht, ein wehrloses Weib zu verfolgen, als ob es ein Raubthier wäre!" Die Zigeunerin soll Karten schlagen und Bären' führen, aber sich nicht unter ehrliche Arbeiter mischen !" antwortete ein schmutziger Junge und der Ebor unterstützte diese Worte durch Kreiswen und Joblcn. ,Pfui, Ihr setzt Euch selber herab ! ' entacanete Lom mit starker Stimme. Ist die Fremde nicht achtungswerther, da sie an Eurer Seite sich in der Fabrik quält, als wenn sie betteln ginge? Ihr, die Ihr es Tag für Tag erfahren müßt, wie viele harte, aufreibende Arbeit dazu gehört, das tägliche Brot zu verdienen,Jhr solltet wahrlich keinem Menschen die Möglichkeit rauben, seinen Hunger zu stillen." Die Arbeiterinnen verstummten, der Marni aber, den Lom zu Boden gestreckt hatte, war wieder aufgesprungen und suchte nun im Verein mit seinem Gefährtcn die Menge gegen Lom aufzureizen. Jener trat auf die beiden Schreier zu und sagte in drohendem Ton : Wenn Ihr raufen wollt, so kommt her, ich nehm' es auf mit Euch ! Feig und schmachvoll aber ist es, ein schwaches Weib anzufallen !" Die Burschen wichen vor dem schlagfertigen Bildhauer zurück, brummten und schimpften, verloren sich aber bald darauf im Gebüsch. Auch die Arbeiterinnen .undJungen zogen allmählich ab und Lom befand sich zuletzt allein mit scincmSchützling am Waldsaum. Als cr die Blicke nach dem Mädchen umwendete, brach das selbe gerade zusammen. ' Die Acrmste sank auf einen Rasendamm. Lom bemerkte,daß sie blutete. Rasch lief cr zu einem Wiesengraben hin, tauchte sein Taschentuch in das kühle Wasier und wusch damit die Wunde aus. Das Mädchen kam bald wieder zum Bewußtsein und brach in Thränen aus. Lom gab ihr Zeit, sich auszuweinen, dann sprach er ihr liebreich Trost zu und lief noch einmal zum Grabcn hin, um das Tuch ins Wasser zu tauchen. Als die Zizeuerin ihren Be schütze? jetzt genauer ansah, erkannte sie den Besucher der Rübendarre wieder, vor dem sie getanzt hatte. Scham und Bestürzung malten sich in ihrem Gesicht, sie wollte aufspringen und entfliehen, Lom jedoch hinderte sie daran. Sanft legte er seinen Arm um ibre Schultern, kühlte ihre Wange mit Wasserund schaute sie mit seinen lächelnden, glänzenden Augen zärtlich an. Statt sich zu beruhiacn, kehrten Schmerz - und Verzweiflung
in die Seele der Fremden wieder ein, wie gebrochen sanksie an die Brust des Mannes und brach in ein wildes Schluchzen aus, das ihren ganzen Körper erschütterte. Lom wurde es schwühl zu Muthe ; er fühlte das zuckende Herz der Schluchzenden unter seiner Hand, cr fühlte die heißen Wangen an seiner Schulter glühen, er athmet? den Dust ein, der dem dunklen Gelock entströmte, und süße Empfindungen bewegten seine Seele. Ein bellender Schäferhund schreckte die beiden Menschen auf. 'Das Mädchen sah sich scheu um, trocknete seine Thranen und als es den Blicken seine Beschützers begegnete, malte sich zuerst eine kindliche Verwirrung in seinen Zügen, dann aber zuckte ein warmer Strahl aus den dunklen Augen und ein lichter Schein, wie ihn das Gefübl des Glücks und (öeborgenseins nur yervorzaubert, ginz über ihr Gesicht. Als Lom in die von' Thränen bethauten Augen sah, war es ihm zu Muthe,' als habe sich ihm hinter zerstreuten Regenwolken eine entzükkendeFruhlingslandschaft aufgetban. Er drückte einen Kuß auf die Stirn des Mädchensund fragte nach seinem Namen. Sarolta", entgegnete die Fremde jetzt
leise. Tu bist wohl mit ungarischen Zigeunern nach dem Norden gekommen V Sie nickte. Warum bist Du jetzt allein ?" Peti Zima, was ist Vadder melniges," entgegnete Sarolta mit verschleierter Stimme, hat . gemacht Straich dumnies. . Wollte Bauer stehlen- Schwain, Schwärn aber schreit, daß Nachbarschaft wird alarmirt. Pulizei arretirt ganze Bande, Teremtete ! Ich allainig wisch durch. Bin ich gelaufen mailenweit, hob' ick' elend und hungrig gefühlt, ob ia) Arbeit gesucht, in Fabrik verfluchtiges. Darin aber blaib ich jetzt nimmer, hacken Alle ein aus arme Zigeunerin, wie Krähen auf Eule. Sarolta steht jetzt allainig auf Welt bvsartiger, ganz allainig. Ach, daß ich wär todt !" Der Bildharr liest seine Blicke über die Klagende gleiten. Auf andere Märn ner hätten die Lumpen und das Kauderwälsch der Zigeunerin abstoßend gewirkt; Lom aber fühlte sich von dem Ungewöhnlichen und Fremdartigen mächtig angezogen. Ihm erschien die halbwilde Nomadcntochter'als der verirrte Sproß eines edlen aus dem Märchenland Indien kommenden Volkes. Es reizte ihn, dieses verlassene )!aturkind aus dem Elend hervorzuziehen, dem im Staub gesundenen Edelstein eine goldene Fassung zu geben. Sarolta," sagte er in munterm Ton, die Welt ist doch so übel nicht und cs verlohnt sich schon der Mühe, noch ein paar Jährchcn das Leben zu ertragen. Tu bedarfst nur eines Freundes, der Dir aus der schrecklichen Lage heraushilft. 4i will Dir ein Freund sein. Hast Du vertrauen zu mlr, wlllzt Tu mir folzcn?" . Wer bist Tu V fragte sie, naiv zu ihm aufblickend. Er hatte Mühe, ihr seinen Beruf in erklären, und sie lachte, als cr ihr sagte, daß sie ihm als Vorbild für seine Arbeiten nützen könne. Als er geendet, sagte sie einfach: Werd' ich Dir folgen." Lom sah ein, daß er zunächst das Mäd chen mit anständiger Bekleidung versehen müsse und wendete sich der Stadt Zieh bach zu. Es beruhigte ihn, daß der Abend angebrochen war, als Beide die Stadt erreichten ; am Tage hätte er sich seiner Begleiterin geschämt. Er trat mit Sarolta zunächst in ein Magazin für Mo dewaaren. In eine Dame verwandelt trat die Bettlerin au5 dem Kabinet zurück. Ihr Gesicht strahlte vor Glück und Stolz und die Blicke richteten sich sofort auf den großen Spiegel, wo sie ihre eigene Erscheinung mit Wohlgefallen musterte. Lom ließ noch einige nothwendigeSchmuckgegenstände in ein Packet binden und zahlte dann die ölechnung welche den Inhalt seiner Börse stark verminderte. Es überraschte ihn zu erfahren, wie viel eine Evastochter zu ihrer Bekleidung nothig hat, aber er freute sich der Verwandlung 'dcs ?katurkindeS in eine reizende Dame. Als Beide den.Laden'verlicßen, haftetcn Sarolta's Blicke an einem grellbun ten Kostüm, das zur Auslage im Ladenfenster gehörte. Die Zigeunerin folgte ihrem Begleiter nur langsam und ihre Blicke hingen lange an dcm buntcnSchaustück. Als sie Lom nun fragte, ob sie sich jetzt wohlcr fühle, seufzte sie und autwortete: gen, fühl ich gut, aber wenn Du schon kaufst Klaid für Sarolta, warum kaufen Du nicht glaich Klaid schönes sarbigtes'" Der Bildhauer fühlte sich enttäuscht. Wo cr dcn Ausbruch innigen Dankes crwartet hatte,begegncte erden Aeußerungen eines kindischen Geschmacks. Es wollte ihm nicht in den Sinn, daß Menschen, welche besitzlos und ohne Erziehung aufwachsen, in dem begüterten Kulturmenschen nur das Glückskind sehen, das die Verpflichtung hat, seinen Ueberfluß zu verschenken. Er wußte nicht, daß Dankbarkcit von dem Pflichtgefühl unzertrennlich ist, und daß letzteres nur in den zivilisirten Maischen wach und stark werden kann. Mit einem Aufruf höchster Ueberraschung hielt Sarolta plötzlich dcn Arm ihres Begleiters fest; ihre dunklen Augen waren aus das Schauscnstes einesJuweliers gerichtet und mit naivem Entzücken bewunderte sie die funkelndenTiamantkrcuze die sanftschimmernden, Armspangen und strahlenden Halsbänder. Lom fuhr sich mit der Hand über die Stirn ; cs wurde ihm schwül an der Seite seines Schützlings und er hatte Mühe, demselben beareiflich zu machen, daß derartige Schmuckstücke nur für reiche Leute geschaffen würden. Bist Tu nicht raich V fragte Sarolta mit einem letzten sehnsüchtigen Blick auf die Juwelen. - v!cin," entgegnete der Bildhauer lächelnd, aber ich hoffe es einst zu wer den und dann sollst Du einen prächtigen Schmuck erhalten. Du wirst hungrig und durstig sein V setzte er hinzu, als sich ein Wirthshaus auf ihrem Wege zeigte. . .
Jal, ;ai, tfm ich serrr yungng " antwortete das Mädchen, und als Loin sie in einen glänzend erleuchteten und mit Gästen gefüllten Saal führte, schmiegte sie sich wie ein scheues Kind an ihn und schloß die vom Gaslicht geblendeten Augen. . ZwölftesKapitel. Graf Elmborg war nicht wenig überrascht, als cr eines Morgens im Atelier des Bildhauers die Zigeunerin fand. Ein eigenthümlicher langgezogener Psiff kam von feinen Lippen und cr gab Lom ein Zeichen, ihm ins Museum zu folgen.
Parbleu!" rief er hier und versetzte dem jungen Manne einen leichten Schlag auf die Schulter, das nenne ich Spitzbüberci! Also man hatte bereits sein Modell gefunden, bevor inan an die Statue der Aphrodite dachte? Und solche Scherze verheimlichst Du mir, Schlingels Lom'S Gesicht war wie mit Blut übergoffen ; er küßte dem Grafen die Hand und bat ibn um Verzeihung, daß er das Mädchen heimlich in's Schloß geschmuggelt habe. Jener ließ sich erzählen, wo und unter welchen Umständen Lom die Zigeunerin aufgefunden habe, und als der Bericht beendet war, zog der Graf die Augenbrauen hoch,räusperte sich heftig und schritt erregt zwischen den Kunstwerken auf und nieder. DaS ist eine blitzdunnne Geschichte !" brach er endlich polternd loö. Was willst Du mit dem Zigeunermädel anfangen, wenn Du seiner als Modell nicht mebr bedarfft?" Lom schlug die Augen nieder und meinte, er wollte es versuchen, dem Herrlichen Geschöpf eine Seele einzuhauchen er wolle all' seine freie Zeit dazu aufwenden, ihren. Geist heranzubilden und sie derart zu veredeln suchen, daß er sie als seine Frau heimführen könne. Der Graf lachte grell auf und rief dann in komischer Berzweiflung: Da ist der Träumer wieder, der einst behauptetc, Gott habe den Wald nur für die Finkcn und Turteltauben erschaffen. Du bist ein Schwärmer und Phantast ein Schwärmer und Phantast, sag' ich Dir, und Du wirst gut thun, auf Deinen väterlichen Freund zu hören. Ein verliebter Akensch Deines Schlages bildet aus einer Mignon keine Dame ; das ist Unsinn. Hauche Du dem Marmor Leben ein., aber lasse die Finger vonErziehungsversuchen. Jeder derselben muß mit einem Krach und einer schweren Beschädigung Deiner selbst endigen. Ein Künstler, der sein Modell heirathet, bürdet sich eine Last auf, an der cr sein ganzes Leben lang zu schleppen hat, und die ihm das Aufstreben zu hoben Zielen erschwert und fast unmöglich macht." Bei allem Respekt vor Ihnen," entgegnete Lom in etwas gereiztem Ton, erlaube ich mir diesmal doch anderer Meinung zusein. Ich liebe dies Mädchen; in dieser schönen Form muß eine schöne Seele wohnen und ich werde sie zur Entfaltung bringen. Sarolta steht schutzlos IN der Welt. Ich kann cs nicht sehen, daß man eine Blume zertritt, soll ich dieses holde Mensckenkind im Elend verkommen laffen?" - Der Graf schlug sich vor die Stirn und sagte resignirt : Ich bin ein alter Narr! Verliebten predigt man keine Vernunft. Versuch's, mein Sohn, nur frisch drauf los, aber knüpfe nicht eher ein Band, als bis das Akädchen sich in der Gesellschaft sehen lassen kann. Eines Tages wirst Du in die Klemme gerathen o, ich sehe das kommen, dann erinnere Dich, daß Du keinen besscren Freund in der Welt hast, als den alten Elmborg. So, und nun Gott befohlen !" Lom umarmte den gütigen Grasen und bat ihn um Verzeihung. 5 Das Fest auf der Villa fand an einem der schönsten Herbsttage statt, welche die Natur in dieser Jahreszeit noch zu verge ben hat. Der Fabrikherr empsing seine Gäste an Blanka's Seile in dcr stoßen Haltung, zu welcher ihn sein Name und' von Tabor im Salon erschien, den adeligen Grongrundbesitzern und hohen Beainten reichte er mit jovialem Lachen die Hand, einflußreiche bürgerliche Wähler begrüßte er mit wohlwollender Herablassung. Der Doktor half seinem Freunde die Honneurs machen; man zählte ihn schon völlig zur Familie. Lom trat spät mit dem Grafen ein und theilte Blanka mit, daß er gleich nach dem Abbrennen des FeucNverks das Fest verlassen müsse, da er mit dem Frühzug nach der Hauptstadt abreise. Wir folgen in drei Tagen," crlvi dcrtc die Baronin mit glücklichem Lächeln. unsere Trennung wird somit nur und ich rechne auf Jiire Gesellschaft, mein Freund!" ' ' Blanka und Hedwig ernteten im Herrenkreise Komplimente in Hülle und Fülle und bald herrschte im Vestibül eine so muntere Gruppenunterhaltung, daß die Ankündigung dcö Feuerwerks fast als eine Störung empfunden wurde. Dieser Theil des Festes war einem Lorschlag des Doktors zu danken; derselbe führte die Gesellschaft in den Park, wo sich auf einer Anhöhe das Schauspiel vollziehen sollte. Der Doktor, welcher die Hausfrau auf verschlungenen Pfaden der Anhöhe zuleitcte, schien sich in eigenthümlich schwärmerischer Stimmung n befinden. Die Baronin -folgte willig ihrem Begleitcr zu einer unter Büschen versteckten Grotte hin. Als Beide hier anhielten und die glänzenden Erscheinungen auf dcrAnhöhe beobachteten, vernahm Blanka eine rauhe, polternde Stimme so dicht hinter sich, daß sie nahezu aufgeschrieen hätte. Der Doktor alxr drückte ibren Arm festan sich und flüsterte : Was war das ? Pst. schweigen wir!" Ich' mußte Dich hier überfallen, Thomas, Tu giebst mirja keine Gelegenheit Dich anderöwo zu treffen," sagte in entschuldigendem Tone eine Frauenstimme. ..... . ; .
oas einpsangene canoai vcrecvilgtcn. Sein Gesicht erstrahlte vor freudiger Erreauna. als die Familie des bürsten
eine kurze sei, vir wollen uns vor Eröffnung des Reichstags in der Stadt noch wohnlich einrichten. Wir bleiben wabiscbciiili' den aanien Winter dort
; das nicht die Winyin zum r3ru bcn licht?" flüsterte der Doktor mit oei Auedkucke höchster Ueberraschung. Was wittji Du von mir ; sprich rasch und entferne Dich dann ! Ich i'aö' Dich versorgt, wir sind geschiedene Leute"', tönte die raube Männerstimme aus dein Dunkel. Das nennst Du ci:n- sorgung entgegnete die Frauenstimme, bcbend'vor Entrüstung. Das, was Du ' beute in alle Winde verpuffst und Deine Gäste durch die Gurgel jagen, beträgt mchr an Geld, als Du mir acgcbcn bast. ' Du
lebst hier wie ein Fürst und ich muß mich , in einer Schenke abrackern " Mcr nach seinem Verdienst." So, habe ich es verdient, daß ich in einer Kneipe mich quälen muß, während Deine Nichte und Deine Frau bier mit Dir im Schloß wohnen und Tausende verjubeln Mich hast Du geliebt, mir hast Tu die Ehe versprochen " Zum Henker, stimm' das alt- Klagelicd nicht wieder an. Sag', was Tu willst, und geh !" Ich will, ' daß Du unsere Zukunft sicher stellst. Wir haben es satt, in der Schenke rohes Volk zu bedienen. Lottchen kann sich mit einem anständigen Mann verheiraten, sobald sie etwas Vermögen besitzt " Äer Doktor hielt es jetzt für geratben,' die Baronin aus der Nähe der Sprecyenden fottzuziehen. Sie schritten geräuschlos über den feuchten Rasen und gelangten gerade auf die Anhohe, als eine Victoria im Vrillantfeuer erglänzte und ein Feueradlcr sich hoch in die Luft er hob. Blanka brach in ein schrilles verachtliches Lachen aus, als der Major von Rohloch ein Hoch auf den neuen Reichstagsabgeordneten ausbrachte. Es fehlte nicht viel, so hätte dieses wilde Lachen die ganze Gesellschaft in Aufruhr gebracht allein gleich darauf folgten brausende Hochrufe aus hundert Kehlen und verlöschten jeden Mißton. Unter dcn Klängen der Musik kehrte die Gesellschaft in dcn Festsaal zurück, wo der Ball sofort seinen Ansang nahm. Vei den feurigen Walzerrhhthmen erwachte in Blanka die bacchantische Lust. ' . Lassen Sie uns tanzen, Doktor, nur der Genießende lebt, nur der Mächtige hat Recht!" Das Gehörte hat Sie erregt, gnädige Frau. O, wie ich diesen Zufall verwünsche !" versetzte der Doktor. Ei, Sie sehen ja, ich nehme die Dinge leicht, ich gehöre zu jenen weisen Ehefraucn, welche mit dem Ausspruch : Vor mir die Sündfluth! in das Haus des hohcn, herrlichen Gemahls treten. Ach, die Welt ist so lustig, so schön es ist schier zum Tollwerdcn ! Tanzen wir, Doktor, tanzen wir !" Plötzlich stand mitten im Gcwübl dcr Tänzer und Tänzerinnen ein mit Schweiß und Straßenkoth bedeckter Bergmann. Wäre Banko'ö Geist mit einem Male in den glanzerfüllten Räumen aufgetaucht, cr hätte keine gewaltigere Ueberraschung hervorbringen können, als dieser bleiche, nach Athem ringende und gcstikulirende Mann, der die Lakaien von sich abschüttclte und mit der letzten Kraft seiner heftig arbeitenden Lunge nach .dem HausHerrn rief. Endlich verstimmte die Musik, die ganze Ballgesellschaft schaarte sich um den keuchenden Bergmann; alle Blicke richteten sich auf sein Gesicht. (Fortsetzung folgt.) Vom VuSlaud. Bei der d i e s z ä h r iy e n Feier des Sedanfestes in Dresden mußten die Schülerinnen einer dortigen Privatlehranstalt das bekannte Kriegslied von Theodor Körner : Du Schwert an meiner Linken, was soll dein heitres Blinken ?" absingen. Nun entsteht die Frage, ob es Wohl auf Ausbildung eines Amazonencorps abgesehen ist, oder mit welcher Art von Schwertern die angehenden Backfische eigentlich ausgerüstet sind, so Wie, was sie damit machen. Der Name der Stadt Meseritz soll wie ein posener Blatt berichtet nächstens in Stephansberg umgewandelt werden. Etwa zu Ehren des Generalpostmeistcrs ? I n Lugano (Schweiz) droht ein eigenartiger Strike auszubre chen. Die Leichenbesorger beschweren sich, daß sie zu wenig verdienen. Im ganzen vorigen Monat sind dort nur zwei Personen gestorben. Der Gutsbesitzer Henri Pooprich ward zu 3 Monaten Arrest verurtheilt, weil er gelegentlich der Anwesenheit der Königin von England in Osborne seine sämmtlichen. Kühe, Schafe und Lämmer mit patriotischen Farben bemalt hatte. DieThierejleckten die Farbe ab und verendeten infolge dessen massenbaft. Die Verurtheilung erfolgte auf Veranlassung des ThicrschutzVereins. Das ist hart für so viele loyale Gesin--nung. Aus Ezegled, dem Wahlorte des vielberufenen Verhovay, wird der folgende, für die Machinationen der Antisemiten in Ungarn in hohem Grade charakteristische Vorfall gemeldet: Vor einigen Tagen brachte ein kleiner Knabe dem Specereihändler Moriz Hirfchl einen Zettel, auf dem mit übermäßig großen Schriftzeichen geschrieben stand, Hirfchl Kiöze dem Knaben, wenn derselbe Tags darauf wiedcrkomme.folgcn ; dann werde er billig zu einem Liter Ehristenblut komnien, mit dem er unter seinen Glaubensgenossen ein gutes Geschäft machen könne. Er möge ' so hieß es auf dem Zettel weiter auch einen Schächter mitbringen, doch ja nur spät Abends, daniit sie 'Niemand, sehe. Hirfchl hielt die Sache für einen schlechten Spaß und kümmerte sich nicht weiter um dieselbe. Tages darauf erschien jedoch derKnabe in der That vor dem Gewölbe, blickte aber nur hinein und ging dann weiter. Hirsch! eilte ihm nach und nahm ihn fest. Als Hirschl von dem Knaben vernahm, derselbe sei von der Bäuerin Lidiä Molmar gesendet worden, erklärte er hiervon die Anzeige beim Stadthauptmann und begab sich, von einem Eommissär und zwei Polizisten begleitet, in die Wohnung der Bäuerin, wo sie dieselbe bewußtlos . im Bette liegend fanden. Sie. batte an bei
den Händen die Adern geöffnet. Als sie wieder zu sich kam, wurde mit ihr ein Protokoll aufgenommen. Sie erklärteste habe sich selbst die Adern geöffnet,um ihr Blut den Juden zu verkaufen, damit sie beweise,daßdie Juden Ehristenblut braukhen. Wäre ihr Plan gelungen, dann wäre sie nach der Hauptstadt gekommen und hätte dot -.-ucnschaft gegen die Juoen abgelegt. S t i l b l ü t h e. Amtlich wird in No. 247 der Augsburgcr Abendzeitung" bekannt gemacht.: Die durch Beförderung des Präparandcnlehrers Adolf Brenner zum Hauptlehrcr an der Präparandenschule Deggendorf erledigte Stelle eines Präparandcnlehrers an der Präparandenschule in Freising wurde dem Präparandenlebrer an der Präparandenschule zu Oberdorf, Hieron. Neumann, seiner Versetzungsbitte entsprechend, über-. tragen." Vei richtiger Atbemeintbeilung geht's! Das abgebrannte Eh r istiansburger Schloß war ein großer Palist, ein Prachtbau und eine Zierde der Hauptstadt Dänemarks. Nachdem daö alte 1803 durch Feuer zerstört ward hatte man das neue an seinen Platz gestellt. Die damalige königliche Familie wohnte selten darin, die jetzige, Christian oer IX. und die Seinen, garnicht. Das Schloß liegt mitten in der Stadt, es ist z'ocr kein Schloßgarlen oder Paik dabei. Der Reichstag, soniie der Landtag und oas Folketin" hatten ihre Zimmer und Archive im Schloß. Die zweite Eiage oer Vordttsene war vom König Ehristian dem III. 1830 zu? Gemälde Samm. lung eingerichtet worden und stand dem Publikum .'i mal wöchentlich offen ; c-, enthielt ferner ein prachtvolles Viv!inuseum. Auch das Elnographische').,'u.seum war darin, nebst' großen Sälen j'ür ')ofsestlichkeiten und die königliche Biblio:he:. Eine conservative Wxhcnschrist will hinsichtlich der in Skiernie wice vereinbarten Maßregeln gegen dcn Anarchismus erfahren haben, daß tic drei Kaisermächte auch von Cnzlaiid, Amerika und dcr Schweiz verlanaen werden, die Anarchisten stets wie gemeine Berbrecher zu behandeln und ' demcntsprechend auf Verlangen ausliefern. Hinzugefügt wird, daß dieser Verpslichtung sich in Zukunft kein curo päischer Staat, werde verschließen fön nen resp, dürftn. Wenn die Mittheilung richtig ist, so batte man einen nicht unwichtigen Ausschluß über eine der wichtigsten Fragen vor sich, die auf dem Programm der Kaiser -Entrevue gestanden haben. Bisher galt cö schon für überaus schwierig, selbst Oestcrreich-Ungarn zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die anarchistischen Ausschreitungen zu bewegen. Dieses specielle Ziel allerdings dürften die Staatsmänner in Berlin und Petersburg jetzt erreicht haben. ' Aus alter Zeit. Giles le Maitre, erster Präsident des französischen Parlaments unter Heinrich II., bedang sich bei der Verpachtung seines in der Nähe von Paris gelegenen Landgutes besonders aus, daß der Pächter an den vier großen Festen und zur Weinlese einen Karren mit frischem Stroh Versehen schicken müsse, um die Frau und Tochter des Präsidenten abzuholen, da diese Damen nicht auf EAn reiten könntcn. Dagegen sei für den Präsidenten selbst ein Esel u stellen. Der Letztere ritt dann dem Karren vorauf, während Dero vornehme Schreiber zu Fuß nebenher liefen. Eine lustig e Geschichte von ein.m Kellner-Ducll erzählt der in Mailand erscheinende Eorricre della Sera". Zwei Kellner aus einem BierHause in der Via di Torino gcricthcn in harten Streit miteinander, der in Thätlichkeiten' überging, welche schließlich zu einer Herausforderung auf Pistolen führte. Die Distanz wurde auf zehn Schritt festgesetzt und die Gegner sollten imFalls des Fehlens der ersten Schüsse gegeneinander avanciren. Am bestimmten Tage erschienen die Parteien auf dem Kampfplatz außerhalb der Porta Venezia. Die Waffen wurden geladen, die Duellanten einander gegenübergestellt, auf das gegebene Zeichen krachten zwei Schüfe und ein Kellner stürzte, indem seiner Brust eine Quantität rother Flüssigkeit entströmte, welche Vlut zu sein schien. Der Andere eilte gutmüthig zu dem Gefallenen,indem er seinem Sekundanten sagte: Wenn der Ehre Genüge geschehen ist, muß man dem Unglücklichen zu Hilfe kommen." Aber sieh da, plötzlich richtet sich der Blutende empor und reicht seinem mitleidigen Gegner die Hand mit dcn Worten: Es geht mir so gut wie Tir5 DiePistolen waren blind geraden worden und die Flüssigkeit, welche aus der Brust kam, war Ochsenblut in einer Blase, die im gegebenen Augenblick platzen gemacht worden war. Der Gefoppte wollte den ihm gespielten Streich anfangs übel nehmen, ließ sich aber endlich begütigen und der Friede wurde mit einem Diner für sechs Personen besiegelt. ' - Vor länger als einen: Jahre wurde gegen den damals dcr äußersten Linken angehörigen Ungarischen Abgeordneten und Redakteur Julius Verhovay die Anklage der Veruntreuung (Unterschlagung von Spenden für die Csango-Magyaren) erhoben, seit einem Jahre besindet sich schon diese Anaelegenheit in den Händen der, Gerichtshöfe, ohne daß bislang in derselben ein gesetzliches Urtheil gefällt worden wäre. Inzwischen wurde Verhovay, trotzdem er sich im Anklagezustande befindet,' wieder Abgeordneter. Die Opposition sieht darin den Beweis, daß Tisza die ihm zur Verfügung stehenden gesetzlichen Mittel nicht angewendet habe, um den von ihm verurtheilten Agitationen ein Ziel zu setzen, da sonst die Angelegenheit Verhovay's in dem einen oder dem anderen Sinne erledigt wäre. In der That gehört diese Affaire mit zu jenen Unbeareiflichkeiten, an denen das öffentliche Leben in Ungarn zu reich ist. Ein offener B lumen laden in einer Kirche das ist jedenfalls etwaS noch nicht Dagewesenes". In der französischen Kirche am Gensdarmen markt in Berlin ist feit einigen Tagen ein solcher Laden nach der Seite des Schauspielhauses zu eröffnet worden. In der Ladenthür ist ein mit Bouquets und Kränzen dekorirtes Schaufenster, wäh-
rend vor dem Laden zahlreich aufgestellte Blumentöpfe zum Kauf einladen. Ueber das Auftreten der Eholera inFrankreich bringen französische Zeitungen auf Grund amtlicher Festste!, hingen folgende Angaben : Seit dem ersten Auftreten der verheerenden Krankhcit bis zum 15. September sind in Frankreich etioa 5000 Eholera-Todesfälle vorgekommen, die fich auf 2S0 Gemein den vertheilen. Hieraus läßt sich schlicßen, daß im Ganzen seit dem 17. Juni ctwa 10,000 bis 12,000 Personen erkrankt gewesen sind. Es sind von der Cholera folgende 17 Dcpartcm:nts ergriffen worden : Nicderalpcn, Hochalvcn, Ardcche,' Ande, Rhonemündungen, Eorsica, Drome, Gard, Obcrgaronne, Herault, Hochpyrenäen, Ostpyrenäcn, Rhone, Seine, Var, Vauclusc, Jonne. In Mailand starb dieser Tage in hohem Alter der Pfarrer an der dortigen Marienkirche, Tcn Giovanni Sartorio, welcher auf demSlclbebette anordnete, daß man feine Leiche, statt sie zu begraben, verbrenne. Tie Verbrennung der Leiche hat auch wirklich in Anwesenheit eines distinguirtcn Publikums stattgefunden. Da jedoch der Erzbischof von Ätailand seinem Elcrus strengstens verboten hatte, an der Leiche die kirchliche Einsegnung vorzunehmen, so wurde dieselbe ohne jegliches religiöses Ceremonie! den Flammen überliefert. Aus Paris wird eine sensationclle Entdeckung gemeldet. Es ist ein elektrisches Mädchen gefunden w?rden ; daelbe ist dreizehn Jahre alt, arbcitct in einer Spinnerei und macht so erstaunliche Streiche, daß man auch nicht einen Augenblick anstehen würde, die Geschichte für Blödsinn zu erklären, wenn' nicht sonst so geachtete Namen wie Arago, Tr. Eholet und Ateunier sich als Zeugen aufstellen. Das Mädckcn tbeilt so ener gische elektrische Schläge aus, daß sie Tische und Stühle, die ihr nahe gebracht werden, wegschleudert. Als sie durch Glas vom Bodcn isolirt war, hörte die Wirkung auf. Vor einer Anzahl neugieriger Ingenieurs wollten allerdings die elektrischen Schläge ihre Schuldigkeit nicht thun. Zur Erklärung sagte man, daß die vorhergehenden Experimente das Mädchen entladen haben. D i e Peterskirche in Ätoni ist innerhalb der letzten Jahre mit Blei neu eingedeckt worden. Diese Arbeit erforderte 12 Jahre und kostete 100,000 M. Die ursprüngliche Bleieindeckung war in unvollkommener Weise ausgeführt, so daß beständige Ausbesserungen nothwendig waren und man sich endlich entschloß, die ganze Bedeckung zu erneucrn. Das neue Blei wurde wie der Architekt" berichtet aus Spanien bezogen und mit dem alten in dem Verhältniß zu einem Theil alt und zwei Theilen neu zusammengeschmolzen. Das Gesammtgcwicht der neuen Bedeckung be trägt 35 1,305 Kilogr. Eben ausgespannt würde sie eine Fläche von 615,2 Qu.-Mtr. einnehmen. Bei dcr Abdeckung fanden sich drei Platten von vergoldetem Kupfer hergestellt. Der GedankenleserCu inberland wird von einem Landsmanne, Namens Eappcr, ganz und gar auSzestechen. Cappcr errättdic Gedanken mit Hilfe viel geringerer äußerer Mittel, als sein Vorgänger ; cr verkehrt mit seinen Subjecten", 1) ohne sie zu berühren, 2) mittelst eines Seidenfadens und 3) durch die Vcrmiitlung irgend einer dritten Person. Als erstes Subject" in Paris diente ihm Sarah Veruhardt, welche Eapper mit seinem Barnum Chandor, in ihrem Hotel der 3!ue Fortuny aufsuchte. Die große Schauspielerin war eben in ihrem Atelier mit dem Meißel beschäftigt und legte diesen weg, um sich zur Verfügnng des Wundermannes zu stellen. Er gab ihr 1 Fr., damit sie ihn nach Belikben verberge, und verließ den Raum. Als die Künstlerin ihn hereinrief, richtete er seine Schritte schnurgerade nach einer Büste, die sie eben modellirt hatte. Ter Thon war noch ganz frisch. Eapper legte die Hand daran und sagte : Du drinnen muß die D!ünze stecken, aber ich könnte sie nicht herausholen, ohne Schaden anzurichten." Sarah lachte und erlaubte ihm, ohne Bedenken zu versahrcn, und bald hatte dcr Engländer das Frankenflück aus dcr Büste hcrausgeklaubt. Ein zweites Experiment wnrde sodann mit einer Bleifedcr gemacht. Eappcr versicherte, sie müsse in dem Divan verborgen sein, und bezeichnet nach kurzem Suchen die Stelle, wo Dona Sol mit dem Nagel einen kleinen Riß gemacht und Un Gegenstand hineingeschoben hatte.
Avend-Schttke für Deutsche, um Englisch zu erlernen. Die Srössnung der Zlbendschu'e für eilgen Zweck sind! am Montag, 1. September im Letale de deutsch. engl. Schulo-rein, ?Zs. 120 Ost ar?:5k!d Straße ttatt. Der Unterricht wir, an 3 venden in der Woche, riontag, tttwoch und ff rett ag. ron "i 9 Uhr eithettt und beträgt da da,iir u entrichtend Szuleeld 1 Dollar rer Monat. Damen ud Herren, welch daran ?htil zu nehmen gedenken, sind ersucht, sich tet X Vingsunk, Ko. 7 Süd Alabama S,rasze. oder auch cn dn enannten .denden tm SchuUotale Zu melken M?se?en,Iyr Leuntzt öle VANDALIA LINE ! tsr Warum? -ea Weil sie die kürzeste und beste Linie über feit X-oniw, IVIIHOiirl, KanIowa, IN" ot ras 'X'oxa.e. A.rlcn.xiftaBt Colorado New ItXexioo, Do cota und California ist. Das Vah?bett ist bon Stein und die Scyie neu sind aus S?ahl. Die Wagen haben die neueftea Verbessttunzeu. Jeder Zug Hit Schlafwagen. Passagiere, ob sie nuu Lillete erster Klasse oder Emigranten.Villete haben werden durch unsere Passagierzüge erSer Klasse befördert. Ob Sie nun ein ViÜrt zu ermäßigten Prei. seo, ein Sxcurs.anSbillet der irgend eine Srte Sisenbahnbillete dollea, k)e2 Sie, oder schreiben Sie an II. II. Der ine, Lssiftent General Pafsagier,2gknt. ordvfl.Ee Wafhmzto und Jllir.oi StrJnd'xl - S. H ill, Sen'l Snpt.St.LoniZ,No. C.Zl.Sord. e2'lPass..At Ct.Loni, txo
