Indiana Tribüne, Volume 8, Number 22, Indianapolis, Marion County, 10 October 1884 — Page 3
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JM& T!e körz'sie und beste Bshü nach . Loiii3YilIe, Na3hville, Memphis, Ch.ittanocga, Atlanta, Savannah, JackRonviile, Mobile and New Orleans. SS ist dortheilhaft für Passagiere uach dem Luden, eine direkte Kaute zu nehmen. Palast, Schlaf, und Parlor-Wsgeu zwischen hicaga n euUbUIf und t ii unr cuiödille oh. Wagenwechsel. fcsnifcrt, Schnrlligkeit nud Sicherheit bm ,3ejf die alte zuverlässige B. Ml. & B. M. M. kl. Ifc. Der In ff, ' Assistent General Passagier!,!, Nordvü.Sck, Washington unb Jlinot Str., Indpl? E. W McKenna. Superintendent. Olilcrio, St. Louis aud X?Ittlurg' Railroad. Zeit.?ad, fr? durchgehend und Lokal-Zvge. om l7. Febr. 1S33 an: Läge tsriafltn da Nntn.Drot, Indpl.. t folgt: Stationen. !Schll,glPoft,ug.,5chnL,g Äccom. Kbz. Indiz? aWi nt.lZav.d'gE't? n Stijr.cn b . Imjtcr. , SJtcua , Urtarta , ScLuu buS.... , Nalk . ... , St'uJenaiU . , 2öi'f , Uisfcu:g.;.. HarriZdvrg... ftilrtwcte , SSainsion.. . httadelrz 5cc i)oxl.... O'lon 4:26r.m tlO:4JC '4:55Nm 4.0031 6:t3 6:t06:2ü . 6:R2 . :n : ; 9:6 z '.2: . M'9 . 6:33 7:i2 , 4:153 7:40 8:50 , 7 I.SO . 11:2 8:2vim 12:59 Um b:i . 7:1 ? . 8:57 . 8: 9 0:b2 n: . 2:37rn 4:54 . 8:0-2 6:iT . i::7 3: 2 3:47 4:5! 6:40 2:'n i: Km e:Si 5:5 7:30 . 7:r0m Tstalttf). t T'Zzs. ausgenommen ontuaa. Pullmann' oiaft- bif und fiottS3aaet durch 61 LittSdvxg. Harrisdurg. Phtladelpdia unt New Vsrt. oin St'chZel. Blei in Waenmechse nach Äaltimor,, La'hu'ton und Boston. S5j ?a)'!al:en nach allen Oe'.:chn tSMi inb :n allen HzäN'?ahrkZtten'ureaL bei seitens nd in dem Stad:.Burau. Sck ecr Ilir.oiS uu Washington Straße und tm U.uon Depot Bare., Jvdtanaro'.iZ. u Hader,. 5$lafa)itpeTiÄcmn kdn. nen iürauö gefleim n:ben durch ÜprUtaMo; tti dn Agent i Ltdt?urau nttt iw Z z?ot zu Jndia?aroi, Ji'd. . . Derina. A. 3. P. . Nordosl.Ze Wasdiug. ton nd J2ini Straß. Jnd'xl. Zsmeß cks, Aan-e , Eolumdu, Oh-.o .. ffsrd. S,rl. Pa?agttk.unTtZtt..'5genl Rittbu,a. Fener-A larm-Stgnale. t Pennszlsanta uud Va:ke!. ö Ha?tquanikr de Feuer Desn.mentl. 6 O-'t'LtrZöe und 5!e Dorr. 7 ode! und Vichigan Straß,. 8 New Jersez-StraZe und P?affachsett v 9 S;r.fion iib ita:bStra5. 12 aachu?tt . nahe Nd! tr. Z3 Telamar Etr. und Fort Z3a?ne . 44 em Jersey unb ort Sayn, venu, 15 Peru Str. unbNZlslachusetl ve 1 Ehri?ti2n Ave. und 2ft Str. 1T Park Ar. vnd Bul'.er Str. 18 Barros 5tr. u-'d Va!o?t oe. 19 rcher u.,b Zahn Etr. 123 Solleg v. und Siedenr Srr. 124 Alabama uns Siebente ?:r. 12.5 Meridian und Tiedente Ttr. 126 Landes Ztr. und Lincoln A, 137 ZtuZneZungZ.Sebäude. U3 Eentral o. und Acht? tt ' 131 Alabama und Morrison 6t 132 RohaRktsn und Achte 134 College ve. und Zehnte Sti. 133 Home So, und De!aroar St, 1V lelamare nd Äichigan Sti. 22 t. Joe Str., n-ah JZinoi. LZ Pennsqloania und Pratt T:r. 25 No. k. Sngine oufe Sechste, nz? . 23 MlskiZsixri und St. Slair Lrr -27 Jino und Michigan Str. ZZ Pennslrania Str. und Home v ?9 R sftsstxoi und Vierte Str. 212 ZennefTjt und William Str. 413 Penn?,Ivznis ..d Ätchigan in. Jllins. und Lodert Et?. 31 nctcna Ave. und ilichifton Str 32 LZeridian nd Sslnu: Str. AI Sallfornta und Lermont t' . W BtLke und Neu, Dor! itt. -35 Jnsiana 3p. unb St. CIi t zu 37 Stadt. Zoirita'.. I Blake und sisrd Str. 2S j.-'.'.chig und SgreZ Ltr Zll 5 und Walnut Str. 313 West und Dritte L!r. 314 Siebente und H?a.d Str. 41 Washington, .'he SSrst 51:. 42 Seitzendors und 23as5i!igto S 43 Vissoariund ?! Ztr. 45 Veridiau und Waszinz'.or: ?..i. 46 JZ.noi und Cä;o St:. 47 Tennesse und Äshint?n S:r. 43 ingan'A Pork HouZ. 4Z Jndianiila. 412 !viiffouri und Z!lr?isn" tt. 413 Z5iisiz'ft?x! uni Wadash Str. 415 Ferguson' Port Hous. 421 3. 39. SS. und House. 423 Insan Ns?'.um. öl Illinoi und Nerril Str. 52 Jlinoi und Louifiana St, 53 West und AcSart? ktr. 54 kSeft nd South Str. 55 Tenneffee und esrzia Stl. 57 ertdian und Raq Str. 53 adison Slve. und o?ri St,. öS '?adison Ave. un Dn!o? Str '412 Best nd Rockmood fett. 513 Äentuia Soe. und Sientu e -514 Union und ilorriJ lt 518 Jlinoi und ans S 317 Storrii und Decsiai 5tt. 61. South nahe Telawar Str. S2 Pennsylvania und Louisiana Str. z Telasare und MeTan, tr. 4 OS und WcSart, Str. Slaiama und Sttgiana v. 7 Lirzmia Lv. und BradsKaw Sr, 58 Oft und oburn Str. ti Pennszlsania Str. und Nadtsor. ve. 12 B!cernan und Toughert? Zix. 71 Brrginia Ave. nah Huron Str. 72 OS und Seorgta Ltr. 73 Washington und enton . 74 enun und Seorglz Llr. 7SZzreft Ave. und Pin. 76 tiVLan und Säte Str. 78 LirgwtaÄve.und Ti2sn. 79 isltchr . und titttoii. 711 5tuce und Prosxett Ttr. 713 Eaglish Ave und Laurel Ctr. 714 Srang nd Oliv Str. 715 Shtld Mi Seeqn Str. Q Jers, Str. ,'82 Washington und Delawa? Stk. rS3ü und arl SN. bA Htm nd aStd!i 55 Taub um"'n!kn5aU 1 88 Vr. Staate Arsenal 8" Orrn,zl nd Saldtaton Sr: - 8? rake Sesngmi -812 .8 Schlanch.Hau. OH Sashwgtonftraß - 'S arlt n Habt Str. 814 Ob. und Haroeq Ln S aroland nah rrdtan Str. 92 Kendran nnd eorgi Tlraje. t-t-1 Prrvat.Siznal. -4-2-l, Und anen iederholt, ,mii, lar. z-Z Signal für ?euerIru. Let Schläge. Aeuer au. 'Drei Schläge, Tru ab. 'LS:!Tchlgk,lZUirVtU,Zl .
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Goldene Schwingen.
Roman do R. Elch o. (Fortsetzung.) Sie sollen mit uns zufrieden sein, Herr Neichstagsabgeordncter." Das Wort that dem Herzen des 53a rons wohl. Der Doktor kam eiligst die Treppe herab und Kranlitz flüsterte ihm zu: Die Fabrikinspektoren sind mir über den Hals gekommen, iväbrend draußen auf der Zuckerfabrik die Rüben auf der Darre liegen. Wir haben allerlei Vorschriften mißachtet und die beidenSchnüffler könnten unS wegen der Hölle und anderer Dinge arge Verlegenheiten bereiten. Helfen Sie mir die Lästigen an den Orten vorüberleiten, wo ich sie nicht brauchen kann. Ich werde Jhnen Zeichen geben, mein Freund, Sie verstehen." Aber die politischen Freunde droben im Saal" Ei. zum Henker, sie Zollen ftübstükken. Ich habe das Mandat, nun vrauchen wir der Gesellschaft nicht mehr um den Bart zu gehen. ' Vor, ineiner Abreise nach der ötesidenz werde ich auf der Villa noch ein großes Fest für die Einflußreichst'en unter meinen Wählern geden. r . In zwei Wagen fuhr die kleine Gescllschaft nach der Fabrik, und der Re gierungsrath empfand es als einen Vor zug. daß er die viertelstündige Fahrt in Gesellschaft der beiden charmanten Da men zurücklegen konnte ; ' er war sich daher bei der Ankunft am Bchimmungsqxt nur noch der Pflicht bewußt, den anae nehmen Gesellschafter zu spielen. Da ?S noch immer heftig regnete, fo trat die Gesellschaft rasch in das nächste Gebäude ein, welches sich vom Hofe aus erreichen lieft. Das waren die ungeheuren Stäl le, in denen nahezu dreihundert Ochsen mit den entzückerten Rüben gemästet wurden. Hier gab es für die Inspektoren nichts zu thun, der würdige Negierungs rath jedoch hielt es für angezeigt, den Damen einen belehrenden Vortrag über die Runkelrüben - Fabrikation im Allgemeinen und die ncuereu Lluslangungsmethoden im Besonderen zu halten, wobei ihn der Professor durch allerlei Randglossen unterstützte. Bei dieser Gelegenheit zeigte eS sich, daß Doktor von Hoßlar ein ebenso guter Hörer als Sprecher war. Seine Blicke hingen an den Lippen der Redner und es schien fast, als sauge er die Wissenschaftlichen Offenbarungen mit Ergötzen ein. Wollten die Inspektoren ihren Weg fortsetzen, so stellte der Doktor Fragen, welche zu neuen und höchst ausführlichen Aufschlüssen führten. Den Mastochsen schien was eigentlich nicht zu verwundcrn war der Vortrag etwas zu lange zu dauern, denn plötzlich, als der Vortragende gerade die Vortheile der Melissabrikation erörterte, stieß einKapital-Ochse ein tiefklingendcs Muh aus. Dieser breite Ton wirkte alarmircnd. Die lange Gasse hinab Pflanzte sick das Muh fort und zuletzt vereinten sicy hundert Ochsenkehlen zu' einem dounernden Protest gegen gelehrte Vorträge. . Der Redner brach ab und als die Gesellschaft den Stall, verließ, sagte Hedwig scherzend : .,Das Vieh yält sich für berechtigt, über das Thema mitzureden, weil es die Rübenreste auffressen muß." DieGesellschaft wandte sich der Sied'erei zu, woselbst sie der technische Direktor der Fabrik mit Ehrfurcht begrüßte. Hier ergingen sich Äegierungsrath und Professor in gelehrten Abhandlungen über Vacuumpfannen, Kohlensilter und andere technische Hilfsmittel. So vcrging eine volle Stunde, bis die Siederer durchwandsrt war und die Besucher zu einem Hofe gelangten, auf welchem viele mit Älüben befrachtete Wagen ihres InHalts entledigt wurden. Die Fuhrleute suchten fluchend und lärmend ihre Ge spanne nach der Ausladestelle zu treiben, andere, welche ihre Ladung losgeworden, lenkten unter Peitschenknall und lärmendem Zuruf ihre Gäule ins Freie. Jenseits des Hofes erhob sich eine mächtige Ouerhalde über das Gewirr von Wagen, Pferden und Menschen. Der Giebel des fensterlosen, Zwingburg ähnlichen Gebäudes war von dicken Rauchmassen umlagert, die der Regen niederhielt. ,,AH, da liegt ja die Rübendarre, das eigentliche Ziel unserer Reise," bemerkte der Regierungsrath. Hedwig und ' Blanka bemerkten, wie Kranlitz hinter dem Rücken der Inspektoren dem Doktor ein Zeichen gab. Jener brach darauf in die Worte aus: Lieber Baron, icb sterbe vr Hunger!" Und ich bin sehr durstig," sagte der dürre Professor seufzend. Dafür giebt's Abhilfe'." bemerkte der Baron mit großer Bonhommie. S.ebcn meldet mir der Herr Direktor, daß er cinige Erfrischungen ins Bureau habe bringen lassen. Der geehrte Herr Regicrungsrath, unser werther Herr Profeswr werden nach den Anstrengungen dieses Tages gewiß das Bedürfniß fühlen, sich ein wenig zu restauriren. Wollen Sie uns die Ehre erweisen " Sehr gütig, sehr gütig, aber die Rübcndarre " warf der Regierungrath mit einem strengen Seitenblick auf den Profejwr ein. ..Die bleibt uns nach dem Geflügel pour la bonne bouche," scherzte von Hoßlar. In diesem Augenblick ist es ganz unmöglich, in dic Halle zu gelangen, 'denn wir müßten uns un'Regen durch den Wirrwr von Wagen, Pferden und Rüben einen Weg bahnen. Außerdem müßten wir die Damen hier allein lassen, denn diese sind zu erschöpft, als daß sie noch hohe Treppen erklimmen möchten." Der pflichtgetreue Beamte wollte nach der Uhr sehen, allein der Doktor rief in scherzhaftem Tone: Wollen Sie uns morden, verehrter Herr Regierungsrath? Sehen Sie nicht, daß die Frau Baronin sich vor Müdigkeit kaum mehr auf den Füßen zu halten vermag, daß dieser geniale Künstler" hier deutete er auf Lom nach einem Trunk schmachtet, das ich, der ich mich seit Tagesanbruch nur von den Dünsten eines Wahllokals näbrvor HunZer vergebe, daß der um
die Wissenschaft so hochverdiente Herr Professor" Ah, heute wurde Ihre Wahl cntschieden, Herr Baron ? Darf man gratuliren'" Kranlitz nickte lächelnd und der Regierungsrath drückte ihm mit Begeisterung dic Hand. Darauf müssen wir ein Glas leeren," sagte er, und die Gesellschaft trat ins Bureau ein, woselbst zwei Kellner des Rehbacher Hotels ein leckeres Mahl servirt hatten. Der Regierungsrath überflog mit prüfenden Blicken die reichbesetzte Tafel
und brach dann schmunzelnd m die Worte aus: Beim Anblick der vielen verlockenden Genüsse, welche hier mit völlig ;auberhafter Präzision geboten werden, komme ich erst zum Bewußtsein einer gewissen Leere " Borden rothen Scheerendes Hummers, den sanftgebräunten Rebhühnern, den süßen Kompots und dem perleuden Sekt , schwanden die autoritative Würde des Regierungsraths und die Grübeleien des Professors hin und beide Herren freuten sich des Augenblicks. Nach dem Lachs brachte der Regierungsrath einen Toast auf den neuen Neichstagsabgeordneten ans, den der Doktor als ein Brillantfeuer des Esprits bezeichnete. Diese Randglosse wurde Kranlitz zugeflüstert, aber so laut, daß sie auch das Ohr des Redners traf und bei diesem lebhafte Genugthuung hervorrief. Beim Dessert dcritkte Kranlitz für den Toast seines hochverehrten Gastes und ließ die'Regierung und ihre pflichtgerreuen, opferfreudigen und intelligenten Organe leben. Wieder wurden die EhamPagnerkelche geleert. Als Hedwig nun bemerkte,' das; der Doktor, welcher rasch im Geiste eine seiner besten Wahlreden zur Tischrede umformte, sich lang-' sam erhob, gab sie Blanka einen Wink und Beide verließen das Bureau, ohne, daß ihr Aufbrechen von den in lebhafter Unterhaltung begriffenen Herren bemerkt wurde. Blanka," sagte Hedwig draußen, Du wirst bemerkt haben, daß mein On 1 kel dic Inspektoren von der Halle da drüben ablenkte. Dieselbe verbirgt ein Geheimniß. Erinnerst Du Dich, daß Reinhold Back von einer Hölle sprach ' Ich muß wissen, was es bier zu verbergen giebt." Der gleiche Verdacht ist auch mir gekommen." Auf zur Hölle !"' rief Hedwig in cnergischem Tone und schob ihr Hütchen mit' einer Bewegung in den Nacken, als wolle' sie dem Teufel selber Trotz bieten. 3lasch; eilten Beta durch ein langes Querge-! bände, tvo Sprit fabrizirt wurde, zur' Halle hin und fanden eine brcitc eiserne Treppe, welche sie hinausstiegci. Sie hatten aus den Erkäuterunaen der Inspektoren vernömmcn, daß die Fabrik nach dem Schützenbach'schen Äscera-tisns-oder Auslaugugsversihrcn arbeite. Sie loußten, das: dic tunk.'lrü-' ben - Zuckerfabriken vor der Ernndung Schützenbach's in jedem ;abr nur wenige Monale hatten arbeiten tonnen, weil die Zuckerrübe sich nur kurze Zeit frisch erhalten ließ, ohne in Fäulniß überzugehen. Schütznbach fand nun, daß die Rübe sich jahrelang erhalten ließ, wenn man sie in lange Streifen schneide und dann dörre oder röste. In den Fabriken nun, welche nach der Schützenbachschen Methode arbeitetcir, wurden während der Rubencrnte zunächst ungeheure Massen frischer Rüben geschnitten und gedcrc Dadurch erhielten sie Ma terial genug, um das ganze Jahr hindurch ohne Unterbrechung arbeiten zu können. Hedwig hatte es mit Bcfrie digung vernommen, daß diese Erfm düng Schützenbach zum reichen Vkanne gemacht habe, allein sie sollte bald erfahren, daß sich imGefolge der fortschreitenden Industrie zuweilen Dämonen befinden, welche der Geist der Humanität erst verscheuchen muß, bevor die Menschheit der geistigen-Errungenschast froh werden kann. . Als die beiden Damen die hohe Treppe erklommen hatten, stießen sie eine breite Thür auf und befanden sich'plötzlieh in einer erstickenden Atmosphäre. Nachdem sich ihre Augen an den Qualm gewöhnt hatten, sahen sie vor sich einen weiten Rost aus Drahtgeflecht, durch welchen qualmender Rauch und heisze Luft strömten. Hier und dort züngelten auch Flammenspitzen durch das Drahtgeflecht, wclches einer ungeheuren Tischstäche glich. Hedwig wagte sich, trotz der versengenden ? r ,r i " f ' i et i. U)iu:o, etc lyr enigegeni.ci'tt,g. an den Rost heran und bemerkte nun, daß die Helle m der Tiefe einen ungeheuren Feuerherd enthielt, von welchem Flammen und Rauch zum Rost emporstiegen. Ueber demselben befanden sich an der lin ken Seite eine Reihe von Schnitzmaschinen. In die obere Oeffrnmg derselben warfen halbnackte Arbeiterinnen Körbe voll ganzer Rüben hinein. Eine mit scharfen Messern versehene iotirwalzc zerschnitt die blühen und.' ließ die langen Streifen auf den Rost fallen. Zu beiden Seiten der 'Uostflächc standen Frauen, welche mit Stangen die Rü: benschnitzen auf der Drahtfläche ausspreizten ' und sie in der ansteigenden Feuersgluth dörren , ließen. War dies geschehen, so wurden dic gedörrten Schnitzen in Körbe gesammelt und an der rechten Seite in dic Lagerräume binabgelassen. iDas sinnreiche Verfahren hatte nur den Nachtheil, daß die Arbeiterinnen ein wenig mitgeröstcr wurden. Ein Fegefeucr war hier auf der Erde ctablirt. Die Besucherinnen, welche nur zaghaft vorschritten, vernahmen zuerst aus den hin und her wogenden öiauchmaffen einen Höllenlärm hervortönen. Das Prasseln und Zischen der Maschinen, das Stnu stern und Prasseln der Flammen, daZ Scharren und Rascbeln der Stangen, das öl lappern der Holzpantinen an den nackten Füßen der Arbeiterinnen all diese Geräusche flössen zusammen und wurden zuweilen übertönt von dem Geschrei der Frauen, jßiele derselben hatten nasse Tücher vor den Mund gebunden, die Meisten aber athmeten die guthatmosphäre frei ein. Blanka und Hedwig nahmen mit Erschrecken wahr, daß die Arbeiterinnen -nur zur Hälfte bekleidet waren. Vor ihren Blicken tauchten diese menschlichen Wesen wie aus einer mit Nebel gefüllten ungeheuren Höhle
hervor, bald' zeigtett sie sich in greu?r eleuchtung vor aufzuckenden Flammen, bald tauchten sie in den Rauch massen untere Je weiter dic Vesuchcrinncn kamen, desto enger schlössen sie sich an einander an. Rauch und Hitze droh; ten sie zu ersticken. Der Lärm um sie her wurde' immer toller, diV Erscheinungen immer drohender. Die Arbciterinncn nämlich, welche inmitten der Halle den Rost bedienten, waren weit schlimmer daran, als ihrer Zeit die auf dem Dreifuß sitzenden Priestcrinnen von Delphi und sie geriethcn wie Jene in eine an Raserei grenzende Ertase. Sie bewegten die Stangen so hastig, als wollten sie sich gegen die aus der Tiefe aufsteigende Gluth wehren. Dabei kreischten sie sich mit heiserer Stimme allerlei Derbheiten zu. Beim Anblick der beiden Damen brachen sie in ein kreischendes Gelächter ans. Blanka und Hedwig beschleunigten ihre Schritte und .strengten alle Kräfte an, um rasch das Ende der Halle zu erreichen. ie erkannten, daß sie sich auf ein allzu kühnes Wagniß eingelassen hatten. Hedwig schmiegte sich furchtsam an Blanka, wel che ihre stolze Haltung nur noch mühsam zu bewahren wußte. Die drohenden verzerrten Gesichter der Weiber verursachten ihr ein Grausen. War sie wirklich in die Hölle gerathen l Der Gang nahm kein Ende und der breite Rost erschien ihr wie ein qualmender Höllenrachen. Vorwärts, vorwärts !" raunte ihr Blanka zu und stieß ein Weib, das ihnen im Wege stand, zur Seite. Immer hastiger schritten sie aus, , aber die Halle schien endlos zu sein, und die schreienden und gestikulirenden Weiber umdrängten sie immer mehr und schienen sie zu höh nen. Allem Anschein nach hatten sie den Ausgang verfehlt. Poldi Lom war der einzige Mann an der Tafel, welcher das Aufbrechen der Damen bemerkt hatte. Geräuschlos folgte er ihnen und schritt dann über den Hof der Halle zu. Auch ihn trieb die Ncugierde, den Inhalt des geheimnißvollen Gebäudes zu erforschen. An der entgegengesetzten Seite, wo seine Freundinnen die Halle betreten hatten, gelangte er in das Pandämonium und schritt in die quirlenden Rauchmassen hinein. Er kam nicht weilt, denn kaum hatten ihn die von der Gluth und den Dünsten in einen Taumel versetzten Arbeiterinnen bemerkt, so stürzten sie sich lärmend und kreischend auf ihn, drängten ihn mit ihren rauchenden und halbvcrkohlten Stangen gegen die Mauer und brachen in ein triumphirendcs Gelächter aus. Der Bildhauer glaubte eine Horde rasender Bacchantinnen vor sich zu haben und schaute nach einer Lücke aus, durch welche er entschlüpfen könne. Glücklicherweise sprangen die Angreifcrinnen an den Rost zurück, um. die frisch aufgeschütteten Rübenschnitzen aüszubreiten. Er war frei und überlegte, ob er rasch umkehren oder zur anderen Seite der Halle hineilen solle da tauchte plötzlich aus den dicksten ötauchwolken eine Gestalt vor ihm auf, welche ihn fest an die Stelle bannte. Von den häßlichen, cckigenund knochigen Arbeiterinnen, dic dann dem schönheitsliebcndcn Bildhauer ein Grauen eingeflößt hatten, unterschied sich dies weibliche Wesen auffallend. Es war nicht zart und weiß, sondern leicht gebräunt, wie eine indische Bajadere. Auf dem blühenden, jugendschönen Leibe trug das Mädchen nichts als ein zerrissenes Hemd von etwas unreiner Farbe ; über der Hüfte war dasselbe durch eine Schnur zusammengefaßt. Sie hatte dunkellockiges, schweres Haar, welches auf die sanftgerundeten Schultern hcrabfluthete und sich in der Bewegung des Kör perö um den Hals bis zu den Schultergrübchen hinringclte. .Das Gesicht war nicht edel geformt, die breiten Backenknochen verliehen ihm etwas Eckiges, aber die Augenbrauen glichen zwei schwarzglänzenden Triumphbogen, und unter diesen und den langbcfranzten Lidern erglänzten zwei dunkle Augen, welche starr und ernst auf den Künstler blickten.- Die5er waUe kaum, sich ;u regen, die großen klugen des Viädchens hatten einen Zaubsr in sich. Wer ist sie, fragte sich Lom. wie kommt sie in die Hölle ? Nie im Leben meinte er einer so'fremdartigen, Nilden Schönheit begegnet zu sein, wie hier. Und dieses seltsame Geschöpf schleuderte die Holzschuhe iveit von sich, schnvang mit einem weithin schallenden Juchzer die Stange um ihren Kopf und begann nun einen seltsamen Tanz, den sie init ihrem einförmigen Singsang begleitete. Dieser Tanz überraschte und entzückte den Künstler, denn jede der rhythmischen Bewegungcn war voller Anmuth, in jeder Stellung bot das Mädchen ein Bild von bewundernswcrthcr Plastik. Und es schien fast, als ziehe die Tänzerin die aufivirbelnden ))kauchwolken mit in ihren Tanz hinein. Bald haschten die Arme und Hände nach den Wölkchen, bald umhüllten die Dämpfe wie scingewebte Schleier die schöne Büste, bald tauchte die ganze Gestalt in aufwirbelndem Rauche unter, um gleich darauf in majestätischcr Haltung .wicdcr hervorzutreten, der Venus gleich, die aus dem Gischt der Wogen emporstieg. Lom stand der Tänzcrin wie bezaubert gegenüber. ..An den anmuthigen Bewegungen der schöngeformten 'Arme, an dem scbalkhaften ?!eigen des Kopfes, an den Wellen bcwegungen dieses elastischen Körpers berauschte sich der Künstler. Und jetzt tanzte das räthselhaftc 'Geschöpf mit entflammter Leidenschaft einen E;ardas ; es schrie, jauck'zte, schleuderte die Stange hoch in die Luft, klatschte wild in die Hände, näherte sich dem Zuschauer und sprang dann plötzlich weit zurück in die aufqualinenden auchwolÜ'N. .... Diesmal kehrte die Erscheinung nicht wieder, sie verschwand im Gewirr der Arbeiterinnen und Maschinen. Lom war es noch immer, als leuchteten die dunkeln Augen wie zwei Sterne auf ihn nieder. Er fragte sich, ob auch ihn der Oiialm der Hölle berauscht und er nur eine Vision gehabt habe. Ein Tumult - gab seinen Gedanken eine andere Richtung. Er hörte einen Hilferuf und erkannte Vlanka's Stimme. Rasch sprang er vorwärts und langte . gerade rechtzeitig an, um Hedwig und Blanka, welche einer Ohnmacht nahe waren, zu befreien. In der frischen Luft erholten' sich die blichen Damen rasch wieder absr Hed-
wig ivar so eilt' zetzt und desct'amt. dan ne in Thränen av.sbrach. AI die Bescher der Hciü cttdl ich ins BöVtw.i ;:in:tenr. ten, jyvAiia, ia- !c,z'.ciilttgZl.ut), Gesicht jetzt ein'. 5ui:kelro:be Färbung zeigte, vom 2 ische auf und rief : E-) i,t die höä'ste Zeit zur Rückkehr, lieber Professor, wir va.süttme-r soi'tt den Zug !"
jn üiic wurden i-x 0i aiupügnericlche lebt zn haben, man gilißte sich vom Wagen aus und verließ dann auf verschiedenen Wegen die Fabrik. Als -Kranlitz in seiner Victoria-Ehaisc mit den Damen der Villa zufuhr, warf er sich fröhlich lachend m die. weichen Kissen und rief : Den Spürbunden' babcn wir riä'tig 'ne Nase gedreht." Blanka und Hedwig blickten durch dic trüben Kutschenfenster und schienen aufmcrksam die rothe Halle zu beobachten, deren Dach noch immer vo;i dunklen Rauchmassen umhüllt war. Welch furct'tbare Dinge batten. sie dort gesehen!! i, . ' . kJ 1 Älanka muM ack s gedenken, der wiederholt die Hoffnung ausgesprochen, sie werde einst den Leidenden zu Hilfe kommen. Konnte sie diesen. Hoffnungen entsprechen? Nein, es war unmöglich. 5 oft sie Fürbitte für Nothleidende einlegte, hatte Kranlitz sie mit leisem Spott oder verletzender Schroffheit abgewiesen. Mit dem ehrlichen Willen, ihren Gatten zu lieben, war sie einst vor den Altar getreten, ihre , stolze Natur hatte sich'in den ersten Monaten der Ehe demuthsvoll herabgebeugt, um den Mann, dessen rauhe Sitten und herbes Wesen wenig im Einklang standen mit ihrer Gewöhnung, zu beglücken. Nun schwand auch .noch die Achtung hin, die sie einst für ihn gehegt und sie erkannte mit Schrecken, daß sich ibr Herz ganz von ihm abwende. In diesem Augenblick regten sich Groll und Verachtung in ihrer Seele und als Kranlitz ihr gutgelaunt auf die Schulter tippte und sie fragte, warum sie so schweigsam sei, richteten sich ihre Augen mit einem unheimlich kalten Ausdruck auf dessen lachendes Gesicht und" sie entgcgncte : Wir haben von Ferne einen Blick in die Hölle gethan. Nun bedürfen wir einiger Zeit, um die schrecklichen Eindrücke wieder los zu werden." ElftesKapitel. Poldi Lom hatte zum ersten Male Heimlichkeiten vor dem Grafen Elmborg. Seine Arbeit war vollendet und kein äußerer Anlaß hielt ihn mehr auf dem Schwedensck'loj; zurück ; trotzdem reiste cr nicht ab. Er sagte dem Grafen, Blanka habe ihn gebeten, die Anordnungen für das Gartenfest zu übernehmen, welches der Baron seinen Freunden vor der Abreise nach der Hauptstadt gebe ; auch trage er den Plan zu einer Gartensigur im Kopf, für welche er ein Modell sucbe. Ein Modell hier V Per Gras schaute den Bildbauer so überrascht an, als ob cr an dessen Verstand zweifelte. Du bist ein Phantast !" Poldi lachte und erwiderte, cr wolle sich gleichwohl unter den Töchtern des Landes einmal umsehen. Er umkreiste wiederholt d'.e Zuckers' brik und erkundigte sich zuletzt beim Pförtncr, den er durch ein reiches Trinkgcld gesprächig machte, nach der Arbeitszeit der Frauen in der )Uübendarrc und. als dieser ihm bereitwilligst Auskunft er: theilte.nach dem bräunlichen jungen Mädchcn mit den fremdartigen Zügen. ("Fortsetzung folgt.) Vom Auslande. Unter den Gründen, w e shalb Frankreich besorgt, es werde auf die Dauer nicht im Stande sein, mit den übrigen Großmächten Schritt zu halten, steht obenan, der geringe Zuwachs der Bevölkerung. Die Opinion", die über die Ursachen der Entvölkerung" schreibt, bricht in folgende Klagen aus : Vor 200 Jahren wurde die französische Sprache in der weiten Welt von mindestens 20 Millionen gesprochen, die englische kaum von 10 Millionen ; gegenwärtig reden 100 Millionen Englisch in allen fünf Eidtheilen und kaum 40 MillionenFran zösisch. Oskar Eomettant, der hier als Gewährsmann angeführt wird, macht nicht blos den Pariser Verhältnissen den Proceß, sondern auch den Fabrikbezirken in der Provinz wo ' die Neugeborenen kaum besser wie ausgesetzte Kinder daran seien. Der Hauptgrund der Entvölkerung" in ganz Frankreich sei der Man gel an einem ordentlichen Familienleben, die Wirthshausbummelei derManner,die Alkoholvergiftung und in den Städten die Maitressenwirthschaft bei den Männern, der Luxus mit seinen Folgen bei den Mädchen und Weibern. So wird die Familie eine Last, deshalb das Stre ben, nicht mehr als ein oder zwei Kinder großziehen zu müssen. Auch dasArmenWesen tragt viel zur Sterblichkeit der französischen Kinder bei. Das Bild,daS die Opinion von der Modedame entwirft, die, um mit den Mademoisellen zu concurriren, um Kindererziehung sich nicht kümmern kann, ist' ja in Romanen und Dramen an - der Tagesordnung. Für Viele'ift der nächste Tag ein Unbekann tes ; das Leben wird ein langwieriges Fieber, eine endlose Thorheit . . . ." Obwohl sich Professor Jäger gewiß nicht zu beklagen hat über geringen Erfolg und laue Propaganda, so scheint ihm doch immer noch zu wenig Geschrei zu sein bei so viel Wolle. So hat er denn in seinem Monatsblatt einen Aufruf erlassen zu einer Zusammenkunft feiner Jünger in'Bayreuth. Nachdem dieses merkwürdige Manifest sehr wenig bekannt geworden ist, möge dessen Hauptabsatz. als Beitrag zur Kultur Pathologie unserer Zeit, hier ein Plätzchen finden. Wir können" schreibt Professor Jäger mit der Parole Deutsche National tracht" eine Fahne aufpflanzen, die manche Kräfte unö zuführen wird, die sich bisher noch fernhalten. Diese Fahne muß aber an einem Orte aufgepflanzt werden, wo man sie sieht und wo sie hinpaßt ; und der einzige derartige Ort ist, meiner Ansicht nach, Bayreuth zur Zeit der Wagner'schen Festspiele. Man hat meine Sache oft mit der Wagner's ver-. glichen und Zukunftsmusik und Zukunftstracht zusammengestellt; außerdem weiß ich, daß gerade die Wagnerianer ein großes Contingent, unter den Jägnerianer bilden, so daß der Anschluß von dieser Seite her ein völlig natürlicher ist.
geleert. U'iair trennte nch mit der gegenseitigen Vsicherung, eine angenehme Stunde liebenswürdiger (Gesell sckaft ver-
Sachlich ist er um so natürlicher, als das Costüm, das ich vorschlage, ein Zurückgreifen auf die altdeutsche Tracht ist, also auf die Zeit, aus dcr Wagner' seine Texte genommen. Endlich sichert uns das Zusammenströmen gebildeter, ästhelisch und ideal angelegter Personen, daß unser Aufit.-n ein wirksames sein wird. Voraussetzung ist natürlich, daß in Bayreuth dann auch . wirklich ' die ZukunftsNormaltracht, und zwar in einiger Quantität auftritt, und nicht die langbosige, färb- und schmuckloscGcgenwarts?tormaltracht, und ich muß sicher sein, daß ich nicht als weißer Zlabe unter den anderen Wollenen erscheine." Kindermund. Der v icrjährigen Elise wiid von dcr Mama vor dem Mittagessen, zu dem einige Freunde eingeladen sind, streng verboten, stets etwas, wie sie sonst gewohnt ist, zu verlangen, sie werde schon ohnedies das Ihrige erhalten; sie verspricht das auch mit Hand und Mund, wird aber bei der Aus-, theilung nachher doch überseben. Lange bleibt sie still, endlich aber ruft sie : Bitte, liebe Mama, gieb mir doch etwas von selbst." Eine schöne junge Dame hat sich (oder ist) neuerlich prächtig mit allen tausenderlei von dcr Mode vorgcschriebenen Dingen eingerichtet und em-. pfängt den ersten Besuch einer intimen, natürlich ganz neidlosen Freundin, die nicht müde werden kann, alle die Schalen, Teller, Vasen, Vroncen, Kelems 'u. s. w. zu besehen. Nun, was sagst Du denn dazu?" meint endlich die Wirthin. . Ach, ich denke nur, welch intcressan:: Auktion das einmal geben wird." Ueber die nächsten Absichten der Irischen Unversöhnlichen erhält der Standard" aus Brüssel inhaltsschwere Mittheilungen. Die Depesche lautet : Aus einer Quelle die ich für zuverlässig halte, erfahre ich, daß die Irischen Jnvincibles" in London Vorbereitungeu zu neuen Ausschreitungen in wenigen Wochen treffen, wahrscheinlich zur Zeit, wenn häufige Diebel zu erwarten sind. Wie ich Grund zu glauben habe, beabsichtigt man MordAttentate gegen mehrere dcr höchsten königlichen und politischen Persönlichkeiten im Lande. Zu diesem Zwecke werden in London von einem erfahrenen Ingenieur, der vormals in den Diensten der 'Nihilisten stand, Bomben fabricirt. Auch' sollen Versuche gemacht werden, gewisse Monumente und öffentliche Gebäude, darunter eine Anzahl von Polizeistationen, in die Luft zu sprengen. O'Donovan Rossa hat für die Lösung der Frage, auf welche Weise am Besten dasParlamentekäude in die Luft gesprengt werden könnte, einen Preis ausgesetzt. Die bisher eingegangenen Antworten werden aber für unbefriedigend gehalten. Die Zcrstörungsversuche gegen öffentliche Gebäude in London, Dublin und Bkanchester sollen den Umständen nach entweder gleichzeitig oder auf einander folgend ins Werk gesetzt werden." Man wird den Werth dieser Sensationsnachricht inLondon wohl nicht überschätzen, aber sich doch auch ernstlich vorsehen. Die chinesische Armee kannte bis zur neuesten Zeit keine Uniform, und Als Unterscheidungszeichen trug der Soldat blos ein viereckiges Tä felchen auf der Brust, auf dem dat Wort King" (Krieger) geschrieben stand. Auch der Kriegsgott der Chinesen,' dessen martialische Figur in dem Ta-Kientempel zu Peking steht, trug nur die einfache bürgerliche Tracht. Jetzt aber werden doch auch in der chinesischen Armee die Uni' formen eingeführt und erhält eine jede Truppengattung ihre eigene Tracht. Bei der Priesterschaft des genannten Tempels entstand nun die Frage, welche Uniform man' eigentlich dem Kriegsgotte . anlegen sollte, und die Herren wandten sich an den Kultusminister um Bescheid. In seinem Refcripte an die Priesterschafl verordnete nun dieser, daß derKriegsgott die alte Tracht noch weiter beib halten solle, nur möge man in dessen Tempel auch die neuen Uniformen aufhängen, damit er nach Belieben eine derselben trage. Der Minister hat da offenbar mehr Respect vor den göttlichen Entschließungen bekundet, als des Gottes eigene Priester. Der Streit mit China bedroht die Französinnen mit einer Haarnoth". Jährlich werden durchschnittlich 2000 Kilo Haare in Frankreich eingeführt, von welchen bei Weitem die meisten aus China kommen. Die .Chinesen haben also in gewissem Sinne Recht, wenn sie behaupten, Frankreich müsse im Kampf mit ihnen "Haare lassen". Ueber ein d u r ch P a n i k verursachtes Unglück in dcr katholischen Kirche zu Stozch.endoif (Kr. ö!eichenbich) berichtet die Schief. Vollszeitung" Folgendes : Zum Feste Maria Geburt wa ren zahlreiche Wallfahrer eingetroffen. Zum großen Theil pflegen dieselben an diesem, wie am Feste Maria Himmel' fahrt betend und singend die Nacht über m der Kirche zu verweilen. Ein entsetzliches Unglück ereignete sich gegen IjUhr. Morgens. Eine Kerze, die wahrscheinlich durch einen sog. Räuber (herabfal lende Kerzenputze) erwärmt und darum umgefallen -war, entzündete ein Altarbouquet von getrockneten Blumen. Dies verursachte einen panischen Schrecken. Der untere Kirchenraum' war bald geleert, da drei geräumige Auswege vorHanden sind. Doch die auf dem Chöre besindliche Menschenmasse drängte sich über die auf den Treppenstufen Sittenden stürmisch herab. Zwei weibliche Personen wurden erdrückt, 11 sind verletzt, von denen 2 sich noch in bedenklichem Zustande befinden. Dcr Pfarrer Leckelt, welcher von Langseifersdorf her--beigeeilt war, spendete den Verletzten die Sakramente im Saale des Gastwirths Wiesncr, wohin dieselben gebracht wo? den waren. Die Herren Amts-Vorsteher Hiller und Wundarzt Fritsch waren baldmöglichst zur Stelle. Auch der KreisphysikuS Dr. Heidelberg erschien baldigst. Die Herren Inspektor Vcgel und OrtsVorsteher Rockstroh aus Stoschendorf leisteten umsichtige Hilfe. Der zur Aufsicht des AltarS gegenwärtige KirchenVorsteher Rockstroh hatte erst kurz vor dem Unglück die Kerzen geputzt. . Vor einigen Jahren, so erzählt der Graphic", konnte man in Lombardstreet in London einen blinden Bettler täglich hin und hergehen seben,der
mit kläglichem Gestöhne eine Z,nndüchze schüttelte, in welche mitleidige Passanten ihre Pennics fallen ließen. Ein EommiS gab ihm jeden Tag regelmäßig einen Pcnnv. Eines Tages ließ er aus Ver sehen ein Goldstück in die Büchse fallen. Er vermißte den Suvcrcign nicht, bevor die Geschäftsstundcn vorbei waren, und als er nach dem blinden Mann sich crkündigte, war cr fort. . Doch gelang es dem EommiS, von einem bausirenden Gemüsehändler die Adresse des-Blinden zu erfahren; als er in Halloway anlangte, verwunderte er sich ni&t wenig, vor einem eleganten Hause in 'einer respectablcn Strafe zu sieben. Er klopfte, ein schmuckcs Dienstmädchen öffnete die Thüre und führte ihn -in ein gescbmackvoll möblirtes Empfangszimmer. Gleich darauf trat der Blinde ein, wie ein in guten Umständen lebender Bürger gekleidet. De? Commis war nicht wenig verlegen, fein Geschäft vorzubringen; die Magd des Blinden, du zum Zweck ins Zimmer gerufen wurde, stellte ihm obne Zaudern den Suvereign wieder zu. Als aber der Handelsbefltsscne mit gestammelten Entschuldigungen hinausgehen wollte, sagte der Blinde in sanftestem Tone : Entschuldigen Sie, mein Herr, Sie vergessen, daß Sie mir einen Penny schulden." Solcherlei Leute giebt es in London viele. Im Westende der Stadt giebt es Straßenkehrer, die für ihre crosdng einige hundert Pfund bezablt haben und ihr Capital jährlich in 'Pennies und Sirpence herauswischen. Auch Bediente kommen nicht selten zu einem hübschen Stück Geld. Da bat kürzlich dcr Bediente eines fashionablen ArztcS eine Eiscnbabngescllschaft verklagt, weil er auf ihrer Linie sich verletzt batte und verlangte als Entschädigung '600 das Einkommen eines Jahres, das ihm in dcr Form von Trinkgeldern von Patienten zuginge die den Doktor außer ihrcr Reihe consultiren wollten. Wenn der Diener soviel kriegt, was muß erst dem Patron in die Tasche fließen? Auch eine echte" alte Melodie haben die Vorarbeiten des Herzogs von Meiningen für die historisch echte Jnfcenirung von Schiller's Maria Stuart" an's Licht gefördert. Es ist dem Herzog gelungen, die Musik zu dem alten Marsch, der gewöhnlich bei Verbrcnnung dcr Heren und der auch beider Enthauptung der Maria Stuart aufgespielt wurde, wieder aufzufinden, und öiese Musik macht einen grausigen, wäbrhaft erschütternden Eindruck. - - .
Bh lDMe dcr Jndiana 9 erivsieUI siü jur Anfertigung von Rechnungen, Cirkularen, Briefköpfen, Preislisten, Quittungen, Eintrittskarten, Mitglicdcrkartcn, Brochürcn, Constitutioncn Adrcßkartcn. Mr.st?k, Iyr öStzt ilt VANDALIA LINE! xzr Warum? Weil sie die kürzeste und beste Lwtt über 31.. Xonis, MlHNourl, Kau. u, Iowa, Nobrnska, Toxa, Vx"lcn.xijiaM, Oölo rado, New Mexico, Deoota und Ctxliforai ist. Da Vühnbett isi von Ttein nnd die Sazie. ne lind ant Stahl. Die Wage haben die neuesten Verbesserungen. Jeder Zug Hit Echlafweseu. Paffagiere, ob sie unr. Lillete erster Klaffe oder 4ZmigrantenBillete haben trerden durch unsere Passagierzüge erster Klaffe befördert. Ob Sie nun ein Billet zn ermäßigten Prei. sen, ein Ercursiznibillet kder irgend eine Sorte SisenbahabiLete vollen, tonnn Sie, oder schreiben Sie an II. 11. Der lag1, Nssiftent Seriera! ZZassagter.Slgent. NordoA.Eckt Qshmgto und Jllu.oi TtrJnd'r'.I S. H ill, en'l Snpt. St.Lon,vto. E. .Ford. Seu'IPass..Zlgt.. St. Louis
