Indiana Tribüne, Volume 8, Number 21, Indianapolis, Marion County, 9 October 1884 — Page 3
D Üdlich. XlfelRß Tie körz'fte uns Kefte Bahn nach ' Louiavillc, Nashville, Memphis, Chattanooga, Atlanta, Savamiah, Jacksonville, Mobile and New Orleans. Si ist dsrtheilhaft für Passazi, uach dein Süden, eine direkte Noute zu nehmen. Palast, Schlaf, nvd Parlor-Wagen zwischea hicago u ouisville uns St it un onisdill, otW Wagenvechsel. Eomfort, Schnelligkeit und Sicherheit btf.f Seff die alte zuverlässige 5S. M. & B. M. M. II. rt. Derlnp sftftent General assagier.Lgent, ordost.S'ke Washington und Jlinoii Str , Jndvl E. W McKimna. Superintendent. Chioiisro, Mt. LouiN .mi Plttnhurs: Railroad. Öett-tefc' für durchgehende und Lokal'Züge. 17. kZebr. 1883 an: lagen da? Uni3ie0t, Jndrl.. nne folgt: tsttonen. ,SchnV,glPostzug.,Lchnll,g ecom. Lbg J"diak7'.''4:7 'Rnk.av:b'gS't?I 6:20 ' 10:45 91 '4:Nm f4.00fl 6:13 . 6:50. I 6:41 . 7:i ! . :57 , 8: 9 . 9:52 . n: . 2.37m 4:24 -8:V . 6:17 . Rimond ß'.vj , 8:'7 n l:i? i.n 3: 7 :M 6:40 c-cton Sicus.. , Ürlar.s , . 5o'.u tu. .. 5'ar! , iuuseucias Wzeeizz , Ui-.tiS&urs , HarriZburg.. VUimorc .. LöasingZsn . , PtjUstbeirjia 'iUmytzt.... .oZo', 8 , ft: il :-Ji?i' vi-.i . b: 9 . :32 7li2 m t:i m 7:43 8:50- . 7:.-o :i:2 . :2iÄm 2: ': -fiR s: . 5: 5 ?: 7::0 im l4Lti2j. t TklZttck. ausgenommen öonntaa. mixZr.i n' a!uft. 4laf. und Hotel.Wagir durch bi tttsbvrg. Harrikburg. Philadelxbia uni ic Vor', "!)ne Blo in Waaenmechi?' nach $alt:tr. rt, Washington und Boston. iy ffaV tarnt, nach att-n Oestiichen Statten is;n allen Hiurt'AalzrZüNen'BureauS bt 5 bestens und in Um Städt-Bureau. Ee 5fr Jlnioi :d Washington Straß und tm Union Dxt ,tr,u. Jvdianavoil, ,u tzabsn 1lafjntfen.'im;i tön. nen tVcrauS gksichert wenden durch 'rr.'Znio bei den Azentkn im 5t2ttßuMau ct m a-r Tk?ot in Snbianoyoli. Ind. H. ?s. Dk"inz, X. G. P. . ordost'tcke ÄJsbmö' tön und Jllinsi Lttab. Jnd'xlZ. Zar ÄerJ, Manag . elumdue, Oh'.o ..Ford. Snl. Taagie?' und Ticke!..? gi PUt4bura. Ftter-Aiarm-Signalr. 4 PennflsZttia uud Malle!. b Hsslqusrtiir deS Feuer Devon menl. 8 OälrzZe und Stes Ys'.k. 7 Novkl und Michizs LtraSe. 5 flra JerZ, Straß und MaffaHujettZ ? 9 ääinfton und 9,'ordStraSe. ,2 5a!s?chuffettS Zl,. nahe Nodl Stx. 13 Telaer Str. und Fcrt We?i-e Äve. !t4 New Jerfe? und ZZor! Oa?n, As,.', 15 Peru Etr. undNfsachufetlS r IS Thriftian S?e. und Ash Str. 27 Perk Ave. und Butter Str. 13 Barro? 5t? und Salstt v. 29 Arch:? und John Str. Z2Z Sviiege v. und Sdnt St, 12 JLlaltma und biederte tr. I2S Kertdion und Tiebknt? Str. 12$ a-.deZ T!r. und L,ncsln Jlv 157 aui;tHuniil-Gefcäub. 138 Centtal Sc. und Lchte u 131 Alsbzma und?!srr'.szn Zu 132 RohaiNVtZN und Äch!? ZU. 134 Eollg ve. und khnt Str. !3z ,orne r.L!. und Delaware St, 1 Delaware und Michizan Xtr. 21 Lt. Je Str., nah J2insi. Pennsylvania und Prat Str. 25 3!o. 5. Engine Luse Lechfte. n,. 25 Mlsfisft?zi und St. Slair Str Z7 JZinoiZ und Nichigan Lir. AVennszlvania Str. und Home . ZS Nijstssipxi und Vierte Str. 2U lenneffee und William Lrr. ?1Z Penn,loania n?Z?!chigin Ltr. 214 J'ins. und Herbert Ctr. 31 J:,dian, Av. und Michikan Str. S2 erldtan ns Walnm Str. Z4 EaMornia und Ler.ns.-': el . Lö B2k und e gor' itt. 33 Jnsiana So:. und Lt. llr St, IM Ltad:J05slt?'. 38 las und ?ird 3t:. 33 SRtchia-jn und AgneZ Str 1 und Walnut Slx. Zl3 Weft und Dritte Ztr. -Z14 Ltebente und Horsaid Ltr. 41 Safhinzton, nzt Z3tt 5tt. 12 Seißendorf uns WZjdNiito., Mt'suri und New i)o:Z 5. 45 Kenfctou und äjjaj&inatflp S. 48 J2:ns4 und Odto tu. 47 Tenneff und Hkzsblns,, E:. 4Z Singan'i Perk tzru'. 49 Jndianvs. 412 tiffsur: und ilardUnr :i 413 Mississix?: uro ?afcal -415 .'tgu'c.i'a Per? $ccf. 421 3. 8. 23. du. h Tsu'. 423 Jnsane Ä??!u. 51 33;nci5 und Werrill C-i. 52 Zllinols und toU'.ftr.a 5tt 53 52c5 und lZlSart? Dtr. 54 SLkJ und Sould Str. K6 Tenneffee und eorzia -Lt:. S7 Veridisn und Raq Str. .,3 Zadison Ase. uncSlort? f. 09 Kadison Lv. un 2lap Ct 12 Seil und Siockwsod i. S12 Ätntuio Ar, and üitrn514 vnisn ud Vlstxvi ii 61 Jno'. und aafa3 S 617 Lkorri und T!aes:ai Str. 1 South naie Ztliaixi Str. gz Pennsylvania und Lsuisiant Si Telaoare und Sicfartv Str. 84 Ost und MeTarty Str. ladaa und Birztana Sve. 67 Lirzinia So, und SridZA St, 5 Oft und Soburn Et?. 9 Pennsylvania Str. und Witstssn . 612 ÄeKernan und Dsugzert? Str. 71 Virginia 2v. nah Hursn 72 Ost uns Seorzia Str. 73 Ofhington und Btutsn Str. 74 enton und Sesrgta Str. 7SZsreftre.und Ptne. 76 Tt2o und Bäte Str. 78 Virginia Sve. und Di2s. 79 letcher Sv. und DiLon. 112 Sxruce und Prospekt Ttr, 713 English Ave und Laur! Str. "714 Orange und Olive Str. 'TIS Shlb? undcher Str. U zS'..' JerZe? Str. 82 Washington und Delawar Sti. 83 Oft und eail 5tr. M New t.ort und Daviden t; 35 Taudlummeunftzlt S6 ?er. Ltaateu Lrsenat ht Oriental und ZZasdi"ton n TZ Frauett'Sefingn.ß. 812 Z!o.8 Lchlauch'Hui. Ost ZLashwgtsnftraie L'd artet und Sb2 Str. ' 14 Oyt und Harve? Str öl Ke.ryland nahe Meridian Str. 2 Reridian nnd Seorgia Strke. l-2-1 P.iVat'Tiznal. 4-2-1 Und asten wiederholt, ,nier Älarm. 3-3 Signal für FuerDruck. Let Schläge. Feuer aut. Drei Schläge, Truck ab. LlttchlSk.NLHkitt,Z -
Goldene SWingen.
Roman don R Elch o. (Fortsetzung.) ' oliSr uenanc nun, wt u;r Hilfc .der Tircktorcii die Arbeiter beeinfiußt habe.. Hcdwig hörte nur mit halbem Ohr auf diese Darlegungen, aber eine jähe Nöthe flammte über ihr Gesicht, als nebenan der Diener den Jnspektor Back anmeldete. -ie hörte den Grun des Eintretenden und pH im Geiste dessen ernstes Gesicht und seine klaren Äugen vor .sich. Da sich ihn Phantasie mit dem Bilde Reinbold'S befchäftigte, so fielen aus der Üntcrhaltu'ng nur einzelne Sätze verständlich in ihr Ohr. Kranlitz sprach in freundlichem, munterem Tone von nothwendigen gesetzlichen Reformen zum Schütz der nationalen Arbeit, von der Verbesserung der Lage .der Arbeiter durch neue Institutionen, von dem Zusammenwirken aller Gutgesinnten im Geiste der Regierung. Nun sprach von Hoßlar in jovia.lem Plauderten von der Wahlkampagne, von der Kandidatur des Barons, von der Zeit, in welcher Jedermann Farbe bekennen müsse und schloß dann mit der kecken Frage, unterwclchcn Bedingungen Back sich entschließen kön, nc, die Kandidatur seines Chefs zu untcrstützen V Die Antwort lautete klar und bestimmt: Unter keiner Bedingung." Es trat eine Stille ein, dann sagte Kranlitz : Räch Grundsätzen, welche Sie hier ausgesprochen, durste ich das wohl erwarten, allein ich gebe Ihnen zu bedenken, da:'; die Par:?i. der ich angehöre, energisch f i:v die nationale Arbeit und eic t'ay; der xHri.it: eintrete wud." yerr Aaron, ich habe irna; tontrath lkch verpflichtet, für Sie als Ingenieur zu wirken, aber nicht als Wähler. Es wäre mir lieb, wenn Sie mich in Bezug aus mein politisches Leben frei gehen ließen." Staatsbürger, welche im Wirthschaftlichen Leben gleiche Interessen verfolgen, sollten auch gleichen politischen Zielen zustreben," warf der Doktor em. Back schwieg und wieder trat eine Pause ein. Sie begreifen, daß Baron Kranlitz nicht aus die Dauer einen Beamten brauchen kann, tvelcher ihm im öffentlichen Leben feindselig gegenübertritt," fuhr jetzt von Hoßlar inrohendem Tone fort. Das soll heißen? Daß der Herr Baron von seinem Künbigungsrecht Gebrauch macht, sobald Sie es wagen, seiner Kandidatur entgegenzuwirken." Ist dies Jbr Wille, Herr Baron ?" Ja." So verlasse ich im Oktober Ihre Werke, Herr Baron, so ungern ich auch meinen Wirkungskreis verlasse. . &ben Sie wohl." Hedwig hörte, wie sich die Thür hinter dem Sprecher schloß, wie Kranlitz und der Doktor in Verwünschungen ausbrachen. Reinhold's Schritte verhallten langsam auf dem Flur, und Hedwig sah ihn im' Geiste fest und ruhig dahinschreiten, ohne Zögern, ohne Schwanken. Das ist ein Ät'ann," flüsterte sie und vor ihrem geistigen Auge sank die Gestalt des Oheims, welche vordem so hoch gestanden, tief herab. Es kamen dann die Wahlversammlungen mit ihren Kämpfen und Aufregungen aller Art. Der Doktor leistete in diesen Tagen Wunderdinge. Er hielt oft an drei verschiedenen Orten während eines ages lange Wahlreden und wenn er von dem Kandidaten Kranlitz sprach, so schlug er einen so vollen, von Biederkeit , gesättigten Ton an,daß jeder Höre? glaubte, dies sei der Brustton der Ueberzeugunz." Äiit seiner hinreißenden Suade entwaffnete er die Gegner und ebnete Kranlitz derart die Bahn, daß Jener in Wahrheit den glänzenden Ausführungen, des geehrten Vorredners" nur wenig hinzuzufügen brauchte. In einigen Fällen freilich wurde die Wirkung der Hoßlar'schen Z!edcn durch ärgerlicheZwischenfälle beeinträchtigt. Hedwig verfolgte den Wahlkampf in der Presse und las eines Morgens, daß in Holzbach eine ööählcrversammlung stattgefunden .habe. In derselben war Reinhold Back zum Sprechen aufgefordcrt worden und dem nachgekommen. Seine Beweisführung war nach Hedwig's Ansicht gar nicht zu widerlegen und sie war überrascht, als sie unter diefcr 3lcde eine Entgegnung Doktor von Hoßlar's fand. Dieser widerlegte jedoch nichts, sondern machte allerlei gewandte Ceitrnsprünge und griff zuletzt persönlich an. Mich wundert's keinen Augenblick' sagte er, daß der freiheitsliebende Herr Inspektor so maßlos eifert, hat er sich doch einst mit bewaffneter Hand gegen die Gesetze aufgelehnt und eine empfindliche Freiheitsstrafe dafür erlitten." Was war das ? Hedwig las die Stelle noch einmal und sie fühlte, wie ihr Herz dabei klopfte. Ihre Blicke wanderten zum Schluß des Berichts und da sah sie, daß Back in einer persönlichen Bemerkung diesen Vorwurf beleuchtet hatte. Back gestand zu, daß er sich im Alter von 17 Jahren in ' Gemeinschaft mit seinem Vater emes Jagdfrevels schuldig gemacht habe. Eines Nachts seien sie von den Förstern beim Wildern ertappt und angegriffen worden. Der Vater sei an seiner Seite niedergeschossen worden, er habe den ' Gefallenen rächen wollen und einen der Gegner durch einen Schuß verwundet. Die verhängnißvotte That habe er als Knabe begangen, in einem Älter, wo die Begriffe von Recht und Gesetz noch in jeder Menfchensccle unklar seien. Er habe für sein Vergehen harte Strafe erlitten, und es mache dem politischen Gegner wenig Ehre, daß er jene rasche Jugendthat hervorhole, um den Eharakter des gereiften Akannes zu verdächtigen. Hedwig legte das Zeitungsblatt nachdenklich aus der Hand. Das Erlebn iß im Walde aus der eigenen Kinderzeit trat ihr vor die Seele. . Sollte der jugendliche Wilderer Jieinhold Back identisch sein .mit dem Jäaer im nächtlichen Walde.
der lie aus seinen Ärmen yeimgetragen '5 Sie mußte Gewißheit haben und gab darum Befehl, man möge rasch ihrPferd satteln. Sie wollte ein Forsthaus i:n Gebirge aufsuchen, dessen Bewohner sie genauer kannte und dU vielleicht im Stande waren, das Geheimnis; zu entfüllen. . Neuntes Kapitel. Es war ein heiterer' Sonntagsmorgen, als Hedwig sich auf der leichtfüßigen Schimmelstute den bewaldeten Höhen zuwandte. Gegen Mittag langte Hedwig am Rande eines Plateaus an, in . dessen Mitte der Giebel des Forsthauses aus den Laubmassen hervorlugte. Eine breite Allee ermuthigte den Schimmel zum flotten Trabe und bald hielt die Reiterin vor der Umzäunung der Försterei und wurde von einigen Kläffern begrüßt, welche ihre Ankunft ankündigten. Ein, brauner Männerkopf wurde am Fenster sichtbar und verschwand wieder, dann erschollen Stimmen wirr und wild durcheinander und in der nächsten Minute sah sich Hedwig von vier Menschen und einer lärmenden Meute von Hühnerhunden und Teckeln umringt und hatte Mühe, in die Arme der Försterin zu gelangen, welche sich, beeilte, sie tüchtig abzuküssen. Nun drängten sich die blondhaarigen Bübchen heran und begrüßten Tante Hedwig und der Kreisförster Debaur strich sich derwei len den braunen Bart, durch welchen der Fuchs brannte, und ersah sich den rechten Augenblick, um auch seinen Gruß in Form eines herzhaften Kusies anbringen zu können. Unter dem Jubel der Kinder und dem Geheul der Meute wurde der liebeGast in's Forsthaus geführt,während der Jägerbursche sich des Pferdes annahm. In dem mit Jagdtrophäen und Waffen geschmückten Wohnzimmer herrschte erquickende Kühle. Hedwig brauste, nicht zu fragen, wie es der Hausfrau, welche einst ihre Gouvcrante gewesen war, ergehe ; sie erkannte an der Ordnung und Sauberkeit, die in dem wohnlichen Hause herrschte, an dem herrlichen Gedeihen der Blumen und muntern Gesang der Vögel im Bauer, an den warmen, leuchtenden Blicken, mit denen sich Eltern und Kinder betrachteten, daß im Forsthaus Glück und Friede eine bleibende Stätte gefunden. Während Frau Debaur dann für ein Festmahl sorgte, setzte Hedwig sich ans Klavier und sang den aufhorchenden Bübchen einige Kinderlieder. Dabei wurde sie selber so froh gestimmt, daß sie plötzlich aufsprang und mit den Kleinen im
Zimmer herumtanzte und sie dann unter Lachen und Scherzen küßte. ' Bei Tische ging es so heiter zu, daß die S:aare und Stieglitze in den Käfigen lich zu einem Gesangswettstreit herausgefordert fühlten. Beim Kaffee lenkte Hedwig das Gespräch auf ihres Onkels Kandidatur und fragte, ob der Förster dessen Gegner Neinhold Back kenne. Ob ich den kenne ! Vor elf oder zwölf Jahren wechselten wir ein paar Kugeln und er hat mir einen Denkzettel in Gestalt eines Streifschuffes über den kurzen Rippen eingegraben. Back hatte eine brave, seelengute Mutter, aber sein La ter war ein wilder, unbändiger Kerl, der den Jungen mit hinaus in den Wald nahmundlhnzumMitschuldigen an seinen Wilddiebereien machte. Bei der nächtlichen Begegnung, welche der Königliche Oberförster und ich mit den Beiden hatten, fiel der Alte, welcher die Waffen nicht streckte. XllS der Sohn den Vater zusammenbrechen sah.schricer laut auf und mehr im Schreck und der Verwirrung, als in der Absicht, seinen Gegner zu todten, bewegte seine' zuckende Hand den Drücker des Gewehrs. Seine Kugel traf mich, allein wär's nach mir gegangen, so hätte man den jungen Burschen laufen läffcn, aber der Oberförster kannte das Wort Gnade nicht. Reinhold hat schwer für den' Leichtsinn des Vaters büßen müffen, und er wäre vielleicht mit seiner Xkuttcr untergegangen, wenn sich der Beiden nicht der Eantor von Holzbach, ein Mann von seltener Herzensgute und reichem Wissen angenommen hätte. Neinhold ist ein tüchtiger, warmherziger Mann geworden und wir Beide, die' wir uns einst mit der Büchse in der Hand bedrohten, sind heute gute Freunde. Er kommt zuweilen an Sonn- und Feiertagen auf ein Plauderstündchcn zu uns heraus, und wenn ermir dann von seinem Wlrkcn und seinen Hoffnungen erzählt und mich den reichen Scha seines Wissens und die Güte seincö Herzens ahnen läßt, dann drückt mir zuweilen ein Gefühl der Bangigkeit auf die Brust und ich sage mir: Bei einem Haar bättest Du dieses reich; Leben vernichtet." Ja, das Schicksal führt uns oft au Abgründen vorüber", bemerkte Hedwig ernst und nachdenklich, gleich darauf aber wandte sie sich mit einem sonnigen Aufleuchten ihrer schönen Aucsen zu den Kindern und rief: Wie wär's, wenn w'.r jetzt den Rehen im Gehege einige Leckerbissen zusteckten." ' Am Nachmittag, als die Sonne s.hoi viel von ihrer Gluth eingebüßt hatte, näherte sich Reinholo Back der Försterei. Er war durch den Wald gewandert, um Pläne für die Zukunft zu entwerfen und als er zufällig von ferne die Forsterei sah, kam es ihm in den Sinn, den Debaur s einen Besuch zu machen. Als cr sich dem Gehöfte näherte, sah er Hedwig nlit den Kindern über den Rasen saufen. Unwillkürlich hielt er an und lugte über die Schlehdornhecke. Hedwig sang jetzt ein melodisches Liedchen und führte dabei rhythmische Bewegungen int Stil des Menuetts aus. In dem schalkhaften Neigen ihres lieblichen Gesichts, in dem holden Lächeln, in den zarten Tönen, die von ihren Lippen kamen, in den elastischen Bewegungen lag eine Grazie, welche den Zuschauer bczauberte. Die'durcb L r t 1 ca ielchlvewcgle auv ocr buchen brechenden Sonnenstrahlen . warfen goldige Lichtflecke in das wettige Haar, auf die feingerundete Büste.ja selbst auf die zierlichen Füße der Tänzerin. Die Kinder sahen mit lachenden Augen zu ihr auf, Tauben umflatterten die Gruppe, als wollten sie an dem Reigen im Grünen theilnchmen. Neinhold fühlte sich entzückt von dem idyllischen Bilde und er hätte sich gern der Tänzerin genähert und ihr recht tief in die glänzenden Augen und das von zarter Rosengluth übergossene Gesicht geschaut aber eine warnende Stimme jagte ihm: Sie ist die
Nichte des Millionärs und sie grollt dir. Weil du es gewagt hast, die Handlungen ihres Oheims zu tadeln." Seufzend verließ c? die Försterei und lief in den Wald hinein, wo er a:n schattenreichsten und dichtesten war. Nachdem er fast eine- Stunde gelaufen war und träumend eine breite Allee hinabwanderte, vernahm er die Hufschläge eineS' trabenden Pferdes. Ahnungslos wandte er sich um und nahezu wäre ein Schrei der Ueberraschung über seine Lippen gekommen, denn Hedwig Kranlitz, die er geflohen, kam aus dem flott aus-' greifenden Schimmel dahergeritten. Noch ehe cr rechtivußte, ob er in das Dickicht schlüpfen oder seinen Weg fortsetzen solle, parirte die Reiterin neben ihm ihr Pferd und der silbcrhaarige Schweif desselben streifte seine Schulter. Hcdwig grüßte den einsamen Spaziergänger in muntcrem Tone und bemerkte, fast wolle es ihr scheinen, als ob sie ihn von dem Hause verscheucht habe, in welchem er ein gerngesehener Gast sei. Neinhold crröthetc; er hatte nicht vermuthet, daß man ihn in der Nahe des Forsthauses bemerkt habe, auch überraschte ihn der freundliche Ton, in welchem Hedwig zu ihm sprach. . Ich bemerkte Sie im Forsthaus," sagte er zögernd, und fürchtete, mein Kommen würde als eine Störung empfunden werden " Ihre Bescheidenheit ist so durchsichtig, daß. ich den Stolz dahinter bemerke. Sie sind ein gerngcschener und willkommener Gast im Forsthaus. ' Ich vernahm" hier senkte die Reiterin in augenblicklicher Verwirrung die langbefranzten Lider über die glänzenden Augen .,ganz zufällig, daß Sie im Herbst die Werke meines Onkels verlaffen wollen?" Reinhold ging, eine Weile neben der Reiterin her, dann fagte er mit einem Anhauch von Schwermuth: Ich wollte es nicht, denn in dieser Stellung war mir Gelegenheit geboten, ein wenig Gutes zu wirken auch steckeich mitten inArbeiten drin, von denen ich mir gute Erfolge versprechen durfte. Ihr Onkel zwang mich zu gehen." Aus welchem Grunde?" - Erlassen Sie mir die Antwort. Ich hatte wiederholt das Unglück, Ihre verwandtschaftlichen Gefühle zu verlctzcn, als ich für Ändere sprach, ich möchte es jetzt nicht thun, lvo . es sich nur um meine Privatangelegenheiten haudelt." ' Hedwig hatte den Sprecher aufmcrksam beobachtet und es fiel ihr die Klarheit seiner Augen und die Reinheit seines Wesens auf. Dies Gesicht war der ungetrübte Spiegel der Seele. Wer Reinhold ansah, mußte ihm vertrauen. Wollten Sie die Güte haben, mir aus dem Sattel zu helfen?" 'fagte die schöne Reiterin und hielt ihr Pferd an, ich habe Ihnen allerlei zu sagen, wobei ich mich nicht aufs bobc Pferd setzen darf.'; Reinhold lächelte und bot dein Mädchen Schulter und Xlrm zur Stütze dar. Hedwig sprang zur' Erde, legte den Zügel über den Sattelknopf und gab den Schimmel frei, welcher ihr wne ein Hund folgte. Was ich Ihnen sagen wollte, ist Folgendes, fuhr Hedwig fort und ihre Stimme klang bewegt. Sie haben wie ein Mann von Herz gehandelt, als Sie den Onkel an seine Pflicht mahnten, ich aber benahm mich wie ein rechtes Gänschen, denn ich setzte meinen Trotzköpf auf, und Trotz ist nichts Anderes, als stutzig gewordener Verstand. Ich habe Ihnen weh gethan und bereue es jetzt von ganzem Herzen, können Sie mir vergeben?" Sie hielt an, sah ihm mit seelcnvollem Blick in die Augen und streckte ihm die Hand entgegen. )1tcinhold rieselte ein süßer schauer durchs Blut; er wollte antWorten, aber die überwallenden Gefühle erstickten die Stimme. Er konnte Nichts thun, als seine Hand in die ihrige legen; während sein Mund stumm blieb, glitt sein Blick wie eine Liebkosung über das reizende Mädcheimntlitz und Hcdwig erzitterte Verwirrt und schweigend setzten Beide ihren Weg fort. Was trieb Sie in den Wald, Fräulein Kranlitz ?" Hedwig schaute erröthcnd auf und antwortete nach kurzem Besinnen : Ich war unzufrieden mit mir selber und dann - dann wollte ich an den Förster eine Frage stellen." Eine Frage?" In Zleinhold's Augen zeigte sich ein rasches Aufleuchten. Ja, die Frage ging Sie an." So lasen Sie beute die Rehbacbei Post?" Ja. Die Erklärung, welche Sie nach dem heimtückischen Eingriff des Doktors gaben, rief in inir eine dunkle Erinnerung wach." Hedwig hielt mit einem Griff in die Mähne des Pferdes an, sah dann Reinhold ernst an und fuhr fort : Bitte, sagen Sie mir die Wahrheit, waren Sie es, der mich einst als Jliiib " Aus den Elmborg'schcn Forsten nach Hause trug ? Ja," sagte cr leise und seine Stimme hatte einen tiefen Klang. Ja, es geschah vor vielen, vielen Iahren und mich wundert's, daß dieser unbedeutende Vorgang noch in Ihrem Gedächtniß hastet. Es war eine schönc, geheimnißvolle Mondnacht als ich, das Kind fand. Mein Vater schleppte das Neh es war das letzte, welches er glücklich heimbrachte. Sie fürchtcten sich vor mir und ich hatte meine liebe Noth mit dem kleinen Schreihals." Sie brachten mich durch einen sehr energischen Zuruf zur Raison und ich schlief zuletzt in Ihren Armen ein." . e . r i
neide erglühten oet oer Erinnerung und schritten weiter. Z"chntesKapitcl. Im Herbst endigte die Wahlkampagne mit einem mühsam erkämpften Sieg des Kandidaten Kranlitz. Das Wahlergebniß konnte erst am Morgen' nach der Wahl in Rehbach festgestellt werden und der Baron befand sich mit seiner Gattin und Hedwig im vornehmsten Hotel der Stadt, wo die Stimmen gezählt und der Sieger mit Jubel von den Vertrauensmännern seiner Partei begrüßt wurde. Es folgte nun ein lärmendes Gelage und Doktor von Hoßlar brachte den ersten
Xvii lm den neuen LlelcyStagsaogeorl,-' itcica aus. Die Damen hätten sich gern entfernt, allein Kranlitt wollte erst die Lobsprüche und (Schmeicheleien einheimsen, welcke von allen eitei in sein Ohr fielen, er erklärte daher, daß bei dein häßlichen Regenwetter die Rückfahrt unbequem se'i. Als Trojt für die Ut:geo..0lgetl Fraue.l sandte der Himmel den Bildhauer Lo:n
ltt .oicl, welcher ttch IM Auftrag des Grafen Elmborg nach den: Wahlergebniß erkundigte; er erbot sia die Damen
nach" der Villa zurückzubegleiten, allein bevor diese Absicht, welcher der Baron gern zustimmte, ausgeführt werden konnte, erschienen auf dem Perron des dein Hotel gegenüberliegenden Bahnhofs zoei 3!eisende, bei deren Anblick der Baron zu erschrecken schien. Ehe Blanka ihr Koupee besteigen konnte, hielt ihr Gatte sie zurück und raunte ihr zu : Einen Augenblick Geduld, mein Herz, ich bitte ! Du mußt mir einen Dienst leisten !" Im nächsten Augenblick lief der FabrikHerr den beiden Fremden, welche sich unter den mit dem Kourierzug angekommener. Reisenden befanden, entgegen, begrüßt; sie anscheinend mit großer Freude und Herzlichkeit und führte sie dann den Damen zu. Blanka und Hedwig ersuhren nun, daß der wohlbeleibte Herr ein 3!egierungsrath, der spindeldürre Kahlköpf aber, welcher sich mit einer komischen Verbeugung dem kleinen Kreise näherte, ein Profeffor sii und daß Beide im Auftrag der Provinzialregierung gekommen seien, um die Rübenzucker-Fabrik zu besichtigen, deren Akten zum größten Theil Kranlitz besaß und deren Verwaltung' in seinen Händen lag. . Ter Baron lud die Herren sofort zum Diner ein, als Jene aber das Anerbieten mit der Bemerkung ablehnten, daß sie am Abend wieder nach der Provinzialhauptstadt zurückkehren müßten, antwortete der Fabrikherr in heiterm Tone, daß er sofort die Wagen bestellen werde, um die Herren Inspektoren nach der Fabrik zu führen. Liebe Blanka, liebe Hcdwig", fügte der Baron in eincm Tone hinzu, der jeden Widerspruch ausschloß, -;,Jhr werdet uns die Freude machen und mit hinausfahren. Ihr kennt diese großartige Anlage noch gar nicht und heute bietet sich Gelegenheit, die Besichtigung in der Begleitung von V!anncm vornehmen zu könuen,welchcEuch die besten technologischen Erläuterungen über diese aufblühende Industrie geben können. Ah, auch Sie, mein werther Her? Lom, können sich uns anschließen, ich bitte recht sehr Sie werden es nicht bereuen, cinen Blick in die Fabrik geworfen 'u da.den." Während Kranlitz dies sagte, führte er den Bildhauer abseits von der Gruppe in die Vorhalle des Hotels und. fügte dann im Flüsterton hinzu: Schleppen Sie den Doktor aus dem Saal, ich bitte sehr " Lom war überrascht, beeilte sich aber, die Bitte zu erfüllen. ' Kranlitz gab dem Oberkellner des Hotels einen Wink : Um drei Uhr muß draußen in der Zuckerfabrik ein Büffet hergestellt sein kalte Speisen, aber das Beste, was Ihre Küche vermag, dazu feine Weine. Kaffee, Eigarren Sie verfiel en mich, ec gilt, Leckermäuler zu befriedigen." . Wie viele Kouverts?" Acht oder neun Alles muß in Fülle da sein und den X'lppetit reizen. Thun Sie Ihr Bestes ich werde mich crkenntlich ;ciaen !" ' (Fortsetzung folgt.) Vom Auslande. Die Chemnitzer Staatsanwaltschaft scheint versuchen zu wollen, durchzusetzen, woran die Elberfelder Staatsanwaltschaft vor vier Jahren scheiterte. Letztere wollte gegen die sozialdemokratischen Besucher des Wydener Kongreffes vorgehen, stellte aber, nachdem eine Menge Verhöre von Theilnehmem stattgefunden hatte, die Arbeit ein Jetzt versucht die Chemnitzer Staatsanwaltschaft, dies nach Verlauf von ein und ein halb Jahren mit den Theilnehmern dss Kopenhagener Kongreffes. Angeschuldigt sind die Herren v. Vollmar, Vebel und Gen offen, indem sie in den Tagen des 29. März bis 2 April 1883 an dem Kopenhagener Kongreß theilnahmen und zugleich an einer Verbindung sich betheiligten, deren Dasein, Verfassung oder Zweck vor der Staatsregierung geheim gehalten werden solle, und zu deren Zwecken oder Beschäftigungen es gehöre, Maßregeln der Verwaltung oder die Vollziehung von Gesetzen durch ungesetzliehe Mittel zu verhindern oder zu entkräften. Herr .Be.bel, der vor dem AmtsgerichtGrimma vernommen wurde,räumte ohne Weiteres seine Theilnahme am Kopenhagener Kongreß, deffen Vorsitzender er gewefen sei, ein, lehnte aber jede weltere Auskunft ab. Der Angeschuldigte gab aber noch zu Protokoll, daß eine Anklage wegen Theilnahme am Kopenhagener 'Kongreß unmöglich sei; denn die Abhaltung des Kongreffes sei in Dänemark nicht straffällig. Ferner machte derselbe darauf aufmerksam, daß er nach seiner Rückkunft vom Kopenhagen Kongreß am 4. April vorigen Jahres durch Polizeiorgane unter Angabe des Verdachts der Verletzung der D 123 und 129 angehalten und durchsucht worden sei, daß man ihm verschiedentlich? Druckfachen abgenommen und dieselben der Kieler Staatsanwaltschaft übergeben, letztere aber die Verfolgung unterlaffen und ihm die Drucksachen zurückgesandt habe. Ebenso sei jede strafrechtliche Verfolgung der Abg. v. Vollmar und Frohme unterblieben, die in Kiel aus dem gleichen Grunde, wie er, verhaftet wurden. Dem Reichstag habe das Reichskanzleramt unter dem 21. April 1884 offiziell mitgetheilt, daß kein Grund zur Verfolgung der genannten Abgeordneten sich gefunden habe. Man darf auf den weileren Verlauf dieser Sache gespannt sein. D er Be rne r B und" schreibt: In Zermatt herrscht unter der FührerWelt eine gcwiffe Aufregung. 'Das Matterhorn. der Bergriese schlechten Rufes Yr excellence, ist von vier Fremden bestiegen worden, welche diese Tour ohne Führer oder Träger ausgeführt haben. Die betreffenden Herren sind zwei junge Doktoren der Medicin auS Wien, ein Turnlehrer aus Salzburg (augenscheinlich die Seele des kühnen Wagniffes) und
ein Profeffor Schulze aus Leipzig. Dieselben Herren haben auch den Monte :ttosa von einer ganz ungewöhnlichen Seite aus ohne Führer' bestiegen und ebenso das Weischorn. Sie ersparen bierdurch natürlich viele Hunderte von Francs. Den besten Dienst leistet ihnen dabd da? neue große Kartenwerk des schweizerischen Gener lstabes, das sie, wie auch alle Veröffentlichungen des Alpen-Elubs, aufs genaueste studirt haden. Bemerkenswerth ist noch, daß die genannten Herren auf ihren Touren keinen Eagnac und dergleichen mitführen, sondern als einziges Erquickungsmittel Citronensäure. Der Bund" bemerkt schließlich : Daß die vorliegende Thatfache in den Kreisen unserer Bergführer Niemanden angenehm berühren wird, steht uns fest; andererseits können wir jedoch einer derartigen Verbindung von Umsicht, Kenntniß, Muth und Ausdauer.
j wie fle in den führerlosen Bergtouren v'rü r r .. ! Lle,e5 vleryialrerlgen öueeolattes vorliegt, unsere Bewunderung nicht versayen. Man berichtet a u s W a i d hofen an der Thava folgende ergoklicbs Jagdgeschichte: Ein Bauer, dereine Jagd gepachtet hat, sich aber auf das Schießen nicht besonders gut versteht, lud zwei ob ihrer Treffsicherheit renom niirte Schützen zur ötcbhühnerzagd ein. mit der Bedingung, die Jagdbeute zu tleilen. Die beiden Jäger folgen der Einladung und .erzielen ein überaus rr ichliches Jagdergebniß: das ans Antrag dcs Bauern im (vasthause getheilt werden sollte. Daselbst angekommen, hub der ttauer. den es reuen mochte, einen solchen Vertrag geschlossen i haben, erschrecklich über die beiden Jagdgefährten zu raisonniren an. so daß er schließlich eine wohlverdiente Ohrfeige avplizirt bekam. Doch wehe, ter Bauer sinkt nieder, wie vom Schlage si-rühtt. und bewegt sich nicht. Sein? beiden Jagdfreunde sind natürlich in der höchsten. Aufregung ; sie eilen zu,n B?unnen, frp:iren den ivie todt Daliegenden -alle Belebungsversuche scheinen vergebens. Da. endlich, erwacht der Bauer aus seiner Ohnmacht. Die beiden Jager athmen freudig auf, und um alle weiteren Zkekriininationen zu vermeiden, treten sie sofort den Heimweg an. Kaum war dies geschehen, springt der Bauer pfiffig lachend ans und ruft:' .Na. d' Nebhänd! hoan S' dogelassen ! Dö Watschen ist dös werth!" und' trug seelenverzinügt die ganze Jagdbeute nach Hause. Von einem fidelen Selbst; rnfader weiß die EharlottcnburgerTag.es' pvst Folgendes zu erzählen : Frau N. hatte sich nach dem Tode ihres Mannes, der ihr ein hübsches Vermögen hinterlassen, wieder vcrheirathet, und zwar mit dem Erwählten ihrer ersten Liebe. Er war ein Trompeter und litt an beständi-. gem Durst, fast jede Nacht kam er in schräger Richtung nach Hause. Alle Vorstcllungen von .Seiten der Frau halfen nichts,so daß sie endlich auf Ehescheidung antrug. Als der geliebte Heinrich die Vorladung zum Schiedsrichter bekam, erklärte cr seine? Frau, cr werde etwas thun, was kein Mensch zweimal zu thun im Stande sei. Dann setzte er fich.schricb einen Brief, steckte denselben in dieTasche und verließ das Haus. Nachmittags traf' ihn ein Bekannter im Grunewalo, wo er unter einem Baume lag und schnarchte wie eine Brettfäge. Neben ihm stand sein Hut, ' und darin lag der Brief mit der Aufschrift : An den ehrlichen Finder meines durchschossenen Leichnams." Der Freund öffnete nun den Brief und las : Abschied von der Welt. Für mich ist Spiel und Tanz vorbei. Das Lachen ist vorüber. Die Welt scheint mir 'n zerbrochenes Ei Schwamm darüber !" Der Frcund ermunterte nun den Schläfe? und fragte ihn, was der Brief bedeuten solle. .Der sanfte Heinrich gab gähnend und sich reckend zur Antwort: Ich wollte mich todtschießen, habe aber vergcffen, den Revolver zu laden und bin vor LebensÜberdruß hier eingeschlafen." Die Frau hat den reuig Zurückgekehrten noch einmal wieder aufgenommen, nachdem er sich u bessern feierlich geschworen ha:. Aus Pilsen wird der Boh." von einem entsetzlichen Unglücksfall berichtet. Am 13. Septbr. sollte in dem gräflich Schönborn'schen Revier in Lipowit bei 3!ekmir eine Jagd stattsinden. Gegen 4 Uhr Nachmittags erschien bei der Jagdgesellschaft auch die Gräfin Therese Schmising, nicht um an der Jagd theilzunchmcn, sondern um ihren Bruder, den Grafen Johann Lazanky, zu sprechen. Während sie mit der Gräsin Schönborn sprach, entlud sich das Gewehr eines einige Schritte weiter stebenden Forstbeamten des Grafen Hans Schönborn; die Ladung drang der Gräsin Schmising in den Unterleib, die Gräsin Schönborn blieb unverletzt. Der Forstbeamte, der das Unglück verschuldete, überreichte die Gewehre, die cr trug, einem in der Nähe stehen-, den Straßenräumer ; hierbei ging eines derselben los und die volle Ladung ging dem Straßenräumer durch den Kopf, so daß er kurz darauf verschied. Die verwundcte Gräsin Schmising wurde sofort in das Försterhaus in Lipowitz übertragen und von allen Seiten wurden Aerzte herbeigeholt. Allein jede Hilfe war vergebens ; Sonntag um 1 Uhr verschied die Gräsin. Graf Schmising, der erst anderthalb Jahre vcrheirathet war, hatte das Schloß Lichtenstein vom Fürsten Löwenstein gepachtet ; Donnerstag erst war er mit seiner Frau dort eingezogen. Freitag kam die Mutter der Letzteren, die verwittwete Gräsin Sidonia Lazansky, geb. Gräsin HoyoS von Manetin, ihre Tochter zu besuchen, und Tags darauf geschah das Unglück. Mit der Fabrikation von Klavieren beschäftigen sich in Deutschland zur Zeit 424 Fabriken, welche 7874 Arbeiter unterhalten. Von jenen Beinebswerkstätten befinden sich 240 in Preußen mit 3471 Arbeitern, in Sachsen 90 mit 2301 Arbeitern, in Württemberg 44 mit 983 Arbeitern, in Hamburg 19 mit 735 Arbeitern, in Baden 16 mit 169 Arbeitern, in Bayern 15 mit 170 Aröeitern. Im Laufe eines Jahres werden in Deutschland etwa 73,000 Klaviere fertiggestellt, welche einen Kapitalwerth von 35 Millionen Mark repräsentiren. ?kahezu die Hälfte dieser Produktion geht tn'ß Ausland, namentlich nach England.
Es ist schon wiederholt auf die Unvereinbarkeit gewisser Arznei stosfe hingewiesen worden, welche durch Erplosion die bedauerlichsten Unglücks fälle hervorgerufen haben. Das Journal de Pharm. d'Als.-Lorr. warnt neuerdings vor einigen derartigen gefährlichen Mischungen. So war ein Gurgelwasser zu bereiten aus chlorsaurem Kali. Eisenchlorid und Glycerin. Fünf Minuten nach erfolgtcr Bereitung erplcdirte die Flasche in der Tasche des Käufers, wel-' eher durch die Glasscherben arg verwun det wurde. Eine Mischung von EalciumHypophosPl'it, chlorsaurem Kali und Ei senlaltat brachte den Erpedientcn durch Erplosion in Lebensgefahr ; schon die einfache 'Reibung des EalciumHypophosphits ist gefährlich; so wurde" nach der Pharm. Post, ein junger Pharmaceut durch die heftige Erplosion ' getödtet. Welche er durch Schütteln einer Lösung von 1 Kilo Hypophosphit hervorrief. Die Aerzte verordnen manchmal eine Lösung von Ehromsäure in Glycerin; wenn aber dle Säure rasch und auf einmal in das Glycerin geschüttet wird, kann leicht Ex plosion entstehen wie bei Nitroglycerin. Die Mischung von Jod und Ammoniak muß ebenfalls vorsichtig vorgenommen werden, da hierbei Jodstickstoff, ein sehr heftig crplodirender Körper, entsteben kann. Ehlorsaures Kali mit Tannin, VcorphinHydrochlorat oder anderen organisch cn Stoffen erplodirt ebenfalls. Was man im EinjährigenEramen in Deutschland mitunter zu ho ren bekommt, mögen mit Bezug auf die Notiz über den Ausfall der jüngsten Prüfungen dieser Art folgende beiden niedlichen Geschichten illustriren. Der Eandidat hatte eine Stelle aus WilHelm dem Eroberer" aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Die Situation der Stelle ist die,' daß Jemand in einer alten Familiengruft beigesetzt werden soll, und daß plötzlich aus der Tiefe eine Stimme mit den Worten dieser Grund ist mein", englisch lliiz MUllä is mine", Protest dagegen erbebt. Der Eraminand übersetzte diese Worte mit : Dieser Boden ist untcrminirt" (min Mine). Zweiter Fall: Es ist von den Wendekreisen die Rede. Frage : Wober kommt der Name Wendelreis dcs Krebses ? Antw.: Weil da die Sonne die Gestalt eines Krebses annimmt. Frage: Haben Sie das schon mal gesehen? Antw.: Nein. Frage : N, wie denken Sie sich das? Ant.: Ja, denken kann ich mir das nicht, aber die Sonne nimmt dann die Gestalt eines Krebses an! ! !
U Dffics der Indimm C&1 Sa ft xt 0 ü u ty w liUts: ; empfiehlt !ich zur rtf . . ' . . ükscrnguttst von Rechnungen. Cirkulsrcn. Briefköpfen, Preislisten. Quittkmgc!,. Eintrittskarten. Mitgliederkarten, . Brochuren, Constitutioncn Adreßkartcn. Mr seye, Iyr ecuüht tlt VMDALIA LINE ! tsr Warum? Weil sie die kürzeste und beste Linie über Bt. XotiiN, JeXiHNoiizri, XX ein -Na, Iowa, Nofex-aslfa, Texns, Arkansast Colorado, New Mexico, De cota und California jft. Dak V ahnbett ist don Steiu und die nen find aut Stahl. Die Wag haben die aeuesten Derbesserunzea. Jeder Zug M Schlafwagen. Passagiere, ob sie uuk Billete erster Klafse oder EmigrantenDiUet haben werden durch unsere Pessagierzüge erster Müsse befördert. Ob Sie nun ein Billet zu ermäßigten Prei. sen, ein Srcurs.Vnöbillet eder iraend eine Sorte SisenbahnbiLete vollen, kommen Sie, oder schreiben Sie an II. I. Doriiifi:, Assistent General PaffagterAgent. vrdkst'EZe Washington und Jllik vis StrJnd'xl . H ill, Sen'l Snpt. St.Lonik,Vo. S. .Ford. Sen'l Pass..Akt.. Et. Lonil As
