Indiana Tribüne, Volume 8, Number 19, Indianapolis, Marion County, 7 October 1884 — Page 3
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Goldene Schwingen.
Roman don R. Elch o. (Fortsedung.) 'ndllch wir di? Ävyle - ÄtoUenS erreicht, die Wasser rauschte,! nlächtiger, das sollen der Förderwagen , glich an schwellendem Tonnerhall, ernste Verglcute,deren braune Gesichter zuweilen daö flackernde Lampenlicht überbl.lM - riefen den Ankommenden ihr dumttinzcndeZ Glückauf zu und verschwanden so rasch wicdcr lm Dunkel, als fie daraus ausge taucht waren. Die kleine Gesellschaft wanderte durch scbmale Gänge, weite Aushöhlungen und Stollen, welche durch Holzgerüste gestützt waren. Je weiter sie kam, desto undeimlicber wurde es Blanka zu Muche. Nach ihrer Ansicht verengten sich in dem schrecklichen Labyrinth die Eäsge immer mehr, die Luft wurde immer sckwüler, das ttdte Gestein immer gefahrdrohender. Endlich erreichte man eine große Ab baustellc. wo die Hämmer und Picken inunter pochten und ein eigenthümlickes Sausen börbar wurde. Dies moste wohl den'Aildhauer an . die Stürme sei uer Heimath erinnern, denn Z löblich psiff cr ein Lii.'dch."i vor sick hin. . Wie auf Koinma. tiesie.i die Hauer ihre Werkzeuge fallen und wendeten die erhitzten Gesichter nach dem Pfeifer um. 1 Jener C?riimyf .-... , Was baben Sie gethan':" raunte ihm Hedwig im Weitergeyen zu. Wisftn Sie nicbt, daß Pfeifen im Bergwert Unglück bringt 2 Bergleute sind so abergläu bisch wie Matrosen. Wer mit brutalen Ztaturgewalten zu kämpfen bat, der glaub: in der Regel anZcichen und Wun: der. O, es giebt Visionäre unter den Arbeitern, Leute, die in diesem Dunkel bell seben abtx sie sehen selten etwas Gutes. Unglückspropheten sindsieAlle!" jlein ' Wunder !" scherzte . : Blanka. in diesem Labyrinth muß man AlleS schwarz sehen. Himmel, waS ist das 2 Jagt Ariel mit AeoluS um die Wette durch diese Engpässe der Unterwelt?" Wir näbern uns dem Urquell dieses Sturmwinds," bemerkte Reinhold. Im Südwestschacht, unfern vom Mundloch ist neuerdings auf die dringenden Borstellungen des BergamtS hin eine WetterMaschine aufgestellt worden, welche dem westlichen Theile des Bergwerks gute Luft zufübrt. Seben Sie hier das tleine Instrument mit den Flügeln einer Libelle der Aerometer an ihm erkennen Sie di: Starke der Lujtströmung. Die Luft darf nicht . zu stark auf die Abbruchstellen drücken, denn Arbeitcr. welcbe lanae einem starken Pneumatischen Luftdruck ausgesetzt sind, werden lungenkrank. Es kommt also viel auf eine gute Regulirung des Luftstroms an. , Auf Umweaen hatten sich die Besucher dem Schacht genähert, als sie aber in die Nähe des Gebläses kamen, prallte Blanka mit einem Aufschrei zurück. Wilde Furien schienen heulend in der Grube umherzurasen. Nach einer Äöeile erst gewöhnte sich das Ohr an das schreckliche Brausen Äuf Reinhold's ermuthigende Worte hin näherten sich die Damen der Maschine und nun konnten sie wahrnehmen, daß dieselbe einen Lustström in den Stollen hineinblies, dessen Kraft eine Kanonenkugelfortzuwirbeln im Stande war. Als Lom es versuchte, sich dem Sturmwind entgegen.zuwerfen, wurde er über den Haufen geblasen. Blanka lachte herzlich und legte ihren Arin in jenen des Führers, der sie auf neuen Wegen zu einer tieferen Sohle hin abbegleitete. Hier sahen sie Arbeitsstellen, wo die Bergleute wie in: Grabe lagen. In diese niedere Höhlen wagte Blanka sich nicht hinein. Der Gedanke,daß die Erdmassen über den Arbeitern niederbrechen könnten, erfüllte sie mit Entsetzen. Weiter, weiter," rief sie Reinhold zu und von der Furcht fortgescheucht, eilte sie in zitternder Hast die Galerie hinab. Jene aber schien kein Ende nehmen zu wollen. Immer dumpfer wurde die Luft. Ueber das Flammen der Sicher heiislampen nahm das Drahtgeflecht eine röthliche Farbe an. Reinhold beslügelte seine Schritte. Gs war so still in dem dunklen Gang, daß man das monotone Niederfallen der Trovfen vernahm. Jetzt wurde das Pochen einiger Hämmer und Picken hörbar. Ein SeUenstollen zlveigte sich ab, die Gesellschaft befand sich in der Nähe einer Arbeitsstelle. Reinhold hielt an und sog prüfend die Luft ein. Ein eigenthümlicher Geruch schien ihm aufzu fallen. Durch ein Zeichen ersuchte er seine Begleiter anzuhalten, dann verschwand er im Seitengang. Hedwig interessirte sich ;u sehr für alle Vorgänge im. Bergwerk, als daß sie lange an der einsamen Stelle hätte aushalten können. . Hastig vorwärts eilend, kam sie fast gleichzeitig mit Reinhold an der Stelle an, wo vier junge Burschen todtes Gestein losschlugen. Zwei der Arbeiter rauchten aus kurzen Pfeifen. Die Raucher hatten keine Ahnung, daß der Inspektor hinter ihnen stebe. Als Jener sie anrief, ließen sie die ööerkzeuge fallen und suchten rasch ihre Pfeifen zu verbergen. hr macht Schicht-sofort alle vier!" rief Back und Hedwig bemerkte am Ton seiner Stimme, am zornigen Aufblitzen seiner Augen, daß ihn eine tiefe Erregung beherrschte. Die Arbeiter waren zuerst erschrocken, dann rafften sie langsam ihreWerkzeuge und Jacken auf und murnielten einige Flüche. Warum soll ich und Johann denn auch Schicht machen?" fragte jetzt der breitschulterigste unter den Entlassenen in trotzigem Tone, wir haben doch nicht geraucht Aber Ihr habt es geduldet, daß Jene ihre Sicherheitslampen aufbrachen und sich ihre Pfeifen anzündeten. Im Bergwerk ist Jedermann verpflichtet, über die Sicherheit seiner Kameraden zu wachen. Ihr, die ihr das Stauchen gestattet, seid genau so leichtfettig, wie Jene, die eS tbaten. Vorwätts, verlaßt die Grube!" 3teinhold hatte so energisch kurz und grollend gesprochen, daß Hedwig sich fast vor ihm fürchtete, sie floh auS dem Stollen und lehrte.atbcmlos zu Blankazuruck.
Jene sah 'voN Berwunoerüng die Ar-
beiter mit gesenkten Köpfen und 5erwunschungen auf den Lipfen an sich vorüVergehen, gleich daraus kam Reinhold, bot ihr stumm den Arm imd führte sie weiter. Was ist hier vorgegangen?" fragte die Baronin nach einer Weile. Ich hieß jene Burschen dieÄrbeit einstellen, weil sie unsere Vorschriften mißachteten." Welche Strafe trifft sie V . Die der Entlassung." ..DaS wäre eine barte Strafe für ein geringes Vergehen," warf Hedwig in gereiztem Tone ein. Ich werde den Direktor des Bergwerks bitten, daß er das Nauchen milder bestrafe." Reinhold 'that, als überhöre er Hed wig's Bemerkung, und machte die Baronm aus emtge Verfte,nerungen ausrnerksam. Eine Viettelftunde spater suhr die llerne Gesellschaft mit der Fördermaschine zu Tage. Als Blanka im Käsig emporgehoben wurde, war ibr nicht anders zu Muthe, als entsteige sie dem Todtenreich und kehtte ins Leben zurück. Noch vernahm ihr Ohr das Rauschen der Wasier, das Rollen der Wagen, noch gähnt unter ibr der Abarund. nocb überrieselte sie ein .Schauer bei dem . Gedanken, sie könne von. unsichtbaren (vewatten m vle .lese hinabgezogen werden, da erfolgte einRuck, der Käfig hielt, an und. vor. ihr stand der Direktor von Hedwigs Glück und sprach ihr sein tiefstes Bedauern aus, daß er erst vor. einer Minute über die Anwesenheit des hohen Besuchs" unterrichtet worden sei. .' - - Nun, so erweisen Sie mir jetzt die Wohlthat, mir aus dem Käsig herauszuhelfen, ich bin noch ganz betäubt." 'Nach Blanka tauchteHedwig aus dem Schacht auf, dann kamen Back und Lom. Als sich die Theilnehmer der Erpedition umgekkidet hatten und wieder ins Freie traten, jagten graue Wolken Uber's Thal und ein Windstoß zerriß die Rauchschicht, welche über den Schornsteinen lagerte. Vor.'dem Direktor standen die vier Bergleute, welche Reinhold Schicht machen ließ. Der Letzte meldete, ivas er gefehen. Der Direktor gerieth in Zorn und hielt zunächst in .polternder Weise eine lange Strafpredigt. Tas ist recbt. schelten Sie die Leichtsinnigen tüchtig aus. lieber Direktor", vcrzekte Hedwig in schmeichelndem Tone, aber dann verzeihen Sie ihnen wieder, tfiii Verbrechen ist doch gerade nicht,wenn die Leute rauchen. Es wäre doch grausam, wenn man sie deshalb um ihr Brot brachte. Nicht wahr) Ihr versprecht es. nie Wieder gegen die Vorschrift zu fündigen. Äorgleute i" üsnt blickten ganz verdutzt zu der schonen Aittstellsrin ans, dann aber wuchs ihnen der Muth und sie riefen iiliison'b mit treuherziger Miene : Ja, das vei sprechen wir Ismen, Fräulein Kranich." ' Der Direktor schielte verlegen von Hedwig zum Inspektor hinüber, welcher kein Wort verlor, sondern ernst und fast mitleidig auf Hedwig sah. Äie haben mich so oft Patronin der -Zeche genannt," fuhr Jene bittend fort, lassen Sie es mich diesmal in Wabrbeit sein, lieber Direktor, Ich bitte für diese Leute und verbürge mich sür ihr Wohlverhalten. Bitte, vergel .x Sie den armen Leuten !" Der Direktor schimpfte die Burschen nochmals weidlich aus, erklätte sie des Arbeitstages für verlustig,gestattete ihnen aber, am nächsten Tage die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Verantwortung fällt auf Ihre Schultern," sagte Reinhold ruhig zudem Direktor. Blanka rrnd ihre Begleiter beschleunigten ihre Schritte, denn über ien Köpfen grollte der Donner und Blitze zuckten durch die qualmige Atmosphäre. Das Gewitter wird in wenigen Minuten losbrechen," bemerkte Remhold, und wir erreichen den Wagen nicht mehr. Bitte, treten Sie in das Häuschen droben auf dem Hügel, dott finden Sie Schutz vor dem Regen und eine Erfrischung." Sie wohnen doch nicht in dem Bau:rnhäuschen, Herr Inspektor ?" fragte Blanka und betrachtete überrascht das einstöckige, mit Stroh gedeckte Haus, vor dessen Thür ein öiußbauu; im Winde rauschte. Freilich, mit meiner Mutter zusammen," antwortete Reinhold, bitte, warten Sie dort das Gewitter ab." Hedwig sträubte sich, die Einladung anzunehmen, Blanka jedoch fühlte eiil halb aus Neuzierde, halb aus Sympathie 4 7, . ; 7 . v .. ,"- T entsprungene nirrec zur oen'ecyniker, und sie erklätte, daß sie einen brennenden Durst verspüre. Ein Schauer eickfr RcZdntropfen, welcher plötzlich nieverfiel, machte dem Schwankender Damen ein Ende. Von einem nachfolgen-, den Wirbelwind halb getragen, eilten die vier Menschen den Berg hinauf und :rreicbten noch rechtzeitig das schützende Kl. S e ch st e s K a p i t e l. In dem Flur des Häuschens, welches vie Fliehenden keuchend und lachend erreichten, stand eine Matrone mit silberweißem Haar und treublickenden blauen Augen. Ich bringe Dir Gäste, Mutter," sagte Reinhold und küßte die Stirn der Frau. Sie sind willkommen," entgegneteFrau Back einfach und bot jedem Gast lächelnd die Hand zum Gruß. Dte Stube, welche die kleine Gesellschaft aufnahm, machte einen überaus freundlichen ' Eindruck. Blumen und Epheu umrahmten die Fenster, ein munleres Finkenpaar flatterte im Zimmer umher, an der Wand erhob sich ein breiter Bücherschrank, auf dem ein ausgebalgtee Habicht die Flügel weit ausspreizte und vor einem der beiden Fenster stand ein Zeichentisch. Beim 'Kachelofen brei tete ein alter Großvaterstubl die Arme aus und eine Schwarzwälder Uhr ließ ihr Tiktak hören. Blanka schaute sich mit Wohlgefallen um und bemerkte: Hier ist's recht wohnlich." Blanfa'nahm in dem alten Lehnswhl Platz und lächelte glücklich. S ie fühlte sich während der Sturm das Haus umbrauste, so wohl und geborgen in der traulichen Swbe..ReiIbLld Lellte tül$ juni TisH
hin und holte Teller und Gläser cm ei'rr tr 1' k e..... Ä .'-r
nem altvalerifcyen vscyrani yervor, ivay rend seine Mutter in der Küche für Ersri schung sorgte. Frau Back trat wieder ein und' bot den Gasten Milch und einen kleinen Jmbi an. ' Blanka nahm die Gabe freundlich an, Hedwig lehnte sie kühl und vornelnn ab. Blanka erkundigte sich nach den Erwerbsverhältnissen der Bergleute und Spinner Die Auskunft, welche Rein hold ihr gab, war -wenig befriedigend. Sie hatte geglaubt, daß Mäimtt, welche zwölf Stunden täglich in den Gruben arbeiteten, für all ihre Mühsal so viel ernten mußten, daß sie ihre Familie ernähren und einen Sparpfennig fürs Alter zurücklegen könnten, statt dessen wurde ihr die Auskunft, daß Familienväter ohne Mithilfe der Frau nicht im Stande seien, mehrere Kinder ernähren zu kön nen. Als sie nun gar erfuhr, daß die Arbeiter in der Spinnerei noch weniger verdienten als die Bergleute, und daß man die abgenutzten Kräfte ohne Weiteres bei Seite schiebe, stieß sie einen tiefen Seufzer aus und fragte, ob in allen Industriebezirken die Arbeiter so übel situirt seien. Reinhold erwiderte, daß esFabrik und Grubenbesitzer gebe, welche reicheren Lohn, ja sogar einen kleinen Antheil am Ge schäftsgewinn' ihren Arbeitern zusicherten und die durch Vereinskaffen Invaliden, Wittwen und Waisen vor der äußersten Noth zu schützen .suchten, in diesen dichtbevölkerten Thälern jedoch laste das eherne Lohngeseß mit erdrückender Schwere auf der arbeitenden Klaffe. Sie geben sich den Anschein, als fühlten Sie tiefes Mitleid mit der Lage der Arbeiter, allein Ihre Thaten strafen Worte Lügen", rief Hedwig plötzlich mit .. einer vor Erregung bebenden Stimme. Auf dem Hochzettsfest suchten Sie den Gästen meines Onkels klarzu machen, daß Ihr Brotherr seine Arbeiter wie eine Citrone auspreffe und jetzt fiellen Sie denselben gar vor deffen. Gattin als Leuteschinder dar. Als aber dninten im Bergwerk zwei harmlose Burschen geraucht hatten, drangen Sie sofort auf Entlaffung der Raucher, ja, Sie wollten gar zwei andere Menschen um ihr Brot bringen, die gar nichts verschuldet hatten. Der Direktor gab meinen Bitten nach und erließ den Arbeitern die Strafe. Wer ist nun hartherziz,mein Onkel, welcher großartige Anternehmungen ins Leben rief, der den Bewohnern dieser Thäler Asbeit und Brot giebt, oder Sie, der Sie. bei diesen Unternehmungen zehn mal so viel verdienen, als ein Arbeiter, und der Sie kleine Fehltritte sofort mit Entlaffung bestrafen möchten ? ! " Eine flammendeRöthe übergoßedwigs Wangen, während ihre Lippen diese Vorwürfe hervorsprudelten. Als sie geendet, drehte sie sich wieder dem Fenster zu und trommelte mit den nervös zuckenden Finaern gegen die Scheiben. Neinhold S Mutter schaute groß und ernst zu der Sprecherin herüber, Blanka schlug verwirrt die Äugen nieder. ES wurde so still im Zimmer, daß man das letzte Grollen deS abziehenden Gewitters vernahm.' Reinhold tvar weder überrascht, noch verwirrt. Er schaute mit seinen klaren Augen auf das erregte Mädchen und sagte dann nach einer Weile in ruhigem, leidenschaftslosem Tone : Sie haben mich angeklagt, Fräulein Kranlitz, gestatten Sie, daß ich mich Vertheidige." Die Angeredete schwieg und kehrte dem Sprecher beharrlich den Rücken zu. Aus dem Hochzeitöfest Ihres Onkels sprach ich im Rainen der Arbeiter, deren Vertreter ich beim Fest war, eine Bitte, eine berechtigte Hoffnung aus. Nun kann aber Niemand um Hilfe flehen, ohne auf die Nothlage hinzudeuten. Ihr Vater und Oheim, mein Fräulein, haben in dieser Gegend große Unternehmungen ins Leben gerufen, welche der ganzen Bevölkerung zum Segen gereichen tönnten, allein, wahrend die Firma Kranlitz heute über Millionen gebietet, hat sich die Läge der Arbeiter nicht ve'rbeffett. Ich will kein Wort verlieren über die Art, wie jener ungeheure Reichthum geWonnen wurde, aber jetzt, da ich an diesen Unternehmungen mitarbeite, halte ich es für meine heilige Pflicht, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß die Lage der Armen Derbeffert werdr. Manche Uebelstände lassen sich nicht sofort bcscitigen, andere aber sind himmelschreiend und ich begreife kaum, wie man seiner Millionen frob werden kann bei demGedanken, daß blühende' Menschenlebens hmgeopsert werden, um diese zu .vermehren." Und nun, Fräulein.Kranlitz, will ich Ihnen auch sagen, warum ich es für selbstverständlich hielt, daßene leichtfertigen Burschen, welche. Sie in Schutz nahmen, entlassen würden. In den Tiefen der Kohlenzeche arbeiten mehr als vierhundert Bergleute, von denen fast die Hälfte Familienväter sind. Jeder. Mann fährt niit einer fest verschlossenen Sicherheitslampe hinab, denn in den Tiefen ziehen böse Wetter und in jedem Schacht lauert der Tod. Ein Funke vermag zuweilen ein Feucrmeer hervorzurufen, das fich in brüllenden Wogen durch die Galerien walzt und Alles verzehrt, was es auf seinen Wegen findet. Um nun zu verhindern, daß die Flamme diese Schrecken der Unterwelt entfesselt, wird die Sicherheitslampe verschlossen, man scharst es den Leuten ein, wie wichtig es sei,' daß dieselbe geschlossen bleibe, man setzt die Strafe der Entlaffung auf die Verletzung dieser Vorschrift, denn ein Leichtfertiger kann hundert Vorsichtige ins Verderben reißen. Diese Burschen aber, die ich beim Rauchen ertappte, hatten mit dem Stemmeisen die Lampe aufgebrochen und ihre Pfeifen in Brand gesetzt, und zwar in einer Gegend, wo die höchste Vorsicht geboten ist. Manner, welche um des eigenen Vergnügensund Vortheils willen ihre Nebenmenschen in Gefahr bringen, begehen ein Verbrechen, das mit aller Strenge zu ahnden ist. Auf Ihre Fürbitte hin, mein Fraulein, gingen die Schuldigen frei aus. Dieser Umstand kann vcrhangnißvoll für die Arbeiter in Hedwigs Glück werden,' Hoffentlich brauchen Sie es - nie zu be reuen, beute über mich triumphirt zu ha ben."
Hedwig schlug vwirrt die Augen nieder. Mit ttieecrgcschragettett.Vlillen stand sie jetzt vor dem Mazme, den sie wieder-, holt gekränkt hatt, vange sträubte firt ihr trotziger Sinnnzen den Zauber, weh chen die PersönlÄ'kect ibres Gegners auf sie ausübte, lange hielt sie den Zweifel an deffen Ehrlichkeit fest, aber nun, fc sie seine wunderbar klaren Augen und edlen 'Züge sah, fiel ibr die Rcinbeit seines Wesens auf. Seine Svrache war
so schlicht und doch so überzeugend, s voll Gefühlsinnigkeit, daß jedes Miß' trauen schwand und sie sich bescbämt gestand : dieser Mann kaim irren, aber nicht lügen. Die Erkenntniß aber, daß sie einem braven Manne Unrecht getban, machte sie demüthig und in zitterndem Tone sprach sie : Ich habe auf dcrZecbe wie ein trotziges, ungezogenes Kind gehandelt habe Sie gekränkt, das thut i,r leid .: ..'sehr leld, und ich bitte wie um Vergebung." Ich habe Ihnen Nichts zu v'erzeiben, denn Ihr Irrthum entsprang einem 'Gefühl, das ick ebre. dem Gefühl der , Verwandten liebe. '.Ich will diese Liebe nicbt zerstören, sondern hoffen, daß dieselbe noch einen festeren Grund erhält. Liebe und Achtung müssen Hand in' Hand gehen. In dem Maße aber, als Ihr Oheim : großmüthiger u,,d großherziger wird, in dem Mäße, als er Gutes wirkt, muß Ihre. Verehrung 'für ' ihn wachsen und Ihre. Liebe fichcfestigen.. Ich freue .. 1. tif.t v - r Sn'?, v 1 imu; reu; jeor, oay or. ivlimrauen gegen mich geschwunden ist." Reinhold streckte ihr seine Hand entgegen und sie legte ihre Rechte, m die sejni ge. Bei dieser Berührung, rieselte ihr ein süßer, nie u,vor gefühlter Schauer übers Herz und. ihreAugen erhielten einen seltsamen Glanz ;sie glichen em Son5? (SiiLf c VduMgjU wen. iebe ntes K ap j tel. . Doktor von Hoßlar schlug den Weg zur Schenke ein. Er trällerte ein. Soldaten lied vor sich hin und trat, in das HerrenZimmer. Die Wirthin war ihm gefolgt und fragte nach seinen Wünschen. Sie war eine, stattliche Frau .von. bohem Wuchs und üppigen Formen und ' hatte die Grenze der Vierzig noch nickt überschritten. . Schöne Frau," sagte der Doktor, in dem er sich mit komischer l!randezza verbeugte, ein Arzt, der um sieben Übr von )tehbach aufbrach, dann eine. Spinnerei besichtigte und eine chirurgische Operation ausführte und während der Zeit nichts Anderes als Ehauffe'e- und Kohlenstaub genoffen hat, besitzt ein heiliges Anrecht auf ein autes Frühstück." N'un freilich, Herr Doktor ! Was befehlen Sie?" Sie fragen noch? Das Beste, was Küche und Keller vermögen. In Ihre Hand lege ich vertrauensvoll die Sorge sür mein leibliches Wohl, schöneWächterin beim Gnibenlicht, und wenn Sie wollen, daß mir Speise und Trank ganz besonderS gut munden sollen, dann nehmenSie an meinem Frühstück Theil. Jch'bin gern in Gesellschaft schöner und munterer Frauen." Frau Wäck'ter lachte es war ein rohes Lachen. Ich bin nicht krank, Doktor," entgegnen sie und entwand sich seinem Arm, .einem- Herzschlag brauchen Sie nicht nachzuspüren. Aber Sie sollen gut bedient werden. lFortletzung folgt.) Deutsche Lokal - Nachrichten. Vrvi4 0au,r. Die deutsche Brauerei-Ausstellung in Hannover wurde am 14. September geschloffen. Gestorben Frhr. v. Beaulieu 3)!arconnay in Aurich, . Landrichter und ReichstagSmitglied. Gestorben Wilbeim Hugo in Eelle, Begründer der dtU Ui Schirmfabrik, 72 Jahre alt. In Lemförde bei Diepholz stürzte der Musi kus Schrader von Düderstadt auS einer Bodenluke und blieb todt liegen. Aus Nordnerney schlug der Blitz mein HauS; eine Frau wurde gelähmt,, ihr Kind aber wunderbar gerettet. Beim Hantiren mit einem Revolver wurde der Gymna(last Eduard Borns in Osnabrück von einem Mitschüler Adolf Stelle? tödtlich verwundet. . Die Wittwe deS Hofbesitzers Fritz Lünsmänn in Rotenburg ertrank in einem Brunnen. - Der ver, mißte Gastwitth Gließmatzer aus .Eim beckh'ausen wurde in der Nabe von Egestorf in der Aue als Leiche gefunden. Vom Blitz eingeäschert wurden . in Düderode vier Häuser, m Ohlendorf daS Haus des Abbauers Matthies,.in Bählbürg die Besitzung des AbbaüerS Voll meyer, .in Brakel das Haus -des Abbauers Rieckmann, in Akitterheide dai Haus . des. . EigarrensottirerS Haake, und .. in Wunstorf. as der Hbf besitzerin Wittwe Schomburg. Aus an derer Ursache brannten nieder: in Lochtum bei Goslar das Anwesen des Gast: wirths Hartje, das Gehöft desKothsassen Bormann, und theilweise das deS Koth fassen Brandes, m Dorf Rheden die Gebände des Gastwirths'Treichel, in Heyersum das Wohnhaus des Ackermanns Jh: sen, in Münchehagen das. Wohnhaus dei Steinhauers Stadtländer, und in Altew melle das Haus des Hofbesitzers Beck mann. OflpreuAen Herr Schulze in Königsberg. General sekretär des Ostpreußischcn Konservati-: ven-Vereins", bekam wegen Beleidigung des Pfarrers Eygan eine Geldstrafe von 300 M. Da? Skelett, welches vor einiger . Zeit in Bogunschewcn bei Liebe mühl ausgegraben wurde, ist die Leiche 'eines vor 20 Jahren dort vcischwundenen Viehhändlers z.Eppinger, der bereits we gen Meineids sitzt, . ist nun auch segen dieser That zur Untersuchung gezogen Worden, Die Finanzen in Seeburg be finden sich in so günstigem Zustande, daß seit Beginn diesesJahres keine städtischen Steuern erhoben zu werden brauchten. In Tilsit wird eine Ziegelei, mit Nina. ofen ' gebaut. Niederbrannten: in Bezulowken die beiden Gasthäuser (Wobei 2 Kinder ums. Leben kamen),' in Gezörowken das Gehöft 'des Besitzer. Ballhaus dem Rittergut Zvoraden dasberrschaftliche Wohnhaus, in Statzen 6 Gebäude, inGr.'SobrostdaS Anwesende
Gutsbesitzers Höne, in Pickeln das Haus des Käthners Siegmund, in Wilpiscben das Kruggrundstllck, in Secdrankcn das Schulgebäude, in Jeziorowken das Ge-
böft deö Denvers Lalla, in Tilsit das ftau3 d?r ittm M-rfJna ., : vaus der Wittwe lerilns, uno m Szapten ein Hauö Lottermoser. VW Grundbesitzers u ker ?kd,iupsal,. Der . Bäckergeselle. Joh. Haller in Speyer ertrank.Herr John Reichard von Frankenthal - ist auf seiner Rückreise nach Amerika auf dem Schiffe verschieden. In Kleinbockenbeim fiel der 18jährige Sohn des.Maklerö Hahl so unglücklich vom Gebälk einer Scheune, daß der Tod sofort eintrat. Rentner netzcl in Neustadt a.H. hat dem Pfalz. Gewerbemuscum 10,000 AI. geschenkt. Der Buchhalter Kaus von Frankeneck hat sich in den Kopf geschoffen. In Hochspeyer m dre BierbrauereiTivoli" des Herrn Eisenmever total niedergebrann;. kdniick - Württemberg. ' In Stuttgart beging der Gesangver em Lie.derkranz" sein 60 jähriges Jubiläum. .f Bauunternehmer Gemeinderath Dackel in. ' Cannstadt. Der Zimmermännn' Hascher in Ebingen bat das dortige- Hospital in Brand gesteckt. f OberamtSarzt Hofratb Dr. Ko'lb in Geislingen. Um zum Neubau ibres baufälligen . Häuschens 700 fl. aus der Brandversichcrungskasie zueihalten. steckttn die Hnnle'sch-n Ebeleule in Sieln heim ihre Wohnung in Brand. Durch Unvorsichtigkeit erschoß der Geschäflsreisende Grüninger aus Biberach in einem Gasthofe den Maurer Karl Eqastein von Neresheim. Beim Nachbaüseqe. hen von einer festlichkeit wurde der Kai ser Vogel in. Ulm von dem Schloffer Wilhelm Stadler von Livheim und dem crn . cri.i , r 11 MurMnig steche.,. V!saß'Lottr:nzen. Charles Hüter von Straßburg, iclcher im Innern Arabiens auf Kosten des Ministeriums des öffentl. Unterrichts reiste, wurde von Beduinen ermordet. Altbürgermeister Precheur in Diebolsheim. Der 21jährige Alasius Bantshosen in Friesen wurde von Strolchen ermordet. Vom VuSlaud. AuS Areslau erza y !r die Köln. Ztg." eine kleine, aber lehrreiche Geschichte, die überall mit Interesse gelesen werden wird. Ein höherer Ofsicicr welche Höhe er einnimmt, wird unS nicht verrathen schickt seinen Sohn in ein Breslauer Gymnasium. Von dort bringt derselbe eines Tages ein Zeug niß, mit welchem der Herr Vater nichts weniger als zufrieden war. Der Ossier schrieb in Folge deffen an den Gym nasiallehrer, er wünschte wegen des man gelhaften Zeugniffes mit ihm Rücksprache zu nehmen, er sei taglich von .'! bis 4 Uhr zu sprechen. Der also zur freundschaftlichen Visite aufgeforderte Oberlchrer schrieb aber an den Ofsicier zurück, er habe gegen eine Unterhaltung über die vetreffende Angelegenheit Nickis einzuwenden und sei in seiner Wohnung oder auch im Conferenzzimmer der Anstalt zu gewisser Stund:" täglich zu sprechen. Wie aus Prag berichtet wird, entstand im dortigen Ncustädtischen Theater knapp vor Schluß der Vorstcllung der Cameliendame" mit der Geistinger in der Titelrolle, eine furchtbare Panik.- Die allzu realistische Darstellung der Sterbeszene durch die Geistinaer ließ eine Frau der letzten Galerie in Ohnmacht fallen, und als ein Feuer ' roehrmann mit Waffer zum Besprengen? der Ohnmachtigen herbeieilte, entstand der Glaube, es brenne. Daraufhin allgemeines Flüchten mit Zurücklaffung der Garderobe. Viele Frauen' wurden ohnmachtig, eine verfiel in epileptische Krämpfe. Die Vorstellung konnte nicht beendigt werden. Der Regisseur, der Theatersekretär, sogar , die FcucrlöschMannschaft erschienen auf de? Szene, um ' zu beruhigen, jedoch war Alles vergeIxnS. In Ha n i: ov er fand am 16. September die Enthüllung des Strome'oerDenkmals statt. Stromeyer war hannoverscher Generalarzt und hat sich namentlich, auf dem Gebiete der Chirurgie große Verdienste erworben. ,K lein Pop o." Ueber diesen bei', den deutschen' Erwerbungen an der weftafrikanischen Küste genannten Platz schreibt man der Frankfutter Zeitung : Mir Vergnügen habe ich bemerkt, daß die Zeitungen nicht mehr Little-Popo, sonder Klein.Popo schreiben. Sollte nun dieser interessante Fleck wirklich in irgend einer .Form deutsch werden, so möchte ich vorschlagen, , die ursprüngliche Form deö Namens, wiederherzustellen, zumal sie Rutschen Ohren weniger komisch klingt. Vövo ist nämlich verdorbenes Portugie fisch uno sollte Povo lauten : aus deutsch Volk." - Erinnett man sich, daß die Spanier in der gewöhnlichen Redeweise eine Stadt perne vpoolatiori" nennen, das heißt eigentlich .Bevölkerung," so geht man wohl nicht fehl, wenn man er nimmt, daß zeneS portugiesische Povc eben nur Ansiedlang" bedeuten sollte. Da nun- zwei Ansiedelungen diesen allgemeinen Namen erhielten, so nannten ie eine Gran Povo, und die Engländer etzten'der anderen ihr Little" vor. Die PorwAiesen' find seit Langem in jener Gegend ansäffig, und es gehött ihnen ja auch nominell daö ganz' in der Näh von Klein-Popo" gelegene Fort inWy bah. Dieser Ort ist -der Haupteingang zu dem berühmten Königreich von Dahomey,' deffen Hauptstadt sehr schwer zu erreichen , st, . da man hierzu zunächst die Erlaubniß deS Königs zu erhalten hat die freilich zu erlangen ist und weil meilenweite Sümpfe die Paffage außerordentlich schwierig machen. Der König von Dahomev. hat. bekanntlich von altersher eine Leibaarde, Za ein ganzes Regiment von ryeiblichen Kriegern. Es ist dieS keineswegs, wie man denken könnte, eine andere Form deS orientalischen HaremS,' sondern eS -sind wirkliche und ganz tüchtige Soldaten ! ' Reisende versichern, daß' m-Dahömey 'dir Frauen kräftiger und größer seim ' als die Männer ; ob dieS die Ursache oder die Folge des weiblichen Militärdienstes ist, wagen wir nicht zu entscheiden.
Professor Dr. Scüwein.
furth wird Anfangs Oktober feine neue Afrikareise antreten und sich über Alerandrien und Kairo in die lybischc Wüste begeben, wo cr Vermessungen vorzunehmen beabsichtigt. Professor Schwein furth hat sich vor seine? Abreise zu be freundeten Personen über die Erwerbungen an der afrikanischen Westküste ausgesprochen und cs dabei bedauert, daß die Engländer Deutschland in dc? Annerion der Nigermündungen zuvorgekommen sind. Er ist der Meinung, daß jenes Mündungsgebiet des größten Stromes in Wzstafrika die wichtigste und zu kunftsreichste Landschaft dcö ganzen ölüftenstrichö ist, und daß Deutschland dasselbe sich nicht hätte entgehen lassen sollen. Die englische Regierung hat offenbar erst, nachdem Dr. Nachtigal an der Goldküste und in Kamerun erschienen war, den Entschluß zur Einverleibung des Ni ger gefaßt, denn erst in den ersten Augusttagcn wurde vom Gouverneur von CapeEoast-Castle, oder vielmehr in dessen Austrage, die Annexion volltogen. Doch scheint bisher nur das rcchte'Flußufer in englischen Besitz übergegangen zu sein,' das linke Ufer, nach dem Kamerungebirge zu gelegen, ist bei schnell zugreifendem Handeln vielleicht noch für Teulschland zu erwerben. - Äie Arauerel-Auöflet-lung in Hannover enthält einige Reuigkeiten, welchen ein allgemeines Interesse zugewendet wird. Dies gilt besonders von dem Schnellkcimapparat der Firma Eoldewe und Schönjahn-Braunschweiz. Für den Brauer hat er Bedeutung, weil durch ihn die Keimfähigkeit der Gerste, mithin deren Brauchbarkeit zur Malzbereitung, in 10 bis 12 Stunden zuverlässiger ermittelt werden kann als auf die bisherige viel längereZeit inAnspruch nehmende Weise. Die Wirksamkeit der Apparate ist in verschiedenen Proben zur Anschauung gebracht. Gerste, Weizen u. s. w. ist vom zarten Keim bis zu einem Fuß Höhe zu schen. Ein Bohnenbusch hat zahlreiche Blüthen und Früchte. Wie sie die Entwickelung derPflanze im Lichte bequem beobachten lassen, so auch die Bildung der Wurzeln, da der Samenboden herausgenommen werden kann, ohne daß die Pflanze in ihrem Wachsthume gestört wird. Aus diesem Grunde ist der Apparat auch als ein vorzügliches Lehrmittel zur Verwendung in dcnSchulen zu empfehlen. VonJnterejje ist auch ein von Oscar Alechschmidt-.Berlin aus gestelltes pundvcntil. Dasselbe läs.t beim Abfüllen vom Faß durch Oesfnung des Zapfbahnes nicht mehr Luft in das Faß' dringen, als Bier abgezapft wird, da cs mit dem Schließen des Hahnes sich ebenfalls schließt. Allgemeine Beachtung finden die Ragot-Kunhcim'fchen An-:schankappa-rate mit flüssiger Kohlensäure. Die Einficht, daß die Vcrv.'Pfung vermittelst Anwendung von Druckapparaten mit Kohlensäure vorteilhaft ist, scheint immer weiter zu dringen, wie an dem steigenden Absatz derselben und dem wachsenden Verbrauch der flüssigen Koblensäure, ersichtlich ist. Als eine weitere Neuheit ist das Eoutrol - Thermometer von H. Dankcrs-Dortmund zu erwähnen. Dasselbe zeigt die Temperatur, das Stcigen und Fallen derselben in einem Raume, z. B. einer Darre, an und nctirt jeden Tcmpcraturwcchscl auf einer außer halb jenes Raumes angebrachten Trommel, welche durch ein Uhrwerk täglich eine Umdrehung macht. Ohne die Darre zu betreten, kann man also erkennen, wie hoch die Temperatur ist und wie hoch sie zu einer beliebigen Zeit innerhalb 21 Stunden war. Ein sinnreich construirres Contro!- und Dist.in c-Th ermometer hat auch der Ingenieur Kolbe Halle ausgestellt. Folgende pikante Episode von den letzten Ätanövern der öfterreichischen Armee auf dem Marchfclde dürfte auch außerhalb Oesterreichs in weiteren Kreisen Interesse erregen. Der Oberst eines in der Nähe vonWien garnisonirenden Regiments wendete sich an den ihm persönlich bekannten Arzt Dr. Neuwirth in Angern mit der Bitte, ihm für die Dauer der Manöver, zu welchen er kommandirt sei, in Angern ein Onartier auszumitteln. Nur wäre es ihm sehr erwünscht so schrieb der Oberst wenn die Ouartiergcber keine Juden seien. Darauf erhielt der Oberst, nach dem B. E., von Dr. Neuwitth folgendes Schreiben : Sehr gcchrtcstcr Herr Oberst! Der Eventualität, bei Juden einquartirt zu sein, sind Sie durch die Umstände bereits enthoben. Es besinden sich nämlich in Angern nur zwei jüdische Familien.' Die eine beherbergt den Erzherzog Albrecht, die andere den Erzherzog Wilhelm. Diese andere Familie ist diejenige Jörcs ganz ergebenen Dr. Neuwirtb." Wir sey,, Ihr kenützt tit VAtfDAMA LINE ! Warnm?" Weil sie die kürzest, und beste Linie übet 8t. XouIrt IviiHKoiiri, lianhclx, Iowa, 7Xobxnlfi, Toxas, VrlcttunaH, Oolorndo, JNoav DXoxioo, looota und Onllioralrt ist. Dak Bahnbett ist dou Stein und die Schie. neu sind ans Stahl. Die Wage haben die oeueften BerbesseruJZkJ. Jkder Zug Hit Tchlafwagen. Passagiere, ob sie nun Billete erster Klasse oder Sniigranten.LiUete haben kerden durch unsere Passazierzöge crfler Alasse befördert. Ob Sie uuu ein Billet zu e!i..ägten Prrisen, ein tZzkurslkOebillet eder irzeud eine Sorte Sisenbahnbillete wollen, lornmen Tie, ode? schreiben Eie an II. 15. Deriufir, Lssiftent EeTieral Pzffaxirr.Sgent. ordsst,? Washmgto und Jlliroi Str., Jnd'ri S. H ill, Seu'l Snpt. Ct. Louis, No. S. .k7 0,d. Geu'lPass..Zlat.. Ct. Lsnit B A. SCHMIDT'S Buch-und Zcitmnis-AjMtur. , No. HSGroor StrnMKO. 3nitiHi(il, 9LS 8Hr&a erdeu linttt und s&nrtUA 5 sorgt. 5?4Äer billig uud schön gebouden.
