Indiana Tribüne, Volume 8, Number 18, Indianapolis, Marion County, 6 October 1884 — Page 3
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üdttch. JI&IRR Die kürzeste und Itüt Bahn ach Louis rille, Nashville, Mcmpliis, Chattanooga, Atlanta, Savannah, Jacksonvillo, Mobile aiul New Orleans. (II ist dortheilhaft für Passagi ach dem Süden, ein? direkte Ronte zu nehmen. Palast. Schlaf, und Parlor-Wagen zwischen hicago u caisdille uns St. Loui und oniSdillk oh Wagenwechsel. Eonlssrt, SchnelligkeU und Sicherheit bwrl 3 et? die alte zndnläsnze 55. "M. & 2J. M. Tft. II. R. Dering, Afftftent Öential Paffagirgent, Z:softSZe yaf&injton unb 32inoiI6tr , ZndVli E. W. McKtcnna.. Superintendent. Chieno, ' Öt:. Louiti and PittNburjy Kallroad 3it-?ab-n- für durchgehend nd LokalZüge. Born 17. fteJr. 1883 an: zjgg octläcn &a anUn.UBot,3nbvl.. f folg: fttottan. !Lchnllzg,Poft,ug.,Schnk!tt , Eoa .tnbtanorl' 4 :268m : -: . "7 n m . " :.?Jm 10M5B I2:d9m '4:UNm 4.00 6:13. 6:50. nt.iSas iand'gk'.ty 6 6 8 6:41 . 7:11 . :s? . 8::9 . s: . li:) . 2:Z7Vm 4:2 . sm , 6:17 . j 2:3-fcii Rtchmond laijwn , Piqu , Urbaria i::7 3:33 , 3:7 :M t:40 H .!9 Eoluu'du... , fltracu! . ... .11 .! .! 5 , Ctsbnpin. , Whl'ng , MttSdurg , arn$burg... . altisiot ... , Washington.. . !9Uacli?feia. . 'S . - 6 . 7 :Zi :u2 . :liM ::i :40 : jst 6: . 6:15 , 7:30 . 7:?ttm 8 :S0 7 11 : :2j 3 cot Vor: tasten j 8:2Snti.... TSgttch. t XaUä. autgfnorninen Sonntag. Pullmann' a!a?. chiaf. nd Hotel'Vager durch li Prtlidsrg. Harrikdurg. Philadl,dia un ,m Bork, ohne t'chsel. Vlo tn Eaaenwf ,ach Kattun. Washington und "8ofton. y Fah'kanen nach allen Oeftttchen Gtdtn in in allen Hauri,?,hrkart,n.urau deWKnI nd in dem Stadt.Bureau. cke ut Jllinoi unl Washington ttxtit und im Union Depot urm. Jvdianaosllk. zu haben. ?5hiafagen.ann tön nn int Corau gefichett weiden durch pnalanci Jet den Sqenten im StsdtBu?eau r int Nr 1pot U Jndianaroli, Ind. 0. . Derin, Ä. . P. . ordoftck, Washwg. ton und JSinoil Strab. Jnd'pIZ. 34 CtcC(ra, Wanage , olumdu. Oh'o ..Ford, ,nl. Paffagier, und Si,..! Bitttzbura. Feuer-Alarm-Signale. 4 $nnft)(garia uud Warkel. d haurizuartler de Zeuer Ir?n.ent. O?iLtrze und Nm Jtott. 7 odkl und I'Uchlgan t?,fc. 8 RT3 JrsH'Straße unk Vaachutt 9 W'.nslon und ?:ordStra. ? LZafk.zchunittl v. nah bl S,. li ttlaisut tr, uns gort Wan Sv. 11 em 3rfv und Fort Wa,n Ib Peru Ctr. und Zffachufeni r l hriftian v. und Ssh Str. 11 Part Sv. und Buler Srr. IZ Barras? 5tr. u.d a'tt ,. '19 Srcher und Jshn Str. 'i2Z SolkLt Ä?e. und 5iedente Str, '11 Alabama und SiSnt it. r:end:a und Lidnt Srr. ""l'Jti adZ tr. und Lincoln 'n u?rellunst-Sdä'ld. 1& Entral As, und Acht, Sr 131 SUaSatna und Morrison 6ti 132 9tc$a7titon und Schr Sti. 134 olegi Are. und Zehnte St'.. Z5 5orn So, und Dlaar St, I Telarsaie nd Vichigaa tx. 21 5t. Joe Str.. nah, JOinoil 3 Pennsylvania und P?aU Srr. 25 S!o. 5. Enzine Use Sechste,,' !'. 2S !:ftM?.i uns t. lair ?:r 37 Jlinoi und Klttjan Str. ü VennfHlsanta Str. und Hsmt So 3j Nlfftsflxxi und Biert tr. 213 Teankfse und Wiltam Str. 13 Pnns,lvanta nd Vtichtaan S(i. "iti J2inoiö und Herdkrt Str. 31 Jndtan, Ao. und Michtgan St. 32 Rerttutt und falnut tr. 34 Saltfomia und Stratont 6tr. äs tat ud k York Str. :!tS Jndtana So, und Gt. Sta,. St, :37 Ttadt.Sowtta'.. :sa fäiaU nno Str. .Z9 Viqigun und Sznti Llr nii Cjl und Walnut Str. 13 West und Dritte Str. ;J14 Liebente und Hosald Str. 1 Washington, ah, West St,. &3 lZetöendors und Washington StMissouri und Nero k?ork Str. 5 Veridiau und SZaihingron Sri t IUrnot und Oh: SU. ' 47 TenntZskk und LaZtzington Str. tngan'I Psrt House. Jndianola. 411 ivRo'ln und Vlttzland 413 VkiiZftxxi und Wabash Str. 415 Ferguson' Port Hous. 421 I. B. W. Round House. 423 Insan sylum. bl Jllinoi? und 351 ml Slk. 62 Jllinoil und Louifiana Sr bS West und eEart, Str. 54 Lest und South Str. 56 Tenneff und rgta Str. 57 iridian und Ra? Str. adison v. und Worri Str. 5? ??adison So, u Dunlo, St 112 Lest und Rockmood Str. S1Z ntucka Äv. und iktxuli S14 Union und srrii St, $18 aiinoil und Jtanfai 6 617 SRorn und Dacotah Str. 11 South nah Dlaar Str. LZ Pennsylvania und Louistan Sn. 3 Delasare und McSatt, Str. 54 Oft und Nelart, Str, Alabama und Lirgiana Zlv,. 67 Virginia So, und Bradsha Skr Oft und oburn Str. 69 Pennsylvania Str. und Vtadiso ,. 512 Rcernan und Doughert, Str. 71 Virginia oe. nah Huron tr 72 Oft und Seorgta Str. t 75 Washington und Lenton Str. 74 enton und Seorgia Str. 7S?orft Ls. und Pine. 75 Dilo und Bat! Str. 78 Virginia?. und Dillon. 7? ?'.ktÄer Ave. und Dilon. 712 Spruce und Prospekt Str. 713 Cvgltsh Zive und Lau?. Str. 714 Orange und Oliv Str. 715 ShUo und Leecher Str. 2 5R".t' Jrs, Str. 82 Washington und D!aare Str. -83 Ost und l Str. H4 N yoxl Nd Davidson tk - - sz TaubitLMMtN'AnftaU. ' . SS ?. Staate Arsenal. Oriental und Oashington St, d? TraunSefangnti. - 12 3lo. 8 Schlauch.Hau. Oft ashigt,nftx,Z, . SlZ arlkt und Nodl Str. 14 Ohio und Harv, Str. 91 53 anhand nah Meridian Str. V2 Meridian nnd eorgia Strai. r i-2-1 PntSianl. - i-3-l Nnd Saften lkderhoU.zMtl !rm. Z-Z Signal särFeurDru. Li SchlSg, Fur au. . Drei SchlZze. Truck ad. ,' - üil Schlag, li Nh ttt,,.
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Goldene Schwingen.
Roman don R. Elch o. (Fortsedung.) Viertcs.apitel. Zu derselben Zeit zügelten die beiden Damen ihre schnaubenden Renner und ritten in die lichtgrünen Hallen eines Buchenwaldes ein. Blanka erzählte Hedmig, daß der Graf Lom auf einer Reise im Südtirol entveckt habe, als er noch auf der Alm das Lieh gehütet und im Winter in der Werkstatt eines Bilderschnitzers gearbeitet habe. Der Graf hätte aus den Arbeiten Poldi's dessen reiche Begabung erkannt und ihn mit sich nach der Hauptstadt qenommen, wo er ihn unterrichten ließ und ! öann aus die Akademie sandte. Derjunze Mann habe die Erwartungen seines Beschützers in glänzender Weise erfüllt und sich stets dankbar und liebevoll erwiesen.' Der Graf liebe 'den Künstler wie seinen Sohn, auch werde es Polsi leicht fallen, in der Hauptstadt eine geachtete und glänzende Lebensstellung zu krringen. Hedwig schielte bei diese? Schlußbemerlung zu der Sprecherin hinüber und Vdchelte schalkhaft: Ich weiß schon, worauf meine Tante hinsteuert. Nein, daraus wird Nichts. Hedwig Kranlitz wird nie Frau Lom heißen. Diesen vortrefflichen Künstler würde ich gern zu meinen Freunden zählen, "aber lieben nein, lieben könnte ich ihn nicht." Wie muß denn der Mann geartet sein, den Du lieben kannst, vielumwordene Nicbte eines Arbeiterkönigs? Zeig mir Dein Ideal !" Hedwig schaute zu der Laubwölbung auf, als interessiresie das Spiel der sonnendurchleuchteten, windbewegten Blätter, zwischen denen hier und dort ein Fleckchen Himmelblau siä'tbar wurde. Wie mein Geliebter sein müßtet Ci, darüber hab' ich so recht noch gar nicht nach gedacht, aber mir schwebt seit zehn Jahren ein Traumbild durch die Seele unklar, verschwommen wie eine vom Tust verhüllte Landschaft und loch licht, verlockend, sehnsuchterweckend " Die Schimmclstute stolperte, Hedwig zog die Zügel straff, schaute sich um und rief : Ah, das ist nicht übel ! Hier, in diesem Waldrevier wurde mein Traum geboren! Sie hielt ihr Pferd an, nnisterte einige bemooste Buchen, ließ den Blick durch die weite Waldhalle mit ihren geheimnißvollen Perspektiven und' kühlen Schatten schweifen und rief: Willst Du eine pudclnärrische Geschichte hören, Blanka, so will ich sie Dir in - des Waldes tiefsten Gründen" zählen. Aber lache nicht über den 3loman eines thörichten Atädwcns. Als ttmd borte ich für mein Le ben gern Märchen erzählen, die im Wald spielten. Der Wald war für mich der Inbegriff alles Geheimnißvollen, das Revier, in dem alle Wunder geschehen. Meine Mutter genügte dem Märchenbedürfniß ihrer kleinen Hedwig in ausgiebigster Weise. Durch die Erzählungen aber wurde meine Sehnsucht in die Ferne geweckt. ?!ach dem Walde zog es mich ganz besonders hin. Ich mochte sieben oder acht Jahre zählen, da entschlüpfte ich an einem heiteren Tage meiner Bonne und lief nach diesen Waldhöhen hier. Ich weiß noch, daß ich lange Zeit beiden Tannen drüben im Gras gelegen, daß ich dem Vogelgezwitscher lauschte, nach )!estern und Beeren suchte und endlich am Fuß einer Buche einschlief. Als ich wieder erwachte, war es Abend geworden. Ein Frösteln durchschauerte mein Blut. Nasch erhob ich mich und wollte nach Hause zurückkehren, allein ich fand den Weg nicht. Tiefer und tiefer gerieth ich in den Wald hinein, immer dichter wurden die Nachtschatten, immer größer meine Bangigkeit. Zuletzt erfaßte mich das Heimweh. Ich kam mir vor wie ein aus dem Nest ' gefallenes Bögelchen und sehnte mich nach der Mutier. Stundenlang war ich umhergeirrt, da trugen mich meine Füße nicht mehr und schluchzend sank ich bei einer der Buchen ins Moos. Plötzlich dröhnte ein Schuß dumpf durch die Schlucht. Dieser erinnerte mich an die düstern Näubergestal ten der Märchen und zitternd vergrub ich mein Gesicht ins Moos. Plötzlich vernahm ich das Knacken brechender Zweige, das Geräusch eiliger Schritte und ich sprang entsetzt in die Höhe. Ich wollte sliehen, allein die Furcht lahmte mir die Glieder. Haus dem Dunkel tauchten zwei Männer auf, in wenigen Sekunden standen sie an meiner Seite. Der Eine, ein grauhaariger Mamt von wildem Aussehen, trug ein Reh auf dem Rücken. Neden ihm her schritt ein junger Bursch mit dem Gewehr über der Achsel. Beide stutzten, als sie meiner ansichtig wurden, dann rief der Alte: Das ist dem ältern Kranlitz sein Mädel !" Einen Fluch hinzufügend, eilte er hastig weiter. Ter junge Bursch aber blieb zurück und sagte, er wolle mich heimführen. Ich aber fürchtete mich und schrie inn Hilfe. Da nahm er mich in seine Arme, hob mich schwebend auf und als ich heftig strampelte und schrie, drückte er mich plötzlich fest an seine Brust und rief: till, ich bring Dich ja nach Hause!" Das half ! Ich kauerte mich furchtsam an die Brust des Fremden, weinte leise weiter und schlief endlich ein. . Durch ein schrilles Läuten wurde ich wieder erweckt. Als ich aufschaute, überglänzte das Mondlicht den Garten unsercs Hauses und ich befand mich noch im Arm des jungen Burschen. Ich sah jetzt sein bräunliches Gesicht deutlich ; es wär schr schön und im Mondglanz strahlten seine Augen wie zwei Sterne. Er sah mich lächelnd und zärtlich an und als meine Mutter auf das Läuten hin durch den Garten kam, beugte er sich zu niir herab, hauchte einen Kuß auf meine Stirn und flüsterte : Leb ivohl, Berirrte !" Im nächsten Augenblick lag ich im Arm meiner Mutter, die vor Freuden außer sich war, der Fremde aber entschwand ivie ein Schatten im Thal." Nun? Wer war ' der Held dieses kleinen Abenteuers?" - Seit zehn oder elf Jahren brenne ich darauf, seine Bekanntschaft zu machen," antwortete Hedwig in, scherzhaftem Ton, allein er verschmäht es, aus dem nächtigen Dunkel wieder hervorutauch en. Vava
Metzle nacy meinem irlednifi einen stattli chen Finderlohn für den' Fremden aus, allein Niemand kam, um das Geld in Empfang zu nehmen." Was aber bat der kleine 3ioman mit der Wabl Deines Zukünftigen zu schaffen?" Ja, da liegt's, Blanka. Ich habe eine lebhafte Phantasie, welche ur Romantik neigt. In meinem Kops spinnt sich der Findcrroman weiter. Ich träumte von einer Wiederkehr des bräunlichen Jägers. Ich meine, er müsse mir begegnen in den schattenreichsten, geheimnißvollsten Tiefen des Waldes, ich meine, er müsse mich anschauen mit den strahlenden, unvergeßlichen Augen, ich meine, er müsse mich wieder mit starken Armen an sein Herz pressen und müsse einen Kuß auf meine Stirn hauchen und mir zuflüstern : Ich bin da. Verirrte! Ach, ich höre die Nachtigall in stillen Baumwipfeln jchluchm, höre das Jagdhorn in der Ferne klingen, sehe die Tbürme seines Schlos ses " Blanka berührte ihr Pferd mit der Gerte und in kurzem Galopp jagterr.die 3teiterinnen an den dicken BuchensHmmen vorüber dem Thale zu. Vor der Villa kam ihnen Doktor von Hoßlar entgegen und hob galant die Neiterinnen aus dem Sattel. (5r sah sehr glücklich aus und erzählte, daß ihn Baron Kranlitz behufs eines kontraktlichen Abschlusses nach der Villa gerufen habe. Im Vestibül wäre die dem Hausherrn entgegeneilende Hedwig nahezu den Fabrik-Jnspektor Back in die Arme gelaufen, welcher gleichzeitig mit seinem Chef aus dem Salon trat. Der junge Mann verbeugte sich höflich vor den Damen und verließ dann rasch und wortlos das Haus. Hedwig schaute den Onkel vorwurfsvoll an. Ich begreife nicht," sagte sie schinollend, wie Du einen Menschen, der Dich und selbst das Andenken meines Vaters geschmäht hat, noch in Deiner Näh? dulden kannst." Der Baron gab Hedwig scherzend einen Schlag auf die Wange. Kleiner Trotzkopf, Dein Verstand wird immer stutzig, wenn er mit der Leidenschaft zusammentrifft. Jener Idealist wollte mich oder die Firma keineswegs schmähen, aber er beging eine starke Dreistigkeit und dafür habe iä' ihm einen Rüffel ertheilt. Ihn zu entlassen, dazu liegt kein Grund vor. Sich, mein Schatz, in der Hand des kluaen und erfahrenen Mannes ist ieder Mitarbeiter ein Werkzeug. Nun ist es eine bekannte Thatsache, daß man sich an den schärfsten Werkzeugen am leichtesten verwundet. Der Verwunbete aber wäre ein Narr, wollte er um der Verletzung willen das gute Werkzeug fortwerfen. Er muß sich sagen: lerne das schneidige Merkzeug besser führen, so wird es Dir großen Nutzen bringen." Also dieser Back ist ein gutes Werk-.-zeug '(" fragte Blanka und lvarf ihren
Hut, die Reitgerte und einen ihrer .anoschuhe den anderen hatte sie verlorenauf den Tisch. Das schneidigste, welckeö ich je bescssen." Aber, Du lieber Gott, was hat denn dieser Mensch so Großes geleistet, daß er im Hause seines Brotherrn eine solche Sprache führen durfte?" versetzte Hedwig gereizt. Der Baron loar gut gelaunt und entgegnete lächelnd : Back ist der kenntnißreichste und scharfblickendste Techniker, der mir je Vorgekommen und er besitzt Erfindungsgabe das sind unschätzbare Eigenschaften. Ich hatte ihn kurz nach der Erbauung der mechanischen Spinnerei zu Friedrichsort als Direktor angestellt. Wir betraten gemeinsam das Maschinenhaus, Back betrachtete eine Weile das ungeheure Schwungrad, welches durch die Lust sauste, prüfte das Mauerwerk und sagte dann: Lassen Sie die Maschine abstellen. Warum ? fragte ich. Weil die Lagerung für das Schwungrad nicht stark genug ist und bald die Mauern bersten werden. Das Fundament des Hauses muß dreimal stärker sein, als es gegenwärtig ist. Ich lachte ihn aus, aber drei Tage später -lachte ich nicht mehr, denn die Mauern erhielten Risse und bei einem Haar wäre uns die ganze Boutique über den Köpfen zusainniengestürzt. Seit jener Zeit spielt Back bei unseren Unternehmungen die Ikolle des Sicher heits - Kommissärs ; er hat einen auS' gezeichneten Ventilator für die Spinnerei konstruirt und seine sinnreich geplante Fördermaschine führen wir in den Kohlengruben ein. Tu siehst also, liebt Nichte, daß ich den Mann noch brauche, hat er mir Vortheile genug gebracht, sc werf ich ihn fort, wie ein ichartiges Wert zeug." Aber Thomas, das ist nicht cdel g handelt," elttgegncte Blanka vorwurfs voll, und Hrdwig bemerkte fast gleichzeitig mit zornig blitzenden Augen: Durct. ein solches Verfahren giebst Tu ja zu. daß jener Ankläger Recht hatte !" Papperlapapp, was versteht Jhi Frauen von Geschäftsgrundsätzcn. Iä habe seit fünfundzwanzig Jahren gelernt wie man sich guteKräfte nnt Nutzen dienst bar macht, und befinde mich wohl bei mei ncr Praris. Jede andere Rucksicht bring' zurück. Und nun zu etwas Anderem ! Haben Sie den Kontrakt mitgebracht, liebe, Doktors" Hier ist er!" Seht, den Toktor will ich gleich falls ausnutzen," fuhr der Baron lachend fort. Ich habe ihm dieKrankenpfle ge in meinen Fabriken übertragen unk halte ihn durch eine feste Anstellung ir Rehbach zurück. Er wird jetzt häusigci unser Gast sein, aber hoffentlich könner wir seine ärztliche Hilfe noch eine Weil, entbehren." Graf Elmborg und sein Schützlinc trafen später in der Villa ein und faw den den kleinen Kreis in lebhafter Unter Haltung. Poldi Lom wurde dem Haus Herrn vom Grafen vorgestellt. Jenet empsing ihn kühl und hcrablaffend. Dii Gesellschaft machte einen Gang durch die Räume des Hauses und den Park. FünftesKapitcl. Poldi Lom war im Schwedenschlof rasch an die Arbeit gegangen und nach wenigen Wochen schon hatte er die Büstt in Marmor ausgeführt. An den lauen Sommerabenden begleitete er den Gra-
fen auf weiten Spaziergängen oder sücy, tc die Villa auf. Hier kam eines AbendZ. die Rede auf Kohlenbergwerke, und da: Lom ein lebhaftes Interesse für indi strielle Unternehmungen an den Tag legte und es' sich, herausstellte, daß Blanka noch nie in ihrem Leben m Grubenfahrt gemacht hatte, so wnrde ein Ausflug nach Fricdiichsort und zener Zeche, welche Kranlitz seiner 'Nichte zu Ehren Hedwigs-Glück getauft hatte, verabredet. Kranlitz wollte die Führung sei ner Gäste übernehmen, Doktor von Hoßlar versprach, sich der Gesellschaft anzu. schließen. Jener war'am nächstenMorgen in den Vorgarten hinabgestiegen, wo der Wind rnit den Wasserstrahlen der Fontäne spielte und die dicken, in der Sonne blitzenden Tropfen gleich einem Diamantenschauer über den grünen Skasen warf, da rollte ein Wagen vor's Portal und aus demselben stieg Fürst Tabor. Er hattt dem Hausherrn wichtige Mittheilungen zu Tnachen. Das Mandat des Wahlkreises wai durch den plötzlich erfolgten Tod seines Reichstagsboten erledigt.' Der Fülsi theilte dem Baron mit, daß seine Parteigenoffen die Absicht hätten, ihn bei det Ersatzwahl als Kandidaten aufzustellen. damit die Industrie der Provinz eine geeignete Vertretung fände. Wolle Kranlitz sich ohne Rücksicht derkonservativen Partei anschließen und gewiffe wirthschaftliche Projekte des leitenden StaatSmannes unterstützen, so wäre seine Wahl gesichert. Der Vorschlag kam Kranlitz so uner: wartet, daß er sich vollkommen verwirrt fühlte. Der Fürst drang auf rasche Entscheidung. Aber mein Gott, das Alles will überdacht .besprochen sein...... Treten wir ine Haus ! Aber nein der Ausflug ! Bah, davon kann jetzt nicht die Rede sein. Blanka, Hedwig, entschuldigt Ihi müßt ohne mich nach Friedrichsort sahren. Vielleicht komme ich nach vielleicht!" Wer aber soll uns Fabrik und Verg werk zeigen ?" fragte Blanka. O, dazu kann ich Ihnen einen chärmanten Führer empfehlen," bemerkte der Fürst. Jener Techniker oder Ingenieur, welcher an der Hochzeitstafel die verwcgene Rede hielt, hat mich und meine Familie einmal im Bergwerk herumgeführt und ich kann versichern, seine Erklärung der Sache war höchst belehrend. Die Damen aber versicherten mir, da Schwärmer besitze recht angenehme Manicren." Hedwig verzog bei diesem Vorschlag schmollend das Äkäulchen, da aber Kraw litz, um rasch loszukommen, dem Fürsten beipflichtete, so mußte sie sich fügen. Die Kutsche, in welcher die kleine Gesell? schaft Platz nahm, rollte durch das dreite, von einem Bach durck'flutbeie Wiesenthal. Neinhold Back wurde von der kleinen Gesellschaft als ein ausgezeichneter Führer auf dem technischen Gebiet befunden. Die verwickelten mechanische Erfindungen wußte er durch gutgewählte Bilder so klar und anschaulich zu machen, daß auch der Laie das Getriebe der Maschinen durch: schauen und alle Funktionen derselben begreifen konnte. Blanka und Lom wurden sofort durch die im einfachsten Tone gegebenen Erklärungen gefesielt, Hedwig dagegen hielt sich abseits. Reinhold führte die Gäste durch das ungeheure Maschinenhaus, wo die Kesselfeuer hell auflobten und die Heizer die Flammen speisten, wo die schwarze Hori' zontalmaschine mit den blanken Eisenar men die Kurbeln drehte und das riesig Schwungrad die Luft durchsauste, als wolle es Äelten durchjagen oder Berge versetzen. Der Bildhauer hielt vor der unzehcuren Maschine an. Das ist imposant," rief er und fuhr mit der Hand durch die Luft, als wolle den Kreislauf des Schwungrads nachzeichnen, aber diese Eisen-Kolosse sind mir unheimlich. Ich habe vor ihnen eine Art von Grauen, mir ist's, als sei ein Dämon aus der Werkstatt der Eyklopen in sie hineingefahren und versuche es, mit seiner Eisenfaust die schöne Welt der Kunst in Trummer zu schlagen." Die kleine Gesellschaft beeilte sich, über die Bleiche zu kommen, -wo die Sonne heiß auf sie niederbrannte. Nachdem sie eine Schlucht durchjchritten,kam sie in ein kleines Torf, dessen Backsteinhäuschen auf beiden weiten des Baches zwischen Hügeln von Kohlengrus lagen. Eine Rauchwolke schwebte über dem Thal, so daß die Sonne wie mit gelben Schleiern verhüllt erschien. Das stattlichste Haus des Ortes war die Schenke zum Grubenlicht". Die Wirthin, eine stattliche Frau, stand in der Thür, als die Gesellschaft vorübergina, und Blanka, wel che zusällig zu derselben aufsah, bemerkte zu ihrer Uederraschung, daß Jene bei der unvermutheten Begegnung erblaßte, in den schattigen Flur zurücktrat und ihr lange mit düsteren, feindseligen Blicken nachsah. Beim Aufstieg zum GrubenHaus erinnerte sich der Doktor plötzlich, daß er im Torf einen Krankenbesuch zu machen habe und verabschiedete sich rasch von den Damen. Lom sprach nach seinem Weggang die Vermuthung aus.daß das Leiden, welches der Arzt bekämpfen werde, der Durst sei und daß er sich die Arznei im Grubcnlicht" verschreiben werde. In dem Häuschen vor der Berghalde gab es ein Stilbchen, welches Hedwig sich zum Toilcttenzimmcr eingerichtet hatte. Von ihrer Kindheit auf betrachtete sich das Mädchen als Protektorin jener Grube, welcher Vater und Oheim ihren Na men gegeben hatten. Bei jedem Unfall, der sich auf der Zeche ereignete, half sie den Verunglückten, so weit ihre Kasse reichte, sie kannte fast alle Mitglieder der Knappschaft und machte sich ein besonderes Vergnügen daraus, ihre Freunde in das unterirdische Reich zu führen. In ihrer Garderobe befanden sich einige schmucke Bergmannsanzüe. Lachend und scherzend kleideten sich die beiden Damen um und als sie aus dem Häuschen traten, mußten ihre Begleiter sich gestehen, daß keine Knappschaft der Welt so reizende Bergleute aufzuweisen habe. Blanka brach bei Lom's Anblick in ein lustiges Gelächter aus : Sie sehen wie' ein Gnom auS und es sollte mich gar nicht wundern, wenn Sie drunten in einen Spalt schlüpften und später mit Gold beladen wieder zu Tage stiegen."
Ein Steiger fragte an. ob die Herr schasten die Fahrung am Seil zu benutzen gedächten. Hedwig. welche verschämt zur Erde geblickt hatte, schüttelte ' ibre Befangenheit ab und erklärte: Wir wollen mit den Leitern hinabsteigen und wit der Fakn-ntaschinc wieder zu Tage fahren." Draußen auf der Halde sah man die mit Kohlen beladenen Förderwagen aus dem Schacht auftauchen und über die Ei senschienen hin zu Thale rollen. Blanka überfiel ein Grausen, als sie auf den Grubenlcitern in die dunkle Tiefe hinabstieg. Auf der ersten Ruhebühne schon hielt sie an und sprach die Befürchtung aüö. nicht tiefer steigen zu können. Wo war das Sonnenlicht geblieben ? Welch eine dumpfe Luft legte sich auf ihre Brust '. Woher kam das Rauschen in der Tiefe ? Nur in bösen Träumen hatte sie zuvor solche Abgründe gesehen, wie diesen. Und in den fürchterlichen Schlund sollte sie binabsteigen? Wenn ihre Hand auf der feuchtschmutzigcn Sprosse abglitt und sie hinabstürzte in den Orkus ? EinSchwindel erfaßte sie bei dem Gedanke,!,' und indem sie sich an die Leiter klammerte, bat sie, man möge sie wieder hinaufgeleiten. Ah, ich habe meine stolze Tante schwach gesehen", scherzte Hedwig. Aeinhold aber versicherte der Furchtsamen, daß ihre Angst bei größerer Vertra'ltheik mit der Umgebung schwinden werdend daß ihr kein Unfall begegnen könne, wenn sie langsam in die Sprossen greife. Ohne Umstände schlang er seinen Arm um ihre Hüfte, führte sie zur Leiter und glitt dann neben ihr in die Tiefe hinab. Was braust und plätschert unter unS so gewaltig ?" fragte Blanka in klaglichemTone. Das sind die abstürzenden Bergwasser", rief Hedwig von unten herauf. Was bewegt denn so gespenstig die Riesenanne im Dunkel und schnauft und pustet wie der Lindwurm in Wagner's Siegfried"?" Pumpengestänge !" rief Hedwig wieder und kicherte wie ein Kobold. Ach, du liebe Zeit",, stöhnte Blanka auf der nächsten Ruhebühne, mir ist in dem finstern Loch übler zu Vkuthe, als dem von seinen Brüdern mißbandelten Joseph in der Grube." Auf der nächsten Leiter blickte sie durch die Sprossen nach unten und ein neues Grausen überlief sie. In der Tiefe wür den Lichter sichtbar, welcke. von der Jinsterniß umdrängt, nicht Heller erschienen als Glühwürmer in der Johannisnacht. Diese hin-und herfchwirrenden Funken ließen nichts erkennen als die ungeheure Tiefe, welche unter der Herabsteizenden gähnte. - ?i'un mit einem Male überschauerte sie das Gefühl, als hänge sie in Kirchthurmhöhe über einem grauenvollen Schlund. Krampfhaft erfaßte sie die Sprossen und stieß einen Schrei aus. Sie meinte,ihre Kräfte müßten schwinden und sie stürze im nächsten Augenblick in die unendliche Tiefe. Im nächsten Augenblick fühlte sie sich von einem kräftigen Arm umschlossen und fest an eine breite Brust gedrückt. Ehe sie recht wußte, wie ihr geschah, stand sie auf der. Ruhebühne. Sie sckaute in das von der Davy'scheu Lampe mild überglänzte Gesicht des Inspektors, der ihr zulächelte, als wolle er sagen : So lange ich an Deiner Seite bin, kann Dir nicdts zustonen. . (Fortsetzung folgt.)
Deutsche Lvcal Nachrichten. eblcffrit. Von der Strafkammer zu Vreslau Wurde der Metzger Heider sammt Frau tvegen Vergehens .oider das Nahrungs, mittel'Gesetz verurtheilt. Auf dem Bahnhofe zu Brieg wurde der Watten, mache? Scholz von einer Lokomotive er, faßt und zermalmt. In der Dampf Färberei zu Löwen wurde bei einer Kes, selexplosion ein Arbeiter getödtet. In Namlau hat ein Knabe das evangelische Waisenhaus angezündet. Bei einem Streite in einer Wirthschaft zu Schweid nitz erstach der Zimmermann Kaufmann aus Pilzen den Arbeiter Schmidt mit einem Messer. Zu Görlitz hat ein fechtender Schneider eine 60 Jahre alte, ledige Dame Namens Minsberg erstochen, weil letztere ihm ein Almosen verwei gerte. Kreisphysikus Dr. Krause Rothenburg O.-L. feierte unlängst sem 60jährigeS .Doktorjubiläum. Brand fälle : In Prielaika bei Beuthen O.-S äscherte eine Feuersbrunst 6 Wohnhäuser total ein, in Bischdorf brannte' Wohn baus und Scheune des Stellenbesitzers Jakob und das Gehöft des Nachbars Bienwald nieder und in Morgenstern bei Schlawa die Btsitzung des Gärtner Roy. Auf dem dem Rittergutsbesitzer Wagner gehörigen Dominium Zaughals bei Neurode zeritörte ein durch den 26 jährigen Stellenbesitzerssohn. Kostner aus Rache angelegtes Schadenfeuer fast sämmtliche Gebäude und auf dem Domi nium Maezekowitz wurden drei zusam menhängende Familienhauser ein Raub der Flammen. C4lei4)c!fl!i. Gestorben ; zu Flensburg Kreisphyjt eus Dr. Bank. 47 I. alt ; zu Glücksburg ein gewisser Hinrichsen . infolge Unfalls auf der Jagd. Die Eröffnung der Al-tonä-Kalienkirchener Eisenbahn hat die ser Tage, stattgefunden. . Die Zuckerfabrik zu Ahrensböck hat fallirt. Indem Dorfe Hohenraden.bei Pinneberg wurde der 23 Jahre alte Christian Henningsen von einem Nebenbuhler erstochen. Blitz schläge und Brandfälle. Durch Blitz schlag wurden eingeäschert : in Güster das Gehöft des Hufners Burmestee, in Worth das WohsauS des KathnerS Burmester, in Bargfeld das Haus des Halbhufners Moß, in Böcklund das HauS des Parzellisten Fifcher,in Hostrup das des Schlächtets Legler und m Füsing das Wohnhaus des Husners Friedr. Klincker. Aüö anderer Ursache brannte' in Bergpedt die Käthe der Wittwe Ker ker nieder und in Krogaspe bei Kiel das Grundstück des Kaufmanns Fürst. ' Octtrtttfe. In Marienau bei Marienwerder hat die Arbeiterfrau Müller ihren Mann mittels Schwefelsäure vergiftet. Der Besitzer Pankau ;u Obkas ist von einem seiner Knechte erschlagen worden. In Schweb bat sich der vensionirte Inspektor
Lbschke'erhän-gt. Brandfälle: JnKölpin bei Flatow brannten 40 verschiedene Gebäude, fast das halbe Dorf, ab, und in Schwornigatz S Kätbnerbäuser mit allen Nebengebäuden. In Folge böswilliger Brandstiftung brannte in Rehden das Grundstück deZ Gastwirths Templin und in Enten btuch das Gehöft des Besit'eis Lange total nieder. Ferner wurden ein Raub der Flammen: in Zeyersniederkampen das Gehöft des Besitzers Wiebe, in Sttederausmaaß die Wobn- und Wirtbschaftsgebäude des Besitzers Senkbeil, in Kl. Neudorf das Gehöft des Besitzers Krüger, in Krojenezin dasjenige des Besitzers Beversdorf, in Sadlucken das Drossel'sche Kathengrundstück, in Malankowo das Wohnbaus des Mühlenbesitzers Walter, in 'Wilhelmsdorf bei Blandau eine Jnpkathe und bei Schlochau das Gemeler Viahlenetablissement. Thürlngtscne raaten. Beim Neubau des Schlachthauses in Jena stürzte der Maurer Haupt aus beträchtlicher Höhe auf die Straße und blieb sofort todt. Beim Graben eines Brunnens in Unlersiemau erstickten durch Einathmen schlechter Luft die Arbeiter I. Fischer von dort und M. Römbild von Oberstem. Der 7jährigeJobann Bahr in Leutersdorf wurde bei seiner Heimfahrt vom Felde von seinem Wagen geschleudert und erlag den Verletzungen. Der Postillon Schröder in Rudolstadt verunglückte, indem er beim Fahren durch ein Thor mit dem Kopf gegen die Thorfahrt schlug und das Genick brach. Die Wittwe Joh. Kranich von Dornseid fand man in der Saale ermordet und beraubt vor. H,isknDarngadt. Der I :jährige Sohn des Peter Tön von Leeheim wurde überfahren und getödtet. Lehrer Lennert in Lorsch fiel beim Orgelspielen vom Schlage getroffen todt nieder. Der Präsident der bcU schen Ludwigsbahn, Geh. Kommerziell-' rath Kemp feinte feine silberne Hochzeit. f Kaufmann N. Goldschmidt in Mainz. Pfarrer Krumin von GroßWinternheim wurde auf seinem Nachhausewege von Strolchen überfallen und" schwer mißhandelt. Vrovinj acvse. Der Polizeicommifsär Herman Müller und die sep. Anna Müller geb.- Jülich, Inhaberin eines unordentlichen Hauses in Afchersleben wurden wegen Bestechung verhaftet. Die Zahlungseinstellung des Oekonomieraths Klepp in Gatersleben hat dort großes Aufsehen hervorgerufen. Durch Blitz wurden erschlagen der Gastwirth Laube in Welsau und der Fleischer Tanneberger aus Süptitz. In Nordhausen wurde der im Dienst oer Wittwe Joh. Henze stehende Knecht Tb. Böttcher von einem Pferde vor den Kopf geschlagen und war sofort todt. Eingeäschert wurden in Chemnitz die Besitzungen des Gründbesitzers Voß und der Gastwirtbswittwe Erdmann ; in Döbern das Wohnhaus des Gutsbesitzers Müller und in Sondersdorf das Gehöft des Mühlenbesitzcrs Gottschalk. 9Cbcinproiii. In Köln hat man den Bau einer ge-. erblichen Fachschule beschlossen. Die Kosten für deren innere Ausstattung sind auf 300,000 Mark veranschlagt worden. Die kürzlich hier verstorbene Frau Vaurath Viercher aus Köln hat mehrere öffentliche Wohlthätigkeitsanstalten tcstamentarisch bedacht. In Düsseldorf trifft man die umfassensten Vorbereitungen zum Empfange des Kaisers. Die Schluß nummer des Programms bildet ein Festspiel auf dem Kalserteich. In Wesel ist der Sergeant Hermann Schneider vom 57. In fanterie-Regiment wegen Landesverrathö zu fünfjähiiger Festungöstrafc verurtbeilt worden. In Koblenz fand am 27. Sept. die feierliche Enthüllung des Göben Denkinals statt, der der Kaiser und der Kronprinz beiwohnten. Das Postament des Denkmals besteht aus polirtem schwedischem Granit, mit bronirtem Blattwerk verziert. 3rjiinscf:fg. flnbait. Lippe In Braunschweig hat das Staats Ministerium dem Vorstande des HandWerkervereins eme Unterstützung von 00 Mark für die Vereinsschule überwiesen. Der Fabrikbesitzer Triesctau in ESthen wurde beim Begräbniß des unlängst verunglückten Fabrikanten Bruchmüller vom Schlag gerührt und starb fast augenblicklich. In Dctmold machte die 20,ährige Tochter des Handelsmannes Sondermann einen- erfolglosen Selbstmordversuch, weil sie von ihrem Vater mit Ohrfeigen traktirt worden war. Das Mädchen sprang in den Burggrab.'n, wurde jedoch rechtzeitig gerettet. ih irril Vanerik. 1 Aus feinem Gut : Wcttcrf.-ld der fru here Justiz: und Kultusminister Reichsrath Dr. v. Schrenk, ferner der. Hosinstrumentenmacher I. Kaslwanter und der frühere Ostbah'ninspektor Joh. M., Forstner in München. Der Bergmann Mich. Fleischmann von Velden bei Hersbruch wurde im Bleibergwerke getödtet. Der Holzdreher Karl Schmitt von Augsburg hat sich in München erschossen. Beziiksthierarzt Kübel und der Fleischer Flechtner in Helmbrechts starben an einerVergiftung. BicrbrauereibesitzcrA. Haugg in Kemptei! hat sich erschossen. Wegen Biert'crfälschung sind von Landshut uad Umgegend siebcnundvierzig Bierbrauer in Untersuchung. Die Ehefrau des Leihhaustaratoreever in Landshut erstach ihren Mann im Streite. Ter in Reichen ball verstorbene Privatier Josef Brandt, Bruder des Bauraths Iran) v. Brand! in St. Zeno, vermachte für ein in Laufen zu errichtendes Waisenhaus 50,000 M. Ter Gläser und Zinngießer Ludwig Bitter von Mühldorf ist mit Hinterlassung beträcht licher Schulden entflohen. Die reiche Bauerntochter Anna Kühn von Hofs wurde wegen Kindesmords verhastet. Bürgermeister Friedrich von Pcsscck hat sich wegen mißlicher Vermögenslage er hängt. Der Kommissärssobn Vsahler in Spalt hat sich erschossen. f Peter Stöcher, ehemaliger Landtagsabg. in Straß. tSroßderzoithuin Baden. Prof. Dreikorn von Mannheim litt bei einem Ausfluge 'in's bayerische Hochgebirge durch einen Sturz über eineZelswand den Tod. Der seit einigen Tagen vermißte Hauptlehrer' Reiner in Mannbeim wurde todt aufgefunden. Er batte sicd seine Pulsadern durchschnitten.
Die Feuerwehr in Offenburg feiert- ibr LZjährrges Jubiläum. Beim Spielen mit einem geladcnenRevolvcr bat in dem Zinken Leitschenbach, Gemeinde Grem melsbach, der Sohn des Landwirtbs Jof. Dussncr seinen jährigen Bruder erschcs. sen. In Schellenbcrg bei Grcßbcrrisch wand ist in Folge Blitzschlags das Haus des Ed. Matt niedergebrannt, aus glcicher Veranlassung der Hof des Ballisdauern Konstantin an der Weißtannen höbe bei Naistadt. ' Provinz Vosen. Der Haushältcr Ruttkowski des GastHauses Zur Krone" in Aojan:wo steckte durch Unvorsichtigkeit dcn Spiritus im Keller in Brand und wurde dabei todtlich verletzt. Auf dem Wege von Alt boyen nach Robaczyn wurde der Arbeiter Mathias Giszewski als Leiche gefunden; ein Landstreicher ist als muthmaßlichc?-
orcer veryanct. cr Husar Georg Kaufmann von Liffa, dcr mit 2100 M. zur Post gesandt worden war, ist vcrduf tct. t Franz Gröper von Schlichtingsheim. Veteran von 1313 Abbrannten: in Kandlau sämmtliche Gebäude des Stellenbesitzers Häusler, und auf dem Dominium Trzcionek fünf Gebäude. Vrovln, eftsalen.il Aus Münster meldet man,daß zu dem. zu Ehren des Kaisers veranstalteten Festmahl Bismarck und die Mcbrzahl der Minister geladen worden und selbige die Einladung acccptirt bätten. JnWaltrop starben der Wjährige Veteran und InHaber des eisernen Kreuzes Hr. Tunke, sowie der Aotcnmeister a. D. Friedrich Gemmel im Alter von 92 Jahren. Eine Polizeilich Verfügung in Herford bestimmt, daß fortan concessionirte Getränkchändler nur vollständig gereinigten.von Fuselölen freien Branntwein verkaufen dürfen und zwar nur gegen Baar in ter Zeit von 8 Uhr Morgens bis 8 Ubr. Abends. Die Antisemiten-Bewegunz nimmt in Lünen täglich größere Dimcnsionen an. Antisemitische Flugblätter sind polizeilichcrseits saisirt worden. In Rüthcn schlug der Blitz in dasWohnHaus des Ockonomcn Hesse ein und ver wandelte selbiges, sowie die bierzu gebörigen Wirthschastsgebäude in Asä'e. Mecklenburg. In Schwerin befaßt man sich jetzt mit der Errichtung von ArbeiterEolonien, um so dem überhandnehmenden BettlerUnwesen zu steuern. Auf dem Gute Flessenow zündete der Blitz und legte mehrere Wohnhäuser in Asche. In Rostock hat die Großherzogm dem Kranf mmtf't"ft!i!i,ttr'3v''i-ijji X.- C?j..s..t V ...... ........ .V.. vl. v VVVUUH VVV Neptun" ö.'!00 geschenkt. In Hamburg hat ein seit 20 Jahren von seiner Frau getrennt lebender GGjätV rizer Segelmachcr sich erschossen, nach dem er zuerst auf seine Frau eincn mißtr .r . . . gmaten Aloroansal: gemawt yatte. U)esterben : Zu Hamburg der Gelehrte Adolf Rohes, 37 Jahre alt; zu Bremen der Oekonomiehandwerker Theodor Appel von der 2. Eompagnic (ertrunken) ; in Aremerhafen infolge Unfalls der Hausknecht Hahler. Das Denkmal, welches auf dem Grabe Emanucl Geibel's in Lübeck aus öffentlichen Mitteln errichtet werden soll, ist von 'Architekt v. d. Hude in Berlin entworfen und wird aus braunem polirtem schwedischen Granit hergestellt werden. Taeselbe'wird in seiner edlen und soliden Einfachheit als ein würdiger Schmuck der letzten Ruhestätte des Dichters erscheinen. T.7:v'ki. Ter Anarchist Franz Kullmai'n aus Oesterreich wurde wegen Verbreitung revolutionärcr Schristcn zu 15 Tagen Gefängniß und 10jährizcr Auioeisunz aus dem Kanton Bern verurthcilt In Vruntout gericth der Lokomotivfübrer Fritz Bütler unter die Räder seiner Äa schine und wurde zermalmt. Tie beiden Anarchisten Pfau, Vatcr und Sohn, von Schasshausen, wurden in Basel zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. In Sachen des vielbesprochenen BambergerJudenkrawalls in St. Gallen wurdcn die Hauptkra?aller Korradi, Britt, Wrick und Breitenmoser zu Gefängnißstrafen von 1 U Monaten verurtheilt. Die Hebamme Studach in St. Gallen erhielt 9 Monate Zuchthaus wegen unerlaubter Verwertbung ibrer Kenntnisse, die Betheiligten, Charlotte Peter Monate und Paul Heinrich 15 Monate Zuchthaus und Landesverweisung. Tas Obergericht verurtheilte den Geschäftsagenten Waltert in Sursee wegen Wuchers 'u 4 Monaten Arbeitshaus und iOO Fr. Buße. t Prof. uüd alt Rektor Am in Reuenburg. Auf Salenstein bei Ermatingen erschoß sich in clge ehelicher Zerwürfnisse der Landwirth Jak. Rickcnb ich. Ter Redakteur des in Zürich crscheisenden Weinländer", Bodmcr, tourde wegen Beleidigung St.Galliscr Israeliten zu 8 Tagen Gefängniß und 1300 Fr. Buße verurtbeilt. Ter Advokat Victor Belloni in Tessin stürzte aus dem Wagen und starb an den Verletzungen. Mr seyen, Iyr öenützt die VXvI 'LINE ! tzr Warum? ts Weil sie die kürzeste und beste Linie über St JLiOul&u UtlwNOiii!, San sa.N, Iowa., Nobrnska, Toxas, ArltiixiKAH, Colorado, Now Mexico, Oo oota uud California ift. Das Vahnbett ift den Stein und die Sazie. nen find an Stahl. Die Wagen haben die neuesten Verbesserungen. Jeder Zug int Schlafwagen. Passagiere, ob sie nur. Lilleie erster Klasse oder Ernigranten.Villete haben trerden durch unsere Passagierzüge erster Klasse befördert. Ob Sie nun ein Villet zn nmgten Vrei sen, ein Srkurs.onSbillet eder irgend eille Sorte kisenbahnbillete wallen, konlOien Sie, oder schreibe Sie an II. 1. DoriiifcT, sstftent .-erst PaZsüzikr'Ägtnt. isrdoft.Ssle Washmgto und J2:r.oi LtrJn d'xl T. H ill, en'l Supt. St. Louis, Vlo. S. A.S o rd. en'l Pass..A &t.. St. Loui Mo im pfipin waybe jYtmX c fil-i at Ji;o. PIIOVTELL, & Co Newspaper AdTertlfln? Bureau 13 Sprnca Street), wbeie adFr r. m, n f Mmcv tlslog contraett mar l'A Z I I V 1 2 f II m&dö sor ltiüliUaii
