Indiana Tribüne, Volume 8, Number 14, Indianapolis, Marion County, 2 October 1884 — Page 2

ittbiana Hribüne.

Er sch eint MgliH) MHentlilZ n. Sonntags. Osssee: 10O.Marylandftr. itZzttq, ,TriS2ne- !o?et durch den Trllg?IZ Cenii per Woche, die Sonntag! Tribüne' ffent per Woche. Beide zusammen 1b (Xcntl. Per zuzeZchiZt in Boua3oeia$:ung 6 per Z-Sr. ' Indianapolis, Ind., 2. Oktober 1834. Nebcr freu kolken erfroren. Im Laufe dieses SommerZ hat Fräul. Carrie S. Selten, eine bekannte No slorker Schönl eit und sehr reich, in ganz Colorado eine förmliche Berühmtheit als iübne Leiterin und Bergsteizerin erwor fort. Die letzten Wochen brachte sie mit einer befreundeten Familie in dem sögenannten Estes Parke zu, aus dem sich der Lonz's Peak 14,43 Fuß hoch erhebt. Früher hatte dieselbe von Colorado Springs aus alle Bergriesen der weiten Umgebung bestiegen und nun war der Long's Peak das Ziel ihres Chrgeizes. Allgemein wurde sie vor dem Wagnisse, diesen Berg zu ersteigen, gewarnt, da der Weg nach dem Gipfel ganz ungewöhnliche Schwierigkeiten darbiete. Cndlich gelang es ihr, den ljährigen Carlisle Lamb, der mit seinen Clteni eine Hütte am Fuße devBerges bewohnt und bereits früher einmal bis zu dejjen Gipfel gelangt ist, zu bestimmen, das; er mit ihr zusammen die Besteigung wage. Cnde voriger Woche brachen Beide vor Sonnenauf gang von der erwähnten Hütte auf; sie ritten zwei kräftige und im Bergsteigen geübte Broncho's oder mexikanische Pony'S und waren auf's Beste für die Tour ausgerüstet. Das Wetter war hell und warm. Der Weg nach dem Gipfel ist von Anfang an so steil, daß die Nei ter trotz der Tüchtigkeit ihrer Pferde fünf Stunden brauchten, um die ersten sieben M'eilen zurückzulegen. Als sie die letz ten Bestände von Zwerggebüschen passirt batten, brachen die Pferde bei jedem Schritte, d.'n sie thaten, durch den Schnee durch, während der letztere an der Oberfläche so fest gefroren war, daß er Fräul. Welton und den Führer trug. Beide banden daher die Pferde an einer geschützten Stelle im Gebüsche an und setzten den Weg zu Fuße fort. Bald begannen Wolken den Berg einzuhüllen, durch welche die Reisenden indeß schnell hindurch gelangten. 3toch mittaas gegen 4 Uhr batten sie den Gipfel erreicht und der Führer drang da rauf, daß nach kurzem Umblies der Rückweg angetreten würde. Cs war empfindlich kalt geworden und ein heftiger Wind begann sich zu erheben. Derselbe nahm schnell an Stärke zu, Schnee und Eisnadeln wirbelten durch die Luft und der Abstieg wurde immer schwieriger und ge fährlicher. ?!achdem Fräulein. Welton über zwei Stunden tapfer gegen den Sturnl angekämpft und trotz der Kälte ihr warmes Tuch von sich geworfen. Beide aber in dieser Zeit nicht ganz zwei Meilen zurückgelegt hatten, konnte die Dame nicht weiter, so daß der Führer sie unter den Armen nehmen und theils tragen, theils über den Schnee dahin schleppen mußte. Häusig mußte er hierbei ruhen, um Athem zu schöpfen, und immer toller wüthete der Sturm. Endlich bat die Dame den Führer, sie liegen zu lassen und Hilfe herbeizuholen. Der ledere war selbst so erschöpft, daß er keinen andern Weg zur 3!ettunz vor sich sah. Er hüllte Fräulein Welton noch sorgfältig in seinen Rock und setzte den Weg allein fort. Glücklich kam er bei den Pferden an, bestieg eines derselben, während das andere von selbst folgte, und trieb trotz des steilen Weges zu möglichster Eile. Es war schon längst stocksinster geworden, aber das Thier that trotzdem nicht einen einzigen Fehltritt. Endlich ging der Mond auf und Lamb kam gegen 2 Uhr glücklich in der Hütte seiner Eltern an. Während sein Vater, zwei frische Pferde aus der Nachbarschaft herbeiholte, wärmte und stärkte sich der junge 'Lamb durch Speise und Trank und früh 4 Uhr traten Beide wiederum den Weg zur Rettung des jungen Mäd- ' chens an. Sie hatten noch immer mit dem Sturme zu kämpfen, eilten aber so schnell, als es irgend möglich war, vorwärts. Sie fanden Fräulein Welton noch an dem Platze, an dem der junge Lamb sie zurückgelassen hatte, aber todt. Wahrscheinlich ist dieselbe von der Mü digkeit überwältigt worden und im Schlafe der Kälte schmerzlos erlegen. Ihr Gesicht hatte den Ausdruck emer friedlich Schlummernden und der Rock des Führers, in den sie gehüllt war, war nicht im Mindesten verschoben. Die beiden Männer stellten Wiederbelebungsversuche an, aber ohne jeden Erfolg ; sie brachten die Leiche in ihre Hütte und von dort ist dieselbe nach New Sork befördert worden. Unsere Epidemie. Wenn die neueste und zur Zeit noch ausschließlich amerikanische Epidemie, welche blos das schöne Geschlecht be fällt, sich auch durch Vaecillen verbreitet, so war Nellie Hubbard der Urbacillus. Nachdem dieselbe Jahre des Unglücks mit ihrem Kutscher durchlebt, das Herz ihres braven Baters gebrochen und die Scheidung von ihrem Kutscher erlangt hat, hat sie sich in den letzten Tagen voriger Woche anderweit verheiratet. Unglück ist in den meisten Fällen die Folge und der Verlauf derartiger Ehen und Unglück, muß die Folge sein. Nicht weil es an sich ein Unrecht wäre, anders als standesgemäß zu beirathen, nicht, weil in Betreff der Wahl der Ehegatten der Wille der Eltern die größte Vedeutung haben sollte als der treue Rath der besten und zuverlässigsten Freunde der Kinder, sondern weil derartige Ehen in den allermeisten Fällen nur, in Folge eines Irrthums und einer Selbsttäuschung geschlossen werden. Wahre und echte Liebe fragt nicht nach Rang und Stand, sieht selbst über wirk iche Flecken, Mängel und Gebrechen an dem geliebten Gegenstände binweg.

aber irgend etwas muß an dem letzteren sein, was geliebt zu werden verdient und was die Liebe auf die Dauer erhält und fesselt. Wie es nach den bisherigen Erfahrungen zu sein scheint, sind die liebenden Mägdelein ganz gewöhnliche Durchschnittstöchter reicher Familien, die geliebten Kutscher aber ganz gewöhnliche Kutscher. Wenn Durchschnittsmenschen Durchschnittsmenschen heirathen, thun sie in der That sehr gut dara,i, in den gewohnten Geleisen zu bleiben, in ihnen lebt es sich ganz leidlich gemüthlich weiter, aus ihnen in nicht schlechtere, aber in weniger glänzende, weniger bequeme Verhältnisse überzugehen und in solchen glücklich zu sein, ist weder den reichen Töchtern, noch den Kutschern ihrer Bäter möglich. Aus. diesem Grunde werden und müssen die sogenannten Kutscherehen noch viel häusiger unglücklich sein, als Ehen, auf die das hausbackene, aber für Durchschnittsmenschen vollkommen wahre Wort paß.-, Gleich und gleich gesellt sich gern "

LandwirthschaftliSes. Einfluß des Bodens auf dit Temp eratur. Die von dem jeweiligen Stand der Sonne abhängige Beschaffenheit, namentlich die Teinperatur unserer ' Atmosphäre ist von der Gestaltung der Oberfläche unseres Bodens in hohem Grade abhängig. Die Vertheilung von Land und Nteer, die Gestalt und Form der einzelnen Continente oder Erdtheile bestimmen nach dem Stand der Sönne in erster Linie das Klima der einzelnen Bezirke, aber nächst ihnen ist die Beschaffenheit der Oberfläche des Bodens und der denselben bedeckende Pflanzenwuchs, die Vegetation, das Pflanzenleben von wesentlichem Einflüsse auf die Warme- und Feuchtigkeitsverhältnisse der Luft. Dieser Einfluß ist es, welchen sich der Mensch durch seine Herrschast über den Boden dienstbar machen, durch den er das Klima der Länder, die er bewohnt, verbessern oder verschlechtern kann. Die neueren Untersuchungen über die Größe dieses Einflues auf die Beschaffenheit der Lust haben zu folgenden Thatsachen geführt: Die Luft ist' bei önst gleichen Verhältnissen über Ouarzand, demnächst über Lehm und Kalkand am wärmsten, über Torf am kühlten. Bei dem Torfe erwärmt sich die oberste Schicht wesentlich stärker, als bei den andern angeführten Bodenarten, in denen die Erwärmung bis in betrachtliche Tiefen viel gleichmäßiger vor sich geht. Der Einfluß des Bodens auf die Wärme der über ihr lagernden Luftschichten nimmt mit der Höhe der letzteren gleichmäßig ab. Die Luft über einer Bodenstrecke, die mit einer Pflanzendecke Versehen, ist beträchtlich kühler als über Aoden ohne Vegetation. Die Temperaturschwankungen sind in ersterem Falle ge ringer, als in letzterem. Die Luft ist üoerAbdachungcn, die nach Süden gcnchtet sind, wärmer, als über solchen nach Norden, während die nach Ost oder West geneigten - Bodenflächen eine mittlere Temperatur zeigen. Hieraus geht her vor, daß der Boden und die landwlrth schaftliche Cultur desselben auf die Wärmeverhältnisse der unteren Luftsch ichten und deren Gleichmäßigkeit einen wesentlichen Einfluß ausüben und auch diese Beobachtungen predigen laut die Acahnung : schont und erhaltet die Wälder ! Künstliche Düngmittel. Die Wirkung der concentrirten Düngmittcl, die eine immer größere Rolle in unserer Landwirthschaft fpielen, ist von vielerlei Bedingungen abhängig, die verschieden uver unsere Aeaer vertheilt sind. Im Allgemeinen werden gegenwärtig die Ammoniak-Suvervhosphate, d. h. flüchtiges Lauzensalz enthaltendes mit aurer schwefelsaure behandeltes Kno chenmehl am meisten verwendet; dieselben enthalten die dem Boden zuzuführenden hauptsächlichsten NährstoffeStickstoff und Phosphorsäure in Verbindun gen, in welchen sie sehr rasch und fast unmittelbar nach ihrer Anwendung zur Wirkung gelangen, sie sind daher für Pflanzen mit kurzer Vegetationszeit oder ti .i. i i , , i 'Lniivilliungsperiooe vie geeigneten uno bewährtesten Dunamittel,für die Felder, welche im Herbste bestellt werden, sind dagegen schwerer lösliche Düngmittel vorzuziehen. Die Wintersaaten haben gegenüber denSommerfrüchteneine lange und zwar durch einen beträchtlichen Stillstand unterbrochene Periode ihres Wachsthums. Ihre erste Entwickelung fällt in den Spätsommer und - Herbst, ihre weitere Ausbildung in das Frühjahr und den Sommer des nächsten Jahres. Eine Ansammlung von 9!ährstossen in der Pflanze findet allerdings schon kurz nach deren Aussaat, in viel höherem Grade aber erst im zweiten Abschnitte ihrer Entwickelung statt. Will man daher das Wachsthum der Herbstsaaten,des Wintergetreides, durch künstliche DüngMittel unterstützen, so hat man solche zu wählen, die voraussichtlich erst im nächsten Frühjahre zur Wirkung kommen, und die, nebenbei bemerkt, auch die billigerat find. Schwefelsaurer Ammoniak und in Wasser lösliche Phosphorsäure werden zwar dasWachsthum derPflanzen im Herbste kräftig fördern, aber der größere Theil von ihnen, der von den Pflanzen nicht aufgebraucht werden kann,wird :m Boden Verbindungen eingehen, die ihn Werthlos für die Pflanzen machen, wenn diese zu neuem Leben erwachen. Anders gestaltet sich dies, wenn man für Herbstsaaten die schwerer löslichen und billigeren Phosphate von organischer Abstammung verwendet. Diese zersetzen und lösen sich während des Winters und sind bei dem Wiedcrbeginne des pflanzlichen Lebens in einem Zustande vorhanden, in welchem sie die Pflanzen am leichtesten und vollständigsten zu ihrer Ernährung verwenden können. Als solche Düngemittel sind namentlich zu bezeichnen : das gewöhnliche, nicht mit Schwefelsäure hehandclte Knochenmehl und Fischguano, welche in Verbindung init Stalldünger den Herbstsaaten am förderlichsten sind ; dieselben ent kalten Stickstoff sowohl als Phosphorsäure im Gemenge und in organischer Form und beide Erfordernisse unserer Nährpflanzen kommen den - letzteren im Frühjahre in einem Zustand der Lösung zu Gute, in dem sie von den Pflanzen am leichtesten in Nahnrngsstoff verwandelt Tder ässimilirt werden. In derselben

Zeit sind die leichter löslichen Düngmittel, soweit sie nicht im Herbste verbraucht worden, theils unlöslich geworden, theils in Tiefen hinabgesunken, in denen sie für die Wurzeln unserer Pflanzen nicht mehr erreichbar sind. - Hungerönoth in Labrador. Die Halbinsel Labrador gehört theils zur britischen Colonie Jceufundland, theils zur Dominion von Canada. Das Innere des Landes ist öde und traurig, das Kluna ist streng, nur während weni-

qer Sommerwochen sind d:e Thaler, mit spärlichem Grase bekleidet und Kartoffeln, sowie einige wenige Gemüse sind die einzigen Früchte, welche das Land hervorbringt, Hunde sind die einzigen Hausthiere der Bewohner. An der ganzen Küste der Halbinsel herrscht gegenwärtig Hungersnoth und über 3000 Personen befinden sich im größten Elende. Diefelben sind für ihren Lebensunterhalt ausschließlich auf die Fischerei angewiesen, können derselben aber nur während vier Monaten im Jahre obliegen uno oer heurige Ausfall war so schlecht, daß die Leute verhungern müßten, wenn ihnen nicht Hilfe zu Theil würde. Während des letzten Sommers war der Eisgang an der Küste so stark, daß die Fischer so gut wie nichts fangen konnten. Unter der Kälte, welche die massenhaften Eisberge und Eisfelder verursachten, sonn tt; auch die Kartoffeln nicht gedeihen. De Regierung von Canada wird die Leute thatsächlich völlig erhalten müssen. Dieselbe hegt schon lange die Absicht, die Bewohner zu veranlassen, daß sie ihr unwirthliches Land verlassen und irgend wohin nach dem Westen gehen, wo sie mit dem zehnten Thetle ihrer Arbeit und Ausdauer ihr Loos bedeutend verbessern könnten, es ist jedoch eine bekannte Thatsache, daß die Menschen ihr Geburtsland um so mehr lieben, j: unfreundlicher und kärglicher es ist. So lange die Fischer in Labrador bleiben, sind' sie denselben Nothständen wie Heuer ausgesetzt, aber trotzdem wollen dieselben von einem Verlassen des Landes nichts wissen und die 3!egierung trägt zur Zeit noch Bedenken, zu Zivangsnlaßregeln zu greisen. T-Idaten auf dem Papiere. Es scheint, daß in der französischen Militärverwaltung Dinge vorgehen, schreibt ein Pariser Correspondent des Berl.Tagebl.",die stark an die Zustände des Kaiserreichs erinnern. Die Tagesordnung des die großen Manöver commandirenden Generals Lewal, in welcher er sagte: Wir haben eine ganze Altersklasse vor den Manövern verloren, und die Hälfte unscrer Untcrossicicre," klang überaus melancholisch,wcnn der General auch daran die Aufforderung zu um so größerer Pflichttreue knüpfte. Nun kommt aber der Progres militaire", ein glaubwürdiges Fachblatt.und crllärt, die Akanöver-Compaanien des 17. Corps hätten nur 15 Procent der Effektivstärke für den Krieg, also ungefähr 30 Mann. Die legale Friedensstärke beträgt 85 Mann. Die entlassene Altersklasse belauft sich auf 20 Mann. MitRecht fragt heute der.,Telegrapbe": Wo sind die anderen 35 A!ann V Das Mißverhältnis; ist ausfallend: 30 active Milita und 190 Reservisten oder Dispositions-Urlauber." Wenn wir uns zu diesem Zustande auch gratulircn können, da er beweist, wie eminent friedlich die gegenwärtige Vkegierung gesinnt und wie wenig sie geneigt ist, die Richt Europas zu stör.en, so scheint mir doch das sranzöiische Gesetz mit diesen Verhältnissen in Conflict zu gerathen. Um die Wiederkehr ähnlicher Zustände, wie sie das Kaiserreich mit sich gebracht, um die Papiersoldaten" zu beseitigen, bestimmt nämlich Artikel 2 des Cadregcsetzes vom 13. A!ärz 1875, daß unter die mittlere Friedensprösenzstärke, die bei der Infanterie 85 ist, die Cadres der Compagnien nicht heruntergehen dürfen. Außerdem soll diese Ziffer als Vasiö der jährlichenBudgctbercchnungen dienen. Ferner heißt es : Diese Ziffer kann nur durch ein besonderes Gesetz geändert werden. Die älteste Altersklasse ist nun aber vier Monate früher heimgeschickt worden als .die jüngste eintritt. Jene wurde am 1. August ent lassen, diese tritt am 1. Dezember ein. Die Linien-Jnfanterle besteht aus 144 Regimentern mit 18 Compagnien, im Ganzen also aus 2592 Compagnien. Bon diesen sind proCompagnie 20Mann, im Ganzen also 52,000 Mann entlassen. Der Unterhalt eines Mannes beträgt proahr 900 Francs, für vier Monate also 300 Francs. Die Ersparniß be läuft sich für die Infanterie allein somit auf 15,600,000 Francs und 50 Millionen für die ganze Armee. Es, liegt aber kein Gesetzesproject vor, welches die Aufhebung dieses Credits von 50 Millionen verlangt. Darf Frankreich nicht da mit Recht fragen: Wo bleibt meinGeld? Die Radikalen behaupten natürlich, es sei alles in die Tonkin-Expedition gesteckt. Bei solcher Wirthschaft ist es nicht verwunderlich, wenn für das nächste Kriegsbudget bereits ein Abstrich von 15 A!illionen ausgebracht ist. Es wäre gut, wenn diese Verhältnisse von den deutschen Parlamentariern im 'Auge behalten würden, damit sie bei der nächsten Budgetbcrathung sich von der sogenannten kompetenten Stelle Hinsichtlich des schwarzen Mannes jenseits der Vogcscn nicht allzu grusclich machen lassen. Neue VulldeSgenossenschaft. Die Feindschaft zwischen England und Frankreich ist im Wachsen begriffen; man erkennt dies deutlich aus der Sprache der französischen Presse. Es ist allerdings nicht das erste Mal, bemerkt dazu die Frankfurter Ztg.", daß zwischen den beiden Westmächten tiefe Verstimmung herrscht, aber so stark wie gegenwärtig war der Groll noch nie und auch noch nie ist Alles, was die beiden Länder trennt, so gründlich untersucht und so klar in's Licht gestellt worden, wie diesmal. Ohne politische Folgen wird es daher schwerlich abgehen. In demselben Maße aber, in welchem Frankreich von England zurück weicht, wird es nach 'Deutsch land binaedränat und das ist die nicbt minder

inrneMnte Kehrseite des westmä'chtlichen Zerwürfnisses. Die französische Presse fühlt diese veränderte Lage Wohl und sucht sich in dieselbe zu finden, was je nach dem Standpunkt der einzelnen Vlätter mehr oder minder geschickt ausfällt. Wir in Deutschland, haben alle Ursache, diese Bewegung, hinter der sich möglichcr Weise ein großartiger Umschwung der gesammten europäischen Politik verbirgt und an deren Ende die Aussöhnung von Deutschland und Frankreich steht, mit Aufmerksamkeit zu verfolgen.

An die dauernde Freundschaft zwischen Frankreich und England kann kein Historiker und kein ernsthafter Politiker glauben. Frankreich, mit seiner glücklichen geographischen Lage und seiner gut die Hälfte derLandesgrenze betragenden Meeresküste, ist von Natur darauf angewiesen, nicht blos eine einflußreiche europäische Landmacht, sondern auch eine Weltmacht zur S e e , eine Handels- und Colonialmacht zu sein, und stößt in diesem letzteren Bestreben gegen England, welches das gleiche Ziel verfolgt. Eine solche Gleichartigkeit des Zieles wäre nun ge rade an sich kerne Ursache zur Feindschaft, wenn nicht England seine Stellung zu exklusiv ausfassen würde. Noch vor wenigen Tagen hat Gladstone in der Rede an seine Wähler zu Midlothian es mit dürren Worten ausgesprochen. England betrachte die Colonisation der ganzen Welt, also damit die Weltherrschaft durch die besondere Art der englischen Colonisation, als seine ihm direkt von Gott selbst gestellte Aufgabe, als seine Pflicht und als sein Recht. Die englische Herrschaft zur See und über alle Länder außerhalb des europäischen Festlandes ist somit für die Engländer ein Dogma, eine-Art Rdigion, welche die Andern einfach ausschließt. Wir Deutschen sind in diesem Falle viel bescheidener ; wir lösen solche Fragen nicht durch Berufung auf eine besondere göttliche Misston, sondern wir citiren lieber unseus Dichters Worte : Raum für TM hat die Erde", und sind sicher, luancü eine viil menschlichere und zugleiH viel weniger zu Zwistigteiten und Krie.V??anlassunz gebeilde Ldjung in V)i.lc:z VI bringen. Aom Inlands. Auf einer Farm bei Chico, Cal., säugt eine jährige Stute zwei Maulesel-Füllen, die selbst, nie gefohlt hat. Auf einer Farm bei Haywards, 3!ev., befindet sich ein Schwein, das den ganzen Tag in Gesellschaft einer Heerde Gänse zubringt. Selbst wenn letztere in's Wasser gehen, folgt ihnen das Schwein und schwimmt unter ihnen herum. In d'er b ekannten Gv ldmine St. Catharina in SüdCarolirni ist dieser Tage ein versteinerter Eichbaum ausgegraben worden, an dem die Aeste und Zweige noch vollständig natürlich ebenfalls versteinert vorhanden sind. Bei einer kürz! ich en Leichenwache in Verona, einem Landstädtchen in Ontario, wurden mehrere Manner viehisch betrunken, brachen das Bett zusammen, auf welchem die Leiche lag und versuchten dieser den Mund zu öffnen und ihr Schnaps in den Halö zu gießen. Da ihnen dies nicht gelang, gössen sie den Schnaps über die Leiche und gingen dann weg. Der jüngste Einwanderer, der je allein den Ocean gekreuzt hat, ist ein zweijähriger deutscher Knabe, der vorige Woche glücklich in Castle Garden landete, und dort von einer Schwester, die in New Z)ork verheirathet ist, in Empfang genommen wurde. Amerikanisches Rindfleisch wird jetzt auf den Märkten in London als Fleisch aus Schottland verkauft und wird unter dieser Bezeichnung um 4 Ccntö theurer pro Pfund bezahlt, denn als amcrikanisches Fleisch. Ein Schooner, der vorige Woche von Baltimore abfuhr, hat eine große Anzahl von Nähmaschinen an Bord, die' für die Indianer der Mosquitoküste bestimmt sind. Ein Gärtner bei Salt Lake cultivirt eine neue Spielart Gurken, die bis zu 4 Pfund schwer, 4 Fuß lang werden und sich durch besonderen Woblgeschmück auszeichnen. Eine dieser Gurken hatte an der dicksten Stelle einen Umfang von 9 Zoll. Auf der landwirthschaftlichen Ausstellung in Lcwiston, Mo., ist ein Schwein ausgestellt, das 8 Fuß 2 Zoll lang ist, um den Leib 7 Fuß und um den Nacken 5 Fuß mißt, 1350 Pfund wiegt und erst 2 Jahre alt ist. SeitungefährvierzehnTagen grassirt in Couthampton, L. I., eine Krankheit, gegen welche sich bisher alle Kunst der Aerzte als vergeblich erwiesen hat. Eine große Anzahl Personen ist bereits daran gestorben. Erwachsene wie Kinder werden von der Krankheit ergriffen und in beinahe jedem Hause des Dorfes ist entweder ein Erkrankungs- oder ein Todesfall zu verzeichnen. Die Krankheit, welche einige Aerzte als akuteSkuhr, andere als eine Art Brechdurchfall bezeichnen, hat ohne Zweifel eine epidemische Form angenommen und gewinnt an Ausdehnung ; yiehrere Bewohner haben das Dorf bereits verlassen, um der gefürchteten Ansteckung zu entgehen, und man hat angefangen, Betten und Bettzeug , der Verstorbenen zu verbrennen. Die Sanitätsbehörde hat eine Sitzung anberaumt, um über Maßregeln gegen die weitere Ausbreitung der Krankheit zu berathen. Im Dorfe selbst, wie in den benachbarten Orten herrscht große Aufregung. Die Bedeutung des Eisen-bahn-Präsidenten John W. Garrett trat auch während des Bürgerkrieges glänzend hervor. Er verstand es, auf die kürzeste Noch hin bedeutende Truppenkörper zu befördern und war sehr oft mit dem Präsidenten und dem Kriegsminister in Berathung. Lincoln wollte ihn zum Kriegsminister ernennen. Garrett antwortete aber: Ich bin kein Soldat, sondern ein Eisenbahnmann." Lincoln entgcgncte zwar: Wir brauchen keine Soldaten, sondern denkende Köpfe imMiuisterium," aber Garrett war . nicht zur Annahme deö Portefeuille zu bewegen..' - Gegenwartig findet in Philadelphia eine gemeinschaftliche Sitzung -der Mitglieder der Technischen Vereins

dieser Stadt und von New ?)ork statt. Die elektrische Ausstellung hat zunächst die Veranlassung gegeben, doch wird dort auch über die Gründung eines Verbandes berathen, der sämmtliche deutsche technischen Vereine des Landes umfassen soll. Ein derartiger Verband würde sich namentlich in Bezug auf gemeinsames Vorgehen in Nachwcisungen von gceigncten Stellungen für deutsche Techniker, sowie in Bezug auf gemeinschaftliche Publikationen und auf Austausch von gemachten Erfahrungen auf technischem Gebiete als förderlich erweisen. Es ist e in e b ekann t e T hatsache, da das Verbot der Ehincseneinfuhr nach den Ver. Staaten vielfach umgangen wird. Die Kulis werden nicht direkt in dieses Land gebracht, sondern in Vritisch-Columbia gelandet. Von dort gelangen sie in größeren oder kleineren Partien, der Wachsamkeit der Zollhausbeamten ausweichend, über die Grenze nach dem Territorium Washington. Erst kürzlich wurden auf diesem Wege 40

Scanner und 30 Mädchen eingeschmuggelt. Bevor die Beamten etwas von diefem Vorfall erfuhren, waren die Kulis bereits nach allen Windrichtungen auseinander gegangen. Der Selbstmord des ChefIngenieurs des Croton-Aquädukts" in 3!ew?1ork wird von sämmtlichen Blättern New Z)orks auf Geistesstörung zurückgeführt. Ein Bekannter des Todten sagt : ?!ewton, mit dem ich seit vielen Jahren befreundet war, war 46 Jahre alt und arbeitete in seiner frühen Jugend in Delamater's Eisengießerei. Später wurde er mit Ericsson bekannt, und unter sei' ner Leitung wurde der Monitor" ge baut. Er ging mit dem Schiff nach Hampton-Roads und nahm an dem denkwürdigen Kampfe zwischen dem Morntor" und dem Äcerrimac" Theil. Nach Beendigung des Krieges wurde Newton durch Vermittelung des General AkcClcllan erster Hilfsingenicur des Dockdeparteinents in New Z)ork. war dann bei der Entwerfung und thcilweiscn Ausführung der Pläne der East Niver-Brücke thätig und wurde am 15. März 1831 voni Commissär Thoinpson zum ChefJngenicilr des Croton-Aquädukts" ernannt. Er war Mitglied der Amerikanischen Gesellschaft der Cioil-Jngenieure" und wurde Hrn. Thompson von Hrn. John T. Agncw, John Ericson, General Wright, der Chef des BundesGeniccorpS, General McClcllan und Anderen warm empfohlen. Im Jahre 1883 wurde von dem kurz vorher entlassenen Verwalter des Ccnturv-Clubs," James Hcarn, die Beschuldigung crhoden, daß Hr. Newton als Mitglied des Verwaltungsrathcs von ihm selbst ausgestellte Anweisungen für Mahlzeiten und Erfrischungen vernichtet habe, und daß er dem Club über 91000 schulde. Hr. Newton stellte diese Anschuldigung eines entlassenen Angestellten mit Entschiedenheit in Abrede. Seine Krankbe.'t und finanzielle Schwierigkeiten mös.?n ihn zu dem bedauerlichen Schritts veranlaßt haben." Wie ermittelt wurde, schrieben sich die finanziellen Verlegenhciten des Hrn. Newton daher, daß derselbe für Freunde, die später Bankerott machten, Gefälligkeits-Acccpte zum Betrage von 520,000 ausgestellt hatte und gezwungen war, die Noten später einzulösen. Die Preißelbecren-Ernte im Staate Wikconsin betragt durch schnittlich 30.000 VarrclS im Jahre, wird abe': heuer kaum tt.000Faß ergeben. Die Preise stehen scfct zwischen $12 und $13 pro Faß, werden aber Voraussicht lich bald steigen. Die Tabaksernte im Staate ist, wie wir bereits erwähnten, ergebiger und von besserer Beschaffenheit der Blätter als je und wild den Erbauern mindestens $2.000,000 eintragen. Neue Waarln. Glas- und Porzellan-Waaren Holz- und Korb Waaren, Splelwaaren, Puppen nnd Puppenköpfe , Albnms , Nähkästchen ttTchreibpnlte kMpfthlkN ökas. Mayer &Co. 2S ttttd 31 Wcst Wlishingtott Straßc. vr. C. C. Evorts, DentfcherZnhnarzt. (Nachfolge? von Tha. . ridett. N.-W.-Scke Washington u. Vennstilvanka Str. Indtanarelit Etwas Neues!! WWl Ul CLFEN ! sind geradezu vollkommen. Sie haben drei Ringe nnd können mit verhält mäßig geringen Kosten unterhalten werden. Keine Hihe, kein Rauch, kein Ternch! Dirs Oefen haben bei der Industrie .Ausstellung in EtnLmnati die filberirr Medaille erhaltenÜVIouito' Kolli en cel Oefen in allen Größen. Die bewährten Alaska GiSfchränke ! in großer Auswahl. . BiNige Preis.-! Reelle Bedienung! ENNET'f 62 Ost Washington Str.

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