Indiana Tribüne, Volume 7, Number 361, Indianapolis, Marion County, 18 September 1884 — Page 3

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Haus Siegfried.

Roman von Schmidt. Weißenfelk. (Fortsttzung.) Ja" wiederholte sie, unglaubliü), Aber cs ist Wahr. Ich beeilte mich, ihm die zweihunderttausend Mark anzubieten. O, ich hätte ja mein Leben für ihn hingeben können ! Es machte mich stolz, ihm diesen Dienst, den er gar nicht bezehrt hatte, leisten zu dürfen ; es erhöhte dieses Empfinden, da ich die Summe nur unter gewissen Opfern zu-, ja:nmenzubringen vermochte, denn ich mußte deshalb auf meinen Hausantheil Schulden machen. Aber ich konnte ibm das Geld doch geben und er nahm cs an." . . . ; , Wie gütig von ihm !" - " Sie ließ wieder ein höhnisches Lächeln über ihre spitzen Züge fliegen, als sollte dies eine besondere zustimmende Antwort auf des Malers Ausruf sein. Tann bohrte sie gleichsam den Stachel in ihrer Brust tiefer : ; Er nahm das Geld; mein Alles, was ich besaß, mehr noch, als ich zur Verfügung hatte, und ich Verblendete jubelte im Stillen. Ich, wähnte, däß ich ihm damit schon meine Mitgift gegeben ; den Kaufpreis für ihn. sein Wappen und seineu vtamen; daß ich mich nun seiner da mit auf alle svülle gesichert und er mir nicht mehr entrinnen könne. Ach, wie fein ;iu dies beregnet ! Robert, Tu kennst mich ja Tu hast mich bei unserer letzten Begegnung als eine so kalte, so herzlose Rechenmeisterin kennen gelernt. Nicht so? sticht wahr ? Siehwie ich hier einMeisterstück geleistet hab.', ein unglaubliches, bei dem tolle Lieb und toller Hochmuth geholfen. Sonst wär's nicht möglich geWesen. Tie Teufel mußten dabei mitspielen." So schmählich bist Tu also um Dein Vermögen gekommen V4 körnte er sich des Lonvurfs nicbt enthalten. Denn natürlich, cs ist verloren." .Schmählich, . schmachvoll, ucs !" klammerte sie sich an ihn. . Ich erwartete ihn hier in Berlin. Seit Monaten schon hatte er mein Geld, und mich benachrichtigt, das; dadurch der Kauf mit Graf Wardenberg endlich zu Stande gekommen. Er war Herr von Schloß und Herrschaft und cr wollte mich als die Herrin davon begrüßen, um dann mit mir Alles zu regeln, was cs zu unserer Verheirathung zu regeln gab. Das Ur theil in meinem Scheidungsprocesse konnte ja nicht lange mehr ausstehen. Nun, Tu hast cs gelesen, was seine Ankunft in Berlin für ihn geworden ist. ein Berhängniß hat ihn hier ereilt. Baron,Scblohbcrr, sein Name, sein Bermögen, seine Briefe Alles, Alles 2ii fles" Und wie erfuhrst Du es ? Du sagtest vorbin, schon vor der Zeitungsmitthei: lung'e" Ich erhielt vor drei Tagen eine Zeugenvorladung vom Untersuchungsrichter beim Eriminalgericht. Vergebens quälte ich mein Hirn ab, mir diesen Vorfall zu erklären. Was hatte ich mit Eriminalangeleg'enheiten zu thun ? Keine Ahnung, daß es sich um Schaal handeln könne, den ich, wenn auch vergebens, von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde erwartet hatte. Er konnte in seinem letzten Briefe aus Dresden mir ungefähr angeben, zu welcher Zeit er in Berlin eintreffen würde. Nein, keine Ahnung, daß er ein Betrüger sein könne, daß ich schmählich betrogen sein konnte von ihm. Und doch, es gab eine mich ängstigende Unruhe in mir, wenn ich nunmehr an ihn dachte. Er kam ja nicht und die von ihm angegebene Zeit war abgelaufen. Auch kein Brief von ihm, der doch sonst so zärtlich aufmerksam sich auch in dieser Beziehung erwies ! Ach,- welche Traume warfen mich in der Nacht, welche der Zustellung der gerichtlichen Vorladung schon für den nächsten Morgen folgte, auf meinem Lager hin und her ! Ich weiß nichts Einzelnes mehr davon. Aber am anderen üvkorgen war mir wüst im Kopf, und elend, krank, machte ich den Gang aufs Gericht. Dann folgte bald darauf der Tonnerschlag, der mich vernichtet vor dem Untersuchungsrichter zusammenknicken ließ. O, wie behandelte er mich vorher ! Meine Briefe waren bei Schaal gefunden worden und wegen ihres Inhaltes wurde ick einem entsetzlichen Verhör unterzogen. Zlobert sprang in Erregung ans und tvühlte mit der rechten Hand in seinen Haaren. Das ist das Entsetzlichste '." stieß er hervor. Ja, ja, das ist's; denn das kann man nicht wegbringen," erwiderte sie, statuenhaft unbeweglich von ihrem Sitz zu ihm aufstarrend. Dieser Prozeß!" Alles verloren, Robert, ja ; auch die Ehre." Du wirst eine Hauptperson darin spielen. Unglückliche; ein Skandalprozeß an sich," und Du in der jämmerlichen Rolle einer Geliebten dieses Schwindlers " Alles, Alls habe ich mir gesagt. Mochte das Geld hin sein, wenn nur die offentliä'e Prangerstellung mir erspart bliebe." - Und das ist nicht möglich." Nein, der Untersuchungsrichter nahm mir jede Hoffnung' darauf." Freilich; denn der Inhalt Deiner Briefe enthüllt ja das Treiben dieses Hochstaplers vollständig. Sie und der Name Derjenigen, welche sie geschrieben, können in dem Prozeß nicht unterdrückt werden." Eine Siegfried!" bebte es von ihren Lippen wie ein Hauch. Robert stand vor ihr stlll und legte die 5ände aus ihre Schultern: Arme, Aermste !' Wie mußt Du büßen !" . Sie nickte. . . Besser," murmelte sie mit . hohler Stimme, ich hätte meinem Leben ein Ende gemacht. Ich lief vom Gericht die Spree an der Friedrichsgracht hinauf ; ich lief betäubt, bis es einsamer wurde auf der Straße. Das Waffer der Spree zog mich an sich. Ich malte es mir aus, daß es mein Todtenbett werden würde. Als ich über die Waisenbrücke ginA und hier in die Neue Friedrichstraße hineinschauen konnte auf unser HauS, in dem

lw gevoren worden, in dem i) ausgewachsen da trieb's mich fort davon und weiter, weiter. Ich sah die kleinen Dampfschiffe auf der breiten Spree- hin und her fliegen; ich kam nach dem Rnmmelsburger See und ging an seinem einsamen Gestade. Ein Sprung, und es war geschehen Aber ich war zu feige und kehrte wieder um." Ein besserer Genius führte Dich zurück, Elise. Ertrage es ! Die Zeit wird die Wunden heilen und einen Schleier immer dichter über diese unglückselige Geschichte legen. Komm ! Geben wir zu Deinem Mann!" Sie erschrak. ' Jetzt?" fragte sie. Ohne daß er vorbereitet ist ? Jd bitte Tich', Robert, es zu thun." Das macht sich sogleich am besten, Elise. Es ist Sonntag und bald Mittag. Bernhard ist jetzt zu Hause bei seiner Mutter.' Wir finden da Deine Nachsten. Wozu die traurige Auseinandersetzung, die sein muß, noch verschieben? Enden wir Deine Oualen, Tu Arme. Komm!" Er stülpte, da er im Ausgangsanzug war, seinen breiten Filzhut auf, und Elise zog ihren Schleier herab und. folgte ihm wie ein gehorsames Kind. Eine Droschke kam grade leer dahergefahren, als sie aus dem Hause auf die Straße traten. Robert bediente sich ihrer, um den Weg bis zur Wohnung Bernhard's eigentlich der Mmto desselben, chneller zurückzulegen, so wie aus Rückicht auf Elise, ihr verstörtes Aussehen, hre begreifliche Aufgeregtheit. Sie fiel auch sogleich in das ' Polster des ölücksit zes zurück und brütete schweigend vor sich hin. Er wollte sie nicht stören und schaute durch die offenen Fenster des Wagens auf die Straße, wo die sonntäglich geputzten Leute in funkelnden Sonnenschein sich in dichten Gruppen fortbewegten. Die meisten kamen aus der Kirche; die Mädchen und Frauen trugen ihre Gesangbücher in der Hand. Auch, dies stimmte feierlich ; die Menschen sahen doch anders aus, als wie alle Tage, und auch die Straßen mit den geschlossenen Läden und ohne den lärmenden Verkehr wie gewöhnlich. Robert meinte, es müßte schon Ostern sein, und wie er die Glokkeil vom Tom läuten hörte, an dem die Droschke vorbeifuhr, fielen ihm die Strophen aus Zaust" ein, welche dieser Osterstimmung so schönen Ausdruck geb'en: Freude dem Sterblichen, Ten die verderblichen, Schleichenden, erblichen Mangel umwanden. Er sprach sie in Gedanken über daS arme, stumme, hinstarrendc Weib neben sich, wie ein Gebet für dasselbe. Unter Denjenigen, tvclche aus dem Dom nach dem eben beendigten Gottesdienst kamen, bemerkte er auch seine Frau. Sie ging mit ihrer Ät'uitcr, die sie vorher abgeholt hatte, und jetzt mit ihr nach Hause.' Sonntags speiste die Frau Kriegsrath ja regelmäßig bei dem jungen Ehepgar. Er lam am Ende heute u spät ;um Essen, bedachte er. Onkel Friedrich tvürde schöne Augen machen, wenn er ein Viertel nach ein Uhr nicht da sei und alle Anderen sich zu Tisch setzten. Niemand wußte ja, wo cr war und'warum ex nicht da war. Man würde sich beunruhigen, sein Onkel, seine Schwiegermama, seine Frau, selbst der Professor. Schon griff er nach der Klinke, um die Wagenthür zu öffnen, das Gefährt halten zulassen und hinüber zu Helene zu springen. Aber wozu jetzt halbe Erklärungen geben, eine Ausregung zum Mittageffen nach Hause schicken ? ' Es wäre auch peinlich für Elise gewesen, und sie hatte' der Pein schon genug. So fuhr ei weiter und beugte sich nicht einmal zum Fenster hinaus. Als er mit Elise vor der Wohnung der alten Frau Schauß ausgestiegen war und sie ins Haus traten, zögerte seine Schwester. Sie zitterte, daß ihre Glieder flogen ; ihr Gesicht war todtenbleiö' und leuchtete unheimlich durch den Schleier. . Ich kann nicht !" stöhnte sie und hielt sich an seinem Arm.

Muth, Ellfe!" sprach er ihr zu. Erbarnien Erbarmen! Warum arum MUZj es gleich sein Ich beschwöre Dich, Elise " Das ilt der Gang nach Golgatba, Robert." ' (Fortsetzung folgt ) Feilchengrüße Nom.in von Josepkine Gr n 3.lw?:it. Ilse, liebe Ilse, wenn Sie mir ein klein wenig gut sind und an meine Liebe glauben, warum denn weigern Sie sich, mein Weib zu werden ?" Er hatte ihre Hände ergriffen und sah ihr tief in die dunkeln Augensterne, die mit' einem zärtlichen und angstvollen Blick zu ihm aufgeschlagen waren. Tringen Sie nicht in mich, Herr von Randorf, es geht nicht, ich fühle cs tief, es ist eine Scheidewand zwischen uns 'aufgerichtet, welche unser Wort, unser Wille glicht niederreißen kann. Gehen Sie, vergessen Sie mich, und werden Sie so glücklich, wie ich cs Ihnen wünsche!" Es giebt kein Glück für mich als mit Ihnen ; Ilse, seien Sie nicht grausam, nicht thöricht, was soll unö denn schciden ? Wollen Sie mir nicht helfen, diescs hatte Herz erweichen?" Die letzten Worte waren an eine alte Dame gerichtet, die' bisher zwar schwciaend, aber doch nicht nur mit sichtbarer Theilnahme, sondern sogar mit lebhafter Aufregung das Gespräch des jungen, Paares begleitet hatte. Was soll man zu solcher Thorheit sagen, Ilse?" begann sie nun eifrig. Wenn ein Mann wie Herr von ölandorf Dir seine Hand bietet, undTu zögerst, sie anzunehmen! Ein solches Glück aioszuschlagen, denn Du hast ihn ja keb. Du leugnest es nicht einmal." Mama, Du weißt doch Alles, wie kannst Du so sprechen !" entgegnete Ilse hilflos. Nun ja, daß Tu arm bist, und er reich ist, das weiß er ja selbst ; cr weiß, daß Tu Ilse Heß und eine arme Musiklehrerin bist, er kennt hier unser Dachstübchen,. und es ist ihm nicht u schwer

geworden, gar oft die Treppe- hier biu- l r r ' tr . vl

aunuftcigen, cufo warum genrnr .u Tich." Ilse !" kam es flehend von des jungen Jlkannes Lippen. Ich kann, ich darf nicht, ach machen Sie es mir doch nicht so schwer," lautete ihre Antwort. Ilse hat eine traurige Jugend gehabt," llagte die Mutter, von Tod und Noth und Kummer begleitet. Jahrelang hat sie sich mit den unglücklichen Klavier-, stunden gchuält, ich wollte cs nicht zulassen, aber sie bcharrte eigensinnig darauf, und nun ihr das Glück entgegenkommt, nun tvill sie cs von sich weisen. Als ob ich cs Dir nicht längst an den Augen -gelesen hätte, Ilse,-" wandte sie sich, an die Tochter, wie es um Dein Herz steht, leugne cs nur, daß Du Herrn von Randorf liebst und doch dies thörichte Weigern !" Ilse, theuerste Ilse, an Ihren Lippen hängt alles Glück des Lebens ; meine süße, holde Braut, sage Ja." Wort und Ton und Blick baten so tief innig. einZittcrn ging durch ihre schlanke Gestalt, ihr eignes Herz bat ja am dringendsten, und nun sagte die Mutter unter Thränen: Liebes Kind, mache doch Deine alte MuUqr glücklich, die ja Nkmand mehr auf der Welt bat, als Dich und nichts wünscht, als Dein Glück ;" wie hätte sie noch länger Kraft zum Widerstande haben sollen ! Sie sank an seine Brust und flüsterte : Ich liebe Dich so sehr !" Es war ein glücklicher Abend, den die drei Menschen zusammen verlebten' für Erik von Randorf war das bescheidene Erkerstübchen, in dem der schöne Bechstein'sche Flügel so wenig zu der einfachen Umgebung paßte, das; er fast störend tvirkte, zum Paradiese geworden. Ilse'S liebliches Gesicht strahlte in reinster Seligkcit, und die Augen der Mutter ruhten bald voll Glück auf der Tochter, bald mit unverkennbarem Stolz auf der elcganten Gestalt des jungen Offiziers, mit den vornehmen Zlllüren, der sie so liebevoll und vcrtraulichMamachen" nannte, Tas junge Paar stand in der tiefen " Fensternische und flüsterte von Glück und Liebe. Das bläuliche Mondlicht zitterte über Ilse's Scheitel und schien die ganze Gestalt sn einen träumerischen Duft zu hüllen, Meine Elfe," sagte Erik, während seine Lippen ihr Haar streiften, ich will Dich hüten, so weit es in meiner Macht steht, das; kein rauber Wind Dich trifft, lch will-" . Sie schüttelte lächelnd den Kopf uud legte die Hand auf seinen Arm, Yik um ihn zu unterbrechen. ' Ich bin keine Elfe und nicht so zart gewöhnt. Liebster. Ich bin ein ganz gewöhnliches ?)!enschenkind." Mir bist Tu -immer wie eine Elfe, eine Fee erschienen," behauptete er, wie ein Sonnenstrahl, darum raubte es mir heute auch so die Fassung, als ick Tich weinend fand. Die Briefe, die'Tn lafest-". Sie loarcn von meinem Bruder, den ich unaussprechlich geliebt habe." Wieder zitterten Tbräncn iii ihrer Stimme. Er ist todt ?'" fragte Erik. Todt," wiederholte sie, imd cr war sehr unglücklich." ' Sle sah gedankenvoll vor sich hin, dann fuhr sie fort : Es ist eine traurige Geschichte, lasse uns nicht davon reden. Er war Offizier wie Tu, und deshalb liebe ich den Ofsizierstand und" es huschte ein schelmisches Lächeln über ihr Gesicht vertraute Dir." Mein süßes Lieb!" Er küßte sie. Später mußt Tu mir von ihm viel, alles erzählen; wen Tu g?liebt hast, 'den will auch ich kennen." JhreHand schloß sich fest um die sein?, aber es klang beinahe ängstlich abwehrend, als sie erwiderte : Was sollte ich Dir von ihm erzählen! Er war jung, glücklich, liebenswürdig, ging mit vollen Segeln in das Leben und litt Schiffbruch, well die Menschen nicht so gut waren, als cr cs dachte. Tas ist gewiß eine sehr alltägliche .Geschichte, aber sehr traurig. Robert, ist todt, laß ihn schlafen, wir wollen glücklich sein." ' Glücklich, glücklich ! o, meine Ilse, wie selig hast Tu mich gemackt," flüsterte 'er mit vibrirender 'Stimme und zog sie fefler an fia. Es war spät geworden, als er sich endlich losriß und nach dem letzten und dann, dem allerletzten' Abschiedskus; die Thür hinter ihm schloß. Er war von dem Rausch voller Bräutigamsseligkeit umfangen, in diesen Stunden hatte die ganze Welt für in nur ihn Ilse's braunen Augen gelegen. Als er auf die Straße trat und die Nachtluft seine heiße Stirn kühlte, fiel es ihm zum ersten Mal ein, was sein Vater zu dieser Verlobung mit einer armen, bürgerlichen Klavierlehrerin sagen würde, sein Vater, der bocharistokratische Herr von Randorf auf Vuchau, in dessen Stammbaum noch kein bürgerlicher Name stand. Freilich hatte er diese Frage schon seit Wochen in sich bewegt und gemeint, sie als guter Sohn bei dem bevorstehenden Weihnachtöürlaub zu erledigen glücklich zu erledigen, daran ließ ihn sein sanguinisches Temperament nicht zweifeln ; dann erst wollte er um Ilse'S Hand werben. Nun halte der Augenblick ihn hingerissen, er ivar verlobt und hatte in' diesen ersten Stunden mit der Geliebten an den Vater wirklich nicht gedacht. Auch jetzt wollte er nicht lange bei diesem unerfreulichen Gedanken verweilen. cniK Wohnung lag nur quer über die Straße, und er trat, noch bevor er Licht gemacht, an das Fenster, um den Lichtschimmer drüben, hinter den herabgelassenen weißen Gardinen zu se hen und dem tm merklich dahinter vorüberleitenden Schatten einen Äruß zuzuwinken. Es waren kaum mehr als sechs Wochen vergangen, seit er Ilse zum ersten Mal gesehen. Tie Kameraden hatten ihn bestimmen tvollen, mit ihnen ins Theater zu gehen, er hatte ihrem Zureden widerstanden, da ihn die Vorstellung nicht lockte und war nun allein nach seiner Wohnung gegangen. Er hatte eine Melodie leise vor sich, hingesummt, ohne auf das, was um ihn her vorging, zu achtenals plötzlich eine schlanke Mädchengestalt dicht. in seiner Seite war, und eine leise, erregte Stimme sagte: Bitte, lassen Sie mich neben Ihnen gehen, nehmen Sie mich nur so lange unter Ihren Schutz, bis der Manu dort sich entfernt hat, er verfolgt mich."

ir.it hatte nicht Zeit gefunden, der SpVi'.erin zu antworten, als auch der Gefürchtete bereits wieder neben ihr war, und sich zu ihr ' herabbeuzend, flüsterte: Warum zu -mir so spröde, schönes iino, während Se doch andere Begleitung suchen?" Erik zog rasch den Arm der jungen Tame dura den seinen uno sagte jaät: Bitte, meine Herren, lassen Sie die. Dam? unbehelligt. Sie ist mir bekannt und wjrd von mir ljach Hause geführt. Ich bieder Lieutenant von Randorf." Einige leise gemurmelte Worte, die balb wie eine Entschuldigung, halb wie ein unterdrückter Fluch klangen, 'und der Verfolger verschwand in dem Tunkel der nächsten Seitenstraße. Tie Beiden tvaren einige Augenblicke schweigend neben euiander gegangen, dann nahm das junge Mädchen ihre Hand von seinem Arm und sagte: Was mögen Sie von mir denken,' Herr von Randorf, daß ich Sie anredete, ich war im Augenblick so bestürzt und voll Angst, der Mensch schien mir betrnnken, es war gewiß kindisch nnd ich hätte mir selbst helfen sollen.- Haben Sie Tank für Jhren gütigen Schutz, den ich nun nicht länger bedarf; ich kann jetzt wieder ruhig allein meines Weges gehen." Toch Erik war sofort wieder an ibrer Seite und sagte : In keinem Fall, mein Fräulein ; gestatten Sie. daß ich Sie. nach Hause begleite, Ihnen könnte ja in jedem AuzenblickAehnliches begegnen, wie zuvor." O nein, es ist mir noch nie geschehen, erwiderte sie zuversichtlich. So junge Damen dürften eigentlich niemals u solch später Stunde allein über die Straße gehen," bemerkte er. Ein leises Lächeln antwortete ibm. Ich gebe Klavierstunden und komme also oft erst Abends nach Hause, der Gang durch die Luft ist mir dann sebr erfrischend." ' Erik schwieg und &b v.t eii.emGefühl des Mitleids auf die feine, graziöse Gestalt an seiner Seite. So jung, und der ermüdende, geisttödtende Beruf einer Klavierlehrerin," dachte er. Er sah unter dem braunen Schleier, der das kleine Barett, Gesicht unö Nacken bedeckte und dann unter dem Kinn in eine große Schleife geknotet war, die weich gerundete Wange, einige dunkle Haarlöckchen über der Schläfe und ein zierliches, kleines Ohr, genug, um ihn neugierig auf den Anblick des ganzen Köpfchens zu machen. Dann fragte er nach ihrer 'Wohnung, und als sie oie Straße nannte, rief er überrascht : O, da wohne ich ja auch," Uns ge.'c.nchcr,-' antwortete sie. Ich habe Sie oft gesehen, Herr von Randorf, und erkannte Sie gleich; einen ganz fremden Herrn hätte ich, obgleich ich den Offizieren alle ritterliche Gesinnung zutraue, doch wobl nicht anzureden gewagt." Erik entzückte dies naive Gestandniß, das zu vollkommen unbefangen abgelegt Wurde, um al5 Koketterie mißverstanden zu werden. ' Ich banse Ihnen, mein Fräulein, für Ihr gütiaes, wie ich nun höre, ganz persoi'.liches' Vertrauen," emgeg'iete er,, nnd bin atücklich. ein so liebenswürdig'S Gegenüber zu haben ; doch, thäten Sie nicht besser, wenigstens nicht so weit hinaus in diesen einsamen Straßen zu wohnen?" Es ist hier so viel bessere Vnst, als mitten in der Stadt," sagte sie, man sieht das Grün der rund umherliegenden Gärten, und Mama bat einen kleinen Balkon zu ihrer Benutzung. Tas ist viel werth, da wir auch im Sommer nicht viel hinauskommen. Ich habe dazu keine Zeit." Sie hatten bald die Straße und das Haus erreicht und sich verabschiedet ; sie hatte ihm, da er, wie sie sagte, seinen Schatz ja nicht einer Namenlosen gewährt habe,'ihren i'amen, Ilse Heß, genannt, und er batte, einem Impulse folgend, ihr einen Veilchenstrauß überreicht, den er kurz vorher, da er eine besondere Liebhaberei für Veilchen hatte, in einem Blumenladen gekauft. . Vom Auslande

Die Dresdener Damen Welt hat, dank der im Sommer wie im Winter vielfach gebotenen Gelegenheiten, in der Schwimmkunst einen ganz besonderen Grad von Fertigkeit erreicht. Das Ber. Fremdenbl." entnimmt dortigen Blättern, daß man das Schwimmen aber auch nicht blos sportmäßig betreibt, sondern dabei ernstere Ziele im Auge hat.Jn den Akarienbädern hat sich unter Leitung der bewährten Schwimmlehrerin Frjnilein Lauer eine Anzahl junger Damen vereinigt, um Lk'.ttungsübungen" in Kleidern zu veranstalten. Diese muthigen Jungfrauen stürzen sich in voller GeWandung, mit Strümpfen und Stiefln, ins Wasser, um unter diesen beschwehrlichen Verhältnissen ihre Schwimmtüchtigkeit auf die Probe zu setzen. Am Sonntag Morgen unternahmen sechs dieser Beherzten mit ihrer Lehrerin eine .Schwimmpartie. Sie stürzten sich in voller Straßenkleidung aus einem Boot in der Nähe des Lincke'chen Bades in den Fluß und schwammen in einer Tour bis zu deWkarienbädern. Die ausdauerndsie der Wasserniren war dadurch so wenig ermüdet, daß sie noch nachher gegen 20 Minuten verschiedene Kunststücke im Bas sin vornahm. Ein goldenerGürtel ward ihr zum Lohn! Daß Damen auch im Badekoflüm angesichts der Dampferpaffagiere baden, ist in der Elbe bei Dresden nicht vereinzelt. Die R i g a i s ch e Zeitung" bestätigt die Nachricht, daß auf der Warschauer Bahn, zwischen Swenziany und Tünaburg in dem Postzuge ein Passagier ermordet und von den Mördern auf die Schienen geworfen worden ist. Der Leichnam wurde später von einem Güterzuge überfahren und bei diesem Anlaß das Verbrechen entdeckt. Wie verlautet, ist der Ermordete ein jüdischer Tabaksfabrikant Namens Günzburg aus Kowno, der eine Aaarschaft von mindestens 700 Rubel bei sich gehabt hat. Zur Warnung für steifende theilt dasselbe Blatt mit : Wir erfahren, daß in letzter Zeit auf der Strecke zwischen Wilna und Dünaburg wiederholt von verbrecherischer Hand Einschläferunaversuche an3keisenden zum Zweck der Beraubung derselben gemacht worden sind. Auf der genannten Strecke sind auf diese Weise nach Riga Reisenden in einem Falle 25 Rubel nebst einem Notizbuch, in einem anderen

Falle 100 Rubel und in einem dritten Falle 700 Francs gestohlen worden. In allen drei Fällen haben die Bestohlenen angegeben, daß sich ihnen in denselben Eoupes befindliche Juden genähert und mit ihnen Unterhaltungen angeknüpft hätten, wonach sie in tiefen Schlaf verfunken seien und beim Aufwachen den Verlust ihrer Baarschaft bemerkt' hätten. Diesem gefährlichen Treiben wird Hoffentlich bald ein Ende bereitet werden." In der Wiener Allg. Ztg. wurden genaue Angaben über die Zahl der in Jemsalem lebenden Juden mitgetheilt. Nach der ofnciellen Volksiäb-

lung wohnen in Jerusalem 11,500 Ju-! V 4v rs. Oss s 4."...irJL . . W ri-s-vs-v V IVl'VVll OVVV lUlllUV UUV 00JJ fremde Unterthanen. Jm Districte von Jaffa befinden sich zwei jüdischeEolonieen, die eine uuter dem Namen PelahTikwah auf einem Flächenraume von 7000Deunums, die andere unter dem Namen Nischon Lession auf einem Flächenraume von L000 Teunums. Es ist nicht richtig, daß die Alliancc Israeli! Auswanderungen von Juden nach Palästina begünstigt, im Gegentheile bat sie sich stets dagegen ausgesprochen und erst vor Kurzem die Repatriirung einer großen Anzahl russischer Juden unterstützt. Die AliiancG Israelis fftrb?rt fom anderen als den Normalunterricht und ' i r fi r p. r t A . ' ! unreryall nevftvel die im Labre 1870 errichteteAckerbauschule Namens Mikweb Israel bei Jaffa. Die Juden beschäftigen sich überwiegend mit Handel lind Handarbeiten, nur ein kleiner Tbeil treibt Ackerbau. Gegen wärt ig, da Deutschland eben daran geht, sich ein Eolonialreich in Afrika zu gründen, dürfte es nicht ohne Interesse sein, zu erfahren, daß der Sohn eines Oesterreichers Kömg" .eines afrikanischen Staates ist. Derselbe hat schon wiederholt . die Absicht kundgegeben, sein Ländchen gegen eine entsprechendePension zu verkaufen. Es ist di?s Ferdinands, Sohn des ungarischen Afrika Reisendenden Ladislaus Magvar (gestorben 18G4), Besitzer des östlich von der portugiesischen Eolonie Loando gelegenen Königreiches Bihe. Ladislaus Älkagyar kam nach vielen Jährlichsten nach Bihe, woselbst er die einzige Tochter des dortigen' Negerfürsten heirathete. Nach des Letzteren Tod siel deffen Fürstenthum seinem Schwiegersohne zu. Des fen Sohn Ferdinands lebt jetzt als Cklavenhändler in Loando, während er sein Ländchen durch (inen Statthalter regieren läßt. Aibe hat 1300 Quadratmeilen mit :0,000 Einwohnern und steht mit dem A!eere durch einen schiffbaren Fluß in Verbindung. E i n g r ä ß l i ch er Vorfall wird aus Vettlach (Solothurn) berichtet. Ein Landwirth war mit seinem Kinde auf's Feld gefahren, um Futter zu holen. Während des Ladens wird der Kleine plötzlich müde, klettert auf den Wagen und' schläft dort bald ein. Der Vater gibt im Dränge der Arbeit auf das Kind nicht weiter Acht und bedeckt während deö Ladens den Kleinen, ohne es zu wissen, mit Klee, wobei jener gar nicht erwacht. Als sämmtliches Futter auf den Magen geschafft, schlägt der Vater mit aller Kraft seine Sense in den Klee. Plötzlich vermißt er sein Söhnchen, weiß anfangs nicht, wo es zu finden, bis er schließlich auf den Gedanken verfällt, dasselbe könnte auf den Wagen gestiegen sein. Aber wer beschreibt das Entsetzen des armen Vaters, als er tiefer im Futter den Leichnam seines Kindes, von der Sense mitten durchschnitten, findet. Die Verzweislunz des Äkannes, der unbewußt seinen Sprößling mit eigener Hand zetödtet, kann man sich denken. (sin eigenthümlicher Un fall ereignete sich kürzlich aus einer in Jr-. land in der Nähe von Dublin eingerich. teten elektrischen Trambahn. Bei dieser leitet ein stromführender etwa H- Fuß hoch über, dem Erdboden auf starken Jsolationspsosten gespannter Kupferdraht, welcher mit dem einen Pole der stromgebenden Dynamomaschine zusammenhängt, während der andere Pol direkt mit dem Schienen geleise in Verbindung steht, so daß der gesammte Strom zwischen Schienengeleise und der erwähnten Drahtleituna :irkulirt. Diese eiaenthümliche polizeiwidrige Vorrichtung wird ) vielfach von den Landleuten, nachdem sie ihre benachbarten Felder bestellt haben, benutzt, um mittels der 1j Fuß hohen Pfosten zu Pferde zu steigen. Ein Bauersmann stellte ein Pferd quer über die Schienen und stieg auf den Kupferdraht, um sich mit deffen Hilfe auf den Rücken des Pferdes zu schwingen. Im Momente, wo er seine Hände auf den Rücken des Pferdes gesetzthatte, um aufzu springen, erhielt letzteres einen elektrischen Schlag, stürzte sofort zusammen und war augenblicklich todt. Das Merkwürdige bei der Sache ist, daß der elektrische Strom, welcher das Thier sofort zu Falle gebracht hat, doch den Körper des Mannes passiren mußte und von die.'em angeblich kaum empfunden toorden ist. Auch oie Reihen der Pariser Originale lichten sich immer mehr. Eint'po" nach dem anderen verschwindet, und bald werden intereffante, außergewöhnliche Figuren nur noch in den Äloman-Feuilletons der kleinenSousblätter zu finden sein. Dieser Tage hat im Hotel de Dieu der Fliegenverschlinger" das Zeitliche gesegnet. Er war ursprünglich Maurer, aber nach einem Sturz von einem Gerüst war ihm sein Beruf verleidet worden und er begann aus einer eigenthümlichen Virtuosität Kapital zu schlagen. Er verstand ti nämlich, wie ein Hund nach Fliegen zv schnappen und sie dann hinunterzuschlucken. Damit produzirte er sich auf der Straße, in den Höfen der Häuser unt namentlich auf demMarche aur Ehevaux Obwohl der Pariser Thierschutzverein verschiedene Male gegen den Fliegenverschlinger" vorging, ließ ihn doch die Polizei ruhig sein seltsames Gewerbt ausüben. In der letzten Zeit war dei Aermste arg herabgekommen, denn die niederen Volksmaffen, die sein StammPublikum bildeten, waren seiner Produktionen überdrüffig geworden, und so ver diente er noch kaum einige SouS. Der Fliegenverschlingec", der ein so reizen des Pendant zur 5emme aux rats" (einem Weib, welches Ratten todtbeißt) bildete, ist im Hospital einem typhösen Fieber erleaen. Möge die Erde diesem seltsamen Gourmand leicht sein ! :

Böe lZMes

der Ziidilina VwÄlNS ! tmmW sich ,ur Anfertigung von Rechnungen. Cirkularen, Briefköpfen. Preislisten. Qmitmlgeu. Eintrittskarten. Mitglicderkartcn, Brochnrcn, Constttutionen Adrcßkartcn, JDei.TSCll.Q öWM 4pate ' EtaUirt seit 1859.

Charles Aleyen & Co., . 39 und 41 Pait Sow, New York, besorgen nie Arten von Gescliästiaiizei&eii, Personalaufforvienuiefc etc für diese Zeitang, owie far lle deutschen Blätter in den' ' Ver. Staaten -und Eaiopa. Äimrntllchfl DentÄch-Amerixanlsche Zcitcnge n liegen in unserem Geschusta-Lok&l nr freien Einsicht des 1'ablikuws auf! Die geehrten Herausgeber deutete" Elitter werden acbtungsroll nacht, un ihre l'ublir tlonen rar ner JleciAtretar zu übrt jenlea.