Indiana Tribüne, Volume 7, Number 356, Indianapolis, Marion County, 13 September 1884 — Page 3
k.
s r v. ' !- . -A t .. :) - (j '-.
(r v : i
v i -
s v ,
KV
eH iVriV v
üdl ch
-JM&IRR Tle kürz-fte uud bkge SaZu nach Louisville, Nashville. Memphis, Chatrm. tÄHoosrii. Atlanta. Savannali, Jack aouville, Mobile ancl New Orleans. Ss ist bjmljMT&aft für Passagj.'re nach rw DödrL, t:ae d'rette föoutr zu nefjraca. PalaS. G4;laf- und ParlorWagen zwischeu Chicago u Ciiistrllf nm Et. cui und oinituS c$u. Vagfnwechltl.
Comfzrt, SchnelliAkeit uud T'cherdU tmwi .Jeff tu- ölte zuderläfsige 3. "ÄN. &, D. TR. M. II. K. Dtsr-inj'. Assisitnt Gknera! Paagier.Aktni, &50$5i. NZ'ngrsn unl JZ!nstS5tt . Jndr! E. V McKknna. Supcrinteniinrit. Ohienco, Ht. L-oiii nn cl Fl tt?-liit-y: Itivilr-oricl. 3l-tabl!f für durchgehend uud Ls!alSük. ?s 17. Fd7 löSZ an: ia ,!- da Unn.Dro:, Jndvl., fslgt: Stauen. , Zchnvzz jroftjug . 5$r.Cj3 Sctsra. Aog jli&iai'acl' Änt.ciam'gZtts'i Rlchnono ...-! . Tsyton ! . -i-.aua ! . Urbuna 5oLu:j bu4..... enrar! . ... tSnpiS.i , 2BjnU8 1 . i'unfcur I HarrSurg... w fcalitaiote. ...i ZSäsngl..! Shllde!vhia.j 3lta Sott... 1 'i9o1ort j i : 8 n' t 10:45 4 :fSrn t:?j . liv.MHv , 6:tf l:'l n 7:1 ! , S:57 ! .1:51 , H:57 h; m j 3:17 . : . 9:fc6 . 4:M 9: ! Il:.i1at l'AO . 11:20 . t40XVÄ :50, 12: . 1 2:Z7MI !: ? . . 8:02 . 7:t-2 . 6:lT . 1:15 2:2,Rm 7:i0 j 5:10rn S:so . .' :2! , : 7:N) . i 5:6 1:2 - : I 7:30 ! s:2S-?rn; I 7: fl 'm kägl'ch t IdaUd. amgy wornrntn Sonntag. JuSrnann'l alut- uf. unb Aotel-öagjr tu: bi 't'utstcta. HarriSdurg. Philadelphia uni Bork, ohn cd!l, ülei ctn Waanechsk'. ach iLlttmsre. Washington und Kon. SSäT Zkah kar'.7. nach all N Oenlichn Städten inv ,n tttn Haurl-Zahrkarten. Bureau bf I Weftenl und in btm Stadt. urau. es s,r Jlino, und ZZashinxt 5traZ, ud Ui,on Derot Bureau, intsncvoll. i lottn SH'.afmagkN'Katten ksn nen tm voraus pesicher: rv,dn durch ?v?likstis' bei den Lgenl,n tadt-Breau !r ,m Unter Der , Zdlznzvli. Ind. . . Dk'tNz,, 4 A. . ord.ckk Walhiuz. ' tn und JUinvl Straße. Jnd'p!. ZameA ZXci&rea, Ninag . sluuldkS, Oh O x d. "l. P,,aaik UN r,ck,t..S z 4K,. i ,ri,rt -"It zrli,-jö.t!ittr. 4 ?nnloania uud Vlaxttl. 5 Hiuv:auz:r ve cue: X-eoan entR. 6 und SorZ. 7 -sdel und Ätch,qan SttSAe. S Neu, IrseyStraß ur Vaj1a4?tt sc--9 Stnfian uns ordS:raße. 2 affachunetlZ Ave. nah H;blt Str. Z3 telawa Str, und ?srr Saar ctw. " 44 an Jei)unbrt0rtQaeoeriu i5 Per Str. und BZaffzch kett Av ChriMs Sve. und Äsd Str. 7 'Sark Are. und Vi:ek 13 arroi eil. uft iaWU b. I1 rcher und John Str. zzz eeee re. und iident, sr Rlzdsuilt Lnd S-.edet Srr. ?2k Nendn und Stltnit Str. 12C 'arej ür. unk-Lmcsln S7 u:3unR-Sctlut. 1 Sentral &9. und JXtf St, IZt UiSina und l'jcnifan Sr si-dsmrtcn und Ächte SU. 1;W iclcg &v. und hnie Sir. Z5 Hoe Sat. und Xelasstc S-' Celasare und tchigan ötk. 21 Jos , riii iC:rti. Z Pr:s?:vante und ?r2tt Str. 2 S.o. k. Eng'.ne ouse Sechste, n.' - 2i MtsstsftxrlUkZd tflatx Str27 J2ino. und Ktchtain Str. .z I!nnf9li-c;ua Ltr. und Hörne 5-3 W ftsftrvi und V:tt Ltr. 21? Te 'nkffie uno Ljt2:a Gir. L1Z ? utloama unk Kichizz? St:. '14 Jtng 4 u.'d H:rdett Sir. Zrkdisn , Ae. und '.ig?n Ztr. 2 endtan ind L-s'nui Str. 4 CaUfocnii und Ö:rn:nt e . 35 iatt und Hivo Srl Str. :?6 Jns.ana S?'. un', St. Sl; r t, L7 S:dtS'?tt . ZZ Ia?e d Nd Str. S? Vtchtzn und SzneZ S, Sk und Walnut S:r. X1S L!e und Dritte 314 Stedent und Hkwaid Sti. 41 Safh.ngtsn. she West St. 41 Eeißendorf ud Kss;mz!sn S - 43 ZüiZIsurt und erv Ler! Str. 4.? eridiau und Wafhinzto" S:,. .4 JltNS' und OhtS St. .t7 lenneil und afmi'n s?,. 4.Z ingzn'i Ps! Hsui. Jndianola. A2 Vilsuri und anjtfins Str -413 y.'.fnlflSFi und TZabasd S5r. 415 kiergussn'i Pvik Heusk. t2I J.B. St 53. ound Hou?. H23 Jnsun Akzlum. 51 Jü'.noiZ und VerriH St. ' JAnoiS und Louisiana S: 53 S3eft und ZKeöart, St?. 34 Weft und So-th ttr. iS rsnneffee und z,a Sr 57 Z5rtdian and Ray 5!r. Qadttsn Ä. uns Siorr.t Si: SS -dtssn So, un Duniso St UZ ett und Hcirteot Zu. 513 entuckg So, und Iktxt.t t 014 Unten und WaiiA St 519 Jlmsl und jnfal S 617 dRorn4 u lacstai Str. ei South nad Telamsre St. 62 Pnnjt)lsanta und Loutsian, St, Z Dtaar nd rleÄart, Str. rA O und cSan, ttx, 66 tUadarna und Sirgiana o. 11 j:nu An und Bradltza ci r Cft uns odurn Str. nsytvanta Str. und abtl- . 112 HicXcrnan und lougzen, S. 71 Ltrzinta So, naz HukS St:. 7? Ort un Seorgta Str. -73 LaZhmkton und er.tsn Stt. -.71 "ton und (Borata Str. 'S(orcit ivt.uub Pine. 76 Cilon und Baut su. 73 Ctgta äo. und $iton. ;Ti chtercher Sv. un Di2s 771 Sruc un Lroisekl St'. 771? O"gig Sat ni faaict Sir. T714 tiang und CItcf St: "715 Std .r chr Str. i i , 0 Zeri, Sa. w afitnaten 83 Cft UN arl . 54 Sie yvit und DaatftLö Si W Taub ummnÄnrtalt 60 'r. Staaten Arsenal ' js, Crtental ur. ßafit 'gtan : 3) frtt'i Stfinjnii SXZ g. Schlaach'Qaul 0l iSsliutgttnüialt ia:li un sd 6ti. tt4 Cii und a:ccg tt 9 VakHland nah ertdia Srr. KZ ertdtZ nn vrz: Straft. P.tv, Signal. t-3-1 N ,aKkn dtkholt,, erter ZU. 9-3 9'.3nalfäx(u(rtru. At Schlaz. eucrouf. rti LchlZze, tral I. 'Isott ch'.Ii. 42r ittg.'
Haus Siegfried.
Roman dsn Schmidt.Weißenfel. (Forlsttzung.) Fünitüusciid," zog n den strich, und die Zivölshunoert Zinsen, giebt Seckötailsend'z'.veihundert. Damit ist doch säon die anständigere Unterhaltung einer Wirthschaft möglich. Dazu die Wobnnna. die Dick nichts kosten soll, und ein Vischen von der Malerei ' na, ! Junge, Du wirst dann doch ohne die gemeinen Zorg?n leben können und die! Zukunft von Frau und Bindern braucht ! Dick wenigstens nicht mehr m anzsti-, 0n j ,.?tein, nein 1" jubelte ökobert wieder und fiel in seiner kindlichen Dank-! i i y. r i rancit.uno z.'ievs ccni iiitcn um den HalZ. 3ic tanzten berzszlig beinahs mit einander quer durch die ganAs-Mek lerstuöe. nkel Friedrich '.ließ sich von seinem lieben Jungen rni: pchtlicheni 'ergnüqcn unibcrdrebcn nnv abküs l Dann inachtc. er sich lachend frei, pafite die Cigarre eifriger und sprach, noch ziem' 5 I ViAs .Tif- )tf- - ' " trfjv .j Robert, Teufelskerl ! Hast mir wieder einmal Torgen venirsackt !" Onte!" b er ihn: schelmisch ab-. tun Deinetwillen nehme ich fit liu tti;d wiedr schon ans mich, ivenn's dann v.hz ivieder heiterer Himmel ist. ,ch d.-.'.:e. jct.t ioird'H in Ordnung mit L)ir stiii'und vv werden nicht mehr ;u rechnen nöthig da den. Gieb mir also Deine Papiere: ich werde daS beste Trittel davon an?s,:chen und die übrigen ver kaufen.'' irinc duntlc Röti'c n'ar bei diesen Wor nn in Nobcrt'v Ätlitz getreten und er stand vor Pcrlcgcnbeit mittrn im Zinnner ans i'wxx cUlic gekannt. ,Zlber'. Lotterte er. da5 hat noch , . rgcbcnö, dap er inne rlegcnyen verbergen wollte. Die großen Augen, mit denen Friedrich ihn betrachtete, vermehr ten dieselbe eher. 3eit V klang öS verwundet von dessen ixven. Warum Zeit . Ich meinte, die eilt doch nicht so scbr," borte er darauf. Mißtrauischer schaute der Onkel auf, als er entgegncte : Wenn man so etwas bedacht nnd für richtig befunden bat. fübrt man auch obne Äkrzug aus. Was hast Du denn für einen Wumd. damit warten zu wol' len s" Grund 9 Mein Gott, es braucht doch nicht gleich sein!" wehrte Robert in beller Verwirrung; denn Onkel Friedrich nahm etnxls von der Miene und dem Tone eineS Untersuchungsrichters an. Er witterte nichts Gutes. Zu Weibnachten willst Du heiratben," drang er sttenger in - seinen Schützling. Nichts kann vernünftiger sein, als leinen neuen Hausstand vorher aus der Frage der Geldmittel zu seinem Unterhalt hinaiiszurücken. Damm hab ich mich ja jetzt ein paar Tage lang bekümmert. Zahlst Du jetzt ein, so hast Du schon von vieujabr ab Dein verbessertes Einkommen. Waruin also nicht diese wichtige Angelegenbeir in's Neine bringen' ' Robert zog es daS Herz zusammen ; er blieb stumm, weil er nicht lügen konnte, und die Wahrheit zu sagen, ihm Furcht erregte. Onkel Friedrich wurde unruhiger, arg wdhnischer, herber. . ' Was ist mit Deinem Gelde ?" fragte er kurz. Abernls scbviea der Maler. 'solltest Tu Rober: solltest ! 7h. . fK . Der Älre ivagw es nicht auözusprechen i was jäh als Verdacht in ihm aufgestiegen i war. .' j Robert faftte sick, schüttelte seine brau- ! neu locken und stiest heraus: ! Es ist mir ja nubts vorzuwerfen. ! Mein Geld ist da." j Und Du hast noch Alles T j ..llles. wie Du mir cS gegeben." j Und ;u freier Verfügung wie es ' '.rar V ' Junge," sing Onkel Friedrich sein stottern ab und legte, ihm . die Hand schwer auf eine Schulter, dahinter steckt waö Du, Du bast Gelimnissc vor vAtV Der Z?orwurf, der in einem schincrzlichcn Tone erklang, rin Robert aus sei ner Verwirrung und Uncntschlosscnhcit. Er fand im Bewußtsein dcsicn, was er gethan, seine feste Haltung wieder. ES war nicht mehr angebracht, zu schnigen, wozu er sich ja nur veranlaßt gefühlt hat te, um von seiner Seite keine . Unruhe und 'rdricßlichkcit in Onkel Friedrich'S Leben ;u tragen. Da derselbe nun aber klaren Wein forderte und überhaupt doch, ! einmal erfahren mußte, was m der Familic vorging, zögerte der junge Mann i nicht weiter, ihm seine Geheimnisse mit zutheilen. Zuerst das von dem Uebcrlassen sei nes Vermögens an Bernhard als Darlchen. Onkel 'Friedrich schlug die Hände über dem topf zusammen, als er davon horte. Seine Cigarre siel auf den Fußboden. .. . V Dann forschte er weiter und erfuhr von den Geldverlegenheiten der Firma Siegfried und Compagnie. Er glaubte, der Schlag würde ihn darüber rühren. Alle Beruhigungen Robert's wirkten nicht. Er sah schon die stolic Firma fallen und seines Pfleglings Lennögen verloren.' Es kam wie Verzweiflung über ihn und er begriff Robert nicht, daß er um sein Geld nicht bangte, sondern ein felsenfestes Ver trauen auf Bernhard's Versicheriingen bezeigte. Schließlich konnte .bei dem Reden über Bernhard'S Verhältnisse auch von Robert nicht unerwähnt bleiben, wie sein Schwaaer mit EliZe stand und wie diese sich vei dem Versöhnungsversuch, den er als ihr Lldoptivbru'der unternommen, über ihren Entschluß geäußert hatte. Was über diesen Austritt , von ihm 'dann seinem Schwager berichtet. worden war, hatte diesen ja nur in seiner Auffassung bestärkt, daß eS unwiderruflich aus sei mit seiner Ehe und anr b:sten, wenn er Elise chren Wea gehen lasse. Oo wutzttz btt C&ö eZLauseMz
sricd aus einmal Alles, was in dcnlsclvcn seit den paar Wochen nach der Sommerreise sich ereignet hatte. Er konnte es gar nicht fassen. Es wirbelte ihm Alles durcheinander aus dein Kopf ins Gemüth und umgekehrt. Elise in Scheidung von ihrem Mann, Bernhard in Gefahr mit dem Geschäft, Robat in seinem Vermögen bedroht und vor der Hcirath mit einem Madchen, das als blutarm sich erwies. Seine Weisheit wußte keinen Rath und keine Hülfe in diesem Unglück, was er ringsum blickw. Er selber, der sich so viel darauf zu Gute gethan, die denkbar größte und a,genehmste Unabhängigkeit als VedinguiP menschlichen Glückes und der Sorge nlo sigkeit sich errungen zu haben, sah jich ii: die widrigsten Verhältnisse getrieben, die ihm von seinen ?!ächftftchendcn u gedrängt wurden. Es gab also keine Unabhängigkeit, so lange man überhaupt an anderen Menschen hing. Sein Taliöman versagte und'cr trnuertö, wie wenn er sein Leben als vcrvn'cht erkannt hätte. . Jetzt stand Robert vor ihm als der Ueberlegenerc. ' Der sah nicht so schwarz in die Verhältnisse und 'setzte da,iit seinen Mentoren. .Erstaunen. Er hielt es für kein Unglück, wenn Elise, nachdem sie sich so merkwürdig hartsinnig enthüllt, von ihrem Manne sich scheiden'licß Er bezweifelte nicht, daß Bernhd sich aus seineu Rothen wieder befreien werde, nachdem er den verschwenderischen Ausgaben zu Liebe seiner Frau ein Ende gesetzt. Er klagte nicht um sein Gclo und hoffte freudig, sich und sein Weib auch nur init seiner Arbeit als Künstler ernähren zu können. Onkel Friedrich war crschi'tttctt. Er umarmte feinen Jungen in Rührung und schweigend. Aber in sich sprach er es hinein," daß dieser anvno:nmene Sohn des Hauses in dessen Noth allein und selbstlos geha,deli hab.' und ihm besser und glückllckvr ohne Berachnung crschcmcn müsse, als wie er ihn nach seiner Auffassuna hatte, ausbilden wollen. XIV. Was Onkel Friedrich in seine philosophische Ruhe und selbst in die gewohnte Heiterkeit zurückversetzte, nxrr die ihm gegebene Ueberzeugung, daß die Firma Siegfried und Co:npagnie a:'s'.er Gefahr t." , Gleich nach dem überraschend gcwefenen Ausgang seines Gesprächs mit Robert war er hinunter ins Geschäft gestiegen und dann lange mit Bernhard Schau ß allein in dessen Comptoir geblieben. Räch der ersten Verlegenheit in die Bernhard über diesen Besuch gerieih. als er die IU sack? davon erfahren, war es ihm ein: Erleichterung seines Gemüths gewesen', sich mit dein Aeltesten dcö Hauses gründlieh über seine An..',clezenhei:en aussprechen zu kon"'''i Ev tyxiti seine Bü cher aufgeschlagen und seine Berechnung gezeigt, wie in einigen Monaten alle Zahlungsverbindlichk.'iten glatt gelöst sein wurden und er von lem ausgegebenen Capital ölobert 'S zurückerstatten könne. Damit war Onkel Friedrich ein Stein vom Herzen gefallen und dieser Fall beunruhigte nicht mehr. Robert erhielt ja sein Vermögen wieder. Frank und frei hatte der junge Kauf' mann auch über Elife sich geäußert, über ihre eigenthümliche Veränderung währcnd der letzten Jahre, ihre sich steigernden und bochmüthiger gewordenen Anspräche, über den gewaltsamen und wie von ibr vorbereiteten Bruch aus Anlaß der ihr zugemutheten Einschränkungen in den Kosten des Haushalts, und der von ihr begehrten Aushülse mit ihren Geldmitteln. Bernhard verhehlte hier wieder nicht seinen Erdacht, daß der Baron von Schaal die junge Frau bethört und zu ibrer Wutb auf Scheidung bestimmt haben müsse. Friedrich tonnte dies Letztere nicht glauben. Er so wenig wie Robert hatten in der Scholastiea" irgend etwas in dein Verkehr des Barons mit Elise beinerten können, was einen solchen Verdacht gerechtfertigt hätte. Aber was half da bezweifeln und alles sonstige Reden ! Bernhard fand anders keine ausreichende Erklärung für Elise's Umwandlung, und die Entfremdung der beiden Gatten ivar eine so große geworden, daß an eine W?dervereinigung gar nicht zu. denken war. und Onke5 Friedrich am allerwenigsten Lust fühlte, sich in diese ehelichen Verhält nine ;u mischen. Die Scheidung war unausbleiblich. Elise betrieb sie mit einer nach wie vor erbitterten Energie: ihr Mann setzte ihr keinen Widerstand' entgegen und hielt es für das Beste, wenn "sie so bald al möglich erfolge. Schon waren sie auch über den Sühnen versuch des Pre digers. wie er vem'Gesetze erheischt wurde hinaus', er war unnützes Bemühen gewesen. Friedrich nahm grade so wie Robert Partei für Bernhard und gegen seine Frau. Er verdammte deren HandlungS weise aus's Entschiedenste und war cn:pört über das össeniliche Aergerniß, das sie dem Hause Siegfried bereite. Er wollte sie nicht sebcn und sprechen, selbst wenn sich dazu legenheit gebeten hätte. Aber Elise verlangte offenbar nicht nach Begegnungen mit ihren Familienangehörigen, aus guten Gründen besonders licht mit Onkel Friedrich, der denn doch eine andere Autorität gegen sie in Anspruch nehmen konnte, als ihr Adcptiv bruder. Am unzweideutigsten hatte sie ibre Feindseligkeit gegen diesen an den gelegt, als sie die ihr aus Höflichseit zugesandte Einladung zur Hochzeit ohne weitere 2lntwort zurück an ihren Absender geschickt. So stand sie vereinsamt außerhalb der Familie, wie sie es wollte. Die Hochzeit Robert'S war in der Thal die einzige Sorge, die sich Onkel Friedrich nach dein Gewitter im Hause noch machte. t Doch sie war eine ihn sehr vergnügt stimmende und mit Wohlgefallen erhöhte Sorge. Er war mit Rath und auch mit der That dabei, die Wohnung für das Ehepärchen im Anschluß an die Ufsizi Robert's, behaglich und geschmackvoll einzurichten und auszustatten. Was Maurer und Tapezirer dabei zu besorgen hatten, überwachte er wie ein Bauherr, und sonst war ihm doch dergleichen Ge triebet zuwtealzLiöglij. gar man
Hfi3 ti'irf her feinst rMinm Taust'' r iniri l
schenkte er dem Brautpaar, welches auch nicht das geringste Bedenken trug, dem freigebigen alten Herrn sein Vergnügen zu lassen. Widerspruch hatte ihn verdrohen, und Helene kannte schon lange genug die Eigenheiten des Hagestolzen, um ihnen nicht gerecht zu werden. Wie glücklich war sie, wenn sie mit ihrer Muttcr oben im zweiten Stockwerk des Hauses in der Neuen Friedrichsstraße zu Besuch bei Onkel Friedrich gekommen und er in liebenswürdiger Aufmerksamkeit sie durch den mit .unj'.sachen angefüllten, mehrere Zimmer durchziehenden Verbindungsweg zwischen seinem Palazctto Pitti nach den Ufsizien führte, wo Lkcbcrt in seiner Tribuna an dr Staffelei stand ! Das werden unsere gemeinsamen Gesellschastsräumc sein!" sagte er dabei einmal mit freudigen Mienen. Ah, Herr Siegfried," cntgegnete'Frau Kriegsrath Siebcrg bescheiden verwehrend, die jungen. Leute werden wohl keine großen Soireen geben !" Soireen" putzte, er. Rein, aber, warum nicht hin und wieder eine kleitle, angenehme Abendgesellschaft Helene verstand ihn und lachte. ,Ww werden Alles thun, was Onkel Friedrich wünscht, und nur, wenn er cS tvünscht," entgegncte sie. Wir werden ja eigentlich mit ihm zusammen woh nen." Und dann in Robert's Malerstube, wo dieser seinen Besuch mit Pinsel und Paleite in der Hand in iafaelischer Heiterkeit cmpsing,verticfte er sich auf ergötzliche Weise noch mehr in die ökolle eines glücklichen Schwiegervaters. Er rieth zu dieser oder jener weiteren Zimmerausschmückung, zeigte Helene und ihrer Mutter, wie das an die'Wcrkstatt anstoßende Gemach als Wohnstätte der jungen Frau sir und fertig eingerichtet sei, so reizend, wie für ein Prinzcßchen, und geleitete sie' in die tfüche, die mit den besten Einrichhingen neu versehen worden war. Welch' eine Braut sieht nicht mit Entzücken aus die Räume, in denen sie als Weib eines geliebten Mannes walten soll, und die Liebe und Geschmack traulich gestaltet baben? Und in dankbarer Rührung, still lächelnd mit ihrem feinen, blassen Gesicht, genoß die Mutter das Entzücken ih rer Tochter mit. Wenn es nach Onkel Friedrich gegan gen wäre, so hätte die Hock' zeit etwas großartiger gefeiert werden sollen, als wie Robert und seine Braut sich deswcgen verständigt. Er schlug ein Mahl im Hotel vor, wtnn auch wegen der Trauer, in welcher sich die Siebergs noch um den Kriegsrath befanden, keinen Ball danach. Er übernahm die Kosten des Festes, und zwar so bestimmt in seiner Stellung als vermögliches Oberhaupt der Familie, daß jeder Wiedersprüch abgeschnitten war. Es giebt ja nur einmal Hochzeit für junge Leute," sagte er, seiner Absicht die Zustimmung zu erwerben. Aber Robert bestand auch auf möglichst einfacher Ausführung der Festlichkeit und die weiblichen Hauptpersonen dafür nicht minder. So vereinigte man sich denn, ebenfalls auf Friedrich's Vorschlag. nach der Trau ung in seinen Wolmräumen zusammen zu tommen und da seine Gastfreundschaft zu genießen. Außer dcnRächststebenden ivurde Niemand hierzu geladen. Braut und Bräutigam, seine Schwiegermama und sein Onkel, Schwager Bernhard und dessen Mutter, zwei Freundinnen Helenes's und zwei Freunde Robert's, die in der Kirche die Ehrcnzeugen gewesen das war die Hochzeitsgesellschaft,dieMittags am zweiten Weihnachtsfciertage in den Räumen von Friedrich Siegfried's Wohnung sich versammelte. Er hatte sie würdig der Feier ausorV nen lassen er, der sonst kein Stück auf seine: bestimmten Platz vermissen mochte, und das Speisezimmer war in einen zart duftigen Wintergarten verlvandelt worden. Die Gemächer", welche außerdem seine Wobnung umfaßte, sein eigent liches Wohnzimmer und die für Fremde bestimmte, sogenannte Türken sture sii war üppig im orientalischen Geschmack ausgestattet ferner die Gallerie, Alles stand ossen und war wohlig durch wärmt. Nach seinen Ideen war das Essen gerichtet worden und .seine Köchin hatte alle ihre Kunst und ihren Stol; entfaltet, mit jedem der sich folgenden Geriete ihres feinschmeckenden Herrn Zusricdcnheit und Lob zu verdienen. Man speiste in der That ausgezeichnet und trank ven edelsten Weinen dazu, Eham pagner feinster Marken. Onkel Friedriäi war selig und die Gesellschaft froh bewegt bis zum späten Abend. E wurde nun viel schöner im alten Hause der Siegfrieds, alZ fei mit der jungen Frau ein fröhlich belebender (.'Jeist in ras zweite Stockwerk eingezogen. Richt,' daß Helene geräuschvoll waltete und es in. Uebermuth undVergnügungssinn an Ehrfurcht vor den' Laren des Hau - ses fehlen ließ ; aber ihr Zauber war cS doch, der Robert an eine ewige Tauer der Flitterwochen glauben ließ, der Onkel Friedrich verjüngte und selbst den gebeugten und 'sorgenbelasteten Schwager Bernhard oft da oben in der Malerstube und a:n Tische der jungen Malerfrau tvne frohe Stunde finden ließ. , Er rückte dieser Häuslichkeit nahe, da er die seinig? in einem so unglücklichen Zusammenbruch verloren hatte, und sein kleiner Wolfgang spielte manchen Tag in der Wohmin, des Ehepaares, während er- unten i:n Geschäft thätig war. Helene's Schatz an Gemüth, Lebenslust und Tüchtigkeit zeigte sich' unerschöpflich ; immer war sie neu, reizend und eine Freude für Alle, die in ihren ltziuslichen Kreis traten. ' Wie man dabei arbeiten kann!" sagte Robert wohl zu Onkel Friedrich, wenn derselbe allein bei ihm ivar und der Malerei zuschaute. Waö'das für ein reiches Weib ist '. Richt wahr Y ' Und Onkel Friedrich nickte dazu. . Er sah es ja mit seinen Augen, wie ganz anders geacn sonst der Kunstler in Robert zur Aeußerung kam ; er war Kunstkenner genug, um zu beurtheilen, daß derselbe in seinem neuen Gemälde nichts Mittelmäßiges lieferte. Tiefe in Far benpracht und schönen Lichtwirkungen sich auf der Leinwand vollendende Frühlingsseier auf dem Fricdhofe, durste, mit Recht ihren Schöpfe? mit künstlerischem Stol; erfüllen. . : Es kamen jetzt auch viel mehr Besuche als sonst auf stöbert's Malerstube.' Die Freunde, welche, die Hochzeit mitgemacht ' '-' - -
Y. ticn. wan seitdem an'tNStter gelvc.t.a und stiegen oft u die'Wehnuiijj dc jungen 2l'cp?.ars hinaus, wo sie herzlicher AuiTiahme gcwist ivaren, wo s'e lachen und scherzen konnten mit den: beiteren Kameraden und in lesellschasl sciner lieben:-würdigen Gattin der Abend g.'nnßnich Verflon.' 3i; st unten übet das Talent ?:nd die Kraft, iveiche Rc-X-rt jetzt an der - Staffele! entwickelte, und, was sie sonst nicht gewesen,' aufrichtige Bctvundercr der Kunst des Freundes, wurden sie mehr u.-mchr mit der Vollendung seines neuenGemäldeS.Sie brachten andere Kameraden und sie brachten o.nch Kunirreundc ins au-5, um über dies Bild schon vor dessen Aufstellung zu urtheilen, w'as den Wünschen Roberts durchaus entsprach ; denn er wollte seine Arbeit gut und schnell verkaufen und hoffte auch auf dieien Erfolg. Dies eben uno Treiben da drüben gefiel Onkel Friedrich außerordentlich. Er ging so gern hinüber, um sich in dem Sonnenschein der 'jungen, glücklichen Ebe zu laben, ode? um an der lausen Anerkennung der Besucher für seines Jungen Arbeit an der geistig rührigen Unterhalhing, die dabei on in der Malernnbe stattfa-.d,' sich weidlich, zu ergötzen. Schmeichelte es ihm doch auch, ivas Robert mit Freude und beglückendem Erwarten erfüllte, und nicht zum wenigsten, das seine eigenen Kiinstiaminlungen jetzt häufig in Augenislin genoninienivurden und ihre Lobpreisung erhielten. Denn die Zimmer, w? er scine schätze barg, standen ofse::, und -wohin er sonst nur sel:en einen Fremden gesubrt, kamen etliche v'.'n Robert's Besuchern nun fast täglich. , Er hatte auch die Geldangelegenheiten, die ihm vorder fo viel Kopfzerbrechen verursacht, gänzlich-rgessen. Es fehlte ja dem jungen Hausstand an nichts ; Bernhard bezahlte feine schuldigen Zinsen pünktlich dahin und das Geld machte Robert überhaupt keine Sorgen.' Er brauchte wenig und sein Weibchen Wirthschaftctc vortrefflich. Sie gaben oft so--gar allerliebste kleine Gesellschaften, obne Aufwand aber, einfach bei Thee und kaltem Fleischausschnitt.'Onkek Friedrich, immer geladen, immer gern gesehen, stellte sich mit Behagen, dazu eiii : allemal, das; er dann ein paar Flaschen guten Weines unterm Arm mit hinüber nahm, zum Zuspitzen nach her, 'wie er sagte, oder eine Flasche von seinem köstlichen Punschcrtract. Und kehrte er dann zu seiner Schlafenszeit mit der angezündeten Kerze in der Hand durch seine kleine Gallerie in feinen Pitti - Psazzo zurück, fo lächelte er noch im Rachgesuhl des wieder angenehm, verbrachten Abends. (Fortsktzuna solgl) Vom Auslande
Der von griechischen Liau' bern gefangen genommene Sohn, des Konsuls Dussi in Rodosto ist entkommen und wohlbehalten zu seiner Familie zu rückgekehrt, ohne das verlangte Löscgcld" von 7000 Pfund erlegt zu haben. Die Art und Weise, wie es Tussi gelang, den Lläubcrn zu entgehen, verdient wegen dcr begleitenden Nebenumstände erwähnt zu werden. Die Bande wurde von einer Abtheilung Soldaten zcrnirt, wußte jedoch, daß sie nicht 'angegriffen würde, weil dadurch auch das Leben des Gesange'ien in Gefahr gekommen wäre. Inzwischen ging der Bande der Proviant aus. Dussi machte sich nun anheischig, seinem Vatcr zu schreiben, daß er ihm von Rodosto einige Flaschen Wein senden möge. DaS. Anerbieten wurde rait aicudcn angenommen, und Dussi schrieb den Brief, welchen die Brigantcn jedoch nicht lesen konnten, und in welchem er bat. in den Wein ein starkes narkotisches Mittel zu mischen. In der Zwischenzeit se.te er sich mit einem der Banditen in's Einvernehmen,' daß er ihm gegen oOO Pfd. Stcrl. und die Zusichcrunz der Straflosigkeit.zur Flucht behülflich sei. Ter Handel tizurde abgeschlossen, der Brigant gin auf das Anerbieten ein, und als der Wein anlangte, stürzten sich die Räuber, welche schon seit einigen Tagen diese? Genußmittels entbehrten, mit Gier auf die gefüllten Flaschen. Dussi und sein Helfershelfer tranken jedoch wohlweislich nicht mit und nahmen, als die ganze Bande betäubt und besinnungslos auf dem Boden lag, schleunigst Reißaus und ließen sich im nächsten Dorfe von Gensdarmcn nach 3!odosto führen. In Folge der glücklich bewerkstelligten Flucht des Dussi war eS jetzt den unter dem Kommando deS Generals Mehemed Pascha stehenden Soldaten möglich geworden, einen Angriff auf die Briganten zu wagen, und eS gelang ihnen wirklich, sie zu Gtfangcncn zu machen, In Basel hat diePolizei bei dem Agenten des Most'schen Blattes Freiheit", dem Werkführer I I. PfauWerner, eine Haussuchung vc'genommen. Sie fand ihn in Gesellschaft eines Fremden, der sich Woroweki nannte, vor einem Tische, auf dem sich zwei Kistchen mit Patronenhülsen befanden. Worowski verweigerte jede Auskunft über seine Person und. zog. einen geladenen Revolver aus der Tasche, wurde aber sofort entwaffnet und festgenommen. Sonst wurde nicht viel gefunden, nur zwei Pakete mit Mord, und Brandschriften, zur Versendung nach Bozcn bestimmt. Als aber aus dem Eanton Baselland die Verhaftung der Anarchisten Bächler aus dem Canton Freiburg. Weiß aus Dresden und R. Psau, Sohn deö I. I. Pfau, hierher gemeldet worden war, wurde auch der Vater fcstgenom:nen und in'S Gefängniß auf dein' Lohnhof" geführt. Pfau, Vater, ' soll ein sehr gefährlicher Mensch sein, ebenso der angebliche Worowski, welcher, in Vase! schon wegen Hausfriedensbruches zu Gefängniß verurtheilt wurde und sich damals Schüle nannte. Man rechnet, daß gegenwärtig etroa hundert au 5 Deutschland und Oesterreich 'vertriebene Anarchisten in d?r Schiveiz und etwa 12 in Basel, die meisten aber Wohl in Zürich und Genf sein werden. , In W ie n f and a m 18. A u gust anläßlich deS Geburtstages des Kai-. serS Franz . Joseph ein große? Fest im Prater statt. Viele Straßen'der Stadt Wien erschienen wie ausgcstcrbcn. Die Bevölkerung strömte in den Prater zum Kaiserfesie. Die Betheiligung an denrselben war in diesem Jabre eine auffal-
lcnd große ; schon am Nachmittag wurde die Zahl dcr Aezuchcr auf mehr als 100,000 geschätzt. Zu den Einhcimischen gesellten sich zunächst die Bewohner der Umgebung ; die Züge, die sonst an Festtagen die Bewohner nach allen Richtungen der Windrose hinans auf di? ; bringen, brachten diesmal die ländliche Nachbarschaft massenweise herein; aus Oberösterreich sogar, aus Ungarn und Mähren. Viele kamen mit Musik, so die. Vcteranenvcreine, die bci dem Feste mehr oder weniger martialisch Paradiren wollten. Der Prater hatte festliche Toilette angelegt. Der Eisenbahnviadukt beim Praterstern war
förmlich, in einen schwebenden Garten verwandelt, geschmückt mit Fahnen und bunten Draperien. Durch diesen riesigen Triumphbogen" hielt die Menge ihren Einzug. Die ganze unabsehbare Hauptallee war mit einer Allee von Mastbäumen verdoppelt worden und von Baum zu Baum schwebten bunte Lam pions. die am Abend im Lichte eine zau berhaste Wirkung hervorbrachten. Ein Berliner Rechtsanwalt, der kürzlich' dleertheidigung eineS Angeklagten in wachsen übernommen und sich dorthin begeben hatte, erzählt der Gerichtszcitunz" von dort folgende heitere Schcfsengcrichts - Scene: Als die Sitzung des Schöffengerichtsbeginnen sollte, fehlte einer der Schossen. Der Vorsitzende, ein Amtszerichtsrath, beauftragt den ieeichtsdicner, auf den Eorri deren des GerichtsgebäudcS den Namen des fehlenden Schöffen Koffäten Müller laut aufzurufen. Endlich meldet sich MülZtr,betritt den Gerichtssaal und wird vereidigt, worauf die Sitzung ihren Anfang nimmt. In kurzer Zeit hat der Gerichtshof fünf Strafsachen erledigt; als der Vorsitzende dem Gerichtsdiener den Auftrag ertheilt, die sechste Sache gegen dn Arbeiter Müller wegen Dieb stahls aufzurufen, da erhebt sich der bis jetzt a-s Schöffe amtircnde Müller ' und wendet sich zu dem Vorsitzenden mit den Worten : Nun muß ich wohl 'runtertreten?" Der Vorsitzende sucht dem Schössen begreiflich zu machen, daß die Schössen nur mit der Aburtheilung der Straffälle Zu thun haben, und- daß sie auf ihrem Platz am Richtcrtisch bleiben müssen. Inzwischen kehrt der Gerichtsdiener mit der Meldung nach dem Saale zurück, daß der Angeklagte Müller nicht erschienen sei; die Zeugen aber behauptcten, Müller wäre schon längst im Gerichtssaalc anwesend. Nun erst geht dem Vorsitzenden ein Licht auf. Der als Dieb angeklagte Arbeiter M.'iller hatte als KossätDcüller und vereidigter Schöffe in fünftrassachenRecht sprechen müssen. Da der als.Schöste einberufene Kossät Müller nicht erschienen war, so mußten die ferneren Strafsachen aufgehoben werden. Die Erkenntnisse in den fünf Strafsachen, in welchen der falsche Schöffe zu Gericht gesessen, müssen vom Oberlandesgericht aufgehoben und zur nochmaligen Verhandlung an das Schöffen gericht zurück.zcwiestn werden. Zum Z w ecke Wissenschaft lichcr Forschungen hat bekanntlich Herr F. A.'E. Lüderitz in Bremen am 22. August eine Expedition per Dampfe? Arab" von Hamburg via Kapstadt nach seiner Besitzung in Südwestafrika gesantt. Die Wes.-Zta." giebt in Folgcndem die genaue Liste der Theilnehmer : Bergbaudircktor Hermann Pohle aus Freiberz in Sachsen. Dr. Adolf Schenck aus Bonn, Dr. Hans Schinz aus Zürich, A. de Jongh aus Amsterdam. D ieselben werden von den Bergleutcn Karl Franz Barth in Freiberg in Sachsen, Julius Robert Bär aus Potschappel, Gustav Reinhardt Dachselt auZ Lkaundorf. Karl Fricdr. Oswald Gloditfch aus Freiberg in Sachsen, Karl Wilh. Klante aus Frankenstein. Ernst Emil Ran aus Frciberg in Sachsen U gleitet sein. -ü) icvaaai tue e iui a V -j, schreibt die Tägl. Rundschau, die deutsche Sprache von Fremdwörtern zu rcinigen, einen schönen Erfolg zu verzeichnen: Es wurde nämlich auf der jüngst in Leipzig stattgehabten Versammlung Deutscher Velocipedisten, welche aus Mitgliedern des Deutschen undDeutsch Ocstercichischcn, sowie Norddeutschen Velocipe-disten-Bundes bestanden, eineVerschmelzung dieser beiden Bunde unter dem Na men : Deutscher Nadfahrer Bund" vollzogen. Das Verdienst, obige Benennung ein- und durchgeführt zu haben, ist dem schneidigen Eingreifen des .crrn Dr. Trimborn aus Köln zu verdanken. Das österreichische Kr onprinzenp.iar schwebte am 21. August in ernster Gefahr. Von Brück an der Sta tion Himberg angekommen, fuhr daS Der Kutscher wollte ausweichen, wobei eines der hinteren R.ider zwischen die Schranken gerieth, worauf der Wagen u 'stürzte, das Kronprinzenpaar heraus fiel, und der Kutscher sowie der Leibjäger vom Bocke geschleudert wurden. Der Kronprinz erlitt an der rech.'en H.ind eine leichte Hauiabschüifung. die Kronprinzcssin kam mit dem schrecken davon, wäh' rend der Kutscher einige Hautabschüifungen erlitt. Da die Pferde stehen blielu, trat kein weiterer Unfall ein. Das Leckerm u l. E'stkr Rrk'Ut zum zmjsen: Warte nnr. dnß w,lde ick nach O.iue sck.rkib?n. roß Du schon wi.'dkr De'ne nau? Löhnung in Komm'ßbrod vernascht dost. N i: r vl xd a b r Ein Augenarzt frnot vor Besinn br O?'rntion skinrn Palienten, der da Augenlicht velorkn bkit und bei ibm Heilung sucht : Haden Sie nun auch Veirnurn u meiner Kunst ? Blindes Verraun-. war die ausrichtige Antwort deS Unglück lichen. Gute V orfg tze. Der Viriser .Fiaaro" verikichrkl folgendes Zroikge' sprach. Mama aiebt ibeer Toch'er. die beute beiraibet. die l.tzien R'ibschlSae: .AlleS. wliL ich Dir noch zu s.igen babe mrin liebes Kind, fasse ich in einen, ein aen W"rle ttsammen ? Relrüze nie Deren Mann !" D'k Braut, naiv ver wundert : .Aber Zkama, wen soll ich denn sonst betrügen Y I m südlichen Oreaonöau sen Bären und PiZntder unter den Schaf beerben scklimmer, als sich die .älttsten Einwohner" zu erinnern wissen.
Kronplinzenpaar im Wagen nach Laren bürg Auf demselben ragte plötzlich die Stanze eines Wie.enschrankenS hinein.
Die Wffice
der Ziidiana VöbWUE mpsiei sich 31 Anfertigung von Rechnungen, Cirkularen, Bricftöpsen, Preislisten, Quittnngcu, Elutrittskartcn. Mltgliedcrkartcu, Brochürcn, Coustltutioncn c .f Adrcßkartcn, JJeut&scTaa iniaB-k tt Etatlirt seit 1859. Charles iMeyen & 0)., 39 und 41 PaiV ow, Xevr York, besorgen mm Arten von Qescbäftsaiiieuien, Irsoiiakuirordenuitt etc für diese ZeitTing, rwie für llo deutsebea Blätter in den . Ver. otaatca, imd Eniopa. Äüamtlicbe Bentscb-AinfiixanLsclia Zcitaan liegen in cnsfxexn tzwchft-LotJ tu lreiB tlaslclit c rabliltus mal. Die geehrten nennfeber deutschor JZllUr jreräen ftclitunQCToU ersucht, uns ihre PntdrvtUfiea für TUOBer EAjusts&tur ra U-J6&4m
ak
y
