Indiana Tribüne, Volume 7, Number 348, Indianapolis, Marion County, 5 September 1884 — Page 3
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Haus Siegfried.
Raman van 3 s) m i d t . W t i fr n f 1 1 1. (Fortsitzun?.) Cs'i iiar uue ein Uitlcuciyuiivl, den er jetzt laut u,i5 Ivfiiiuiiu über sie fällte, während x sich di'er immer noä' gesck'kUt Yattc. il'n in ledälilen für sich n bilden. 3ie berührte, iudessktt sein 3pv;ib nickt im (criuzstett. 2,i udt nur mit ven Achseln oau ur'.v sagte dann : In Geldsachen, mein Liibcr. Du weißt ja, Hort alle Gemüthlichkeit auf, ind efühlskränklichen Zlntvandlnngen gar, bin ich in dieser Hinsichi äm allcnvenigsten zugänglich. ch kann und hierbö: trat sie so cntschlosM und mit ünhci'.nüch stechenden Äugen gegen ihn vor, daß er erschrak , ich. kann Leiden.' jchaften haben, aber keine Äentlmentali:äten. Taö Testament hak rnzin Vater gut gemacht und. nach, meinen Vorschlägen. . Er' hatte seine.einzige Töchter zu bedenken, um ihr, der' letzten Siegfried, für welche der Lohn des Fleiße? und der Umsicht dre'ler Folgendes Geschlechts zusammenfloß. unter allen Umständen eine (fristen; zu sichern, wie sie einer solchen Crbin würdig war.' Unier allen Umstunden ! isst,bst Du l Taber das daare ?'ermogen sur mich, nur für M'.6, und öas Geschäft für. meinen Mann. Und ich meine' siel sie höhnisch ans. cs war ein sebr gute-:, Gejchäfl, da- mein Mann mit seiner Partie geniacht! Aber ihm noch von meinem Eigenen dazu geben al', da5 hieße ja Sinn und Absicht des Testament? ver-. läugnen, i:iil einer Tummbeit eineKlnz lieh krönen." Ein gitteö Geschäft gemacht!" wiederdolle Bernhard mit Äilterteit ihren letzten Argriff. tt2o,o, da sil:d Deine (jinuibfatze ! Zu sind nicht säwn, sie sind ein ii:t?u.tfi' Eigensinn ; Magst Du so urtheilen, da. Du Dich in Dciiicn Berechnungen auf mein Vermbaen zur Aufhülfe in Deiner Noth getätischt siel'ft. Mir gleich. .ch werde keine -Thorheit begehen und mich der Mittel berauben, die mir in jedem Fall mein unabhängiges Dasein verbürgen.' !st es o weit mit Dir gekommen, wie Tu jetzt eittgeftehst, so kann es auch noch weiter gehen auf der abschüssigen Bahn.. $ch gebe Dir die hunderttausend Mark, um das entstandene Loch zuzustecken, und nachher degeyrst Tu noch die fnnf;ig-oder sechzigtausend übrigen Mark, w'elck'e mir verbleiben, mit Dir abermals zn helfen. Und sind auch diese Hut, dann, .'.väre ich so arni wie Du, und bei-z,dic4 ... ' ' Schicksal will ich nicht mit Dir jl'cüen Arm iverden, in Elend und )!oh in Al mosenpflege von meinen Verwaiwtei; gerathen. lieber den Tod!". " . Er schüttelte diesem heftigen Ausbruch gegenüber in Kvinmer und Bedrückung fein -Haupt. , ' '.Welcbe 'schivayen Bilde'rÄ'fazte er. Nichts berechtigt dazu. Und loenn man bedenkt, daß die? eine Frau ;n ihrem Manne sagt - o, das nrni; man gehört haben, um es zu glauben." Ich habe, meine ich, für meinen Theil mir vernünftig gesprochen, hat e Dir auch N)cht gefallen. ' Wenn mich Je: mand mit in den Abgrund ziehen will, in den er stürzen muß.'ZZö schneide ich den Strick evtzlvci. der mich an ihn bindet, verntag ich mich dadurch zu rette::." , Elise !" starrte er sie kreidebleich an. Ist es möglich '( Bist Tu denn meine Feindin.?. War e.ö.denn Lug und Trüg, als Du mir Deine Hand reichtest, um in allen Lagen des Lebens mir als treue Genossin zur Site j;u stehen ? Liebtest Tu mich denn nie ? Hast Du denn auch gerechnet, als Tu mit mir an den Altar tratest?" 'Verächtlich 'zog sie eine Miene und warf sich dann in die Ecke des Sophas zurück. Wozu das ? Willst Du m!ch auf solche Weise einsangen, nachdem ich u)ir erst -ausdrücklich betheuerte daß ich für Sentinientalität Kleine Empfänglichkeit habe? Als ich ein junges Mädchen war nun, da kennt . man . sich selbst . noch nicht'. : Da Tu um mich warbst und der Vater es gern sah, war es mir auch recht und es schmeichelte mir. Braut zu sein. Dann auch,daß Du das Geschäft lv citerfüh ren solltest. Wurde ich TeineFrau, so blieb es doch noch immer bei der Familie. Tu lieber Gott, von Jugend auf behandelte man ja im Hause das Geschäft al das Al' lerheiligste.als den Stolz und den Talisman der Familie. Das nimmt man denn auch an. So wurde ich im gutett Glauden, dan Du der rechte Äkann für . mich seiest. Deine Frau." .Nun V fragte er erregt, als sie hier ' ' mnehtelt. Nun' antworlete sie daraus, wie aus eine Herausforderung, mit rücksichtsloser Schroffheit, nun sich erweist, daß Tu daö . Geschäft zu .Grunde ,richlest, erkenne ich, daß Du nicht der rechte Mann für mich gewesen oizt. 4 ' 'Nachdem Du allein es bewirkt hattest, wenn es mit dem von Dir einze bildeten Geschäftsruin seine Nichtigkeit hätte' ' Ich!" lachte sie häßlich. ' Wer denn sonst ? Entsprach es mtu nen Neigungen, meinen Wünschen, dieftn ..Aufwand - zu . treiben,' ..Wagen und Pferde zu halten, großartige Gesellschaften zu geben, ein wahrhaft ' fürstliches Lebenzu führen? Habe ich etloa metne Pflichten in der Arbeit aus Gefallen daran vernachlässigt ?" .7' i' ",W!r haben," ettvikerte sie, schon ! einmal, als cs sich um die Anschaffung cincS Wagens für inich l'.ndelte, diese Frage berührt. Tu bist scitdc,'.!, inerte lch, nicht gerechter gegen mich geivorden, und so muß ich Tir denn auch diesen Wahn 1 benehmen, nion eher. ; Den Aufwand' für meine Person . bestritt ich aus meinen Mitteln, die Dich gar nichts angehen; die Equipage schaffte ich mir von meinem Gclde an. Dies Alles hat Dir keinen Pfennig gekostet und kann so mit auch nicht Schuld sein an den Geldbedrängnissen, in die Dn gerathen bist. ZLas aus Teinen Mitteln floß für unseren Haushält, unsere Lebensweise ei, warst Tu denn als Min Mann nicht Zitt diesen Aufgaben verpflichtet ? War nicht mein Erbantheil am Geschäft,, den Du oll meine" Mitgift erhieltest, r so - viel
c.v recht ioerden konntest? Nein, ich kann mir gar nichts vorwerfen, gar nichts, selbst wenn ich nicht schon durch Deine Uebereinstimmung mit meinen Wünschen bis vor einiger Zeit solcher Gewissensfragen überhoben wäre." Bernhard'verzagte ; Alles, was er an Energie sich vorgenommen hatte für diese Auseinandersetzung mit seiner Frau, schwand vor ihrer Herzlosigkeit dähin. Sie ließ ja auch Alle an sich abgleiten ; ihre Selbstsucht wurde von seinen Wer trn so wenig berührt, wie Stahl von Waffer. Er seufzte, und sie lachte dazu mit einem triitmphirendcn Gesicht. 0", entrana. cs sich unwillkürlich seincrBrust, das ist Ehe!" Sie schwieg und spielte mit der Troddel der Schnur, die ihren Morgenrock lose über den Hüften zusammenhielt. Das ist ja," vergrübelte er sich, ivie ein Verbrechen, das man büßen muß." Was ?" fragte sie gelangweilt. Was?'' rief er setzt in einer zornigen Aufwallung und ging wie drohend auf sie los. Ein Weib 'mit Geld und ohne Gemüth zu haben !" Verschone mich!" hielt sie ihm mit eisiger Ruhe, aber funkelnden Augen entgegcn. Wie die Gattin, so die Mutter ! Kein Herz schlägt in ihr." Willst Du in Deinem Aerczer Dir einen Freibrief gegen mich ausstellen, mich beleidigen zu kiwnen?" Die Wahrheit zu sagen, ja." Diese Wahrheiten werden nichts als eine Entfremdung zwischen uns borbeiführen können." ,Wenn uns Lüge und Irrthum bisher zusammengehalten, so will ich dies Gewebe wenigsten zerreißen' Und ein Jeder wird dann wieder frei," folgerte sie mit sichtlicher Genugthuung. Das Hort sich an," rief er außer sich ihr zu. al sei es vorbedacht geiprochen!" Je naä' Belieben fasst' cs aus." Er griff nach ihrer Hand, und sie vressend in der seinigen, mit verstörten ?)!ienen dicht vor ihrem entstellten Gesicht, wisperte er zitternd den Gedanken heraus, der plötzlich w'ieder lebendig in ihm ge worden : Der Baron '." Sie riß sich mit einem kurzen Schrei los, erhob sich und antwortete mit flammenden Wangen, indem sie ihre feilte, vom Druck gerölhete Hand rieb : So vergreifst Du Dich sogar an mir? Du bist ein Elender '." Ja," schrie er, ein Elender, gewiß, elend durch Dich, Du Herz-und Du Treu lose! ,ch durchschaue Dich jetzt !" lind ich erkenne Dich mit Abscheu. Es ist genug zwischen uns Beiden !" Damit sturtnte sie davon, um das ?tv mer ;u verlassen. V. Eh: sie die F!'.lthnr erivichtc, wurde dieseib? heftig geöffnet u.i) Nobert trat herein, der als Bruder der Hausherrin stets ilnanzenzeloet seine Besuche machte. Er hatte auf dem Eorridor das heftige Gespräch und dann den Ausschrei Elise's gehört. Erstaunt und erschrocken kam er herzu. Als er seine? Schwester ansichtig wurde, schos; ein zorniger und drohender Blick aus seinen Attgen ans Bernhard, der noch am .affeetisch stand und seiner flüchtenden Gattin mit rollenden Augen nachschaute. 'Was? Was giebt's hier. Elise?" Mit diesen mehr wie Ausrufe der Ein pörung denn wie Fragen klingenden Worten eilte er auf die junge Frau zu und zog sie an sich, als sei er bereit, ihr ein Schützer ;u sein. Unwillkürlich hielt sie sich, auch zu ihm. Ach, :!iob.rt. gut, dar. Du damlömmst! Tu tslitnjt es fei 'zeugen' in nefie berbaft hervor. Dieser Mensch ist nar risch geworden." Üin Gottes willen, loas ist denn zwi scheu Euch vorgefallen ? Solch' ein Wieversehen von Euch !" Die Eifersucht spielt er gegen mich aus - ,.Die Eifersucht?'." Auf einmal, nur u,n mich in Furcht zu jagen, dieser edle Herr Gemahl. Aber er treibt's zu plump, :u plump, Robert!" Wie? Bernhard?" stammelte dieser gegen seinen Ichwager. Er faßte cs nicht. Ich durchschaue ihn," schleuderte sie ihre Anklagen weiter ans ihren Mann, indeni fie zu ihrem Bruder gewendet blieb. Ich sehe auf einmal in seine niedrige Seele. Er will mich durch dieses Mittel zwingen, ihm mein Geld ausnt' liefern." - ;,Ab Elise, ist es denn möglich?" fragte Robert, der den ganzen Borgattg, diefe Worte der jungen, vertvildert erscheinenden Frau, den finster und schweigend wie schuldbedrüät dastehenden Schwager, gar nicht mit dein zusammenreimen konnte, was er über die Ehe der Beiden bisher joußte und dachte. Ja," kreischte sie, wer hätte dies für möglich gehalten ! That er nicht ini mer wie ein sanfter und guter Mensch ? Blendwerk war es. nicht als das. Auf mein Vermögen hat er es abgesehen ; heute hat er sich im wahren richte gezeigt. Ich fühle mich meines Lebens nicht tnehr jacher vor ihm Du hättest ihn nur sehen sollen vorhin, wie cr g'gen mich dandgreiilich wurde. 0 blick: ein Mörder." Eli'-"' wii,. . . Ist es nwglich ?" fragst Du. .. Za, so fragte ich auch. Unser blnl'endcs Geschäft so Ztt iuittircn " lobert fuhr wie von einem ertich gctrcffen zusamt!!?:!. Daß es nicht einmal feine Verbindlichkeiken tnehr erfüllen kann," machte sie ihn vollends entsetzt. Hältst Tu kernt so etwas für möglich, Robert Und doch ist es so. Er vai's. mir eingestanden, ohne zu crrötyen. Der Vater muß sich im Grale darüber umdrehen. Den Schwiegersohn Yat er nicht geiannt, sonst'w'äre er es gcwiß nicht gewor: den." ttttglaublich ! Unglaublich'.", bebte es von ihre Bruder bleich gewordenen Lippen. Das Haus Siegsricd-" Ist draus und dran. Bankerott zu inachen, ja. daß Ihr es auch nur wißt. Und nachdem mein Herr Gemahl dies Kunst
wenn, cak : invovHu'c ae
stück fertig gebracht, nteint er, mit meinet Gelde ein anderes machen zu können, auch mich noch zu ruiniren, auch nur und meinem .inde abzulocken, was ntein Vater in seiner gesegneten Borsichr mir allein verschrieben. Da ich es nicht gutwillig hergab, versuchte er mich mit e iner' e ts'ersüch tigen Drohung e inzusch iicb -tern und es 'meiner Furcht zu erpressen. Aber er irrt sich. 'icht einen Pfennig gebe ich ibtn. mag geschehen, was will." Tann war sie draußen und schmetterte die Thür hinter sich ;n. Robert stand eine Weile noch da, als sei er freier Bewegung nicht mächtig. Er heftete sein? Augen in unbeschreiblichem Ausdruck aus seinen Schwager, der in einen Sessel niedergeglitten war und daö Haupt in die Hand gestützt Yatte. Es währte wohl ein minutenlanges Schweigen zwischen ihnen, während dessen Bernhard ' wie gebrochen vor sich hinbrütete und Robert ihn mit Blicken bald des Zornes, bald der Zrveifel, der Entrüstung und des Kuinmers mu-. sterte. Endlich ging er. auf. dem weichen smornaer Teppich zu ihm heran, legte ihm die Hand auf die Sckulter und sagte sanft: Benibard, jetzt sprich Du! Du mußt es." Der Kaufinann hob sein Gesicht. Zwei Thränen rollten über seine Wan9. " ' . . " Was habl ich die ,vrau -gethan?" klagte er hinsinnend. Sie.ist eine Furie gegen mich geworden." - Erzähle mir. Wie konntet Ihr so 'zu sammenkommen?" Weil sie mich nie geliebt." Und Niemand zweifelte bisher, daß Ihr zufrieden mit einander seid." Ich redete es mirselbst ein, ich erstickte tneine Zweifel deswegen. Heute ging's nicht mehr." Sie sprach von Deiner Eifersucht, Bernhard. Willst Du mir darüber etwas vertrauen?" Es hat keinen Werth mehr, Robert," antwortete sein Schwager düster. Es war ein letzter Krampf meiner Liebe zu ihr ; in dem ist diese Liebe verendet. Ja, ja. sie ist von ihr erschlagen worden von ihr, und sie ! Du hörtest ja, sie hält ihr Leben durch mich sür bedroht."' Darauf habe ich bei ihrer surchtbaren Aufregung Nicht das rechteGew tcht gelegt," sagte der Maler freundschaftlich. Sie war ja so öber alles Maß hinaus heftig, wie ich .sie noch nie gesunden, und daher halte ich Alles, was sie sagte, für Ueber treibung, tocnn nicht sür mißverstandene Auffaffung von Vlitthcilunzcn, die Du ihr in einer ihrer übelsten Launen gemack't. Sie war wohl noch angegriffen von der Reise. Du hättest sie daraushin schonen sollen, wenn sie vielleicht mit irgend etwas Deine Eifersucht gereizt. Sie liebt einmal, sick gefallsüchtig zu zeigen ; aber cs ist eine Schwache, die Dich doch gewiß noch nicht ernstlich beunruhigt haden wird." Ich weiß selbst nicht, wie es über mich kam. Hast Du' fragte Bernhard, gleichgültig sich stellend, in der Scholastica" noch einen Baron von Schaa! aus Dresden kennen gelernt ?" Ach. auf den bist Du eifersüchtig geworden !" rief Robert leichtern Herzens ans. Ein hübscher Kerl, licbenswürwürdig, das ist wahr, und Elise ließ sich gern von ihm den Hof machen. Das mußt Du Dir schon gefallen lassen, Bernhard ; Du wirst doch nicht thörichter Weise Dich mit Einbildungen quälen ? Wir . waren iinmersort mit dein Baron zusannnen rnid haben nicht bemerkt, daß cr mehr als die Artigkeiten eines seinen Mannes gegen Deine Frau bezeigte. Und darum dieser Auftritt?" Rein. nein. Robert, dies war nicht die Ursache. Das kam erst später, zu lerletzt hinzu, ich weiß selbst nicht, wie, und es ist gar nicht einmal, deswegen zu Worten zwischen , uns, gekommen. Ich will Dir eingesleben. daß ich auf diesen Baron nachträglich eifersüchtig wurde und daß hellt dei dem Aerger mit herausbrach. Eine .Dummheit meinetive-. gen. die ich hätte unterlassen. tönt:en, die aber auch den Streit keineswegs aufgerufen bat. Elise hat Dir gegenüber eben in einer Wcife Capital daraus geschlagen, die mich mit Abscheu vor itnem Charakter erfüllt hat. Ich muß nun schon offen mit Dir reden." Er lud mit einer Bewegung den jungen Maler ein, sich neben ihn ans einen der himmelblau seidenen Polsterstühle zu setzen. Tann sudr er fort : . ch habe für Eiise's ungernesjene A'ei gung zu Lurus und vornehmer Lebensweise innerhalb der letzten vier Jahre mehr von meinen! Vermögen , geopfert, als ich hätte ti-nn dürfen. Dies gab ich ihr heilt' in aller Rübe zu 'bcdenlcü und erklärte ihr mir Entschiedenheit, daß wir uns einschtv-n'eil müßten. Schon darüber getivth sie außer sich,, so sehr, Laß ich allerdings ani klügst! gethan 'hätte. b des weitere Gespräch mit ihr abzubrechen. Indesten, wenn ich auch auf einen solchen ehelichen 2tunn gefaßt gewesen war, weil' ich ihre Leidenschaft, zu glätt-
zeit und irren Reichthum zuneigen, kenne, so meinte ich doch, ihr,; als. meiner Frau, die Verlegenheiten 'zuerst, und sie
ihr auch nur allein.mitthcileu zu müssen, in welche mich unglückliche Wendungen im Geschäft und starke Verluste in diesem Augenblick versetzt haben. Sie sollte hieraus ersehet,, daß ich den Kopf dignng auf, als einen Anfall auf ihr Vermögen, als einölt nichtswürdig geplanten Anschlag, mich ihres Eigenthums va bemächtigen! Ich kann jetzt ihre Ausbrüche noch besser würdigen," bemerkte Robert als Nli't einem tiefen Seufzer sein Schwager hier einhielt. Sie ist noch eifersüchtiger aus ihr Geld, als Tu auf sie sein könntest. An diesen Punkt darf man bei Leibe nicht rühren. Tas ist ein harter Zug in ibrcm Charakter. Er hat sie ganz und gar verhärtet, wie mir unter Schrcckcn klar wurde." Sie gab sich wohl in ihrer ersten lleberraschunz zu schroff, Bernhard. Du darfst nicht gleich den Stab übev sie.brechen deswegen - . 's':;. iStti. brach sie doch den Stab über mich!
voll sorgen have, dap d!e z:age ernt ist, daß ich ihr als meiner Frau vertraute. Nun, ne faßte cs als eine Belei-
ErUarle sie doch wiederholt, daß sie sich von mir. lossagen werde, daß sie frei sein wolle!" Kindereien!" beschwichtigte ihr Bruder wieder. Bernhard schüttelte sein Haupt und erwiderte. Nein, nein ! Dahinter muß etwa? stecken. Das kam nicht jo unbedacht über ihre Lippen,' das klang wie ans dem festen Boden der Entschlossenheit Ja. das klingt mir noch in den Ohren und giebt mir immer wieder zu denken, Robert. .Aus all ihrem Zorn, aus ihren gra dezu von Haß erfüllten Worten, tönte es mir wie Freude, daß sie eine Beranlassung erhalten habe, es mit mir zum Bruch zu bringen." Deine Eifersucht !" suchte der junge Mann ihm antheilvoll. auch diesen Berdacht zu verscheuchen. Eben dadurch rief sie dieselbe auf. Sie schien auf einmal, der Rücksichten sich enthoben zu fühlen, diz sie als meine rau zu nehmen bat. ':f Sie sprach wie eine Fremde,'wie eine Feindin. Wahr-
i v-. t z. l , .... . v 1 er verwunoei, mit der sie mir ermögen verweigerte." ; Tas war allerdings nicht schön von ihr. Ich dächte, sie müßte schon aus Klugheit sich entgegenkommend in dieser Beziehung gezeigt haben. . Und Tu hast Recht, Bernbard, sie ist Teine Frau und Tu konntest Liebe, Mitgefühl, Theilnahme, Aufopferung selbst dei idr voraussetzen." , Ach, welche Enttäuschung !" V Icb bin darüber schmerzlich betrog fen," setzte Robert ernst und sinnend hinzu. Elise tritt für mich in ein rechtungünstiges Licht. Ich glaubte, sie genau zu kennen, und es thut mir leid, daß ich sie in einer Entstellung überraschte, die Deinem Urtheil über sie Recht giebt. Das war keine Frau, die ihren Mann liebt, loic ich sie vorher sah. Ich hätt's nicht gedacht, und ich will immer noch denken, daß fie sich eines Anderen besinnt, sich schämt, bereut, und daß Ihr Euch wieder findet. Es wäre ja abscheulich, wenn eine Geldfrage in Eure bisher so glückliche Ehe zerstörend eingreifen sollte." Hast Du denn nicht gehört, Uye sie mich schon als einen bankerotten Mann hingestellt und auf's Verächtlichste verworfelt hat ? Und ich versicherte ihr, daß ibr Geld keine Gefahr liefe, wenn sie es mir in meiner jetzigen Verlegenheit als ein Darlehen gehe. Sie glaupt mir nicht; sie will rnir nick't glauben, als gefiele es ihr besser, meinen Bankerott anzunehttten." . . ,.Ich erschrak, Bernhard, als sie dies äußerte, in Deiner Gegenwart, als könnte es wahr seilt," bemerkte Robert. Natürlich, wie Ware es anders aufzufassen gewesen ! Aber Du wirst mir glattben. daß die Angelegenheit nicht so steht. Mein Ercdit ist ünerschüttert. Ich könnte davon bei meinem Bankhause Gebrauch machen und -n:einen, Zahlungsvetpflichtungen nachkommen, . welche unvermutt'et durch das Ausbleiben von eiGelder in Folge des Sturzes nes mit uns in Verbindung gewesenen Geschäftst'aufes in Frage gestellt worden sind. Das ist ein Unglück, es ist ein harter, schioerer Schlag für mich, und ich tonnte ihn auch nicht mehr anwenden, als ich deswegen vom Achensee nach Hause geeilt war. Aber er wirst mich nicht nieder. Hätte Elise nur ihre Vernunft zu. Rathe gezogen, so würde sie mir die von ihr erbetene Summe gelieben haben. Sie hat nickt einmal eiit Won deshalb mit mir wechseln grellen. Rundweg und erbittert, unter den lieblosesten Voiwürsen. schlug sie es mir ab. Du hast es ja aus ihrem Munde vernommen, daß sie mich bezichtigt, sie ihres Vermögens berauben zu wollen." Der junge Mann hatte mit Aufmerksamkeit zugehört. Er zeigte sich beruhigt über den Schreck, der ihm vorher durch die Worte seiner Schwester in die Glieder gefahren und noch immer in seinen Zügen 'gelegen hatte. Mit gesenktem Haupte saß.cr da und ließ seine Zlugcn aus dem Muster des Teppichs spielen. Und nun ?" fragte er, sein Gesicht zu seinem Schwager erhebend, als dieser nach den letzten Worten schweigend geblieben. Was wirst Tu tbnn ?" Ich werde ohne meine Frau mir helfen. Freilich " und der bedrückte Mann brach hier ab und stützte seine verdüsterte Stirn wieder in die Hand. (Fortsetzung folgt.! 1 Vom Auslande. V 0 n einer unverwüstlich en TueUsncht sind die französischen Deputirten und Püblicisten Arene und Judet beherrscht, die bereits seit Jahr und Tag in erbitterter Fehde liegen. Nachdem die beiden Gegner schon zwei Duelle ausgesochten, bei denen beide Mal Arene verwnndet ivurde, habe sie sich nunmehr zum dritten Male Finessen, und wieder war es der letztgenannte korsische Heißsporn, der eine leichte Verwundung da vo.itrug. Ein Sohn de deutschen DichtervHerwegh füngirtc bei dentweikampf als Seindänt. Den unmittelbärenAn laß zu demDuell bot da? folgendeSchreiben Emanuel Arene's an Herrn Judet, welches für die unter den französischen Parlamentariern und Püblicisten eingeriyene Verwilderung charakteristisch ist: Elender, (schreibt der Deputirte. Arene") Sie sagen.daß Sie mich aus dem Kampfplatz entwaffnet haben, da ist. richtig, denn Sie haben mich zu sehr lachen gemacht. Wenn Sie sich gesehen hätten, -armer Teufel, alle, lnochcnmüibes Thitr 0i0 so würden Sie sich als den letzten der Feiglinge betrachten, oder vielmehr als den vorletzten, da Sie der Mitarbeiter eines Gron'et sind, mit welchem gemeinschaftlich oder individuell Sie manlschellcn, ganz nachJhrer Wahl, ich das Vergnügen habe. Haben Sie mich genügend verstanden? Sie sind der Könia der Schütte. Aber bebalten wir das für uns ! Tiefer Brief ist ver- , -,- . rr 1 1 a ! traulich. ; Zeigen ste wn nur isronei." . ....Zu solchen Pöbelhaftigkeiten, deren sich Zola'S Eoupeau' in Assommoir" schämen würde, führt also der politisch! Partei-Fanatimus ein recht erbeben des Schauspiel r - I n Frankfurt a. M. starb der Bildbauer August v5 Nordheun, in
yayut, ca pai. inzu' nc als die kalte Selbstsucht,
eine Anleihe bei irrem V
weiteren Kreisen als der Schöpfer der Frankfurter Ein- und Zweit'halerstücke )om Jahre 1 802 mit dem schönen Germaniakopfe. Nordheim - begann seine Laufbahn als Kupferstecher unter Bar thelmeß in Düsseldorf, wandte sich aber bald der Slulr!:'.r zu. sür die cr ungleich größere Begwtw:.j an den Tag legte. Leider ließ allzugroße Bescheidenheit ihn nie die Hand alt ein Werk von monumentalem Eharakter legen. Von seinen Arbeiten sind bekannt die treffliche Büste seines 5iunstgenrssen v, d. Launitz, die Gedenktafel am Geburtshause der Gebrüder Grimm in Hanau, die Statuen Dürers und Holbeins am neuen Studel schen 2)!usernn in Frankfurt u. a. in. Das letzte, nicht ganz vollendete Werk
seiner Hand ist die für das 3!ordportal des Frankfurter Kaisetdomes bestimmte Gruppe des Heilands und der Apostel. i Als einzig in seiner Art dürste Nordheim unter den modernen Mün-.schneidcrn be stehen, wie das eine '.'leihe vollendet r.ennender Arbeiten auf diesem Gebiete darthut. Nicht unerwähnt möge - bleiben, daß der Germa:iia-Koof auf den sögenannten FratilsarterSchützenIhalern ein frei erfnnden.s Idealbild des -Künstlers .... t. . In Warschau wurde an einem der letzten Abendein,, einem Pferdebahnwagett dem allein anwesenden Schaffner von zwei einsteigenden jungen Leuten inehrere Messer- resp. Dolchstiche in die Brust beigebracht. Auf den Hilferuf des Eondultenrs eilten zwar mehrere Personen herbei, den Attentätern war es inzwischen jedoch gelungen, zu entfliehen. Der Eondukteur, welcher toenige Stunden darauf in Folge der erhaltenen Verletzungen gestorben ist, hat, wie nunmehr der Oeffcnilichkcit bekannt geworden ist, im Dienste der Geheimpolizei gestanden. Der Musikus St ather-in Karlstiihc wurde vor einigen Monaten, auf die Aussage eines I ''.jährigen Mäd-' chens hin wegenSittlichlcitsverbrechens zu längerer Freiheitsstrafe verurthcilt. Die betreffenden Angaben waren jedoch, wie jenes Mädck'en später selbst eingesland, erlogen, in Folge dessen wurde das Verfahren wieder ausgenommen, indessen konnte das Gericht nur eiuenTodten freisprechen, da der unglückliche Stather inzwischen im Gefängniß verstorben war. Der Vater des Stather wandte sich nunmehr an das großher'zogliche Ministerium mit der Bitte um Entschädigung, da sein Sohn die Stütze der Familie gewesen sei. Dieser Tage erhielt derselbe eine Mittheilunz, wonach der Großherzog die Auszahlung einer Summe von 1090 M. verfügt habe. Im Haupt - P 0 st a m t s g ebäude in München wurde ein großer Diebstahl verübt. Durch Eröffnung einer Handkaffe, sowie der. Hauptkasse wurde ein Betrag von mehr als 139,800 M. (nicht 160,000 M., wie zuerst angenommen Worden), theils in Noten, wo runter eine Tausend- und sieben Fünf' hundertmark-Noten, theils in Gold cntWendet : Papiergeld und Gold lag zer streut im Lokale umher. Ant. Boden wurden eine Brechstange, eine Latern? und ein verbranntes Taschentuch gesunden. Die Fenster waren mit schwarzen Tüchern verhängt, die Schränke, in welchen die Uniformen der Beamten aufbewahrt waren, erbrochen, die Uniformen zerstreut. Ueber die Thäterschaft fehlt noch jede Spur. Die General-Direktion der Verkehrsanstalten hat 5000 .M. für die Entdeckung des -Diebes zugesichert. Ueber den vo m Hauptmann Eharles Renard erfundenen Lustballon theilt der Pariser Figaro" Folgendes mit : Dieser Ballon ist aus star ker, mit Gummi bestochener Seide ange fertigt, so daß man das GaS einlassen kann, ohne Verlust zu befürchten ; seine Form ist die eines Torpcdoschisfes ; er ist ungefähr M bis 40 m lang, an beiden Enden zugespitzt und mit einem Steuerruder versehen. Die geheimnißvolle Maschine, welche die Schraube des Lustschiffes in Bewegung setzt, ist außerordentlich leicht. Diese Maschine wird durch Elektricität getrie ben und hat die Krast von zehn Pferden. Die Ueberlegenheit des Apparats besteht darin, daß er im Bergleich zu der ' Kraft, die er hervorbringt, äußerst winzig ist. Jedes Mal. toenn inan versuchte, eine Treibmaschine einem Lustballon anzuhängen, so mußte man demselben einen solchen Umfang geben, daß die Maschine dem Luftdruck keinen Widerstand mehr leisten konnte. Der lenkbare Luftballon der Werkstatt's von A'eudon ist im Gegeniheil sehr klein und besitzt eine relativ sehr große Kraft. Eine neue Probe wird dieser Tage mit dem neuen Luftschiffe gemacht werden, er wird in der Richtung von Paris abfahren und dann nach Meudvnzurückkehrcn." Die N. Bad. Ldsztg." de richtet folgenden Vorfall aus Mannheim vom 14. Aug. : Ein Dragoner ging am Sonntag Abend zwischen Q 1 und R 1 mit einem Mädchen spazieren und. zwar in der Mitte der Straße. Ein auf dem Trottoir gehendes Mädchen machte diefem Dragoner Vorwürfe wegen Untreue und mag denselben dadurch zum Zorn gereizt haben, denn er zog seinen Säbel und verfolgte damit . daö Mädchen bis in ein Haus in Q 1 und würde sie sicher geschlagen haben, wenn nicht zwei hiesige Bürger sich des Mädchen angenommen hätten. Diese begaben sich nun nach der Dragonerkaserne und machten dem wachthabenden Unteroffizier von.-dem Vorfall Anzeige. Dieser erklärte, es rourde. der Thäter eine eremplarische .Strafe 'zu gewärtigen haben, falls cr entdeckt würde. Während dieses Gesprächs kam der Sä belheld hinzu un)) erkannten ihn die beiden Civilisten sofort wieder. Der Wachthabende fragte nochmals, ob dies auch der richtige sei, und als ihm dies bejaht wurde, begab sich der Wachthabende einige Schritte abseits und kommandirte Drauf". Auf dieses Kommando zog die ganze Wachmannschaft- blank und schlug aus die beiden Männer los. Dem einen gelang es, nachdem er einen Schlag erhalten hatte, zu- entfliehen, während aus den. anderen die Säbelhiebe nur so regneten. Wir sahen diesen Mann, dessen Arme und'. Rücken in allen Farben deS Regenbogens flimmerten. Er wollte die Sache zur Anzeige bringe, unterließ dieS aber, weil er sich von unserem Mili Ur-Strafg'rsetz und -dem-geheimen Ge: richtoversahren keinen Erfolg verspricht.
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U l der Zndiana 'VwÄ l empfiehlt sich zur Anfertiguitg vo Rechuuugc, Cirkularen. Brlesköpsen. Preislisten. Ouittnngeu. Elnnlttskarteu. Mitgliederkarten. Brochüren. Coustitutioneu Mreßkarten. .Oetrfcsch.8 findigen 4s eak Etablirt seit 1859. Charles Meyen & Ca 39 Nvck 41 Pari rw, 1W YorV, besorgen tut Arten tea Gescufestaanzeigxi. F?roiialauffordr3iea etc sar diese Zeitaaj, sowid fös Uo douts&oa Blatter in den 7er. Staaten und Eniopx immtllcb Ievtacb-A2oc1x&nlBcbe Zeüo&gea Hegen in nuscrta ütaeiusta-LcUl rsr tttitM. EUnJctt ! rsbULeaM -Die gseltrtea Uenxisgt'Ur tevtacLw EXUUr wxr&ZX tchtaSTcll eriiuht. nzu Ihr .PuUiMCCaa für Uütera Bsutnto UK.Tlfcft
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