Indiana Tribüne, Volume 7, Number 347, Indianapolis, Marion County, 4 September 1884 — Page 3

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üVNch. JI&IRR Xlt kürz? st e uud beste Lahn nach Lmiisvülc, Nashvillc, Mcmphis, Chfttt.mooga, Atlanta, Savan nah, Jack -aouvillc, Mobile aml New Orleans. I ist vorteilhaft für Pazsagi-re nach dem Suben, eine direkte Noute zu nehmen. Pülaft. Schlaf und Parlor-Wagen zischev Ehicags u ouisv'lle uir St. Loui und Loniidill, otju- Wagenwechfel. Komfort, ScdneUigkeit und Sickerdeii dielet .Jeff" kie alte zuverlZf'ge B. 'Till. & M." II. lt. I3e-iiias, Ä,si,tnt Senrsl 1taagierAzenT, y;ttcfiji' Waiijinjton und 3'Jtnotlti , 5!dplt. K.W MiiKknn a. StipcrinKnnlern. ?liloitjro, Ht.- l-oulw and IlslMlury: lTnilroi1. Jteil-tslb'lU für durchgehend nd LokalZnge o!7. fttbr. i3an: zag rlarim da NntsnT,ol. Jnd?!.. faiflt: Stationen. , Schnll,g 'Poftzug SchnlllZ kee. Ät3 nManovl' Änk.5zmd'gi't? . vtond , Dck,l0 ' .. Piaua Ilrbana . liaiua bu.. . . yeirart ... , ctcutfr.tMfl . . OsiiU&urj , jrti3fcutfl... tttltiinor , TAaih'NsiZsn.. t&ilakelrtU JJt: ?rk 'Norton 4:Äivm 510:, 5 . iifcM-Kw :ü9tm f4.WHt 6:13. 6:bO . H'M , 7:1 . . "i:3 . 8: s , . U: , 6.2 . 3:57 . : 6 il::hK i'i:V2 bl l 6:s-2 . 7:a . 4:1b w 7:40 . 3:50 , 7:'0 . 1:2, . .--m 1 : 3:31 3:17 4:M 6:40 2:37Cm! 4:2t - 8: . ! b:U :tfim 5 l')o , 5115 7:A . ! 7: i w idalii. ZSch. ausgenommen Sonnteq. u2mail a !( AUf. cnb otl'&agcr zu,ch M tn:4bctjj. arriibur. Pldelst unk iw 1r!. iÖ'yl, Olo in Wainwchk,' ta$ i)altiWivr. öuj&utdton un t)ftn. t ggf ftjfc tar'.n. nach all, Otia),n Stadt ftiifc ui allen H.,upii,'.kattn.'vrkau If itäftlenf un in bm UMu:au, ic ,r ft!lnib Uu SaliinUn iluje und im Union Lps! ufruH. labuiiaDdttS. u tjjbrn s hiasmaen'akten fön r.n im ciaM r,,t,l n:6n uJ) pp' ko hti den Zgt"li' ui U6t-t$ut'aM 0l l,n Ilriiir pot Jnd'.nroN. Hb. .' . . 5Z,t-A. -1 4-U. . ordo t Jrng. tn uns ;;Ut.iil ettaE. Anb'plö. .,. t tfrj, anaz . 4olumul, 0)v . . tfpcb. l. Puqugi unb rtt..?,mouia. Fetter Alarm Olgnale. 4 T'nnltDj.u wwblKairrt. t4uvt4u-itti b 1ac tTrp4M iiUittl. i ltt&tcjbr und sw 1oit. 7 ltc und lchizu tii3. w i-Äti-b unl "ÖaHinUI v nütnitu nd tiV. 12 uniu?.,tt stt. naV $411 St. 13 tirUü'ai S-ti, ut;i Zsil Öaan vr t4 i:w ,1e,1,v ud t W,n 1 P,ku tU. Mu,iKjiiiiU'tXl3 U 4tirtUrt Äve. und ti öl, 17 "air Äe nd Va.'.er Fti. 1 Vtu'i tr. ub DUict f iltitn um 30: tsti. Ijn GUe Sve. und iuJtMc Sn l2i 'JlUbuma utib Siedenk Ätt. iiS ISeMitun unb siebente c-tr. lüti Hansel tr. unAifu';lit As 137 u,Ukttg kdäub. tf cntial t. utO ÄU l: Ml AUbJEia unsl'tsrtifon jti l.-s-' iKebjmptuii unb t Ä!. l:U öoi ?le. u:i .entt Slk. Xf vomr Äo. utib 2Uwat Si tb tctamaT nb l':i:jati 21 St. Is, Sie.. nZh Hllindlk. Pknnjlvania unb Prat Str. i iß, f. tfiiflliir 4uj Sechste, nz'.. v 1 tfivv' und St. (ilau ix '1 IllinoiS unb lliiia-" tr. 3.- Pennsylvania Stk. und Zdmk ckve ZI .sstsftpxi und iett U. 2li (in:t und ijiUum iu. UU Pkistzlvan,a unb ittichiza Stx. Jllinb 4 und H:rdtlt Str. Jndiant Sd. und l'tichtgan Str. 32 Zkndian unb SSalnul Str. 31 Ealisorttia und -Vermont k-. :ake und ?!e Z)ork ?r. Inbiana So?, unb St. HU-i U 27 5tadtJos?a'.. 33 Ute und rd Str. , 39 K'.tjaii und Äjn4 5tr 312 ütil und Walnut Str. 1Z Left und Dritte Slr. Z14 Liedente und Hoa,d tu. 41 Washington, ade West tt. 41 StlStndors und ZLasNjjto,, S: 4Z Kmsuri und i?: i):t Str. 45 llcribiau und &afvinjin n. 44 giinoil und Ohis ctr. 47 ientiesice ab UaiäiUijt tt. 48 ingn' Psk Hsui. 4? Jndiansla. All Diioun und 1'UrqlaiO St: 413 RMiMfapi und SSadaZ!, Str. 415 ?rgnson'Z Po:k Hsus. 421 I. . K . ouiid Houie. 423 J.-san Ss!u. 51 Illtnoi undMerrlä Llr. I2tnsi?nnd Lou'.ftan, Stl Cd fitft und ilciart? Str. 54 und Suth Str. rJ lenntflee und Wrgu Str. ' 57 rUia, und a, Ste. f.1 Viadilan jlite. und ltsrnl tu 7. '.'adilon Ave. un tli tüir u'ib tKOtttvoob c ti. s13 Rtwtü&n Aoe. und i;nu 514 Union und l'tbiril Sri ... Sie ZItnotl und XansaZ S A17 orril und Taeotai Str. 51 Luth nah Telawar Str. t. Pennstzloanla und douchaa St, Delawai, und Vlt!art!, Str. K4 Oft und VtkSart, Str. Nlabaura und Vttgtana Äo. 7 Nglnia. und rabZda St, - Ci und kedurn Str. Pennsylvania Str. unbabtn tt. 12 KcKernan und Douzdrrt? Str. 7t Irglnick Ä?. na) Hnr-n Str. TA Ojluiib HrgU r. . 7J JathiugUa unb SJtnUn ffti ; 74 Renten ur.b Georgt, eti. '.KZrftb.ub Pin. K ttüon uu atll 8-ir. 7.1 tfutainia Aee.unb Üittn. '. j gleicher '!. und Dittn 712 Sxruc und Pros?kr Str. nflUsh Avt und ifauul Sr, 714 Orang und Olloe Str 715. Shldo nd ttti)tt Str. M 1)2 . Jerl, Sri. 2 iüu)gn)jtbn und Dlar et.. u : Ci unb atlStr. 4 Km t)ttl und dlb!'t ett 8. ifüub JummnHaitalt 86 er. Staate Ärsenal n, O: Ul unb iWaliiJto t. Ü, ?ra.,'tfängntii. Hl? Sch'.an hiHaul. O,t -5,It"Sntkb 'S artet und HaU Str. r.14 bbU unb Harve Str aryland nahe Zertdian Str. 1 lUeribian unb &ti&:x Zlwit. 1-14-1 'i',lkl.Signal. 14 1 U tb Riilin iedrrhftkt. zweier Älar. ; . IM iiiidl)ur,Vut'ttiit. .hlZe, ruetaul. i,4l i-taJ b. tcij iUi-r, tiilhi itixituzi.

Haus Siegfried.

Roman von S ch m i d t . W t fr c n f f 1 1. (goitsktzung.) if Bewohner wattn iott. in Ladern, auf Steifen. )koch tvaren die Hunvsta und es glühte in den Straßen, durch welche sich in hastigen Nkenschenwogen, in auf : und niederrollenden lesabtten aller Art der' erkel'r deö reichen ttefahrtvviertels der großen Stadt abjagtr. So still stand'dav alte Haus von Wilhelm Siegfried & l5o. inmitten dieses i'arrn. So todt schaute es aus den geschlossenen Augen des schon nahezu hundertjährigen Geschäft? -und Familiensltzes der Firma tn die von blendendem Sonnenlicht überströmte Straße. )!ur im Erdgeschoß spiegelten die Scheiben ; .hier befanden sich dieBchreibstuben der ederhandlung und daL Ärbeitszimmer Bernhard's. Hohläugig duttkel saheu !ihn di.efe Scheiben an, als wunderteil sie sich,-daß er schon zurückkonlme, -oder ils lauerten sie auf die Hülfe, die er dem bedrängten Hause zn verschaffen habe. , Es schauderte ihn, als er in den weiten 'Thorweg eintrat und in den riesigen Hof hinausschaute den die.' Magazine, Ställe un) KnechtSwobnungen einrahm ten und wv eben ein Paar der schweren Lastwagen des Geschäfts bochauf mit ge.gerbten hellen eingefahren waren und abgeladen wurden. . war ihm. als fei er hier fremd getvvrden,. als .Ware ihm, dem recktinastigen Herrn und 'Eigentbümer. die Tkorflur hier -zu einem lraogewolbe gewordeii. - - , . , Tie bedanken drangen auf ihn ein, welche Liese Mauern, dieser Hausflur, diese breite Treppe hinauf ihm erweckten, und sie schüttelten ihn tvie in ieberfrost. 'or neun Jahren batte er diesen Thor weg zum ersten mal durchschritten, um Äiit inhaber der. Firma u !?erden. Und so zahllos oft seitdem, alle Tage ! Damals leiteten ZLilhelm Siegfried und sein jüngerer Bruder Friedrich das Geschäft, welches sie in stattlichem Nmfange von ihrem Vater ererbt hatten, aber das im vorigen Jahrhundert schon von ihrem Großvater gegründet worden war, vom Ersten der Wilhelm Siegfriede, dieser Gerber und Lederl'ändlerDvnastie, die unter den.Enkelbrüdern der Firma noch ,',imd Eompaznre" zufügte. Als Fri.'drich Siegfried mit vollendetem fünfzigsten Jadre, wie er es sich längst vorge nommen hatte, ganz aus -dem Geschäft trat,- hü, den Rest seines Hazestolzlebens frei von allen Scherereien seinen geliebten Studien, feinen Neigungen und bidagllchem Geniegen noch in aller Rüstigkeit zu widmen, - hatte Bernhard Schauß seinen Platz eingenommen und mit dem vermögen, das ihm als Erbe zugefallen war, die Mitinhaberschaft der Firnia ordnungsmäßig erkauft. Welch Hochgefübl schwellte seine Brust, wenn er in jenen Tagen als junger Handelsherr dort die breiten Stufen der Haustreppe hinaufstieg, um in die Geschäfts räume zu treten, eine Flucht von Zimmern zu durchgehen, wo an vielen Pul' ten die 'Bücher geführt und die vielen Briefe geschrieben wurden, und die jungen und alten dazu Angestellten ihn mit stummen, hochachtungsvollen ' , Grüßen empsingen, bis' in dem tiefstillen Gemach war, wo er mit .dem alten Wilhelm Siezfried dem Tritten an einem großen Topplj?ult von Morgens bis Abends zu arbeiten pflegte. Jetzt zauderte" er, die erste Stufe des kurzen Treppenabsades zu betreten. ' Es zerrte ihn eine geheime Hand wuchtig zurück. Er athmete schwer und dicke Schweißtropfen perlten auf seiner Stirn. Bor ihm stieg in weitem Bogen und mit einem kunstvollen schmiedeeisern? Geländer die Treppe empor. Sie führte im. ersten Stock zu der großen Wohnung, die'einst Herr Wilhelm mit seiner Tochtcr Elise und seinem Sohn )Z!obert inne latte, während im zweiten Geschoß.Hen Friedrich in großen Räumcn bauüe. ues war za groß ündlvM tn diesem Gebäude aus König Friedrich's Zeit. Uno in jener Wohnung des ersten Stockes lernte er Elise kennen, verlor er sein Herz an ihren Zauber. Tort feierte er die Berlödung mit ihr und dort erhielt das Ehepaar dann auch seine Häuslichkeit, während stöbert hinauf zu Onkel Friedrich zog. So glücklich lebte er,er junge Compagnon des Geschäfts und Gatte der reizenden Elise, da oben, so zufrieden und zutunftsfroh ! Sein Weib batte noch Kindlichkeit ; es war sichtlich freudig darüber, verheiratbet zu sein, und es fal) aus, als liebe es Bernbard Sckauß. Er zweifelte gar . nicht ' daran ; ' er beinrkt ke'in tyQbltdytn .in sein?, lkes'?,,,: ! W 111 ilt mel. Ach, damals ! . ' Aber dann starb der alte Herr Wilhelm Siegfried und seitdem wurde es anders. Es wurde viel glänzender für Bernhard, so meinte er selber. - Er erhielt als Erbtheil seiner Frau das ganze Geschäft. Die Wohnung im ersten Stock wurde von ihm aufgegeben und anderweitig liermiethet, während er eine der 'schönen Villen in der Thiergartensttaße bezog, die. er gekauft hatte.' Es war der Wunsch seiner .Elise gewesen. Sie liebte das Haus ihrer Bäter nicht ; es roch ihr darin zu arg nach. Fellen und Leder, und die schweren Lastwagen, die . tagsüber durch den Thorweg von und nach dem Hofe rollten, ließen es in einer ihr unerträglick, gewordenen Art erbeben. Die Neue Friedrichstraße mit ihrem Geräusch und nüchternen Charakter, war ihr eben so zuwider. ? Nach der Geburt ihres Kin.des war sie sehr nervös geworden und sür ihre Gesundheit hielt sie eS für nothwendig, die schlechte Lust der Stadt mit der reineren und Irischeren am Thiergarten zu vertauschen. Warum .denn nicht ? Man hatte"es ja dazu ; man war ja reich : Bernhard mit dem alleinigen Besitz des großen Geschäfts und Elise außerdem mtt einem besonderen, für sie ausgeschiedenen und angelegten Vermögen von zweimalhunderttausend Mark, deren Zinsen sie nur für sich, ihre Kleidung, ihren Putz, ihre Vergnügen, ihre Reisen verwenden sollte und auch wirklich verwandte. Onkel Friedrich sprach sich zwar sehr mißbilligend über diese Geringschätzung - des ihm heiligen Familienbauses seitens der jungen gebornen Siegfried aus und eben so über den Lurusteuftl, der aus

emmal tn sie gefahren ; aber darum wurde doch dies Haus verlassen und die Villa am Thiergarten bezogen. Und wie war diese nach Wunsch und Willen der jungen Frau, die ibre bcrükkende Schönheit der Gestalt und des Antlitzeö jetzt erst entfaltete, eingerichtet worden! Jedes Zimmer darin zeugte, wie von dem Reichthum des Besitzers, so von dem Geschmack seiner Gattin, undals die Gesellschaftsräume darin zum ersten male eine Menge geladener Gäste empsingen, gab es nur Eine Stimme der Bewunderung über die prächtige und feingewählte Altsstattimg. Das Haus Schauß bedeutete eine feenhafte Verjüngung des alten, schlichten, bürgerlich einsacken Hauses Siegfried, das es fortseite. Alle Welt sagte es ; ja, alle Welt, nur Onkel Friedrich nicht. Aber der war in inancker Hinsickt ein wunderlicher Mann. Elise war doch so glücklich in diesem neuen Glanz, der sie umgab und in dem sie wie eine Königin, wie eine Fee er schien. Wenn er, ihr Gatte,' jetzt sie am Arm über die Straße führte, oder gar in die strahlenden Salons, wo die Gesellschast sich einfand, dann kam er sich so unebenbürtig gegen sie vor ; aber er blickte mit Stolz auf sie und empfand geschmeichelt an ihrer Seite,nichtsjDrückendes oder Demüthigendes in setner Ver dunkelung. Er liebte sie und glaubte sich von ihr geliebt Daknit erklärte sich Alles. Zuweilen aber traten schon Züge bei Elise hervor, welche ihn beunruhigten, sie ihm in Entstellung zeigten und damit ernüchterten. Sie that manch mal, als betrachte sie ihren Maim als etwas Untergeordnetes und Unbequemes. Jede Vorstellung desselben wegxn Mäßigung in dem verschwenderisch geövordenen Haushalt, als Bernhard mit Schrecken dessen Kostspieligkeit erkannte, erschienen ihr beleidigend, reizten sie zu hochmüthigen und kaltherzigen Äußerungen, die wie Dolchstiche seine Brust durchbohrten. Es mußten durchaus Wagen und Pferde, Kutscher und Bedienter außer den wciblichen Dienstboten gehalten werden. Elise schaffte sich diesen Lurus, als ihr Mann sich dagegen entschieden wehrtet trotzig aus ihren eigenen Mitteln an, und diese Beleidigung verschärfte sie noch durch Vorwürfe, welche Bernhard tvegen der Heimath mir' ihr erhielt. Sie stand nicht an, ihm zu sagen, das; sie bei ihrem Vermögen hätte glänzendere Partien, als die mit einem ewig rechnenden Kaufmann machen können und daß sie mit uz :md Recht wenigstens einen ihr zusagenden Lebensgenuß von ihrem ererbten Eigen-, thum beanspruche, wenn sie es auch als Äitgist habe theilen müssen. Das war ein Keulenschlag auf ihn gelvesen, der ihn lang? betäubt batte. Hinter diesen: Glanz ward es düster. So riß immer schneller der schöne Wahn entzwei, dem er sich hingegeben, und eS nagte der Kummer üb'r die Frau und bald auch über seine, von ihrer Verschwendungslust .und Hochmüthigkeit so schwer mitgenommenen VermögensvcrHältnisse an seinem H.'rzen. ,a, ja, da draußen am Thiergarten stand die schöne Villa, die an allem Unglück Schuld trug, wohin die alten Geister dieses soliden, behaglichen Hanse? in der Stadt nicht mitgezogen waren, sondern wo der Segen von dem jungen Paare Schritt um Schritt gewichen. O, er mochte sie gar nick't wiedersehen, diese Villa mit ihren reizenden Wohnzimmern und prunkenden Salons, wo Kutscher, Diener und Magd. jetzt saul umherlungerten! Schöne Zeit, als er hier in der Neuen Friedrichsstraße noch sein trauliches Heim gehabt, wo Frieden und Freu'de. Hoffen und Glauben zu Hause waren! Und jetzt! Hinter ihm tag da Glück, und es verrieth sich nun auch nock ais trügerische Einbildung ; ihm entgegen aöer starrte eine rauhe Wirklichtcit, Unheil verheißend. Alle diese Erinnerungen und Gedanken bemächtigten sich seiner in den paar Minuten, die er im Thorweg verharrte, den Fuß auf die unterste Stufe der'Treppe haltend.' Es war wie eine unter Kampf und Oual sich vollziehende Klärung all' der sinsteren.durcheinander treibenden Nebel, die auf fein Gemüth und seinen Geist seit der Abreise aus der Scholastica" sich gelagert hatten. Er sah noch einmal nach oben, die Treppe hinauf, und muthiger als vorher. Seine braunen Augen blitzten auf, eine schwere Falte schlangelte sich über die feingetvvlbtc Stirn, ein harter Zug um den Mund erhöhte vollends die Energie, die plötzlich dem sanften Ausdruck des Gesichts aufgeprägt war. Nach der Klärung kam Aufraffen. Wille und Entschluß. Er nahm sich vor, mit niiicr Ära, so

bald sie zurückgekommen, ein rrnstes Wort als ihr Herr in der Noih, als Vater seines Sohnes, zu sprechen; ihr frank und frei seine age zu enthüllen.' die gebietcrisch Einschränkung erheische. Pferde und Wagen, Kutscher und Bediente sollten abgezchafft, Gesellschaft weder gegeben, roch in diesem Winter angenommen, der Hausstand ohne unnützen Auf' wand betrieben werden,. Elise mußte sich dein fügen, aus Einsicht, ivie cr noch immer hofft, oder abcr naci' seinen Willen. Er fürchtete ni't ihren Widerstand, ihre Vorwürfe, heftige Austritte, trenn es unvermeidlich 'sein sollte. Höheres stand aus dem Spiel, Ehre und Nufdiz Zukunft des. Geschäfts und damit die Ouelle, aus loelcher seither immerfort reicher Verdienst geflossen, der sich unter den Siegsrieds Großvater, Vater und Söhnen zu schönen Bermögen gedichtet. Um'dies Höchste zu retten, mochte denn selbst der Friede seines Hauses geopfert werden, wenn Elise in ihrer Verblendung verkannte, was sie dein Gatten, ihrem Kinde, ihrem Hause schuldig sei. Und sie mußte, wenn nöthig, nun auch mit ihrem Vermögen aushelfen. Sie hatte die nächste Verpflichtung dazu und ihre Verschtvendungvlust mußte ja als die Hauptursache der Berlegenheiten angeseYen werden, in die ihr 'Mann gerathen ivar. ' Er hatte dafür das Seinige nur zu bereitwiltig längst hergegeben. Aber das Geschäft ausrecht in altem, festem ötus zu erhalten) dafür mußte er jetzt alle seine Kraft und Entschlossenheit und seine Frau ihren Uebersluß an Geldmitteln ausbieten. so. inig mit. sich, aufgerichtet.

tff'ahiT;i,rr--Wl . Iprang cr die tustn Hinauf und "öffnete die Thür zu den Schreibstuben, um zu hören und sehen, Anordnungen zu treffen und in den Hatitbüchern zu rechnrn, zu rechnen, rechnen. IV. Onkel Friedrich trar mit seiner Nichte und seinem Neffen wieder in Berlin. Die Rückreise war vergnügt, wie der Aufenthalt am Achensee, gewesen. ' Es war Abends, als Elise auf dem BahnHof von ihrem Akann, den sie benachrichtigt hatte, erwartet und nach ihrer Wohnung in der Thiergartenstraße geführt wurde. In einer Droschke geschah es, und dies nahm sie Wunder. Aber Bernhard sprach leichthin von einem Schaden am Wagen Elise's und damit ließ auch sie die Sache fallen. Er wollte sie nicht gleich bei der Ankunft mit unangcnehmen Eröffnungen überfallen, und als er sie so froher Laune, sogar liebenswürdig gegen ihn sah, that es ihm bitter leid, sie aus ihrem Himmel reißen zu solken. . Am anderen 'Morgen, beim . Kaffee, unternahm er jedoch das schwere Werk mit bang klopfendem Herzen. Es. mußte sein. Elise," sagte cr liebevoll, so höchst unangenehm es mir ist, so muß ich mit Dir doch von Dingen sprechen, die Dich so nabe wie mich angehen." Was sollte dies sein'" fragte sie gespannt. Das hört sich ja sehr feierlich an." Er beachtete diese spöttischen Auslassunzen nicht u fuhr fort : So kann es nicht weiter gehen, ohne daß wir zu Grunde gerichtet werden. Es ist die höchste Zeit, uns einzuschränken, alle ' Ausgaben unnützer Art und jedweden-Lurus zu vermeiden." Wie'?'' rief sie entsetzt. Soll dies heißen, das; Deine Mittel Dir nicht mehr erlauben " Ganz richtig, sie gestatten den Aufwand nicl't mehr, den wir bisber getrieben." ' Ihr Mund preßte sich spitz zusammen, die Nasenflügel zuckten auf und nieder ; ibr Haupt gcrietb in ein nervöses Schütteln. Das hast Tu mir also zuni Willkommen im Hause zugeben? Ein erbauliches Geständnis, in der That." Elise, sei vernünftig! Man muß sehr reich sein, um einen Hausstand unterhalten zu können, wie der unsrige in den letzten Jahren war. Und so reich sind tvir nicht." in Gott, warum hast Du dies denn nicht früher eingesehen ' hast ja das Geschäft, Du ziehst ja die Einnahmen daraus ; Du konntest wissen, was wir verbrauchen können. Wie sieht es denn aus, wenn wir plötzlich in kleine Verhältnisse zurücktreten, uns einschränken ich kann mir denken, wie Du dies meinst ! Begreifst Du denn nicht, daß wir uns gar nicht ärger dem Spott und der üblen Nachrede der teilte preisgeben können ? Sagen wir damit nicht aller Welt, daß wir' Verschwender gewesen, dj$ wir über unser Vermögen hinaus gewirthschastet haben und nun mit der Wassersuppe uns begnügen müssen?"

Las; die Leute reden; wir sind uns die JlUU'Ull. ... " Das ist ja so gut, wie sich bankerott erklären '." fuhr sie immer erregter fort. Das geht doc auch an den Gefchäftsruf! Ick' begreife Tick' nicht, Bernhard." Er blieb in feiner Ruhe, wie er sich vorgenommen. . Was helfen solche Gedanken ?" antivortete er. Durch die That müssen wir uns selber helfen, Elise. Noch geht es. Treiben wir also nicht mit verbundenen Augen demAhgrund zu. Folgte ich Dir bislang, um Dich glücklich zu sehen, auf dem Wege dahin, unbewußt der Gefahr, zu leichtsinnig für einen Kaufmann, so bin ich jetzt, der zu Dir sagt: Halt, oder es nimmt ein schlimmes Ende." Tu willst mir wohl Furcht machen ? Woher kommt Tir denn plötzlich diese schauderhafte Weisheit?" Aus meinen Büchern, aus meinen Kanen. Wir haben mehrere und sehr starke Verluste gehabt ; alte Kunden, denen wir seit vielen Jahren hohen Eredit unbesorgt gewährt haben, sind zahlungsunfähig geworden. Tas kommt Alles hinzu, Elise; ja das ist die Ursack'e wirtlicher Verlegenheiten für mich." ' ' , Sie blickte in Verächtlichkeit, gemischt mit Zorn, auf ihn. So steht es fiel es von ihren Lippen. Dahin hast Tn unsere alte Ehrensirina gebracht '." Elise !" hob er entrüstet sich auf von feinem Si!'.. Sprich nicht fo berzlos." ' ' '.. Ja, ist denn dies möglich ?" wetterte es heftiger aus ihr heraus. Ein'solches Geschäft, eiit Jahrhundert beinahe alt, das Kriegszeit und ievolution uneischütterlich überstanden hat, und immer getvachsen, immer vergrößert worden ist das hast Tu in ein paar Jahren so heruntergehen lassen ! , Verlegenheiten hast Dn? Nattidich Geldverlegenheiten, was sonst ! Und dahin konnte' es mit unserem Geschäft kommen, daß es nicht einmal die Schulden von ein paar Kunden zu verschmerzen vermag! O, das ist ja abscheulich, und mir sagst Du es, mir, der dies Geschäft als 'väterlich Erbtheil rechtmäßig gehört, defsen Vertoaltung Dir als nieinem Manne zugefallen ist." . ' . ',Es ist grausam und auch falsch, was Du mir entgegen wirst," bemerkte er sinster. Wenn von den Einkünften : des Geschäfts zu viel verbraucht tvorden ist, so steht es Dir am wenigsten zu, mir darüber Vorwürfe zu machen. :Du hast j diefen Aufwand von mir ertrotzt und j leider gab ich in meiner Schwäche Dir 1 4 t t a nach. im iq oie nici'l merr rars, o. wird in kurzer Zeit von leinen Verlegenheiten in meiner Kasse mehr, die Rede sein. ' Es steht nicht ym Verzweifeln, aber im Augenblick bin ich. bedrängt und sarum wende ich mich' au Dich, die Tu ja aus dovvellen Grünoen ein Interesse ; an Deinem Geschäfte haben mußt. dessen Betwallung, wie Dn sagst, mir al Deinem Mann .zugtsallen ist. Da bei üdttsikdst Du nur, daß ich vor mei ner Btthtirathung mit Dir. jntt. baarem Capital in Ih Firma trat und Deine

ürgiTt in ocitt Aittncti deines Baters am Geschäft bestand,' womit ich also der alleinige und dlein rechtmäßige Eigenthümer desselben wurde. Ich lasse Tir aber gern das Vergnügen, Tich noch immer als Antheilhadende ain Geschäft zu hetrach.'en, obgleich Tu nie darum Dir Sorgen bereitet hast, nie etwas davon hören und seben und auch, nut'! riecben wolltest." Sehr wahr," erwiderte sie spitz, und ich wäre Tir daher sehr verbunden, wenn diese Angelegenheit nicht weiter zwischen uns besprochen ivürde. Süchte Dich mit

Teinen jetzigen Einkünften ein. ich kann es ia nicht wehren; aber getatte, daß ich j 4v m t ai h ' ! 1 uuuiiui u;iu, ! gefällt, nach wie vor." j Das Vermögen." nahm er mit Ue- , berwindung das Wort, aus dem diese Teine Privateinkünfte fließen ich wollte Tich bitten, einen Theil davon zunächst ir.i Interesse des Geschäfts berzuzebeii." - Sie sprang auf und starrte ihn wie einen Wanwitzigen an. Was ?" stammelte sie. : Elise," suchte er sie zu begütigen, ..es geht mir hart an's Herz, Tir diese .Bitte auszusvrechen. Sie überrascht Tich, aber ich zweifle nicht, daß Tu sie mir erfüllen wirst; im eigenen Interesse, wenn Tu zu einer solchen Hülfe Teines Manneö nicht aus L.ebe Tich verstehen konntest. In der nächsten Zeit sind. von mir große Zahlungen zu leisten ; die Nackricht, die ick am Achensee erhielt, meldete mir die Ge rüchie über den bevorstebenoen Sturz & ne teschäft-, welches eben jetzt an uns . .i...' . .v ...i. ...v ' . . , I eine kvx wcauciioc wu'iiw ao an lagen hatte. . Tiefe t2'.n:ünfte satten mir aus, da in der That das Befürchtete eingetreten ist. Um allen meinen Verpflichtungen zu genügen, brauche ich noch eine Summe von etwa hunderttausend Mark. Tu hast sie zur Verfügung. Warum sollte ich mich also nicht an Tich, meine Frau, wenden ' " Sie wollte das Vernommene noch gar nicht fassen; bleich und bebend stieß sie hervor: Tu wagst es? Tu wagst eS wirklich?" Ich begehre ja dies Gels nicht, um Dich demselben zu berauben. Als ein Tarlehn. zu dessen Rückzahlung ich mir Zeit erbitte." Nimmermehr !" rief sie außer sich. Niemals!" Elise !" stellte er ihr vor. Tu wirst Dich eines Befferen besinnen. Es giebt keinen ausreichenden Grund, mir in der Noth diese Hülfe zu versagen." Ich werde niemals von meinen ttmndsähen, bezüglich meines Prioatvermögens abweichen. Es wird und soll niemals etwas mit dem Geschäft zu thun haben. Tarum ist s von meinem guten und .so vorsichtigen Bater von meiner Mitgift gänzlich ausgeschieden worden. Tu magst es ja jetzt erfahren, daß dies ausdrücklich auf meinen Wunsch vor der 'ch.'.eit geschah, als mein Vater ein neues Testament aussetzen ließ, wobei er mich um Nach befragte." Bernhard konnte eine schmerzliche Empfindung, die sich in seinem (Besicht ansdrückte, nicht überwinden. Er gab ty in den Worten kund: Tas gereicht Deinem Scharfsinn, Deinem lalt berechnenden (cist zur Ehre!" Ich schmeichle mir denen." Tu also hast eigentlich dies Testament gemacht '('' blieb er noch bei der von ihr gegebenen Eröffnung. Tu hast also n'.it Teineni Rath dabei Einsluß aus de'.i Willen Teines Vater? geübt? Von Tir stammt wohl auch die Bestimmung über Robert' Erbtheil. looiir ber nach Oeffnung der Vermächtnißurkünde Alles in ein Staunen nno mißbilligendes Kopfschütteltt gerieth, außer Dir ja. ja. aur.er Tir, ick' erinnere mich noch!" Ja. ja, mein Herr," entgegnete sie mit schneidender. Kälte und spöttisch. Jetzt gab es keinen schönen Zug mehr in ihrem Antlitz. Tie Nase wär weiß und lang geworden, die Backenknochen traten hervor und rothe Flecken waren aus den Stellen, wo sie die Haut zu spannen schienen. Eine Here, jung, die ihre berückende Maske fallen gelassen. Robert," warf sie noch hin. kann zufrieden sein. Er und ich hatten nicht dieselben blechte. Ich wahrte das meinig'e, sowohl gegen ihn, wie auch gegen Tenjenigen, der einmal mein Mann werden würde, und mein Vater stimmte mir vollauf bei." Bernhard schlug die Hände zusammen. O, Geldgier! O, Habsucht! Auch in einem so jungen Mädchenherzen hatten sie also schon alles Kindliche und Edle angefressen ! Wer hätte dies geahnt! Wer es Tir von Deinem Engelsgesicht ablesen können '. Wie fallen mir die schuppen von den Anaen." (Fortsetzung folgt. Vom Auslande. ;m r. Jahre lss:, soll In Soulh-Kensington eine internationale Ausstellung der Erfindungen undmusikalischen. Instrumente eröffnet werden, unter dem Patronat der Königin und der .Präsidentschaft des Prinzen von Wales mit einem' Garantiefonds von 5l,0t)0 Pfund, wovon schon 55,000 Pfund gezeichnet sind. Die Auestellung soll nicht eine bloße Sammlung von Modellen dar, stellen, sondern die Fortschritte der praktischen Wissenschaft in diesem Jahrhundert. illustriren, so daß keinerlei Gegenstände ohne Veranschaulichung ihrer Er zeugung angenommen werden. Die erste Abtheilung mit 31 Gruppen umsaßt den Ackerbau, Bergbau, die Baukunst, die Dampfmaschinen,' den Schiffsbau, die Gas-Kock'kunst, die Photographie und Spielwaaren. Die zweite (Mufit)-Ab-theilung umfaßt alle seit 1800 czebrauchten und ersundenen Instrumente und tinc historische Sammlung von Jnstrumenten. Tie Ausstellung bezweckt erstens die Förderung der Patentgesetze und Zweitens die Festsetzung eines m'usikalifchen Gnindtons. Der u glücklich e Binde? befindet sich noch immer in der Gefangenschast der Briganten. Frau Binder sendete am V(K Juli durch einen Boten an den Führer -der Räuberbande UU8..türki - jche Pfd. mit einem griechischen Begleitschreiben, in welchem sie erklart, das diese Summe die gksammten Ersparniffe

ihres Gemahl aus den letzten Jahren reprasentire, und in flehenden Worten um die Freilassung Binder's bittet. Am VA. Juli traf der ausgesendete Bauer mit einein Briefe an Frau Binder tn Bellowa ein, in welchem ihr der Ebef rer Bande, der sich Eapitän Vangelli un' terzeichnet, crli.'.it, daß er Binder nich! freigeben weree, trenn nicht die gesendete Summe durch weitere Pfd. bis zur Höhe des zuletzt geforderten Lösegeldes (2000 Pfd ) ergänzt werde. Erfolgt die Uebersendung dieses Betrages nicht in

der türzejten rilt, so werde er Binder. sowie überhaupt jeden Beamten der Ge seilschaft für die Orientbahnen, der ihm L t r r . ...i -s. IN 0le."anve sauen loute. todten. :vcx Bote hatte Binder selbst nicht aeseben i und die zwei letzten Briefe Vanaelli' tragen nicht, wie der erste, die Unterschrift Binder s. Es wird daher die Befürchtung ausgesprochen, daß' Binder möglii cherweise Len Leiden und Entbebrüiiaen. der lIetangenfchast erlegen )i. Die Be hörden machen die größten Annrengungen, um der Ränfc? habhaft zu werden, ! und baben .zu ihrer Vetso! gung Wtiv barmen auvges:5d.t. . I - Ueber die Mittheilung! betreffs der Erfindung deS lenkbaren ! Lustschiffes bringt die .,V. Ztg." folgen- ; den genaueren Bericht : Sonnabend (y. i August) Ut$ bei Meudon ein Luftschiff in der Form einer sehr, langen Cigarre auf, das mit einer Schraube und einem Steuerruder versehen tt. Ta,ielbe wird ?0n einer außen nicht sichtbaren unze-1 tn starken Maschine bewegt. Das ; 'nftfififr in Vsit !,'l?t4, V i . ! unter dem Kriegsministerium stehenden ' uftfchifffahttS Abtheilung in Meudon i gebaut worden. Die Insassen ließen ihr ! Schiff etwas über den benachbartenBerg j steigen, bevor sie dessen Schraube in Be- j weaung setzten. Das Schauspiel war geradezu wundervoll. Das ustschisf setzte sich nach Osten in Bewegung, erst langsam, dann aber schneller, bis zu der Schnelligkeit eines scharf aalopvirenden Pferdes. Tas Schiff drehte sich dann, I aleA ?i,it,n 'TX-nrthtr titfplx t'.in ! . . (XMlit'Vtf .V V141VV Steuerruders und fuhr gegen Bieetre und Billaeomblay. Bald kehrte es noch mals UM und kam genau auf seinenAusganzspunk:, eine kleine, etwa 1Q ans 0 Ä'eter haltende Lichtung itti Waldes u rück, wo das Schiff ganz ruhig und sicher niederstieg. Tie ganze Reise hatte 25 ültinuten gedauert und sich mit einer j Sicherheit und Regelmäßigkeit vollzogen, ; welche alle Anwesenden in das höchste Erstaunen versetzte. Die Lenkbarkeit der ! Luftfahrzeuge ist nunmehr eine unleug- 1 bare Thatsache, so hieß es einstimmig. ! Tie beiden Luftschiffer wurden auf das ' Lebhasteste beglückwünscht. Es sind die j beiden Hauptleute Renard und Arthur ! ttrebs, Director und Subdireetor der ttrnlee-Luftschiffsahtt. Sie baben das , neueLuftschiff erfunden und gebaut. Seit mehr als sechs Jahren haben sie fast unnterbrochen an dieser Erfindung gear- i beitet, welche von weittragendster Bedeu- ! !ung sein witd, wenn die weiteren Fahr- j len ebenso günstig verlaufen, w.ie diese ; :rzie Probe. Inder N a ch t v o m s. auf den 7. August wurden die BeUwhner des AIbanergebirges in Italien durch drei heftige Erdstöße aus dem Schlafe geweckt. Der erste erfolgte um 1 Ubr, die beiden letzteren um :N Uhr Morgens. Allen drei ging ein starkes unterirdisches Getöse vorher. Tie Nacht war sternenhell bei Hellem Mondschein. Die Hunde bellten, die Hühner schlugen mit denJlügeln ! und machten großen Lärm. Es wurde ' beobachtet, daß die Stubenvözel, von ; großer Angst erfaßt, sich gegen die Gitter ! der Käsige drängten, um auszubrechen. Am stärksten zeigte sich das Erdbeben in Marino und Albano, von wo sich dasselbe bis zu deut Seebads Porto d'Anzio hinwegzog. Hier stürzte sofort alle Welt aus den Häusern an den Strand. Alle Bergstädtchen - des Albanergebirges und die umliegenden Villen sind gegenwärtig von römischen Familien übervölkert, welche dort ihre Sommerfrische ' genießen. Ueberall suchte man sich halbnackt aus die öffentlichen Plätze zu retten. Jm 'ersten Augenblick herrschte großer Schrecken und. Vettvirrung. Als die Stöße sich nicht wiederholten, beruhigte man sich. . In Frascati blieben über 2000 Personen bis Sonnenaufgang auf der großen Pro menade ; der Schrecken verwandelte sich in Scherz und Heiterkeit, die Weinwirthe öffneten ihre Keller, man spielte Mandoline, sang und becherte bei dem herrlichsten Mondschein. ' Die Furchtsamen benutzten den ersten Eisenbahnzug, um nach Rom zu flüchten, wo die Erdstöße ebenfalls, aber nur von dem meteorologischen Observatorium bemerkt tourden. . Unheil hat das Erdbeben, welches übrigens seit mehreren Jahren stets in den Sommermonaten im AlbanerGebirge vorkommt, nicht angerichtet. . Die Bauern in den Gouvernements Woronesch, Kasan, Ssmamara, Kursk, Charkow, Poltawa und Tschernigow haben eine ganze Anzahl Prozesse gegen die Regierung (Ministerium der Domänen) angestrengt, bei denen es sich um Millionen handelt. Unter Peter dem Großen und den folgenden Regenten wurden nämlich große Strecken freien Bauernbodens ganz einfach eingezogen und die bis dahin freien Bauern zu Kronsbauern" gemacht. - Von' Seiten der Kläger'wird nun bemerkt, die Besitzungen ihrer Mter seien nur eingezogen worden, weil die Besitzer ihre Freiheit verloren; durch die Aufhebung der Leibeigenschaft hätten die Nachkömmlinge der früheren Besitzer ihre Freiheit wieder erworben und folglich muffen die einst eingezogenen Besitzungen ihnen wieder herausgegeben werden, nebst einer Vergütung der Zinsen vom Tage derAufhebuna der Leibeigenschaft, 19. Februar (3. Man) 18611 In den Kreisen Sawotscheskawa, Losobskawa und Luboditscheskawa (Gouvernement Charkow) allein fordern die Bauern die Rückgabe von mehr als einer Million Desjatinen (1 Desjatin ungefähr gleich 1 Hectar) j Grundbesitz. In allen betreffenden Ortschaften herrscht eine große Erregung, die sich dann und wann, so z. B. im Gouvernement Poltawa,- in Gewallthaten Luft macht. , ' . . . , Rauche Mucho'5 Uo.t liavana Cigrs '

Die DMö

der Zndiana 'nMml emhsiedlt si.h zur Attfcrttguttg von Rechunnsteil, Cirkularen. (U tl 31 f rt tt t 4 fr Jll(IUltllt Preislisten. Quittuttgcu. Eintrittskarten. Mitstliedcrkarten, Brochüren. Constttutionen Adreßkarten. .Üeutechs ü-öM y Etablirt seit 1859. Charles .Aleyen iVCo 39 und 41 ParV ov, Kew York, besorgen anj Arten von Gescliaftsanzeifen, PrsonaUalTonlertiasu etc für diese Zeitan, owie rar Ue deutschen Blätter in den Ter. Staaten und Europa. fiimmtllcha DentBcb-Amerijumlsche Zltnnn liegen in uner?m ütohiiXt-LDial zur freiem Haucht itt l'I.Uk aas. 2)1 geehrten Herausgeber deutscher Flitter werden achtungtroU ersucht, uns lhra Iniblif Uoßen für uur ttatUtrater tu LUrieA.

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