Indiana Tribüne, Volume 7, Number 293, Indianapolis, Marion County, 12 July 1884 — Page 3

GüdlZch. J'ffl&IRR lif fftrjilf na beste Valzu na 4 Louisvillc, Nashvillo, Mcmphis, Chat tanooga, Atlanta, Savannah, Jackaonvjlle. Mobile am! New Orleans. ES ist doilheilhaft für Passagi xt naß dem TüdtN, eins direkte Noute zu nehmen. Palast-, Schlaf- und Par'or-Wazen zwischen Chicag? und LouitKiZe un 3t. Louit und LoniZdiük ohne Wgenk?ecksel. ePTv.se:!, Tchnrüigkcii und SiÄerd,it btt ZeZ7' a!t, zndttlZsslge 0. & M. üji.

M. lt. Derinff, Assistent Senera! PagagierAgtnt, vtni -tf.t- föailinflton unb Ilinoii Ltr , Jnixll K V M -K -.yA. Superintendent. Oli ijiic-- 1 oiils and Pittsburtr Rxiilroad. w? ?urchzrh!?bk und 2okalf3iu 17. ptfcr- 'Z an: ' " Kg pri.rtfn &a Urnon-T-pot, JJntpl., t ftf.jt: LtZtton?". ! ?ch2,g !Postzug .,LchnU,g Xccorn. og 5,ndiavl' M:i6Sm;flO:C4:W?:m M . . ! ii.cn.nl 4.00 6:13 6:10, ttk.liamv glkv, i2:5?Zl 6:41 , Richmond ... ,ii i 3:32 . ' 8:57 . Dayton Piqna Urtan-i . w'oIu kl.. ., .. 5:tv.-2:! , tf0!1Uu 3U-S. - ., ! titctiir, . r'lSi ti'.:lD8:t . . ,. -iri'iiniJisn.. 8:57 8:i3 9:lß . 1 3:47 . 4:M . 6:40 - O.J M 9:52 j o. li:) . vf.S'i . ! , . 6 '"'2 ! 7:i'? . ! r; T : -' -; , , 2:373m 4:2 n 8:02 . 6:17 . 2:1 'Km 5 tKc; i :? . . iii:l-bil?'iiJ 7:s . C . ist. e Karl 1 1 1 ., - 7:20 . öjfton I 8:2j3tmi I 7:50fli Täg'.ich. t Täglich, ausgenommen Sonntag. ÜJaaaann' slsft. eÄUf und SstelWagn tuxä) di4 PiiiSivrg. Harriibnrg. Philadelphia und ose H'4frI. Blos in Wagenwechsel i'jltiMir. Si!öinotrt und oiion r- 5ui tinewfl llttt OkNliH'" StSbten RnTtn öS. 6curt.?a6t!-::a.u:au d Wefte ü ,o in brrn tabt.yureau, ie er J2in, und i3aSir, 'ti lrqß? Nnion Depot Bureau, zvs',-.tti,'. ?u daden. Si!;wllgen.r:n kön i:n sä gcsiif n Vjäp. 5:4 ip.itatl0 bti tn üi;i-tfJi ici St.ttiircau oder i::iun4on Lexot z,t JndinaxoKZ, Jd. ... 8. St. Tttini. A. G. ?. , 5ko?dost,e Sashinz Tl. trmo Unb Eln'0t, Etraßk. Jnd'xl,. '.antt ,c?,e ,. Vana:e . Selumdul, Ohts X r . 'v.lq,air und Tlcket.Zlgnt DUtidura. !.. Aettcr-Alarm-S'kgnale.-nnsottNla uud l!a:!et. aurtquartier dZ Feuer ö??nmeniZ. .i l7.' rnd New Z,'?rk. ? S:odl u:s Äiichigaa uxfc. t ? ZtraKe rnb Maffachulett äi "'! .1" i??d ?!):d-5"a!?. ..1, )',Z:tlZ tiaif ijt' :r. IJ lar.i.: nnl ! ,m er und ort .S.yn Zle!,'" . - . i. an . . r if.i k , pkl I II, ffürTiJ'Uijn'f'" ' ;i: Shnstian 5?e. u..d üjj :r. 17 Park Ave. und Butter Ctr. 1 ! ,zrvu'Z tr. und I'ttlcit e. 1- fl-'-r uS J n Str. z.'i ii:af .i?e. un) L:kden!k Str. i-.'i .Hiotar.: u-O SUttntr .-f-f- .'" u- ui'd :ctcni r-5. it T-br4 :r. urt Cutc?I ? '.r 137 A??,eU'.iNgS.tS?5Zudk. !.f Zentral Z.e. 2ijte Zlx s;a5-w- ?d'Msrr:ssn 2ir !: chs im feoUea; a;o 135 .7k? ,:nd Z)lawar 11 K i i)U'cr ) i:h58-t Ätt. 21 5t. Ioe ?:? . nZ JZinoZ. L'. vnit(9ii..:iij. au. PkZit St.. s j.t. X. Änß:n House Sechsit, mt i j!. iSiff.jüvi'i a.tfc Ei. iur ctr 7 7i.,S'.1 uüi i'ii-i,..i-ti i;ir. 26 P,li.s,i?.tt,t Sir. und H? 'ii ni'sifllrvi und SirrU Str. Tiin-.fiif un 5U. 213 ier-OiIpsiiiU ur;i'iiin ttt 214 ZülüöiZ u.'S Hc'.s'kN Str. 31 I:i2n Äse. u; S iian jf l: 32 v!e?'::sn und Äalnu: Su. .U 5al;:jr:;ia u'U temioüt f :ö öl-fi unsIfa ?! er! -tu. .Vt a.tar.a Ztok. :; Lt. f lar ir "57 Tt.d:.s:?:l.!. lar; uui ?:eet Cir. Vt'.ZStt u::? 'znki ZU 312 W: und !Ü;inat Str 313 O?1 un- rit;e Zu. 311 5ü8:nte un je:-.ij5 Ct:. 41 ä3-2fjtnstsn, nase Se?l u. 42 ?''ök:,ders ung LLas.ntsn S.. 13 igsund Kork Ztt. 4) k.idizu -ad Z.Zhir-.g:2!. s.. 45 JZlNöi. und Oiio Str. 47 Tenness und S?hwslsn 43 Äinzzn' Po! bs?. ' ' ! 49 Jndianc'.a. 412 S?Jifj8u:t un ilcrjlaiiv tr413 Mi-siknxx: und üZ.daih Str, 41S Ferguson'S Po.-! HouZe. 42l I. B. 23. Ko''d traft 123 auf ane 25!vlur;. . . - 51 3linoi5 unoKt:nB Stt. " 52 gatnet; und 2o;;ifuna Sl: 53 -itfl und rkcS.rt Str. 64 22ft u::d S.atj Str. ' ti Tennksik und torzia 5t:. . . . , . 57 Rirtlüit u;td Ksa 53 lUiiiion Ase. an UlortU ti. Äadison st. cn Tunlop Str 512 eft und Sio:ssd Str. 513 KentuZz Soe. und ülv.iil 14 n.üti und ii'oiri Str 513 3ir.oi4 und KansaZ 6 617 Koni! und Dacotai SU. sil South nsb Delssre Str. ' ' 02 Pennsoloau? und l'cuip.ara C3 Telasare und V:CaNy n. C4 Ost und McSatt? Stc, 65 ÄladZRl und Lirgiani Äs.' c? Lirg:nia o. nd Sradsha t, Z Ost UNd Sodurn ir. S Pennsloani Str. uudAadU '. it. 612 cAernan und Daughertu 2tr. 71 Virginia Ave. nah Huron Str. 72 Osiund Seorgia Ttr. 7Z ZSashingto nd SenlZn Str. - 74 entoa und iiiprgw -t. 75 Aorist ?oe. uns P'.n. 76 TlZsn und Ui Slt. 78 L'.rginisSoe.und T'Lsn. 7S gleicher Zt.. und Di.s 712 Svruce und Prosxett Str. 713 Sggl.sh oe und Laurel tr. 714 üxartt uu-C5 6ir. 715 ShU it4x tr. . , . . 81 K f to Je:se, tr. 82 LZashingto und Delawar tu &t Ost und frltr. 64 S!e.j?ork und Davidson Sir d5 Taub iut,tmenXnflalt ' ' b6 T,tx. Ttaateu Arsenal, r, Orient! und Washington St, jirav n.arflnani. 812 9!o.3 Sch'.ZUch'Haus. Üst Washingtonstraße. '.3 Rarlet und obl tr. 14 Ohi und Harve St? Narland nahe Meridian tr. 92 ridian nnd orgia Ltrabe. 4-2-1 Prlvat.iznal. Und Aasten ieeihslt.'N'tiier larm. Z-Z Signal für ZurTlu. 2!oi CchlZa, ZZeuer au. ' Tttt LlZge, Druck ad. jjöll SchlUxe. ,?Uhr 1itt,. '

Herbert's Schuld.

Noman doa I. I o h . Y d. löortsetzung.) -vcrbcrt's Herzklopfen' hatte sich ganz gelegt, liingegen schien nun der Baron mit Unruhe zu kämpfen. Der junge Doktor erwartete ein Gcständniß, desseX ,r rtf .ri"rs. für seine Stellung .;u diesem Hause versprach. ' Ader der Baron befand sich nur in einer äußerlichen .Verlegenheit, nicht in einer moralischen Zerschlagcnheit, er gehörte nicht zu den Vertrauensseligen und Bedürftiges erwollte keine Seelencrleichieruna, er -wollte nur ine ' Unbequemlichkeit los sein. So erzählte er! denn. Herbert. rtach einizeiN: Besinnen : Daß icl''s nur beichte ich kannte den Vater dieses' Mannes kannte ihn sehr su!'!Zer Freund von mir. Er 'war)li5tf Zimmer als Andere, er ncrm.dii MsrZ die .erfand, wie sie verdienten genommen zu 'werden. Gestehen Sie selbst, hundert Andere hätten den Hinker nach dem Kinde gefragt. Er mein .Freund setzte . dem Jungen reichlichMrziehungVMer' aus-tis zu dem zwanzigsten ' Lebensjahre desselben, .sa, er schaute fast jedes Jahr, so lange der Junge noch unkonfirmirt war, persönlich nach, ob ihm auck Recht geschähe. Einmal bören ab doch solche Verpflichtungen auf. '..Mein Freund. heirathete er war der Letzte seines Stammes und hatte also die Pflicht zu heirathen nun, .dann schließt man doch die Rechnung der kleinen Jugendsünden ab. Man müßte dem Rodench klar machen, daß sein Vatcr korrekt gehandelt hat. Und vor allen Dingen muß man ihm die alberne Idee ausreden, den Vater zu suchen. Was will er? Geld? Sagen Sie ihm, ersolle die Summe nennen. Sie schütteln den Kopf --will also kein Geld? Ja, zum Henker,, was will er denn?" - ; -,Er will Rechenschaft," indeß vennuthö.ich, daß ihm selbst nicht klar ist, was cr darunter versteht," sagte Herbert, der, ; obschon der .Baron ihm halb Lüge, halb Wahrheit also kein ganzes Vertrauen gegeben, sich doch . berechtigt fühlte, nacbzufragen ; so fügte er denn die Frage an : Kannten Sie auch Roderich'sMutter?" Der Herr Baron staubte seine Cigarre ab. Kohlen ein bischen was ? t Sind aber Bremer Cigarren. Ob ich die Mutter kannte ? O ja war ein schöncs, sehr schönes Weib. Aber mit einem dämonischen, Hang nach Pracht, Wohlleben, -wollte absolut .eine Stellung" haben. ' Mein Freunddachte nicht daran, sie im Ernst zu heirathen; als sie ihm zu unbequem wurde, firnißte er mit ihr brechen. Sie ist nachher spurlos verschwunden. Wie gesagt also wirken Sie auf den Menschen ein Geld spielt keine Rolle mein Freund ist kein hartherziger Bösewicht.. Nur der Rode r!ch soll nicht die abgeschmackte Idee ha ben, seinem Vater , nachzuspüren, um ihm rnt einem Theaterkoup ins Hauö zu ! allen. Man kann Alles 'arrangiren, sich lern Alles erlauben nur keinen Skandal." Nein," wiederholte Herbert, nachdenklich mit' dem Kopse nickend, nur keinen Skandal." Er dachte, was die Baronin Hanna wohl zu .der Geschichte sagen würde. Selbstverständlich bleibt die Sache unter uns, sprach jDcr Baron. Selbstverständlich unter uns," sprach Herbert mechanisch nach. Gehen Sie gleich zu ihm '." Ich' gehe schon," rief Herbert und erbob sia Äie derbe Hand des Barons schüttelte kräftig seine Rechte ; der alte Herr zwinkerte vertraulich mit den Augen und verhieß schließlich seine lebhafteste Dankbarkeit. So mußte der Doktor ge hsn, ohne die Baronin gesehen zu haben. Er hegte die größten . Zweifel, daß man Roderich jemals bewegen könnt,' seinen Aufenthaltsort zu verändern, und fragte sich, ob an bloßer Versuch dazu diesen nicht stutzig machen und gerade auf die Spuren lenken könne. Jedenfalls be schloß er, Roderich nur von der Sache zu reden, wenn er denselben in vollkommen ruhiger Stimmung träse. Dieser Entschluß war sehr bequem, denn man konnte Hundert gegen ' Eins wetten, daß Roderich nicht ruhig sei. Und in der That, bei Herbert's Eintritt fuhr er mit zorni ger Geberde auf. Er hatte brütend über einem mit Versen beschriebenen Papier gesessen. Was störst Du mich ? Was willst Du von mir i",fuhr er den Doktor an. . Nur immer höflich,"- sagte Heröert phlegmatisch, zu meinem Vergnügen komme ich wahrlich nicht." Zu meinem noch weniger," grollte 3!od?rich. Welche Ungewitter stehen denn wieder am Horizont ?" 'fragte Herbert gut muthig. Uns ahnte schon, daß etwas nicht in Ordnung sei, deshalb schickt mich PrätoriuS mit der Fraget wo Du beute bleibst." . . Wie konnte ichkommeiz, wie konnte ich kommen ?" rief Roderich, sich mit beiden Händen in seinen blonden Haarwald sah rend. Ich wollte ihr ja huldigen, ihr danken, sie besingen." Nun und...... ?" fragte Herbert, fchon begreifend. ,Und die armseligen! Worte wollen nicht herausstammeln, was hier so überreich quillt." .' ' Er schlug sich wild an seine Brust. Zugemauert zuaeznauert. Eine Felsenwand. O, wo ist der Moses, der mit demStabdagegensch!5gt, damltdje Quelle rinnt' , t Laß inich die Verse sehen, die Tu gemacht hast," bat Herhert mitleidig. Er war zwar in dieser Beziehung von seiner Urteilslosigkeit sehr überzeugt, dachte aber, daß Roderich eine fromme Lüge und Hanna ein paar schlechte Verse nicht scha den würden. , Roderich deutete ,auf.has Blatt, vor dem er. bei Herbert'ö Eintritt gesessen. Acht ' lange, schwülstige Strophen in achtsüßigen Jamben las Herbert mit Geduld zu Ende, um dann zu sagen: . Wirklich reizend." Rodrnch lachte gell auf.' Du bist ein gutmAbiger.Jznyrant," schrie er,'wenn Du wuptch wa?foein!

ntyait er zcyon errleiy. ein vye)ianonip, welck'es ilm böcblich.interessirtc und das seiner Weltkluabeit" große Vortheile

retzenv" M den Autor heißt. Das dumme Wort ivird zum Dolch, welches jeden Glauben an den Werth des Werkes ertödtet ! Reizend sagt die Gleichgiltigkeit, reizend sagt die Dummbeit,reizend sagt dieVerständnißlosigkeit, reizend sagt die Lüge, welche das Reizende" gar nicht , las. Reizend, reizend,' o es ist sehr unreizend, dies verfluchte Wort! Und ein doppelter Ignorant Du, der nicht empfindet, daß Alles, was ich in diesen acht Strophen zu sagen vermaa, der Ulrich von Llchtenstein schon so

einfach und erschöpfend gesungen hat : I : nrir 5 .V ... , f f.t C r jijo vllwr mir yover immy im )coanken ihrer Äüte, die' so reich macht mein 'Gemütbe, wie der Traum dem Armen !thut." ' Wie der Traum dem Armen thut," flüsterte er noch einmal, schlug die Hände vor sein Gesicht und lehnte sich, wie Halt suchend, gegen die Wand. o:r WnSi! u iwitA (krfMwliv(l jivwniu lfMVV yvvv innig und bescheiden, wenn es denn mit den Reimen nicht gehen will, versuche es in Prosa. Schreibe einen Roman. Und wennauch das nicht. geht, kannst Du immer noch die Flinte inS Korn werfen und an einen anderen Beruf denken." Rodericb siel ibm plötzlick um den Hals. Du hast ein Herz voll Erbarmen." rief er. Ich bin Dein Freund. Ja, ich will arbeiten aber nicht heute komm, loir wollen den Tag zusammen verleben, laß uns zu dem Manne gehen, der noch lachen kann, wie ein Kind. ' Dort werden wir auch ihr Bild scben meiner Wohltbäte rin.Bild." Er sah mit einem Schwärmerblick auf das Buch, welches Hanna ihm gesandt. Wenn er wüßte !" dachte Herbert erschüttert. Es geschah nach Roderich's Willen, sie blieben beisammen und suchten am Abend den Maler auf, den sie durch ihr Erscheinen vor einer Unbescheidcnleit" bewahrten, wie er sagte, denn er sei eben im Aegriff gewesen, sich abermals auf den Albertplatz zu begeben, allwo man doch auch einmal vor ihm in Frieden bleiben müsse. Am zweiten Weihnachtstag fand in der Poliklinik die bewußte Bescheerung statt. Die Gräfin Jllingcn schwamm in Bchagen, das beißt, sie konnte vor lauter Pflichten nicht zu dem kommen, was andere Menschen Behagen nennen. Sie mußte die zwei Dutzend Weiber, Kinder und Greise placiren, die verschüchtert der aufaenöthigten Freuden warteten; sie mußte die Damen beschwören, doch um Gotteswillen alle Plaudereien bis nachher auszusparen, da die Prinzessin bei ihrem Eintritt hier nicht den Lärm einer Schule vorsinden dürfe. Sie mußte den Herren Aerzten danken, theils für ihr Erscheinen, theils für die gebrachten Geldopfer. Sie mußte mitÄdlerblick immer noch einmal dieaufgebauten Gaben überfliegen, ob auch nirgend ein Zuviel bemerkbar sei. Dabei fand sie doch noch Zeit, ihrem Schützling und Liebling Doktor Erhard die Hand zu drükken und ihm die Leiden ihrer Geschäftigkeit zu. klagen. Herbert bewunderte sie pflichtschuldigst. Er strebte vergebens, auch nur einen Blick aus Hanna's Augen zu erbauen. IX. Ein neues Jahr ! Es war nicht vom Dezember bis zum Januar Frühling geworden, aber Meist Stephan wußte gar nicht, mehr, daß es Winter sei, daß wilde Schneestürme durch seinen Garten fegten und daß die Gäste, welche sich von draußen an seine große Fensterscheibe hingen, keine Sommervögel waren, sondern weiße Schneeflocken. Er war lustig, so lustig, wie sonst nur im Frühling, wenn die Sonne ihn zu allerlei Leichtsinn verlockten weiten Fußwanderungen bindn in die sächsische Schweiz, zu reichlichen Maibowlen mit lustigen Malcrfreunden, zu einer unacheuren, göttlichen Faulheit, in der cr Arme und Kopf ausruhte. ' So lustig wie im Frühling. Er pfiff und sang und seine drei Schüler, die in einem zweiten Atelier neben dem scinigen arbeiten, pfiffen und sangen auch. DieSonne, welche nicht am Himmel stand, schien doch offenbar im Malerhaust und es ging unter den Schülern de Meisters das unverbürgte Gerücht, daß mau sogar Möhling habe lachen sehen. Aber freilich konnte Niemand beschwören, dabei-gewesen zu sein. Einige Tage nach dem Weihnachtsfest beries der, Maler seine Schüler zu sich. Es waren drei gute, frische Jünglinge, alle drei sebr talentvollere drei bis zum Enthusiasmus für den Meister schwärmend', sonst aber von sehr verschiedenem Aussehen und Glücksumständen. Der Eine, ein junger Edelmann, hatte einer reichen Familie mit Kämpfen die Erlaubniß zum Kunststudium abgerungen, er war hoch aufgeschossen, schmalschulterig, mit keimendem blonden .Bärtchen im feinen, blassen Gesicht. Hier rief man ihn einfach Fritz". Der Zweite war der Sohn eines berühmten Landschafters, der bei dem Freunde seines Vaters, dem Meister Stephan, Studien für historische Gemäldr trieb. .Er war untersetzt, kräftig, schwarzlockig mit blitzenden Braunaugen ; er sah sehr nach Thatendurst" aus und malte mit Vorliebe Blut- und Mordszenen5 Franz heißt die Kanaille", antwertete er, fragte man nach seinem Namen. Der Dritte war ein armer Stubenmalerlehrling gewesen. Todesbang hatte er einen seiner Versuche zu dem berühmten Meister getragen. Und nun war er des Meisters Schüler und der Meister ließ ihn durch tüchtige Männer auch in den Wissenschaften nachholen, was fehlte, er kleidete und näbrte ihn. Was Wunder,daß der hübsche,bescAeidene, blonde junge Mensch sich hätte für den Meister todtschlagen lassen. Dieser hieß eigentlich August, aber der Bequemlichkeit, halber war einstimmig beschlossen, daß er den Namen Friedrich" annehmen müsse. Einige Tage also nach dem Feste versammelte der Maler seine Getreuen um sich ; er stand mit seinem Malstöck wie mit einem Heroldsstab vor ihnen und sprach: Jungens, könnt Ihr tanzen ?" Der verwegene Franz that sogleich einen Lustsprung, Fritz meinte, es gehe mit gutem Willen wohl, Friedrich sagte ich nicht". So.wird Franz Diebin dieser edlen Kunst unte"rweisen"be'fahl der Meister.

Dazu 'hat .man ein Frauenzimmer nöthigt, rief' Franz. z !,Dcnn Lisette ", gab Fricdrichu bee.nken. - Lisstte war die augcnblicklicheMchenmctzd.im Hause; aber da Möhlwg 'sich 'niemals mit der Hauszofe vertrug, hatte man jedes Vierteljahr eine neue. Großes Gelächter kritisirte den unnützen Vorschlag. Wie würde Möhling se solchen Unsinn erlauben. . ' Es muß, cbjnchnc Frauenzimmer gehm'" entschied der Meister. Ja, wozu soll er denn' tanzen lernen ?"

fragte Franz. Jungens, am emunddreijjigsten Januar will ich einen Ball geben", vcrkündete der Meister. - Franz warf sein Sammtbarrctin die Luft und fing es mit dem Kopf wieder auf. Famos !" schrie (r. Aber Friedrich fragte : Wird Möhling das auch gestatten ?" ' Der Meister kratzte sich bedenklich hintcr den Ohren. Hm"sagte er, ich denke, wir. verrathen. ihm keine Silbe, sondern machen alle Vorbereitungen ganz heimlich, bis esunumgänglich nothwendig ist, ihn einzuweihen. Und dann verheimlichen wir ihm auch die Namen der Eingeladenen, sonst ist er im Stande -itnV sagt . ihnen ab." ..... ... . ' . 'FamoZ, ' schr famos !" rief Franz wieder. " Und da dürfen wir doch beide Atelicrs dekoriren?" fragte der lange Fritz vergnügt. . . .. .. Dekoriren? Em Feen reich, muß daraus werdca", sagte der A!eister. 'Zeigt, Jungens, daß Ihr Phantasie chabt undsagt mir nach 8 Tagen, was Ihr Euch ausczedacht. Aber Schweigen ! 'Schweigen wie das Grab ! Sonst macht !der Möhling uns einen Querstrich." ! Seitdem ärgerten die drei Taugenichtse den Hausthrannen mit unheimlichen An deutungen von bevorstehenden Schreck' nissen, die ihn übcrjNacht'übcrfallen ivür den. Der Meister rief - seinen getreuen Diener an demselben Tag auch zu sich in das Atelier. Emsig malend an dem Spitzenkragen .auf dem Portrait der Gattin eines landsässigcn Fürsten, schaute der Maler gar nicht au f. : Möhling", sagte cr, von morgen ab wird jeden Mittag um ein Uhr eine Dame 'zur Sitzung-kommcn." ' Wieder so 'nc vornehme, hochnäsige .Person mit einer infamen Bcdientcnvisage hinter sich? Eö'juckt mir allemal in Zden Fausten, wenn ich die Kerls mit ihren langen Röcken und mit geschniegelten 'Zylinder in den, mit' weißem Waschleder bezogenen Händen sehe. Der ihrer" er wies auf das Bild kam sich noch vornehmer )or, als seine Fürstin selber. Könnten auch was anders thun, als cwig die eitlen Frauenzimmer malen." Der Meister war es ' längst müde ge worden, seinem Möhling zu wicderbolen, daß die Portraits ihm schrecklich vielGelö einbrachten und dqj er sie nicht ablehnen könne, ohne die Kreise, zu beleidigen, in denen man auch seine andern Bilder .kaufte. Diesmal",' sagte. er, ist es eine sehr junge Dame, und wenn sie wirklich von 'einem Bedienten begleitet sein sollte, wür de es Just sein." ' So Just na, der hört unser Ei' nen wenigstens mit Bescheidenheit an und nimmt sich, keine Kordialität gegen mich -raus." . Ich befehle Dir, sehr höflich gegen die junge Dame zu sein, damit sie von meinem Möhling keine schlechtere Meinung bekommt, als sie von mir - hat," sagte der Vteistcr, sich immer mehr in den Spitzeni ragen vertleseno. - Wird auch nicht von Porzellan sein wird auch ein Vtenschenlind sein wie anderc," brummte Möhling unzufrieden. Ihm . Höflichkeit acacn Jemand anemi pfehlen, hieß ihn gegen diesen Jemand i r v cf-..r. . -i . r . - nu ras i'uujscrue einneymen. o offnere er denn anderen Tags höchst mürrisch die Thür, als draußen in Begleitung nicht des erwarteten Just für den Möhling übrigens schon wegen der Kälte emen klemen Gllka bereit hielt sondern in Begleitung der alten Maria ein junges Fräulein erschien, von dem man vor Pelz und Schleier nichts erkennen konnte, als elne sehr schlanke und' behende Gestalt. Die alte Maria, welche die weibliche Vertrauenöperson im Hause Sliko ioar, hatte heute die Rolle einer. Duenna übemehmen müssen, weil 'die Baronin den Vesuch des Doktors nicht versäumen wollte und deshalb die Aussicht überWolf übernahm. . ' ' Lilly schob ihren Schleier empor, als sie im Flur stand. Ach," rief sie, ihren Muff mit einer Geberde des freudigen Staunens gegen ihre Brust drückend, hier ist es aber r. H cnRr,r: rr. r. r.r. -.. n . ui'ii. vwymti) ui; iv HU vn vlUUUl: tcr sah endlich sehx dumm aus. Lilly lachte ihn an. . ' .'.Sie sind wohl der alteMöblina. Da, geben Sie mir die' Hand." Sie sckmtelte ihm brav die 3!eck'te. Mein Vater war auch Soldat. 'Ja, ja, Vköhling, icy bin es le rennen doch die Lilly irhard, die der Meister soostgemalt haben soll ? . Er, hat Ihnen dock Alles von mir "tfl Ci,1 ' er$aru 5 Möhling schüttelte . noch - fassungslo den Kopf.! ' - cvrr . n- fn . Wie 7 icyis von mir ya: Jhnen'erzählt! O, daseist aber merkwurvig vom eitelster: - ch denke, Sts sind. hier die Hauptperson im : Hause und der Meister hat keine ' Gebeimnisse voe Ihnen.". - . Auf dem grimmen Gesickt des Alten ... -u ir v.-r . . rJ ' jv-. : weiierieuwrele cm gefcymeicheltts ' La cheln. . ' . Allerdings bin ich die Hauptpersonch vertrete sozusagen hier Vaterstille denn wenn ich nicht hier-auf- Ordnung, Fleiß und Sparsamkeit - sebe, möckte ' cs schön um den Meister-aussehen. Aber dabei hintergeht er ' mich doch von Ihnen, Fräulein, hat' er mir Nicbts ger ' r . . 1. . . - '. ' em)!. ,.O, wir sind ia sehr, alte und sebr intime Freunde," sagte Lilly. - Ich habe den Meister sehr lieb. Aber Sie nrüssen mich auch lieb haben, Möhling.denn sonst mag icy nicyr errommen. und ich werde auch dem Meister tüchtia ins Gewil sen reden, daß er Ihnen dankbar sein r rt u 1011." Breit und voll gmg nun die S von Möhling's wjchtiger GönnerMst über Lilly auf. " Möhling . fühlte,'V

onn

hier endlich einmal widerstandslos anerkannt als Respektsperson über dem Mei-

stcr. Mit-einem Micnenspiel, welcbes : . 's Sri r r. . Zwisten Gönnerschaft und Aewundenmg für die muntere Kleine schwankte, sprach cr raul): Wird mir eine' Ebrc sein, das Frauleinchcn zu sehen. ' Wie sollte ein al tcr preußischer Soldat nicht csn Soldatenkind lieb babcn. Wclckes Zlkegl mcnt?" . . Lilly verstand, daß er das Regiment lvissen wollte, bei dem ihr Vater gestanden." .. . ' , Fünfundachtzigcr,". sprach sie, sich in Militärische Positur fetzend. Preußische nsanrene. , ' 1 :- Ein braves Rcgimmt,'" antwortete Möhling die Hand- an -die- Mütze,' 'führend die.ernie abnabm 'als wolle 'er ihr persönlich ein. Kompliment madeN. ' ' ' . i j Vl. ... , t!. - - , v i .Sehr brav bestätigte Lilly stolz. -Aktiv welche Charge?" fragte er respektvoll weiter. ''1 1 , Ach,mein armer Papa ist als pensio.nirter Major cm ben Folgen einer Äerwundung vonVierundsechzig gestorben und die Mama ist auch schon todt," klagte Lilly ivie ein trauriges Kind.''. Nun drückteibr Möhling stumm und k'.npsindlich'kräftiq die kleine Sand. Der Bund war vollst J oig gqchio rn. - - - - , iY v . . r t t .. . 1 r9 - - . , ! ; ,,'coyiing'." schou oieowensilmme des Meisters .durch das Haus. - Ehe noch der alte Äieneran die Tbür des' Vorzimmers 'eilen konnte erschien .der Meister - schon in derselben. : r - Halloh rief 'er, - ),schwatzen , wir hier im Flur ! Kleine, das schickt sich ja gar nicht. Ich höre da drinnen immer ein 'silberhelles -Schwatz - schwatz und ein gräßliches Br'unnn-brumm, und denke : das kann nur die Kleine sein, welche sofort anfängt mir. den Möhling durch Liebenswürdigkeit, zu demorälisiren." 'Ifhi isiir vct Ach was schickt sich Nicht !. ' Ich wciß rccht'gut, daß man nicht mit den Drmestien sprechen darf, nicht mehrals man muß, die Baronin hat es mir gesagt, das: 'wir nur mit' unserer Maria traulich sein könnten" hier nickte sie der Frau zu, die geduldig' wartend da "1"Y "vv . I stand 'aber Möhling ist ja kein Do mestik. Er vertritt hier sozusagen ater stelle.' : - Mchling iiickte ; das war dem Meister sehr gut, sehr gesund, daß man ihm ein mal die Wahrtit .sagte. Ät'öl'ling Vaterstelle," rief der Meistcr vergnügt. Es ist prachtvoll ! An Strenge läßt er allerdings nicht fehlen. Komm, 5i leine es ist Arbeitszeit. Lassen wir den Brummbär." - Er zog Lilly mit- sich in das Atelicr, Maria folgte nach. . ' Lilly kam jeden Tageiitweder von der Baronin oder von Maria begleitet. . -Die Baronin sprach häufig, ihr "Erstaunen aus, das; diese taglichen Sitzungen so lange nöthig seien, da der Meister ihrer eigenen Gegenwart zu dem KleopatraBild lange, so oft nicht bedürfte. Meister Stephan malte abwechselnd ; an beiden Bildern, cr war überhaupt, trotz seiner übermüthigen Frtthlingsstimmung von einem unermüdlichen Arbeitseifer. Das Bild der.Varonin.in den Gewändern der egyptischcn Königin schien ihn selbst zu begeistern, cr that sehr geheimnißvoll damit und' Niemand durfte es sehen. Aber die Sonne meinte cs doch gut mit dem Meister, sie ging jeden Tag um vier Uhr 'unter und nahm ihm dann 'den Pinsel aus der Hand. Der Ball rückte immer näher, end' , lich trat die )!ötbiauna gcbicterisch an den Meister und ftine drei Schüler heran, Möhling das Gcständniß des beabsichtiztcn'ungchcucr:n Leichtsinns zu machc'n. Möbling !" warf der Meister eines Abends so hin, als er aus einer Ottomane in seinem Atelier lag und aus. einem Tschibuk rauchte, Möhling, ich bin so oft mit Einladungen überhäuft,. daß wir da- . ran denken müssen, uns einmal zu revanchiren." "" '. Möhling reinigte diePinscl. ' Sie geben 'ja - allemal- int Sommer 'ein Waldfest es kostet uiss!,immer ein schweres Geld, denn der- Wirthda 'in 'Tbarandt versteht die Kieidezu handbaben." Eben deshalb wollcn.'wir's einmal bei uns im Hause geben," sagte der Mei- : stcr eifrig, den Sl)arsamkeitspunkt betoncnd. ' . ' ' ' . Aus Sparsamkeit?" fragte Möhling höchst mißtrauisch.' ,Na,' davon können 'wir ja semer Zeit noch reden, bis zum 'Sommer ist es nocb lana." .' . (Fortsetzung folgt) ; Asm lulande. ' 1 E in Gatt en'm 0 r d v 0 n g anz monströser Art ist in dem mährischen Orte Klobouk verübt wordeis. Das Weib des dortigen Taglöbncrs Joseph Jllck, ?!amens Äa'rie Jllck uriteihielt mit dem HäuslerHranz' W.'liMy, welcher seit sieben Jahren von seinem Weibe getrennt lebt, cin intiines Liebesverhältnis;. Marie Jll?k un Ihr .Mann Joseph Jllek wareN mit einer Krankheit bchastet, und wurde ihr gerathen-eine Salbe zu bereiten, sich mit derselben zu b'streichen und hierauf einige-Minuten . im heißen Backofen zuzubringen. . Diesen Rath befolgt.' nun das cbebrcchcrischc'ib und beschloß, sich bci dieser Gelegenheit ihres Mannes zu 'entledigen. - In der Wohnung ihres Liebhabers .Franz Wclinsly, in welcher der, Backofen von den Haus' grossen, zu , welchen . auch . das Ehcpar Jllek geHorte, gemeinschaftlich '"benützt' wurde, machte Marie Jllck am' 17. Juni ein arcjW Feuer an, .backte Kuchen und öcstrich sich ftldst lid -ih.cn Mann mit ocr W:,dc'rsalbe' Jhr Liebhaber vranz Welini'h, - ihre, Schwester ilnd..die Nachbarn Th'or.ias Foretnik undJawurck waren zugegen. -. 2tarie lltt. jlieg sodann mcrst in den Backofen, aus .welchem sie J ' r W.. -.'. ... r.i aber nack wcniaen Sccundcn wieder her eran.i in ibren .Mann, -noch - cinmal in dcn Ofen zu kricchen.Er wollte aber durchaus nicht. ' Daraus!' umpackten ihn sein Weib, Welinsky und Forctuik,. prügelten ' ihn ' nnt sStöcken,' . oandcn ihm schließlich Hände und Füße und steckten ihn gewaltsam in den Ofen.- Dir Nachbarn borten wohl aus deni Hause des

auökroch. Hierauf stieg ihr Mann selbst freiwillig hinein, 'kehrte aber nuch nach kaum einer Minute Zurück' - Man? Jllck

Welinsky Schreie kommen, welche nach und' nach verstummten, sie schenkten denselben aber keine Beachtung. Erst Abends wurde der Taglöhner aus dem Ofen herausgezogen, er war aber bereits eine Leiche. Am anderen Morgen wurde dem Arzte in Klobo:-.! angezeigt, daß der Taglöhner Jllck Nachts plötzlich verstorben sei. Der Arzt, der Bürgermeister und der Gendarmerie-Postensührer begaben sich in die Wohnung der Jllek ; sie sänden, daß der Körper des Todten mit Brandwunden bedeckt war, und das Weib erzählte nun den Vorfall. In Ge rgweis in Niederbaiern wurde dieser Tage die alte Thurmkuppel abgebrochen, wobei die Bauleute mit dem Rechte des Stärkeren die darin. 'befindlichen Dohlennester' zerzausten und herunterrissen.' - Sie waren ' aber nicht gering erstaunt, als sie mitten darin auf eine ganze Sammlung'gestohlener Gegenstände stießen, die die diebischen Vögel im Laufe der Jahre zusammengeschleppt hatten. ' Als Haupt-Trophäe brachten sie eine silberne Tastenuhr mit Kette zu Tage. . Ob der einstige Besitzer derselben bet dem. seinerzeitlgen , rathselhaften Verschwinden nicht einen Unschuldigen in Verdacht, vielleicht auch nns Gerede gebracht haP- ' ; Tolle Streiche bat die britische Miliz von Stasfordshue-Eaval-lerie zu Lichfield verübt. Am Freitag, den 20. Juni, kam es in dem Theater des kleinen Städtchens zu sehr stürmischen Scenen im Zuschauerraume. : Schauspieler und Schauspielerinnen ' wurden

durch sehr banale Zuruse unterbrochen und mit Orangenschalen :c. beworfen ; schließlich aber unternabm die eroberunzssüchtige Miliz einen Sturm auf die Bühne, sperrte die Schauspielerinnen, die sich in die Garderobe geflüchtet hatten, dortselbst und den Director m einem Zimmer ein und zog nach Vcrübunz diescr Heldenthaten triumphircnd fort, um den Ulk" in den Straßen tvcitcr zu betreiben. Am Sonnabend wurden die Ercesfe noch schlimmer. Die Officiere gingen dabei mit schlechtem Beispiele voran. Gegen Mitternacht, holten sie eine Leiter und zogen johlend! von einem Hausen ihrer Soldaten begleitet, durch die Straßen. Sie stiegen zu den Fenstern mehrerer Bürgerhäuser empor, öffnetcn dieselben und wünschten gute' Nacht", wobei es zu allerlei Scenen kam. Dann zogen sie, unter beständigen Kämpfen mit der Polizei,, nach dem Marktplatze, legte. die Leiter an das Denkmal Dr. Johnsons und machten ihn mit Hilfe von Stiefeoichse , und Bürstet zu einem Mohren". Gaslaternen' wurden aus-, gedreht,' Ladenschilder übertüncht :c und die Polizei geprügelt. Am Sonntag herrschte in den Kreisen der Büraersck'ast eine sehr erbitterte Stimmung und ein -Zusammenstoß zwischen der' Miliz und der Eivilbevölkerung schien unvcrmeidlich. Oberst Bromley Davcnport suchte durch Zureden die Erregung zu dämpfen, wurde dabei aber plötzlich vom Schlags gerührt. Was sein Dazwischentreten nicht' zu Wege zu bringen vermochte, das that sein plötzlicher Tod. Im Anblick der Leiche ihres Commandanten zogen die Milizsoldaten ruhig nach ihren Quartieren und der Frieden der Stadt wurde seitdem nicht wieder gestört. Die bedauerlichen Vorgänge werden in.der englischen Presse sehr abfällig besprochen. Die zur Uebung einberufenen Mannschaften dürften wahrscheinlich nach Hause geland: werden. ' in seltenes Ereign! . ive!. sich wahrend M Gotlcrdiettste in cina .rlimr S'.'nagoge der wohlthätigen l i. ik'.eindc' u.i'g, limd in folgender Wv ife. g. s . ildat : Ans Anlaß des sieben: en Slisiungefestes der Gemeinde hielt der Prediger Dr. Landaberger eine Festred'. !?i;lich machte sich eine unruhige ':v'gui'g in den vorderen, in dcr Nahe der Kanzel gelegenen Reihen bemerkbar. Der Prediger unterbrach seine Rede, stieg ein paar Stufen binunler, kel'rle dann wiederum auf die Kanzel zurück und verkündete pölzendes : Meine Andächtigen ! Ein sännerzlick?cr Augenblick ist gekommen ; u::scr licb.'r Mitbrudcr und Gemei:'.dcäl:ettcr K. ist soeben plölich gcftt'rben." Regungslos, mit gebrochenen. Augen, das Haupt, zurüefeult, lag der vierundachizigjährtae Greis da. Tiefe Ergriffenheit bemach tiat sich der Gemeinde ; "nach einigen Minuten soiderte. der Prediger auf, für dcn soeben Verschiedenen das Sterbegebet zu sprechen, und Höre Israel" :c. ertönte es in viclhunde'rtslimmigcm 'lufe.. Die Leiche sollte nun aus der Synagoge hinausgetragen weiden da begann der Todtgeglaubte sich plötzlich u gen, die Augen aufzuschlagen und das Haupt in erheben. Ein Schlaganfall hatte den Greis getroste und ihn in einen Zustand des Scheintodes versetzt, welcher mehrere Minuten währte. Derselbe Greis, um dessen Tod bereits ein Gebet entsendet worden, erholte sich, nachdem man ihn mit Wasser besprengt hatte, zusehends' und wurde uach seiner Wohnung ceschafft. Die unterbrochene Festpredigt wurde in Folge der allgemeinen Erregung nicht fottgcsetzt.. - - Ein Beitrag zur Geschichte des Anstandes. ' Unter dieser Marke veröffentlicht die Ostd. Volksztz." solgcndes Eingesandt": Es war am 17. Inni, als der Lehrer G. aus George'nburg auf der durch diesen Ort führenden Chaussee einen Spaziergang macht und unterwegs einem bekannten und : anständig aussehenden Herrn begegnete, den er höflich grüßte. Dieser aber erwidert den Gruß nicht, sondern wendet sich nach kurzer Zeit um und beehrt Herrn G mit folgender Ansprache : Wenn Sie Ihren Filz nicht tiescr lüften können, dann lüften Sie ihn lieber gar nicht ;' überhaupt halte ich von dem ujj eines armen Dorfschulmeisterleins - Iveiter ' Klasse nichts." Sprach's und ritt von d'annen. Nun",, wird der Leser sagen, solcher -groben Verstöße gegen - die Gesetze des Anstandes kann man sich doch ' höchstens bei ' versehen." , Weit gefehlt ! Kein anderer als der hoch aristokratische Rittergutsbesitzer Herr 'von Simpson-Nettienen (Sohn des bekannten Zteichstagsmitgliedes von SimpsonGeorgenburg) war es, der den Lehrern diese freundliche Außenseite gezeigt- hat. i Vorstehendes Bild hängen wir be londers den Lebrern hiermit niedriger.

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"-T.t X ihp m' ' ' . WWWWW-. ' W "v ' '-Tl mu Eisenbahn -Zeit -Tabelle. Ankunft und Abgang de? EisenbahnzÜge in Indianapolis, an und nach Sonn, tag. den 11. Mai 1884 kledeland, Columbul, Cincwnati und Jndia. napou, iseudahn (Vee Lmr.V .Nbgang; Ankunft: RP9rfl.. 4.10V nderson ac.lt.U 0nt DaztonHlk.1l'.lgm s.... 7.30 R 2 3 Soshen Si5.25 Via St Lr tZg 6.4t) Ar.w Anderson e... 2.ID .,JStLrs bMftn V 1 VS.lU.3j rightwosd Division, E. T.C.uud I. Lbgang Uglich. 4G7Jat. täglich. .40 lu.lö Km 11.15 Cm 2 m 3.30 3lm tf alii. 5 55 9lm ......:li)5 .Z.w 3.2&a 45 tägliche b0 . 7.3J Nm iagil.I0.3K Pittäburg, einkinnati Se St. Loni isenbkhn 31 ?) 3$ 83 3 n Stich Lee aal. I täglich 4.22 l'rn D AS St f.uljf. ncrnrntngonnt.l) 45 vm RD lluig. Sonntag.... 4 (Ht 9irn VVWBP I glich 1!) . 4 köm Danton 9 autz - onnl 4.55 Bm ffcnom Snr:t. 9.40 fim SPW P 3r täglich l!.37Cm ff O C aal. Eonntag .... 5,37 Km 5J v y a 10 $ J6l täglich Iu.20 Dayton Ex au. SonntZgt 10.10 Chics ga Rsute dia Kotoms. lkkieasa &ntH Jnd' ou. Lchnell,ua... 3.19 0 Jdxl' Lou. kZ t3g.. .....11.13 SkM EhicagoErrrei.lt t rxres 3J3 lerre Harte. Vandalia & Et.Louit Eisendahu. aU Train 7.15 B T.aa Ars. f I KS chneU,, 3 5J ail unttce...liUMBm laa ff;Frti ... 33)Ka f rerreHeut fit. 4.t Rm I Ai ' k r nc r i;s Will und... IM Um Ciurinuati, Jndiankpolis, St. Louii n. Chicago Mr. &it,iM,,4S .w.R .vuvwy i. iiikwituit IVijlvM. . LKLouiio.ZZ L. 4.(41 Cm Indianap Cr: 1 0stern mincicnau ruc ; iw inewnati cc.11.0 r. C.HQrr ic. S..45 fl Ä'BtUfp. tl.iUR eitern r ... 4 4Z eta g 8 tlglich 1 cc. 10.45 Eine, r.cc L.5d m j Chicago Didision. Po url Ql. 0.55X5 lzieag Mail p.:2.10 Bester fr 5.10 3! hie Lou I . täglich e eul.. 21 Km Lsfaoetf scc ..10.4g L Mail p e.. .so tnctnnatt . 40 08 täglich tc 11.30 j: Zeffersor.ville, Madison ukd Jndl'oadolit - - : r...c - viicnoaB. ad Sr tla !. 4.. 4.il1Lm j JndNadaN. 9.45 cc... 7.25 m ' änbblctjugii,43 latl 3 50 9lm j St y 9t l 9t . 7.00 v Bat 8 ad cc ?lnbM4k kdend iv tag 0.45 jin 1 et s z tag 10.45 am Wadash, St. Loui & Pacific. t5hic Skail 7.15 B 618 9 trt5 2.00 Si 2.1t Nm hiNich Er, k c.s n.:u?j Toi tW r..ll.3J(!ft Dkt u Sd oil. tJUtim Jndiana, Jloomiazton ndWestern Kistubatzn Pae in Ko.ll.. 70 m an Ter JLre 5.10 m Erasfordv.Ace. N a t tägti.10 s:m Ostern 3 x. ragn ZiOv me Sxee 11J5 tlantie rN. .15 5; Et. LouiS Didision. Veeefteld klce... 6.30 I Nacht r 3.55 Cm eil u Tag.?.. 8.05 Set 1 all u Tag 8j. i.iW acht x 115 s Morefield et.. .10 Ocsiliche Division. Oestl.Era:l....4.?LVm l Tacisie rreß... 7lX'Ä Tögl. cpreß....lt 4Zm 031,1 Sl 10 35 Atlantic ;x.... 4zNm s Western Erx .... 4 45 Louisbille,New Albany & Chicago. Air.Lme. Ehago ffr tgl.. 13.00 JTm El,!cags r. tgl.. 3.103m Äonon Llc .... W.ZV Viich. Cit? Chi:. DZonon See 5.0 Km ich Eito gbicaa. Er Mail ll.UXui r au 4-roc Indianapolis nd VincenneS Sisenbain. al! eiro ?z 7.04 v I weennel ee..l0Z4 , incenne cc . 8.39 9im Kail tr,. 4.W , Indianapolis und St. LoviS Eisenbahn. rag Srrreö, er. StVul tZz iagi,,!y 7.ju cn oft u St L C. v 15 R N Y U Lt L El täglich i u cc.10 f. f.m LocalPaZsenger. 9 50 Täy?rcctägl. eNa Jndianaroli Ve 3.l5Nv. c c .1 S5 kiNclnnati,HamiltonZ.JNdianapoliS?isenbahn. Jndp SiLouiS 4.00 L onervillekc 4.?0 N Andxlu St. L. .40 N Ctn.,D.T.N.Al.iOBul Cnm?i!U3K 8 SO Lm Mail II.tOOrn Jnd, tt CiSouil 10.40 Cnrinnatiürc 5i0 9i - Aüg nit r. e. Ledr.sesseI,!Zt mit Schlaf.ZLöe. it x. ?-ui,. . "nt ' rti? Ms lSMe der Zndiaua MhÄMS ! cmpsikhlt sich zur Änfertignttg von Rechnuttgctt, Cirkttlaren, Briefköpsen, Preislisten, Qttitt.: Eintrittskarten, t . . Mltgliedcrkartcn, Brochnrcn, Constitutiouen Adrehkarten,