Indiana Tribüne, Volume 7, Number 292, Indianapolis, Marion County, 11 July 1884 — Page 3
Südlich. J I &I R R Xc kürzfg? u&s Kkfle Lain ach Louisville, Nashville, Mcmi)hi3, Chaltauooga, Atlanta, Savamiah, Jacknnville. Mobil ftnd New Orleans. SZ ist vorthetlhast für Passagi-rk nack den-. Silben, eine direkte Staute zu achmen. Palaü. Silaf- und Par!orWagen Zwischen
Chicago n::d LeuiövMe in Zt. Loui' und Lonisvillk ohne Wag,nwechset fcomfoti, Zchnclligktti ad Sicherdil biete! '.Jesi' ''5!tt M'eilZsskgk 5. HU. & B M. t . I. Dorlng;, Äisislk,,: General Paffagier.Agent, Psrnt .1 AZ!i,ig!an und Jllinoi? Ztx-, Jndxl K W M. Kkw Siiprinteminiit. ?Iiiiii-, -1 . -ouls and IMitMburjT lfcn I Iroad. 8fil-1 I -' kf rurd) brnbf ant ?ofctl3ihr 17. ftr- 8S ant t'tj1'" HntO'if-rct,$nMil.. 'oigt: tan?'- , 5chni:igIiZofizg Schnllzg I eem da ndlanavi'.'.'-tLm N0:ttB 2 ...., I, .ca.. l'VKDrn 14.0031 6:13, e:so. k.Samb'gEit? 6vn 13:Jlrn 6:U 7:1? , 8:57 . 8:59 , 9:52 , lt:) ., NichMSNS ... Danton - Piqua , Urlui; So'u '. . L'eu-ai! . Lteudl'vill ,. Wt.a . 1fiUbu;u HarrlSdillg. , tialtiinotc .. süatyinaton . , Lhlladelvdia t:vi . 8:L7 . :c . II :,' tv:S'2 b:"i I t:3 i:37 3:3J 3:17 M 10 2:37 t! in 4:24 . 8:02 , :17 7:'i . n 7:4J . . 7: '4l . j 11:2 1 . j S:25Am 2:'iRm 5: 11 in ß:-2 . S::S 7:30 . 7:sSm : yett.... VSflvN Tätlich, i Täglich, ausgenommen Sonntag. , Pullmann' 5'alaft. chlas. und Sotel-Wagen uich bi juttiborfl. Harritburg, Philadelphia und 'ork. ohne g'chjkl. Vloi ein Wagenwechsel ach iaUinioti. Ä'hi'iglo und Oston. rjf Falz-karte:, nach alln Oestlichen Städte find in allen Haupt. Fahrkarten. Bureau d Westen und in dem tadt.Bureau. 9Ct Der Jllinoi und Washington Straße und im Uuion Depot Bureau, I?dtana?oZ, zu haten. SHlasmagen.Aarten tön nen im Lolaus gesichert welde durch vUkatton bei den vicntn im Ltadt.Bureau oder im Union Texot ,u JttdianapoliS, Jd. H. R. Gering. . . P. A . srdost.cke Washiug. tsn und Jllinoi Straße. Jnd'xl. Jaineö Lrea. Nanaae . Solumdu, Ohis 9. . ?t o t d. enl. Pasjagier und Tiet.?gnt rttt bürg. V. Feucr-A lrm-Slgnalc. i tenuhioania uud Market. i Hauptquartier deS ffeuer D'rartmen'.S. O''5:r,fv und kw f)xl. 7 Rodel und Nichigan Ctraßr. ?:,w Ier;.,Straie und Mäffachusettkv, . 9 äzHuftp" und S:?!d?tra5e. !2 1ü?;,chttsi,ttS 'vr. nah, ob!k ?!r. i.i ttUroai Zu, und ert ißayn Ast. 11 ?ki!e? und rt Staune Ävenu. 15 C4 eir. u?'.dV:affachn?et:Z'p' IC :iflUn Hvt. uns SZh Str. 17 Park Ave. und Butter Str. 13 B :rroaZ ?tr. und Malott Ave. li? ..r?c uno ;ohn Str. 12.1 pLcge Äve. und Siebente Str. l.'t 5!adamck und Ziebent ftii. Ii" iue.iMan und Tiebkvte '16 ,,,-.d4 tr.u Lu-ci'l" t 127 Äu??lell:lngi.'Leböu:. 121 Lentra! Tse. und Achte 5tr '-Ulaniiir.dorrifOT Ltr 132 Rodzmrlon und Adi'.t 5u. 131 College Ävt. und kynre e?tr. 135 Home Äve. und Delawar 5U 156 Delaioare und öitchigan tx. 21 St. Ise Str., nshe Jllinoi. Pennsylvania und Pratt Str. 25 No. 5. Engine House Sech, nae . t Ä'.ssilZirri und Tt. Slair Str 27 JinoiS und ichija Str. Sä Pennsyloania Err. und Home oe . 2a Wijstksixxi und Sterte et:. 212 Zeiiiine und William ti. ÜIZ Pennsylvania und ZZichtgan Str. '214 Jl!i:,oi4 und Herbert Str. 51 Jndiana Äve. u:ti Wiiian 32 l:c:tiian und La'.nu: et:. 31 CaINo:.lia uvd ernittt f tr.. 35 1 ;te und 3ieu ort Str. 36 Jndiana Äve. und Lt. SUir Cli 37 Stadt ccfjvta:. 33 malt und No:d Str. A Richigzn und ÄgneZ Tl! 31 Wt und Walnut Ztr. 313 Wes! und Dritte Str. iU 5te!en!e uni coi:c 5t r. 11 WaZhinzts,,, nahe 3ft ts. 4U Seite ndotf und Washington t.. 13 Wlssaurt und Rew l)c:f Ltr. 45 Meridiau und W!ihl,!g:n 43 JUinoii und C$io Str. 17 Tennesse und WaZd:::ütn Ltr. 48 Zkinzzn' Pt! Hous. 4S Jndia.,ola. 412 V,i?sou:i und Narlan Zit 413 !MssiZ?.xxi und Wadas'z Ltr. 415 ?rzuson'Z Por! House. 421 I. B. & 13. su"d out ' 423 Jnsane fifa'.cn. öl IllinoiZ und Merrill Ctr. 52 Jlli.isi und Louisiana SU 53 Ü2st und NclaN? Ltr. 54 West und South U. 5o Tennesiee und Keergis Stl. 57 Vertdtan und üag St:. 58 iSabiloa Ä!. uni Msrri? St.. S,1sdison Ave. un Tunlvp Str 512 Keil und AoZuzosd Str. 513 itentulg Zot. und Ärriii. f. 514 Union und i)tcmi SU 51C JiinöiJ und RanUi A17 orrtl und Dotai Str. 61 South nahe Telawore iU. C2 Pennfvloania u.i Vomitann t 63 Delaware und VcEar,? Ltr 4Zft und McEart? Str. .labama.und Lirgiana So. C7 Virginia Ave. und Bradshaw 63 CH und Ssdurn Str. 9 Pennsylvania Ltr. un Viadtsw ,. et2 1cSernn und Dougherty Str. 71 Virginia Ave. nah Huron Ltr. 72 Ost und eorgia tr. 72 S:ashng!on u,:d Benton zt 74 ?enton h; 04ttgtu äi 7fi Lockst Ave. un P,!,. t 7C CiUon und vateS Str. 7h lrziniaAve.und DlNon. ?J Welcher Ar, unk Dillvn 71' Gxruce und Prospekt 'Ll?. 713 S .!:sh Ave knd Laul Tti. 711 rang, nd Ollve Gtr 715 b:fc tanx :r. l e.s Jersey tr. "fSaHjinjiton und DrUirat St Cft U7.S eari ;tr. 4 -Ktm ,rk und O)av,d1: 5k 85 Tand :i,miiu,Anstalt er. Staate Arsenal Orientat und Washington , KrarkttSesängnii 12 o. 8 Schlauch-HauZ. Ost Washingtonstraße. S'3 artet und Nebl, Str. 814 Oht und Harve, Str Rar?!znd nahe lettfcian Str. 92 l'tridian nnd Eeorgia Strafet. 1-2-1 Privat Signal. t-2-1 llnd Äasten wiederholt, zweiter Alarm. Z!1 Signal für ZZeuer.Truck. .Zwei Schlage, Zeuer aui. 'Drei Schläge. Druck ab. üls Schlaft, 12 Nhr lUittag.
Herbert's Schuld.
Roman bon I. Bo h Ed. - lFortsedung.) vm. Es zeigte sich, als dieser Abend zu Ende gegangen war, daß weder der Maler noch Marthoff Lust hatten,ihre Wohnungen aufzusuchen. Graf Adalbert beabsichtigte aus bekannten Gründen noch Herbert zu begleiten ; die anderen Beiden zeigten aus unbekannten Gründen dieselbe Absicht. So machten die Herren schon auf der Treppe aus, daß man die 9tocht in Herbert's Wohnung bei einer gemüthlichen Bowle beschließen wolle. Eine'klare Winternacht hatte sich auf die lustmüde Stadt gelegt; Mitternacht war nahe, abernoch hallte es inden Stra hen wider von den Stimmen und Schritten heimkehrender, oder noch umherschwär mender Menschen. Bor dem Palais, auf dem Albertplatz wanderte auf rn gegenüberliegenden Trottoir ein einsamer 2)fmi auf und ab. Schaut Euch den Menschen da an," sprach Hattenheim, stehen bleibend, für Einen, der auf .ein Stendezvous wartet, geht er 'zu geduldig, für einenPolizisten zu'unruhig, für einen Einbrecher zu laut." 3toderich !" rief der Doktor laut. Der Mann drüben auf der Straße schreckte zusammen. Herbert eilte zu ihm.' Mensch, was machst Du hier in der Winternacht?" .,Jch warte, ob mir kein Weihnachts licht aufgeht," flüsterte er, u den Fenstern der zweiten Etage von ves BarpnK Palais emporschauend, oft steht sie dort oben, spät, allein und starrt w du 22gi hinaus." Herbert schob seinen Arm in den des Freundes, zog ihn mit sich und flüsterte : Sie'sendet Dir. ein Geschenk komm mit in meine Wohnung,. Du sollst es haben diese Gabe gleicht für Dich einem Ritterschlag." . Roderich hatten keine Zeit, sich nochzu träuben, er dachte auch nicht daran, denn eine Gedanken waren trunken von dem. vas Herbert ihm eben . gesagt. Er ließ sich die drei Herren, vorstellen.und schloß sich ihnen schweigend an. Lange Zeit merkte . er noch gar nicht, daß der Meister Stephan es war, der n'eben ihm herschritt. Der Maler wartete geduldig, daß der Andere reden solle, er hatte bei Tische keine Mitleidspläne geäußert, aber bei sich sogleich beschlossen, diesem Manne näher zu kommen. Endlich fuhr Roderich auf: Verzeihen Sie meine Hckweigsamkeit, aber ich magngern mit Leuten reden, die ich nicht kenne." Aus demselben Grunde schwieg auch ich Aug in Auge will ich denrst fassen, dem ich ein Vmchtheilchen meiner Gedankcn gönne," antwortete der Maler. Die Antwort gefiel dem scheuen Mann. Sie schwiegen weiter und trotzdem fühlte sich Roderich dem Maler dann schon beinahe vertraut, als sie zusammen bei Herbert anlangten. Der Doktor sorate Zlunachit für leuchtung, trug alles Nöthige zur Bowle herbei und schalt daneben weldlich auf seinen Diener, der noch nicht' heimgekebrt war. Meister Stephan sah sich bedächtig genau die . ganze. Wohnung von Lilly ö Bruder an, kam dann zu Herbert, klopfte ihm auf die Schulter und sprach: vcun wem lw, was es ist, das mir an Ihnen mißfällt; nun weiß ich, weshalb' ?ie mit dem da befreundet sind. vt wies mit dem Daumen rückwärts auf Hattenheim. Aas haben Sie an Hattenelm ausizsetzen ? Er ist sehr oonims ll saut," ägte Herbert, Wasser in den Kessel über der Spritflamme angießend.
Uornrae u laut cornrne u laut. Das ist Euer böses Wort. Wenn Jemand nux coimn il - saut ist, fragt ihn der Tchfel danach, ob er auch Charakter hat," schalt.der Meister. Und was mißfällt Ihnen denn an mir V fragte Herbert, ohne beleidigt zu sein, denn dem Meister konnte man nie etwas übel nehmen. Es ist ein Yeikles Wort, man bringt's einem Atanne' gegenüber schwer auf die. Lippen. ' Ich verschweige es, bis Sie es nicht mehr sind," sprach der Malers ihm iief und herzlich in die Augen sehend. Herbert hatte das Gefühl, als werde er roth. Ich würde," sprach Marthoff hinzutretend, dem Meister es nicht ungestraft hingehen lassen, daß er Ihre Schwester so ohne Erlaubniß malte." Jawohl, Strafe muß sein," rief Herbert, ich verlange eines von den Bildern für mich." . Die Bilder der Kleinen bleiben, wo sie sind," erklärte der Malxr rundweg, aber ich will Ihnen ein neues malen so wie sie letzt ist. Meinetwe gen können die Sitzungen morgen losgehen." Abgemacht." Ach, wäre ich doch auch Maler !" seufzte Marthoff. ' Dann dürfte Ihnen die kleine Lilly doch immer nicht so ungenirt in'S Atelier kommen, weil Sie kein solcher alter, ungefährlicher, häßlicher Rauhbart sind," sagte der Meister mit grimmen BeHagen." Rodmch saß unterdessen still im Winkel und schwelgte in dem Anblick des Buches und jenes Wortes, welches Hanna hineingeschrieben. Sein Herz war überströmend voll von Dankesschwärmereien, die er jetzt die Kraft und Sehn sucht fühlte, in stolzen, üppigen Zihyth'men hinfließen zu lassen. Ein Gedicht an sie ! Eine Hymne auf ihre Scbönheit und Güte. Sie ist ein erhabenes Weib," rief er endlich, als der Maler und Herbert ihn ermunterten, sich doch ihrem Kreis anzuschließen. Kommen Sie in mein Atelier," sprach Meister Stephan, dort finden Sie ihr Portrait. Ja, sie istaußerordentlich. Aber sie ist wie ein Räthsel. Und sie hat mir den wunderbaren Streich gespielt, sich plötzlich zu verändern." Wie so?" fragte Martboff, das
sinde ich nicht." Hattenheim' lächelt Herbert horchte mit Herzklopfen die Ant-, wort. Ma!lcraugen sehen mehr, als die Augen anderer Menschen," erklärte der Meistcr, früher war ihr Wesen Jkuhe, nicht die harmonische Ruhe des Friedens, die Ruhe der Apathie es war keine heitcre, es war eine dumpfe Ruhe. Und nun ist sie unruhig. Sie scheint oft froh, wie man sie nie sah, aber auch oft in Fassungslosigkeit verloren, wie man sie nie fand. . Sie ist schöner jetzt, aber beinahe unheimlich. Lachen Sie nicht. Hatten- , heim!" ' ' j ,Sie ist wie ein trauriges Gedicht, murmelte Roderich, der nur ihr Antlitz, nicht ihr Wesen kannte. Ich kann mir nicht helfen, Meister," sprach Marthoff, immer wenn ich die Baronin ansehe, denke ich, daß Sie einmal eine Kleopatra malen müßten, welche ihre Züge, ihre Gestalt hat." Martboff hat wirklich manchmal einen brauchbaren Einfall," sagte Hattenheim. Sebr brauchbar," rief der Meister wie elektrisirt, das ist ein Gedanke ein Gedanke " Berauschend !" fügte Herbert hinzu. Dann siel ihm ihr seltsamer Wunsch ein jetzt stirbt man nicht, wie 5tteopatra, durch Schlangen, man nimmt Gift es war doch eine höchst krankhafte Idee von ihr. Und er ging sofort in dieser Erinnerung in sein Studirzimmer, holte aus seinem Schreibtisch, aus einem Fach, wo er ernstere Medikamente verschlossen hielt, eine Schachtel hervor, in welcher sich starke Opiumpulver befanden, und nahm eins dieser Pulver, welche in ein weißes Papier geschlagen waren, heraus. Er that das winziges Papierchen zwischen einen dicken Briefbogen, faltete den zusammen, schob ihn in ein Kouvert und schrieb mit fester Hand darauf: An die Baronin Hanna Sliko. So" dachte er, sie wird zufrieden sein. Ich habe nicht ihr ganzes Vertrauen erhalten, ich kann ihr die Ungesundheit ihrer Seelenstimmung nicht ausreden, weil ich deren Motive nicht kenne! Aber wenn diese Überspanntheit wirklich bis zu einem solchen Punkt gelangte, daß sie an den Tod denkt, dann wird sie dieses Pulver nehmen und nach vielkündigem, schweren Schlaf, der einer gesunden jungen Frau nicht viel schaden kann, ihr höchstens einige Tage nervöse Zcrschlagenhcit zurückläßt, wird sie zu neuem Leben erwachen, mir wild zürnen und zuletzt doch dankbar, seelisch geheilt, das neue Leben begrüßen. Befriedigen muß ich ihr scheinbar den Wunsch, denn sonst könnte sie sich von mir wenden." Und sie und ihr Haus und ihre Lebensformen hatten doch seine durstige Äeele zanz bezaubert. Adalbert", rief er. Der Gerufene kam jetzt aus dem Sa lon. Willst Du Morgen frljh dafür sorgen, van dies, diskret in die Hände der Baro nin kommt." Wist Du mir aus der Patsche helfen ?" fragte jetzt der Graf lachend entgegen. Waö quälst Du mich ? Ich schreibe keinen Wechsel." Um solcher Bagatelle willen sträubst Du Dich ? Es ist ja nur eine . Form. Wenn Hanna Dein bürgerliches Rechentalent kennen würde !" " , Schon zögernd fräste Herbert : '
nu wml na) . nicyr :n verlegen yeiten bringen?" Parole d'honneur, Du sogst Alles zurückerhalten und den Wechsel bezahle ich' am Verfalltage selbst." Und. nach kurzer Zeit hatte Herbert sein Wort gegeben, sich der Freundschaft des Grafen durch die Unterschrift eines Wechsels würdig zuneigen. Herbert ließ sich nichts davon träumen, daß unter ihnen schlaflos, horchend,' in ohnmächtigem Zorn .sich verzehrend, ein Mädchen im Bette lag, welches unter den Fußtritten über ihrem Haupte erzitterte und welches sein Antlitz . tief in seine Kissen barg, um selbst der Nacht die thrän.enseuchten Augen zu verbergen, als endlich-cs mochte drei Uhr früh feinde? Lärm droben erstarb. Herbert konnte quch am anderen Tage, als er nach Veendigung feiner am ersten Weihnachtsfei' ertage nur schwach besuchtcnSprechstundcn ging, um den Professor zu besuchen, die Spuren dieser Nacht nicht in Esther's Zugen lesen, denn sie war wieder nicht im Zimmer anwesend. Er sing an zu glauben, daß ihr Ohr besonders darauf abgerichtet fei, am Schall der Korridorthürglocke zu erkennen, ob er der Eintretende wäre, damit sie ihm immer rechtzeitig entfliehen könne. , : 'In der Pracht seiner weißen Locken, im stillen Glam seiner friedvollen Greisenschönhcit saß der alte Mann allein am Fenster, mit feinen blinden Augen zurückschauend in eme glücklich - helle Vcrgangenheit.' Herbert hatte sich schon oft wegen dieser Weichmüthigkelt selbst verlacht, aber konnte sie doch nicht überwinden : Immer' griff es an sein Herz wie Rührung, wenn er dem Greis gegenübertrat.' . Die erhabene Ruhe in dieser würdigen Gestalt stimmte zur Andacht. Nach dem wirren Gedankentaumel des vergangenen Abends und der Nacht war es Herbert, als träte er hier in das Paradies des Friedens.' Wenn er diesem Greise hätte mit Sobnesehrfurcht stammeln dürfen mein Vater" ! Aber das harte, stolze ,r. jf. ' Fi c r . r " taocyen iiano sur immer zwisaen iynen, Herbert war und blieb hier ein rechtloser Mann. ' - Mein junger Freund", hob der Greis an, Herbert fast, zärtlich die Hand drükkend, ich sollte meine Vorwürfe, daß Sie nicht zu uns Ihre kleine Schwester brach ten, noch lebhafter erheben. Lilly ist .vorhin hier gewesen und hat uns ihren ersten Besuch gemacht. Sie that mir sehr wohl. Ich verspüre ihr Plaudern und Lachen im Ohr, wie einst mein Auge im Anblick von Frühlingsblumen sich sät tigte." Lilly ist schon hier gewesen sie hatte mir ihre Absicht mit keinem Wort verrathen.' ,.6s sollte auch für Sie eine Ucberraschung sein, Lilly wollte Sie oben übersallen und bat Esther, mit ihr hinauf zu gehen: sie ließ sich erst bewegen, .von ihrem Plan zurückzukommen, als wir ihr sagten, man dürfe pt m Ihren Svrcch
stunden nicht stören," sagte' der P'rofessor. - j Esther droben bei ihm welche Unmog-: lichkeit. Auf so unpassende Einfälle konntc nur Lilly kommen. Er glaubte schon daß Esther sich sehr schroff gesträubt haben würde. So hat Lilly ihre Inspektionsreise durch Ihr Reich nur aufgeschoben, denn unternommen müsse diese Reise werden, da Schwester Helene ihr auf die Seele gebunden, nach der Ordnung zu schauen und den unzweifelhaft trostlosen Zustand'
der Wäsche und Kleider des nverh thetcn Bruders zu verbessern. Mir imi,als sähe ich ihr wichtiges Gcsichtchen tt diesen sorgenschweren Reden., Si kam sich ohngefähr .wie Ihre Pflcgennima vor," erzählte der GrciZ, noch n der .Erinnerung lächelnd. El, scheint sich übrigens sehr glücklich bei der Baronin Sliko zu fühlen, sie spricht mit den Ausdrücken schrankenlosester Bewunderung von der Frau. Der Prof. Müller kommt als Meister Stephan in jeder ihrer Reden iber als Hauptperson vor. Sie war außcr sich vor Erstaunen, . daß wir den berühmten Maler nicht kennen und bat, sehr naiv über ihn verfügend, ob sie ihn nicht herbringen dürfe; wir mußten lachend ia m . t v . m. A agen, es dem Maler uoerla i cnd, m Lillh s Willen sich zu schicken oder sich ihm zu v'.oerscyen." Der Meister, eine alte Bekanntschaft der Kleinen, spielt sich als ihr guter Kamerad auf, um die Wahrheit zu sagen, macht er sich zum Kinde mit ihr, was. seinen vierzig Jahren halb komisch, halb rühreno anucy:." Er muß ein origineller Kau; sein. und ich wünsche schon, daß er zu uns komme. Es wird Leben für Esther ins Haus bringen. Mit Lilly und ihm wird vielleicht Fröhlichkeit hier einzieyen." Das Gespräch drohte auf.das Kavitcl Esther" zu kommen. Herbert siel schnell mit der Frage ein: Man sieht 'Roderich nicht? Haben Sie ihm heute seine Stunden frei acaeben ? TVivrnt k.Sfim iAtrt fnn mtt (ilaT ivH yn.vi viv y tv vtvtm Vlivvtt Viv WV len erwiesen. Ich 'sinde ihn schon ruhigcr, man kann zuweilen schon ein Gespräch 4 5 t a mit iyni uwivu. Ich warte Mit einiger Unruhe umsonst auf ihn," sprach der Professor, er ist ohne Entschuldigung fortzcbllchen,und es wäre wohl unsere Psllcht, nach ihm zu schauen. Seine Patienten soll man unter Aufficht bebakten, und er ist doch unser Patient."' Wenn sich mir im Lauf des Taaes eine freie Stunde bietet, werde ich zu ihm gehen," versprach Herbert, mein' nächster Weg ist nun zum kleinen Sliko. Das Kind macht mir' Vergnügen le werden sehen, es macht sich ganz heraus. Die Fortschritte sind erstaunlich." Was sagt aber unser Höflcr ?" Ei," lachte Herbert leichtsinnig, den versöhne ich immer von Neuem, indem ich mit Andacht und Eifer seinen Vor-. trägen über Krankheitsfälle lausche, wcl-' che niemals in meiner . Spezialität vorc c rn r r kommen uno inccm iu) iyn um viait) frage über Behandlungswciscn, die ich nie anwende. Er nahm von dem Greis Abschied und. trat den Weg zum Albertplgtz gn. Am Bette des Kindes fand er nur Lilly und die alte Maria vor; Die Baronin, hieß es, sei eines leichten Kopfschmerzes halber in ihrem Zimmer. . Er hatte kein Recht, unaufgefordert, seine Hilfe anzubieten. Zerstreut, fragte jer, wie dem Kinde die Erregung des gcstngen Abends bekommen sei. Der kleine Wolf antwortete mit großer Munterkeit und hatte weitgehende Pläne für die nächsten Tage, zeigte sich dann aber betrübt, weil Herbert die Entscheidung da-, rüber erst morgen mit der Mama treffe, wollte. Ungewöhnlich rasch beendete der Doktor heute den Besuch, Lilly begleitete ihn noch hinab. Der Baron will Dich sprechen. Du sollst zu ihm kommen", sagte sie. i Ah", dachte er, er wird mich zu seiner Frau führen." ' Weißt .Du, Hubert", fragte Lilly,. daß ich bei Deinem Professor und Esther gewesen bin.? Welch .einführender? alter Herr er ist! Sor Esther hab ich einbischen Angst, ich glaube,.. fielst schreckssch klug und ernst aber sie war auch"isehr nett mit mir ; wir wollen oft Msamnzen kommen, das heißt natürlich bei Professors IM Hause. Und was ich Dir auch noch sagen wollte : ich glaube, die Baronin ist krank. Sie sitzt manchmal, wenn sie sich unbeobachtet glaubt wie ohnmächtig da, hält die Hände gegen ihr Herz gepreßt und athmet schwer. Auf meine Fragen lächelt sie und sagt, sie sei ganz woj?I. RedeAr doch einmal ins Gewissen, vielleicht kannst Tu ihr helfen." Die Kleine hältfürKörpcrlcidcn, was der Ausdruck seelischer Noth ist," dachte Herbert, so ist sie alsoZdochlender, ah; ich glaubte so hat Marihoff feoch viel lcich Recht, daß sie ausGlück wartet." Lilly's Plappermäulchen ging jchen zu einem anderen hema über, ungestört durch das Schweigen deS Bruders. Hast Du den Meister schon gesehen?" : Wir waren noch in der.Nacht bei mir zusammen, bis gegen drer Uhr." - ' -Pfui", rief Lilly empört, wie unso lide! Was habt Ihr denn qemacht ?" Geraucht, getrunken,' geschwaht." So was hätte ichzom Meister 'nicht gedacht. Worüber habt Ihr denn ge schwatzt ?" Er will ein neues. Bild von Dir malen. Du sollst zu den Sitzungen in. sein Atelier kommen und ich soll das Vild'geschenkt erhalten. : Ach, das ist heimmlisch so werde ich ins Atelier kommen?! . Das muß .ich Wolf gleich erzählen: wenn der erst aus fahren darf, muß er mit. Adieu da ist des Barons Thur adieu, soll ich die Baronin grünen c" . ; , Sie flog davon, den Korridor entlang. die Treppe hmaus. In einem mit dunklen Möbeln, Vücherreaalen,JaadcriNnerunaenundRauch utcnsilicn ausgestatteten Zimmer, saß der Baron in der Nähe des einzigen Fenstcrs in einem Schaukelswhle' so, daß il)m von rückwärts her das volle Taaeslicht auf die Zeitung fiel, welche er m.dcr Hand hielt. Eme blauliche Dunstwolle, die ihn umschwebte, zeugte von der eifrinen Arbeit des 3!auchens, der ereMem Frühstück oblag. DerbeweglicheMhl
bot der schwerfälligen bestatt einige Hindcrnisse bei der Erhebung. Mit einem leichten Stöhnen stand der Baron doch endlich auf beiden Füßen. Er reckte sich, ,um nach der langen 3kuhe die Muskeln zu dehnen und gähnte, laut. Entschuldigen Sie",. sprach er halb im Gähnen, man wird wirklich" so müde. Ich ließ Sie herbitten, weil ich Jh nen unter vier Augen ctlbas zu sagen habe." Herbert hatte Herzklopsen und wußte kein Wort zu sagen. , Der Baron buftctc.
Redeten da äestcrn von einem armen. halbvcrkommcnen Subiekt aber bitte. seken wir uns dock bab' da 'ne nette kleine Trabucco, sollten mal kosten." r?. f ti r r . r yoire cincigarremisie ycrvcl. öerbert nahm -eine Cigarre. : Umständlich wär das Geschäft des Anzündens besorgt, dcr Baron beobachtete es aenau. Drei Mal- vcrsagte1ittCigarre.' . 7 rwi r . werfen vas xnng for: semt keinen Zug zu. haben." ; ..Danke febr" fvrach Serbert, die LufWdie Eigape ziehend, sie brennt Lehen Sie sievrennt sehr gut. Sie wollten mich'sprechen, Herr Baron ?" 'tun yustct.Hervett. - cr Baron stemmte dle.Sande auf seine breiten Knie,' sah nachdenklich zu Boden und sprach endlich: ..Würden mich verflichten. aufrichtia verpflichten, lieber Doktor, wenn Sie dem Roderich vorstellten,' daß außerhalb Dresdcns sein 'Glück eher zu machen sei. Kommt da Geld in Frage ich bin zu jedem. Opfer bereu. , . vcoderich, Herr Baron, ist kein Bettlcr", saate Qerbcrt mit idiomatischem Gesicht, ..er liebt sein cimiacs Gut die Unabhängigkeit, so sehr, daß er sich selbst von mir durch keine Gründe, geschweige denn durch Geld, bestimmen ließe, Dresden zu verlassen, wenn er eben den Willen. hat, dazubleiben. Und den hat er 1 Das weiß ich ja, ich kann Ihnen auch die Gründe dieses Willens verrathen : er sucht, seinen dater, den er m Dresden vermutbct, den er aber trok.iabrclanaen Aufenthaltes hier, hauptsächlich wohl c '- r yt ' r i e i r . , ccciraio niwl fano, weil er zu arm in, anderswo als auf der Strafe m fucken." (Fortsetzunki folgt.) ' Vom. liiölande. A u s Varis w i r d u n t e r ' 17. Juni abschrieben : Die Trunksucht hat eine neue Bereicherung erfahren Wein,- Vier, Liqueure aller Art, genügen d?m überfeinciten oder auch verwilderten Geschmacke nicht mehr. Derselbe sangt an, sich den alkoholhaltigen wohlriechenden Wasierii . uiuwenden. Die Pariser ' Aerzte . haben immer ' häufiger rw nr rvi .. i i , tfiiue von iuiaca;cn und grauen zu vehandeln, welche die alkoholhaltigen Riech- und Schönheitswasser trinken. .öaS bevorzugteste darunter ist das Hol nische Wasser, . welches bekanntlich zwischen 80 und 90 Procent reinen Alkohol enthält. Begreiflicher Weise vcrheimllchen Die grauen diese Lclocnjchaft o viel und so lanac cs nur aebt. Dis Entdeckung erfolgt gewöhnlich erst, wenn cs zu spat und. die Gesundheit nicht mebr zir retten ist. Dieser Tage wurde ein Mädchen aus sehr reicher Familie, welches ganz unerklärliche Störungen und tervenansaue 'zeigte,- beim trinken von Kölnischem Wasser überrascht, nachdem der Arzt anerathen hatte, es in ihrem Toilcttenkablnct scharf zu beobachten. Das Mädchen trank in der Familie fast keinen Wein und nie Liqucur, weil dieselben ihr zu sad erschienen. , Es ist so sehr dem Alkoholismus verfallen, daß eine Heilung nur durch jaürelane strenge Bebandlung möglich erscheint - so berichtet wenigstens die Voss.' Ztg;" Bei Lim er ick gab es vor zwei Wochen einen argen Militärscandal. Die Miliz - Artillerie der Stadt (Regiment der Artillcrie'Gilde) wurde auf eincm Dampfer nach der Tarbert - Insel zur Feldübung befördert. Unterwegs erbrachen die Artilleristen die Vorrathskammcr des Dampfers und verhalfen sich zu Bier, Schnaps und. zu was sie sonst Lust hatten. In stark angeheitertem Zustände zwangen sie gegen Abend den Eapitän in Glin anzulegen,' stiegen aus und .begannen in dem Städtchen so groben Unfug zu treiben, daß sich die Bürgerschüft schließlich zusammenrottete und die Soldaten, die bereits mehrere Personen mißbandelt hatten,- angriff und ux Flucht nach dem Dampfer zwana. Der Eapitän vermochte dasSchiss nicht gleich klar zu machen und die .erbitterten Bürger richteten inzwischen einen so heftigen Steinhagel auf die ' auf dem Deck versammelten Artilleristen, daß mehrere schwer verletzt niedersanken. Endlich . kam '. der Bürgermeister von . Glin mit mehreren Bürgern in das Lager, von Tarbcrt und agnoscirte fünf Soldaten als die Rädelsführer bei den Ausschreiiungen.' V!chrere Einwohner der Stadt liegen an den erhaltenen Verletzungen sterbenskrank darnieder und der verlangten Verhaftung der fünf Soldaten wurde darum Folge gegeben und eine strenge Untersuchung des Vorfalles eingeleitet. JnRußland beginnen wieder die Juden - Verfolgungen. Nach Berichten aus Nishnij'-Nowgorod sind daselbst am 19. (7.) Juni Abends ' Ausweitungen des Pöbels gegen jüdische. Einwohner vorgekommen. Gegen Abends verbreitete sich in der Vorstadt Kunawino das Gerücht, Juden hätten" ein Christenkind entwendet und iVdiVSynagoge. gebracht. In Folge dieses Gerüchts fand eme Zusammenrottung des Pöbels vor der Synagoge statt. Die Polizei vermochte anfänglich nicht die Tumultuanten auseinanderzutreiben und erbat Verstärkung. Bald darauf erschien der Gouverneur und befahl, '. daß von Seiten des Militärs, das sich .in' einem Lager außerhalb der Stadt befand, Hilfe 'geleistet werde. ' Inzwischen hatte der Pöbclhaüsen vorübergehende Juden überfallen und mißhandelt, war in die. Synagoge eingedrungen und hatte die ' dort Anwesenden mißhandelt. Die . Volksmasse war mittlerweile auf ea. 2000 Personen angewachsen ; ein Theil derselben wendete sich gegen ein Haus, in welchem eine jüdische. Familie "wohnte und demolirte dasselbe, ebenso' wie noch andere von Juden innegehabte Wohnungen. Die .'Insassen der letzteren flüchteten. Den vereinten Anstrengungen der Polizei,'Mi Compagnien Infanterie und einer Sotnie 5!osaken gelang es endlich ge-
gen 10 Uhr die Ordnung wieder ycrzustellen. Einige Juden sollen gctödtct und mehrere verwundet, außerdem sechs Häuser beschädigt .worden sein. Ferner ist viel jüdisches Eigenthum zertrümmert und auf. die 'Straße gcivorfen worden. Am folgenden Morgen traf ein ganzes Bataillon zur Verhütung einer Wieder-holung-der Unruhen ein. Den Mißhandeltcn ist von Selten der Behörden Hilfe geleistet worden. Die Zahl der vorgenommcncn Verhaftungen wird auf 16Q angegeben. In Kunawino haben 10 bil 15 jüdische Familien gewohnt. Vorstehendes berichtet ein offiziöses Petersburger Telegramm. In der Schlacht bei Königgrätz war ein österreichischer Soldat Namens Johann Pilat von einerFlintenkugel in den Rücken getroffen worden. Die Kugel blieb stecken und konnte von den untersuchenden Aerzten nicht gefunden werden. . Die Wunde vernarbte ; Pilat wurde als geheilt aus demLazareth entlassen, blieb aber körperlich so hilflos und leidend, daß er in seinem Heimathort Chirlitz bei Vrünn, wo er seitdem lebte, auf milde Gaben angewiesen war. Kürzlich wollte er nun ein Gnadengesuch an den Kaiser einreichest, wozu er eine ärztliche Bestätigung benöthigte. Dr. Fleischer, der ihn deshalb untersuchte, fand in der Mitte der Wirbelsäule des Mannes eine kreuzergroße Narbe und darunter einen harten Körper, der beim Beugen dasHinderniß bildete. Er nahm sofort mit Pilat's Einwilligung ohne Narkose eine Operation vor und brachte eine gut erhaltene preußische Zündnadelgewchrkugcl heraus, die an einzelnen Theilen bereits Kalkkrusten zeigte. Die Wunde wurde vernäht und der Patient konnte bald darauf vollkommen aufrecht, der Schmerzen, die ihn seit 18 Jahren gequält, ledig, nach Hause gehen. DieNcichsfechtschule macht Schule", schreibt die Brcsl. Ztg.", aber, wie uns dünkt, in nicht sehr glücklicher Weise. In Prenzlau, der uckermärkischen Hauptstadt, ist als Seitenstück
zur 3!elchssechtschule mit ihren echtmeistern, Oberfechtmeistern :c. eine Bettel- i Akademie" in's Leben getreten, welche den Zweck verfolgt, aus ihren Ertragen arme Waisenkinder der Stadt Prenzlau zu unterstützen. Ihre Mitglieder nen? nen sich Studenten". Je 20 (Bettel-) Studenten" bilden eine Classe, deren Leiter Doetor" ist. Fünf Classen bilden eine Facultät", deren Führer wiederum als Professor" bezeichnet wird. Der Vorstand der akademischen".' 5!örvcrschaft besteht aus 10 Professoren, die als ; Akademischer Senat" bezeichnet werden. Die Mitgliedskarte heikt Legitimationskarte" und die Mitgliederliste Matrikel". Jeder Unbescholtene kann als Student immatrikulitt" werden, wenn er einen jährlichen Beitrag von 50 Pfennigen zahlt. Die Ehrentitel derPrenzlauer Akademie" sind so verkokkend, daß schon um ihretwillen auf eine Nachahmung in anderen Städten unseres titelschwelgenden Vaterlandes mit Zuverficht gerechnet werden kann wie ja auch die Reichsfechtschule in Hunderten von Städten ihre Fechtmeister und Oberfechtmeister zählt. Ob nicht aber an anderer Stelle in denBettel-Akademien mit ihren akademischen Ehrenstufen eine Profanation der staatlichen akademischen Ti-. tel und Würden aefunden werden möchte? Alan schreibt aus Straßbürg i. E. 20. Juni: Gestern wurde im tir außerordentlicher Theilnahme der akademischen Kreise der Rcchtseandidat Hcttncr, Sohn. dcS vor einigen Monaten verstorbenen Literarhistorikers Hermann Hettner in Dreed.n, zu Ärabe actragen. Der begabte und fleißige junge Mann ist ein Opfer eines krankhasten Ehrgefühls geworden, welches durch eine widerliche Affaire wachgerufen wurde. Vor Monatsfrist wurden nämlich in dem badischen Orte Durlach, einem beliebten Ausslugsorte der Straßburger, mehrere reichslandische Beamte mit ihren Familien von einigen Studenten, welche die Abzeichen des Corps ,,Palatia" trugen, frech insultirt, was einen heftigen Ausfall in einem hiesigen Lokalblatte auf dieganze Studentenschaft der Universität zur Folge hatte. Der studentische Ausschuß, welchem Hettrcr angehörte, sprach darauf sein höchstes Mißfallen über ein solches Auftreten der Pfälzer" aus, was. dem Vorsitzenden jenes Ausschuffes und dem stuo. Hettner von dem genannten Corps" eine Forderung eintrug. Als beide die Forderung ablehnten, nachdem vorher ein ziemlich dunkler Handel vor einem Ehrengericht sich abgespielt, begann das Corps gegen die beiden Genannten allerhand Quängclcicn, nachdem man eine Mähr von gebrochenem Ehrenwort" in Umlauf gesetzt und insbesondere den Hettner auf's infamste verleumdet hatte, steckte man beide in Verruf". .Da erst schritt das akadem. Disciplinaramt ein. Hettner. aber, durch die wochenlangcn Plagen auf's bcdaucrnswertheste irritirt und ohnedies durch körperliches Leiden und Ucberarbcitung nervös überreizt, machte seinem Leben durch Erschießen ein Znde. - Einen sensationellgrausizcn Abschluß fand in Lübeck- die Schwurgerichts-Verhandlung gegen den pr. med. Jenner aus Geschendorf, der keines Verbrechens gegen die Sittlichkeit augcllagt war. Nachdem sich die Geschworenen zurückgezogen hatten,tratcn sie nach einstündiger Berathung in den Schwurgerichtssaal ein. ' Der Obmann verlas als Spruch der Geschworenen: Schuldig mit mehr als 7 Stimmen." Der Angeklagte, ein in den fünfziger Jahren stehender Mann und FamilienVater, trägt einen längen, grau mclirlen Vollbart; ohne auch nur mit einer Wimper zu zucken, hörte er das Urtheil an. Nachdem der Staalsanwalt drei Jahre Zuchthaus gegen den Angeklagten beantragt hatte und der Vertheidiger, um-Zu-lassung mildernder Umstände bittend, für das Strafmaß von ein Jahr Zuchthaus eingetreten war, entfernten sich die Richter in das Berathungszimmer. Der Angeklagte schien völlig ruhig dem mit ihm sprechenden Vertheidiger zuzuhören und machte sich nur unter seinem langen Barte mit der Hand am Halse zu thun, als schöpfe er, den Hemdkragen lüftend, nach Athem. Plötzlich begann er 'zu wanken, man glaubte, er falle in Ohnmacht. Der Vertheidiger und der neben .dem Angeklagten postirte Polizist suchten
ihm zu Hilfe zu fommcn ; der in 'diesem Augenblick die Brust des Dr. Jenncr überfluthcnde Vlutstrom ließ erkennen, daß der Angeklagte sich selbst die große. Halsartcrie durchgeschnitten hatte. Nicht weniger wie sechs Aerzte, welche zum Theil in der Verhandlung als Zeugen aufgetreten waren, sprangen sofort zu Hilfe. Mit fast übcnnenschlicher Kraft schleuderte Dr. Jcnner die Helfenden zurück. Obgleich cs dem zunächst stehenden Physikus Dr. Tucrk gelungen war, die Halsmuskeln des Unglücklichen von hinten zugreifend, zusammcnzuprcssen,stürzte Dr. Jenncr doch nach ioenigcn Sekunden, von dem enormen Blutverlust entkräftct zu Boden und alsdann mußten die Aerzte den eingetretenen Tod constatiren. Vor einem Schwurgericht des französischen Departements Correze wurde dieser Tacze ein Prozeß gegen einen Vatermörder beendigt, der durch seinen ihm zu Grunde liegenden entsetzlichen Thatbestand bereits im vorigen Sommer Aufsehen erregte. Der Thatbestand ist in Kürze folgender : Am 10. August v. I. wurde der von mehr als 30 Stichen förmlich zerhackte Leichnam eines Grei ses, Namens Jean Gizonde, in dem seinem Hause benachbarten Tümpel gefunden. Seine beiden Söhne wurden des 'MordeZ verdächtig ungezogen, der jüngere indessen bald wieder freigelassen. Am 9. December erschien der ältere vor Gericht. Nach seinem Verhör wurde der jüngere als Zeuge vernommen. Dabei ereignete sich eine aufregungsreiche Scene; der Zeuge sagte nämlich Folgendes auö: Bis jetzt habe ich, um meinen Vruder zu retten und aus Furcht vor ihm, gelogen. Heute kann ich, was auch kommen mag, nicht lügen! Mein Va ter wurde ermordet von meinem Bruder und von mir." Er setzte daraus auseinander, wie sein Vater in den Keller gegangen und sein Bruder ihm gefolgt sei. Als cr einen lauten Schrei von unten lcrauskommen hörte, ging er ebenfalls in den Kellcr, wo er sah. wie sein Vater vom eigenen Sohne gewürgt, gestochen und mit einer Hacke bearbeitet wurde. Beim Nahm des Bruders zitterte der Mörder aus Furcht, von ihm verrathen zu werden und zwang ihn endlich durch feine Drohungen, dem in seincm Blute daliegenden Vater ein LeteS" zu geben. Bei dieser Aussage tcUt und schrie der Angeklagte : Er ist Wahn, sinnig. Hört ihn nicht. Ihr seht ja, ist wahnsinnig." Die Verhandlun wurde damals behufs Hibeischaffun neuen Vcweismatcrials vertagt, und kai auch dann noch nicht, sondern erst jetzt z Ende. Der jüngere Bruder hult seine Aussage aufrecht. Er wurde, nun selbst angeklagt, freigesprochen, während der ältere Bruder wegen Vatermordes zum Tode vciv.rtbeilt wurde.
:.w' s r .iAJ'v4v ' -'7 '11 fTsPV' IV." V-iiiJirVil! '!: . V "j fSSsT1--' 'i-i'f,-EiseuliO! -Zeit - Tabcllc. ?lnkunst und Äbgang der Cisenbahnzüge in Indianapolis, an und nach Sonn . tag den 11. Mai 185. kledklalld, Colambn!, fcmclnndi und Jndia. napoliz Sisendah? (Lee Line.) Abgang: V !8erf I.. 41UCrn Änderson Le...lt li D?ton5kiSl.w.i0Bm 9x.... 7.30 9lxn LJS Gosden Ex.5.25 S! Ankunft: Ct 2t! Sr tZz 6.1 em Bk5 I j .10.35 R ndktson k... 2.11) e.,3etaötl d.du m 5 Et L al.lU.3!m Vrightwood Dibisiou, S. C.C.uud I. Abgang täglich. 4.1C5W. 10.10 m ... ,1.15 m ; 2.2J lim 3.30 rn löslich. 5.25 N tlgNch. e.om 10.35 2.10 m - ....... 3.25 51m 45 täglich. 5X0 rn - taglich .I0.NNM 7.3J 3(n I PiMburg, Cinciunali & St. Louit SileuiaSn R V P W B P I Richm ec a. r täglich 4.22 Cm I kZknom CohrI. 9.10 Cm Att sr eukge INVPW nommcnSonnt.10.45 Vm R 5D aug. eountag .00)fta N)VS z täglich ti).. i.lb N Danton s autg Sonnt 1.55 Cci Qx taolich,.... 11.37 Cm 52) Ex u. Conniagl 5.27 N V P W P SttagUch.:...iom Dayton Cj aul. eprthtagl 10.20 Bai Chicago Route? dra Kokomo. llhicago Schnell lug i&8 11.15 52rn hicago rvreß.tt t0 Nm Jnd',Ion.. ..Schnellzug... Z.'9vm Jndpt'I ou. Expreß Z.Z5 Nm Tme Hcute, Vaudalia & CtLouik Sistubahn VaUrra! 7.15 Bet Xag xx,p 11. UN Terre Haut Lee. 4.00 Nm kie r 10.45 Schnellzug ZkU aU Lud ce... 10.00 n, Tag Srxrel.... 2.3)3lvt atl Und Are... 4.40 N Eincinnati, Judianapolis, Si. Louis u. Chicago izendazn. innnuali Vidijisa. E'SLom?.?! L. 4.m Tincinnati Acc 7 00 Lnr Jndianax e. 10L0m L'vtlleSrx. Il.ö WeSern Sz.... TU ii eta s 2 ineinnatt 9Uc.ll.0J Vm ff. fi ör 1 c. 3..4S ine. ee Nm I ttgllch u c c.lO.4d Chicago Didisiou. Po url Cj. C.55Bnt hieLou ff L. täglich ecul.. 3.33 S Lzsayeu ee. .10.40? L atl x e.. 2.S0N inctnnati ce. S.40 hicago iiat;p.:z.i0 7m LZeklern 9x 5.t0 3ln 5g ä täglich 0 r c 11.20 Nm Ikssersonvillk, Madison und JlldistvgpoNk Visenbahn. Cüb 9i tilg. .. 4.10 I JndNadatl. 9.45 Da ad ce... 7.25 i'rn 1 nUIliclriaal0.45 Cm 2 Jnd SWad Watt 2 50 N I vt V A gs j. 7.00 Km bend X 9 tg. 0.45 Nm Ct il SLtSg 10.4) N Wabash, St. Louii & Pacisic. t ör hie Mail 7.15 Est 99l 2.14 Rm hir Mich El k t&i ll.'JüNn hiS R rtZg 2.C0 9! ToltWr..lt.3M Der u h Uatl. 80 f.n Iudiana, Dleomwgton undWeftern Siseudahn Pae r ti Vkail.. 71 Cct anTer F L 5.10 Nut krawfordv.. 51 rn Wu R n l tögll.1 Nm Tastern & 6 8j. täglich 3 50 v Ctnc Epee llJJKm tlantte rR .is N St. Loui Dibision. Uoreflkld Ace... L.3 vm I Nacht Ex ZL ail u Tag.r. .5 m I arl u Tag j. .i acht 11.L5 Nm j ZLvresield Aee.. ti.lv N Oeflliche Division. Oestl.ErNail....4.ZüZZm s Pacisic rr-reß... 7 00Bm Tügl. Scpreß....ll 4!m fra 3 i 10 35Rm Atlantic Eip.... S4sNmI Western El?.... 45Rm Louiödillk,?Zeiv Albanh & Chicago. Air.Line. Tdieago r tgl. . 12.ttZ1!m s Chicago z. tgl.. 3.10L Mono,, Are i.L.iNra I Nono Sc 10.30B Mich Eit? Shicag. ich. Cito Sc Chi El Mail iZ.UNm j ftj WaiL 4M?m Indianapolis nnd Vinccunet Sistnbain. all Kairo l 7.01 v I incenne Kcc.1034 B CtneenrteS ee . 3.39 N I Slailft tir. 49 Jndianapolit nnd St Louit Eisenbahn. Tag Srrreß, ec. NV ur täg täglich 7.10 vm ce 3.55 Bm oft t L r. L15N R I u St d r täglich u ec. io.cZ Nm Lvcal Passenger. 90 Nm Da, r e tagl. e3?S JndianaxvUi e 3.159.' lincinnatt,HamiltoncKIndianapolitSislahu. 3ndp EtLoui 4.00 üb I ffonn,rlvillcc 8L0 V onnervilleee 4.30 Nm atl. UJtO ?ndplut. L. .40Nm j Nnd, StLouiZlOS Eiu.. D.T.N.Al.iOLm l Einktnnatt ec k. Rm Lüge it r. e. Lehnsessel, er mit I., Schlaf-Wage. it v. Prr. . tt tik i
