Indiana Tribüne, Volume 7, Number 291, Indianapolis, Marion County, 10 July 1884 — Page 3

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IW JM&IRR Xif kürz'ße uuö besZeBahl: ach Louisvilln. Nalivillß, Mcniplris, Chattanooga, Atlanta, Savannali, Tackaonvillc. Mobile anil New Orleans. Ei ist i?itheilhast für $fljfagi-rr ach drir. Südrn, eins direkte Route zu khmrn. Palast. Silaf- und Par!crWazen zwischc Chicago und LouiZdillc un St. Loui und Lonisvill, ohne Wa,nwc'cl gpinfott, SchnclligkeU uiid Ticherdit birtrl ,,)iss Hr alt? zuvttlZsiize 51. T(l. & 3. M. . - . lt. Oeringr Zfstiut neral Dassagier.Zlgevt. ' xox.vit' Va'Zinglon und JllioiZ Str., Jndzl?' K. W AI K kv i. Siiperintemlent.. Oh)Mtr. -k. i-oiiis nna IM t tMtMii- ItnIli-on.fi. . 3fil-lb'' sr ourchgedend, usd PfaT5.j ron 17. ,Vdt 1 ' - fljjt uerUflrn 8a4 UntO;it5öt, in5y., ane fj'.gt: Stationen. ,5chttllzziPofljilg,,S4nSzg Aceom.

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Herbert's Schuld.

Roman toon I. Vo h .Ed.. CFortsetzung.) Leben leben ich möchte doch leben. Wie erbärmlich es ist," dachte sie verzweifelt weiter, so langsam, so rettungslos hinzusiechen ; wo bleibt vie ganze Mcnschengröße?. Nicht einmal Herren sind wir über Leben und Tod. Wenn wir das Leben irfcht verlängern können, sollten wir doch Recht und Macht haben, den Tod zu rufen, wenn wir ihn wünschen, nicht verdammt sein, seinem langsamen Nahen ins Antlitz zu schauen! , Wenn ich ihm gestände, was ich leide? Daß ich .krank -bin ? .Aber auch die Aerzte r r sti . r r. x ' : r.' v. naoen leine ?ev?a.r.uoer ein oreryenOes ' rrr i STB i zerz. Wozu nagen, wozu ern ein vx-. genitand.oes Mitleids werden, oyne oa)üx Rettung einzntausäeli? ' Auch er ist machtlos. Abereme' Macht giebt ihm seine Wrffensäjs'dsch vor. Andern voraus: die fezz i, ,1'ctt To herbeizufüh-' ren. Ätatf.'eZ n;cht die grausamen Buchstabengesetze veroieten es' aber er könnte !" Ein Schauer rann durch ihre Glieder, ihre Augnflammten auf, Sie trat wie? , dhervorM init bmem Lächeln auf den 'Lippen; sie gesellte sich "zu Herbert' und wuM.sich bald.. mit ihm von der Gnivpe.dcr ändern' Gesellschaft zu isoliren, denn er, der ihren Wunsch, ihn zu sprechen, merkte, kam ihr geschickt entgeaen, indem er die. Absicht, äußerte, eine upferstichmapps "zu durchblättern, die im Salon stand.. Sosaßen sie allein in dem strahlenden! Gemach,, von nebenan her drang das Lachen und Schwatzen u ihnen. , Hanna schloß die schwere Mappe auf, Herbert breitete sie vor sich auf den Tisch hin. Das erste Blatt Aurora vo dem Wagen des Phöbus" nach dem Bilde Reni's lag vor ihnen. Hanna legte die schlanken Finger daraufum zu verhindern, daß Herbert seine Aufmerksamkeit dem Bilde zuwende. Sie sind .mir ergeben ?" fragte sie halblaut mit einer Stimme, die kaum beherrschte, so ergeben, daß Sie mir die Erfüllung einer Bitte nicht verweigern : werdend . So ergeben," antwortete Herbert erwartunzsvoll "und ein' wenig . unsicher, wie es nur tiefe Verehrung und Freundschasi wenn Sie mir dies'hoye Wort sck'on zwiscben uns gestatten wollen sein kann," Und doch bebe ich, meine Bitte auszusprechen nicht !vegen ihrer Schrecklichkeit nein, weil ich fürchte, Sie werden sich weigern," fuhr Hanna fort. Wird es Ihnen so schwer, mir zu dertrauen 2" fragte Herbert eindringlich. ' Tonnen S:e sich," begann sie tonlos, Lagen vorstellen, in denen der Zwang, leben zu müssen, tausendfach schrecklicher ist als der Tod?" Das ist unschwer auszadenken," sagte er. Verbrecher, die man zu lebenslänglichem Zuchthaus venirtheilte, Menschen, die verdammt sind, ewig fern von dem zu bleiben, was für sie Glücksbcdingung ist, Menschen mit , peinvollen, unheilbaren' Körperleiden sie Alle müssen den Tod dem' Leben vorziehen." . Ja," sprach sie aufathmend, ja, diese müssen den Tod vorziehen ! Unfr würden Sie es für ein Verbrechen halten, einem Menschen, der sich in'eine'r der von Ihnen bezeichneten Lagen befindet oder nur die dämonische Furcht hätte, sich. einmal darin zu befinden die Macht zu sterben zu geben, dadurch dan Sie' ihm ein Gift schenkten, welches ihn einmal, dafern er solcher Rettung bedarf, hinüber retten kann, aus dem Elend in den Frieden?". Das Gesetz verbietet es mir, mein Gewissen könnte es mir unter Umständen erlauben," antwortete Herbert, der anfing unter einer höchst unbhaglichen Ahnung zu leiden, daß am Ende gar Hanna aber nein, wie sollte sie, sie zu dieser überspannten Idee kommen ! Sie, reich, schön, jung, vornehm ; sie, die nur die Hand auszustrecken brauchte,' um vom Baum des Geuuses zede beliebige frucht zu pflücken. Das konventionelle Zusammenleben mit ihrem Gatten ließ vielleicht eine große Lücke in ihrem Herzen, aber ein Unglück war es doch'nicht, ein solches Unglück, um dessentwillen Hanna sich mit Tod esgedanken tragen mochte. Nein immöglich'. . So bitte ich Sie für mich uln ein Mitiel zum ewigen Schlaf," stieß sie heraus und umklammerte mit ihren schmalen Weißen Finacrn seine Zleck'te. Ihn überlief es kalt; der eiserne Druck der sonst so schwachen Fraucnhand, das. starre, bleiche (Besicht...'... er konnte, wie's ibn rincn AMnblick trieb,' nicht ob ihre? Cinfalls auslachen. . Frau Baronin," stotterte er. . Ich sage ja nicht," sprach sie schnell, daß ich heute, jetzt einer solchen Rettung bedarf; ich gestehe nur daß in mir die tödtliche Furcht lebt, einmal sie nöthig zu haben und sie dann nicht erreichen zu können. , Ich will daß Sie mir durch die Erfüllung' meiner Bitte das Zeugniß geben, daß ich in Ihren Augen, kein gewöbnlick'es, schwächliches Weib bin." ' Unmöglich," sagte er, in Gedanken nach einem Ausweg suchend, denn er fürchtete,- wenn er ihr diesen Wunsch abschlug, würde-sie sich für immer fremd von ihm wenden. Sie muß nervös, ja bysterisch angelegt sein," dachte er, die olge eines unbefriedigten und dabei unbeschäftigten Lebens. Ueberspannte Frau; en heilt man am sichersten, indem man ihren Wünschen scheinbar entgegenkommt." Und während er mit dem kalten Blut des Arztes da Pathologische in ihrem Einfall sichcrgliedcrte, crlittHanna, die nicht ahnen konnte, daß ihre Reden in Herbert den-- Menschen ertödtet und den Fachmann erweckt,. Todesqualen. Jhr Wunsch, dämonisch im Augenblick von einer verzweifelten ' Stiinmung geboren, ward ibr durch den Widerstand, den .sie fand,' cm Ziel, nach. dem mimt wildem rc,,? V - 1 v VV4Y VV WV Ich Me-Sie !" 7. ssterte sie sieberbaft, seine andere Hand mch nehmend. hören Sie : ich bitte ! ES ist das erste. Mal in meinem Leben, daß ich bitte. Mir, it nnifk thiÄ fr pttp irnn5hrt h'e t'x schienen, daß ick. mich darum' soweit be mtettJ ' 2'r - .'r' - , . V ... ...wvw iv ...fiYwfv.7 .

In 'diesem Momente kam Graf Adal bert, bot ihr höflich seinen Llrm und führte sie in den weihnachtlichen Festraum. Hier herrschte laute Fröhlichkeit. Lilly hatte Wolf auf dem Schooß, neben ihr saß der Meister, an der anderen Seite der Baron der sich sehr amüsirt in das Schicksal ergab, mit Hilfe schändlicher Betrügereien von Lillv, immer der Verlierende zu sein, was Wolf zu immer neuem Jubel brachte. - Und nun reihten sich auch die Baronin und der Doktor'dcm Kreis an. Herbert lachte viel, auch Hanna faßte sich allmäh lich genug, um Fröhlichkeit heucheln zu können; dem öluge des Arztcö entging aber nicht die Qual, die ihr dies kostete. Krast seines Rechtes befahl er dann nach einer Stunde, daß der kleine Wolf nun sick bescheiden und gute Nacht sagen müs-

se. Der Baron schlug bis ur Stunde des Soupers noch eine Partie L'Hombre . vor, bei welcher Adaloert und - der Äoktor seine .Partner waren. Lilly verschwand, um Wolf in seinem Kummer über das Ende des Abends zu trösten. Die Baronin setztelch mit Meister. Stephan und D!ärthof.in die Nähe des Tannenbaums. ..Meine Souverän!," hob der Meister an, Sie muffen mir einen großen Dienst erweisen; heute ist ja der Taci der Unbescheidenheit. Also ich bitte." Ich rathe Ihnen, Nichts zu gewähren, Baronin," rief Marthoff, ehe Sie cine Wünsche gehört haben; der Meister ist ein Mensch, der in Superlativen oder gar nicht redet." Nun denn : Sie sollen in meinem Hause einen Abend als Protektorin einem Ball vorstehen, den icl' zu geben denke." - Sie Meister Stephan einen Ball in Jhrm beiligin Räumen wird das die Musen nicht kränken V fragte Hanna lächelnd. . Ich babe da einen Brief," fing der Meister ein ' bischen verlegen an, indem er auf seine Ärusttasche klopfte, die Kleine bat ibn dem Bruder Doktor aeschrieben: Es ist darin die Rede von einem Fest, welches die Kleine zu Bergedorf an der Bille mitmachte und. welches eine große Enttäuschung war. Die Kleine hatte sich nämlich nach der Lektüre ihrer Märchenbücher einen Ball vorgestellt. So dachte ich denn, sie sollte einmal ohne Enttäuschung ein Fest verleben denken Sie, bitte, nicht, daß ich das Kind verziehe", bat er entschuldigend, aber sie ha' emen 10 großen Durst nach Schönheit man muß nur sorgen, daß keine Eitelkeit daraus wird." Es ist wunderbar", bestätigte Hanna, wie dieses Mädchen fast krankhaft ästhetisch ist. Denken Sie, Meiste als der Bruder ihr meinen Wolf zur besonderen Pflege anempfahl, hat sie gesagt, ja, wenn er hübsch ist." Und als sie ihn sah, küßte sie ihn und jubelte : O, Dick kann ich lieb haben. Du bist schön." Der ölieister knüllte sein Taschentuch, welches er gerade zwischen den Händen hielt, heftig in wechselnde Formen zusammen. Natürlich sie kann nur die Schönheit lieben, denn sie ist selbst Schönheit und Poesie", murmelte er in den Bart. Man müßte", sprach der junge Marthoff, während "sein rothliches Gesicht sich mit Purpurgluth bedeckte, man müßte zu erforschen suchen, ob Fräulein.. Lilly nur die äußerliche Schönheit iebt." Der Mäler, welcher bisher große Symvathien für den feinfühligen, braven OfWer gehegt, say ihn halb erfreut, halb Mißtrauisch an. ' Ja,' das müßte man", widerholte er. Kehren wir zu Ihrer Idee mit dem Ball zurück. Bedenken Sie aber, daß LillTrauer um eine Mutter trägt", sprach Hanna.' ' Ich kannte die Majcrin Erbard und kenne'die Liebe, welche ihre Kmd?r sur sie hegten. Es ist keine Liebe von jener Art, die stch bis zu emem bettimmten Datum in Trauer und Tbränen kleidet und dann ganz vergißt; es ist eine bessere Liebe, die im steten Gedenken an die Todte, mit dem Recht des Lebenden, keine Sünde darin sieht, auck fröblich einmal die Jugend zu genießen, aber eine Sünde darm erblickte, nach Ablauf einer 'aewn se.n Frist die theure Todte'auch im Herzen zu begraben. Lassen Sie Lilly einmal tanzen es soll ein kinderreines Vergnügenwerden , sprach der A!aler. Ach ja", rief Martfoff, ,und ein we niq pbantastisch muß es auch werden." Wie der junge Mensch sie versteht", c mi.'fi... i. it . c lr . caa;ie .uieiiier lepncin Hroueno. vic wiß", sagte er, es soll em Ball mit sebr vorsichtiger Auswahl aller Gäste sein solche Hattenheime' werdet! gebeten, zu Hause zu bleiben und man' wird im Kostüm erscheinen, am liebsten in solchen aus deutschen Märchen und Sagen." Herrlich : ries Hanna, und Lilln wird vorher so wenig wie möglich davon unterhalten weden." Für das Kind wählen wir deu bescheidensten Anzug sagen wirAbschenbrödel " Und ich mache den Prinzen", rief Marthoff glücklich, was ihm wieder einen wüthenden Blick des Meisters eintrug, der jedoch reuevoll und einsichtig gleich daraus i, j. i . . vniyic ; . t Hat Recht, der kleine Lieutenant ich altes, bärtiges Unaebeuer könnte nimmer ihren Prinzen machen. Da ist's schon gut, daß der wackere Marthoff sich' ihr gesellt." Jetzt kam Lilly zurück und berichtete, daß Wolf glücklich eingeschlafen sei und daß er mit bestem Appetit sein Süppchen verspeiste. . Nun aber, Frau Baronin, lassen Sie uns doch endlich sehen, wasderHerrBa: ron 'Ihnen bescheext hat", .'bat, Lillv. Darf ich dies Etui öffnen ?" Sie nahm von Hanna's Tischchen ein lila Sammtkästchen. Hanna nickte. Ein fünfzackiger Stern ans feuersprüheuden Diamam9 t w r r y . r ren lag darin. - iLnrzuak roo zmy : ryn heraus. Er zitterte an einer Spiralfcder und war bestimmt, als Haarschmuck getragen zu werden. . . Ach, ich muß Sie damit putzen. . Darf ich V Und fast, ohne Hanna Erlaubniß. -t-J.-t 1. .. Ji. "rt r? . t ... aozuiVarien, veinume ne ucr, ocn rcrn in dick schwarzen Haar der Baronin zu befestigen. Es gelang ihr Zitternd an seinem beweglichen Halt, crbob sich der flimmernde Stern nun gerade überHanna s Scheitel. 1 r- v w r . r ?Lfl?nmTu j". ' Lmy sie anMuernd, Ware ich

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bolisch, aber es müßte etwas Ernstes r, raunges oder gar schauerliches sem." Kleine, ich wähle Dich Pardon Sie" zu meinem Berather. Die junge Phantasie schwärmt immer davon ins Marchenreia). as meinten Sie, kleines 'Fräulein Lilly, wenn man einmal versuchtewirklich und greifbar ein Märchenland zu betreten? Was antwortet mir Fräulein Lilly, wenn ich sie einladö, heute in vier Wochen in meinen! Hause einen Ball mitzumachen, zu dem auch unter Andern Rübezahl, Schneewittchen und Gnomen gebeten sind", fragte der Maler, sie schelmisch ansehend. L llly fiele hnen vor Freuden um den Hals", rief sie glücklich. , CX "i t r i r-r v .ii ,'er Atelier yar aver - oie vstcy:", fiel Martboff lachend-ein, 'nur schone Menschen zu bitten. Fangen wir einmal an, die Liste durchzugehen, wobei wir vier Anwesenden von der crwaaenden Kritik ausgcschloffen' sind. : Numschön ; finden Sie auch, Fräulein Lillh?" Lillv sab ibn erstaunt an. Der Gras schön? Mein Gott, er kann ja nichts dafür, aber er hat ein. baßllches Gesicht. Oy tausendmal Verzeihung, Frau Baronin",' unterbrach ste sich errotdend, es schickt sich Nicht, r . rts ? ' . . r roieie 'inge zu agen ; vergeoen 'ie meine Taktlosigkeit." Es schickt sich unter uns, immer die Wahrheit zu sagen", sprach Hanna gütig 1 Ätarthost aber sah trmmphurend den Ma ler an : Ler Gras hielt sich, und alle Welt ebenso, für einen der schönsten Sn73tt0f Sor ST)ftSm Wss a&y f tHIIIIU ttVIVVIiy S-I Y UVV MtyV, er habe cm häßliches Gesicht. Der Meistcr drückte dem jungen Lieutenant hcftia . . r ri c. 1 t ' ' oie ano, ue venranoen iiw. rr . . , ,'ie zzrage yanenyeim isl aver vennoch.Io zu entscheiden, daß man ihn. emladen muß, weil er uns Allen zu nahe steht", sagte Hanna. Hier kam ust und meldeteda man servlrt habe. Zugleich erhoben sich die Spieler von ihrem Tisch und der Baron bat den Doktor, der Dame des Hauses den Arm zu geben. Still und schlank stand Hanna da, der Stern flimmerte über ihrem Haupt. Sie legte ihre Fmaerspitzen leicht auf Herbert's Arm ; sie schrillen neveneinanoer rer, omie zu reden. Und dann bildete die Gesellschaft eine trauiiwe, tteme metrunoe. ven, zu 9 r - M 1 M Häupten des Tisches, saß der Baron, Lilly knüpfte il'm eine Serviette mn, ehe sie ibren Plab Zwischen Martboff und dem Meister einnahm. Dies bisher von Just , r . 1 V . 1 1 . r f . - vesorgre 'imr ranc ue jicu, angeelgner. Die Baronin saß neben ihrem Gemahl, Herbert neben ihr, der an seiner andern Seite Hattenheim batte. Der Meister wurde sehr durch den Baron m die Un terhaltung verwickelt, so dan. Marthoff sich' Lilly ungestört widmen konnte. . Er strahlte und da sie im Laufe des Abends sieben Mal die Serviette fallen ließ, that es ihm leid, daß er sie rnwt noch em ach tes Mal aufheben konnte. Lilly konnte uorigenv auch ernstl'ast sein : sie sprach sebr eingehend irnd außeroroentlichae?. sey: mi! oemleutenanr uoer oie chwiew r a.ri rigkeiten des Militärischen Dienstes uud der Lieutenant schilderte ihr seine ganzen ,. Tf t m ' . r " r ' t . 7 m agespmwien. cic rmgegen verlmrele ' f c . c .4' . , c . iym oann von oen großen aslen oer vieleii Schularbeiten, die ihr Schwager Heinrick noch. immer nach ber Konnrmation ausgeourdet; "lartyosf beklagte sie sie unterhielten sich' sehr gut und sehr ver ständig. Hattenheim besänftigte sick damit. Hanna und Herbert mit ihrer Wohlthatigkeit, der Poliklinik und dem Regiment der Gräsin Jllingen zu necken. Es ist tragische Wahrheit, Kousine ; oer ganze luv wein es, viele strenge Matrone isl in unseren Doktor ver liebt." Das wäre ja ein Glück für mich," lachte Herbert, denn die mütterliche Liebe l ?v, . ..l. , , einer irann ,ulngen ivuroe miw mir einem solchen Kontrolsystem umgeben,' daß es unmöglich Ware, ze leichtsinnig zu sem.". Die Kontrole hat schon angefangen," sagte Hanna, ' denn sie läßt Sie nie allein - wenigstens, wenn ich in der Poliklinik bin, ist sie muh immer dort." Hattenheim lächelte, wie er unter der Tbür vorhin gelächelt. Haben Sie eigentlich jenen armen Teufel wieder aufgesucht, in welchem Sie eineii ' vorkommenen Jugendbekannten wieocrfanoen s . fragie .anna.. .. .Gewiß." Und Herbert erzählte von dem geistig' und seelisch zerruttetenZustand Roderich s, von seiner Noth, seinen Lebensschicksale'n, seinem Zweifel an seinem Schaffensvermögen, dem geleerten Bücherregal wo allsin noch Faust stehe. Der Baron hatte halb gehört, .schien intereffirt und bat um Wiederholung.' Herbert sprach noch einmal. Schweiaend. das arofte, starke Gcuckt unbewealich, die Augen starr auf sein gefüll- , . V . . ! . les Weinglas gericyrer, yone der aron zu. Welch' eine elende . Existenz," rief .vanna millcidlg aus, was meinst wvt; Wolf, könnten wir das Werk nicht vollenden, welches durch des Doktors nnd Prof i . pi Pratonus Hilfe Mir erst halb scheint? Man könnte diesem Roderich'die Ordnung Deiner Bibliothek in Wolfsbcrg übertragen, dort bättc er neben einer Beschäfti gung, und einem angenehmen materiellen Leben doch noch Muß? Lcnng, selbst zu swanen." . Der Baron schlug mit der Hand seine. sich vorder Brust aufbauschende Serviette glatt und iprach, sem Glas erhebend. barsch: Nichts da. Bin gern bereit, dem Doktor ein Geldsümmchen für den Mann zu geben, aber in Verbindung soll man. von dicseiti Hause aus nicht mit ihm trc-' tcn." Seine Stimme klang ganz auffallend heiser, Herbert konnte nicht umhin, das zu bemerken. Ein aufblitzender Gedanke ließ ihn stutzen aber er hatte keine Zeit dier 17t i. r ' re sen eoanren zu verfolgen, anna nustcrte ihm zu: '. Und, ich habe doch einen Einfall, wie ich ihm wohlthun könnte. Ich weiß, das Geld welches der Baron geben will, wird er doch nicht nehmen." ' ' '

mero Eins : Herbert pasiirt als tadel r a . rii . ir..:f i. f

io. tummero Jwer: rafanenoeim

dito, denn die aame Nenden nennt ibn

sic winkte, dem Diener und gab ihm leisc einen. Befehl. Danif ward durch eine Bemerkung des Malers das Gespräch wie-

ocr augemem, uno taut. k ?,i5: ' r Z c s - v , u 4 Höre,". flüsterte Hattenheim, dies be-7 n"c?d' dem aundc p, ich mch Dich noch sprechen heute - Abend, in einer verflucht ernsthaften Geschtwte." Doch nicht wegen der zehntausend Bcark?" '.fragte-Herbert böser.Äbnungen voll.' .. , - Auf den Kopf getroffen wenn wir sie retten wollen, urnßt Tu mir andere Zehntausend verschaffen," sagte Hattenheim leise.' Bist Tu toll? Was stellst Du Dir von meinen ermoaensverdaltnincn vor Graf. . Jedenfalls aber halte-ich'. Dich für einen Mann, ,dcr' nicht philisterhaft sich, um zanzlgtausend Mark bazt, wenn sciw' Freund, der nebenber noch das Glück bat, der5Vetter der schönsten .. ".i.ii ..T e 's c tfiau czz 'raor 511 1 ein, lvn oarum 0tet." . . Wenn ich. sie auch geben wollte, ich babe sie den Augenblick nicht daliegen," erklärte Herbert. ..Nichts einfacher, als dann einenWecksel zuschreiben, Seine Unterschrist ist m'ir wenn genug. . - Du bast das erite Geld verivielt wer bürgt mir dafür, daß Du es nicht abermals so mawst r .' ..Mein Wort als Kavalier ick' bitte Dich, mir einen Wechsel zu. geben.. . Am Verfalltag, den wir zu Deiner und meiner Beruhigung schonzweiMonatenach Sicht nehmen können, werde ich gam gewiß im Stande sein, selbst die zehntausend Mark für den Wechsel zu zahlen. Es ist ja im Grunde blos eine orm, die Dich nichts kostet, als die Mühe, einmal quer zu schreiben." Wir sprechen heute Abend weiter," sagte Herbert, hier ist Dir dies Gespräch ... r , ... ' r..? j: 11 ' ' i?üti wvvi zu gqanuia;. Und wenn Du gar nicht willst," wart der Graf nachlässig hin,aestehe ich dem Baron und Hanna, daß ich Geld bedarf. um tncine Sachen zu arrangiren und zu retten und daß Tu leider nicht im.Stande seiest, mir zu bclfen und Dich außerdem noch für den Verlust der ersten Anleihe ängsttgst." Dann wird die Baronm mich für ei nen Krämer halten," dachte Herbert ärgerlich. Aber der Aerger, den dies kurze Gespräch ihm verursacht,verschwand. Dieselben Zauber, die ihn am Anfang dieses Abends umstrickt, wirkten wieder auf ihn. vcach dem Souper trat Hanna mit ihm an denselben Tisch, 'an dem sie vorhin vor derKupfcrstichmappe geseffen. Da lag ein Buch,' kostbar gebunden in Leder mit 'Goldverzierung. Auf seinem . Deckel cn .c tr '"-'.. or . c irano : ?ano v, es war em ano, der aus einem vollständigen Werk gerissen worden: Tottor ttaust. Hanna nahm eine Feder, schlug das Buch auf und 'sprach: Bringen Sie dies dem armen Poeten'saaen Sie ibm. ich boffe als Gegengabe eines .Tages ein Buch zu bekom.men, dessen Autor sich Roderich nennt. Sagen Sie ihm weiter, da ich dmen iBand der mir gehörigen und von mir 'stets benutzten Goetbe-Ausgabe entnahm, rr onur p r ' Lle vlsyer vx meinem Vumeriwranl stand." . , Hanna hatte mit dem Instinkt des Weibes aus Herbert's Bericht heräusqesühlt. daß ihre Erscheinung emen großen Ein1 c r r.ri rr - rr , ?" orua auf oen cyrlflsleuer gemacht. schrieb mit den ibr eigenen großen, kraftvollen Schriftzügen . auf das erste ' weiße Blatt im Buch dies : Empor !" Und da runter: von H. S. So," sprach Herbert, das Bu an sich nehmend, so können nur Königinnen schenken." Ach, über das arme Königinnenthum," sprach Hanna, den Kopf wiegend, ' ich habe nicht das Recht, zu befehlen, wo ich befehlen mochte,' ja, selbst, wo ich bitte, sagt man mir: Nein." ' Ihr Wunsch soll erfüllt werden," flüsterte Herberte Er hatte inzwischen die Sache erwogen und einen' Ausweg gefunden. Hanna blieb ganz ruhig, nur in ihren Augen flammte es unheimlich auf und sie sagte: Ick svarte morgen auf Kunde von Ihnen." (Fsrtseduna solgt.) Sem Äu5land4. : Ueb er R uh e st ö run g e n in der jüdischen Eolonie Repetino im Kreise Kriworog. 'SüdÄüßland,' ; wird den Ssowr. Jswestija" gemeldet : . Die. genannte Eolonie ist bauptsächlich von Ju den bewohnt, außerdem leben daselbst M . m w - - - t etwa 15 deutsche Wammen, 'urcy vie Eolonie zog nun vor Kurzem ein Arbtitertrupp, ca- 80 Mann stark. Nachdem die Arbeiter sich an' Speise und Trank .. .. r t t rgullich gell)an yallen, oeganncn iie mit dem jüdischen Schenkwirth. einen Streit. Im Verlauf desselben 'zerschlugen die vom Schnapsgenuß stark erhitzten Arbeiter die Schenke und machten sich' nun darnn, die . übrigen . Häuser der Juden zu zerstören. Die ' örtlichen Behörden schritten zwar ein und arretirten etwa 30 der Rulstö'rer, doch gelang es ' den übrigen, unter Mitnahme der geraubten Sachen zu entkonilnen.? Ein benachbarter, (nts; besitze? erklärte sich bereit,' die'Arretirten auf seinem Gute in einem Keller einzu sperrend Bald darauf kam die Nächricht, ein anderer Arbeitcrtrupp sei im. Anzüge: Aus Furcht, die Neuangekommenen würdmrfs versuchen, ihre arretirten Kämeraden zu befreien, sandte der für sein Gut besorgte Gutsbesitzer die Arrestanten wiederum in's Dorf , zurück, too sie von den 'neuangekömnienen .' Arbeitern sofort befreit wurden., - DieArbeiter versuchten eS, das Zerstorunzswerk ihrer Vorgänger sortzuseden,' wurden aber .von den Sttti: chen' Behörden, mit Hilfe der deutschen Kolonisten in die Flucht geschlagen Ei gelang,.vier der Arbeiter zu ergreifen, du übrigen entkamen". Die Arretirten UÄ den an bänden und Füßen gebunden und nach Kriworog gebracht." Celbsthülfe ist. wie man sieht, in Slußland däS 'wirksämste'Mittel'gegen solche'Ausschreitungen.-' - '-' r; . ' 5 --Zn der Nähe von Rostock fand am 13. Juni eine Löwenjagd" statt.

fuhr Herbert aus.

Tn yli:Tl . I emem Kornselde und wälzte sich im Korn. Deine gelegcntl chen Andeutungen und :xmx cife m an mit Schrot Seine Lebensgewohnhe Neu ..Niich. veran- -f r , '?t. Tbier. iefet fest

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Aus einem Wägen einer herumziehenden Menagerie entsprang eine Löwin. Sie

nahm ihren Weg nach dem umt Grop Cosserib und begann auf dem Felde, wo ' '.. ' -..reü. Ja V.. ö ? '"OT y www ww 0 " - Sande zu wälzen. Den erschreckt davon, eilenden Fragen lief sie eine kurze Strecke nach, brach dann aber in eine Pferdekoppel ein und tödtcte ein Füllen, das sie nach Häschenbusch, einem dichten Gehölze, fortschleppte. Der Besitzer der Menagerie war in größter Eile nach den benachbarten Dörfern und Gütern gefahren ; die ganze Gegend war in der furchtbarsten Aufregung. Am Mittag war die Löwin, der der Büchsenmacher Lange mit einigen beherzten Bauern gefolgt war, in thend gemacht, floh dumpf brüllend wie der dem Walde' zu. Von Rostock wär telegraphisch militärische Hilfe beordt worden.' 80 Mann und eine .ganze Schaar Freiwilliger zog aus ; der .Häschenbusch wurde umstellt, immer enger und enger wurde der Kreis geschlossen, der das wild brüllende Thier umgab, welches drei- oder viermal vergeblich versuchte, die Kette der Jager zu durchvre ' r ist r K STI - . chen. Endlich aelana es einem Ge freiien, oa? .l'ler rura' einen vu'us n k Herz zu todten. - i' l. s-of. v 1: -: -,..;. 1 Einen trostlosen Fall von Verurtheilung eines Unschuldigen meldet die Straßburger Post wie solgt : Er betrifft den jungen Biusiker Aug. Stad-. ber von Karlsrilbe, welcher aus die anscheinend zutreffende Aussage eines elf jährigen Mädchens wegen eines Sittenverbrechens zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und drei Mimaten verur'theilt worden war. Erst in der Ehristenlebre erkannte das Mädchen, das al lem Anschein nach den Verdacht von sich selbst hatte ablenken wollen, die ganze Größe seiner Verschuldung. Allein jetzt war es zu spät; der Unglückliche war i,i zwischen -nach Verbüßung des größeren Theiles seiner Strafe im Zuchthaus aestorben. Die vom Landgericht nachträgt lich ausgesprochene Freisprechung wurde ! nur noch einem Todten zu Theil. , zm e n a l i s ck c n Unter! hause legte Mundella, der Vieepräsident . . .r' des aebeimen Viam, welchem das Scvul-

Wesen unterstellt ist, Rechenschaft über . dlp,t scl. Hierauf zcrrisz sle die wemn die Fortschritte ab, welche der Volksun- Gewänder d's Mörders und seiner Verterricht in Englaiid und Wales im vori-! wandten. Nach einem großen Festmahle gen Jahre gemacht hat. Die Zabl der ! begaben sich All.) auf das Grab des ErVolksschulen im Jahre 138:; betrug ! mordeten, um dasclbst einen Trauerge13,540, was, verglichen mit dem Vor- sang anulstiinmcn. jaÄre, eine Zunahme von ergibt.! Bei den Erd arbei ten am Diese Schulen gewähren 3!aum für 4,- Fuße der Eitadelle zu Mainz stießen die. 670,000 Kinder (132,000 mehr als j Arbeiter vor einigen Tagen auf ein 1882). Eingeschrieben sind -1,273,000 j Mauerwcik ; uti b.i-scl0c hinweggeräumt Kinder, 84,000 Kinder mch? als 1832, i tvcrden sollte, find man in einer Nische aber im Durchschnitt besuchen nur 3,-' des Mauerwak das noch vollständig er127,000 Kinder die Schule, was indeß, ! baltene CJeripp ei.'.es Menschen in

verglichen mit dem Vorjahre, eine Zunähme von 112,000 ausweist, während 175,000 mehr als im Vorjahre geprüft Wurden. Die Kosten des Volksunterrichts sind für das Finanzjabr 1884 85 auf Lstrl. 3,016,107 (815,080,835) veranschlagt, was verglichen mit dem Etat pro I3L3 84 eine Zunahme von Lstrl. 77,237 darstellt. Welche Fortschritte die Volksbildung inGroßbritannien gemacht, gehe, wie Mundella hervorhob, daraus hervor, daß die Geldbewilligung für den Elementarunterricht seit den letzten 15 Jahren in England und Wales um 318 pEt. und in Schottland um 29tt pCt. gestiegen sind. Die Zahl der eingeschriebenen Schüler habe sich von l,7i7,336 in 18()9 auf 4,812,54!) m 1KSI vermehrt. U e b e r d a s körperliche B efinden des Königs Alfons von Spanien sind in neuerer Zeit widersprechende Mittheilungen verbreitet worden. Und doch ist es Thatsache, daß der König ::och in letzter Zeit sein Leben mit einer betrachtlichen Summe .versichert hat. Dieser Versicherung ist natürlich eine genaue ärztliche Untersuchung vorausgegangen, sie belauft sich auf 500,000 Francs und ist zahlbar im Falle des Todes oder, bei Eneichung des 40. Lebensjabres. Die Pramle ist auf 1 Fr., 80 Ets., pro 100 Francs normirt, so daß der König jährlich etwa 23,500 Frcs. Prämie zu zahlen fy't. Der Aufschlag auf die NormalPrämie ist ein ganz geringerund wchl hinlänglich in der exponirten Stellung becZ Königs begründet. Vor einigen W o a' e n hat sich in Luzern ein Fall ereignet, der so eigenthümlich ist, daß man glauben könnte, er sei einem Scnsationsrontan entlehnt, und doch beruht derselbe aus Wahrheit. ' Zwei befreundete Engländer, von denen der eine der engl. Consul Brandt war, der seit 2 Jahren eine Villa am Vierwaldstädtersce besitzt, feierten ihr Wiedersehen nach kurzer Trennung. In heiterster Stimmung gingen leite auseinander, Herr Brandt, uni seine Wehnung, der Freund, um seinen Gasthof äufzusuchen. Dort angelangt, läßt :'r sich eine Taffe Kaffee auf sein Zimmer bringen und schickt sich an, cs sich recht gemüthlich und bequem zu machen. Der Kellner bringt den Kaffee, der Engländer will den Kaffee zum Munde führen, als er plötzlich von einem Herzschlage getroffen, todt in den Sessel zurücksinkt. Sofort wird der Portier abgesandt, um Herrn Brandt die Traucrnachricht von dem eben erfolgten jähen Hinscheidendes Freundes zu melden. Auf der Hälfte des Weges begegnet der Portier dem ihm bekannten? Diener des Herrn Brandt und hat kaum angefangen, seine Botschaft auszurichten, als der Diener ihn mit den Worten unterbricht : Mein Gott ! auch ich komme zu Ihnen mit der Trauerüotschast, denn soeben ist Herr Brandt von einem Herzschlage betroffen, todt zusammengesunken." Beide Freunde tvaren in der nämlichen Minute verschieden. ' : . A m 10. Juni wurde dem Oberstabsarzt Dr. Schmittcn in Saarlouis mitgetheilt, daß das in seiner Angelegenheit . (Diilitärbesreiungsasfaire) gefällte freisprechende Urtheil dcö Militargerichts die Bestätigung des obersten Kriegsherrn gefunden habe; zugleich p wurde er aus der Hast, welche fast an denhalv Jahre gedauert hat, entlassen. Die R e g i e r un 9 v o u O vpeln hat eine Polizeiverfügung erlaffen, wonach den Gast-' und Schankwirthen chreS Bezirks verboten ist, vor 8 Uhr Morgens geistige Getränke zu verkaufen.

Ein Gastwirth m Zabrze, der sich daran nicht gekehrt hatte, wurde in erster und zweiter Instanz zu 5 Mark Strafe verurtheilt. Er legte hiergegen Revision beim Kammergericht ein, aber auch dieses hat die Verurteilung bestätigt, und den Einwand, daß die betreffende VerOrdnung die Gewerbefreiheit verletze, nicht für stichhaltig erklärt. Nach Ansicht des Kammergerichts handelt es sich nämlich in diesem Falle lediglich um Regelung der Ausübung des Gewerbebe triebes. Die Frage ist nur, wo den Verwaltungsbehörden die Grenze gezogen ist innerhalb deren sie solche Regelungen" anordnen können. ' Unseres ErachtenS liegt bei dieser Auffaffung der behördlichen Befugnisse die Gefahr nahe, daß unter Umständen die ganze durch die GeWerbeordnung garantirte Gewerbefreiheit illusorisch gemacht werden kann. - Im G egensatz z u der. bei einigen kaukasischen Bergvölkern Herrschenden Blutrache besteht bei den 'Nomaden .der Gouvernements Baku und Jelisawetpol eine Sitte ganz anderen Charakters. ' Bei ihnen kann nicht nur eine bloße Beleidigung oderVerwundunz, sondern auch ein Mord auf friedlichem Wege gesühnt werden. Einen solchen

svall beschreibt die Zeltung Kawkas": 1 Är: ivuvmuui. vvi jvivvn uhv deffen Mitschuldigen zu einer der Fami lie des Ermordeten zu zablenden Geldstrafe von 1000 Rubel verurtheilt. Die Eeremonie bestand darin, daß ein Pferd eine unumgängliche Zugabe zum Sühnegeld gesattelt wurde ; an den Sattel wurde ein Säbel und eine 1000 Rubel enthaltende Ledertasche gebunden. Die Prozession begab sich hierauf in folgender Ordnung zur Hütte deS Ermordeten; voran wurde das Pferd geführt, hinterdrein kam ein Mullah, der Koranverse citirte, gefolgt von dem Mörder und dessen Verwandten, alle in Weiße UebeNvürfe gehüllt, einen Säbel am Halse befestigt fragend. Ionen schloffen sich der Vater des Möiders, .geachtete Stam".iesgenoss-.i, Frauen mit aufzelöstem Haar.und eine Menge Volkes an. Ais die Usnv,ciiiLMi an der .frütie ansle s.,,.. war. kam il"- diÄtter des Kri 'detcn cnt.vn. uabm die Geldtasche vom Sattel des Pferdes und erklärte. ! nachdel sie da Geld sorgfältig gezählt .rj. oi. ci L-r- . - wit, irren .ciwanclen, casj ic vetrielwck'ndcr Stell'.zna cinciemauert. w CiseulZtthu -Zeit -Tabelle. Änkunst und Al'ang der Cise::dahnüci? in Indianapolis, en und nach Sr.nntaq den 11. Mai 18S4 Cledeland, Cslumbut, Cinkinnali und Jndia. napoli Eisendahu (?ee Line.1 Abgang: tl r. ' n n f t 5 S:5 -. 10 5.' , 8 6: 8 i tSz Lndeijo c...ll.n S ii Vi Jt iKi .lii.3j Eßvton6li lM0iCa ! Ai'deison e... 2.111 j) t . . 7 ' m , 3 ets Sri d.dtt 3 Sojhen ßj5.2ä Nm j St t.iu.3i m Vnghttvood Division, C. C.C.UNd I. Adgang täglich. 4.:c?in. " X'j.10 M 11.15 V 2 20 M 3.3 M täglich. 5.23 Nm täglich. 6.43 Cm 1D.35 Km 2.10 a 3.25 Rm 4 dd m Ugliq. bZOKm täglich .10.Z)u 7.3J3:m! PlMburgCiuciuuatt St. Louis Siseubühu VYWAP ,RichLceuk. r täglich 4.?2Bn ntnom sonnt. z 3) AH Sr c.ukae St PSS nommtnSonnt.10.45 Cm RckDAcccukg. Sonntag? 4.00 Sm 51Z)DWBP ertäglichh.. 4.öd N Dazton S auZg Sonnt 4.55 Cm t täglich 11.37 fSm C lix silil. Sonntag .... 5.27 VU l tlgi'ch 10.20 3i m Dayton 9i aul. Sonntag li'.Äi V Chicago Rouie dia iTokomo. Ehieago Schnei ,ug tSg ,1.15 m Shicago Sixreß.l l.tt' N Jnd'i Lou. Schnell... 3.: 9 Da Jndpl'S xou. Errrtk 3.2: Km Terre Haute, Vaudalia & Et.Loui isenbahn. all Train .... 7.15 Ca ttfl 9tV,V 1.K5N 5Cn fjautt c. 4.i N SchneLzug 3 53Ca Vkatl und flcc.iiMiO Tag Srxreß 3.3) K Uail undee... 4.40 Pacifte 9t 10.45 Nm 1 Eiuciunatt, Indianapolis, St. Louit u. Ehieac.o . Gistubahn. Ctucinnati Division. ckLouiSv.ff L. 4.03 Bin Eincinnatt Acc 7 00 Lm tneinnatt cc.ll.oj txa k.KLr PC. Z..45 Nm Indiana? See. 10.3t Brn EL'ville Srx. 11.50 mWtxn 9t.... 4 43 5 cta g s täglich u c c.iO.lSKn. inc. 8lcc V.55 Nm 1 Chicago Division. Ceo & u,l r. C.S5Srn Chicago 1 all p.:2.tRm Bettelst 9 ö.t" Nm g L täglich r 11.2orrn CMC 3t Lou F 2. glich (cul.. 3.35 6m Lasavettk cc. 13.10 Ca C&Uallvc. 30 Nm Sincinnatt ee. 6.40 ttn ZeffersoNville, Madison und Judlövapolik kiseudahn. Süd 9 1:3.2.- 4.10j JndadNall. 9.15 Bei 5 ad ee... 7.?5Lm'ZdKkhieertägl0.45 nd Rad all 3Z0 Rrn ) K N Fl t. 7.00 Xu bnd l p tSg. 6.45 Nm , St L 5 FL täg 1?.4! Wüiash, St. Loui & Pacisie. Det irehie Mail 7.15 Cn xcir ...... 2.1t Nm dtWich Er c hiktSg 2.00 9 Xol tW Sr..tt.30B Det u Sh Nail. c&t... .11.20 r?. Judiaua, Vloomwgtou uudWeftern ttiseubahn Pae zu rtail.. 7 ja Ln fttn Ter F Lee i.co Nm Grafordv.Aee. S!m Vud R I Sk tZgtl.10 Nm Seftkrn 6 I. täglich SlOCa ine Sper 11.15 tlantic CiW. aS N St. Louis Division. vtorksikldSce... 6.30 vm all u Tag.Sl. 8.05 Bai acht Sr 11X5 Nacht 3.55 B VtMu rag er. Rorefteld ec.. .10 Ocstliche Division. Oefll.SrVkail....4.2JVm I Pacific Srrreß... 7ttLm Tögl. Erpreß. ...11 4!m B 3c St 3 10 35 Atlantic Qiv 6 4sNm Wester Ex, .... 45 Lolliöbilre,Nk!v Albanh & Chicago. Air.Line. Chicago 1 tgl.. 12X0 Km Chicago tgl.. 3.1023m onon ce..... S.OR I Monon Ac 10.30L Mich Cit? Sh'.cag. ich. Cito Ctt:. 5i Mail 1Z.45NM 9t Mail. 44)01 . Jndianapolik und Vincennes Sistnbai. ai! k kairo 5i 7.01 a I cinccnncl ScctO 31 BB Btnctnnel ec . 3.39 m Mail ftttie 9. 49 Jndianadolit und St. Louis EiseubaZu. Tag rureg, ee. ND u Vk tZg oft u St Sz. 6.15 N v et ' r täglich CC.10 C5N töguch 7.10 es 1 c e B oealPalsena,?. 9.50 R Da,re etägi. 6.333 Jndianaxoli e 3.159ia. Cwciusatt,HkmiltooZeIkdiLuapoliZSisekbaZ?. JndP 3t StLouii 4.0C Cm I ffcnretloiHeCcc 80 Ca ionnrvillkec 4.30 Nm otL 110 C Andxl u St. 8. 6.40 R sind St ouli 10.40 ftm in., D.T.ZKN.1 10.50 Am I (SrncinnatiXcc 5.00 9! gäge mit 7. c. Lehnseffel-ksr tnil ., chUf.ffiagm. ntt 9. if ritf ti. tt 9.. rtUUglt

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