Indiana Tribüne, Volume 7, Number 235, Indianapolis, Marion County, 13 May 1884 — Page 2

Indiana Hnbüne. Erscheint Füglich, WöHenMcZ n. Sonntags.

Cfiitti ISO O.Marhlandstr. tägliche .Tribün- kostet durch den TrSger l? V SentZ per Woche, die Sonntiz ZxibAnf SentI xe? Woche. Beide zusammen li Cent!. Per Poft zugeschickt in Vorausbezahlung ZS r? JaSr.' Indianapolis, Ind., 13. Mai 1834. Bürgerthumund Adel. In der preußischen Armee gilt bekannt lich das blaue Blut immer noch als ein zanz besonderer Saft", der per Unze min destens 50 Procent mehr werth ist, als Die rötbliche Substanz, die in den Adern des aewöhnlichen Bürgersmannes fließt. Sleichvobl haben sich im Laufe der letzten sechs Jahrzehnte im Zablenverhältniß.der be'en Factoren ;u einander Wandlungen vollzogen,' welche beweisen, daß in dem langen, erbitterten Kampfe zwischen dem bürgerlichen und dem ade ligen Herrn Lieutenant ersterer dem letzteren immer mehr Terrain abgewinnt. Die einzelnen Phasen dieses Kampfes werden durch folgende Ziffern sizirt, die ein höherer preußischer Ofsicier zu einer interessanten Scizze über das Thema: Bürgerthum undAdel in der preußischen Armee" zusammengestellt hat. Während im Jahre 1816, also unmittelbar nach den Freiheitskriegen, nur 30 Procent aller Epauletten auf adeligen Schultern sitzen, stellt das folgende Jahr mit einem Sprunge bereits das Verhältniß 33:62 her. Auch die folgenden Jahre führen dem Adel immer mehr Procente zu und im Jahre 1828 hat letzterer dieOfsiciersstellen im preußischen Heere nahezu monopolisirt. In diesem Jahre sind nämlich bei derInfanterie 60, bei der Cavallerie sogar 97 Procent aller Officiere adeliger Herkunft. . Die ersten dreißiger Jahre lassen zunächst dieses Verhältniß oder vielmehr Mißverhältniß im Wesentlichen bestehen, bis das Jahr 1848, das auf das ganze sociale Leben umgestaltend einwirkte, auch wieder Fluß in die Mischungsverhältnisse der beiden Stände der -Ofsicierscorps bringt. Der mächtige Idee der Gleich- ' berechtigung kann sich auch das Ofsiccrs- , corps nicht verschließen, es öffnete dem Bürgerthum wieder williaer seme Pforten und tritt im Jabre 1853 wieder ;u. der Ziffer 33 Pro;, zurück. Von diesem nkr n ruÄ iiirn nftt" IRRl rmpfirt I j.v vv V1II. ich das Ofsicierscorps um ein Drittel ' eines Bestandes, läßt das bürgerliche Element dabei indessen nur drei Procent gewinnen. Günstiger stellt sich jedoch dasVerhältniß wieder im nächstenDecennium, in welchem die drei großen Kriege von 1864, 1866 und 187071 und die damitzusammenhängendenVerluste schwer für das Bürgerthum in die Wagschaale fallen. Die im Iare 1867 erfolgte Einverleibung der hcinoverschen, kurhesschen und nassauischcn Truppen in die Armeebringen dem Bürzerthunl nur einen geringen Zuwacho,während das Jahr 1671, in welch:m die badische und Hessendarmstädtische Armee in der preußischen aufgeht, dem Adel wieder mehrere Procent entführte. . Alle Factoren zusammengenommen bewirken von 16631873 eme Steigerung des Vürgerthums um 11 Procent, so daß also am Ende dieses Zeitabschnittes die beiden Elemente mit 49 und 51 Procent unzefähr b'alanciren. Die nächsten 10 Jahre geben uns in ihrer Gesammtheit die einigermaßen überraschende Erscycinung, daß der Fortgang ' des Bürgertbums, ohne sich geradezu in einen Rück'gang zu verwandeln, sich doch fast bis zum Stillstande verlangsamt. Die im mer arößere Bedeutung indessen, welche die Artillerie und das Geniecorps in ihrem Verhältniß zu den übrigen Waffengattungen gewinnen, dürfte gewiß nicht verfehlen,, einen für das Bürgerthum günstiaen.Einfluß geltend zu machen,' da in diesen beiden Waffen sich das Offi.cierscorps mit erdrückender Majorität aus Bürgerlichen recnttirt. Die Sklaverei in Brasilien. Der London Times" wird auö Rio dc Janeiro geschrieben, daß am 25. März in der brasilianischen Provinz Ecara die letzten Sklaven als freie Menschen erklärt worden sind und daß seit diesem Tage kein einziger Sklave in der ganzen Provim mcbr eristirt. Dies ist eine aeradeu wunderbare Thatsache, wenn man bedenkt,. dasz vor drei Iabren noch 30.000 Sklaven in jener Prooinz lebten, daß das Gesetz .vom Juni 171 nur bestimmt, daß alle nach dem Erlasse desselben geborenen Kinder von Sklaven frei sein . sollen, sobald sie das 21. Lebensjahr zurückgelegt haben, .und daß in anderen Theilen von Brasilien noch beute der Glaube herrscht, der gcsammte Ackerbau des Landes beruhe lediglich auf dem fluchwürdigen Institute der Sklaverei. Diese rasche Reinigung der Provinz von einer Pestbeule ist namentlich den unermüdlichen Anstrengun-. gen der Eearense Libertadora" zu verdanken, einer Gesellschaft, welche die möglichst schnelle Emancipation aller in der Provinz besindlichen Sklaven zu ihrer Aufgabe gemacht hat. Dieselbe hatte einen Fond gebildet aus dem die Sklavenbesitzer, die ihre Sklaven freigaben, Entschädigungen erhielten, am meisten haben sie jedoch durch Ueberzeugung gewirkt, so da') sehr viele Sklavenhalter ihr Eigenthum unentgeltlich in Freiheit gesetzt, haben. Dem aus der Provinz CeaiA gegebenen Beispiele gegenüber kann .Rio de Janeiro nicht lane mehr fortfahren, ein offener Sklavenmarkt zu sein, dieses Beispiel wird auf die baldige Befreiung der Sklaven im ganzen Kaiser reiche von machtigem Einflüsse sein. (Sin Interview Grant'S. Kurz bevor der Krach der Firma Grant und Ward bekannt geworden, batte Jemand em Interview mit General Grant über die Lage des Landes. Außerbalb der Börsenkreise, meinte der PolitikerGeneral, seien die Zustände im Lande be

srievigeno, die GejcyaNe vorwarttgeyeno, die landwirthscbaftlichen Producenten einigermaßen zufrieden und die Fahrikanten mit Aufträgen versehen. AmEnde dieses Jabrhunderts würden Voraussichtlich die Ver. Staaten eine Bevölkerung von 100 Millionen aufzuweisen haben; 3!ew ?)ork werde das sinanciclle Centrum der Welt werden und die Südstaaten die leitenden Fabrikhäupter, besonders in Baumwolle und Eisen. Einen wohlthätiqen Einfluß werden die Ver. Staaten auf Merico ausüben. Utah sollte man, um dem Vundesgcsetze gegen die VielWeiber Geltung zu verschaffen, die Tcrritoria lregierung nehmen und es, wie dem Tistrictvon Columbia, unterBundescommissäre stellen. Die Präsidentschaft sollte auf 7 Jahre(wie inFrankreich) ausgedehnt Werden, der Präsident aber nicht wiederwählbar sein. Von der Annexion Eanad'a'6 fei vorläusig ganz abzusehen. Die Eirwattderung werde nicht m gleichem Maße wieder Bevölkerungszuwachs steizen. Die republikanisae Partei könne so lange ihre Aufgabe nicyt erfüllen, als die Südstaaten sich mit jeder beliebigen Partei ohne Rücksicht, auf Platform und Princip verbinden. Nächsten Herbst jedoch würden die Republikaner siegen. Wenn der rechte Mann nominirt würde, und das wäre, nach Grant's Änsicht, Logan. Bezüglich der Einwanderuna be--zürwortele er eine Erschwerung desB üräerwerdens; er meine nämlich, daß Viieinanb das Bürgerrecht erlangen solle, d c r nicht englisch lesen und schreiben kann. Unser Weizen. Der gegenwärtige Stand des WeizenMarktes giebt zu den verschiedensten Commentaren über die Zukunft des amerikanischcn Weizens Veranlassung. Schwarzseher sehen die Zeit schnell herankommen, in welcher Europa, namentlich England,

völlig unabhängig von unserm Weizcn sein wird. Die rasche Entwicklung des Anbaus dieser Frucht in Ostindien, die Entwicklung des Weizenbaus in ZlustraIicn, Südamerika, namentlich in der Argentinischen 3!epublik, die. Möglichkeit, daß das Gebiet des Eongo bald in eine ausgiebige Weizenkammcr verwandelt werden wird, sind Momente, welche Beachtung verdienen. Die Furcht vor ei.nem übermächtigen Mitbeiverbe mag unsere Farmer vcranlaffen, neben demWeizen auch anderen Produkten des Bohns größere Aufmerksamkeit zuzuwenden,na -die Legislaturen daran erinnern, daß unsre Gesetzgebungen inBetreff derFrachttarife der Eisenbahnen noch viel zu wünscben übria lassen, maa den auf den Getreidedörsen getriebenen Schwindel einschränken, den auf wilder Speculation beruhenden Corners und ähnlichen Manövern ein Ende machen und sonach gute Folgen haben, zu wirklichen und ernsten Befürchtungen, daß die Ver. Staaten in ihrem Weizenüberfluffe, also im eigenen Fette über kur oder lang ersticken, geben die Verhältnisse vorläusig noch keine Veranlassung. Die Weizenausfuhr der letzten beiden Jahre aus Ostindien hat unsere Weizenpreise sicherlich beeinflußt. Ueber die Frage, ob die indische Weizenproduction andauern und in welchem Grade sie sich voraussichtlich steigern werde, hat einComite des britischen Parlaments kürzlich ein Gutachten des Sir James Caird, der Jahre lang hohe Stellungen inä?erschiedenen Provinzen Indiens bekleidet hat, eingeholt. Dieser Engländer, der die Verhältnisse namentlich auch in Indiens Weizendistricten genau kennt, theilt die Ansicht vieler seiner Landsleute, daß die amerikanischen Vettern in Kurzem bald von dem europäischen Weizenmarkte ausgeschloffen werden, nicht entfernt. .Die Weizenausfuhr der letzten beiden Jahre aus Indien hat namentlich in der außerordentlichen Ergiebigkeit der beiden letzten Ernten ihren Grund. Eine lange Reibe derartiger Ernten ist bei dem Klima des Landes nicht wahrscheinlich, und die BewäfferunAsanlagen sind noch nicht entfernt so wett vorgeschritten, daß sie den schlimmstm Feind der Ernten, die Trockenheit, mit einem Erfolge bekämpfen könnten, der sich über weite Strecken ausdehnt. Fortschritte sind gemacht worden und ungeheuere Bezirke, die jetzt Dschungeln sind, können noch der Cultur erschloffen-werden, aber die Indolenz und Unthätigkeit der Bewohner des Landes sorgt dafür, daß dies nicht zu schnell geschieht. Demjenigen Mehrbetrage jber Production aber, der auf den Verbefferungcn deö Landbaues beruht und den man nicht als einen ungewöhnlichen, auf besonders reichen Ernten beruhenden, sondern als den durchschnittlichen bezeichnen kann, steht das schnelle Wachsthum der Bevölkerung gegenüber. In den englischen Zeitungen werden die Productionskosten eines BushelS indischen WeizenS auf 50 Cents anaegeben, das ist ein Irrthum, der wahrscheinlich ebenfalls durch einseitige Berücksichtigung der beiden letzten Ernten entstanden ist. Die Berichte an die britische Ackerbaubehörde sür. Indien weisen nach, daß jene Kosten in den letzten 10 Jahren, einschließlich der beiden legten, 5 Cents pro Vushel betragen haben. ! Nach menschlicher Berechnung kann daher In-, dien auf die Dauer weder so viel Weizen, noch zu so billigen Preisen ausführen, als. namentlich im letzten Jabre. Den durcbschnittlichen Erttag -eines Ackers auf 12Bulhels anzunehmen, ist ebenfalls ununrichtig ; jene Berjchte an die genannte Ackerbaubehörde weisen nach, daß der Durchschnitts'Ertrag sich nur auf 10 Bushels beläuft. Der Tag liegt daher sicher noch in weiter Ferne, daß England von sich sagen kann, es beziehe den Weizen, den es nicht selbst baut, ledialich aus seinen Colonicm und sei von Amerika unabhängig. (Großbritannien und Irland haben in den letzten 10 Jahren für 374,088,360 Erzeugniffe deS Ackerbsus und der Vieucht bezogen, indem ersteres aber fortfährt, zur Förderung dieser Jndustrieen in seinen Colonieen zu thun, was es vermag, wird es doch nie wieder in den ungeheuren Fehler Versallen, den eS seit einem Mensckenalter abgelegt hat,' in den Fehler: die Lebensmittel der gesummten Bevölkerung zu vertheuern,, um einen Theil der letzteren zu schützen. Die Ver. Staaten werden noch auf lange Jahre hinauf England einen großen Theil des Weizens und des Fleisches liefern, den eS nicht selbst pro-ducirt."

Für die Blinden. Mai, trug sich in Deutschland in kumanitären Kreisen vielfach mit dem (Zledanken, eine staatliche Hochschule der Musik für B l i n d e , errichten zu laffen. ' Bekanntlich giebt die Natur Denen, welchen ein Organ fehlt, einen theilweisen Ersatz dadurch, daß sie ihnen ern anderes Organ -verschärft ; so haben die Taubstummen gewöhnlich ein besondcres Geschick in der Anfertigung femer Handarbeiten und die Blinden ein feines Gebor, eine besondere Anlage für Musik. diesen Unglücklichen nun das Leben nach Möglichkeit zu erleichtern, ist sicherlich ein sehr löbliches Streben. Der preußische Unterrichtsminister hat sich über jenen obgedachten Antrag ein Gutachten eingeholt, . dasselbe ist aber unaünstig ausgefallen. Es heißt darin: die Mehrzahl derBlinden gehört der ärmeren Bevölkerungsklaffe an, nur selten kommt ein Kind, das wohlhabenden Eltern an aehört, vor. Diesen armen Kindern die für's Leben nöthige Schulbildung beizubringen, nimmt'schon so große Summen in Anspruch, - daß für eine böhere Ausbildung der besser Begabten keine Mittel flüssig gemacht werden können. Es würde dadurch der Fond, der für allgemeine Schulzwecke der Blinden nothwendig ist, aekürt werdeii muffen, und das wäre ein unrecht. Gewiß, aber ist es nicht mglich. das Eine zu. thun, ohne das Andere ;u lassen i . .' - ' Neu Makedonien und Australien,

Die Verwickelungen zwischen England und Frankreich, häufen sich. ' Am Congo, in Egypten ist Zündstoff aufgehäuft, das Verfahren, welches die französische Re gieru-.ig in Betreff ihrer DeportationsNiederlassung neuerdings befolgt, erregt die lebhaftesten .Besorgnisse der Coloniten in Australien und Neu-Seeland für ihre Sicherheit, dieselben haben sich an die englische Regierung mit der Bitte um Intervention gewendet, diese ist bei er französischen Regierung vorstellig geworden und Herr Ferry hat geantwortet, was Frankreich in seinen Besitzunzen in 3!euCaledonien und in seinen übrigen Colonien treibe, sei lediglich seine eigen? innere Angelegenheit und gehe England absolut nichts an. . . Frankreich richtete die große, zudem gleichnamigen Archipel im Stillen Ocean gehörige Insel Neu-Calcdonien im Jahre 1360 als Verbrechercolonie ein. Mit Ausnahme von gegen 4000 politischen Deportirten in und nach 1871 werden gerade die schlimmsten Verbrecher nach jener Strafkolonie verwiesen. Ihre Zahl hat in den letzten Jahren durchschnittlich 10,000 jährlich betragen. Die Colonie ist gegenwärtig so vollbesetzt, daß die französische Regierung beschaffen hat, die Deportirten sich selbst zu überlassen, ihnen die Wahl ihres Aufenthaltes frei zu geben, die militärische Beaufsichtigung der Verbannten aufzuheben Und militarische Posten nur auf der Insel zu belasfen, soweit dies zum Schutze der bedeutenderen Städte, namentlich der Hauptstadt Numca, erforderlich ist. , Daß die australischen Colonisten Einbrüche jener gefährlichen Elemente in ihr Land befürchten, und Grund hierzu haben, liegt auf der Hand. Sie haben in ihrer Petition an die britische Regierung folgendes hervorgehoben : t Der Reichthum unseres Landes muß die Raublust der französischenDeportirten anlocken und der ausgedehnte Busch giebt denselben nur zu günstige Gelegenheit, sich mit ihrem Raube in un;uaängliche Schlupfvinkel zurück;uzii-v.'n. DieNach barschaft dieser nicht überwachten Verbrecherbanden bedeutet für Australien und Neu-Seeland die Unsicherheit von Leben und Eigentbum in Tausenden von jetzt bluh,-ilden Aiincdelungen. Ti.se drohende Gefahr muß zur Ergreifung von Schutzmaßregcln und damit zu einer unerträglichen Erhöhung der Steuerlast führen. Die britische Regierung hat die Colonisten von ihrem vergeblichen Versuche, die französische Regierung zu einer Abstellung ihrerBeschwerden zu veranlaffen, m Kenntniß gesetzt, und unter den letzteren gevinnt das Bewußtsein wehr und mehr Ausdruck, daß sie stark genug seien, sich selbst zu helfen und sogar die Deportationsinsel mit Waffengewalt zu überziehen. Der Einfall selbst nur einzelner Deportirter in den britischen Besitzungen wäre recht wobl geeignet, die verzweifelte Entschlossenheit der Colonisten zur That greifen zu lassen und dann müßte Eng land gegen seine eigenen Colonisten vor gehen oderein Krieg mit Frankreich Ware unvermeidlich. Die Thatsachen werden vielleicht einen anderen Verlauf nehmen, doch ist Zündstoff zu offener Feindseligkeit zwischen England und Frankreich an allen Orten uttd Enden vorhanden. Leuchtende Hausnummern. Bekanntlich ist es gelungen, Fgrbe herzustellen, die Nachts leuchtet, und.die St. James' Gazette" empsiehlt nun, die Nnmmern an den Londoner Häusern mit leuchtender Farbe zu überpinseln. Der Vorschlag ist , ein ganz vortreMcher und sollte auch hier schleunigst düdchgeführ werdeu. . Je mehr die Unsitte um sich greift, ganze Reihen von Hausern au bauen, die sich so gleich sehen, , wie em Ei dem anderen,, desto, schwieriger wird eS für spät von der Arbeit heimkehrende Bürger, sofort ihre Wohnung zu finden. Man' nehme nur einmal an, Jemand wohnt in einem Hause, das etwa in der Mitteeiner solchen Reihe fleht. , Daß er die Hausnummer weiß, nüft ihm nichts, denn er kann dieselbe kaum bei Taae, geschweige denn bei Nacht sehen. Als einzige Mittel das Feblgehen möglichst zu vermeiden, bleiben ihnt somit nur das Zählen der Schritte von der Straßenecke aus oder das Zahlen der Häuser. Er weiß, er wohnt im dreizehnten und fängt vorsichtig an zu zählen. Natürlich ver zahlt er sichm der Dunkelheit und.aelangt an eme Thür, die er mit seuMn Schlüffel nicht zu öffnen vermag. Nun kehrt er wüthend an die Ecke 'zurück und beginnt seine Schritte zu zählen. 348! Hier muß essein! Er ist jedoch wieder an einer falsch ir Thür. . Entweder hat er die Schritte diesmal zu klein oder zu groß gemacht. Kurz und gut, er sü'chi und sucht manchmalstundenlang, ehe

ihm gelingt, die'eigene Wohnung zu sin den. Wie kinderleicht wäre es dagegen, sofort die richtige Thür zu treffen, wenn über derselben die leuchtende Hausnummer prangte ! Man brauchte nicht mehr die Zahl der Schritte und Häuser von der einen, sowie von der anderen Ecke aus, sandern nur noch die Hausnummer im Kopfe zu behalten, oder, was noch einfc? cher wäre, mit leuchtender Farbe in's Notizbuch einzutragen, und könnte gar nicht fehlgehen! Uebrigens sollte gleichzeitig mit der lnbrwgung der leuchtenden HauSnummern auch noch etwas Anderes gethan werden, waS gleichfalls im Interesse von Leuten liegt, die . in der Dunkelheit den Heimweg antreten müssen. Hat man das richtige Haus wirklich gefunden, so ist man nämlich noch lange nicht in demselben. Es macht mitunter große Schwierigkeiten, das Schlüsselloch zu sinden, welches in der Regel viel zu klein erscheint, um den an dasselbe gestellten berechtigten Anforderungen u entsprechen. Das Schlüsselloch sollte deshalb wenigstens mit leuchtender Farbe ausgepinselt werden. Wer sich dann bei leuchiender ' Hausnummer ' und - leuchtendem Schlüsselloch noch nicht zurecht fände, dem könnte freilich überhaupt nicbt beimgeleuchtet werden. (N. Y. Ztg.) .

Vom Jnlande. Eine . böse Post kommt aus Philadelphia. Von dort ist plötzlich Eugen G. Woodward, Schatzmeister des Lerwaltungs-Behörde der General-As-embly der Presbyterlaner-Kirche, verchwunden, und in den Büchern hat man eitdem ein Defizit von 810,000 entdeckt. 28., ein 54 Jahre alter Mann, stand bisher in gutem Ansehen. Ä!an nimmt an, daß er das Geld aus der Börse verspielt hat. Wohin sich W. gewendet, weiß man bis dahin nicht. Der zehn jährige Sohn des Nathaniel Süßholz von Faglevsville, nahe Vcorrislown, Pa., wird seit letztem Samstag vermißt, und man glaubt, daß er aus Furcht vor Strafe Selbstmord beging. Sein Vater beschuldigte den Knaben, von einer Summe Geldes, die er ihm zur Ablieferung anvertraut hatte, $5 gestohlen zu haben, und schlug ihn in so grausamer Weise, daß ihm das Blut aus Mund und ?!asc floß. Er ermähnte das arme Kind sodannw den fehlenden Betrag bis Abend zu ersetzen, andernfalls er ihm eine noch schlimmere Züchtigung geben werde. Der Junge, der behauptete, ic . Geld verloren ;u haben, verschwand bald nachher und ist seitdem nicht wieder gesehen worden. Professor Merrlmau erklärt, in zehntausend Jahren werde das heutige Manhattan Island etiva 200 Fuß unter dem Meeresspiegel liegen. Mögen die Mecreswogen immerhin über die Insel daherbrausen, die New Yorker, die dann ja doch in mindestens 500 Fuß hohen Häusern wohnen werden, kann dies nicht beunruhigen. Secretär Teller hat sich in einem ausführlichen Schreiben über die Aufgaben . ausgelassen, welche von den Jndianerschulen zu erfüllen seien. Es kommt, so meint er, in erster Linie darauf an, daß die Indianer unterwiesen werden, mit Verstand für sich selbst zu sorgen. Allgemeine Kenntnisse haben wenig Werth, wenn mit ihnen nicht die Fähigseit Hand in Hand geht, dasjenige zu beschaffen, was zur Befriedigung der phy-fischen-Bedürfnisse erforderlich ist. , ES wäre bedauerlich, wenn die Indianerschulen, wie man aus dem Erlasse dieses Schreibens halb und halb schließen möchte, der von Secretär Teller bezeichneten Aufgabe nicht schon jetzt gerecht würden. Su' !!id speciell zu diesem Zwecke in's Leben gerufcn und hätten wenig Werth, wenn sie statt'einer auf praktische Zieie gerichteten, nur eine für das spätere Leben der Hauptsache nach unfruchtbare Unterweisung böten. Die Fabrikation von künstlichen Zähnen hat in den Ver. Staaten einen außerordentlichen Aufschwung erfabren ; zwölfEtablissements beschäftigen, sich mit der Erzeugung künstlicher Zahne und erzeugen jährlich zehn Millionen Stück, was einen Werth von 1 Million Dollars beträgt. Die Akaterialien, die hierbei zur Verwendung kommen, sind: Feldspath, Kaolin und Acrgkry stall ; als Färbemittel benutzt man Platin, Titan und Gold. Der Feldspath und der Bergkrv. stall werden einer Rothglühhitze un terworfen und darauf in kaltes Wasser gebracht, worin sie zermalmt, dann mit dem Färbemittel versehen und darauf unter einem intensiven Hitzegrad in kupfernen Formen zuZähnen gepreßt werden. Jeder Zahn besteht aus zwei gesonderten Theilen. ' Unser Departement des Auswartigen hat die europäischen General Consulate davon benachrichtigt, daß bedeutende Summen von Trade-Dollars nach Europa crportirt .seien, die wabr scheinlich den Emigranten aufgebanst werden würden. Die deutschländischen Zeitungen suchen nach Möglichkeit, diese für die Auswanderer wichtige Mittheilung zu verbreiten; , keiner aber fällt es ein, der Reaierung der Ver. Staaten für diesen Akt der Internationalen Courtoisie Credit zu geben und darauf hin zuweisen, daß dieselbe Regierung, svelche so viel Billigkeitssinn hat, Deutschland vor schlechtem Gelde zu bewahren, noch viel weniger muthwillig trichinöseSFleisch nach Deutschland zu ttansportiren lauben wird. ' Denn es ist doch noch etwas Anderes, . ob man Jemanden nur um 10 Cents prellt öder durch Trichinen rnn's Leben bringt. Ein nach der Ansicht vieler Aerzte früher noch nicht beobachtetes Natu'rspiel besitzt Alliance, O. - Dort wHe ies,r Tage ein Kind geboren, dessen liNke Hand so durchsichtig ist,' daß 'die Artenen, Venen und Muskeln scharf hervortreten, und zwar bilden dieselben, das Wort Star". . Mag auch etwas Phantaste dazu gehören, das Wott entziffern zu können, so ist doch der durchsichtige Zustand der Haut an sich eine höchst merkwürdige Erscheinung. Das Kind, ist gesund und im Uebrigen völlig nor-! mal. Die amerikanische NFt-. nosMre jind aMMischeffMHlzM

öMnüber recht kleinlaut, denn sie Men, daß sie nicht die Macht haben dieselben zurückzuweisen ; desto herrischer aber treten sie zu Hause auf. Der Fall des Dampfers Berlin", welcher dieser kdage!inr New Yorker Zollamte verhanW wurde, ist wieder einmal ein Probchen. Als Ende voriger Woche der Dampfer sich der Stadt näherte, wurde ihm mitten i dem engen Fahrwasser von dem Zollcutter Guthrie" beföhlen, beizulegen und den Zollbeamten an Bord zu"nehmcn. Der Dampfer war dazu verpflichtet, aber er befand sich gerade auf einer sehr gefährlichen Stelle, indem das Fahrwasser eng und die Stromung bedeutend ist und jedes Beilegen den Dampfer gefährdet baben würde. Statt diese Thatsache als Erklärung gel, ten zu lassen, verklagte der Capitän des Zdllcutters den deutschen Dampser wegen Mißachtung der amerikanischen Flagge und versuchte vor dem Hafencollektor Webster den merkwürdigen Satz aufzustellen, daß die Achtung der amerikanischen Flagge das erste und höchste Gebot sei und daß diese nicht außer Acht gelassen werden dürfe,selbst wenn Schiff, Ladung und Passagiere dabei gefährdet würden. ' Der Hasencollektor war übn gens nicht dieser Ansicht, sondern sprach den Capitän des deutsch enDampfers frei. DieAnsicht desMarine-Ofsiziers von dem Zollkutter reflektirt vollständig den Geist Meres Flotten-Departements ; man besieht auf dem Tüpfelchen über dem i und wenn die Welt darüber zu Grunde gehen sollte. Solche Silbenstecher smd in kritischen Fällen aber meist die echen,welche das Gleichgewicht verlieren.

In Limerick (Irland) hatten sich sechs Arbeiter vor dem Polizeirichter wegen der Ausschreitungen zu verantworten, deren sie sich an einem Sonntag schuldig gemacht hatten, indem sie das Haus eines Juden Namens Leib Stein theilweise zerstörten und diesen selbst mißhandelten. Leib, welcher erklarte, vorSchreöen beinahe gestorben zu sein, wußte keinen Grund anzugeben. Wodurch er sich den Unwillen der VolksMassen zugezogen. Der Polizeiinspector sagte jedoch, daß in dem Hofe des Leib Geflügel bei lebendigem Leibe mit Meserstichen verwundet worden sei, um Blut ür das Osterfest zu gewinnen, und dieö abe die Nachbarn Wider, die Juden aufgebracht, worauf es am Sonntag Abend zu Ausschreitungen kam. .Der Bürgermeiste? erklärte, er werde derartige schmähliche Gewaltthaten unter keiner Bedingung dulden ; die Schlachtung von Hühnern sei nicht strafbar ; alle Hühner, welche die Christen aßen, müßten auch geschlachtet werden und doch versetze dies Niemand in Aufregung. Den armen Juden müsse Schutz gewährt werden. Zwei der Angeklagten wurden zu einem Monat Haft mit Zwangsarbeit verurtheilt, die Uebrigen aber gegen Bürgschaft für ihr weiteres Wohlverhalten auf freien Fuß gesetzt. Kaufe Cigara." Mucho'S Dost Havana SIMS & SMITHER, k9 V,st Maryrand Ztr. Fabrikanten und H ä n d l e r des Materials für Kies -Bedachung ! fernkr Fiz und andere Dachdecker Material Warners Asphalt Dachbedeckung. k.Ttltphon No. 831. Qdorless Vault Clearing Cornpi Gruben gereinigt ! ohne üblen Geruch zu verbreiten ! Alle Aufträge werden prompt ansge führt. Zufriedenheit garanlirt. Ernst Bühnittg, ZV. OÖ Maplo Str. tZJ Ttkinftttionkmittel zu verkauf. Küchenoefen. Ranges, Mantels and Grates, Alaska Nefrigeratorö, Eisbehälter, Petroleum-Oesen, . Gasolin-Oesen. ANfc ET 62 Ost Washington Str. Rail Road Hat Store, Hevbft-Hüte ? NeuesterFacon s o e b nana e kommen. Billige Preise! Oute Vedienung Z Man besichtig? die große Autwahl von Herren-u.KnabcN'Hütcn. Zlo. 7 Hst Z7asslngtn Str.

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