Indiana Tribüne, Volume 7, Number 224, Indianapolis, Marion County, 2 May 1884 — Page 3
V2&. 45 , 5 V-Zijffgf LSI WMSMZW Eisenbahn -Zeit -Tabelle. Anwnst und Abgang der Eisenbahnzag, in Indianapolis, an und nach Sonn, tag den 16. Dez'br 1883 delaud Colllmb,, Cineinneti und Jndla. uapoU Slsnlbabn lDee 2in.. dgang: nderson äc...n.0O Cm "ff1 jio.taea 1)JI 7 00 2 3 Goshen Cj5.25 Nm Ankunft: tasta8 s.,0 aS .10.53 R nfcetfon e... 2.00 Ra S"3 L t9 51 ö.öO Kn Vrightwood Division, E. E.C.nnd I. Cl C.1U.0S sdgäng tlilich. lmm. " 10.10 m 0.45 Cm 2.10 5131 3..T0m tSglich. 6.39 10.3 19 R . . . 4H5N ttiatlilk in 1 ttch. 5.39 N ' e-59OT' ' täglich lg. VitUburg, inemuaii & St. Louis iseubahn . i " ixaCwta t.n iim c.... . K. . . -i iri 4 CHIgC nowmtnConnt.li) 42 R5Deeslz. onntagl 3 K7 , YVWBP ltgUch,h.. 52 Datsn 9 aulj Ennt 4.53 Cn hieago Konti Chicago Lchnel o ,t I , . . i oh N J VW jlr taglich 11.37 Cm D Sk aal. konntag .... 5.27 m V PSS B 5 P tSzi'ch 10.22 Sx. Da,to Cr aul. ntag,..,. k r bia ffclono. !3nb'ft & San. ßg lag 11.09 91 vf mg l,, i Lsu. 1 IPfc 3.34 Kw Tene Haute, Laudalia & St.Lonis isenbahn. rrCi . -Vc , . . . I " T"-- . . .. a Sa 11.09 91 I 5.ks... . n all Xiatn .... 7.15 Sin a?r?.x.... 11.55 91m Trr Haute .er. 4.00 Ab aeifte es W45 chn,,ug 3&JCa SBotf nnUcc.. . 10.00 Tag n) .... 3io und. 4.40 Kincinnatt, JndiauadoM, Et. Louis u. Köieag einnoagn. neinnan Didision. ' ttouiH. 2. 4.00 Cm I fliOiansl 5s- ll.no incir.natt cc 11.0 C .ckLSl ,e.. Z..45 mc. cc 6.5 EHL'vlUtSrx. I1.3JSR Beßtrn x d 00 ett 3 b täglich s u ce.io.45 im Chicazs Didisiou. shicagaRal!,.-.,.tt?:?t Weilern S 5.15 SS a glich tc 11.?) m Hta Jk flurl r S '.Wm hie Lou ff ii. tagttcheeus 3.3iiin Lafayett See . 10.40 Wm iUatl rt. sanier tncinnati cr. tz ?) N Jeffersonville. Mad,so uud Indianapolis iueuvaQ. 5? & "6-1 4.19 Ca , IdckzNadatt. 9 4t Nad kce . 7.2 Vm 1 öJUMctttaaii ovn lKttfc Maii 3 49 Um i p & ft Rb Bi j p tag. ö 24 l St L EtZg , 29 Wabash, St. Loui, & Pacific. fffticilaii 7.1t Cm I I 2.01 !Km eht Wich 5 11.29 Um St tag 2. 5 Üu lol ',1t SMtfr.. 10.33 Det u 8'v Judiana, V!ooWgtou uudWefleru Eiscudak PaezkNaU. 70 m anTer ffLcc 5 10 rawfordv.Skk. Ns aH512! tZall.lO Rm aflern S Gz, täglich 3 55 m ine tpec lOJj im tlant, 11 .,5 St. Louis DidlkZzn. orefitld lkkc .. 6.0 e?u t acht 3 55 Cm Natl b ?ag.Er. 8.(5 att u Tag z im fm ach j HF5m I Morefteld Zce In. HF5m Morefteld cc Oesiliche Didisiou. Ostl.SrUatt....4.2'Lm k Paeiste rxr,ß... 7 V0m sgi. ucpre?....ii vm I r.....,a 3Zm ttanUe p.... S4sNmj Western Er?..-.. 4 4Sm Judianspoli, und St. Lsuit Eisenbahn. Tat apres, cc. ii y u r 5g "s"4 ..... 7 j0l e 7 rv ö " l 8. 6-) i Local Paffenaer 9 ' R S u Et k Si , Da, e tägl 6.30 glich 4 u ee ll 10 ndisnaxoli e 3.153J. Tiucinuati,Hami!tonä?Jndianapolis?istubahu. 51nip StLoui l.u: Cm SonrerloilUScc 8 sa Cm Tnrollle 4.-0 ra ndvl u Lt. S.40 Watf. ll 0 rn t'.i., D.r.N.Il'.:Sm ?nd u e:oUl0.0 r E:ncina:i.c k.)Skm Judtanab'olis und Viureunes Siseubab. all iah f i 7.0 Va Ctneenne cc.lO 3 Vm Qtncennel ee . 3.9 N I Ratl ttrai. 1 CD s Louisdill,, New Albauy & Chicago. Air-Lme. dicago i tel..U.COKn Ch'cago 3j. tgl.. 3.108 ondn ce j.0im I Monon Ae . O.ZOCm ich Sit? bicag. ich. Eil 5fii:. Mail 17.4S5Iin I rail... . 4.003m Lüge mit ?. c. Lehnsessel,mit I Schlas.Wag it ?. ?rre, it Olilcag-o, St. IouIh and Flttsfeiix-fif Rnllroad. Zeit-TadkÜ? für durchgehende nud kokal-Züge. o 17. kZebr. 1883 an: L2g ,rla' daUnionDerot,Indxl.. mt folgt: Etattonen.
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Abg.JdIa''aVl'4 Ank.'tamb'gLity , Sktchmond .. , Danton. , Piqua m Urbana , Eoluzidu. .. . Reniärk m Steubnille. , Wheeling , PUtkburg HarriSdurg... , allimor . Oashington.. . Vbtladelxhia. . em Bork, .. m Boston. . Täglich. Täglich, ausgenommen Sonntag. Pullmann' 'alaft-. chlaf. und Sotel'Wager durch bt K?itt?bvrg. HarriSdurg. Philadelphia un Kt Vor!, fi&itc Achsel, Blos ein Wazenwkchse: ' vach Baltimore, Vashington und Boston. ry Fah'kstteu nach allen Oeftlichen' Städten findin allen HeLxt'ahrkarten.Bukeaks des Westen und in dem Stadt.Bureau, Ecke er Illinois und Aasblngton Straße und im Union Depot Bureau, JudianaroliS, iu haben. Schlafmgn.arten (3n ncn im Coraut geflchert werden durch Applikation bet den Aqentkn tm StadtBureau oder tut Unten Depot u Jnd'.anarvli, Ind. H. Sk. Derlng. Ä. S. P. A , ordost.Ecke Lashiuz. mmV flfintA Ssv tnK'nsl I4U V MMtt9 W4Ma 4r f Same ?c8rea, Manage , EolumbuS, Ohio . 9. . 0 x b, el. Passagier, nd Ti:kkt.,?gent VUlivUri'' Wir skhen. zyr venükt vi, . AmAUA LINE! tzr Warum? Weil si die fünrRc und beste Linie üd H. JoiiIm. 2XinorI, Kansan, Iowa, Nebraslia, Toxns, ArkausnS) Colorado, New Irloxioo, Deoota und OfUiforaia ist. Das Vahi:bett ist von Steiu und die Schie. ,nd ans Statt. Die Waaen haben die ttrfirffranatn. Jeder Rna bat Schlafwagen. Passagiere, ob sie nun Billete elfter Klasse oder Smigrauten-Dillete haben verden durch ünsere Passagierzuge erster Klasse befördert. . , Ob Sie uun ew Sillet zu ermLigten Prei. sen, eiu 6reurs.or!iiillet rder irgend eiue Sorte Stsenbahnbillet, trollen, kommen Sie, oder . . tyneu Cir an . II R. Dorloff, ssislknt St-eral Passagier.Lgent. rdfl.Sck Washlngto und Jll, ii Ltr In d'pls S. v ill, Ven.'l vpt. St.Lout,,Mo. 0 U. S a r d. Sen'l Paff..Agt., St. Louis, ttf A. SCHMIDT'S Buch-uttdZeitungs-Ageutur. No. 113 Groor Strasse. zndtaVli. rj z usirita werbt schnell nd pünktlich f9Tflt. jl?cder billig und schön edunden.
Gesühnte Schuld.
Roman au dem Englische, stet bearbeitet von Hrmlue Frankknpe!n. lSortsetzung.) Dann bot der junge svkann Mch Mce Harcourt den Arm, während der ältere Herr den seinen Lady Edith anbot, und so begab sich die Gesellschaft in den Gasthof. Meldrum wußte nicht, was er davon halten sollte; cr glaubte nichts von Wichtig kcit erfahren zu haben. An diesem Abend sandte cr Lady Higham folgenden Bericht: Die Damen machten Einkäufe, bcgegncten zwei Fremden ; der Eine sah aus wie ein Geistlicher, der Andere wle ein Landedelmann, Letzterer ist schon ältlich. Die Unterhaltung wurde in französischer prächattührt, daher ich nichts davon verstehen konnte." Lady Higham wurde leichenblaß, als sie das laS. Sie errieth sofort, wer der altliche Herr sei. ,Er im Komplott!" rief sie aus; av, dann haben die Dinge Wohl nie ernste Wendung genommen." Bald darauf schickte sie Grace mit einem Auftrage zu Mr. Standitl), um eine Zusammenkunft für den nächsten Tag zu vereinbaren." L i st g e g e n L i st. Nachdem er eine kurze Zeit mit Lady Edith und . Alice zugebracht hatte, beschloß unser Held nach Hause zurückzukehren. Er wußte, wie gefährlich es sei Lady Higham's Arawohn noch mehr, zu erregen, als dies schon geschehen war. Er war von ihrem gewissenlosen, rücksichtslosen Charakter nur zu gut überzcuat. Die schreckliche Furcht, welche Lady.Edüh vor ihr verrieth, war an sich schon ein Be weis, daß sie in ihrem Herzen Angst vor der Zukunft hatte. Er mußte sich aufs sorgfältigste davor behüten, oaß seine unnatürliche Feindin feinen Zufluchtsort entdecke. Aus diesem Grunde mußte er Meldrum aliasTtandish stets im Auge behalten. Dies war jedoch keine geringe Aufgabe für Leigh Ransom, aber cr schrieb an Edward Tränier, um ihn ui bitten. Jemanden zu besorgen, der Meldrum's Schritte sorgfältig zu über wachen vermöchte. Er erklärte ihm genau seine Gründe für das, was er toünschte. Tränier tbeilte Leigh Ransom sogleich mit, daß Äeldrum uch unter dem Namen Standish in Fairleigh aufhalte, und ersuchte ihn. Jemanden zur Ueberivachung Meldrum's zu schicken. , -, Nachdem er das gethan hatte, beschloß Tränier, seinem Freunde einen Besuch zu machen. Er wollte jedwede Vorsicht gebrauchen und sich erst nach eingebrochener Nacht zu Ernst begeben, wo ihm gewiß Niemand folgen würde. Ernst hatte ihm den Weg so genau beschrieben, daß er ihn nicht verfehlen könn te, und er erreichte das einsame Haus ohne Beschwerde und wurde von dem Kammerdiener John eingelassen. Er fand Ernst und seinen Großvater bei ei ner Partie Schach, und Mr. Thompson Saß in einem Lehnftuhle und schaute muiig zu. Das Besinden des armen jungen Fremdlings hatte sich bedeutend gcbesf L 1. '. Of ,? il L ierr, uno oie terzie vonrcn, nun vato oie -. . r . n c 'f Operation machen zu rönnen, vie rym sein Erinnerungsvermögen zurückgeben sollte. Edward Tränier wurde herzlichst vewillkommt und erzählte ihnen, . wie vorr 1 . . ? . p c ... ncyilg cr gewesen t uno wie er reine Furcht, entdeckt oder verfolgt werden zu sein, gehegt. Du mußt sehr, sebr vorsichtla sein. lieber Freund," sagte Ernst Rivers ; denn sie ist em schlaues, gewissenloses Weib !" Ich weiß es," war jetzt die ernste Ettviderung ; aber beim Himmel, wir t-r ! r r t ' r r e wouen ne nichr an iyr iei gelangen lassen." ' Das hoffe ich," antwortete der An dere. Der Abend vcraina sehr angenehm, und als es spät geworden war, vcrabschiedete sich Edward Tranter von feinem Freunde. Mittlerweile hatte auch Lady Higham und Meldnim in einem Waldhüterhause sich getroffen und hatten eine Unterredung mit einander. Ich habe Ihren Bericht erhalten," sagte Ihre Ladyschaft in kühlem, verächtlichem Tone; Sie sind schön angeführt worden." Madame !" schrie der Andere, ob dieses Zweifels an seiner Gcschicklichkeit hoch erröthend. Bah. Der wie ein Geistlicher aussehende junae Mann war mein erbitterter Feind," führ sie höhnisch fort; und der fremde, ältere Herr ist sein treuer Rathgeber." Wirklich?" rief der Privatdetektiv in dcmüthigem Tone aus, sich den kalten Schweiß von der Stirne trocknend; kann das möglich sein ?" Ja ; schon daß sich die Beiden diese Verkleidung erwählt haben, beweist, daß R! schlechte Absichten gegen mich haben," hr sie fort. Aber die anderen Damen behandelten die Beiden wie alte Freunde," versetzte der geheime Agent wie zu seiner Entschuldiguna. Ich weiß das : sie sind mit ihm im Bunde gegen mich," fuhr sie fort; und es ist nur recbt, daß Sie es wissen sollten." Ich bin verlvirrt," sagte Mr. Meldrum; ich hätte nie geglaubt, daß junge Damen so kühl und schlau sein könnten." ' . So wissen Sie es also jetzt," tvar die trockene Antwort. Aberjetzr darf es keine halben Maßregeln geben. Wollen Sie zweitausend Guineen und einen JahreSgehalt verdienen V9 Das Cesicht des Mannes wurde pur- , purroth, große Schweißtropfen traten ihm auf die Stirne und er vermochte nicht so gleich zu sprechen. ' " Zweitausend Guineen und einen lcbcnslanglichen Jahresgehalt " keuchte er. Gewiß will ich das !" Ich bin die Gräsin von Higham, ein zige Besitzerin von Fairleigh Äkanor und Umgeung," sagte sie m leisem Tone. ..Einigemir feinUich gesinnte. Personen
habenich zu emerVerschkvörung vereinigt, um in einem bestimmten Augenblicke einen falschen Erben zum Vorscheine zu bringen." Ich verstehe, meine Lady," bemerkte der Detektiv.
Es ist dies ein illegitimer Sohn-mei-nes Vaters," fuhr sie leise fort. Nun wünsche ich keineswegs, daß es zu einer öffentlichen Verband lung kommt und die Schwäche und Thorheit meines Vaters vor aller Welt an's Licht gczcrrt werde. Dieser falsche Bewerber, der wie ein Maulwurf im Dunkeln arbeitet, wird von Sir George Tränier, von meiner Schwester und vor Allem von diesem schlauen Franzosen unterstützt, welcher sein Großvater ist. Er ist der Urheber dieser ganzen Verschwörung." Ich fange an, diese ganze Sache zu verstehen, meine Lady," sagte Mcldrum aufmerksam zuhörend. Aber wenn dieser ErnstRivers beseitigt werden könnte, wäre Alles gut," fuhr sie fort. Sie können kein zweites illegitimes Kind finden, das sie einer leichtgläubigen Menge aufzwingen könnten, die immer bereit ist, an Betrüger zu glauben,wer immer sie sein mögen." Ja, die Menge ist nur allzu bereit," sagte der Mann, welcher gerne in Alles, was sie sagte, einstimmte. ?am, ich würde Sie Lut bezahlen. Wenn Sie mich aus dieser schwierigen Lage befreien könnten," sagte sie hei ser, und Sie müssen die Werkzeuge in en, mir ihn aus dem Wege zu räumen." . Aber Madame," flüsterte der Detektiv m entsetztem Tone, Sie wünschen doch nicht, ihn todten zu lassen ?" Nein," versetzte sie, denkend, daß sie mit dem Agenten vielleicht zu weit zcgangen sei. Ich wünsche nur, ihn unschädlich zu machen, bis ich verbcirathet bin. Das wird im Frühlinge der Fall sein. Dann kann cr sein Scchlimu.stes thun. Wenn seine Beweise irgend etwas ivcrth sind, mag cr sie vor aller Welt offenbaren." Das war nun keineswegs wahr, aber kS klang dem Zuhörer begreiflich. Ich muß als Gräfin Higham heirathen," fuhr sie fort, und das geht schwer, tvenn er mit seinen lächerlichen Ansprüchen auftritt. Uebcrdies könnte jeder Skaudal, und wenn cr auch auf lügenhaften Forbcrungen basirt, mir schaden." So wollen Sie ihn also nur für eine bestimmte Zeit unschädlich machen und aus dem Wee geräumt haben," fragte der Detektiv rn nachdenklichem Tone. Ja, das ist Alles tvas ich will." Haben Sie irgend einen Platz, den Sie oazu vorschlagen können V fragte er wieder er wollte Sie so viel als möglich in die Sache verwikeln. Es gibt Gefängnisse in den Ruinen, zu welchen ich Ihnen den Schlüssel geben werde," fuhr sie in beiserem Tone fort. ,le rönnen mir einigen i)elsersyctsern baben, können Sie das Uebrige mirüber lassen." Ja, meine Lady," antwortete er in fast noch immer zögerndem Tone. Und vekomme ich dann das Geld ?" Gewiß," versetzte sie und fügte dann stolz hinzu : Zweifeln Sie nicht an meinen Worten. Hier ist Geld, um alles Erforderliche zu kaufen, und morgen wollen wir uns in den Ruinen wieder sehen. Ich werde Ihnen dann den Sck'lüssel geben." trt mm PrtSft " In.ir S? oUrerhieti ! V 7 fc V , VVIV4 ge Antwort. Und so trennten sich die Beiden höchst befriedigt von einander. Ei, meine Lady," sagte der Detektiv für sich, als er in den Gasthof zurückkehrte; Sie haben fehr thöricht gehandelt, mir Ihr Spiel so offen zu zeigen; Sie haben sich selbst und Ihre Sukunft ganz in meine Hand gegeben." Und der gewissenlose Agent rieb sich still vergnügt die Hände. Mittlcriveilc hatte Leigh Ransom Edward Tranter's Brief bekommen und Folgendes darauf geantwortet: Ich habe einen Mann in die Gegend geschickt, der Nkeldrum gar nicht aus den Äugen lassen wird. Rathen Sie Ihren Freunden, sich einige Zeit in strengster urückgczogenheit zu halten bis Sie wieder von mir h-ören." Drei Tage' später telegraphirte Ransom wieder an Edward Tränier Folgern des: Mcldrum weiß, wer die Beiden sind. Er sucht beständig einen wie ein Geistlicher aussehenden jungen Mann, und einen altlichen Ausländer. Halten Sie sich von ihnen ferne. Sie dürfen cntweder gar nicht aus ihrem Verstecke hcrails, oder wenn sie es thun, so muß cs in vollkommen veränderter Verkleidung gcsckA'N." Edward ließ diesen Auftrag seinen Freunden mittelst Post zukommen. Er fürchtete zu sehr die Gefahr einer Entdc5ung, um selbst hinzugehen. Es war klar, daß Lady Higham offenbar .'rnstlich an der Arbeit war. Ä!r. Nicldrum war außer sich vor Wuth. Wie ängstlich kr auch forschte und suchte, konnte cr keine Spur weder von dem geistlich aussehenden jungen Fremden, noch von dem äl leren Herrn finden. Der Eigenthümer der Farm war nie gesehen worden. Alles Geschäftliche hatte John, der Kammerdiener, besorgt. Mr. Mcldrum merkte gar Nichts davon, da cr . in letzter Zeit auf Schritt und Tritt von einem pfiffig aussehenden jungen Mann, mit breitkrämpigcm Hute und spähenden Augen verfolgt wurde, der die Hände immer in den Hosentaschen hatte und nach Art der Londoner Müssiggänger einher schritt. Er hatte die seltsame Gewohnheit, jedes Mal aufzutauchen, wenn Meldrum zum Vorscheine kam. Lady Higham war mittlerweile, wie sich leicht begreifen läßt, in höchster Unrube. Akeldrum hatte plötzlich jedwede Spur von den Flüchtlingen verloren. Sie waren verschwunden, als ob sie nie cxistirt hatten. ' Die Kerkerzelle unterhalb der Schloßruine war von einigen Spitzbuben, die bereit waren, für Geld Alles zn thun, vollkommen in Stand gesetzt worden. Das Nest war bereit ; aber der Vogel, der darin festgehalten werden sollte, war entflohen. . ? Können Sie diese Schwierigkeit crklären ?" fragte sie jetzt, als ne aber-
ft-u-n Pslege des ungen Ä Ä Jl & Mannes unermüdlich und nur selten überK5enn Sie ihn emmal dort untergebracht . m' w o
mals eine Unterredung mit dem Detektiv hatte. Nein, ausgenommen," fügte cr hinzu, .daß sie noch immer Leigh 3tansom als Spion beschäftigen. Er ist ein sehr schlauer Mensch und hat ihnen vielleicht gewisse Natbschläge gegeben." Das ist möglich ; was ist aber jetzt zu thun V fragte Lady Higham, lvelche jetzt in steter Furcht lebte. Sie erwartete jeden Tag die 3!ückkehr Lord Nansittart's, und ehe cr kam, mußte Ernst doch unschädlich gemacht ivordcn sein. Es wäre vielleicht das Beste, wenn ich für eine Weile fort ginge," sagte der Detektiv; das wird sie einlullen und sie werden sich vielleicht wieder zeigen. Sie mögen schlau sein, aber Andere sind es noch mehr." Gut, dann kehren Sie nach London zurück," antwortete die Gräfin, und kommen Sie in einigen Tagen wieder Hieher. Vielleicht wäre es gut, wenn Sie auch in einer anderen Verkleidung käinen." Ich will cs thun, meine Lady," sagte der Detektiv und. nach diesem Uebereinkommen trennten sie sich. t Er entfernte sich und die Gräfin schritt dem Schlosse zu. Als sie an einem dichten Gehölze vorbei kam, wurde sie von einem hohlen Aechzen erschreckt. Dann sprach eine Stimme in seltsam geisterhaftem und drohendem Tone : Hüten Sie sick', Lady Higham und be-
reuen Sie, ehe cs zu spät wird ! Gehen Sie ," Wie von den Furien gejagt, rannte sie weiter, stürzte in ihr Zimmer und sank ohnmächtig auf ein Sofa. Ihre Unterrcdüng mit dem Detektiv war alo gesehen, wenn auch nicht behorcht svordcn. Sobald sie um eine Ecke gebogen war, trat ein junger Mann in Förstcrtracht aus bcm Gehölze und reichte einer jungen Dame, die ihm folgte, den Arm. Er lackte berzlich. Du bist ' sehr thöricht, Ernst RtVers," sagte Lady Edith, denn sie svar es; aber hier kommt Alice und Tu darfst ihr nichts' von dem Vorgefallenen sagen." Ja, eö war Alice, svclche sich ihnen näherte ; aber traurig und nicdcrgeschlagen, wie von schwerem Herzeleid bednickt. Die Drei plauderten eine Weile zusammen nd trennten sich dann, fürchtend, daß der Detektiv zurüäkehrcn könne. Eine s c l t s a m e G e s ch i ch t e. Wäbrend all' das vorging, hatte sich das Befinden des namenlosen jungen Fremdlings, den Ernst aus der ötäubcrbohle mitgenommen hatte, bedeutend gebessert, und der Arzt erklärte, daß nun der Zeitpuiikt gekommen sei, wo man von ei-' ner Operation den günstigen Erfolg crhoffen könnte. Sowohl Ernst vlivers, als sein Großdiencrs. Ernst berief nun zivei der geschicktesten Londoner Aerzte und der Kranke wurde der gefährlichen Operation unterzogen. Ein Stück Knochen sollte von dem Gehirn, auf welches er drückte, emporgehoben werden. .. Die Operation wurde mit großer Geschicklichkeit vollzogen und wurde der Uranke nach derselben zu Bette gebracht und angeordnet, daß er vollkommen ruhig gehalten werden müsse. Er darf weder selbst sprechen, noch durch irgend ein Geräusch aufgeregt werden," sagte einer der Londoner Aerzte. Erst wenn er eine Woche der tiefsten Ruhe und guten Pflege genossen haben wird, können svir auf einen wirklichen Erfolg rechnen." Ernst versprach, allen ärztlichen Weisunzcn aufs sorgfältigste nachzukommen und pflegte den kranken jungen Mann wie ein Brnder. Dieser lag einige Tage lang in vollständiger Apathie, fast wie bewußtlos da. Nach Ablauf einer Woche zeigten sich langsam Spuren wiederkehrenden Bewuntsclns. Eines Morgens versuchte cr sich in seiucm Bette aufzurichten und schaute E'rnst ganz verwirrt an. Wo habe ich Sie schon gesehen, und wo bin ich ?" fragte cr in kläglichem one. Sie sind sehr krank gewesen, aber Sie dürfen nicht sprechen und sich nicht ausregen," sagte Ernst 'sanft. Bis Sie kräftigcr sind, will ich Ihnen Gilles sagen, wa ick von Jbnen weiß." Eiiiige Tage später, als Ernst wieder an dm Bette des Kranken saß, sagte dieser V Darf ich nun erfahren, iver Sie sind und wieso ich zu Ihnen kam Ernst erzäblte nun in Kürze, wie er in Rom in ökäubcrhände gefallen svar und den nlnaen Fremdling als Ge fangcncn in der Räubcrböble gefunden hatte. Der Kranke hörte ihm mit gespannter Aufmerksamkeit zu; abwechselnd bleich und roth werdend. Ab, letzt sehe ich Alles klar'." sagte cr ?oann,tics aufseufzend, als Ernst geendigt hatte. Aber ich fühle mich letzt erschöpft. Wenn ich mich morgen iviedcr etwas erholt haben werde, will ich Jbnen meine Geschichte erzählen." Er drehte sich um und schlief ein, bis zum nächsten Acorgen sortschlasend. Beim Erwachen fühlte cr sich so kräftig daß cr Ernst Rivers und dessen Großva ter bat, sich zu ihm zu setzen, worauf er r r it 't . .. rr r iynen leine beschichte zu crzayicn w gann : Ich bin der Sohn eines italienischer Grafen und einer vornehmen Engländerin Die Verwandten meines Vaters warer aus mir fremd gebliebenen Griinden meiner Mutter feindlich gesinnt. Ueberdics .war mein !i!ater in eine politische ÄZerschwo rung venoickelt,und mußte füreinigeZci nach Amerika flüchten. Ich war damals ein Knabe von achtJahrenund wurde zur Erziehung nach England gebracht, da meine vcuttcr mit meinem ater in die frei Willige Verbannung ging. Obwobl ich meine Muttcrsprack'e ich vernachlässigen durfte, wurde ich doch ... . . t- . rv,i. ganz wie em Engländer erzogen. In dem Pensionat hatte ich einen ausschließlichen Freund und Kameraden Namens Philipp Verlier, der sich mir innig angeschlossen hatte, und meine ganze Liebe, mein gan zeö Vertrauen besän. Er hatte zufälli gerweise eine ausfallende Aetnlichkeit mit
ncbui ic un vit cutiiiuui) viv nurniiiit'
mtr, und wir wurden von Freinden immer für Brüder gehalten. Wir blieben zusammen in der Schule, bis wir neunzehn Jahre alt waren, dann wurde ich plötzlich nach Italien zurückberufen. Meine Eltern waren gestorben und hatten mir einen Titel und ein anständiges Vermögen hinterlassen. Ich sollte also nach Italien kommen, meine Papiere zur Veglaubigung mitbringen und die mir gebührende Stellung einnehmen. Mein Freund Philipp Verner erbot sicb,mich:u
begleiten, worüber ich sehr froh war. Er sprach ebenso gut italienisch als ich. Wir vcreinvarrcn, einen umweg zu machen uno erst öiom zu besichtigen, eve wir nack Florcnz gingen, wo ich mich meiner Familie vorstellen sollte." Was ivar JhrNameund JbrTitcl?" fragte Ernst Rivers jetzt in seltsam dringcndcm Ton. Graf Oscar Ealvani," antwortete der Kranke. Ich babe mir es gedacht," war Ernst's Antwort. Fahren Sie nur fort. Ich will lehnen später Alles erklären." ,,vir reisten zusammen nach Rom. Ich war reichlich mit Geldmitteln versehen ind wir konnten uns daher leden Lurus vergönnen. Wir kamen nach Rom, wc rnr einige Tage wie im Traume mit Verachtung der Sehenswürdigkeiten vergingen. as dann mit mir geschay, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß ich mich plötzlich bei den Räubern befand, ohne mich an irgend etwas Vorhergegangenes erinnern zu können. Bon dieser Stunde an ist cine Leere in meinem Gedächtniß. Und jetzt bcsinde ich mich plötzlich hier, ohne jedoch zu wissen, wie ich hierher kam." Verdächtigen Sie gar Niemanden, ie in die Gewalt der Räuber aeaeben zu haben V1 fragte jetzt Ernst, der ihm voll athcmloser Spannung zuaebört hatte. ,,?!ein. Niemanden," war die rubiae Antwort. . Aber ich. Es ist der Mann, der sich jetzt selbst für den Grafen von Ealvani ausgibt," antwortete Ernst. Barnchcrziaer Himmel ! Erklären Sie mir Alles !" rief der Kranke verwirrt aus. Ernst crzäblte ibm, so weit er es im Stande war, seine, eigene Geschichte, und erklärte ibm, welme Rolle der Graf m seinem Leben gespielt hatte. Dann beschrieb er die persönliche Erscheinung des vermeinten italienischen Grafen. Er ist einer meiner bittersten Feinde," sagte cr zum Schlüsse: und ich möchte ihn gerne entlarven vor aller Welt." O, cs it Philipp Vemcr, mein Schulkamcrad und Jugendfreund," stöbnte der unglückliche junge Fremdling; was kann ick tl'un r Entlarven S ie ibn vor aller Welt und vor dem Gesetze !" rief der entrüstete Ernst aus. klagen ie ibn des schändlichen Verbrechens an, das er an Ihnen begangen bat." Ich habe keine Papiere, keine Belege, zammerte der arme junge bras. Womit könnte ich meine Aussage unterstützen?" Jcb will an den Konsul, an Ihre ?amilie schreiben. Die Räuber selbst sollen als Zeugen aiiftreien," entgcgncte Ernst voll Festigkeit. Ihr Recht soll Ihnen um jeden Preis werden. Thun Sie das ! Gott seczne Sie ! Was wäre obnc Sie aus mir geworden V Sie setzten die Unterredung noch längcre Zeit fort, um alle Einzelnheiten genau zu besprechen und dann schrieb Ernst an den englischen Konsul nach Rom und tat ihn. Alles ;u thun, was dem Unglückl icheu jungen Mann zu seinem Rechte vcrhelfen könne. Die 5lufregung über Alles das, was der durch viele Jahre seines GedachtnisseS Belaubte so plötzlich erfahren hatte, verschlimmerte seinen Znstand wie der, und er war einige Tage hindurch neuerdings schwer trank, so-daß Ernst und sein Großvater beständig um ihn waren. , )cach Verlauf einer Woche -chattr. sich fein Befinden jedoch wieder gebessert und mit jedem Tage näherte er sich der vollständigen Genesung mehr, so daß, als die Antworten auf Ernst's Briefe aus Rom kamen, - kein neuerlicher Rückfall mehr zu befürchten war. Der Konsul schrieb, daß die Ziauber, welche nach Rivolto's Tod gefangen genommen worden waren, mehrere Briefe und Schriftstücke ausgeliefert hatten, welche bewiesen, daß der junge Mann, welcher durch Jahre in der Räuberhöhle verborgen gehalten wtlrde, der wirkliche Graf Oscar Ealvani sei. Einige Tage später kam ein italienischer Edelmann nftt seinem Diener in das einsame Farmhaus. Er erklärte, daß er Vicomte Ealvani und ein Kousin dcö unglücklichen, jungen Mannes sei. So bald ihn der Konsul von dem Vorgefallenen in Kenntnis; gesetzt hatte, war cr unverweilt nach England gereist, um den Betrüger, der seinen armen Kousin -ver-drängt und unglücklich gemacht hatte, zu entlarven. Der Vicomte wurde zu seinem, noch immer leidenden und großer Schonung bedürftigen Kousin geführt, und nachdem die ersten Begrüßungen vorüber waren und cr Ernst und dessen Großvater in warmen Worten für die seinem Kousin bewiesene Güte gedankt hatte, erzählte er, wieso cs dem Betrüger gelungen war, seine Fälschung durchzuführen. Vor zehn Jahren, als n',ein Kousin nach dem Tode seiner Eltern aus England nach Italien zurückberufen wurde, um seine Stellung in der Familie einzunchmcn, erschien ein junger Mann in Florenz, welcher angab, Graf Oskar Ealvani zu sein. Er hatte alle Papiere in Besitz, welche seine Identität zu beweisen vcrmochten. Wir hatten den wahren Oskar seit seiner Kindheit nicht gesehen und cmpfingen den Betrüger daher ganz ahnungslos als unseren Verwandten und behandelten ihn als solchen. Er wurde als Graf Oscar Ealvani anerkannt und erhielt sein Vermögen ausgezahlt. Eine Zeit lang verkehrte er dann noch mit uns ; aber später ging er nach England und seither bekamen wir ihn nur äußerst selten zu Gesicht " lFortsktzunq folgt.) Verlangt Mucho'S Cigarjj." "Ilavaua Best
Vom Auslande.
Ci ? r V. st n n i ii yi t vl vv ; v V ) ins Auge gefaßte Plan der Errichtung eines Skobelcw-Denkmals in Petersburg rückt seiner Verwirklichung entgegen, da nunmehr, wie die Nowosti" erfahren, das Gesuch der Duma um obrigkeitliche Genehmigung zur Errichtung dieses Denkmals, für das sie selbst 100,000 Rubel beisteuern will, in zustimmendem Sinne entschieden sein soll. Nach Empfang der Bestätigung wird das Stadtamt cine öffentliche Sammlung veranstalten. Bis jetzt ist die letztere unterblieben und 55 sind daher einstweilen nur 133 Rubel cs Kopeken für das Denkmal des mssischen Nationalhelden eingegangen. In Finstcrwalde hat sich am 5. April ein 20jähriger Eommis aus Spaß erhängt. Er soll die Absicht gehabt haben, seine Genossen im Geschäft einmal zu erschrecken, mußte aber diesen Wahnwitz mit dem Leben büßen. In der Todesangst hatte cr nicht allein den Stuhl, auf den er gestiegen war, vollständig zertrümmert, sondern sich auch einen Finger durchgcbisscn.' Aehnliches wird aus Trcuenbrietzen gemeldet. Dort wurden am 9. April zwei Knaben, 'im Alter von 11 und 9 Jahren, in dcnWald geschickt, um trockenes Holz zu suchen. Als sie diese Arbeit cine Zeitlang ausgeführt hatten, kamen sie auf den tollen Ecdankcn, Aufhängen" zu spielen. Nachdem erst der Jüngere vom Aelteren aufgehangt und gleich wieder gelöst war, sollte dasselbe Spiel beim älteren Bruder loicdcrholt werden. Leider vermochte jedoch der kleine Bruder den größeren nicht wieder aus seiner gefährlichen Lae zu befreien, und als nun dieser in seiner Todesangst krampfhaft um sich i schlagen begann, lief der Kleine weinend davon,. um seine Eltern zu holen. Als die geängstigte Mutter mit einer Freundin am Orte der That ankam, fand sie ihren Liebling schon als Leiche vor. Ein Berliner E o r r e s p o n'oent schreibt : Aus einer glaubwürdigen Quelle erfahre ich, daß Fürst Bismarck in einer Privatuntcrhaltung mit einem deutschen Rcichstagsabgeordncten feine Gründe für den Rücktritt von der Leitung der preußischen Staatsgeschäfte erläuterte. Er fagte: Ich bin 70-Jahre alt. Meine ?crven sind schlecht und ich habe keine Zeit, den Geschmeidigen zu spielen. Wie kann ich an kleine particularistische Eifersüchteleien denken, wenn ich gezwungen bin, die Ereignisse, die allenthalben im Gange sind, zu übcrlvachen. Die Telcgraphie vervielfältigt meine Pflichten im Kanzleramts in furchtbarer Weise. Deutschland ist interessirt an den Vorgängen in Rom, Madrid, Wien, Pest, Petersburg, Paris, London, New Aork, Washington, Hue, Tamatave, Melbourne, Sidncy, Kairo und Khartum. Ich muß die Welt als ein Schachbrett betrachten und darauf achten, wie ein Ercigniß, gleichviel wo. deutsche Interessen indirect oder dircct beeinflussen kann. Früher brauchte ein Kanzler nur mit den herrschenden Personen an den Höfen Europas bekannt zu sein. Jetzt muß er Parteien, Drahtzieher, Finanziers und die Strömungen der öffentlichen Stimmung verstshcn und nach der ihm in Eile telegraphirten Information rasch handeln. Um rasch zu generalisiren, sollte sein Auge überall und sein Wissen höchst ausgedehnt und genau sein. Die Kanzlerschaft ist keine Sinecurc. Ihre Obliegenheiten dürften die Kräfte eines jüngeren J)!anncs auf die Probe stellen. Wenn der Kaiser mich nicht völlig unterstützte, könnte ich dieselben nicht erfüllen. um zu N o u v a ir in Frankreich jüngst abgehaltener, französischer Socialisten - Eongreß hat sich dort das Vergnügen einer feierlichen Prügelei gestattet. Ein Pariser Eorrespondent berichtet darüber: Ein Dclegirtcr klagte iwei Soldaten an, die Rolle von Agents Provocateurs gespielt zu haben. Ein ehemaligcrMobilgarde-Ofsicicr kcnnzeichnete dies als eine infame Anklage und damit war das Signal zur Prügelei, gegeben. Es war schade, denn kurz jv ging es noch ganz .lustig zu. Ein Tclcgirier wurde des Verbrechens geziehen, zu den Besitzenden" zu gehören und eine goldene Uhrkette über semcm Väuchlein ;u tragen ! Auch wurde ein Herr Guesde darüber zur Rede gestellt, echte Eigarren rn 30 Centimes das Stück zu rauchen. Beide Herren hatten Witz genug, der eine seine Uhrkette, der andere seine Cigarrenlasche als Einsatz für eine Tombola zum Besten der strikenden Grubenarbeiter von Anzin herzugeben. In einer späteren Sitzung' wurde das Resultat der Untersuchungs Commission kund gegeben, die über den Häuserbesitzcr und Pariser Generalrath Morcau, der nebenbei Socialist sein will, zu Gericht saß. Es ist festgestellt worden, daß er in der That ff. ' ?n (. CtY1!.il,.. öauseigeniyumer i uno oie cieiyer n den meisten Fällen trotz seiner socialistischen Anschauungen" geschraubt" hat. Der Eongreß bedauerte in Folge dessen, daß Moreau zum Dclegirten von einem Bezirk ernannt wurde. Eine gronc vioue spielte auf diesem Eongrcsse Paula Min5, eine der widerwärtigsten Zukunsts-Petro-leusen. Vergießen wir Blut!" ruft das verrückte .vrauenummer, ..nur aus ihm sprudelt die Gerechtigkeit und die .Humanität." Göthe, hat Stecht. Blut ist ein ganz besonderer Saft !" Petro leum auch ! Der bekannte Schauspie ler und Bühnendichter A. Gorncr, seit Jahren Oberrcgisscur am Thaliathcater zu Hamburg, ist am 9. ds. am SchlagHur in amvura ae norden. Bereits i'.n Jahre 1872 hatte cr sein 50jähriges Künstlerjubiläum gefeiert. Am L9. Jan. 1300 zu Berlin als Sohn eines Finanzbeamten geboren, in dessen Hause die da müliaen Koryphäen der Schauspielkunst wie Jffland und Unzelma.': verkehrten, entfernte cr sich 162 heimlich aus betn Elternhause, um sich der Buhne zu vib mcn, und betrat diese zuerst in Stettin, dann in Köthen. Mit 13 Jahren trat er an die Spitze einer Gesellschaft, mit derer zwcl Jahre lang umherzog, und ward dann 1V27 am Hostheater zu Stre litz cngagirt, wo cr es bis zum Oberregis seur brachte. 1857 ging er nach Ham bürg, wo cr seitdem, abwechselnd am Stadtthcater und am Thaliatheater als l5harakterspieler und Oberregisseur thätig war.
Vctre ff der v ielve sprochenen Schlägerei zu Hannover, die durch das Eingreifen des die Schloßwache commandircnden Ofsiciers in der 5ramerstraße fast den Charakter einer Straßenschlacht annahm, ist die Voruntcrsuchung jetzt, so weit sie der Magistrat zu führen hatte, beendet. Die weitere Untersuchung wird von der zuständigen Militärbehörde geführt werden. Seitens des Magistrats ist an das CommandodeZ Jnfantcrie-Regimentes No. 73 der Antrag gerichtet, die bei der Schlagcrei beteiligten Ofsiciere dieses Regi ments wegen Körperverletzung, Widerstands gegen die Staatsgewalt und widcrrcchtlichc Befreiung von Gefangenen zu bestrafen; weiter hat der Magistrat bei der Stadtcommandantur gegen-den wachthabenden Ofsicier der SaÄoßwgche Klage geführt wcczen Überschreitung sei ner iennociuanin. Im Juni vorigen Jahres schluckte unvorsichtigcrweise beim Tan'cn ein junger Mann aus der Gemeinde Dahlhausen bei Linden eine frische, spie'end m den Mund genommene vlöaaenähre und zwar mit dem Stielende voraus. Dieselbe nahm ihren Weg . durch den Kchlkopf in die Luftröhre, ohne sehr große Erstlckungsnoth herbeizuführen. Bald darauf aber stellten sich, da alle Versuche, des Eindringlings habhaft zu werden, fehlschlugen, Zeichen 'einer crrcumfcnpten Lungenentzündung ein, dann heftiger Bluthusten, schließlich noch cine eitrige Rippenfellentzündung mit hektischen Fiebererscheinungcn. In diesen Tagen erst, also nach neun Monaten, wurde bei einem heftigen, von starkem Bluterguß begleiteten Hustenparorismus das corpus delicli gänzlich unversehrt i rj V r ' . . L wleoer zu .age gefordert, alle dieser lrt sind schon früher in der medicinischen Literatur verzeichnet gewesen. nor dem Gerichtshof rn Wien, welcher an Stelle des Geschivorenengerichts wahrend der Zeit des Ausnahmezustandes amtirt, fand dieser Tage eine Verhandlung statt, welche als Vorlaufcr. bcr bevorstehenden Reihe' von Processen gegen die Anarchisten betrachtet werden kann. Angeklagt war Schneidergchilfe Anton Kral wegen Hochverraths und einiger anderer kleinerer Sachen. Kral, welcher socialistische Schriften verbreitete und sich an der anarchistischen Propaganda betheiligte, hatte sein Arbeitsbuch dem Hermann Stellmacher, dem Mörder des Detektive Bloech, zur Legitimation übergeben. Stellmacher benutzte auch Kral's Arbeitsbuch, war unter dem Name Kral .in Wien cinlogirt und polizeilich gemeldet. Kral behauptcte, cr habe sein Arbeitsbuch verloren und nicht selbst Stellmacher gegeben. Ein Theil der Gerichtsverhandlung tou? de geheim durchgeführt. Kral wurde zu fünfjährigem schweren Kerker verurtheilt. Ueber den Stand der Weinberge wird aus dem Rheingau, 9. April, geschrieben: Der Stand unserer Weinberge ist ein sehr erfreulicher. In Folge der günstigen Witterung treibt der Stock, und da auch Holz in genügender Menge vorhanden ist und die Weinbergsarbeiten bei anti'n, 9Mhtr. slii5ofu4 -1 konnten, läßt ex augenblicklich nichts wünschen . übrig. Bezüglich der Obstbäume ist ebenfalls nur Erfreuliches zu sagen. Das frühblühcnde Steinobst, Aprikosen und Pfirsiche, hat größtentheils abgeblüht und gut angesetzt. Die Frostnacht vom 22. auf den 23. März hat nicht so viel Schaden angerichtet, als man anfänglich angenommen hat. Die übrigen Steinobstartcn, Zwetschgen, Kirschen und Mirabellen, und das frühblühende Kernobst, hauptsächlich die Frühbirnen, entfalten eben eine Blüthcnpracht, daß cs cine Lust ist, im Freien zu weilen. Wenn nur die Hälfte der vorhandenen Blüthen Frucht ansetzt und diese üngefährdet zur Reise gelangt, dann giebt- cs Sk-n, crii. , Arkausas and Texas, Die St. Lonis, Jrou Mouutain und Sou thcrn Eisenbahn entlang, sowie die Texaö und PacisicEisenbahn und die Jutcrualional und Great Northern Eisenbahn sind Tausende don Ackern Ul gewähltesten Farm und Weidelandes in der Welt, !fo Preise don $2, $3 und $4 per Acker, in grsur.der Ecgeud und einem unüber trefflichen ülima, für Gesundheit und Lebens grnuß. Man schreibe an den Unterzeichneten um einen statistischen Erntcbericht von Arkan sas und Texas für 1832 und inan entschließe sich zu gehen und sich selbst zu überzeugeu, dast die Ernte don 1888 um eo Prozent grö ßer war als 1882. Denjenigen, welche Land von diesen Gesell schaftcn kauf:, und ein Viertel, die Hälfte oder Alles baar bezahlen, wird ein derhältnißmäßiger Nachlaß 'an 'Fahrpreis oder Fracht' über diese Eisenbahnlinien erlaubt. II. O. Towngend, Gen'l.Pass..Agent. Ct. Louis, Mo. JPm -A.. Palrncr, Distrikt-Land -Pass.. Agent, No. 40 West Washington Straße, Indianapolis. ? JZ j i &-i Ria Die kürzte und beste Sah nach' Louisvillo, Nashvillo, Jlcmpliis, Chattanooga, Atlanta, Savannah, JacksonTille, llobilo and New Orleans. - .. Es ist vorthtilhast sur Passagure nach Um Süden, eiue direkte Route zu nehmen. Palast-, Schlaf, und Parlor-Wegen zwischen Chieags und Louisdille und St. Louis und LoniSville ohne Wagenwechsel. - " ' Comfort, Schnelligkeit und Sicherheit bietet die .Jeff die alte zuverlässige 5ö. Ml. &,5S. M. H. R Doring, sstftent Seneral PaZsagier.Lgent, Nordost.Ecke ashingtsn und Jllinots et?., Jndxls E. W. McIIenna, Superintendent.
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