Indiana Tribüne, Volume 7, Number 133, Indianapolis, Marion County, 1 May 1884 — Page 3
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Eisenbahn -Zeit Tt. Ankunft und Abgang dir Eisendahnzüj'.k in Indianapolis, an und nach Sonn tag den 16. Dez'br 1883. Sltdrland, Colnmbus, Lmctnnati und Jnbia. uapolit Eisenbahn (Vee Line.) ... Lbgang: Ankunft: SCrtl.. 4.156 ,8 Ct 2 t tslg 6.40 Um I tU ..T. . u A X Ab I FG Am 4. m . tietiioa S...I1.1W cni , 2 .1U.0J tsri;n lt 10.H) Cm nderssu k... 2.0(1 Kai Ä Ö lj . 7 00 Km , 3 Ctfi 8(1 4.Su ,.' 8 3 oshen GibM 9lai I 91 9 St 8 (.10.55 m ' : Vnzhtwooo Diviston, C. C.C.nud I. Ältfana Halii. 4JG8ra ttg'.tch. .?9 On 40.34 m 11U0 Lm 13,45 Bai . 3.30 31 ' lfialict. 5.39 V 1.29 &25 9ta . 4 R iNch . S.4A UflIii.19.Mfhn . fi9 llax I tJüttfcug, CtßriaaaH & St. LsuiZ Cisrebtfn 3 O O 2 91 . Bi&nt ? ant. ' E( täglich 4.52 V jinon Carnil. 9.12 Vrt t reu,' uus namntenScnnt.rJ.4a 8 , r täglich 11,37 8m 9tiaceaula. S ( ttUl. Sonntag Z.57 Sk ADOSckP z tüzlich k h.. 4.bZ5k Daytgn aulg Sonnt ..... 4.52 Bin Sonntag .... 5.27 m NS VSvL ;tfi.t4.....10J23 Rr. Da, ton 9x ui. 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Sa0UU 4.1: Cai Con: toiIt A il ft WU.; II..0B3 nn u etauiio.4o gL nrt!uia:iB:: fi.ro gnboUaSt. .40 .i.iivilllt . V 71 D4 4in.,ü.t..j)i'.:n$nt Jndianappli nud vineeune Sisebah?i. . . . luxo j 7.04 Ora i ineenne 2c..l031 f ClBiinnt See . 3.39 n IflaU.t alt. 4 JS ?ouisvill-, Ncd, Manh Chicago. Air-Line. Shieago,..!, Ch'cugo r.t!.. 3.1vDm Mono cc 5 0 Konen c . lO.L -ich U, bicag. ich. Stt COi:. wia6i i'.4'S!ol j Sr,lt. . . 4lttZm rgt nU r. . Seins,fil., V.il ., SchlasSas' -it ?. H.rr,rtH t rt'.; ühionffo, 8f. t.oule and Plttsbur liailronrl. ZkitTadellk sSr durchgehend nnd Lokal.ZSge V 17. edr. 18 an: Lg erlag 5aNnion,Derot.JnoVl..i, sotgf. Stationen. j?chnSzgjPoft,g.,Lchnll,g Zlceom. H L: U0 13. :o. tau 57 . .. tiiUi fa.'u 3:47 8!i0 9:53 . Uroana clurnt. Ketoatf . ! 9:ß 4:51 6:40 iHiyz !2.37Vm 5t5tnpiH.! 5: 9 a h !- f ; . . , , ... .. ."2 . ... 6:n j .., . 2:20L! .. .. k:ll)m!.. . 6:32 i ... Pttt,dU7g. .. .. HariiSdurg... y. altimore.... 7:, . 4:153m .... 7:40 . ; .. 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XvouiN, IVXIt4ourl, Kcoxi ' Iowa, Nebraska, Texas, A.rlcansa, Ool'o raclo9 New Moxioo, e 3otct8ndOallfbinia ifl, ; Xal Vahairtt ist ton Stein und die Schie. ru sind au Stahl. Die Wage haben die nenestt Verbesserungen. Jeder Zug hat Schlafwagen. Passagiere tb fie nun Dillete nßer Klasse' ode-4Ziaeat?nVillete haben -werden durch usere Passaglerzuge erster Klasse befördert. ; ' Ob Sie nun ein Billet zn errnLizten Vrei. sen, ein Sxcurs.pnöbZllet pder irgend eine Sorte kisndahnbilletF wollen, . kommen Sie, oder 'schreiben' Sie anIT X. Derlncr, ' jsiflent Ceaerol Psffagier'Agent. " ' ordofl.EZ zsSin'sto und Jlli, oi StkInd'pl . S. H il i, Stn'l SnPt. St.LouiI)r!o. . F a r d. en'l Pass .Vgt., St.' Loni,e ' ..'lZlllllWZS--Büch- und Zeitllngs'-Äg IV. 113 Greor Strstooo. Zndiaapoltl. . CT TU Äultrjg wetten schnei nd KnKIich . Mitr. .'. .. ' ... - ?cher billig nnd schöu gebunden.
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- 2)ata.i ..! 8:57 . i 3:31 - i 8:
Gesühnte Schuld.
Roman au dem Englischen, siei bearbeitet von Hm!ne Frankkuftki. (Jortsktzung.) TiCai) ofiii Vkstt.be dr? Do.'lor? lici.ktt Cf rast iinö lDrimrö den j'.mgeil Fremd!ii:g in der Odhu! von Ernst'S Kmmndienil zurück un) gillzci, zusammen aus. - Ett'.sl war sehr bktriil't darülkr, daß er uicht ir.i Stande war. dem jungen Tradier das Geheimnis: seines Lebens aufzuklaren. .Da Geheimnis;, das; mich unigibt sagte er, ist, wenn mau mich rccht unier richtet hat, ein so ans.e:-ordentlichcs, daß Tn es geniih.nie errathen würöest. Aber ich bin durch einen heiligen Eid gebiiiiden. es zu. bewahren, bis ich meine volle Grobjhtigkeil c;!angt ha:e." .Tann wollen 7:r auch gar nicht weiter darüber sprechen," krii)id?rte Edward in freuikdliche.ln Tone. Alle- zn seiner Zei!Wann immer Du mir da? Geheioi niß wirft eröfsttku können, :verde ich e? ' mit VtrgnÜZktt anhören." Damit wurde die Fache fallen geladen. Da Erste, was Ernst that, als er cini ge Tage später London verließ, war, sei ncirisnD seiner -Beglelter Aamen zu wir--ändern. Er selbst nannte sich .Walter Shielo, Lippma::n vtrandeitestch in Mr.'Pre vot ilnd.iiahm die Stelle eines Haushofmeisters e:n, der sreinde, junge Manu wurde Mr. Thompson genannt nnd der ttammerdiener hieß einfach John. Ufa diesen Namen reisten sie bis kn einen Ort, der zehn Meilen von Sie George Tranter's Besitzung, und acht Meilen von Higham Hall entfernt war, von welchem Plae Mr. Walter Shield möglichst nahe sein wollte. Ransom ' und Lipptnann hatten den entlegenen Wohnstd auZsuidig gemacht ; und als die Reisenden ans der letzten Bahnstation ankamen, stand schon ein Wagen in Bereitschaft, um sie an ihr Ziel zu bringen. Da gemiethete Hans war eine hüb sche, kleine Villa, die inmitten eines gro ßen Gartens, weit ab von der Landstraße stand und zu welcher man nur auf einem weiten Umwege gelangen konnte. Es war unter dem Namen Church Farm bekannt; und einige Tage vor dem Eintreffen der Reisenden waren schon große Packele von Büchern siir Mr. Waller Shield daselbst eingetroffen. Obwohl Ernst die Absicht hatte, sich sehr viel in den nahegelegenen Wäldern herumzutreiben, wünschte er doch in der Gegend sür einen Bücherwurm angesehen zu werden. Er trug Kleider von geistlichem Schnit te; einen niedrigen, breitkrämpigen Hut und Augengläser. E hätte der scharfen Augen des Hasses oder der Liebe bedurft, um ihn zu erkennen. Im Verkehr mit Mr. Prevot bediente er sich stets der französischen Sprache und war auch sonst so vorsichtig, als möglich, da Leigh Ransom den Argwohn auSge sprochen hatte.daß Meldrum gewiß wieder beauftragt werden würde, ihn ausfindig zu rächen. Er hatte sich in dieser Annahmenicht getäuscht. Kaum war Ernst Rivers Walter Shield einige Tage mit seinen Genossen in dem einsamen Hause, als er ein Tele gramm folgenden Inhalts von Leigh Ransom erhielt : .Seien Sie auf der Huth. Meldrum ist in wichtigen Geschäften aus'S Land ge .gangen.. Ich habe Mr. Edward Tranter bereits gewarnt, Ihr Inkognito streng stenS zu bewahren Schön sagte Ernst zu seinem Verwalter Mr. Prevot, ihm das Telegramm reichend. Seit derselbe ihn so mnthig n:,d ausöpsernd ans der italienischen Rau erhöhte besreit hatte, behandelte er ihn wie einen Freund. UeberdieS war er auch ein Mann von seiner Erziehung, wie Ernst sich bei näherem Umgange iiber zeugte. Es scheint, daß sie o;i- Spur gar nicht mehr ferne find," bemerkte der angeb liche Haushosmeister; .ich würde mir er lauben, Monsieur die höchste Vo.rsicht an zuratheu Ich will sie beobachten," versetzte der junge Mann tränmerisch aber Sie wis sen, Prevot, ich kann mich doch nicht ganz und gar auf das Haus hier beschrän kcll." Hüten Sie sich, .Herr; Sie haben S mit einem gewissenlosen Feinde zu thun versetzte' Prevot im Tone heftiger Erre gung. Was veranlaßt Sie, da zu glauben?" fragte' Mr. Shield, ihn verwundert und etwas argwohnisch anschauend. Nun, Herr versetzte Prevot, verlegen erröthend, der räuberische Ueberfall in Rom; das abgekartete Duell in Paris scheinen mir daS zu bestätigen . Aber Sie sprechen, als ob Sie etwas Bestimmtes wüßten V Zagte -der junge Mann, ihn fragend anschauend. ES ist mir unmöglich, die Tauschung uoch länger auszuführen sagte der An dere plöIich in ernstem, verändertem To ne. Philipp Leicester, Lord Higham, kennen Sie mich nicht V :.- Der. junge Mann suhr erschrocken, wie - von einem Schuh getroffen,zusammen. Es war eine wichtige und erstaunliche Entdeitniig.' die er-machte. Die Stimme war ihm immer -bekannt erschienen, aber diese Ansprache jetzt erschreckte ihn. Sie dürfen da3 nicht sagen versetzte er. Was meinen Sie damit?" ; Kind, hast Du Deinen Großvater ganz vergessen ?" rief der .Andere aus, ihm um den Hals fallend. ' . Ja, s war sein Großvater, der schon vor' langer Zeit seine Besitzung in Frank reick. verkaust hatte und nach England gekommen war, um-unerkannt über das Wohlergehen seines Enkels . wachen zu können, bis-zu dem Zeitpunkte, wo er öffentlich-. den ihm gebührenden Rang und - Namm" 'einnehmen konnte. Er hatte sich mit Sir George Tranter ins Einvernehnlen gesetzt, und als die Reise . in.S Aasland bettimmt worden war, mach te 'cr sie in der Eigenschaft eines Reisemarsaälls mit. ' Seme Hingebung und Anhänglichkeit für den jungen Ernst RiverS war damit : leicht ''trklärt. Unser Held, für welchen wir-vorläusia den Namett Walter Shield beibehalten wollen, war ob dieser Entde-
öung ganz entzückt.
lr hatte seinen französischen Großvater immer sehr geliebt; obgleich er ihn seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte. Die Treue und Liebe, welche dieser in den letzten Monaten für ihn bewiesen hatte, verband ihn jetzt nur noch inniger mit ihm. An diesem Abende unternahmen Beide eine rasch vereinbarte kilrze Reise, den jungen Fremden unter der Obhut des nächsten Dorfarztes und des 5iammerdieners John zurücklaffend. Sie waren Beide sorgfältig verkleidet und hatten auch die . Vorsicht gebraucht, sich mit Waffen zu versehen. Ferner hat-
tcn sie vereinbart, vor dritten Personen immer französisch zu sprechen. Ihre Bei i "j w 4 ff J , I wen" ab, bestellten Zimmer und etwas zu ! sen. Niemand batte eine Ahnung, daß sie nicht Dieieniaen . waren, als welche sie erschienen, und es war ganz gut, daß sie zedwede Vorsichtsmaßregel gebraucht hatten. Sie hatten eben ihr Abendbrod verzebrt und saßen noch bei einer Flasche edlen Rheinweines, als Mr. Meldrum in die Gaststube trat. Er sah aus, als ob er. ern Handlunas reisender wäre. Mit scharfen Blicken schaute er umher, beachtete die Beiden aber nicht weiter, da er sie -eifrig französisch sprechen hörte, wovon er kein Wort verstand. Großvater und Enkel ivaren u Pferde gekommen und hatten nur kleine Reise!asäen mitgebracht. Bald nachdem Meldrum eingetreten war, stand der angebliche Walter Shield auf und verließ das Zimmer, ' nachdem ibln seinGroßvater nur noch leise die Worte zugeflüstert hatte : Mein Sohn, sei vorsichtig. Sch will vorläufig hier Wache halten." Ernst nickte und wanderte dann in die Nack't hinaus in die Richtung von Fairlcisl.h Manor, wo er Lady Edith imd Alice finden sollte, nach denen er seine ekn lsucbt nick't länger hatte bezwingen ! tu. ' ! können Der Abend war frisch und klar und er hatte den Park bald erreicht. Edith war von seinem Kommen verständigt worden, und als er die Ruinen betrat, kamen ihn: Alice und Edith, warm verhüllt, entgegen. Er umarmte Alice voll Jliiligkeit, schloß aber zu ihrem großen Erstannen dann auch Lady Edith in die Arme und küßte sie. Die junge Dame entzog sich ihm erröthend und rief aus: Großer, wilder Junge ! Beachte ihn nicht, Alice; eines Tages wirst Tu derneben, was das l?eif;.'?i soll !" Rene B e r w i cc i u n g e n. Das Leben in Fairleigh Hall war dem äußeren Anscheine nach nichts anderes als eine Kette von Vergnügungen. Lady Higham schien stets in der- heitersten Stimmung zu sein. Ihre vorläufig noch geheim gehaltene Verlobung mit Lord Vansittart sollte bei dessen Rückkehr vcröffentlicht werden und dann würde sie die meistbeneidete Dame der Grafschaft sein. Dennoch aber schlummerte auf dem Grunde ihrer Seele ihre große, namenlose Furcht. Wenn sie nicht verheirathet war, ehe ihr Geheimniß offenbar wurde, würde sie der Marauis gewiß verstoßen. Sie wußte selr wohl, wie tief auch ferne Liebe ftir sie sein mochte, daß er eine unehrenhafte Handluna nie verzeihen würde. Ueberdies üblte Ladv Higham auch, daß sie einen r r rs i t mi w . . ' t ernmcyen tfcmo yane, oer gegen ryre handlichen Bestrebungen arbeitete und ;e zunichte machte. " Sie biilt die Flucht von Ernst aus den Räuberhänden für das Werk dieses Feindes; und nun war er frei und befand sich gewiß bereits in England, um sie zu Grunde zu richten. Daß die Tranters so beharrlich über Ernst Rivers sck'wiegen, war an sich schon ein böses Zeichen; und überdies begenommen Häupten. Lady Edith und Alice waren inittlcr-. weile stets in großer Sorge. Die wiedcrholten Ueberfälle, denen Ernst Rivers ausgesetzt war. bedeuteten nichts Gutes. Der ruchlose Feind, der es versucht hatte, ihn in Paris aus dem Leben zu schaffen und ihn in Rom in lebenslängliche Gefangenfchast zu bringen, würde gewiß nicht cber ruben, als bis er sein Ziel erreicht hatte. Lady Edith wußte das, während Alice sich die ganze Sache nicht zu erklaren vcrmochte. Was kann Ernst gethan haben, um sich solch' einen bitteren Feind zu machen V fragte sie Edith wicdcrbolt. Ich kann es Dir nicht sagen," ward traurige Antwort, die sie stets erhielt. Eines Tages wirst Du Alles erfahren. Du nmßt Geduld haben." - Ernst sagt, daß er von höherem Range ist, als es den Anschein hat," sagte Alice. Hat das mit all' Deut, was ihm geschchen ist, etwas zu thun V Alles," antwortete Lady Edith, aber ich kann Dir keine weitere Erklärung geben." Damit mußte sich Alice bescheiden. An dem Abende, von welchem wir in unserem letzten Kapitel sprachen, brachte Ladu Edith's Kammerfrau ihrer jungen Herrin nach der Tafel er Briefchen, wclches soeben für sie gebracht worden war. Edith erkannte die Handschrift sehr Wohl und öffnete das Briefchcn hastig. Es enthielt nur die wenigen Worte : Komme in die Ruinen. Bring Alice mit. E. R." Und die beiden jungen Mädchen verloren keine Zeit. Sie verließen, ohne etwas zu sagen, hinter einander den Salon, kleideten sich warm an und eilten nack dem Platze des Stelldicheins. Alice war außer sich vor Entzücken über daS Wiedersehen ; aber ihre Freude wurde etwas gedämpft, als sie sah, daß Ernst Rivers auch Lady Edith voll Innigkeit küßte. TrotzAllem, was ihre Freundin ihr gesagt hatte, konnte sie das doch nicht verstehen. Es war zu geheimnißvoll. Es folgte erne lange Unterredung, in welcher Ernst ihnen AlleS erzählte, was er nlebt hatte, und er erklärte ihnen dann
stimmung war das Dorf anlergh, ganz nahe von Lady Highain.'s Wohnsitz. Sie üitvn im stiafifofe ..mm rotben Lö-
WM ,' 4 V v 1 UV IWV VIViUUttVVi VII IV WI'VV I y . , f " f r. f ' t steifes Wesen, daß sie sich davon in ibrcr ZV'lang war, blieb sie stehen, und Annabme nur bestärkt fühlte. Dennoch l'ceverbarg sich hmteremer hoben breiwar sie fest e.itsä'lossen ibreneinntal ein- f.anKy l nWtitt ?cfu?.c 1 1 ' ' i" c . t'ilt.' IS'rnlr Nsti'V rtliA nmim .ilum
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V , w tIT i - die Zukunft. Er konnte sich vor Alice nicht offen aussprechen, und das arme Mädchen erkannte mit weiblichem Scharfsinne, daß ihr irgend etwas verheimlicht wurde. Das erregte selbstverständlich eine heftige Eifersucht in ihr, von der sie arg gepeinigt wurde. Warum hatten Ernst und Edith vor einer so intimen Freundin ein Geheimniß? Das war mehr, als sie verstehen konnte. Wir müssen nach Hause," sagte Lady Edith plötzlick', oder man vcrinipt und sucht uns Und sie ging einige Schritte voraus, um den Liebenden Gelegenheit zu geben, von einander Abschied zu nehmen. ' Bevor sie das jedoch tbat, Kitte ibr "V i Crnst kaum hörbar zugeflültert: Bei Tagesanbruch werdeich hier sein. ötomme x'ii auw, aoer allein." nickte nur und Ernst ivandtc sick zu Alice mit einerheißenUmarmung von ihr Abjchied nehmend. Dann lehrte der junge Mann in den Gasthof zurück, während die jungen Damen 'sich in's Schloß begaben, ihre Straßenkleider ablegten und wieder in den Talon eintraten. Lady Highani hatte sie vermißt und beobachtete sie ziemlich scharf bei ibrerRückkehr. Sie fah, daß Beide ziemlich aufgeregt waren, wagte es abernicht,eineFrage an sie zu richten. Sie fühlte sich sicher daßLadY Edith an der Verschwörung gegensie bctheilizt war; aber, was Alice damit zu thun haben konnte, begriff sie nicht. ' Sie erhielt an diesem Abende ebenfalls einen Brief durch ihr Kammernladchttl, worin ihr Mr. Meldrum anzeigte, daß er in Fairleigh eingetroffen und im Reu theil Löwen" abgestiegen sei und daß er sich den Ramen V!r. Standish gegeben habe. Er theilte ihr mit, daß er noch gar nichts habe in Crfabnmq bringen könncn, jedoch auf der Spur sei; Mr. Ernst oj:i. 3 s ' zj.l rr: rf.... Nivcrs sei nicht tcr's Haus crsch m 'wir iveiw ranncncn und seien die Dienstleute hierüber höchst verivundert: cs seicn wahrscheinlich m Bczuq auf seine lange Abwesenheit eine Menge Tclegraniine eingetroffen. Sein Name werde jedoch inr Beisein der Dienstlente gar nie erwähnt. ..Er siebt also in Berkebr mit il,ne l? mir oie en .'tenicyen aus oem Ma, Uten V Ja, das war Alles was sie beschließen konnte ! Aber wie sollte sie zu Werke geben ? Sie wußte, daß sie sich auf den Grafen Ealvani nicht länger' verlassen könne; auch war sie bereits zu sehr in feiner Geivalt. Aieldnimkanl nicht in Betracht. Sie war überzeugt, daß er ihr ihr Opfer ausfindig machen werde ; ob er jedoch etlvas gegen dasselbe unternehmen würde, das war eine andere Frage. Sie wollte es mindestens versuchen, ihn durch eine große Summe dazu zu verleiten, oder ibr Jemandeit ausfindig zu machen, der cs thun würde. Jedenfalls konnte sie mit Geld wenigstms sein Schweigen erkaufen. Bis jetzt war es ihm übrigens nochnicht gelungen irgend e ineEntdcckung von Werth zu machen. . Am nächsten Morgen stand Lady Edith ehr zeitlich auf, kleidete sich warm an und chlüpfte, wie sie glaubte unbemerkt aus em Hause. In dieser Annahme täuschte sie sich jedoch. i T " v ' ZJJ -r : !,ce "!?? '"lhrem mmer horte, tle.dete ste nck rasch an Tu Etteriucht ru fchlaslos : und als und folgte ibr verstohlen, als sie dasHaus veriien. ' Sie sah, daß Lady Edith nach den Ruinen ging. Seufzend, mit hochklopfendem Herzen folgte sie ihr, sorgfältig beobachtend, daß sie nicht entdeckt Werde. Sobald Ladv Edltb in den 9tuinen höl; hervor und schloß Lady Edith in seine Arme. Meine theure Edith !" rief er feurig aus; ich bin'genöthigtDich allein zu sehen, da cs so viele Dinge giebt, die ich vor Alice nicht bespreck'en kann." Armes Kind !" sagte Lady Edith leise. Die Lauscherin zog sich doch von ihrer 3iiule zurück, und trat an einen Platz, wo sie die Beiden wohl sehen und beobachten, aber nicht hören konnte. Sie hatte kein Verlangen, in ihre Geheimnisse einzubringen.' Der junge Mann erzählte Edith jetzt ausführlich Alles, was vorgegangen war, wie fern Großvater ihn erst in der Eigenschaft eines Reifemarschalls begleitet hatte und jetzt angeblich als sein Haushofmeister bei ihm lebte. Er beschrieb i5r seinen Wohnsitz, gab ihr Andeutungen wie sie denselben finden könnte, und sagte ihr den neuen Namen, den er angenommen hatte. Du mußt aber sehr vorsichtig sein," fügte er hinzu. Ich beabsichtige, Lady Higham scharf zu bewachen; sie jedoch darf keine Ahnung von meinem Aufenthalts orte haben." O, daß sie bereuen wollte, ehe cs zu spät ist !" rief Lady Edith leidenschaftlich aus. Ich werde kein Erbarmen mit ihr haben," war seine strenge Antwort; wenn sie mich verleugnet, werde ich den ganzen Fall in die Oeffentlichkeit bringen. Es wird ihr Fehler sein, nicht der meine." Ich hoffe, sie wird nachgeben," nieinte Lady Edith; ich werde es an Bemühun gcn, sie dazu zu bewegen, nicht feblen lassen." Handle, wie Du es für das Klügste und Beste hältst, theure Edith," antwortete er; aber sei bereit mich zu sehen, wann immer ich Dich darum bitte." ' Ich will cs," antwortete sie, ..aber Du wirst Dich da zurückhalten müffen- , mich zu küncn. Alice, begreift nicht, wa, ! ' er' f. t f!... . ii nun 5 gwlem uno es Nlh'i gerne." Nun, wirwerden ihr eines Tages Alles erklären können," sagte er in lachendem cm: IM 3 beute y?'akkmitt5 rww w-w-w www mit ibr nach M kommen und mit mir
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und memeiii Haushofmeister das Gabelfrühstück nehmen " ,Äa, wenn essein kann," versetzte Lady Edith. Elarence bewacht mich nämlich mit Argusaugen, und da ist es schwer, abzukommen. Aber ich will es möglich tnachen." Nach einer herzlichen Umarmung trennten sich die Geschwister und Lady Edith kehrte langsam in das Schloß zurück, nicht ahnend, daß Aliee aus der Entfernung diese letzte Umarmung gesehen hatte. Beim Frühstücke siel es ihr jedoch ' auf, daß Alice sehr niedergeschlagen war und ihre Thränen nur mit Mühe unterdrücken konnte.
Lady Edith selbst war ziemlich hei-! ter, wahrend Jt'ady Higham ernst und ruhig, wie gewöhnlich, ersckkn, die beiden jungen Mädchen aber scbarf bcobachtete. Dennoch konnte sie nichts ergründen und vermochte auch nicht, einen Einwand dagegen zu erheben, als Lady Edith gegen Mittag ihren Ponywagen anspannen ließ, um mit Lady Alice eine Spazierfahrt zu machen. Äber sie beschloß ihren Agenten, der sich jetzt Mr. Standish nannte, zu fehen, und ließ ihu dies durch Grace wifsen. Bald darauf erschien er im Parke an dem von Grace bezeichneten Platze und sand Lady Higham bereits daselbst. Sie waren gerade in einer ernsten Berathung, als sie den Ponywagen näber kommen hörten. Lady Higham trat rasch hinter eine Baumgruppe und blieb regt'.nslos siehen, bis der Wagen, in welchem Lady Edith uiid Alice saßen, vorbei gefahren war. Sehen Sie," flüsterte Lady Higham dem Privatdetektiv zu, ivenn Sie diesem Wagen folgen würden, kämen Sie beffer auf die Spur, als wenn Sie hinter dem jungen Tranter ber sind. Dessen bin ick sich-r." Ich habe mein Pferd in der Nähe," sagte er bastig. Soll ick ibnen folgcn?" ' ' ' ' Ja," rief jie; gehen Sie,und verlieren Sie keine Zeit. Ich werde Sie wiedersehen." Der Detektiv empfahl sich rasch, bestieg sein Pferb und folgte den 'ahnungslosen Mädchen. ' ' Mittlerweile standen Mr. Walter Shield und Mr. Prevot aur Fenster eines Zimmers im rothen Löwen," und warteten, der mit Ernst getroffenen ercmba rung zufolge, aufLadvEdith. Wenn fleden Ponywagen sahen, sollten sie ihm folgen ; wenn nicht, follten sie auf eine Botschaft warten. Hier kommt der Ponywagen sagte der junge Mann endlich, und beimHimniel, dieser Meldnjm, der sich hier Stein disli nennt, folgt ihnen. O, das thut gar nichts," versesteMr. Prevot in seiner kurzen Weise, rm Gegentbeile, ioir werden j?fct unsern Spaß haben." Und sie zogen sich vom Fenster zurück, um nicht gesehen iverden zu können. Sobald der Ponywagcn, von Meldrum gefolgt, vorbeigefahren war, nahmen die beiden Hekren Oberröcke nnd Hüte und gingen aus, dem Wagen in einer Entfernung folgend. Es war vereinbart worden, daß Lady Edith und Aliee im Städtchen den Wagen verlasse und zu Fuße in mehreren Lüden Einkäufe lachen sollten. Dann wollten sie sich nach dem Gasthofe vcrsügen, um das Frühstück zu nehmen. Die Begegnung mit den beiden Herren sollte wie eine ganz zufällige aus der Straße erfolgen.' Als die Damen den Wagen, nach Vcreinbaruiig. verlassen und im Gasthofc eingestellt kitten,, verließ Mr. standish gleichfalls jei'.i Pferd und folgte den beiden Mädck'en r.iit aleickgiltiaer Miene zu Fuße. Dasselbe thaten der wie ein Geistlicher ausgebende ninge Mann und femallerer ,ncu:io. Meldi um beobachtete die jungen Damen sei'r genau; ibr Benebmen war das denkbar einfachste. Sie machten mebrere tlttkäuse, welche ne nach dem tvanhose bringen liefen, wo ihr Wagen wartete, und degadeli sich dann selbst nach demsclben. Plötzlich kamen ihnen Mr. Shield und' Mr. Prevot entgegen. Die beiden Herren verneigten sich voll Ehrerbietigkeit und die Damen reichten ihnen die Hände entgegen. Metrum kam rasch näber; aber Walter Shield hatte noch Zeit, zu Edith zu sagen: Wir müssen französisch sprechen, wir werden beobachtet. So hörte Mddruni zwar, wie sic sich lebhaft mit einander unterhielten.verstand aber kein Wort von dem, was sie sprachen. lFortskunq folgt.)' Wom Auslande. (rin zürtlichei" rc b Hader ist der tawm 2?jährige Meier Friedrich Earl Theodor aiige. weicher, sich wegen einer ganz bestialischen That lvor der Strafkammer des berliner Landgerichts l. zu verantworten hatte. Der Angeklagte lebt mit der Ki Jahro alteren, unverehelichten Haptc in häuÄicher Gemeinschaft, ivelche aber sit: 'denweibliehen Theil nicht sehr angesabm sich gestaltete, da Lange alkoholischen Genüssen sebr zugethan war und in 'Folgt: dessen ta.z a :i ä.iZ.. ... O-.,. i. , "7 ' , i) I " 1 " - I . wundct worden ist, daß sie auf dem einen ge fast gar nichts mehr sehen kann, rostete auch hier die alte Liebe nicht und die Beiden bliebe:: auch fernerhin in trauter Gemeinschaft'- berZammen, bis die Rohheit deö Angeklaznzn schließlich ihren Höhepunkt erreichte. Am Abend des U. Februar kam cs zwischen dem Angeklagten und der Hapke aukaum nennenswerther Veranlassung zu einem Streit, in dessen Verlauf Lcsrge der Let)teren zunächst einen Teller, alsdann ein Messer-und schließlich eine brennende Perroleumlampe an den Kopf warf. Dieses Attentat hatte die bösesten .Folgen. Im Nu stand die Hapke in vollen Flammen nnd sank vor Schmerzen ohnmächtig zusammen. In einem entsetzlichen Zustände mußte sie dem Arzt? zugeführt werden. Ihre Haare waren total versengt, die Haut im Gesicht hing ihr in Stücken herunter-und namentlich am
vaungc oiuiingicuvn uuistiu:cu. dem Frs. Hapke schon einrial durch ei ihr na(fsteh)orfrtid 5?ntr n ernst Ver
Kinn und ani Halse zeigten sich tiefe Brandwunden, deren gänzliche Heilung nach den: Gutachten des behandelnden Arztes noch viele Monate, ja vielleicht Jahre in Anspruch nehmen kann. - Der Angeklagte, der sich nach der Bekundung von Augenzeugen wie ein dummer Junge" betragen, wollte von dem ganzen skandalösen Vorfall nichts winenund schützte absolute Trunkenheit vor. Da von letzterer aber kein Zeuge etwas bemerkt hatte, erkannte der Gerichtshof auf ein Jahr Gefängniß. Ueber den Arzt de? Fürsten Bismarck, Dr. Schwenningcr, und seine Kurmeihode finden wir folgende MiUhcilungen : Dr. Schwenninger, dessen medizinischer Kunst eine täglich vermehrte Schaar von dankbaren Gläubigen vor Allem die glückliche Veränderung des Zustandes und der äußeren Erscheinung des Fürsten zuschreibt, sieht seinen Ruhm ins Enorme gewachsen. Ich hielt mich in der letzten Woche in München auf und konnte mich überzeugen, mit welchem Stolz des neuen Wunderthäters alte Heimath heute als einen Eckstein des Reiches ihn verehrt, welchen die baierischen Bauleute einst bekanntlich so unsanft verworfen haben. Der gefeierte Medizinmann erzielt seine erstaunlichen Resultate am kranken und ganz speziell am fettleibigen Menschen ohne Anwendung von Brunnenkuren und Arzneien, nur durch diätetische Mittel. Eins der wichtigsten darunter besteht, wie mein mir hier und in München erzählte, in der Enthaltung des Genusses aller Suppen vor der Mahlzeit und des Trinkens während der letzteren. Dem modernen" Menschen ist die Sitte oder Unsitte, Speise und Trank gemeinsam einzunehmen, auf jede Paar Bisjen einige Schlücke Vier zn setzen, oder gar ihnen vorauszuschicken, so zur andcrnRatur geworden, daß es ihm sehr hart ankommt, von derselben plötzlich zu lassen. Auch für den stärksten, willcnskräftigstcn Mann soll diese Entwöhnung ein? recht harte Aufgabe sein. In München sah ich ungemein komisch wirkende Beispiele des dadurch verursachten Kampfes in den säulengläubigen Bekennern des berühmtcn Kanzleramtes. Die Olualcn derEnthaltsamkeit von Bier bis zum letzten Bisen derMahlzeir wurden bei denMännern, welche dieselben tapfer bestanden, allerdings durch die beglückende Aussicht wescntlich gelindert, für die Entbehrung durch den nicht zu unterschätzenden Ge-
ioinnst eines desto geioaltigcrcn Durstes mit dem Bewußtsein der Möglichkeit entschädigt zu werden, denselben in unbegrenUem Maß oder mit einer unbegrenzten Zahl von Maßen zu löschen. Ein anderes bartcs Mittels welches der Doktor sogar verfetteten Damen als Ersatz für das in gcivljgen fallen doch nur zu wirkungsloseMarienbad verordnet,besteht m täglich ein- bis zwetttündtgem ol; hacken am Hauklotz. Diejenigen, welche felbst vor diesem Rezept nicht zuruazchaudern, sollen die Zeugen von ihren eigenthümlichen gymnastischenUebnngen streng ausschließen ; schade ! Es müßte in manchenFällen einen qan craötzlichcnAnblick gewähren. D i c A n a r ch i st c 11 fangen an, der Schweiz unerträglich zu werden. Der sJi. Zürcher Ztg." wird aus Bern geschrieben : Die Sprache der Anarchisten gegen die gastfreundliche Schweiz wird immer schöner, n No. 12 der Freiheit", dem Organ der Anarchisten, liest man wörtlich : Die kcrl'attuna des Ge offen Kämmerer soll in Wien erfolgt sein, nachdem die Polizei von Vern denselben avisirt hatte ! ! Zur Zeit des Vefreiungskrieges zwischen Oesterreich und der Schwei; brachte einmal ein habsburgifches Söldnerheer unzählige Stricke zu dem Zwecke mit, jeden Auf ständischen, dessen man habhaft werden könnte, zu hängen. Die schwarzgelben Banditen ivurden abertodigeschlagcn und die Stricke sind nebst anderen Trophäen in den verschiedenen Zeughäusern dcr Etdaenoiienschaft aufbewahrt worden. Dort kann man dieselben noch heute sehen. Die 'Harrn Bundes- und (5cmtonsräthe thäten Wohl daran, sich an die k. k. Stricke selbst zu hängen, denn sie sind sammt und sonders Mandarinen der Habsburger und ähnlicher Schufte gewor den. . Eine verächtliche Galaengesellschaft !" Und an anderer Stelle : Dieser Tage hat dcr deutsche Gesandte in Bern betreffend Dynamit und Anarchie einen derartigen Radau gemacht, daß der Bundespräsidcnt der Schweiz wie ein stamcstscher Hos-(unuche aus den Bauch geflogen ist. ' Dieser traurige Tropf von Republikaner' versprach sofort, cr werde künftighin auf Verlangen stets dafür sorgen, daß die Anarchisten in der Schweiz als gemeine Verbrecher angesehen und be handelt werden. 13 i t .MIß v. M r n n: i a" n i in m t Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß in diesem Jahre das 50jährige Jubiläum einer russischenErfindung" gefeiert ivird, deren sich Fremde'" bemächtigt hätten. Es handelt sich um den elektrischen Delegraphen, der allerdings die Erfindung ernes russischen Unterthanen, des Baron v. Schilling, in Kronstadt ist ; derselbe War aber kein Viationalrun?, fordern en baltischer Teutscher, waZ dies Blatt frei lich nicht erwähnt. Baron Schilling hatte sich des ntereises und der Theil nabme des Kaisers Nikolaus-1. zu er freuen. Gleichwohl glückte cs ihm nicht, seine Erfindung m Runland zur pram schen Anerkennung zu brinaen. Die von Kaiser zur Beurtheilung der Sache crnannte wissenschaftliche Koinmission crklarte die dee für eine Lächerlichkeit i. ... li. : . ' :'- CVI. st . . . t ai , r -i .
uuv vamii nur ji? in iumano vegraoen. 3!icht einmal kam der Plan, probeweise ein? telegraphische Verbinduna :wiscken
Peiersourg uno pereryos yerzuneuen,zur Ausführung. Baron Schilling ging nun ins Ausland und fand dort, vor allem in England, Verständniß, aber so. das; sich Andere, namentlich Hook und Wbitestone, seiner Erfindung 'bemächtigen,' sie für sich in Anspruch nahmen und damit Ehre und Geld gewannen, während er selbst 1837 starb, ohne cs s,u irgendeiner Anerkennung gebracht zu haben.' Ju Rußland ruhte die Sache so vollständig, daß noch 1834 vielfach die alten cptistben Telegraphen, wenigstens an den Küsten, in Gebrauch waren. Jetzt nun wird dem Erfinder wenigstens nachträglich die Ehre gegeben, welch? ibm bei Lebzeiten versagt geblieben ist. Unweit von S t. Georgen - . V
ant vatoc levre wie vas kirnet
Volksblatt" berichtet in einem Walde seit sieben oder acht Jahrcn ein Mann, der sich seinen Unterhalt durch Schindel machen erwarb. Ursprünglich wohnte cr in einem hüttenarttgcn hölzernen Verschlage, der so klein war, daß man sich nicht rühren konnte, und da wohnte cr Tgz und' 'Nacht, Sommer und Winter.' Seit einem Jahre hatte cr sich -eine grö ßcre Wohnung an derselben Stelle des Waldes zubereitet, welche zwar auch aus Holz bestand, aber doch mit einem Glassenster und einem eisernen Ofen versehen war. Er lebte abgeschieden von den Menschen, nur darauf sein Augenmerk richtend, daß cr möglichst viel klingende Münze zusannnenb rächte, welche er dort c . r r v i i m c uno oa in oen chiucytcn uno unter ven morschen Baumstümpfen versteckte ; einen Theil davon hatte er in seiner Hütte.' Dieser Mann borgte auch Geldaus, aber zu hohen Zinsen. Am Mittwoch, den 26. v. M., Nachmittags, klagte er in ei nem benachbarten Bauernhause, daß ihm nicht recht wohl sei, und ersuchte nur, r . . ' ä-,-man mote t?m am rommenoen xa&t früh eine Suppe bringen. Am andern' Tage früh schickte der Bauer eine Dienst maad mit einer ' Suvve binauf. aber Schrecken erfaßte diefe) als sie' statt dcr Hütte einen kleinen rauchenden Kohlen- - r. r r.r. r. x . - . rauyen. eyen rnußre ; vie ourre rsar sammt dem Bewohner während der Nacht ein Raub der Flammen geworden. Es fanden sich nur spärliche Ueberreste dieses Waldbewohners vor, so stark war der Körper verkohlt. Der fast ganz verkohlte uno von dem Rumpfe weggeorannte chadelknochen lag auf einem mit altem Silbcrgeloe gesülltcn Topfe, und fanden sich in dem Topfe Silberstücke im Werthe von etwa 400 Äiark. Wo er das übrige Geld verborgen, weiß lein Mensch. Fälle sind vorgekommen, daß Leute, die weit entfernt von seiner Behausung im Walde treu zusammcnrechten, ihn 'auf einmal daherlaufen sahen, und mit den Worten: Ihr könnt mir doch darüber-kommen ! suchte er unter- einem Baumstümpfe ein wenig herum und zog einen Strumpf voll Geldes hervor. Hörte er bei Nachtzcit Jemanden in der Nahe seiner Hütte so war er schon da, bewaffnet mit einem großen Beil, einem Pistol und begleitet von einem kleinen Hunde. Du Klagen über Zunah me der Meincidsprocesse in Deutschland mehren sich in einer Weise, daß man auch an maßgebender Stelle der Sache naher zu treten und die Grunde u ersor schen sucht, welche diesen Ucbelitand w der dentschenRechtsprcchunz herbeigeführt y , r r v ir l r. i'aven. ocwii vel nerarynnz oes uirt etats im Preußischen Abgeordnctcnhause wurde von dcm Abg. cunckcl 'unter der lebhaften Zustimmung des ganzen Hau ses diese Angelegenheit zur Sprache gebracht und als eine der Hauptursachen der fortschreitenden Zahl dcr geleisteten' Meineide das jetzt übliche Verfahren der lidi'NJk'ine. die Nereik! d?r . , , - - J" gen vor Ablegung der Zeugenaussage, bezeichnet. Auch der Herr Justizministcr trat dieser Auffassung im Wesentlichen bei und hat nun in Folge jenerAnregung Schritte gethan, um, soweit die Gesetzgebunz dies gestattet, eine Aenderung des bisherigen Verfahrens herbeizuführen. Eine Handhabe hierzu bietet dieG?richtsordnung selbst, indem dieselbe vorschreibt, daß dcr amtirende Richter, wenn Bedenkcn gegen die Zuläsfizkeit dcr Vorvereidigung obwalten, die Beeidigung bis nach Beendigung der Vernehmung aussetzen kann. Es wird also hier vollständig in das Ermessen des Richters gestellt, inwieweit derselbe von der ihm eingeräumten Befuzniß Gebrauch lachen will, und es steht zu erwarten, daß der Herr Justizminister im Einvernehmen mit dem Reichsjustizamt im Verwaltungswege diejenigen Anordnunzen treffen wird, welche geeignet erscheinen, die Uebelstände zu beseitigen und das deutsche Volk vor einem weiteren sittlichen Schaden zn öewauren. BilllgeHeimstatten Arkaiisas and Texas. Die Ct. Loui, Jron Mountalu und Cou thern Eisenbahn entlang, sowie die Texas und Pacisie.Eiserlbahn und die Jnteruational und Great Northern Eisenbahn sind Tausende von Ackern des gewähltesten Farm und Weidelandes in der Welt, im Preise von $2, ZZ und $4 per Acker, in gesunder Gegend nnd einem unübertrefflichen Klima, sür Gesundheit-und LebevS genuß. Man schreibe an den Nnterzeichneten um einen statistischen Erntebericht von Arkan saö und Texak sür 1832 und man entschließe sich zu gehen und sich selbst zn überzeugen, daß dieErnle von 1883 um 50 Prozent großer loat als 1882. Denjenigen, welche Land den , diesen Gesellschasten kaufen, und ein Viertel, die Hälfte oder Alles baar bezahlen, wird ein derbältnißmöptZer Nachlaß an Fahrpreis oder Fracht über diese Eisenbahnlinien erlaubt. II. C Townsenil, Gka'l.Pass..Agent. St.LouiS, Mo. 3F -A.. I?a.lnicr, Distrikt . Land . Pass. - Agent, No. 40 West Washington Straße, Indianapolis. fr is JI&IRR Die kürzeste un) besie SlHu nach Lotiisvillc, Naslivillc, Mernpliis, Chattanooga, AUauta, SaTann&h, Jacksonville, Mobilo and" New Orleans, CS Ist bsrtheilZaft für Passagiire ach dem Süden, eine direkte Route zu nehmen. Palast, Schlaf, und Parlor-Wagea zwischen Chicago und Loniödille nnd Ct. Leuiß ud LoniSdille ohne Wageuwechsel. ' . Comfort, SchuelligkcU und Sicherheit bietet die .Jeff" die "alte zuderlZsstge 53. & 5ö. M. M.
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XI. R. ücrliic:, Assistent Seneral Psksag!er,Lknt. Rortofl.Scke Oäshwzton nd Jlinoil U JndxlS E. 17. ilcKENNA, Huperintcudeut.
