Indiana Tribüne, Volume 7, Number 195, Indianapolis, Marion County, 3 April 1884 — Page 2

Mann HnbllNt'.

Ersch eint Täglich, WSHentlich u. Sonntags s. Offfc,: Marhlandftr. D i tägliche .TrUSn" Mit durch ben Träzer 12 EtNt? PU !i0qe, 0 onniig,in:inr ttn ttx Woche. Beide jufanrntn lä Eent. ?er Post zugeschiät tn Voraube,ahlung ö per Jahr. JndiauapoliZ, Ind.. April 1334. Jugendliche Verbrecher. Wir waren in der letzten Zeit nur zu 5ufig in dc? Lage, Fälle jugendlicher Äerderbtheit beuchten zu müssen. Heute fasiön wir die ähnlichenVorkommniffe der letzten Tage so kurz als möglich zusammen. Es ist dies keine angenehme Arbeit und bietet vielleicht den Lesern keinen willkommenen Lesestoff. Abei es ist unumgänglich nothwendig, immer und immer wieder auf eine Erscheinung hinzuweisen, die zu den traurigsten Zeichen unsrer Zeit gehört. Niemand kann sich mehr der Thatsache verschließen, daß die Saat, die seit Jahren ausgestreut wurde, furchtba?e.Frucht zu tragen begonnen hat. Der Iljährige Sherwood McCollom, Sohn' de.s Zahnarztes Dr. McColloin in New Iork, saß am Samstag Abend auf den Stufen der Äirche an der Ecke von Bedford- und Marketstr. Drei Knaben, jeder 11-Jahre alt, überfielen ihn,warfen ihn auf den Rücken, hinderten ihn am Schreien, durchsuchten seine Taschen und nahmen ihm ad, was er baite, darunter eine Uhr mit Kette im Werthe von L30. Ter Vater des beraubten Knaben erstattete Anzeige und Detectiv Flanagan er5iittelte und verhaftete die jugendlichen ötäuber. Am Z I. Marz übersielen in der Nahe von Millersburg, Pa., Henry Klinge, Luther Vkartin und Henry Emholtz, 14, 15 und IG Jahre alt, den Hausirer Henry Hornhold und beraubten ihn um $900 und eine goldene Uhr. Die Jungen wurden ermittelt, man fand in ihrem Besitze die Uhr, 8275 und je 8125, vier mit Gold ausgelegte Revolver, Munition, Dolche, DimeNovels. die Photographien von Schauspielerinnen niedrigster Klasse und eine Menge iverthvoller Spielereien. Die Jungen beabsichtigten, nach Jdaho zu gehen und die Indianer zu bekämpfen. In demselben Millersburz wurden vorige Woche 0 Knaben im Lllter von 9 bis 12 Jahren über dem Versuche abgefaßt, durch' das Schanfcnster in den Laden eines Juweliers einzubrechen. Der 1 ljäbrige Anhur Cookson von Vrooklyn, 9!. wurde in .Baltimore, Md., verhastet. Er war aus seinem el-terlichen-Hause entlaufen und befand sich seinerÄngabe nach auf dem Wege nach dem Westen. Er war mit Geld, reichlich verseben und hatte einen ganzen Bündel Zehncents-?!ovellen bei sich . In Quincey, Jll., wurden gleichzeitig zwer Räuberbanden entdeckt, die sick ..Jesse James Gang" und Billy the Kid Gang" nennen, und zahlreiche Eindrücke i " v r .. t . ' UNO wmttge U)levnayie veruvt vaven. In Eoal Eastle bei Pottsville, Pa., bat der 18jährige Tom O'Neill den 14jährigsn Patrick McAneny erschossen. Der 18 jährige George Grace in Cape May. N. I , versuchte, Eltern und.Geschwister durch Rattengift zu todten. Ebendaselbst baben Henry und Stepben Miller, 16 und 17 Jabre alt, einen Mordversuch gegen ihre Eltern gemacht. -Der 17 jähriges. William Weber das. ist bereits zweimal verheirathct. Bon der aus 15 Knaben im Alter von 12 bis 15 Jahren bestehenden Räuberbände in Boston, Mass., ' haben wir bereits aussührlicher berichtet. Aehnliche Banden wurden vorige Woche in South Boston, Salem und.Lowell entdeckt.. Der Anführer einer derselben führte den Beinamen Billy the Kid". In Baltimore, Md., hatten sich 20 Knaben, meist 15 Jahre alt, als Räuberbände organisirt. Mit Eintritt wärmerer Witterung sollte eS nach dem Westen gehen. In Eamden, N. I., schoß der 10jährize Harn, Farrell auf dem Spielplatze der Schule absichtlich auf den 11 jahrigen Eharles McGovern und verwundete denselben, wahrscheinlich todtlich; der Junge war in seiner Ehre angegriffen worden". Der 13jährige Frank Whitney und der gleichalterige Holmes in Brooklyn, 3k. Z).. entschieden durch einen regelrechten Faustkampf in drei Gängen, wem ein läjähriges Schulmädchen, das beide liebten", gehören solle. Der 18jährige Leonard Sfrnola l'iclt während des Kampfes 'Rock und Weste des Whitney und stahl bei dieser Gclegcnbeit dessen Uhr. In Philadclpbia präsentirte Ende vor. Woche der 18jährige Albert Wclf bei der Eorn Exchange Rationalbank einen von ihm gefälschten Wechsel über $55. Der Teller entdeckt.- die Fälschung trotz deren geschickter Afübrung. Diese tU macht leider auf Vollständigkett keinen Anspruch. Jugendliche Verbrecher hat es zu allen Zeiten und in allen Ländern gegeben, aber die Massenhaftigkcit, in der diese traurige Erscheinung neuerdings bei unserer Jugend hervortritt, ist ohne Borgang. Jeder Mensch kennt die Quelle, aus der dieses Uebel stammt: die elende Schundliteratur der Zchncents-?!ovellen und einzelner illusttirter Zeitungen baucken diese Pest in erster, die VarietyTbeatcr in zweiter Lmre aus. In verschiedenen Staaten errstiren gesetzliche Bestimmungen, welche den Bertauf und Bertrieb unsittlicker Druckwerke, sowie die Aufführung gcmeiner Zoten verbieten, aberRlemand denkt an die Durchführung derselben. Schrift!, die das Berbrecken geradem t ? r ... V l. . - - ' . ü -0 veryerrucyen, eij oas nven unserer elen besten Halunken iu piauanter Weise scbil dern,.es mit verlockenden, natürlich erlogenen Zügen von sogenannter Hochherzigkeit und 'Ritterlichkeit ausstatten, Schaubühnen, welche berüchtigte Berbrecher auftreten lassen oder deren Thaten mit einem romantischen Nimbus . umgeden, sind im höchsten Grade unsittlich. Der Generalanwa!: von Illinois hat

turzlich' aus Befragen erklärt daß 'die Gesetzgebung dieses Staates ausreichende Bestimmungen enthalte, auf Grund dercn der Ankauf und Verkauf jener scandalöscn Literatur und unsittliche Schaustcllungcn unterdrückt werden können,wir haben aber auch nicht eine Zeile darüber gelesen, daß irgendwo auch nur der Bersuch einer solchen Unterdrückung gemacht werden wäre. Auch im Staate ?!ew ??ork cristiren die zu derartigen Mahregeln erforderlichen Gesetze, im Senate deifelben wurde soeben eine Bill cingebracht, welche eine Verschärfung dieser Bestimmungen beabsichtigt, aber in der

Stadt TitW 'Ml wird tagtäglich ein sogenanntes Sensations-Drama aufgegeführt, in welcher ein Knabe als Naubcrhauptmann die Hauptrolle spielt. In den öffentlichen Berkaufsständen wird jetzt eine Sorte von Schriften feilgeboten, gegen welche die älteren Machwerke Wie: "ilio Boy I etectivo" und !v Avenger" zahm und moralisch sind. Die Sorafalt auchder gewissenhaftesten Eltern ist nicht im Starre, die Seelen ihre? Kinder vor dem Gifte zu bewahren, das sich denselben da und dort und überall aufdrängt, die Schule ist beinahe machtlos, selbst, wenn sie ihren erziehcrischen Beruf mehr in's Auge faßt, als dies meist der Fall ist, und die Lust zum Verbrechen, die auf dem angebenen Wege in Herz und Phantasie unserer Knaben Eingang sindet, wird auch noch großgezogen durch die Erbärmlichkeit unserxr Justiz. Die Straflosigkeit, in vielen Fällen ist dieser Ausdruck besannt lich sehr zutreffend, welche unsere Justiz-Zustände dem Verbrecher sichern, die Langsamkeit, mit der hier des Ncchts gewaltet wird, versetzt die Erwachsenen in Entrüstung und Empörung, entkleidet aber auch in den Augen unsere? Jugend das Gesetz jener Majestät, die ihn, n::i k'.ne'vromvie Justizpslege sichern kann. Freigesprochene Verbrecher. Seit Jahren ist die Bevölkerung des Westens durch eine Reihe der scheußlichsten Verbrechen in Aufregung erhalten worden. Dann kam eine Zeit, in der namentlich dieDetectivs ihre Unfähigkeit in Entdeckung der Verbrecher an den Tag legten. Einzelne Uebelthäter wurden aber doch ermittelt und' eingebracht. Dann kamen die Processe, deren A!ebrzahl mit Freisprechungen oder unmotivirt milden Urtheilen endeten, oder in unerträglicher Weise verschleppt wurden. Unter den Freisprechungen erinnern wir an diejenige Earpenter's, des Mörders der Zora Burns aus Logan County, Jlli' nois. Fast gleichzeitig mit jener Verhängnis;vollen Jndignationsvcrsammlung in Eincinnati ist eine Massenversammlung in Lincoln abgehalten worden, welche ihrer Entrüstung über unsere Eriminalzustände beredten Ausdruck gegeben bat. ' Die Wurzel des Uebels, die nächsteUrsache zu so vielen Entscheidungen unserer Schwurgerichte, welche Recht und Gerechtigkeit mit Füßen treten, ist in der geseylichen Bestimmung zu suchen, welche den Itichter zwingt, die Geschworencnbänke mit Tummköpfen oder Leuten zu besetzen, die ein Geschäft unv Handwerk daraus machen, als Geschworene ut funaircn. Leute, die theilnahmslos um das, was um sie vorgeht, durch's Leben gehen, die also auch von Verbrechen, .. die in ibrer Nähe verübt wurden, kaum etwas wissen. stnd n'.cht lm Stande, die Wucht undBedeutung der ihnen vorgeführten Beweis:no ntlasiunzsmomente gehörig zu würdigen und ein denselben entsprechen 'S Urtbeü abzugeben, und Berufs geschworene sind sehr häufig Leute, die den erbärmlichsten Einwirkungen zugängltch.slnd und schon vor dem Betreten des Brathungszinrmers der Geschworenen sich dahin verkamst haben, daß sie für Freisprechung stimmen oder höchstens ein Eompromiß eingehen, welches dem Augeklagten ein möglichst niedriges Strafmaß sichert. In Staaten, in denenauch die Festsetzung der Strafe in den Händen der Juries liegt, ist dies noch schlimmer. Haben aber die Geschworenen doch ein mal ein gerechtes Urtheil gefällt, dann bieten die Vertheidiger ihren ganzen Scharfsinn auf, einen neuen Prozeß für ihre Clienten zu erlangen. D)iah kann dem Advokaten, der Himmel und Hölle für den Angeklagten :n Bewegung setzt, hieraus nur dann einen Vorwurf machen, tvcnil er so tveit geht, Zeugen odcr Geschworene zu corrumpiren, oder dies wenigstens zu versuchen. Daß er im Interesse seines Elienten jedes Mittel benutzt, welches lhm die Gesetze an die Hand geben, ist seine 'Pflicht. Darm aber liegt der Fluch unserer Nechtszustände, daß unser Gesetzmaterial so verworren und unklar ist, und daß frühere und präjudicielle Entscheidungen sich so häufig widersprechen, daß den Schuldigen tausendfältige Gelegenheit geboten ist, durch die Maschen des Gesetzes zu entschlüpfen. Unser Nichtcrstand ist nicht corrupt, unsere Obergerichtc geben mitunter mit Zähneknirschen Entscheidungen ab, die sie in Folge deö erbärmlichen Zustandes unserer Gesetzgebungen abaeben müssen. Wiederholte sinnlose Freisprcchungcn, unsinnig niedrige Bestrafungen, Verschleppungen haben das Rechtsgefühl des Volkes empört; bis u welchem Grade, davon geben auch die Beschlüsse der Volksversammlung in Lincoln Zeuc;niß, aus denen wir folgende Stelle in wörtlicher Uebersetzung anführen : Seit zwanzig Jahren schlafen die Gesetze im Staate und in unserem Logan County ist der Tempel der Gerechtigkeit zu einer Weißwasch-Anstalt für die Verbreche? entwürdigt worden. DasSchwert der Gerechtigkeit ist stumpf geworden und von dem Roste der Eorruption überzogen, die Mangelhastigkeit unserer Gesetze ist so aroß, daj; sie, die die Stützen des Ncchts, der Hort der Unschuldigen, der KflS TOTf r:, f-rn ( r. -wuy vi.v jv44v (im juuuii, z)reioriese für die Verbrecher geworden sind. Wir bezeichnen die Strafgesetzgcbung und den Strafprozeß unseres Staates als eine Schande für die Intelligenz unserer Bevölkcrung, als einen Vorwurf für die Bilduna und Gesittuna nsrer ?it Die diesen District vertretenden Mitglic v. ".xn n. c . vv iiuiyiicn ccgicuuur syroern von auf's Ernstlichste auf, aus allen Kräften auf die Verbesserung unserer Eriminalgesetze in einer Welse hinzuwirken, daß ? ., , . Ü T ! i ! ff ri. n iv ivicvi müijua; wio, icmuoige angeklagte zubeftrafen."

Außerdem beschloß die Versammlung, Carpenter aufzufordern, das County ohne jeden Verzug" zu verlassen; sollte derselbe diesem Gebote der empörten Vevölkcrung nicht nachkommen, so wird diese auch dort das Gesetz selbst in die Hand nehmen. Dies wird überhaupt noch vie.' häufiger, als jetzt schon, geschehen, wenn die Gesetzgebungen den berechtigten For derungen des Volkes gegenüber taub bleiben. Stände Earpenter's blödsinnige Freisprechung vereinzelt da, kaum ein vereinzeltes Wort des Tadels würde laut

geworden sein. Irrthümer kommen auch unter der Herrschaft von Gesetzen vor, zu denen das Volt Vertrauen haben kann, Jtichtcr und Geschworene könne irren, und das Volk hält mit Zähigkeit an dem alten Grundsätze fest: es i)t besser, daß hundert Schuldige freigesprochen werden, als daß einUnschuldiger vcrurtbeilt wird. Dasselbe Volk hat aber endlich erkannt, daß das Uebel unserer mangelhasten Geletze eme verderbliche lechtwrechung zur Regel gemacht hat,und das empörte Nechtsbewus.lstin greift zur Selbsthilfe, zum letzten Büttel, kein anderes mebr r " .-r v o.: f-i ;ii egeoen. venn eglvlaiuren rntyi ald ibre Pflicht tbun, so wird in gar manchen unserer Staaten die Lynchjustiz r ' ?' - o yau.lg loeroen, rote ic oies in oia;eit Tisiricten ist. in denen die bürgerliche Gesellschaft noch nicht genug erstarkt ist, sich aus andere Weise vor denVerbrechern zu schützen. Rur wer nicht sehen will, kann nä' der Elnncht veiicklienen, daß die Gerechtigkeit fast überall zur Prosti- . I C i. 'Ti . c nur:;;! oc .r zu oem gen?oroen was oie Bibel vcixi einem kräftigeren, aber auch de-.eichr.endereii Ausdrucke belegt. Verrung der Gesetze in den einzelnen Staaten ist das zunächst und absolut Nothwendige, die dringendste Aufgabe dr Gege,:we.r:. Nechtscinheit für die Ver. Staaten ist voraussichtlich die Aufgbe einer nicht fernen Znkunft. Die Anklage gegen I. I. Kras' zewski. Als der polnische Dichte? JosephJgna; v. Kraszewski vor einiaen Monaten in der gegen ihn schwebendenUntersuchungssache wegen Landesverraths aus der Hast entlassen wurde, und in Anbetracht des Umstandes, daß seit dieser Zeit keineMitthcrlung mehr über den tand der Ange legenheit in die Öffentlichkeit gedrungen ivar, gelangte man zu der Vermuthung, daß von der Fortsetzung des Verfahrens gegen Iraszewski Abstand genommen sei. Wie wenig diese Annahme sich jedoch bewahrheitet hat, geht aus derThatsache hervor, das; 'nunmehr die Anklage sowohl gegen Kraszewski als auch gegen den noch in Haft befindlichen ehemaligen Hauptmann, späteren Telcgraphen-Se-crelär Rudolph 'Albert Franz Hentsch edhoben worden ist. Die Anklage ist, da es sich um Landesverrath handelt und die betreffende Verhandlung vor dem Reichsaerichte geführt werden wird, von der Ober?Reichsanwa!tschaft erhoben und stützt sich auf folgende Thatsachen : Kraszewski gerietk schon bei Ausbruch des polnischen Aufstandes imJahre 1863, bis zu welcher Zeit er, de? bishe? alsNedacteu? eines polnisches Blattes in Warschau gelebt hatte, nach Dresden übersiedelte, in den Verdacht, den Aufstand zu unterstützen. Er gehörte der liberalen polnischen Nationalpartei an, auf deren Programm die Wiederherstellung der politischen Unabhängigkeit Polens in er ster Reihe stand. Auch in seinen zahlreichen Schriften, meist Atomanen, seien derartige Tendenzen hervor.. treten, und auch die großartigen Ovali.v-...n, die ihm anläßlich seines christstUcrjubiläumS im Jahre 1879 in Krakau dargebracht wurden, dahin aufgefaßt, daß er an der Spitze der polnischenBetvegung gestanden habe. Es wird ihn: ferner zur Last gelegt, daß er, um in den Besit) militärischer Schriften zu gelangen, verschiedene Correspondenten in Berlin besoldete und unter Anderem zu dem damals in Berlin ansässigen Literaten Adler, dessen Unteragent der jetzt Mitangeklagte Hentsch war, in geschäftliche Beziehungen getreten sei. Hentsch, der seinen Verkehr namentlich in Berliner Ofsicierskreisen suchte und fand, verstand es, das ihm von d'.esen entgegengebrachte Vertrauen zu mißbrauchen u::d suchte sich in den Besitz von militärischen Actenstücken zu setzen, deren Geheimhaltung anderen Negierungen gegenüber geboten war. Im Jahre 187 wurde bereits ein Verdacht in dieser Hinsicht gegen ihn rege und es erfolgte in Folge dessen seine Versetzung nach liefen. Die Bekanntschaft Hentsch' mit Adler-datirt bereits aus dem Jahre 187si, von welcher Zeit ab Hentsch dem Letzteren gegen ein fires Honorar militärische Eorrespondenzen lieferte, die Adler wiederum an Kraszewski verabfolgte. In Folge eines Zerwürfnisses zwischen Adler und Kraszewski trat Hentsch im Jahre 1879 direkt mit Kraszewvkr in eine Verbindung, die bis Ende 1380 gegen Zahlung eines monatlichen Honorars von 450 Mark bestehen blieb. Es wird den Angeklagten nun, vorgewsrfen, mit den Negierungen von Rußland, Oesterreich und Frankreich landesverräthcrische Beziehungen unterhalten zu haben, indem sie diesen zu verschiedenen Malen Mittheilungen gemacht haben, die landesverrätherischer 9!atur geWesen sein sollen. So zum Beispiel sind der französischen Regierung Mittheilunaen über den Aufmarsch, respective Ei-senbahn-Transport der deutschen Armee nach der Westgrenze, ferner über die Dicnstrnstruction für die Feld- und Re-serve-Feld-Tclegraphcn - Abtheilung gemacht worden.. Beide Arbeiten sind von Hentsch aus Bestellung des kraszewski durch Vermittung von Adler angefertigt, wofür raszcwski dem Adler ein Honorar von 1000 Mark zahlte, während Hentsch, wie schon erwähnt, von Adler ein festes Honorar erhielt. Rachdem Adler im Jahre 1879 von Kraszewski entlassen wurde, drohte er demselben mit Enthüllungen und ließ sich sein Schwergen mit bedeutenden Summen bezahlen. Die an die russische Reg'erung gelieferten Arbeiten befassen sich mit der Completinlng der Behörden und Truppen an Pferden, mit einem Auszug aus dem Berichtdcr Fortisication Metz sowie mit einer Sammlung technische? Vestimmungen fü? Fortisications-, Artillerie und Garnisonsbauten. Auch hiebei hatte Adler seine Hand im Spiele, denn die

Aufträge zu diesen arbeiten erfolgten ar Adler durch einen russischen Agenten. Reben den erwähnten Arbeiten ist noch eine Anzahl anderer Arbeiten von dem russischen Agenten bestellt und diesen geliefert worden. Die der österreichischen Regierung zugestellten Arbeiten betreffen einen Aussatz über die Verwendung des Jnfanterie-Gewehrcs M. 71 nebst einer Anleitung zum Distanzenschätzcn von öl. Mieg, königlich bäurischen Hauptmann. Auch eines Versuches des LandesverratheS sind die Angeklagten noch beschuldigt, der darin erblickt wird, daß Hentsch den früheren Garde-Pionier-Unteroffizier Eoßmann,der bei ihm alsZeichner cngagirt lvar, beauftragte. Versuche, die us dem Ercrcirplatz des Eisenbahn - Rcgiments im Jahre 1881 angestellt wurden, sich anzusehen. Diese Uebungen fanden in Gegenwart des Kaisers statt und Coßmann entwarf über das auf dein Erercirplatz Gesehene eine Zeichnung, die

Hentsch mit den erforderlichen blauterunzen versah. Die Arbeit wurde jedoch von dem' russischen Agenten abzelehnt. - Eine unbegründete Furcht. In Burlington, N. I., ist seit einiger Zeit nach Sonnenuntergang kein Farbigcr mehr aus der Straße zu sehen. Unter de? arbigen Bevölkerung circulirt das Gerücht, der Congreß habe eine Vorläge angenommen, durch welche die Studenten jeder medicinischen Lehranstalt des Landes die Erlaubniß erhielten, jährlich vier Menschen zu Vivisectionszwecken einzufangen. Den besten Beweis dafür erblicken die Farbigen in dem Umstände, daß Ende voriger Woche drei unbekannte Individuen, ihrem Auftreten nach StU' denten dc? Medicin, dem 14jährigen Negerknaben Louis Still in der Rähe von Burlington einen Sack über den Kopf stülpten und sich dann anschickten, den Jungen zu entführen. Letzterer, der sich vergebens bemüht hatte, vor Einbruch der Dunkelheit das schützende Dach des Elternhauses zu erreichen, befreite sich nur mit fast übermenschlicher Anstrengung auS den Händen der muthmaßlichen Mcnschenrauber und meldete daheim, was ihm passirte. Seitdem sind die Rege? natürlich doppelt auf ihrer Hut. Alle Versuche, die Farbigen von ihrem Irrthum abzubringen, sind bisher fehlgeschlagen; man hat dieselben darauf hingewiesen, daß in den Protokollen über die Verhandlungen des Eongrcsses kein Wort über die angebliche Vorläge und den in Betreff derselben gefaßten Beschluß zu lesen sei, aber sie bleiben trotzdem bei lhrem Glauben und bei ihrer Furcht. Selbst am Tage gehen die )!egcr nicht gern einzeln über die Straßen, denn sie fürchten, daß Menschenräuber T.ig und Nacht mit der Absicht umgehen, sie einzufangen und an medicinische LehranstalNrn zum Seeiren abzuliefern. rzrom Anlande. In N e w L o n d o n, C o n n , ent lief vor drei Monaten ein Junge von 10 Jahren aud dem comsortabelir Haufe seiner Eltern und alle .''nstengu.lgen der letzteren, den Aufenthalt des Knaben $u entdecken,' blieben erfolglos. Jetzt ist ein reumüthiger Brief aus Georg iä eingetrossen, wo der Flüchtling zur Zeit unter Negern für einen Tagelohn von 16 Cts. auf einer Baumwoll-Plantage arbeitet. Vorige Woche brachte ein Italiener eine Partie Affen nach New Dort. Als ihm in Eastle Garden eröffnet wurde, daß er für die Tbicre einen Zoll von St-Z.", zu entrichten habe, theilte er den Bea:nten durch einen Dolmetsche? mit, daß er lieber die Assen ihnen überlasse, als daß er den Zoll bezahle. Die Beamten wollten die Affen, natürlich in den ftäsien, in denen dieselben sich befanden, in vorläufige Verwahrung nehmen, doch hiergegen protestirte der Sohn des sonnigen Italien mit dem Bemerken, daß er die Käfige mitnehme, da solche nicht zollpflichtig seien. Die Beamten sahen unter diesen Umständen von der Beschlagnahme der Affen ab. In Milwaukee, Wise., schreit die fashionable Welt ;ur Zeit Zeter und Mordio, weil der 50 Jabre alte Wittwer S. P. Burt, der zudem auch 85)00,000 bis 9600,000 Vermögen hat und in einem 5100,000chause wohnt, seine bisberige Magd, die junge und hübsche Elisabeth Thompson, geehelicht hat. A l s v o ? i g e W o ch e in BridgePort, Conn., vier Frauenzimmer, Mitglieder der Heilsarmee, welche . wegen Theilnahme an einem scandalösen Umzuge durch die Straßen der Stadt, verhaftet worden waren, entlasten wurden, veranstalteten nach Angabe der dortigen Zeitungen prominente Bürger" zur Feier dieses freudigen Ereignisses ein Banket, an dem 400 der prominentesten Bürger" Theil nahmen ! Ein majestätischer Drache erregt zur Zeit das Staunen der Bewohner von New Haven, Eonn. Das Gestell ist aus leichtem Holze angefertigt, 13 Fuß breit, 15 Fuß hoch und mit 27 AardS rothen Eambrics überzogen. Eine feste Schnur von Manillahanf, 1,200 Fuß lang, verhindert das Ungcthüm am Fortfliegen ; diese Schnur wickelt sich von einer Trommel ab und zwei kräftige Manne? haben hart zu arbeiten, um den Drachen aus der Lust herabzuziehen. Wir theilten neulich mit, daß sich ..in New ?)ork bei Gelegenbeit eines Conzertse? Pianist I. W. Pattison weigerte, zu spielen, weil er auf dem Programm als der Milchmann-Pianist" angezeigt worden sei. Man erklärte ihm, daß der Drucker das Versehen gemacht habe, und eö der eminente Pianist" hätte heißen sollen. Aber Pattison will sich damit nicht zufrieden geben und hat Chickerings, die das Eoncert veranstaltet hatten, auf 810,000 Schadenersatz verklagt. Der Ver. StaatenK r i e g sKämpfer Ossipee" machte letzte Woche eine Probefahrt, mit der Flotten-Jnspek-tionSbehörde an Bord, an der atlantifchen Küste vor der Münduüg der Chesapeake Bai und lief dabei auf eine Sandbank ; man bekam ihn aber wieder flott. Man brachte ihn in die Bai hinein. Am nächsten Tage lief er wieder . aus ; aber der Eondensator platzte, glücklicherweise ohne ein Menschenleben zu' vernichten. Das Schiff ist funkelnagelneu und mußte zur Reparatur nach Norfolk zurückgetaut werden.

Es circulirt das Gerücht, daß Marshall T. Polk, de? als Staatsschatzmeiste? von Tennessee etwa 5100,-' 000 unterschlug, damit durchbrannte, in Texas aber festgenommen wurde, nicht im Gefängniß gestorben, sondern noch am Leben sei und sich in Tcras seines Daseins freue. Wie man angeblich den Sohn Ludwig XVI. von Frankreich nicht als Leiche, sondern lebend im Sarge aus dem Tempel trug, so soll man auch Polk lebend im Sarge aus dem rtt?;:....: o.-c: l-i

vtamiiip iu vic yuucu uuuf uuui haben ! I n Hot Sprrngs, Ark., ist einem Manne, der einen Redakteur gc tobtet hatte, eine Geldstrafe von S200 auferlegt worden. Hiernach scheint ma:i daselbst den Werth . der Redacteure nicht besonders hoch anzuschlagen. In R i ch m O n d, B a., geht das Gericht scharf gegen die Spieler los. Bisher weigerten sich vorgeladene Zeugen, zu erscheinen oder Aussagen zu machen, da sie ihren Ruf nicht schädigen wollten. Nun hat aber das Gericht einen solchen Zeuaen soeben zu 20tägiger Haft verurtheilt, und in den Kreisen der Spieler, die unter den Besten" Richmonds ihre Kunden haben, herrscht große Bestürzung. Frieda Staehle in New Ion, welche sich angeblich von dem Mobelfabrikanten Ferdinand Brann geliebt glaubte und eine Dosis Kleesäure nahm, als sie Zeugin davon sein mußte, wie derselbe am 17. vor. Mts. mit einer Andern eine Hochzeitsreise antrat, wurde Ende vor. Woche im Hartem-- Polizeigericht von dem Advokaten Edcr gegen die Anklage, sie habe einen Selbstmordversuch gemacht, vertheidigt. . Frl. Staehle ist klein, aber niedlich. Sie trug ein geschmackvolles seidenes Kleid mit Perlenbesätzen, an ihrem Busen prangte ein Bouquct-scharlachrother 3kosen, in ihren Ohren glänzten Diamanten. Weder Polizeiarzt Stcinert, der das Mädchen zuerst behandelte, noch Polizist Dugan, der Frieda verhaftete, vennocbtm zu behaupten, daß Letztere, das Gift, das sie nach ihrem eigenen Geständnisse verschluckte, in selbstmörderischer Absicht nahm. Der Richter entließ hierauf das Mädchen und dieses eilte, nachdem es dem Richte? lächelnd gedankt hatte, aus dem Gerichtssaale. Die Ausrottung der amerikanischen Wälder geht mit unheimlicher Schnelligkeit vor sich. Das ersieht ,lian wieder aus einem Bericht des Land-Sur-veyor General Lovering in Nünneapolis, welcher den Gesammtbetrag der während des verflossenen Winters gefällten Baumstämme am oberen Mississippi so genau wie möglich zusammengestellt hat. Es wurden nämlich Berichte aus allen den Bezirken, in welchen Bauholz geschlagen wird, an sein Bureau eingeschickt. Die ganze Summe beträgt 50 Millionen Fuß mehr, als man anfangs schätzte, weil der Winter eben ein ausnahmsweise günstiger für's Holzschlagen war. Die Holzleute beabsichtigten, nicht mehr als 250,000,000 Fuß zu hauen,haben es aber auf 317,000,000 Fuß gebracht. Vom Jahre 1633 sind noch 211,000,000 Fuß übrig. Der Gesammtvorrath beträgt also 523,000,000 Fuß. Zieht man davon 175,000,000 Fuß ab, welche an anderen Orten gebraucht werden, so bleiben 353,000,000 Fj$ zum Schneiden in Minneapolis übrig. Es ist aber dieses mehr, als die dortigen Sägemühlen in einem Jahre verarbeiten können. Im Jahre 1832 wurde die größte bisher dageweseneMenge inMinneapolis versagt, nämlich 283,000,000 Fuß. Vergangenes Jahr wurden nur 160,000,000 Fuß geschnitten. De? jetzige zu große Vorrath an Brettern u.s.w. läßt sich daher auf die übermäßige im Jahre 1632 verfügte Menge zurückführen. An dem St. EroirEhippeiva und Black Riber war die Lage ungefähr dieselbe. Nach allen Berichten ist im letzten Winter mehr Bauholz als im vorhergehenden geschlagen worden, so daß der Holzmarkt im Mississippi-Thal noch längere Zeit überfüllt bleiben inag. Vom Auslande I n L e i p z i g h a t d ie U n ibersität ihr ältestes Mitglied, den Geheimrath Dr. Radius durch den Tod verloren. Derselbe war Professor der Hyaiene und der Pharmokologie. Professor Radius gehörte 4 Jahre lang der medizwischen F'aeultät in Leipzig an und erreichte ein Alter von 86 Jahren. DerSultan von'Zanzibar ist in die Reihe der Fürsten eingetreten, welche die Verdienste deutscher Unterthanen mit Orden belohnen. Nach dem Neichsanzeiger" hat ein Kaufmann in Tönning die Erlaubniß zur Anlegung des zanzibarischen Ordens Des glänzenden SternS" zweiten ökanges dritter Ordnung erhalten. In F r e i b u r a, erkrankte, wie die Wiener Allg. Äkedicinische Zeitung" berichtet, ein munterer Knabe ganz plötzlich an Diphthcritis. Da nun in der' ganzen Nachbarschaft kein einziger Diphtheritissall zu verzeichnen war, so erschien' es als ein Räthsel, woher auf einmal der Krankheitsstoff für dieses Kind gekominen sei. Nur ist verdächtig, daß der Knabe kurz vor seine? Erkrankung eine kleine Menge - gebrauchter Briefmarken gekauft, resp, durch Umtausch gewonnen hatte und diese zu Hause mein Buch einklebte, hierbei die Marken mit der Zunge befeuchtete, ' jede dieser Marken also anleckte. Wenn man bedenkt, an welch' verschiedenen Orten und durch wie viele Hände solche Marken wandern, und welches Aussehen manche derselben haben, so ist es immerhin denkbar, daß dieselben auch als Träger von Krankhcitsstoffen dienen können. Die Franks urterZeitüng schreibt : Nach den Nachrichten, die aus verschiedenen Provinzen über Wählerund Vereinsversammlungen eintreffen, ist nicht daran zu zweifeln, daß auf dem fortschrittlichen Parteitage die Verschmelzung mit den Sezessionisten mit großer Majorität beschlossen werden wird. Die Zahl derjenigen fortschrittlichen Abgeordneten, die gegen die Vereinigung stimmen würden, ist durchaus nicht gering. Sie fügen sich aber, weil ihre Opposition, nachdem die Dinge einmal soweit gedieben sind, der Sache sehr schaden würde. Bis jetzt erläßt nur einer, der Abg. Lenzmann, .eine Erklärung, wonach, er

sich der deutschen freisinnigen Partei nicht anschließen wird. Die erste Meldung von einer Opposition aus Wählerkrcisen kommt seltsamer Weise aus Hagen, dem Wahlkreise Richter'S ; dort hat der fortschrittliche Verein Fritz Harkort beschlossai, de? Vereinigung mit den Sezcssionisten nur unter der Bedingung zuzustimmen, daß dcr Name der Fortschrittspartei K'ibch.ilii'ü wurde. In der stellenweise sehr erneun Debatte hatten sich die als Gäste anlesenden Reichstagsabgeordneten Lenmann und Dr.Weudt entschieden siegen di Vereinigung erllärt. Als Degirier f'.';r den fortschrittliche Parteitag

m Berlin wurde der Vorsitzende des Vereins mit der Direktive gewähltem Sinne der Resolution stimmen. Die Zustim:nu:'.g des ezessionislischen Parteitages stand von vornherein fest, nur in einzelnen sezessionistischen Kreisen der Provinz Sachsen scheint die Vereinigung auf Widerstand zu stoßen. i u ch i n D o r t m u n d g i b t es ein fideles Gefängniß. Mm berichtet riaiU'er un 0. Mär;: m DoNmuiider Amtsgerichts - Gefängniß ist es ebenso fidel hergegangen, als wie indem fidelen Gefängnis i:i der Strauß'schen Operette Die Fledermaus". Das kam so: Es war b. i dein Gefängnisse das Institut der sogenannten Kalefactoren eingerichtet, d. h , es wurden Strafgefangene, welche nicht 'vezen entehrender Vergehen eine kur:e Zeit inhaftirt waren, zum Tragen von Aeten nach und von dem Landgericht und ähnlichen Arbeiten verwandt. Eine strenge Beaufsichtigung war deshalb nich: möglich, nahm die Behörde doch an, dieselben würden die gewährte Vegünstigung nicht mißbrauchen. Dies geschah aber doch. Anstatt daß die Leute sich, wenn sie nicht beschäftigt waren, in den Kellern des Landgerichts aufhalten follten, begaben sie sich in Wirthschaften, tranken gemüthlich ihren Frühschoppen und ließen cs sich sonst wohl sein. Nebenbci vergaßen diese Kalcfactoren ihrer leidenden Genossen im Gefängnisse nicht. Die wohlhabenden Gefangenen stellten Bonds aus, übergaben diese den Kalefactorcn, welche dafür Speisen und Getränke einhandelten und diese in das Gefängniß schmuggelten. DioKalcfactoren gingen auch zu den Familien Jnhaftirtcr und animirtcn Erstere, Lebensmittel :c. in eine bestimmte Wirthschaft zu bringen, von wo aus diese in das Gefängniß geschmuggelt wurden. Daß die Kalesactoren sich i erster Linie selbst bedacht haben, liegt sehr nahe, aber ihr Hunger ist doch hin u:;d wieder cin zu groher gewesen ; so hatte eine Frau ihrem Gatten zwei Pfund Sauerbraten geschickt, von dem der Gefangene jedoch nicht einen Happen bekam. Ein Anderer batte für 10 M. Bonds geschrieben, hatte aber kaum für M. Nahrun gs- und Genußmittel bekommen. Wie behauptet wurde. baden die Gefangenen in den Zellen so gar ihr Schälchcn A!okka gebraut. Diese Fidelität" des hiesigen Gefängnisses ist infolge einer Denunciation eines aus Lüncn stammenden Gefangenen zerstört worden, kürzlich stand in der Person d's Bergmanns Heinrich Hül: aus Eoing ein solcher Kalefactor vor cm coösfengerlchte, er sollte sich dadurch, daß er in mehreren Fällen ihm übcrgebcne Lebensrnittel nicht an die Gcfangenen abgeliefert, der Unterschlagung schuldig gemacht haben.. Da der Angeklagte jedoch behauptete, gerade der Denunciant sei derjenige, der sich in hervorragender Weise an dem Schmuggel betheiligte, und dies nicht widerlegt werden konnte, erfolgte Freisprechung. D i e österreichischen ErzHerzoge, welche neulich in so dankcnswerther Weise den spiritistischen Schwindcl des Herrn Bastian enthüllten, sind nicht die crsten Fürsten, welche sich dies Verdienst erworben. Auch Napoleon III. that dies einmal. Die Geschichte ist durchaus verbürgt. Als in Paris zur Zrit'des letzten Kaiserreichs die spiritistischcn Wogen in der Gesellschaft sehr hoch gingen, fpürte die Kaiserin EugerneLust, sich an diesem Schwindel-zu bctheiligen, und bewog schließlich auch den Kaiser, einer spiritistischen Sitzung beizuwohnen. Napoleon III. war sonst kein Spielvcrderber, in seinem Eharacter lag sehr viel Güte, Nachsicht und besonders MenschenVerachtung. Er ließ Alles ruhig gescheben und bewunderte mit den Uebrigen. Da wagte ein kühngewordcncs Medium die höchste Unverschämtheit. Ob der Kaiser die Hand seiner Mutter, der Konigin Hortense berühren wolle? Der Kaiser war einverstanden. Großartige Vorbereitungen. 2cr Kaiser sollte die Hände unter den Tisch strecken und die Hand seiner Mutter würde seine Hand mehrmals streifen, nur sollte er den Gcist de? Königin rcspectircn und nicht die geringste Bewegung wagen, wenn er nicht namenloses Unglück heraufbeschwören wolle Der Kaiser willigte ein, AlleS ging, wie vorhergesagt; nach einigen Minuten streifte die kalte Hand der Königin Hortense die Hand ihres Sohnes der Kaiser aber griff kräftiger zu cs wurde plötzlich Licht und Napeleo III. hielt den "nackten Fuß des Mediums in seiner Hand. Das war die Hand der Königin Hortense ! Am folgenden Tage ließ die Pariser Polizei die ganze spiritistische Bande an die Grenze befördern die medianimen Thatsachen" waren zu Ende. . - Von Bremen nach New Jork oder Baltimore, $20.00. Bon Bremen nach Jndianapolis, via New York $32.30 via Baltimore 30.50. ebrüder Feenzel, S. W. Ecke Washington u. Meridianstr. nnnn y? ? yuid iri4ki Newspaper Advertlaing Bureau Btreet),wne3 aaver mmi wjsl nslDg contracu xaaao xor

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