Indiana Tribüne, Volume 7, Number 193, Indianapolis, Marion County, 1 April 1884 — Page 1
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Neues per Telegraph. WetterauSstchten. Washington, I.April. TrübeS, regnkrischeS Wttter. Westwind, steigende Temperatur. Aus Cincinnat i. Cincinnati, 1. April.Heute herrscht allenthalben Ruhe. Capt. I. I. DeSmond von hier welcher am Freitag Abend seinen Tod fand, wurde heute unter zahlreicher Theilnahme seiner Kameraden beerdigt. Ein Ausruf von Männern, welche den verschiedensten Parteilichlungen ange hören wurde erlassen, in welchem ermahnt wird, bei der nächsten Stadtwahl nur Leute von durchaus tadellosem Charakter zu erwählen. Lohnerniedrigung. O S c e o l a. Pa. 1. April. Die Koh. lengräber der Clearfield Region haben heute die Arbeit niedergelegt. Sie wollen sich eine Lohnreduzirung nur dann ge fallen lassen wenn sie einkaufen können wo es ihnen beliebt. Drahtnachrtchtcu. Mncinnatt.
Die Ruoe ist hergestellt. Cincinn a t i. O.. den 31. März. Heute Vormittag fand eine Biirgerver sammlung statt, in welcher dem Gcuver neur von Ohio, sowie der Miliz der Dank der Bürgerschaft für die prompte Hülfe leistung ausgesprochen wurde. Die Jai! und die städtischen Gebäude sind von Wachen umgeben, doch glaubt man nicht, daß ein weiterer Versuch gemacht wird, die Gebäude zu erstürmen. Heute Morgen um 1 Uhr traf man Anstalten, die Pulvermagazine durch Mili tär beschützen zu lassen. Man ist allgemein der Ansicht, daß der Mob eigentliche Rädelsführer nicht hatte, daß überhaupt eine bestimmte Organisation fehlte. Das BürgerComite, welche? zur Un terstützung des MayorS ernannt wurde ist der Ansicht, daß die Anstellung von Fxtrapolizisten zweckdienlicher wäre, als die Gegenwart des MiliZärS. . Eine in diesem Sinne gehaltene Em pfehlung wurde dem Gouverneur zuge stellt, und es ist nahezu sicher, daß die Bundestruppen bis Donnerstag Abend die Stadt verlassen werden. Die Richter der verschiedenen Gerichtshöfe hatten heute eine Sitzung, um zu berathen, wa3 wohl das Beste wäre, um die dringendsten Geschäfte zu erledigen. Die County Eommisiäre sind der Ansicht, daß die Gerichtszimmer nach der Bibliothek verlegt werden sollten. Für die verschiedenen Gerichtöstuden wird ebenfalls fofort gesorgt werden. Die Mauern deS CourthauseS sind unversehrt, und die feuerfesten Wände haben sich als äußerst praktisch erwiesen. Die Spinde des NachlassenschastSge. richte?, in welcher sich die Testamente be fanden, ist mit ihrem ganzen Inhalt ge rettet. Für die Verwundeten ist gut gesorgt. Henry Riemeyer. Th. P.Green und Philip Aaabe sind mittlerweile gestorben. Die Jail, das EourthauS und bis ganze Umgebung trinnern an Kriegs Zeiten. Photographen und Zeichner sind eifrig damit beschäftigt die Ansicht auszuneh men. Am Sonntag Morgen sah eS nament lich wüst und unheimlich auS. DaS 14. Regiment, welches die Jail bewachte, er hielt am Sonntag Morgen sein Frühstück in der Weise, daß man einige FSsier Brod und einige Körbe Fleisch.fowie eine Anzahl, mit Kaffee gefüllten Blechkannen, auf daS Trottoir stellte, wo sich dann die Leute selbst bedienten. Die größte Verwirrung wird jeden falls dadurch entstehen, daß die Besitztitel auf Grundeigenthum, die auf AssianemenZS Bezug habenden Schriftstücke u. f. w. milverbrannt sind. Wie man die Junitaxen einziehen will. ist vorläufig noch ein Räthsel. Die Eounty-Eommissäre wurden ge beten, zugegen zu fein, wenn der Schatz meister feinen Geldschrank öffnet, denn jede Abrechnung wurde ja durch daS Verbrennen der Schriftstücke unmöglich gemacht. DaS Comite derFünfzehn hat beschlof fen einen Fond von $100.000 auf dem Wege der Subscription zu erheben um 2.000 Extrapolizisten anzustellen. Ä)ie Gelder sollen, wenn die Geschäfte der Stadt geregelt sind, von dieser wieder zurückerstattet werden. Man thut dies, um die Soldaten los zu werden. Esward E. Wareen, ein Exmitglied der Legislatur, wurde in dem Augen blicke verhaftet, als er an der Ecke der Walnut und Cana! Straße den Pöbel aufforderte, die Milizsoldaten wie Hunde niederzuschießen. ,
In einer Höhle verunglückt. Chattanooga, Tenn., 31. März. Zwei Männer aus Cincinnati, Charles Gower und Christian Surtzer besuchten am lö. März die Höhle in den Lookout Mountains. Unglücklicherweise verirrten sich dieselben, die mitgebrachte Lampe er losch und die Männer fanden keinen Ausweg mehr. Durch Zufall wurden diese!ben gestern Abend zwar noch lebend, aber bewußtlos gesunden. Sollten die Un-
glücklichen genesen, so befürchtet man. daß sie dem Wahnsinn versallen werden. Stürme im Osten. New York, 31. März. Am Sam stag wüthete hier und in der Umgegend einOkkan. Ein im Bau begriffenes 4stöckigeö TenementhauS wurde in Brooklyn umgeworfen. Auf dem Hudson kenterte ein Schooner, wodurch Capitain Frank und Frank Baker ihr Leben einbüßten. P h i l a d e l p h i a. 31. März. Ein heftiger Sturm trieb am Samstag verschiedene kleine Schiffe an die Küste. Der Schsoner Riverdale- sank bei einem Zusammenstoß. Kapitain Messig und 4 Mann der B:satzung ertranken. Ein großer Strikt in Vor bereitung. Bit tsburg.31. März. Eine Mit. theilung auS den Clearsield und Broadtoyer Kohlendistrikten, daß die Compag nien beabsichtigen die Löhne berabzusetzen, hat die größte Aufregung hervorgerufen. Für diesen Fall beabsichtigen 15,000 Arbeiter ihr Arbeitsgeräthe niederzulegen und die Gruden zu verlassen. Selbstmordversuch. Jefsersonville. Ind. 31. März. John Emert) versuchte sich heute zu erhängen. Seine Frau rettete ihn. Ein Fälscher festgenommen. C h a r l e 8 t o n, W. Va. 31. März. George Williams, welcher vorigen Dez. aus der hiesigen Jai! entfloh, wurde heute festgenommen. Er hat seiner Zeit PensionSzertisikate gefälscht und dadurch tzZ.000 betrügerischer Weise erhoben. Will an den Galgen. Lac o n ia.N. H.31. März. Thos. Samon, angeklagt, die Familie Ruddy und eine Frau Ford ermordet zu haben, erklärte sich'Zchüld! der" Bemelküng daß er den Galgen verdient habe. Congreg. Washington, 31. März. Senat. Eine Anzahl Bills und Petitionen wurde vorgelegt, jedoch gar Nichts ron Wichtigkeit gethan. H a uö. DaS Comite für öffentliche Gesundheit berichtete, daß die Sache der Untersu chung der Nahrungsmittel in da? Resort der Einzelstaaten falle. Die Resolution zur Verhinderung der Fabrikation und des Verkaufs von Oleomargarin als Butter wurde an dasselbe Comite verwiesen. Finerty reichte eine Resolution ein, dem Gesandten Sargent für seine Dienste als Gesandter in Berlin Anerkennung zu zollen. Kasson reichte eine Bill zur Abschaffung der Steuer auf Tabak ein. NicholS reichte eine Resolution zur Untersuchung des Aufstandes in Cincin nati ein. King legte eine Resolution vor, 5100, 000 für die durch die Mississippi Ueber schwemmten zu bewilligen. Die Bill zur Einziehung der Trade Dollars wurde vorgenommen.blieb jedoch unerledigt. Darauf Vertagung. Per Kabel. Preußisch deutsche Minister Veränderungen. Berlin. 31. März. Dem Fürsten Bismarck ist vom Kaiser die Erlaubniß ertheilt worden, fein Portefeuille als preußischer Minister aufzugeben. Gras Hatzfeld, bisheriger stellvertretender Min ister des Auswärtigen für das Kaiser reich , ist eS nunmehr auch für daS Königreich Preußen geworden. Ebenso ist der bisherige kaiserlicheMinister Bötti cher nun auch königlich-preußischer Han delsminister. Ferner verlautet, daß der jetzige Vice . Präsident, Puttkammer. Ministerpräsident werden soll. (Also nicht abgedankt.) Ein Betrüger. B r ü s s e l, den 31. März. Capitain Jaubert, ein distinguirter Ofsizier der belgischen Armee, hat sich zur Zeit vor einem Kriegsgerichte gegen die Beschuldigung zu verantworten, in einem Clublokale in Gent falsch gespielt zu haben. Diverse Augenzeugen bekunden, daß Jaubert große Summen in betrügerischer Wrise gewonnen. Der Prozeß erregt in Belgien großes Aufsehen. Die Rebellion im Sudan. London, den 31. März. Ueber die gestern mitgetheilte Niederlage des Gene
rals Gordon, gelegentlich des Ausfalles von Chartum, verlautet nun, daß die Feigheit der Baschi BozukSdie vorzeitig die Flucht ergriffen, die Schuld daran trage. C a i.r o, 31. März. Sald und Hassan Pascha, deren feige Verrätherei wesentlich zur Niederlage des Generals Gordon vom 16. d. MtS. beigetragen haben soll, sind vom Kriegsgerichte für schuldig befunden und alsbald auch er schössen worden. C a i r o. 31. März. El Mahdi wei'
gert sich. daS ihm von General Gordon angebotene Sultanat von Cordisan, anzunehmen. Dagegen bemüht sich Mahdi, Gordon zum Islam zu bekehren. ScöisssnsSricSten. New Aork. .31. März. .Serviaund Arizona sind von Liverpool und Shiedam" ist von Rotterdam ange kommen. ssarrespondenz der Jndiana Tribüne. AuS Deutschland. Berlin 13. März. 1884. In Berlin gehtö jetzt hoch her, der Reichstag ist eröffnet. derEiserne Kanz. ler- ist gestern angekommen und hat heute sofort eine große Rede vom Stapel ge. lassen in wklcher er sein Handeln in der Laöker Angelegenheit" rechtfertigt. DaS Worms'sche Lutherspiel tdird wieder und immer wieder aufgeführt und begeistert allgemein. Aerzte quS fallen Theilen Deutschlands ja Europa? pilgern jetzt noch Berlin zu den großen Aerzte und Natursorscherversammlungen, welche morgen beginnen und Wochen lang dauern. Dazu ist daS Wetter prachtvoll. Berlin hat eigentlich dieses Jahr gar keinen Winter gehabt ; im Januar war das GraS grün und die Sträucher hatten Knospen. Im Januar sah man bei den Zelten im Thiergarten Sonntags die Menschen schaarenweis im Freien sitzen und dort Bier oder Kaffee trinken. An allen Ecken und Enden werden alte Häu sei abgerissen um neuen Prachtbauten Platz zu machen. Den. ganzen Winter konnte gebaut werden. f :t; Wie ich auS der Trib'üne.sah hat In. dianapvliS nieder eine SmaApszscär,.Auch hier treten DiPhtheritiS, Scharlach und Blattern sehr stark auf, doch scheint man hier keine so große Furcht vor der Ansteckung zu haben. Man verläßt sich aufs wiederholte Impfen und auf Reinlichkeit und übt im allgemeinen große Vorsicht. Warnungstafeln u. f. w. werden an den Häusern nicht angebracht. Doch wäre es wünschenswerth. daß man auch hier noch mit etwas mehr Vorsicht zu Werke ginge, welches solgender Fall lehrt. Vor einigen Wochen führte Professor Leiden die anwesenden Merzte und Studenten in einen Saal in der Charitee in welchem etwa zwanzig an verschiedene Krankheiten leidendePatienten lagen und unter diesen stellte er auch zu meinem Er staunen einen schwer .Blatternkranken" vor. Er ließ die Studenten den Kranken genau untersuchen die Pocken befühlen u. s. w. und die einzige Vorsicht, welche es ihnen empsahl war, daß sie sich die Hände waschen möchten. Man hat ja häufig Pockenkranke und eö war auch Niemand angesteckt worden. Doch dies mal wurde nach einigen Tagen ein Stu dent krank und bekam die Blattern. Er wurde freilich wieder besser steckte aber seine alten Eltern in Charlottenburg an und diese starben an der schrecklichen Krankheit. Dieser Fall wird hoffentlich zu etwas mehr Vorsicht mahnen. Das Wintersemester ist nun geschlossen. Jetzt fangen die Aerztecurse an, an welchen auch ich mich fleißig betheiligen werde. Es kommen zu diesen Cursen Aerzte aus allen Theilen Europas. Die medicinischeWissenschaft schreitet so schnell vorwärts, und gewiß thut derjenige Arzt seine Pflicht nicht der nicht von Zeit zu Zeit an der Universität und in den gro ßen Hospitälern die Fortschritte kennen lernt, welche unsere Wissenschaft macht. Denn nur in den großenHospitälern kön nen und dürfen Experimente gemacht werden, die der einzelne praktische Arzt nicht unternehmen kann und darf. Ich bin erstaunt über die Fortschritte, welche man seit sieben Jahren, wo ich zuletzt mich Studien halber hier aushielt gemacht hat. Der berühmte Kliniker Prof. Ire richö feierte zu Ende dieses Semesters sein 25 jähriges Jubiläum als Professor an der Berliner Universität. Er konnte mit Recht und mit Solz daraus hinweisen, daß während dieser Zeit vor ihm auf denselben Bänken Tausende gesessen die jetzt über die ganze Erde als Aerzte zer streut leben und daß es keinen civilisirten Ort auf der Erde gebe an welchen nicht wenigstens ein Arzt sei der einmal sein Zuhörer gewesen. Der alte Herr macht äußerlich einen etwa? komischen Eindruck, er sieht nämlich auS wie ein deutsch amerikanischer Methodigenpredtger vom Lande der zehn Jahre eine Stadt nicht
gesehn. Von seiner geistigen Größe zeugt aber die Zahl feiner Hörer und die Menge der Aerzte, welche von.'weit und
breit ja sogar bis aus Japan- kommen um von ihm zu lernen. Auch ich durfte mich hier einer .sehr freundlichen Aufnähme ersceuen. Ich bin in allen Aerztevereinen eingeführt habe täglichen Zutritt zu den Hospitälern und bin beschäftigt von Morgens 8 bis Abends 6 Uhr. Ich gedenke die Zeit und Gelegenheit zu Nutzen meiner Patienten treulich auszu kaufen. Eine solche Gelegenheit kehrt so schnell nicht wieder. Recht leid thut mir unser Gesandter Mr. Sergent ; derselbe wird jetzt auf das unverschämteste von den Regierungsblättern angegriffen. Man sucht alle seine alten Sünden hervor und zählt sie auf, und ein Blatt hatte den Muth zu sagen, eS fei unbegreiflich, daß ein so miserabler Mensch es wage, sich noch hier vor den Leuten sehen zulassen, der, wenn er Ehrgesühl hätte, bei Nacht und Nebel Berlin verlassen müsse. Seine eigenen Parteigenossen hätten ihn ja der ärgsten Eisenbahnschwindeleien überführt u. f. w. Ich glaube auch, daß Mr. Sargenthier auf die Dauer unmöglich geworden ist. ES ist daS ja zu beklagen, aber nicht mehr zu ändern. Manche meinen der ganze Streit rühre von der .Schweinegefchichte" her, doch habe ich Ursache zu glauben, daß derselbe schon früheren Datums ist. Mr. Sargent'S ganzer Bildungsgang machte ihn für den schwierigen Berliner Posten unfähig, dann hat er sich auch zu viel mit regierungsfeindlichen Elementen eingelassen. Man scheint drüben zu glauben, daß daS hiesige Publikum über das Schweinefleischeinfuhrverbot auch sehr erbittert sei. Dies ist nun nicht der Fall, denn sonderbarerweise ist seitdem das Fleisch nicht theurer, sondern billiger geworden. Wie das zugeht daS ist mir unerklärlich, eS ist aber Thatsache. Im Publikum herrschen hier auch übertriebene Vorstellungen von der Unreinlichkeit, welche -beim Schlachten und Verpacken der Schweine vorkommen soll. Ich habe schon ost den Vorwurf hören müssen, daß man drüben krankes Vieh schlachte. ja selbst Katzen und Hunde schlachte. verpacke und nach Deutschland schicke. Vielleicht verhilft unS Drüben der Streit zu einer geregelten Fleischinspektion, doch fürchte ich, daß man wohl viel davon reden und schreiben, auch vielleicht dafür Geld ausgeben wird, um im Grunde und in der Hauptsache doch Alles beim Alten zu lassen. Wir kennen ja unsere Pap penheimer Im Grunde genommen kommt ja das hiesige Fleischeinfuhrverbot auch unö zu Gute, wenigstens der Mehrzahl und sollten sich die Zeitungen darüber nicht so ereifern. Haben die hiesigen Csnsumenten keinen Schaden von dem Verbot gehabt, fo haben wir erst recht lernen. Die liberalen Parteien haben sich am Grabe LaSker'S vereinigt und sind nun eine .deutsche freisinniae Partei." Die Art und Weise wie Bismarck unsern Congreß behandelt, hat hier auch viel Staub aufgewirbelt. Selbst viele strengconservative Leute sind nicht damit einverstanden. Da? Ende vom Liede wird aber sein, daß unsere Repräsentanten die Ohrfeige werden ein stecken müssen. Man kann m damit trösten, daß die bittere Pille stark mit Höflichkeitsphrasen überzuckert war. Da rin ist BlömarS Meister. . Dr. Denke-Walter. Für vergrerryenve par ramentarische Studien ist folgende Thatsaä'e rechti ntneffanteS Material. Der britische Premier Gladstone bat der Frau und Tochter des verstorbenenParlamentsMitgliedes Arthur Roebuck, die sich in sehr bedrängter Lage befinden, aus dem königlichen Hilfsfond unter der Vedingung 500 Pfd. Sterling bewilligt, daß außerdem ihren Gunftelr noch 2000 Pfd. Sterling aufgebracht werden. In Folge dessen hat sich denn unter dem Vorsitze des Herrn VZundella ein Komite ge? bildet, welches Beiträge für den Roe-buck-Fond" entgegennimmt. Roebuck vertrat jahrelang Sheffield im Parlanrent und zeichnete sich durch seine energische Opposition gegen alle auf Qxfö. hung der Staatsausgaben ger Vorlagen aus, wobei er zuweilen'tcten tig wurde, daß man ihm scherzw bcfBeinamen Packan" gab. D eise den diesen Umständen die verlangtan unter Pfd- Sterl., und Wohl noch m en 2000 zusammen werden, ist sel'östveekr. bald Andere Länder, andere Sitten rständliclDie Betheiligung des deutschen Handels an dem Gesbüft mit Tunis beziffert sich auf etwa 460.000 Mark und vertheilt sich nach den Ursprungsgcgenden oer Waaren in der Weise, daß Sachsen und die Lausitz nach dort die Producte ihrerTertilindustrie, namentlichStrumpfWaaren, Flanelle, Tuche, Kammgarnstoffe schicken. Die Rheinlande, vornehmlich Jserlobn, Düsseldorf, Solingen, importiren ihre Stahl- und Eisenartikel, auch Werkzeuge. Barmen sendet seine Sei den- und Baumwollenschnüre. Elberfeld und Trier gedruckte Kattune, Möbelstoffe u. f. w. Baiern hat seine seit längerer Zeit bestehenden Handelsverbindungen mit Tunis nicht genug ausgebildet, dagegen hat sich Elfaß-Lothringen mit seinem baumwollenen Sammt, seinen Strobbutgeflechten, Steizgutwaaren einige Aolatzgebiete daselbst gewonnen.
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