Indiana Tribüne, Volume 7, Number 162, Indianapolis, Marion County, 1 March 1884 — Page 2

indiaua Hriöüne.

Er sch eint Täglich, WöchcniriH u. Sonntags. Osssce: 120O.MarvlanbSr MetaaUäe .Xiisane" löstet durch den TrSgerlZ entgxer Woche, die Sonnt.g,..TnbKn 5entZ xer Woche. Beide zusammen 15 Cent. P,r Post zugeschi n o?aub,ahlung 6 per Iah?. Indianapolis, Ind., 1. März 1834. Unerhörte Schandtlzatett. In dem Gefängnisse des Countys Ne shoba, Misi., befindet sich zur Zeit ein Kerl, dessen Tod von der auf's Aeußersts erbitterten Bevölkerung beschlossen ist. Das Gesingniß wird unausgesetzt beob achtet, und die Leute warten nur auf eine Gelegenheit, sich des Gefangenen ohne ernsten Kampf mit den Beamten, bemächtigen zu können. Die Verbrechen, deren der Gefangene angeklagt ist, smd in der That nach Zahl und Scheußlichkeit unerhört. Vor mehreren Monaten tauchte der Mensch zuerst in dem genannten County aus und erregte bald durch sein eigenthümlichesBenehmen die allgemeine Aufmerksamkeit. Er errichtete sich eine Hütte im Walde und suchte auf seinen Ausgangen mit Vorliebe die Gesellschaft kleiner Knaben, deren Freundschaft er durch mannichfaltige kleine Geschenke gewann. Kürzlich wurde in der 9tacht das Haus eines Farmers erbrochen und die in demselben allein anwesende Ehefrau desselben von einem, verlarvten Vagabunden überwältigt. Als das Verbrechen am nächsten Morgen bekannt wurde, suchten die empörten Nachbam die ganze Umgebung ab und gelangten hierbei auch an die Hütte des unbekannten Fremden. Sie traten ein und der Klausner erregte durch sein auffallendes Benehmen so drmenden Verdacht, daß ihn die Männer festnahmen und der mißhandelten Frau vorführten. Diese erkannte ihren Angreiser sofort an der Stimme. Auf dem Wege nach dem Gefängnisse begegneten die Leute mit ihrem Gefangenen einem Trupp Einwanderer aus Alabama. Einer derselben rief beim Anblick des Eremiten: Das ist Ogletree, der Knabenschänder Ogletree'." Der Gefangene wendete sein Gesicht ab und versicherte, er heiße nicht Ogletree, aber die Männer aus Alabama sammelten sich um ihn und versicherten übereinstimmend, der Eefangene sei der berüchtigte und in Alabama, sowie in anderen Staaten wegen seiner unerhörten Schandthaten gesuchte Ogletree. Seitdem sind folgende Verbrechen desselben ermittelt worden : In Atlanta, Ga., machte er die Bekanntschaft eines jugendlichen ZeiwngsVerkäufers Namens Tilton und be redete denselben, indem er ihm ein kleines Geldgeschenk machte, zu einem Spaziergange in den Wald: hier band er den Knaben, mißbrauchte ihn und schnitt ihm beideOhrenab,damiterihn leichter kennen könne,we'nn er ihn wieder brauche". Die Spur des Verbrechers wurde bis Pauldinz County verfolgt, verschwand dort aber in den dichten Wäldern. In Heralson Eo., Ea., lockte er zwei Knaben des Fanners Buchanan, die er auf dem Felde traf, in den Wald, band sie an Bäumen fest und ließ sie zweiTage und zwei Nächte ohne Nahrung in dieser Lage, dieselben wiederholt schändend. Buchanan bot die gesammteNachbarschaft zur Nachforschung nach den Knaben auf, dieselben wurden endlich dem Tode nahe gefunden, doch Ogletree entkam wiederum ' unentdeckt. Dasselbe Verbrechen beging der Unmensch eine Woche später an der Stelle, wo die Grenzen der Staaten Alabama, Georgia und Tennessee zusammenstoßen, an dem neunjährigen Joe Allen. Detectives und Bürger verfolgten die Fährte des Verbrechers über 300. Meilen auf den schwierigsten Gebirgspfaden, mußten aber die Jagd resultatlos aufgeben. In Eoweta Eounty, Ala., vcrschwand Ogletree ebenfalls mit einem kleinen Jungen, der später gräßlich zugerichtet an einem Baume festaeschnürt aufgefunden wurde ; auch bei dieser Gelegenheit war die hartnäckigste Verfolgung erfolglos. Ogletree wird zunächst wegen deö in Mlsstsnppi begangenen Verbrechens processirt und alsdann,wenn nicht inzwischen Nichter Lynch einschreitet, an Alabama und Georgia ausgeliefert werden. Zwei Testamente. Der Proe der Srcamfiim sinnst N!etotia Martin, zur Zeit Insassin der Jrrenanstalt zu Tewksbury, Mass., gegen nt ntnttirltiiAnfi; O v . . . VV v v,Viu;un tjieuetitt yvs den von Boston, eines Schwagers des Ex-Gouverneurs Talbot, bildet in Boston das Tagesgespräch. Hayden War ein Thunichtgut und wurde mit seinem 20. Lebensjahre von Innen relchen Eltern nach Europa gescklckt, um sich dort die Hörner ein wenia abzulaufen. Im Winter 1875 zu 1876 machte er in Wien die Bekanntschaft der genannten Martin, damals einer Frau von ungewöhnlicher Schönheit. Sie war die Tochter des Besitzers einer kleinen Wirthschaft bei Genf, in einem Kloster erzogen worden und hatte sich mit einem Kaufmann in einem benachbartenCanton verheirathet, der für reich galt. Nach ndertbalbiakri?, Q&en in (sUürf Luxus machte der Mann Bankerott, seine Frau verließ ihn und das Kind, das sie isim nehoren hatte, unk hidnSo s?A jjvww ww-wvf wvv vy tWvy Wien, sich dort einem ausschweifenden Lebenswandel ergebend. Hayden stand Pi n X n!i Ttsfl tw(r ifirr s?t?sitf tnVi V Wt.-V VIJW. Mit.V ttyV" ViHltV uitv machte ihr so glänzende Geschenke, daß f..: l.A on siAst -o st illn -ouiti viv. itgitu ytuiu, vii r ifrm frfc?rft rntfr Vur 9AmT?imf fi V . rWVV.l w rtTttof. er f off ftotmfoAron itnS Vnftt-V jjvtvk, v vmv yvnutyvit uttv vmvv unter allen Umständen weitere Geldsendüngen nicht erhalten. Er reiste mit der Martin nach Genf, erkrankte dort und starb, nachdem er in einem vor , Notar lind J?tt5?n prrirft hfon ?ostn??n?t' hto tyj v v vy V yptv w V Martin zu seiner Universalerbin eingefVkt fifliie. -.-ä Tobt frmtvS rtn fcom lvV ' -ww vytvtv ivutvv wvy vvt Tode des Erblassers vor dem Nachlaßgetrf rftffrfcf itnV sft.l vxivVsa btvyv v.v.n uitv Vlfc ViiVlll IVUiVV llttV beglaubigte Abschrift mit der Bescheinig gung ausgefertigt, daß dasselbe in. aller

Mm Rechtens crttcytct )ti ; in der Urkunde war angeführt, daß der Tcstator in Boston ein durch Erbschaft auf ihn gediehenes Vermögen von über 30,000 besitze. Die Martin reiste nach Boston, fand, daß die natürlichen Erben ihres Geliebten über dessen Vermögen bereits in Gemäßbeit eines von diesem im Jahre 1874 erricyteten Testaments verfügt hatten, und wurde mit ihren Ansprüchen schroff abgewiesen. Sie strengte einen Proceß an, der aber durch die Advokaten der Gegenpartei in dieLänge gezogen wurde,ihre Mittel schwanden,sie wurde krank,schlicßlich geisteskrank und zunächst in der Jrrenanstalt in Trenton, später aber in Tewksbury untergebracht. In lichten Augenblicken wandte sie sich an die Damen Rose, Lydia Warmort und Ehcvalier, deren Bekanntschaft sie in gesunden Tagen gemacht hatte : diese bewirkten, daß ihr von dem Gerichte ein ZustandsVormund ernannt wurde, und letzterer hat jetzt Klage auf Anerkennung und Ausführung des zweiten von Hayden errich teten Testaments erhoben. Da letzteres nachdem Zeugnisse der Schweizer Bebörde in rechtsgültiger Form abgefaßt ist, so kann es keinem Zweifel unterliegen, daß Hayden's erstes Testament durch dasselbe hinfallig geworden ist und die reichen und vornehmen Verwandten des Verstorbenen werden zwar nach, wie vor den Proceß in die Länge ziehen,schließlich aber wahrscheinlich nicht verhindern können, daß sie zu Ausantworwng des frag lichen Nachlasses sammt Zinsen verurtheilt werden. Daß Hayden, als er sein zweites Testament errichtete,zurechnungsfähig war, ist von Notar und Zeugen bescheinigt, und der Einwand, daß er von der Martin in der Art beeinflußt worden, daß dieser Einfluß seine Disposi tionsfähigkeit vorübergehend aufhob,wird schwerlich zu erweisen sein.

NnsereKüstenwächter. Mit aukerordentlicö aerinacm Kostenufwande, der zu den Ausgaben manche: änderen Regierungszweige in wohlthuendem Gegensatze steht, erzielt, der sögenannte Leucbttburm - Dienst der Ver. Staaten höcbst merkwürdige Erfolge. Auf diesen Theil der Verwaltung kann da Volk steh sein. Gleick;eitia wird durch ihn die Behauptung widerlegt, daß ' CTl c ... r ... i r r . r. xn exner zncpumu oer ejjenuta;e lentt nicht so gut sein kann, wie in einer bureaukratischen Monarchie. Denn laßt sic ein Zweig so gut verwalten, der sich nicht allein über die ganze riesige Küstenlänae der Ver. Staaten, sondern auck Über die Großen Seen und einige der gewaltigsten Strome erstreckt, so xst eme bessere Führung der mehr centralisirtcn Staatsgeschäfte sicherlich erst recht zu erreichen. Nach dem Berichte des Light House Board" standen demselben während des legten NecknunaSkabreS nur 82.000.000 zur Verfügung. Das ist weniger, als manches 3!obeson'sche Schiff gekostet hat, das jetzt als altes Eisen verkauft werden muß; nur der zehnte Theil dessen, was oer letzte ongren für die zwclselyasteten Fluh' und Hafenverbesserungen bewilligte. Dennoch ist eine genügende Anzahl von Lcuchttvürmen am Atlantischen i - i Ocean, an der Südsee. am Golf von Merico, auf der ganzen Strecke vom Oberen See bis zum Ausfluß des Ontanosees m den fct. Lorenzfluß, am Mississippi und anderen Strömen vorhanden Bojen wurden sorgfältig ausgelegt, um ..rf ..r'f. . r- t Ti r z . , aesayrticye ayruraVen anzuoemen, die Nebelglocken, Sirenen, Pfeifen und Hörner, die den Seemann vor der Näbe der unsichtbaren Küste warnen, sind allemal zur rechten Zeit in Thätigkeit gesetzt worden, und keine einzige Beschwerde isi emgelauscn. An den Küsten der Meere und Seen unterhält die Regierung 755 Leuchtthürme und ??euerwarten. außerdem 972 Warten auf den westlichen Flüssen und 2 Leuchtschiffe an stellen, wo sich keme Eisen- und Steinbauten errichten lassen. Manche dieser Leuchtschisse sind den arökten Gefahren ausgesetzt. So ist eines L7 stellen von 'cantucket, cass., verankert, wo bei stürmischem Wetter die Wellen o yocy gehen, daß alle Ketten brechen und das Fahrzeug Hunderte von Meilen fortgetrieben wird. Das Leuchtschiff an der Trinitvbank, wcstlick von der Mündung des Mississippi, wurde im . f. Ci ? , c r . vorigen yeroire tvsgerien uno ineozwei Tage im Golf von Mexico umher. Darnach kann man sich einen Begriff von den Schwierigkeiten und Härten des Dienstes aus vielen eucytjcylffen machen. Oerselbe iit tbatsäcblick nocb schwerer als selbst derjenige der .Lcbensretwngscannschasten an gefahrlichen Küstenstellen. Außer den Leuchttbürmen und Leuckt schiffen giebt es 352 unbeleuchtete Warren sur oen evraucy am age, 66 Dampf-Nebelsignale verschiedener Art, 33 automatische Pfeifenbojen, 23 Glokken- und gegen 3500 stumme Bojen man- . ? - ?i ! . ... rv ' r' .e . m ' -r nityauigiier ornx. jiqc ojeri muisen selbstverständlich fortwährend beobachtet werden, daß sie auch die richtige. Lage beibehalten, viele müssen außerdem im Herbste entfernt, im Frühjahr wieder gelegt werden, was keine leichte Arbeit ist. Letztere nun, wie auch die Versorgung der Leucht-Thürme und -Schiffe fällt einer kleinen Flotte von Dampfern zu, die ununterbrochen hin- und herfahren muß. Denn das Licht von WestGuoddy. z. B. strahlt bis nach New Brunswick in Canada hinüber, während das von , Brazos Santiago eine Ecke der Republik Mexxco's miterhellt, die zu durchmessenden Entfernungen also aam bedeutend sind. An der Südsee-Küste hat die Flotte von San Diego nach Cap Flattert zu fahren, .auf den Seen, dem Mississipvi, Missouri und Ohio ebenfalls recht ansehnliche Strecken. Sie besteht im Ganzen aus 30 Schiffen einschließlich der Boote, die bei den Bauten und Rcparawren beschäftigt werden. 2600 Mann sind im Leuchthaus-Dienste angestellt, von denen nahezu 2000 LeuchttburmWächter sind. ' Der Wirkungskreis dcs Boards" ' ovkzss iv 1 c r. t " lir ei oenen ie ein lotten-Ofsicier als Inspektor und ein Keeres-Ofsicier als Ingenieur angestellt xlt. Der erne Bezirk umföt Qm CX ' . X" I H " von Mame und New Hampshire; der. orue xtioji um uap voD yerum bis an die (Zreme vou.Connecti!ut : er dritte,.

geht bis nach Squaw Inlet 'in New Jcrsey und schließt auch den Hudson-Fluß und Ehamplain-See mit ein ; der vierte geht bis nach Virginien und so folgen die Nummern der Küste bis zum achten, der an die mcricanische Grenze anstößt. Die Secrcgion erheischt zwei Bezirke, die als zehnter und elfter bekannt sind, der zwölfte und dreizehnte sind an der Südfee, den vierzehnten bildet das Gebiet des Ohio, den fünfzehnten endlich dasjenige des Mississippi und Missouri. Jeder Bezirk hat seine besondere Station für die Versorgung mit Oel, die Herstellung von Lampen u. s. w. Die bedeutendste dieser Stationen liegt auf Staten Island, in der Nähe der Stadt New York. Dort ist ein vollständiges Laboratorium zur Erprobung der Oele, eine Werkstatt zur Reparirung der Lampen und em elektrisches Departement, wo Versuche über die Verwendbarkeit des elektrischen Lichtes angestellt werden. Gegenwärtig wird meist Petroleum zur Beleuchtung verwendet, thierisches Oel nur nocb an weniaen Stellen

jmd selbst dort wird es außer Gebrauch, r-t v r . ' . . kommen, waw oie campen umgearvelicr worden sind. Mit elektrischem Lichte bat man bisher noch keine zufriedenste!lenden Erfahrungen gemacht, doch werden die Versuche mit demselben Eifer und derselben Umsicht fortgesetzt, die als charakteristifche Merkmale des LeuchthausDienstes gelten können.' m CS wird Licht, und zwar unter einem Theile unsern Bevölkerung, welcher unte? dem verdirb lichen Banne einer sogenannten Thcokra tie oder Gottesherrschaft, richtiger aber einer förmlichen Thcopornie oder Pricsterunzucht schmachtet. Aus Salt Lake Eity werden Vorgänge gemeldet,, die neu sind unter der Sonne und erfreulich wie die Sonne im Frühjahre selbst. Ein Gcistcrfrühling ist unter den Mormonen angebrochen, dessen Hauch die Pest des Akormonenthums hoffentlich, wenn auch nur allmälig, aus dem Lande fegen wild. Tapfcrc Acänner haben sich gegen die Knechtschaft empört, ' unter welcher der Präsident und die Priester die bethörtcn Gläubigen zu halten bestrebt sind. Hunderte nennen nicht nur die Einrichtung der Vielweiberei eine ekelhafte Gemeinheit, sondern sagen sich von Brigham Joung und John Tavlor los, bezeichnen Joseph Smith's Glaubenslehren als Lug und Trug, und das Buch Mormon, welches dieser alte Gauner auf unmittelbare Offenbarung zurückzuführen sich erfrechte, als Schwindel. Die Scene, auf welcher diese wohlthätige Ketzerei und Revolution sich abspielt, befindet sich nicht innerhalb des Territoriums Utah, aber auch in letzteren ist eine ungeheure Aufregung hervorgerufen und eine Wohl thätige Gährung erzeugt worden. Die Leiter der Mormonenkirche sind bekanntlich unablässig auf Vergrößerung ihrer Heerde und Hebung ihrer Macht und ihres Einflusses bedacht. Ihre Cmisk säre kennen das Land und wissen jedes Thal, das fruchtbar und gut bewäert ist und sich hierdurch zur Gründung neuer Niederlassungen der Heiligen des jüngsten Tages eignet. Das ganze Gebiet der Ver. Staaten ist nicht groj; genug für unsere heilige Kirche" soll der alte Vrigham Aoung dereinst erklärt haben. Vor vier Jahren hatten John Taylor und Brigham Voung jun. eine Erforschungsreise durch Eolorado unternommen und ihre besondere Aufmerksamkeit dem bekannten San Luis Parke zugewendet. Dies ist ein Thal von 40 bis 60 Meilen Länge, in dem Eounty Conojos, 250 Meilen südlich von Denver und in der Nähe der Nordgrenze von New Mexico 7500 Fuß über dem Meeresspiegel gelegen. ES wird von dem Rio Grande del Norte und mehreren Nebenflüssen desselben bewässert und gegenwärtig von der nach Silverton, San Juan Eo., Col., führenden Zweigbahn der Denver und Rio Grande Eisenbahn durchzogen. Beide genannten Kirchenlichter beschlossen, hier eine Niederlassung zu errichten und dieselbe wegen ihrer hohen und ziemlich rauhen Lage mit Gläubigen aus den gebirgigen Theilen von Virginien, Kenwcky und Tennessee zu besiedeln. Seit jener Zeit wurden gegen 2000 Menschen aus den genannten Staaten, die dem Elende des Mormonismus verfallen waren, im San Luis Parke colornsirt. Von Anfang an fanden dieselben die Erwartungen, die man in ihnen erregt hatte, nicht befriedigt ; das Fcuerungsmaterial mußte 15 bis 20 Meilen weit herbeigeschasst werden, die Aecker trugen nicht entfernt so reichlich, als man ihnen vorgespiegelt hatte, und ihre mormonischen Mhrer und Leiter, die chnen vorher Honig um den ' Mund gestrichen hatten, kehrten,- als sie ihre Ovfer sicher im Garne hatten, schnell die rauhe Seite heraus. Die Priester ließen sich die Töchter der Ansiedler beim Dutzend ansiegeln, und diese wurden von ihren Gebietern behandelt, wie es Frauenzimmer, die sich mit Mormonen einlassen, verdienen, wie verächtliche Sklavinnen. Die ganze selbstsüchtige Gemeinheit und Ruch losigkeit der mormonischen Führer trat mehr und mehr hervor. Doch jene Ansiedler waren zum großen Theile fanatisirt und von ihren früheren Wohnorten her nicht gewohnt, mit Sammethandschuhen angefaßt zu werden. Immerhin aber waren sie Amerikaner, amerikanische Bürger, die von ihren Rechten als solche ganz andere Begriffe haben, als die bethörten Unterthanen, welche die Mormonen aus Europa herüberschleppen und die in der unerträglichen Bevormundung durck die Priester nur die Fortdauer eines durch Gewohnheit lieb gewordenen Zustandes erblicken. Schon als diesen kirchlich verdummtcn, aber politisch nicht unreifen Männern beiden ersterjWahlen nach ihrerNiederlassung von ihren mormonischen Gewalthabern die Namen der Candida ten, die sie zu wählen hatten, vorgeschrieben wurden, empörte sich ihr Ehrgefühl und Bürgerstolz, sie wagten es aber noch nicht, sich offen gegen die Kerle aufzuleh-j nen, hmtcr denen die heilige Kirche, der heilige Joseph Smith, ja der Gott der Mormonen selber stand. Später stellte es sich heraus, daß ihr Erzpriester das Mormonenvotum für8600 verkauft hatte. Bei den letzten Herbstwahlen handelte! es sich darum, einen Mormonen in die, Legislatur deS Staates Colorado zu wab-!

len ; der mormonische Einfluß ist vor: öereitS so groß, daß nran in Salt Lake Hoffen konnte, die Wahl eines der Mormonenkirche freundlichen 3!arren in den Bundessenat durchsetzen zu köinen. Das' ist die fluchwürdigste Seite des Mormö-, nismus, daß derselbe zunächst in der Familie, dann in der Gemeinde, dann im Eounty, dann im Staate mächtig zu werden versteht und schließlich als thco-. kratischer Monopolist das Wohl ganzer Länder untergräbt. Wenige Tage vor der erwähnten Wahl machte der Präsident Silas S. Smith die Candidatcn namhaft, für welche alle Mormonen in Eolorado zu stimmen hätten. Vierzig Ansiedler im San Luis Park beschlossen und erklärten öffnntlich, daß sie ihre Wahlsreiheit sich nicht ver-. kümmern ließen, ja der mormonische Bi-, schof William L. Ball, ein Virginicr und seit 15 Jahren Mitglied der Kirche, protestirte gegen jede Einmischung der letztcren in irgend welche Wahlangelegcnheilen. Der Völlerei, viehischer Trunksucht, irgend welchen Lastern dürfen die. Mormonen sich hingeben, Auflehnung, gegen die Kirche würde die letztere mit dem Tode bestrafen, wenn sie die Macht dazu hätte. So muß sie sich mit heimlichen Beseitigung cn und mit Exkommunikationen begnügen. Der renitente Bischof, jene 40 r nd weitere 300 Ansiedler, die dem Beispiele der ersteren gefolgt waren, wurden aus der Kirche ausgestoßen. Und diese Kirche, die Niemandem gestattet, ein freier Mann zu sein, sein Stimmrecht nach eigenem Ermessen uszuüben, dieser Fluch für die Ver. Staaten besitzt eine so große Macht über die Gemüther des größten Theils ihrer AnHänger daß letztere sich von den Ausgestoßcnen zurückziehen und wenn diese, bis sie von der Kirche verdammt wurden, ihre besten Freunde, nächsten Verwandten, ja die eigenen Angehörigen waren. Wie die Opfer, die im sinstcren Mittelalter der Strahl des großen Bannes getroffen hatte, sind die Ausgestoßenen verfehmt und gemieden, leiden dieselben zur Zeit geradezu Mangel an Nahrung und Kleidung. Sie möchten gern der mormonischen Niederlassung den Rücken kehren und sich anderswo eine Existenz erringen, aber nur Wenige von ihnen sind im Besitze der Mittel, um ' die Reise bestreiten zu können ; sie haben sich an den Gouverneur Murrav um' Beistand gewendet, und dieser wird hoffentlich thun, was in seinen Kräften steht, Männern zu helfen, die das großartige Beispiel mannhaften Kampfes gegen- eine der nichtswürdigsten Institutionen, die Mormo nenkirche, gegeben haben. Qom Inlands. Vor Kurzem wanderte ein Farmer von Hall Co., Ga., aus und ließ sich in Teras nieder. In seiner Nachbarschaft wurde ein Mord verübt und der Verdacht der Thäterschaft siel auf den noch wenig bekannten Ankömmling. Ein Mob schleppte ihn in den Wald, unterwarf ihn, um ihn zu einem Geständnisse zu bewegen, den grausamsten Martern, und band ihn schließlich mit gebundenen Handen an crnem Baume fest. Vier Tage und Nächte mußte der Unglückliche ohne einen Bissen Nahrung und einen Tropfen Wasser in dieser Lage zubringen, dann wurde der wirkliche Mörder entdeckt und die Bande eilte in den Wald, um zu sehen, ob ihr Opfer noch lebe. Derselbe athmete noch, war aber so abAzehrt und erschöpft, daß er nach Hause getragen werden mußte und wahrscheinlich inzwischen gestorben ist. . Auf Long Island, das ich neuerdings durch die scheußlichsten Blutthaten berüchtigt gemacht, haben die Temperenzler, jene hirnverbrannten Fanatiker, durch eine bodenlose Gemeinheit ihr verächtliches Treiben gekennzeichnet. Vorige Woche hielt die Temperenzgesellschaft von Suffolk County in Northville eine Versammlung ab, in welcher der Temperenzapostel I.' Morrison Raynor, ein reicher Fischöl-Fabrikant, wörtlich erklärte: In Greenport haben sie eine Kirche, deren Sonntagsschul-Superinten-dent ein Schnapsverkäufer ist und deren Pastor so viel trinkt, daß er es an seinem schwankenden Gange auf der Straße zeigt. Dies ist selbstverständlich die deutsche Kirche, deren Mitglieder ihre Gewohnheiten mit hierher brachten." Die Mitglieder dieser Kirche haben in einer Versammlung diese Beschuldigung als eine abscheuliche und niederträchtige Verleumdung bezeichuet und diese Erklärung durch öffentliche Anschläge bekannt gemacht. Der angegriffene Geistliche ist Herr Pastor Fränkel, ein in höchster Achtung stehender Mann. Der Fischöl-Fa-brikant appellirt jetzt in hündischer Weise an die christliche Gesinnung des angegriffencn Mannes und hat seine Verleumdung vor Notar und Zeugen für un begründet erklärt. Der Secretär der Temperenzbande, Rev. Edward T. Reeve, hat Rahnor's Bemerkung veröffentlicht und ist von Herrn Pastor Fränkel auf 10,000 Schadenersatz verklagt worden. In Paterson, N. I., existirt eine Gesellschaft, welche sich damit befaßt, die Seele von einem Körper zu trennen und in einen anderen zu übertragen. EineFran O'Brian Luttrell hat auf diese Weise ihre Seele verloren und eine andere bekommen, die ihr aber so wenig zusagt, daß sie hartnäckig auf Wiedererlangung ihrer alten Seele besteht, die viel schöner sei, als ihre jetzige. Bei den übrigen weiblichen Mitgliedern der erleuchteten Gesellschaft läßt sich nichts von einer schönen Seele spüren und die der Frau Luttrell muß daher in einen Leib gefahren sein, der nicht zur Gesellschaft gehört. Es scheint absolut unmöglich, eine Verrücktheit auszudenken, die nicht ihre Gläubigen fände. Zwe, Dollars bezahlen für meinen Hund" so begann kürzlich Hugh Asa in Louisville, Ky., ein alter Krüvpcl, seine Vertheidigung vor Gericht, vor oem er sich zu rechtfertigen hatte,weil er weder die Hundesteuer von V2.00 bezahlt,noch den Hund getödtet hatte. Das Geld konnte ich trotz aller Mühe nicht zusammenbringen, und meinen alten Hund, erschießen, ich hatte die Flinte schon auf ihn angelegt, aber er fah mich an und ich konnte nicht abdrücken". Das Gericht verwillizte ihm eine zweimonatliche Zahlungsfrist, aber ehe er noch das Zimmer verlassen hatte, hatten Richter und Advokaten, die gerade anwesend waren, die S2csgesMmund die Hunde-

stcucr bezahlte. Mit Thränen im Auge verließ der Krüppel das Gerichtözimme7, Vier Farmer bei Locus d'Alma in Jdaho hatten kürzlich einen berüchtigten Pferdedieb erschossen, auf dessen Einbringung eine Belohnung von L100 gesetzt war. Sie schnitten der Leiche den Kopf ab und steckten denselben in einen Sack, um durch denselben ihre Berechtigung zu Erhebung der Belohnung, nachweisen zu können. Hierbei überlegten sie sich, daß S100 eigentlich eine zu kleine Summe sei, als daß sie sich alle vier wegen derselben bemühen sollten. Sie spielten daher eine Partie Poker um den Kopf und der Gewinner zog die ganzen 8100. Letztere Summe ist allerdings nicht viel, wenn man' die zur Zeit in jenem Theile von Jdaho geltenden Preise berücksichtigt. Kost und Logis kosten V4.00 täglich, jede Mahlzeit tzl,. ein Ponny Fusel 25 Eents, eine Stinkadort eben so viel, das Faß Mehl $65, das Pfund Speck 65 Cents, Rindfleiscb 50 Cents, Wildpret 15 Eents, eine Axt $5, eine Pickaxt $10, ein Artstiel 81.25, eine Zwiebel 16 Eents, Kost ohne Logis 816.00 wöchentlich und das ist eine Beköstigung, an die sich der Äkenfch nur langsam und schwer gewöhnt. Eraclav Bernal, der Fra Diavolo der Pacisicküste", macht wieder von sich reden. Kürzlich hat er mit seiner Bande die Eampanillas-Mine bei Matamoras in Mexico überfallen,dieAngestellten und Arbeiter derselben überwältigt, sämmtliche Vorräthe sowie den obersten Beamten mit sich hinweggeschleppt und für letzteren 81,500 baar, sowie Gewehre und Munition als Lösegeld erhalten. Die constituirende Versammlung von Montana hat soeben die Berathung des Constitutions-Entwurfs für diese Territorium erledigt. Wichtige Bestimmungen der Verfassung sind : Stellung aller Eisenbahnen unter die Oberaufsicht des Staates, unbedingtes Verbot aller Differentialtarife, Verbot der Annähme von Freipässen Seitens irgend welcher Vertreter oder Beamten des Volkes, Ertheilung des Stimmrechts an das weibliche Geschlecht in allen Schulangelegcnheiten, Zulassung der Frauen zu verschiedenen Categorien öffentlicherAemter, strenges Verbot der Fabrikarbeit von Kindern unter 14 Jahren. Ei'n geiziges Ges chwister paar, Silas Gray und Schwester, führte Jahre lang in der Nähe von Walton, Delaware Co., N. I. ein wahres Hundeleben. Die Schwester starb im Juni v. I., der Bruder zu Anfang d. M. Es hat sich jetzt ein baares Vermögen von 845,000 in der armseligen Hütte vorgefunden, außerdem 82000 in einer Mauer verborgen. Fünfzehn gesetzliche Erben, lauter Brüder und Schwestern, haben sich eingefunden, doch war als alleiniger Erbe nur ein Bruder in einem hinterlassenen Testament bestimmt; die unzufriedenen Erben sind mit je 1000 abgefunden. Eine holde Jungfrau in New Lisbon, O., so erzählt ein Wechselblatt kündigte sich als Lottericpreis an und zwar der Himmel verzeihe ihr die Sünde bot sie hundert Loose zu 81 das Stück an. Anfänglich sah man in der Offerte des Jungfräuleins einen losen Scherz, aber sie meint es ernst, verkaust ihre Loose nur an ledige Herren unter 40 Jahren, welche im Rufe stehen, ehrbar und fleißig zu sein, und verspricht, ' den Gewinnenden zu hcirathen. In Oakland Californie, sind mit der öffentlichen Schule zwei Klassen für Knaben und zwei für Mäd chen, jede von 20 Schülern, verbunden worden, worin die Knaben den Gebrauch aAtt Werkzeuge, und die Mädchen dLls Kochen, Nähen und andere Haushaltskünste lernen sollen. Vom Auslande. Der sentimentale Antrag Laisant's wegen k o st e n l o s e r Rück-, gäbe von versetzten Gegenständen unter 20 Francs, welche zum nöthigsten Hausgeräthe gehören, hat in der französischen Kammer die verdiente Verwerfung gefunden. Er hat aber wenigstens das Gute gehabt, die Herren Gesetzgeber auf den Unfug des Wuchernewerbcs aufmerkv. zu mache::, das n. ' an die armen teilte ar.Iv:ut, welche i.i der traurigen Nothwendigkeit sind, mit dem Versatzamt Bekanntschaft niachen zu müssen. Die '.ammrr mußte ebenso wie letztes Jahr der Pariser Gemeinderath einsehen, daß iede Maßregel zu Gunsten armer Versetux trotz aller Vorsichtsmaßregeln fast nur ven sogenannten Vrocanteurs, den Käi fcrn der Leihscheine, zu Gute kommen würde. Cboiseul, welcher als Commissionö - Berichterstatter die unangenehme Pflicht erfüllte, den Antrag zu belampfen, hat gleichzeitig ein Projekt niedergelegt, welches jene Sorte von Wucherern unschädlich machen, oder wenigstens zu ihrer Ueberwacbuna dienen soll. . yn M u n cy e n y a o e n tn einer Woche drei Selbstmorde stattgesunden. Im englischen Garten erschoß sich ein Mechaniker, ein um 7 Uhr früb von einem Ball heimfahrender 16jähriger Gymnasiast vor der Wohnung seiner Eltern in der Droschke, endlich ein 20jähriger Student aus Liebesgram. Die Einnahme von Sontay wird von einem Franzosen als Augenzeuge in den Tablettes des DeuxCbarentes" folgendermaßen geschildert: Sontay war von einer Linie befestigter 3km entfernter Dörfer vertheidigt ; diese wurde eingenommen, aber zwei Forts, die in der Vereinigung zweier gleichfalls befestigter Dörfer lagen, mußten genommen werden eine harte Arbeit, die uns 224 Mann, darunter 20 Ossiciere, kämpfunfähig gemacht hat. Der Sturm wurde ausgezeichnet ausgeführt, die Turkos ließen sich in vollem Sinne des Wortes zerhacken. Die armen Teufel hatten nicht erwartet, einen solchen Feind zu treffen! Am 15. war Ruhetag. Der 16. wurde einer Recognoscirung der äußern Umwallung der Stadtseite gewidmet. Diese UmWallung war furchtbar befestigt. Vier Bataillone bemächtigten sich derselben erst nach fünfstündigem Kampfe, wobei sie 57 Mann verloren. Die Vergeltung war aber auch schrecklich; die Turkos und die Fremdenlegion plünderten die Stadt und machten alles nieder, was ihnen vor die Klinge kam " Ueber Stellmacher, den Mörder Blöch's, wird Folgendes nntge-

:yem : Hermann Meumae)cr, xsqvy macher von Beruf, ist in Grottkau, Knis .Grottkau im Königreich Preußen gebo ren. Seine Eltern sollen verstorben sein. Bis Ende des Jahres 1875 stand er bei :dem preußischen 2. schlesischen GrenadierRegiment No. 11 in Breslau. Hieraus trat er in Dresden bei dem 2. GrenadierRegiment No. 101 als Gefreiter ein und rückte bald zum Unteroffizier auf. Nach neunjähriger Dienstzeit wurde eine weitere, von ihm beabsichtigte Kapitulation nicht angenommen. Er trat sodann in j Stellung bei der Eisenbahn c.iS Wagen-; schreibe? und hat sich während dieser Dienstzeit nach Aussage seines Wohnungsgebers, eincS unbescholtenen Mannes, gut verhalten. Voll hier hat er sich nach der Schweiz begeben und in einem 1877 aus Zürich an seinen früheren Wirth gesendeten Brief mitgetheilt, daß er dort auf sein Handwerk arbeite und daß es ihm gut gehe, sonst aber nichts wieder von sich hören lassen, obwohl er mit der Schwägerin seines Wohnunggebers ein Verhältniß angeknüpft hatte, welches nicht ohne Folgen geblieben.war. In der Schweiz scheint er sich mehrere Jahre aufgehalten zu haben. Denn fchon in einer nach Dresden gelangten PolizeiMittheilung vom 23. Februar 1832 ,wurde auf einen damals in Zürich aufihältlichen deutschen Socialrevolutionär, Schuhmacher Stellmacher aufmerksam gemacht, welcher sich mit Plänen zu einem Mordanfall auf den Kaiser Wilhelm beschäftige und deshalb von London aus, von wo.der Gedanke zu diesem Mordanfalle ausgegangen, mit falschen Bärten und dergleichrn ausgerüstet worden sei. Diese von diesem gebrauchte Mundart War als eine aus norddeutschen, süddeutschen und schlesischen Ausdrücken .gemischte geschildert. Später sollte er sich mit Johann Most vereinigt und deshalb von der Bewegung zurückgezogen haben. Man schreibt aus Thuringen : Wie sehr gerade unsere Gegend leiden würde, wenn die Amerikaner wegen des Einfuhrverbots von amerikanischem Schweinefleisch Repressalien ergreifen würden, geht aus eine? Veröffentlichung hervor, nach welcher aus dem Consulatsbezirk Sonneberg im vorigen Geschäfts.jähr (1. Oktober 18321883) an Waaren im Betrage von fast 9 Millionen Mark nach den nordamerikanischen Freistaaten ausgeführt wurden. Farbige Spiel- und Strumpfwaaren sind indieser Ausfuhr hauptsächlich vertreten und gegen diese würde sich mit in erster Linie das amerikanische Einfuhrverbot richten. Bis zum Oktober vorigen Jahres ist es mit den amerikanischen Bestellungen nach Wunsch gegangen ; im Spätherbst aber sind dieselben vielfach ausgeblieben, so daß jetzt im ganzen Konsulatsbezirke Klagen wegen des schlechten Geschäftsgangs verlauten. So ist im Koburger Bezirk ein großer Theil der Korbmacher, welche feinere Exportwaaren liefern, arbeitslos, und die noch beschäftigten Arbeiter t)aben auf die Hälfte verkürzte Arbeitszeit und demnach auch halben Verdienst. Auf dem Walde ist die TextilIndustrie, zumeist Handweberei, bedeutend zurückgegangen. Die mechanischen Webereien haben gegenwärtig Beschäftigung, doch sind die Preise der Waaren und die Löhne der Arbeiter ungcmein gering. Bei täglich 11 ILstündiger Arbeitzeit (Pausen abgerechnet) erzielen die Arbeiter einen durchschnittlichen Wochenlohn von 8 11 Mark. Auch im nördlichen Thüringen (Mühlhausen u. s. w.) ist die Fabrikation der Halbwollenen Hosen- und Rockzeuge viel schwächer, als im vorigen Jahre. Deutsche Lokal -Nachrichten.

noelnvrovinz. Zum Bau der Speyerer Gedächtniß kirche sind bis jetzt 42 Entwürfe eingelaufen. f Dr. Franz Keller, Direktor der Realschule in Speyer. Die bayerische Notenbank wird in Dfirkheim eine zZiliale errichten, weil sich das Gcschäftslcben der dortigen Umgegend gehoben hat. . In Kaiserslautern gründeten Fabrikanten und Gewerbetreibende eine Herberge zur Hcimath", um den Fabrikarbeitern und Gesellen um billigen Preis Unterkunft und Verköstigung zu ermöglichen. Ein Sturm hat zwei Glocken nebst 'oem Thurm an de? Kapelle in Rcuschbach total heruntergerissen. Der Löwe auf der protestantischen Kirche in Pirmasens, das Wachszcichen der Stadt, wurde von einem Sturme heruntergerissen und zertrümmert. Wegen Verdachts, den Postdiebstahl begangen zu haben, wurde Schuhhändler Lmgelbach in Pinnasens verhaftet. In Bonn und Umgegend beabsichtigen die Wirthe einen Berein zu bilden, um einer etwaigen städtischen Biersteuer gerüstet entgegentreten zu können. Bei dem Kaufmann Löwcnstein in Barmen, dem eigentlichen Leiter der cialistischen Parthei im Wupperthale, wurde kürzlich eine Haussuchung vorgenommen. Man fand indessen nur einige Exemplare des Socialdemokrat". General von Thiel, der bisherige Commandeur des rheinischen Armeecorps, wird in Hannover seinen ständigen Wohnsitz nehmen. In Aachen wird jetzt der letzte Nest der alten Stadtmauer niedergelegt. Großherzogthum Mecklenburg. Das aroßhz;l.-mecklenburg.Gestüt Nabensteinfeld wird wahrscheinlich im Juli mit seinem ganzen Bestand zur Versteiaerung gelangen. Jn derSuckcrfabrik zu Güstrow platzte kürzlich ein Dampfrohr und tödtete zwei Arbeiter und tine Arbeiterfrau. . Vrovlnj Saeh,kn. . LJittenberg dürfte die verhältnißmäßig casernenreichste Stadt Deutschlands sem. Sie hat jetzt bei noch nicht 14,000 Einwohnern 6 Kasernen. Der zweite Mörder des Mühlenbesitzers Bcrger, in Barneberg, der Conditor Böhmer ist jetzt festgenommen worden. Wie es scheim, bat Böbmer an der Ermordung des RerI er gar kein Interesse gehabt und hat sich I f is t 'ei r- ' f. ' ' nur aus reunocyasr für ven crn am Tage vorher mit ihm bekannt gewordenen Brüske an der That betheiligt. -Der älteste active Beamte des preußischen Staa--tes, der Aktuar der juristischen Fakultät in Halle, Göbel, feierte, seinen 90. Ge-urtstag.-Die bekannte NiesinMariam" aus Benkendorf bei Halle, Marie Elise Wedde, ist ptzlich gestorben.

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