Indiana Tribüne, Volume 7, Number 160, Indianapolis, Marion County, 28 February 1884 — Page 2
indians Hriöüne.
Erscheint FSgrZH) MHentli u. Sonntags. L.o )rytt!ttdstr. flie tZaliche Trioan- Irttt durch den TrZgr12 lnt per Woche, die Sonntg .Tribüne-b tntl xer Woche. Beide ,usimn 1b lentk. Per Post zueeschiZt in VorauSdeiahlung 6 xer Jahr. Indianapolis, Ind., 23. Februar 1884. (2ul de .Glcttlajib Anzeizer Brehm über den Sudan. Da wohl gegenwartig kein Mann in den Ver. Staaten weilt, der so zuständig ist, über die sich ivx Sudan abspielenden Ereignisse zu urtheilen, wie der große Naturforscher und Reisende Alfred Brehm, so beschloß ein Berichterstatter des Anzeiger", den liebenswürdigen Gelehrten um Ausschlüsse zu bitten. Herr Brehm erklärte sich gern bereit, der amrikanischen Presse Auskunft über ein Land zu ertheilen, das er aus eigener Anschauung' genau kennt, betonte aber sehr energisch, daß er sick um Politik im Allgemeinen und um öladstone's Politik im Besonderen nicht kümmere. Ich basse jede Politik, selbst die deutsche. Als Forscher interessire ich mich nur für die große, gewaltige Natur, die Menschen betrachte ich vom ethnographischen Standpunkte aus. Doch ich will Ihnen mittheilen, was ich über Land und Leute veiß." Sie bemerkten in Ihrem Vortrage, begann nun der Berichterstatter, daß die Stamme im Sudan in der schmählichstur Weise unterdrückt worden sind. Hieraus dürfte wohl der Schluß zu ziehen sein, daß nach Ihrer Auffassung der sogenannte Ausstand unter El Mabdi vollberechtigt war. Die amerikanische Presse dagegen meint ziemlich allgemein, daß das, was sie die Preisgebung des Sudans von seiten der englischenRegierung nennt,durchaus unverantwortlich war. Und hierin hat die amerikanische Presse auch vollkommen Recht," antwortete Herr Brehm. England's Betragen war geradezu schmachvoll, wie in den letzten Jahren fast immer. Wenn eine Macht ein Land besetzt, wie England Egypten, so übernimmt sie damit auch die Verantwortlichkeit, den Besitzstand des selben zu schützen. Dennoch halte ich meine Behauptung aufrecht, daß die Unterwerfung des Sudans eine schmähliche und die Bevölkeruna nim .Aufstande be rechtigt war. Die Eroberung fällt in die Zeit des ersten Khediven, Großvaters des jetzigen, in die zwanziger Jahre. Sie erfolgte in der gewaltthätigsten, grausamsten Weise und seinem sind die Stämme fortgesetzt bedrückt, ihrer Heerden beraubt, ausgeplündert worden. Ihre Erhebung Ist vollkommen begreiflich. Aber auf der anderen Seite ,st Egypten diejenige Macht, die den Sudan beherrschte, ehe England sich einmischte, war also die Pflicht England's, die Optische Herrschaft zu vertheidigen. D,e Ver. Staaten wollen ja auch die Losreißung keines Theiles ihres Gebietes dulden." Nun, vielleicht war Gladstone der Ansicht, warf der Berichterstatter ein, daß das Land die Opfer nicht werch sei, die seine Wiedereroberung erheischen würde. Nicht werth?" rief der Reisende und Forscher erregt. Der Sudan keine Opser werth? Dieses fruchtbare, üppige, reiche Land, das nicht nur Gummi, sondern auck alle Arten Getreide, Baumwolle ,und selost Kaffee enTugen kann? Die 'Vorstellung von der özisten; einer Wüste in jener Gegend ist absolut falsch. Jenseitö des 18. Grades hört die Wüste vollständig auf und an ihre Stelle tritt die 'Stepve, die alles hervorbringen kann. Die klimatischen Verhältnisse sind diese!, "ben, wie aus der gegenüberliegendenSeite. schmalen Rothen Meeres, im glücke lichen" Arabien. Kaffee wächst häusig wild und könnte mit Leichtigkeit cultiinrt werden. Hätte das Land nicht unter türkisch - arabischer Herrschaft gestanden, wäre eS so verwaltet worden, wie Holland seine Colonien verwaltet, so bildete 3 heutzutage einen blübenden Garten. Die Bevölkerung ließe sich wohl auch zu dieser Culturarbeit heranziehen." Welcher Raffe gehört die Bevölkerung des Sudans an ? Die umherziehenden Stämme sind arabischen Unprunas. die sekbatten Und Mischlinge von nuvischem, äthiovischem und arabischem Blute. Letztere sind ein träges, sinnliches, leichtlebiges Volk, was ?.sr?X. I r: fc c . e . sreill im Nina ocgrunoei jelN mag. ES ließe sich sehr viel über die mteressan ten Zustände des Sudans sagen, doch bin ich durch malarischeS lieber m sehr erschöpft, um mich heute eingehend über den Gegenstand verbreiten zu können." Was werden wohl nach Ihrer Ansicht die Folgen des jetzigen Kampfes im Eudan fein ? begann der Berichterstatter daS Gespräch, nachdem er sich vergewissert, fca der Gesundheitszustand desForschers K r f - . r i. sich eryevilcy geoenerr tjanc. Dies ist ungemein schwer zu beurtheilen. Ich hege Nicht den geringsten Zwei sei, daß, soweit die arabischen Nomaden stamme und die seßhaften Mischlinge in Betracht kommen, ein freundschaftlicher Verkehr sich wieder anbahnen laßt. Denn . 1 Cr mm m . namentilcy o:e braver nno mcyt nur hochintelligent, sondern haben auch cme veraleichsweise hohe Gesittung, die Jahrtauzende alt ist. Sie gehören zu den edelsten Völkern der Erde. Gelingt es, Verträge mit ihnen abzuschließen, so werden sie dieselben unter allen Umständen buchstäblich halten. Doch die egyptische Herrschaft ist bis nach Eentrals aftika und über Negerstämme ausgedehnt worden, die den Islam annahmen, weil er ihnen am bequemsten war, weil er für diese rohen Menschen am besten paßte. Sind diese Leute vom Mahdi fanatisirt Ivorden, so mag man sie wohl oberflächilich beruhigen und sogar Vertrage mit ihnen abschließen, aber Vertrauen ist in iie nicht zu setzen. Man darf sich darauf gefaßt machen, daß sie jede Gelegenheit benutzen werden, um Europäer zu ermorden. Hat sich der Einfluß des Mabdi auf diese Stämme erstreckt, worüber die Fachrichten fehlen, so maz aujjstnae
lnnaus der Sudan für ole cunrrra tion vcrschloffcn bleiben." Ihre Bemerkungen ül:r die Nomadcnstämmc, warf der Berichterstatter ein, er klären zum großen Theile den Empfang, den Gordon gefunden hat. Sie haben ohne Zweifel gelesen, daß seine Sendung Erfolq acfrabt bat? oroon's 3tci)e," erwiderte Herr Brehm, ist allerdings bis zu einem gewiffen Grade bemerkenswerth. Auf neun Zehnteln der Strecke, in der Wüste, die sich am rechten Ufer des Nils ansdehnt, war sie nahezu gefahrlos. Erst auf dem letzten Zehntel hätte es ihm schlimmergehen können, wenn die dort wohnenden Stämme im Aufruhr gewesen wären. Er legte jenen gefährlichen Theil des Weges indeffen nicht zu Lande zurück, sondern bestieg einen Regierungsdampfcr, der ihn nach Kartum brachte. Letztere Stadt ist für den Mahdi uneinnehmbar, so lange die eingeborene Bevölkerung nicht direct Partei für ihn ergreift. Dann aber, was hat Gordon gethan? Die Blätter melden, daß er den Fortbcstand der Sklaverei gewährleistet hat, was er jetzt freilich abzuleugnen sucht. Nun, der Besitzstand an Sklaven wurde eigentlich niemals in Frage gestellt. In jedem wohlhabenden Haushalte gab es Sklaven. Daran kann auf unabsehbare Zeit hinaus nichts geändert werden, so viel die Engländer auch zetern mögen." Es dürfte Ihnen bekannt sein, daß Gordon den Sklavenhandel an dcffen eigentlicher Quelle bekämpfen wollte. Er wollte sich eben im Interesse der intcrnationalcn Gesellschaft zur Erschließung Afrika's nach dem Eongo begeben, als die englische Regierung ihm befahl, nach dem Sudan zu gehen. Derartige Plane," meinte Herr Brehm, sind ja in der Theorie ganz schön. Wer aber fünf Jahre unter den verschiedenen afrikanischen Völkerschaften ßelebt, il?re Gastfreundschaft genoffen, ,hr Familienleben kennen gelernt hat, der weiß auch, daß die Sklaverei auf's engste mit ihren Sitten und Gebräuchen verwachsen ist. Die Art und Weise, wie die Sklaven eingefangen werden, ist ja im höchsten Grade abscheulich. Indessen sind keineswegs die Araber die einzigen Sklavenjäger. Die schwarzen Völkerschaften bekämpfen sich untereinander, nächtlicher Weile überfällt ein Stamm die Hütten des Feindes, schleppt die Einwohncr fort und betrachtet sie als Kriegsbeute. Unter den Gefangenen wird eine richtige Auslese gemacht und die brauchbaren Leute werden den Sklavenhändlern übergeben. Letztere behandeln ihre Waare mit großer Sorgfalt. Die jünacren Mädchen namentlich werden sorgfältig geschont, weil sie dann einen bessc-
ren Preis bringen. Von ihren Herren aber werden die Sklaven sehr gut beyandelt. Sie sind gewissermaßen Mitglicder der Familie. Die Geschichten von der grausamen Behandlung der Sklaven sind gerade so wahr wie diejenigen der verrückten Frau Beccher über das Sklavenleben im amerikanischen Süden, die ich memcstyeus niemals geglaubt habe. Und noch eins ist zu bemerken. Die Sklavin, die Maitresse ihres Herrn wird, ist frei, sobald sie dem letzteren Kinder gebärt. Nach des Mohamedaners stolzer Anschauung kann die Mutter seiner Kinder unmöglich Sklavin bleiben." In dieser Hinsicht unterscheiden sich dann die Mohamedaner sehr vortheilhaft von unseren ehemaligen südlichen Eavalieren, meinte der Berichtstatter. Ganz gewiß. Und was sind überHaupt im Orient Sklavinnen? Ich kenne Franzosen, die Abessinierinnen kauften, dieselben zu ihren Maitreffen machten und später sogar heiratheten. Diese Frauen werden von der Gesellschaft so gut anerkannt, wie die Europäerinnen." Bei uns, bemerkte der Berichterstatter, werden selbst Oktoroninnen noch aus der Gesellschaft der Weißen ausgestoßen. Ja, das ist auch etwas anderes. Die Abessinier sind keine ?!eger. Sie haben eine duftige braune Färbung, außerordentlich schöne Körperformen und stehen den alten Egyptern am nächsten.' vie sind Christen, aber die Sklaverei läßt sich iuch bei ihnen nicht unterdrlicken." Gold in Idaho. Für das Frübjahr steht in der Umgebung vonEoeur v'Alene,Jdaho, eine ahnliche Völkerwanderung in Aussicht, wie wir sie nach Californien, Colorado, Nebraska, Nevada, in die Schwarzen Berge und nach andem Districten erlebt haben. AuS Spokane Falls im Territorium Washington wird berichtet, daß die Zahl der Leute, die sich dort und in der weiten Umgebung zum Ausbniche rüstet, auf 50,000 geschätzt wird. Die Vorbereitungen, welche die Leute treffen,untersÄeiden sich dadurch von früheren Maffenwanderungen, daß nicht Tausende in vereinleiten TruvvS, blos mit Werkzeugen. Äaffen und Proviant versehen, in die Wildniß eindringen werden, sondern daß jetzt schon trotz der durch den tiefenSchnee unüberwindlich scheinenden Schwierigkeiten Pfade angelegt und großeVorrätbe vonWaaren herbeigeschasst werden,welche der prozectirten Niederlassung sofort den Charakter einer ständigen verleihen werden. Diesen Pfaden sollen, sobald die Witterung dies irgend gestattet, fahrbare Straßen folgen. Die Erzählungen ein;elner Männer, welche im vorigen Spätyerbste vonEagleCith oder Coeur d'Alene zurückgekehrt sind, schildern den Goldreicbtbum der dortiaen Schluckten. Tbä ler, Bäche und Vergabhänge mit glühenden Farben. Hunderte sind bemüht, sich in den Landburcaur Land zu sichern, von dem sie nach jenen unsichern Berichten voraussetzen,dah eS goldhaltla sem müsse. Von der unter dem Namen ))!ullan-Weg bekannten Heerstraße soll über EaglcCity eine Heerstraße in jenes unbekannte Gebiet gebaut werden, und ein gewisser irnciiace, der einen regelmäßigen Fahr dienst auf der neuen Straße eventuell Mit Postbeforderung einzurichten gedenkt, hat ein Actiencapital von 520,000 ausgebracht. Allen Dennison, ein Beamter der Nordwestlichen Telegraphen- und Tele-phon-Compagnie", ist trotz des Schnees mit der Errichtung von Telcgraphcnlinien von Fort Coeur d'Alene nach Eagle City durch die .sogenannte Jackaß - Prairie, beschäftigt, mitZweiglinien nachNothdrum und Spokane Falls. Er hofft, falls fX nicht durch ungewöhnlich . heftige
Schncestürme verhindert wird, vmnen I Wochen die Arbeiten vollenden zu können' Gleichzeitig sind wohlhabende Ansiedler von Spokana Falls und Coeur d'Alene in New Aork thätig, daS Capital für eine Eisenbahnverbindung zwischen beiden Plätzen aufmbringen. In dem Landbureau in Coeur d'Alene, welches von General Armstrong und Wil son von Jndiana verwaltet wird, herrscht fieberhafte Thätigkeit und Tausende suchen sich namentlich im Big Bend Ge-
biete Land zu sichern. Die Schnelligkeit, mit welcher gegenwärtig die Regierungs-, ländereien in den Cinzelbesitz übergehen, ist in der Geschickte der Äesiedeluna deZ fernen Westens ohne Gleichen. Dieser plötzliche Ansturm von Einwanderern wird eine dauernde Besicdelung jener Gegend auch dann zur Folge haben, wenn die gcträumte Uncrschöpflichkeit der Minen sich nicht bewährt. Die Bedingungen für dauernde Niederlassung sind für die Ankömmlinge auch ohne Rücksicht auf die Ausbeute an Gold, äußerst gunstig, das Land ist theils zum Ackerbau, theils zur Viehzucht außerordentlich geeignet und wird die Leute fesseln, wenn die Goldaufregun sich bald legen sollte. In keinem Falle ist ein so sieberhafter Aufschwung und ein so jäher Rückgang wie in Nevada zu erwarten, noch anzunehmen, daß die neue Ansiedelung in ähnlicher Weise r. . l. . . 5 . c c . omo ivieoer verladen weroen wno, wie dies bei Tcadwood mehr oder weniger der Fall ist. Nicht mit Goldentdeckungcn hängt cm anderes Unternehmen zusammen, von dem wir ebenfalls bedeutende und ersrculiche Folgen für den Nordwesten erwarten können. Der Marauis de Mores, Sohn des Herzogs von Ballembros, lieb sich vor ungefähr einem Jahre in Dakota, nahe der Grenze von Acontana, und zwar da nieder, wo die Nördliche Pacificbahn den Little Missouri über schreitet. Der Platz ist genau derselbe, auf welchem General Custer im Jahre 1874 wabrend seiner Expedition nach den Schwarten Bergen campirte. In dem reichen Thale zu beiden Seiten des Little Missouri erwarb er große Länderstrecken und begann sich der Viehzucht im großen Maßstabe zu widmen. Mit den Cowboys batte er beltze öiampse zu bestehen, tödtcte einen derselben, wurde angeklagt, aber freigesprochen. Auf seiner Lkanche befinden sich zur Zeit 7000 Stück Rindviel) und 1L,000 Schafe. Die Viehzucht allein genügt ihm nicht und er geht jetzt daran, die Städte und Niederlassungen an der Bahn von den Viehweiden Montana's aus direct mit frischem Fleische zu versorgen. Zu diesem Zwecke wird er an verschiedenen Stationen der Nördlichen Pacificbahn große Schlachthäuser errichten und von dort aus das Fleisch in mit Eiswänden versehenen Waggons Re-frigerator-Cars nach allen Richtungen hin versenden. Am Little Missouri hat de Mores eine Stadt ausgelegt und nach seiner Gattin, einer Tochter des deutschen Bankiers von Hoffmann in New Aork,' 'Madora" genannt. Tort werden sich das Hauptquartier des ganzen Unternehmens und die größten Schlachthäuser befinden. Ferner werden ähnliche Etablissements in Miles City, Billings und Helena errichtet, ivelche bis zum 1. Juni vollendet sein sollen. In Spokane Falls, den Dalles, Portland und Seattle sollen bis zum Oktober Schlachthäuser fertig gestellt werden, und in St. Paul, Minn., wird sich das Hauptdepot für die Refrigerator-Cars befinden. Ist zunächst auch nur die Versorgung des Nordwestens mit frischem Fleische aus Montana in's Auge gefaßt, so ist de Mores doch überzeugt, daß sich die Ausdehnung des GeichäftS bis nach dem Osten mit der Zeit ganz von sclbst ergeben wird. Die , Errichtung große? Eislagerhäuser in Duluth ist jetzt schon im Werk, und von dort aus sollen Milwaukce, Cleveland, Buffalo u. s. w. durck die Dampfschiffe mit ftischem Fleische auS Montana versorgt werden. Die Unternehmungen des Marquis werden dazu beitragen, daß jeder Fuß Grund und Boden in Montana, Idaho u. s. w. für die Viehzucht in Anspruch genommen und daß man in wenigen Fahren Rinder und Schafe dort nach Million', iäb len wird. Ohne Beruf. Ein reichliches Einkommen, auch wenn es uns zufließt, ohne daß wir die Hände darum zu rühren brauchen, ist jedenfalls eine ganz schöne Sache, wenige Menschen aber giebt es, die so aemal . veranlagt sind, daß sie einer berufsmäßigen Thätigkeit entbehren können, auch wenn der Gelderwerb eine solche nicht von ihnen fordert. Wenn der Akensch im Alter auf ein an Arbeit reiches Leben zurückblickt, dann mag er wohl die Früchte dieser Arbeit genießen und verdienter Ruhe sich freuen,, indeß lehrt auch hier die tägliche Erfahrung, daß beiden Meisten die Spannkraft sich verliert, die Zufriedenheit abnimmt, wenn sie ihren Beruf früher verlassen, als die Abnahme der Kraft dies fordert. Der hochbegabte Mensch mag sich geistig unterhalten, in den ver .schicdcnsten Fächern der Wiffcnschast und Kunst dilcttirend immer neuen Genuß sinden und hierdurch nach seiner Weise glücklich sein, der Durchschnittsmensch bringt nicht einmal das fertig. Es gehen jetzt ein paar Fälle krcch die Zeitungen, welche die Wahrheit ebigcr, durchaus nicht neuer Sätze, 'wenigstens aufs Neue beweisen. So berichtet ein New Yorker Corrcspondent der Chicago Times" von einem ihm woblbckannten jungen Acanne in der A!ctropoli5, der aesund und gebildet ist und ein jährliches Einkommen von über 550,000 bezieht. Eine glücklichere Lebensstellung sollte man sich nicht leicht denken können, und doch trägt sich dieser junge und gesunde Millionär fortwährend mit Selbstmordgcdänken. Einem Freunde hat er dieser Tage s?r Elend geklagt : Wie war ich glücklich, als ich noch als Bankclcrk für 82000 jährlich schwer w arbeiten hatte ! Als ich das große Vermögen erbte, das ich jetzt besitze, kannte mein Glück keine Grenzen. Ich begann mein Leben einzurichten, wie ich es jetzt noch führe, und in zwei Jahren bin ich dahin gekommcn, daß mich die Sehnsucht nach dem Tode nicht mehr verläßt und daß ich die Energie vollständig verloren habe, wieder als Geschäftsmann thätig zu sein. Zksterltand ich ' gegen . 1 2jlt au;
nahm bei Delmonsco ein leich'teS Früh stück, fuhr 2 Stunden im Schlitten, folgte um 4 Uhr einer Einladung um Diner, ging dann in den Club und spielte bis 3 Uhr früh Poker. So lange ich spielte, fand ich wenigstens Vergeffenheit. Heute es ist jetzt 1 Uhr bin ich soeben aufgestanden, werde wieder frühstücken, dann meinen Bankier in der Wallstraße besuchen, dann eine Stunde in der Rettbahn reiten, bin dann wieder zum Mittagcffen eingeladen und sehne mich schon jetzt nach den Stunden, die ich in der Nacht am Spieltische zubringe. Ich habe
sowohl im Spiele als in meinen paar peculatloncn immer Gluck, sooaß der Gewinn den Verlust niindestens deckt, aber ich möchte wieder einmal eine so frohe und freudige Stunde verleben, wie ich früher daS Leben kaum anders kannte. Ich habe es mit dem Reisen versucht, es ist überall dasselbe, und hcirathcn? Eine Conventionsheirath würde das Uebel verschlimmern, und ich habe nicht einmal mehr Energie genug, mich zu verlieben. rv r. r t r, . r i cy oin in oer .yat unglucrila), uncnolich, doch' glaube ich, daß ich noch Kraft genug besitze, meinem Elende ein Ende zu machen." Ähnlich lauten die Nachrichten über Frl. Nellie Cooley, eine sehr reiche junge Dame in Wilkesbarrc, Pa., die wahrscheinlich ihrem Leben bereits ein Ende gemacht hat. Bei ihr muß jedoch hinzugefugt werden, daß ihre Butter vor mchrercn. Jahren Selbstmord beging, und daher die Tochter möglicher Weise die Anlage zu dieser Manie geerbt hat. Die genannte jilngc Dame, die von ihrer Mutter ein sehr bedeutendes Vermögen geerbt hat, lebte im Hause ihres ebenfalls sehr begüterteil Vaters und war mit Allem umgeben, was zur Anncbmlichkeit des Lebens beitragen kann. Sie hatte keine bestimmte Beschäftigung, las aber viel und zog sich scheu von jeder Gesellschaft zurück. Auch sie war nicht nur reich, sondern auch körperlich wenig' stens gesund und schön, und hatte in einer der besten Unterrichtsanstalten des Staates eine ausgezeichnete Erziehung erhalten. Seit dem 9. v. Mts. ist sie spurlos verschwunden, ohne daß sie etwas anderes mit sich genommen hat, als den Anzug, den sie gerade trug Ihr Vater hat große Summen auf Entdeckung einer Spur über ihren Verbleib ausgesetzt, ein Aans Heer von Detcctivs ist auf der Suche, aber alle ihre Anstrengungen sind bis jetzt erfolglos geblieben. Auf ihrem Schreibtische fand man ein Blatt..Papier vxlt vier Verszeilen, die in der Übersetzung lauten : Eins rettet doch mich aus ' der Noth, Eins bleibt mir noch', der Tod, der Tod." Darunter war mit fester Hand geschrieben : Ich suche Ruhe in der Vergessenheit." Auch in diesem Falle scheint ein Menschenleben mitten aus den glänzendsten Verhältnissen heraus aus dem Grunde weggeworfen worden zu sein, weil ihm der Halt, ein bestimmter Benif fehlte und die Begabung der Trägerin nicht ausreichte, auch ohne solchen glücklich zu sein. Hänge n. Die Frage, ob der Tod der zum Gab aen verurtheilten Verbrecher durch Ertickung oder durch den Bruch der Wirbelaule herbeizuführen sei, wird in den großen Londoner Zeitungen jetzt wieder lebhaft erörtert. Lange Jahre hindurch galt es für zweifellos, daß der Bruch der Wirbelsäule den Tod am schnellsten und verhältnißmäßig schmerzlosesten herbeiführe, und der bekannte Henker Marwood hat sein Werk stets mittels des sogenannten langen Seiles" verrichtet, welches ... . ... r- . ff oen armen unoer einen ii von Mindestens 8 Fuß in die Tiefe machen läßt. Sein Nachfolger befolgt dieselbe Methode. Der berühmte englische Arzt Dr. Venj. W. Richardson erklärt diese Art, Hinrichtungen zu vollziehen, als eine höchst grausame und fügt hinzu, daß schon der Wortlaut des englischen Gesetzes dieselbe verbiete. Denn daraus, daß der Richter den Angeklagten veriirtheile, am Halse aufgehängt zu werden, bis daß er todt ist, geht hervor, daß der Tod durch Erstickung oder Strangulirung herbeizuführen sei. Und das Gesetz," fährt der ge nannte Forscher fort, welches diese Be stimmung trifft, ist ein humanes Gesetz. Der Tod durch Erstickung ist weit wemaer peinvoll, als das Ende durch den Bruch des Genickes. Von den convulsivischen Zuckungen, welche wir an Gebängten beobachten, fühlen die armen Münder nichts. Dieselben befinden sich genau in demselben Zustande der Äewußtlosigkeit, wie Personen, die unter dem Einflüsse von orydirtem Stickstoffaase stehen. Solche Personen, die in's Leben zurückgerufen wurden, versicherten übereinstimmend, daß sie irgend welche schmerzhafte Empfindungen nicht gehabt haben. Eine Gefahr liegt jedoch nahe : wenn die Gehäygten, sofort nachdem sie abgeschnitten wurden, in den Sarg gelegt werden, können sie unter Umständen, namcntlich in kaltem Wetter, wieder zum Leben erwachen, und es sollte daher kein Hingerichteter beerdigt werden, ohne daß eine gründliche Untersuchung über den wirklich eingetretenen Tod stattgefunden hat." UandwirrhschaftlicheS. Kalk als Düngemittel. Reichlicher Gebrauch von Kalk als Düngemittel erhöht nicht nur. den Ernteertrag, sondern ist auch eines der besten Vorbeuaemittel gegen die Verheerungen der Insekten. In den Landestheilen, welche sich durch vortrefflichen Weizenboden auszeichnen, wie dies in dem größ ten Theile von Illinois der Fall ist, trug in den Jahren kurz nach der Cultivirung des Bodens der Acker durchschnittlich 35 bis 40 BushelS Weizen jährlich, während gegenwärtig der Ertrag sich kaum auf 15 BushelS belauft. Damals enthielt der Boden noch alle die alkalischen Stoffe im Ueberfluffe, welche ihm durch das Abbrennen des Grases und Gebüsches mitgetheilt worden waren. Dieses Abbrenen hatte gleichzeitig die Insekten und deren Brüt getödtet und der Alkaligehalt schreckte diese Thiere ab, sich von der Prairie oder von länger unter Cultur besindlichen Feldern nach neuem Lande zu jvenden. Das jährlich wiederkehrende
Verbrennen des Strohs und. ver Stoppeln führte dem Boden immer wieder neue Akalien zu und machte das Ueberhandnehmen der Insekten sowohl mechanisch durch die Höhe, als chemisch durch den Kaliaehalt des Bodens unmöglich. Das Verbrennen des Strohs und der Stoppeln verbot sich bald von selbst; wir brauchen das Stroh als Futter undStreu zu nothwendig, als daß man es, wie frü her verbrennen könnte. Einen Theil der Stoffe, die wir dem Boden in unsem Ernten entziehen, führen wir ihm durch Düngung wieder zu, aber alle die Düngemittel, die wir verwenden, enthalten die Alcalien, deren der Boden bedarf,um reiche Ernten an Körnerfrüchten zu crgeben, nicht in ausreichendem Maße. Herr S. Jucket, ein Ländwirtb bei Elgin, Jll. empfiehlt als bestes Mittel, dem Boden die Alcalien, deren er bedarf, zuzuführen, den Kalk. Er hat durch eine lange Reihe von. Versuchen festgestellt, daß reichliche Kalkzufuhr den Boden in denselben Zustand der Fruchtbarkeit versetzt, den er kurz nach seiner Uebermachung hatte und gleichzeitig dieselbe Frei-
heit. von Jnsecten erzielt. Die Zufuhr an ungelöschtem Kalk muß reichlich sem und mindestens vier Faß auf den Acker betragen. Vor 16 Jahren hat Herr Jucket zum ersten A!al? Kalk auf seinen eigenen Feldern verwendet. Er hatte damals 20 Acker in der angegebenen Weise mit Kalk gedüngt, 20 daneben besindliche Acker sorgfältig, aber ohne Kalk anzuwenden bearbeitet,und beide Flächen mit Weizen derselben Art und zu dcrselben Zeit bestellt. Auf dem gekalkten Felde erntete er 22 Bushel und 3 Pccks Weizen pro Acker, ans dem nicht gekalkten Felde nicht ganz 13 Bushels. Aus dem ersten Felde war außerdem die Frilcht zwei Wochen früher reif als auf dem letzten. Herr Jucket hat mit demselben Erfolge Kalk auch auf seinen Maisfeldcrn angewandt und glaubt, daß dasselbe Mittel auch die Kartoffeln gegen Jnsecten, speciell den Colorado-Käfer, sicherstellt. Für die Kartoffelfelder empfiehlt derselbe eine noch reichlichere Verwendung als 4 Faß pro Bushel. ' Wilde Kartoffeln. Der Botaniker I. G. Lemmon in Californien erhält jetzt zahlreiche Bcrichle über die Erfahrungcn, welche Landwirthe im Inund Auslande mit den von ihm vertheilten wilden Kartoffeln gemacht haben. Lemmon hat bekanntlich vor vier Jahren wilde Kartoffeln in Llrizona entdeckt und die Knollen mit dem Ersuchen vertheilt. Versuche mit denselben anzustellen und ihm die Resultat? mitzutheilen. Die Kartoffeln hatten ursprünglich die Größe einer Büchscnkugcl, haben aber im Laufe dreier Jahre in Folge der Cultur, die ihnen zu Theil wurde, einen Umfang von drei bis vier Zoll erlangt. Die Knollen und Büsche sind völlig gesund und haben sich überall als äußerst widerstandsfähig 'sowohl gegen ungünstige Witterung als gegen Jnsecten gezeigt. Daß die aus diesen Kartoffeln gKogcnen Früchte unsere gegenwärtigen Sorten verdrängen, ist nicht zu erwarten, wohl aber werden durch Kreuzung neue Svielarten erlangt werden, die die guten Eigenschaften unserer längst eingeführten Kartoffelsorten mit der größeren Widerstandsfähigkeit der wilden Kartoffeln vereinigen. Von der Mündung des Rio de la Plata in Südamerika kommt die Nachricht, daß der Franzose Dr. Ohrond eine ganz neue wilde Kartoffel entdeckt und olanurn ohrondi genannt Hat. Die nähere Beschreibung dieser neuesten Kartoffelart ist noch zu erwarten. Vom Jnlande. Kapitän John Lalor, der in den letzten drei Jahren als Chef-Clerk des Landungsburcaus im Castle Garden fungirte, ist Ende voriger Woche plötzlich gestorben. Kapitän Lalor war im Castle Garden allgemein beliebt und war stets bereit, armen Einwanderern mit Ratt) und That beizustehen. Die Fahrzeit zwischen Amerika und Europa will ein Ingenieur, Namens Sabilloe, durch die Herstellung eineS Schnelldampfers verkürzen, welcher 270 Fuß lang, 100 Fuß breit, von 10,000 Tonnen Tragfähigkeit und mit einer Maschine von 20,000 Pferdekraft versehen sein soll. Das Schiff soll Platz für 1500 Reisende haben und die Fahrt bei günstigem Wetter in 4 Tagen machen. " Auf die Frage: was eigentlich die Liebe sei, sind im Laufe der Jahr taufende schon Milliarden von Antworten gegeben worden, aber keine einzige erschöpfende. Dem Bedürfnisse nach einer solchen wird voraussichtlich dadurch abgeholfen, daß Frauen und Mädchen sich mehr und mehr dem Studium der Mediein widmen.' Frau M. P. Sawtelle, Doctorin und Direktorin des Women's Medical College", veröffentlicht in deni in San Francisco erscheinenden Medico Literary Joumal" eineAbhandlung über die.Pathologie der Leidenschaft und stellt für das Märzheft eine Therapcutik der Liebe" in Aussicht. Daß gerade eine Frau die Liebe als eine Krankheit auffaßt, könnte auffallen, indeß hat für den richtigen Arzt nichts Jntereffe, als was nicht in das Gebiet der Krankheiten, gehört. George W. Boyd, eines der verunglückten Mitglieder der.,JeannetteExpedition", wurde in Philadelphia feierlichst zur Erde bestattet. Die sterblichen Ueberreste des Naturforschers Jeremias Collins wurden auf dcmTampfer City of Chicago" nach Irland eingeschifft. S.almi Morse, der vor c i n iger Zeit so viel genannte Verfaffer und Unternehmer des Passionsspieles, ist im Hudson bei New ?1ork als Leiche aufgefunden worden. Morse war seit dem Verbote des Passionsspieles stets in Geldverlegenheit, in Folge dessen schwennüthig, und es unterliegt keinem Zweifel, daß derselbe den Tod im Wasser gesucht hat. In seinem Zimmer fand man viele Manuscripte, darunter das Passionsspiel", das Sensationsdrama Un the Yellowstone" und ein Drama vor, das den Titel Anno Dornini 1900" führt. Eine Notiz, daß Morse Selbstmord bcabsichtigte, wurde nicht gefunden und der Verstorbene hat gerade in den letzten Tagen wiederhelt geäußert, daß er den Selbstmord für einen Act der Feigheit balte ErwctwaßO Jahrealt und
alS Kind jüdischer ältern in Russisch Polen geboren. Sein wahrer Name war Salomon MoseS. Von seinen Eltern im Rabbiner bestimmt, studirte er den Talmud und brachte es darin zu einer gewissen Berühmtheit. Die Idee, ein Passionsspiel ui schreiben, faßte er in Palästina und erzielte durch Llufführung desselben in San Francisco beträchtliche Einnahmen, hat aber in neuerer Zeit alles verloren. Die Leiche wurde letzten Sonntag auf dem jüdischen Friedhofe in Bayside bei New Jor! beerdigt. Sheriff Brown von Nichmond Countv, Staten Island, machte dieser
Tage die Entdeckung, daß unter den im County - Gefängniß inhaftirten Gefanaenen ein Complott zur Bewemtelligung eines allgemeinen '.?sbruchcs im Gange war und er ließ aus diesem Grunde sämmtliche Zellen des Gefängniffcs einer Untersuchung unterwcrfen. In einer alten Vkatratze versteckt fand man mehrere Stahlsäzen, Stemmeisen, Hämmer, ein Maaß, vt cynewer ne gevraucycn, jowre cme Menge Einbrecherwerkzeuge. Es wurde auch ermittelt, daß das Dach des Gefängnisses an zwei Stellen feh-. lerhaft ist und die Gefangenen die Absicht hegten, jene Stellen, zu denen sie ohne große Schwierigkeit gelangen konnten, zu durchbrechen. Unter den Insaffen des Gefängniffcs befinden sich mehrere desperate Bursche, die vor keinem Verbrechen zurückschrecken, wenn cs sich um ihre Freiheit handelt. Das Gefängniß vird jetzt viel schärfer bewacht als früher und ausgedehnte Vorsichtsmaßregeln sind getroffen worden. Ein non plus ultra von geschmackloser und gerad:zu verletzender ökeclame hat ein Kleiderhändler in New Aork an Washington's letztem Geburts tage fertig gebracht. Er hatte einen angeblich echten Ueberrock Washington's ausgestellt, in welchen Washington sich an den kaltenWintertagen inValleyForge hüllte". An dem Ueberziehcr war die Aufschrift befestigt : Wie würde Washington gestaunt taöen, wenn er unsere ganzwollenen Beinkleider gesehen hätte, deren Preis wir jetzt auf 1.90 rcduzirten !" Die Vefiler der Kohlenbcrgwerke bei Leisenring, Pa., sind außerordentlich humane Leute. In ihren Gruben ereignete sich bekanntlich eine Explosion von bösen Wettern, welche 18 Arbeitern das Leben kostete, die am 22. d. Mts. beerdigt worden sind. Die Herren haben diese Arbeiter nicht allein kostenfrei beerdigen laffen, sondem thun fluch slll3 Möalicke. die 9fot& der .CStns tcröliebcnen' zu lindern. Gewiß sehr anerkennenswert ; aber für den Arbel ter bleibt cs doch ein schlechter Trost, daß er kostenfrei beerdigt wird, wenn er durch die Fahrlässigkeit der Grubenbesitzer sein Leben verliert. Entiündunaen böser Wetter und andere Unfälle kommen auch in Bergwerken anderer Lander vor, allein die Häufigkeit solcher Unglücksfälle in Amerika hält gar keinen Vergleich mit Europa aus. Mit den modernen Hllfs .,ltteln läßt sich die Gefahr einer derart! gen Explosion auf ein Minimum bcrab fchrauben, durch Ventilation und genaue Inspektion fast ganz vermeiden; aber unser Raubsystem, die amerikanische Unterschätzung des Werthes eines Menschenlebcns, macht Unvorsichtigkeit und Vorwitz zur Regel. Es ist festgestellt, daß in dem vorliegenden Falle die Ventilation gehemmt und war wenigstens ein Arbeiter sich weigerte, in den Schacht zu gehen, weil die Luft dort schon am Tage vor der Explosion sehr schlecht war. Allein die Herren Besitzer scheinen sich darum sehr wenig gekümmert zu haben und schickten ruhig ihre Arbeiter in die mit Grubengas angefüllten Stollen. Bei . r r r cm r r r oer )o yaui.ig.en Wieocneyr joicyer k)-ayr lässigkeit und den schlechten Löhnen kann man sich nicht wundern, daß die Unzufncdcnheit unter den Bergleuten Penn sylvaniens zunimmt, und die Herren Ar beitgebcr mögen versichert sein, daß anständige Begräbnisse nicht genügen, um diese Unzufriedenheit zu heben. Klug und vorsichtig ist die siebenjährige Amy Bell zu Manchester in New Hampsbire. Sie trat dieser Tage m öle Älermac paroan: und sprach den Wunsch aus,die Bank zu besichtigen. Da sie allein gekommen war, so machte r L " Y i i c r" ney oer scysymeiner rer ant vas 5er gnügen, ihr Alles zu zeigen : Aankbücher, Hauptbücher, Zahl- und Zähltische, den riesigen, diebessicheren Geldschrank, ja sogar das höchst verwickelte Schloß des letzteren. Amy Bell erklärte sich höchst zufriedengestellt und sagte, ihr Vater habe 95 für sie deponirt und sie wolle sich nur mit eigenen Augen davon über zeugen, dah das veld auch staer sei. istne aus Bcennoorr rn Siebenbürgen gebürtige siebzehnjährige Dlenstmagd camens atharlna Wellmer, eine mittellose Waise, war Ende vorigen Jahres auS Kronstadt, wo sie in Dienst gestanden, entwichen und hatte sich in iyrem Heimathsorte im leerstehenden Hause ihreS bei der Gendsarmene dienenden Bruders verborgen. Seit dem 2. Jan. wurde das Mädchen nicht mehr gesehen. Auf wiederholtes Ansuchen der Angehö rigen desselben wurde die leerstehende Wohnung, welche auffälliger Weise von innen verriegelt gefunden wurde, durchsucht und hierbei schließlich der Leichnam des Madchens m einer großen geblum ten Truhe, wie solche in jeder Bauern stube vorhanden sind, aufgefunden. Die eingeleitete Untersuchung hat ergebcn,daß die Unglückliche, die nach ibrcr tntwei chung aus dem Dienste wahrscheinlich aus Furcht vor Entdeckung das unbewohnte Hauö ihres Bruders aufsuchte i r r ' i" r . uno in vieler ruye ncy veroergcn wollte. durch Zuschlagen des mit Widerhaken vcv sehencn Schlosses im eigenen Versteck lebendig begraben wurde und daselbst eine schrecklichen Todes gestorben ist. Die Annahme eines beabsichtigten Selbstmordes oder eines Verbrechens erscheint durch das Ergebnis: der Untersuchung ausgeschlossen. DerPerlmutterdrechsler Friedrich Stiller m Rudolfsheim und fein dreizehnjähriges Töchtcrchen wurd:n am 3. Februar bewußtlos, seine Gattin und zwer zungere Kmdc? bereits todt rn iiyren Betten gefunden. Das Schlaf Zimmer war mit Rauch gefüllt, der durch .eine Verschiebung des Ofenrohrs nach Men MgejrLmLwar.
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