Indiana Tribüne, Volume 7, Number 159, Indianapolis, Marion County, 27 February 1884 — Page 2

indians Hriöüne.

' Sr sch eint FSgliH) VöHentttch n. Sonntags. fffce: 120 MnrhlandKr. rKittlallt .Tttdünt" kostet durch den TrSger 12 D Kch'. die Sonm.g, ..Iribüa. i Centl per Loe. Leide ,usaen 15 ffntl. P oil ,uzeschit in Lokautte,zhlu 6 per JaSr. Indianapolis. Ind.. 27. Februar 1634. Die Czcommunication deS Mahdi. Gin Correspondent der Lond. Daily NewS" sagt, an dem Tage, da Acht und Bann über den Mahdi ausgesprochen kordm, sei die Lage der Dinge im Su dan in nn nmes Stadium getreten. Die faxereffanie Cerariwiic, welche ganz Sua, lim in fanatische Aufregung vnseZre, fand am Neujahrstage statt. Zur Vornähme derselben atte sich ein Heiliger," der Scheik Mohamed Osman el Maghra? iri von Kairo nach Suakim begeben. - Derselbe ist eines der größten Kirchenlichter deS Islam' wie der Kherif von Mecca leitet er seme Abstammung dirett aus den Propheten zurück. Sein Groß vater gründete einen mächtigen Geheimbund, an dessen Spitze gegenwärtig der Enkel steht. Unmittelbar nach seiner Ankunft ernannte der letztere viele Dsj ciere der egyptischen Armee zu Mitglle dern dieses Bundes und sicherte sich hierdurch die Ergebenheit und Anhänglichkeit der Truppen. Der ganze Orden ist theils geistlichen, theils weltlichen CharacterS Und nimmt mindestens dieselbe Bedeukung ein, wie di: von dem Scheik Abeidullah in Kurdistan und die von dem Scheik .Sanouisse in Tripolis gestiftete geheime Gesellschaft. Alle drei sind von leichem Haffe gegen die Herrschaft der Ottomanen beseelt und unterwühlen deren Bestand. Kaum war die große Acht gegen den Mahdi ausgesprochen worden, die sich natürlich auch auf alle seine Anhänger erstreckt, so liefen Zuschriften der Scheiks, wnächst der Stämme m der' Nähe von Suakim, bei dem Maghrani ein. Ihnen folgten die Scheiks mit den Kriegern ihrer Stämme in Person. Halrfa, der Chef der ?!ourab's und Moussa, der Chef der Shaiyab-Araber, eröffneten den Nei gen. Sie und ihr Gefolge ritten auf Dromedaren und waren mit Speeren, Schwertern und Schildern bewaffnet. Beide sagten sich nicht nur von dem ,,fal schen Propheten" feierlich los, sondern Mouffa klagte auch Osman Digma, den Generaladjutanten deS Mahdi, , an, derselbe habe sämmtliche Rinder seines Stammes durch seine Soldaten davon treiben lassen ; er bat den Maghrani um Truppen, um Digma züchtigen zu kön nen, mußte sich aber mit dem Segen deS heiligen Mannes und mit der Äersicherung begnügen, im Paradiese sei ihm ein besonders angenehmes Plätzchen bereitet. Lm 6. Januar besuchte Maghrani den Ceneral Baker im Lager. Die Scene, die sich hierbei abspielte, war die großartigste, welche Suakim je erlebt hat. Der ganze Weg, den der heilige Mann von seiner Wohnung bis zu dem Zelte des VeneralA zurücklegte, war auf beiden Seiten mit Truppen eingefaßt. Osman war in eine Tunica von blauer Seide gekleidet und ritt ein weißes Pferd ; ihm voraus zog eine Abtheilung Militär mit Musik und hinter ihm drein drängte sich fast die ganze Bevölkerung von Suakim. ijasi alle waren m weiße Tuniken geklei det und diese, die weißen Zelte und die braune Steppe, über der sich der blaue Himmel wölbte, bildeten ein ungemein belebtes und phantastisches Bild. Nur denn in Indien daZ Fest des Haffan oder Hussein, des Mohurrum, gefeiert wird, bietet sich dem Beschauer ein ähnlicher Slnblick. Männer und Frauen drängten ich mit Gewalt an den Maghrani hinan, gerührten flüchtig fein Pferd oder sein Vewand und jauchzten freudig auf, alS ob ihnen das größte Glück widerfahren Sei. Di; Frauen und Mädchen unter reiten fortwährend einen leisen Gesang. Am 7. Januar rückten fünf oder sechs Scheiks mit zahlreichem Gefolge in . die Stadt ein ; ihnen ertheilte der Maghrani öffentlich Audienz. Der erwähnte Coefpondent, der unter den Geschäftsleuten in uailm eine angei.eyeneteuung emnimmt, wohnte derselben bei. Es war mir gelungen, in dem Hause deS heiligen Mannes unmittelbar vor Beginn der Ceremonie Einlaß zu sinden. Die Empsangshalle war ein sehr geräumiges Zimmer, welches frisch geweißte . Wände einschließen; dieZensteröffnungen : sind nicht mitFenstern,sondern mit durch brochenen Holzschnitzereien ausgesetzt, deren Oeffnungen einen entzückenden Blick auf den Hafen mit seinen Schiffen ge währen. Der aus Estrich bestehende Bo- . den ist mit einem ordinären Teppich be5 deckt. Die hintere Hälfte der Halle ist -'um lj Fuß gegen die vordere erhöht, und auf der ersteren stand an der Rückwand t der Divan des D!agrhani, ein gewöhn- ' liches Ruhebett, das mit einem groben ,, Teppich bedeckt war. Vor diesem nah- ' men die Scheiks mit ihrem Gefolge im Halbkreise Platz, lauter kräftige und doch schlanke Gestalten, in ihrer Unbeweglichkeit Jeder ein Herkules aus Bronze ; die Chefs waren in weiße Tuniken und verschiedenfarbige Tuniken gekleidet, die Krieger ähnlich, nur weniger stattlich und sauber. Als die Versammlung sich vollständig geordnet hatte, streckte El Magrhani den rechten Arm aus und Alle verhielten sich unbeweglich und in lautlosemt Schweigen. Der heilige Mann sprach . ungemein schnell und heftig, aber doch vollkommen verständlich, forderte im All--meinen zur Treue gegen den wahren . Propheten und gegen den Khedive auf 'und wendete sich sooann an die einzelnen ScheikZ. Von den letzteren erhob sich sodann ein ehrwürdiger Greis, Haffan, der Chef der HaddendowaS, und versicherte ferne und der übrigen Anführer Reue darüber. daß sie nicht lofort den falschen Propheten" bekämpft hätten, sicherte auch dem Magrhani unbedingten Gehorsam V u. Im Lause seiner Rede erwähnte er,. daß Osman Digma mit 20,000 Mann mir sechs Stunden von Suakim stehe. Otf jeMMW lWkttsMm-

fach Nicht nur er,auch der Mahdi möge kommen, wenn er meinen Weg kreuzt, werden er und, die Seinigcn sich bald wiedersehen, aber nicht im Paradiese, fondern in der Hölle". Diese ziemlich drastische Bemerkung wurde mit einem beifälligen Lächeln aufgcnommen,welches bewies, daß der Fanatiker seine Macht in den Augen seiner Zuhörer wenigstens nicht überschätzte. Hierauf entblößte der Maghrani seinen rechten Arm, die Scheiks und später die Krieger drängzcn sich an ihn heran, berührten den Arm mit der Spitze eines FinzerS und sprachen das kurz gefaßte Glaubensbekenntniß und Treugelöbniß nach, welches der heilige Mann in näselndem Tone, sonach mit auffallend anderer Stimme, als .er vorher geredet öatte, vorsprach. Alsdann blies der Heilige feinen schnell gewonnenen Anhängern in's Gesicht und in die Hände, segacte die ihm dargereichten Ztosenkrünze, und damit war die Ceremonie beendtt. Mich winkte der Maghrani hierauf zu sich, lud mich ein, ihm gegenüber Platz ur nehmen und achte mir bei einer Tcrffe Moccä verschiedene Mittheilungen. Das interessantste für mich war die felsenfeste Zuversicht, mit welcher der Mann an seine Mission und seine Macht glaubt. Ein Mann von meiner Fröm migkeit sagte er, muß Erfolg haben. Ich sende meinen eigenen Sohn an Osman Digma und lasse ihn zur Ünterwcrfung auffordern. Könnte ich mit dem Mahdi selbst eine einzige Stunde disvu tiren, er würde bereuen und sich bekehren ; El Mahdi meint es wohl, aber er legt den Koran falsch aus; nur eine Stunde möchte ich im friedlichsten Gespräche mit ihm verbringen und ich würde ,hm aus dem heiligen Buche beweisen, daß er sich irrt." Ich fuge hinzu, daß oer Maghrani allerdings für den besten übenden Kenner deS Korans gilt." Künstliche Diamanten Der Diamant besteht bekanntlich au5 dem in der Natur überall verbreiteten Kohlenstoffe und ist sonach seinem Stoffe nach nichts anderes wie Holzkohle und der Graphit unserer Bleistifte. Sein Werth beruht lediglich in der Krystallform. Man hat versucht, Kohlenstoff durch Anwendung eines ungeheuren Drucks zu einem festen Körper zu verdichten, hat jedoch blos so wimig kleine Steinchen herzustellen vermocht, daß solche völlig wcrthlos sind. Viel glücklicher ist man dagegen mit der Nachahmung der Edelsteine und speciell der Diamanren gewesen. Alle früheren Methoden werden durch ein kürzlich in Paris entdecktes Verfahren in den Schatten gestellt und

die nach solchem hergestellten Steine werden zur Zeit in großer Anzahl in die Ver. Staaten eingeführt und nnter dem Namen heliolas" oder kleine Sonnensteine verkauft; dieses Wort ist daS Verkleinerungswort des griechischen helioa, unserer Sonne. Auch zur Anfertigung dieser Steine wird das unter dem Namen Straf; oder Mainzer Fluß bekannte weiche, glänzende und bleireiche GlaS benutzt, welches schwerer ist als der gewöhnslche Diamant. Diese Glasmasse wird einem sehr großen Hitzegrade ausgesetzt und dann unveimittelt in kaltcs Wasser gebracht ; hierdurch wird ihr Korn oder Gefüge außerordentlich fein, somit klar und durchsicytig, die Oberfläche aber ungemein hart und spröde, so daß sie eine glänzende Politur annimmt. Der auf diese Weise behandelte Straß wird dann auf dieselbe Weise geschnitten und polirt wie der echte Diamant, und zwar bedient man sich hierzu Horizontler Scheiben aus möglichst weichem Stahle, die, mit Diamantstaub und Oel behandelt, gegen den dawider gedrückten Stein rotiren. Der echte Diamant wird einzeln geschliffen, die HeliolaS werden an einem Stabs befestigt und in größerer Amahl dem Processe unterzogen. Unter nachgemachten Diamanten werden Folien in beliebiger Färbung angebracht, welche daS Feuer der künstlichen Steine erhöhen, unter den neuen Kunstproducten wird nur ein ga.w kleines Srhck Folie befestigt, in Folge dessen die Strahlen von dem Mittelpunkte deS Steines auszugehen scheinen. Die Herstellung der Heliolas war ursprünglich ziemlich kostspielia,durch mehrfache Berbefferung des Verfahrens sind die Steine nicht nur billig geworden, sondern können auch in jeder gewünschten Größe und aroe hergestellt werden. Nach New Iork werden die meisten künstlichen Diamanten merkwürdiger Weise von der bedeutendsten Firma in London importirt, die bisher in Betreff des Handels mit echten Steinen für die erste der Welt galt. Der Laie kann die Heliolen auch bei der aufmerksamsten Prüfung von echten Steinen nicht unterscheiden, der Juwelier dagegen vermißt an ihnen den eben nur den wirklichen Diamanten eigenthümlichen und nicht zu beschreibenden tiefen Glanz. Zu Zwecken des Betrugs wird natürlich die neue Erfindung mit großem Erfolge ausgebeutet, und ein New Iorker Pfandonkel hat einem verschwiegenen Berichterstatter verrathen, daß ein Speculant in der Wallstraße die echten Steine seiner Fra?l versetzt und durch Heliolen ersetzt hat. Die gnädige grau hat bisher den frommen Betrug nicht entdeckt. Ein bedenklicher Präcedenzfall. Der Grundsatz: Wer lügt, der stiehlt, ocr wird gehängt," hat weder in irgend einem Gesetzbuche der Welt Ausdruck und Anerkennung gefunden, noch wird er von den Männern der Wissenschaft, die das sogenannte Naturrecht zusammenaezimmert haben, als in solches gehörig bezeichnet. Der neuen Welt war es vor behalten, daS deutsche Sprichwort durch ein Beispiel m illustriren. Nicht der ordentliche" Richter, der nichts Außerordentliches leistet, hat solches getban, sondern der außerordentliche, der nichts Ordentliches vollbringt und nicht einmal auf den Richtereid verpflichtet ist, der Richter Lynch. In Arizona haben kürzlich die Herren Vigilanten einen Mann durch Aushängen am Halse, bis daß er todt war, in ein befferes Jenseits beför dert, weil er ein unverbefferlicher Lügner war. Mit Uebergehung des StehlenS, welches das Sprichwort als Vorbedin gung deS Gehängtwerdens voraussetzt, ösben sie dm gLwU ww AeyM

abgekürzt und ihn 'blos wegen des bischen LügenS mit des Seilers Tochter getraut. Richter Lynch hat durch das Aufknüpfen deS Erzlügners einen höchst bedenklichen Präcedenzfall geschaffen. Will sich die Volksjustiz nicht ewig den Vor. Wurf machen, den von ihr Gerichteten nicht nur ohne Fug und Recht, sondern auch ohne allen Grund das Lebenslicht ausgeblasen m haben, so muß sie an dem einmal befolgten Grundsatze festhalten und in Zukunft alle Lügner hängen. Du lieber Himmel, mas soll dann auS unS werden? Die Politiker würden zuerst aus der Welt verschwinden und ihnen würden die Advocaten am schnellsten folaen. Selbst unter Geschäftsleuten, ja sogar auf den Börsen wird mitunter ge logen, und sogar dem schönen Geschlechte sind in vereinzelten Fällen schon Abwei chungen von der Wahrheit nachgewiesen worden. Wir würden bald gar sehr ver einsamt in der Welt stehen, denn die Einzigen in diesem Jammerthale, die fo lügen, sind feie Zerrungen. Der Panama-?a?ral. Der Dampfer Tenneffee", Flaggenschiff des nordatlantischen Geschwaders unserer Marine, ist am 17. dies. Mon. vor New Orleans vor Anker gegangen, nachdem er vorher über eine Woche vor Aspinwall stationirt gewesen war. Lieu tenant zur See Kimball, der vor einem Jahre eine genaue Prüfung der Arbeiten am Panama-Eanale vorgenommen hatte, hat auf Anweisung des Admiral Cooper auch den gegenwärtigen Stand der Arbeiten untersucht, und berichtet, daß im letzten Jahre das großartige Werk in überraschender Weise gefördert wurde. Nahezu 20,000 Neger von Jamaica sind jetzt unter Aufsicht der französischen Inzenieure thätig ; große amerikanische Äaggermaschinen arbeiten - Tag und Nacht, die Panamabahn kann alles für den Bau erforderliche Material ohne Verzögerung befördern und für die Bahn, die zum Wegschaffen der ausgegrabenen Erdmaffen gebaut wurde, sind 150 weitere Lokomotiven bestellt. Der Strom ChagreS wird nicht in den Hauptcanal geleitet, sondern, bevor er solchen berührt, abgedämmt und in einem Neben'canale parallel mit ersterem dem Golfe zugeführt. Alle Arbeiten bis auf diejenigen in zwei Sektionen sind jetzt contractlich vergeben; die Bauten in letzteren werden ihrer Schwierigkeit we gen direct von den Beamten und Arbeitcrn der Compagnie ausgeführt. Der Oberingenieur at erst kürzlich wieder von Paris aus die Weisung erhalten, die Vollendung der Arbeiten so sehr als irgend möglich zu beschleunigen ; anGeld fehle es nicht. In 5 Jahren kann man wie jetzt gearbeitet wird, die Fertigste! lung deS Canals erwarten.

Taaffeö Versprechungen. Wie eS seinerzeit die deutsche Reichsregierung nicht an der Versicherung feh len ließ, daß sie von dem Socialistengesetze nur den vorsichtigsten Gebrauch machen werde, so betheuert jetzt auch die österreichische Regierung, daß sie die ihr verliehenen ungeheuerlichen Vollmachten nicht im Geringsten mißbrauchen werde. Graf Taaffe führte einem Correspondenten des Londoner Standard" gegen über aus, es wäre ungerecht gewesen, die Ausnahmemaßregeln allein gegen die Arbeiter in Anwendung zu bringen; dadurch werde dem Arbeiterstande, deffen große Mehrheit auS ruhigen, gesetzlich denkenden Menschen bestehe, eine schwere Beleidigung angethan. Unsere Maß regeln", fuhr Gras Taaffe fort, sind alzo ganz allgemein gegen Diejenigen und gegen diefe allein gerichtet, welche daS Leben und Eigenthum gefährden und die öffentliche Ruhe und die Ordnung stören. ES fällt mir aber im Traume nicht ein, diese Maßregeln im politischen Sinne zu verwerthen ; es fällt mir ins besondere nicht em, ein Attentat gegen den Liberalismus oder die Presse zu unternehmen. Wer.daS von mir glaubt, der kennt mich nicht und beleidigt mich geradezu. Ich würde einen solchen Gebrauch der AuSnahmsgesetze als politi jche? Macktmittel für einen abscheulichen Mißbrauch halten, den nicht zu begehen ich meiner ganzen Vergangenheit und meinem Namen schuldig bin. Sie kön nen also in dieser Beziehung vollkommen beruhigt sein, und alle Welt wird überdies bald erfahren, in welcher Weife von der Macht Gebrauch gemacht wird, welche die Regierung gegenwärtig besitzt. Wir werden in der strengsten Form für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung sorgen, aber weder den Liberalismus, noch die liberale Presie im Geringsten tangiren, insofern die letztere unsere Action zum Schutze von Leben und Eigenthum nicht zu stören unternimmt. WaS nun die Arbeiter betrifft, so glaubt die Regierung durchaus nicht, daß sie damit Alles gethan hätte, wenn sie ihre Versammlungen nicht gestattet und wenn sie ihnen den Maulkorb anlegt. Zuerst muffen zwar Ruhe und Ordnung gesichert sein, dann aber werden wir an die Heilung der Schäden denken müffen, welche thatsächlich vorhanden sind, und die Reaierung, die ja schon mit Gesetzesvorschlagen vor das Parlament getreten ist, wird mit der arökten Obiectivität die Wünsche oder Beschwerden der ordnungSliebenden Arbeiter anzuhören bereit sem, und thun, was nur irgendwie möglich ist, um diese Wünsche zu befriedigen.". Nun, die Zukunft wird ja bald genug lehren, wie ernstgemeint diese Verspre chungen waren, namentlich was die Hei lung der Schäden" anbelangt. Die Arbeiter in Wien und Umgebung scheinen jedenfalls durch den verhängten AuS nahmezustand nicht fondernnch einae schüchtert zu sein. Sonntag, den 3. Febr. waren in Floridödorf große Arbeitermas sen angesammelt, welche gruppenweise in Wirthshäusern und Schänken vertheilt, allerlei revolutionäre Lieder sangen und dann in Trupps von beiläufig 100 bis 200 Mann durch die Straßen, theilweise auch durch die Wiener Straßen zogen und immer ihre verbotenenLieder sangen. Daß es dabei ohne schlimme Zwischen fälle ablief, ist nur dem Umstände zu verdanken, daß die Polizei sich kluger Weise jedes Eingreifens enthielt. . Während aber die Polizei die Ueber, LW.deI.kZKZ vkn.crHbM

Rnuinmungen, jenes des demontratiden Verhaltens auf öffentlichen Straßen und Plätzen", und jenes des Singens revolutionärer Lieder in Floridödorf und Wien ignorirte und dadurch eine Störung der Ruhe verhütete, geht sie unausgesetzt mit der Säuberung der Residenz und deS benachbarten Gebietes von socialistischen Elementen energisch vor, und kaum em Tag vergeht, an welchem nicht eine größere oder geringere Anzahl von Ausweisungen und Abschiebungen vorkommen. 5m Uebriaen merkte man in Wien

selbst, wenn man allenfalls von entlegenen Arbeiterquartieren absteht, anfänglich wenig oder nichts vom Ausnahmezustand. Der Fasching machte, wie sonst und eh' seine Rechte geltend. Wien tanzt und tanzt,höchstenS gelegentlich im Scherz sich daran erinnernd, daß es auf einem Vulkan tanzt." Neservation für Neger. Im Senate der StaatSgesetzgebung ddn Wrgirrlen ist von Absalom Kviner X..C.U m.lm YKUtg UHsiWUVttyV i.V(1U Vtit bracht worden. Derseloe macht nämI - l-mm im fTWta ArnAA Tj wf X. f tm li( UUCIil Ui VUUU WUM, welcher , bisher höchstens theoretisch ervrtert worden ist. Es heißt darin, daß sich deS besten und gebildetsten Theiles der Negerbevölkerung immer 'mehr die Ueberzeugung bemächtigt, die Neger könnten unter der Herrschaft von Weiße!, nicht leben. Die gesellschaftliche Ungleichheit entwickelt Eifersucht und Mißtrauen, woraus in weiterer Folge eine unversöhnliche Feindschaft entsteht. Da letztere auf den Einrichtungen der Gesellschüft selbst beruht, so kann sie nicht durch gesetzgeberische Maßregeln, sondern nur durch mögligst voll ständige Trennung der beiden Äassen von einander beseitigt werden. 9!amentlich in den von Negern stark bevölkerten Ge genden müsse jur Verhütung blutiger Kämpfe ein Sicherheitsventil geöffnet werden. Deshalb möge die Legislatur von Virginien die Abgeordneten jeneS Staates im Congreffe er,uchen, die Bundesregierung auf die Nothwendigkeit der Errichtung eines besonderen Negerterritoriums zu ?rweisen. In dasselbe sollen diejenigen Neger versetzt werden, die eS vorziehen, getrennt von den Weißen einen selbständigen Staat w errichten und die Selbstregierungs-Fähigkeit der Schwarzen zu beweisen. Selbstverständlich wird sich der Conareß mit dieser Angelegenheit nicht besaffen, denn die Annahme des VorschlageS würde nicht den geringsten Erfolg haben. Wie das Beispiel der Indianer beweist, würden die Weißen kein Negergebiet schonen, wenn dasselbe irgendwie begehrenswerth wäre. Sie würden den Schwarzen das Land stehlen, daS sie ihneii feie'. geschenkt bätten. , . . W Vom Inlands. Sergeant Phillips vom 23. Ver. Staaten Jnfantene-Neglment, zu ivort Union. Neu-Meriko, in Garnison, -schreibt an den ..N. 5). Herald" einen Brief, wonn er als Gmnd der zahlrei chen Desertionen aus die willkürliche Bestrafung der Soldaten für kleinere und größere Vergehen hinweist ; des Weiteren werde derSoldat zum gemeinen Bedienten herabgewürdigt u. sei Insulten seitens der Offiziere bei fast allen Gelegenheiten aus gesetzt. Die militärische Ambition werde dadurch gebrochen, und so seien denn auch kaum mehr Leute im Dienste zu finden. die das Soldatenleben als einen Schritt zu ihrer Beförderung betrachteten. Der in NewFork inVerbinduna mit der Deutschen Gesellschaft" thätige RechtS-Schutz-Verein" erledigte im letzten Jahre 1400 Streitfälle gegen 212 in 1376, als der Verein in's Leben gerufen wurde. Der Verein collektirte direkt im letzten Jahr V9702.29, durch Vermittlung 37337.81, zu ammen 17, 040.10. 1876 betrug die Summe nur $1000. Außerdem war der Verein in iwölf Fällen in Polizeigerichten, Haupt sächlich zur Verfolgung und Bestrafung von cowinviern, lvaiig, uno oieze e mühungen waren mit Erfolg gekrönt. In einem Prozeß, welchen die BundeS-Regierung gegen die New Jorker Brauer Hemr. Clauzen & Sohn wegen nichtbezablter Steuern anstrengte. gaben die Geschworenen im Philadelpbiaer Bundesdistriktsgerichte einen Wahrsdruch zu Gunsten der Kläger ab. Die Beklagten hatten geltend gemacht, daß sie die Gewerbesteuer in New Aork, wo sie ihre Brauerei haben, bezahlen und die Philadelphia Filiale einfach em Depot zur Versendung des Bieres an ihre Kunden und deshalb keiner Steuer unterworfen sei. Man hegt die Befürchtung, daß wir der Silberwährung zusteuern. In NewAork ging vorige Woche das Gerücht, daß der Hilfs-Äundesschatzmei-ster die Clearing House-Association" vertraulich befragt habe, welche Wirkuna eS haben würde, falls die Regierung in Zukunft ihre Bilanzen mit l Silber ausgleiche. Das Gerücht gab zu vielen Commentaren Anlaß. ' JnPhiladelphia bestreiten Erben des Wilhelm Wetzel sein Testament. Der 70 Jahre alte Mann hatte, als er starb, drei lebende Frauen ; von . . ..rx:.v c- c:a ?' e qxiueimj) auel. en5 dem Sobne der letzten Frau. Im Verhör vor Gericht wurde ausgesagt, daß Wetzel Spiritualist war und an Hexen k -i-.r.i- . : : rt. - K. fliauoie uno immer einen aa uoer oem Einsang zu seiner Wohnung befestigt U hatte, um Hexen zu verscheuchen. Der Gouverneur von New ,'Fork hat Homer. D. Skinner, der in chuyler County am 3. Marz 1631 wegen Brandstiftung zu siebenjährigerZucht hausstrafe verurtheilt worden war, begnadlgt. In dm Gründen, durch welche der Gouverneur seine Verfügung rechtfertigt, führt derselbe aus, er sei nach reiflicher Erwägung aller .Umstände zu der Ueberzeugung gekommen, daß Skin ner nicht der Brandstifter war. In dem Dorfe WatkinS waren Ende 1330 mehrere Brandstiftungen vorgekommen und eS war eine Belohnung auf Entdeckung der Thäter ausgesetzt worden. DieS erregte die Aufmerksamkeit eineS übelberüchtigten Burschen in der NachbarZchaft, denacA iIainZound üb

zweien war er gcieven.

,edem der Kmder der ersten veidenFr

nur L5und den Ziest seines Vermöa

Skinner, den leichtsinnigen ?oyn achtbarer Eltern, einen solchen Einfluß gewann, daß dieser aus dem Nausche nicht mehr herauskam. Am Abend des Feuers saß Homer Skinner betrunken in einer Kneipe und war eingeschlafen. Jener Bursche und ein Spießgeselle weckten ihn und schleppten ihn fast gewaltsam nach dem Hause, aus dem kurz darauf daZ Feuer emporschluz. Ein DeputySheriff war der erste am Platze und verhaftete Skinner ; ein zuverlässiger Mann half den bis zur Besinnungslosigkeit Vetrunkenen in das Gefänaniö bringen.

Diese Umstände sind nicht völlig erwiesen, werden aber durch beschworen? Zeugenaussagen unterstützt. Bei dem Maskenbälle des ,,Arion" in New York erregte das Bild un Maskenzuge den größten Jubel, welches acht amerikanische Butchcr" im Geschäftscostüme darstellte, welche einen Leichensiein auS Granit fuhren, an dessen Ecken vier stramme preußische Grenadiere Wache hielten. Auf dem Monumente stand em fettes amerikanisches Schwein, welche Vismarrk als Reitpferd diente. Dem Wagen wurde ein Banner mit der Aufschrift Expork" vorangetragen. Äepräfent anten der SorghumInternen befürworten augenblicklich in Washington, daß die weiteren Untersurbungen über die Erzeugung vonSorghum Zucker der National Academy of Sciences" übertragen werden. Jedenfalls haben die Farmer, welche ausgedehnte Experimente in Sorghum gemacht baben, vollständig Recht, wenn sie ver langen, daß die unwiffenschaftlichen Zänkereien im Ackerbau-Bureau endlich aufhören und durch wirklich wissenschaftlich geleitete Versuche der Werth und die Möglichkeit deS Sorghum-BaueS für die verschiedenen Landestbeile festgestellt wird. Wie e:i dortiges englisches Blatt meldet, ist im Township Londen in Freeborn County in Minncsota, eine Frau mit fünf lebendigen Kindern Niedergekommen, die alle gesund und munter sind. Die fruchtbare Mutter ist eme Aanln. In Washington ist eine amerikanische Prohibitiv- und Anti-Geheim-aesellschaftcn-Eonventlon zusammenqetre ten. DaS Programm lautet : 1. Unsere Rcaieruna ist eine christliche und keine heidnische, der Gott der christlichen Bibel ist der Schöpfer bürgerlicher ceglerung ' 2. Gott verlangt und der Mensch bedars den Sabbath ; 3. Verbot der Fabrikation und deS Verkaufs aller berauschenden Getränke ist die wahre Politik der Mäßigkeit : 4. alle Freibriefe geheimer Gesellschaften sollten aufgehoben und ihr Eid verboten werden; 5. bürgerliche Gleichheit aller Bürger nach den Amende ments; 6. Schiedsgerichte uir Schlichtung aller internationalen Mißhelligkeim f r r-f . , . , . ten' 7. vle Jütoei ms Vaupk-unierricyts-buch in allen Schulen : 8. alle Land- und anderen Monopole sollten abgeschasst werden ; 9. einen gesunden Courant ; 10. Gerechtigkeit gegen die Indianer: 11. Abschaffung des Elektoral-Collegiums und direkte Abmmmung für die höchsten Aem ter der Ver. Staaten. Nun, es muß auch solche Käuze geben l Kürzlich machtenSchulmeister, welche eine Zusammenkunft in Washington gehabt hatten, auch ihre Aufwartung im Weißen Hause. Sie wurden von Präsident Arthur, der ia als iunaer Mann selbst Schulmeister gewesen ist, sehr freundlich empfangen, und in der kurzen Nede, womit er die Ansprache ihres Wortführers erwiderte, bemerkte er : ..Die glücklichste Zeit memeS Lebens war die, als ich in Vermont Schule hielt. Und noch beute ziehe ich aus meiner da maligen Lehrzeit Nutzen: denn die Erfahrung, die ich mir im Verkehr mit den Kleinen sammelte, ist mir sehr zuträglich beim Verkehr mit größeren Kindern. Gar manche Congrenmitglied, welches in der oder jene? Absicht da? Weiße Haas bedrängt, wird -jetzt von seinen Freunden damit ausgezogen, daß eZ ein größeres Kind" s;i. Äom Vuölande. Da Gesprochene Journal" in Paris hat daS Zeitliche gesegnet, aber nicht etwa aus Mangel an Lesern oder vielmehr Zuhörern, sondern in Folge eineS Machtgebots der Polizei. Einer der Mitwirkenden hatte sich nämlich unterfangen, den Minister - Präsidenten Ferry zu carrikiren, unter dessen Maske mit falscher Nase und falschem Bart er feit einigen Abenden auftrat. Monsieur Ferry ist aber ctwaS empfindlich und daö Ende vom Liede war, daß die Polizei das Journal parls" verbot. Die russische Negierung hat sich einen neuen Willkürakt in Polen zu Schulden kommen lassen. Wie das offiziöse russische Blatt, derWarschawski Dnewnik", meldet, hat Graf Kasimir Lubienski auf administrativem Wege" den Befehl erhalten, fein Landgut Jablon, im Gouvcrntment Sicdlce, auf die Dauer von zwei Jabren zu verlassen. Als Grund bezeichnet das Blatt das Auftreten deS Grafen gegen von der Regiernng begünstigte Tendenzen und seine Weigerung, an ihn gerichtete Amtsschriften in russischer Sprache anzunehmen! DaS Blatt bemerkt, der Vorfall möge Jenen ur Warnung dienen, welche sich durch die polnische Presse deS Auslandes beeinflussen und einschüchtern lassen. Zunächst werden die Polen auS dieser Maßregelung wohl nur den Schluß ziehen, daß die gegenwärtige russische Regierung nicht daran denkt, den Polen Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen und sie zu versöhnen. Ueber einen ents etz lichen Vorfall, welcher sich auf der preußischen Ostbahn in der Nacht vom 31. v. MtS. ereignet haben soll, wird Folgendes berichtet : Der Courierzug der genannten Bahn wurde in jener Nacht auf der Station Rehfelde, auf welcher die Courierjüge sich sonst nicht aufzuhalten pflegen, plötzlich zum Stehen gebracht, und zwar auf daS Signal einer Dame, welche sich in einem Coupee zweiter Klasse befand. Diese Dame meldete sodann, daß eine andere Dame in demselben Coupee wäh rend der Fahrt gleich hinter Straußberg ein etwa 1 Jahr altes Kind zum Fenster hinausgeworfen Habs. Die Strecke wurde m Folge dessen abgesucht und daS Kind auch richtig kun vor Straußberg, wenn uHVerleZt, J? doj? noch köendZ

sunoen. wt ya:er:n wuroe m Küstnn verhaftet ; wie es heißt, soll sie das entsetzliche Verbrechen im Irrsinn begangen haben ; eine Schwester derselben, die sich ebenfalls im Coupee befand, hat während der That geschlafen. Unsere Gelehrten und Statistiker haben be.echnet, daß die mittlere Lebensdauer der Menschen ca. 30 Jahre beträgt, da ja ein bedeutender Prozenttheil schon in den Kinder- und Jugendjahren dahinschwindet. Und erreicht Jemand das 70. oder gar das 80. Lebensjahr, so sagen wir gewöhnlichen

Leute von ibm; er habe ein hohes Alter erreicht, verschwindend klein ist die Anzahl jener Sterblichen, welche das 90. oder gar das 100. Lebensjahr erreichen. Und Jene, welchen es gegönnt ist, ein zweites Säkulum anzutreten, sind ungemein seltene Ausnahmen und verdienen wohl besonders hervorgehoben zu werden. Ein solcher Patriarch ist Herr I' naz Schwarz, ein seit Jabren im Bezirke Alsergrund m Wien ansässiger Privater, der am 2. Februar im Verwandtenkreisk seinen 103. GeburtStag feierte. Nußland hat Piraten in der verschiedensten Gestalt aufzuweisen, aber von regelrechten Strandräuöern hört man jetzt zum ersten Mal. An d Küste von Meen im Archangel'fchen Gouvernement ist ein auf der Fahrten's Weiße Meer begriffenes ausländisches Schiff ausgeraubt worden ; dieses Ereigniß zeigt sich in einer entsetzlichen Gestalt in Anbetracht des Umstandes, daß es bis jetzt nicht gelungen ist, zu erfahren, WaS eigentlich aus der Schiffsmannschaft gcworden ist. Die von der Untersuchung ;ur Verantworwna ae:oaenen schuldigen Bauern auS einem üstendorfe weigern sich, über die Umstände der Sache genauere Erklärungen abzugeben, obwohl sie des Raubes vollständig überführt sind. ! rm . l - r r i. r rr - zwo xi oenn eigeniiicy oie naMsmann' fchaft geblieben ? Dieses bleibt bis heute unaufgeklärt, und Jeder ahnt das Entsetzliche, welches sich an der Archangel'schen Küste zugettagcn hat. Unter den Mesen'schen Pomsren so werde': bu dortigen Strandbewohner genannt soll überhaupt die Seeräuber?! einen ste j henden Beruf bilden. Von der Thätigkeit de: russischen Ccnsurbehörde liegen wicda einige heitere Geschichten vor. Ein Lebrer der englischen Sprache, der in St. , Petersburg lebt, wollte für seine Schül ein Lesebüchlein herausgeben und hatte in dasselbe ein kurzes Stück aus Ham? let" aufgenommen, und zwar die Begegnung Hamlet's mit dem Geiste seines VaterS. Der Censor strich dieses Fragment, weil Hamlet für anständige junge Leute eine gefährliche Lektüre Ware." Ueberdies strich der Censor einige allere mein gebräuchliche englische Worte und Redensarten und wollte sie willkürlich durch eigene, vollkommen unanwendbar Ausdrücke ersetzen. DaS Werkchen konnte demnach nicht erscheinen. Noch arge: ging's einem Lehrer der französischen Sprache. Der hatte in seinem Lesebuch ein Citat eines' berühmten Autors gebrauchen wollen, in welchem von' der Majestät der Natur" die Rede war. De, Censor verlangte, daß daS Wort Maje stät" durch ein anderes ersetzt werde, denr nur dem Kaiser oder gekrönten Häupterr gebühre dieser Titel ! Folgendes Drama auö dem Leben" erzählen Mailänder Blätter: Erster Act. Karl B., Koch in .einem vorneb men Mailänder Hause, sitzt au der Anklagebank; er wird beschuldigt, seiner Herrschaft Kostbarkeiten von gropem Werthe entwendet zu haben. All an ihn gerichtetenFragen deS Richters de antwortet er stets mit den Worten : Ich weiß nichts davon, ich bin unschuldig." Mit Rückficht auf sein tadelloses Vorle. ben wird er vn sechs Monaten Kerker verurtheilt. Als man ihm daS Urtheil vorliest, füllt er ohnmäcktiz zu Boden und muß aus dem Saale getragen werden. Zweiter Act. Ter Sträfling ha seine Strafe abgebüßt und kehrt aus dem Gefängnisse zu seiner Familie zurück. Ersucht nun Arbeit, findet aber keine; alle Welt meidet den Abgesttoftcn. Dn arme Mann verliert darüber den Ver stand und stirbt an Auszehrung. Noch m den letzten Momenten des Tcdeskampfes wiederholt er immer die Worte, die er vor dem Richter gesprochen: Ich weiß nichts davon, i& bin unschuldig." Dritter und letzter Act. Vorgestern erhielt die Familie des verstorbenen Kar! V. einen Brief, in welchem ein Unbekannter, auf dem Sterbebette liegend, das Bekenntniß ablegt, jenen Diebstah! begangenen haben, für welchen Karl B., der Koch, im Kerker büßte, den Verstand verlor und Vn er mit dem Tode hnnkU Die jüngste Pariser centricität ist ein berittener Bettler. Dieser cavalleristische Fechtbruder ist ein alter Mann, der, m malerische Lumpen gehüllt, auf einem Rosse das nicht gerade ein arabisches Vollolut ist, die Ave nue de Clichy auf und abreitet in entsprechend langsamer Gangart, da ihn sonst die Sous nicht einholen könnten und den Vorübergehenden vom Sattel hcrab einen , großen Filzhut zur Auf nähme deS Almosens hinreicht. Wenn man ihn erstaunt'anfiebt, so bemerkt der Bettler zu Pferde im Tone der Entschul dizung : Machen Sie sich nichts daraus, Bürger; ich bin alt und schwach und da würde mir das Stehen sebr scowcr anlommen." JnWladimirGubernski (Gouvernement Wladimir, Rußland) trug sich vor einigen Tagen, wie wir den Now." entnehmen, ein traurigerVorfall zu. Hwei Schwestern, Julia und Larissa, beide in den jungen Lieutenant Pe strowo verliebt, besuchten diesen eines Abends. Peftrowo hatte sich schon längst für Julia entschieden und damit in hohem Grade die Eifersucht Larissa's wachgerufen, welche ihrer Schwester, dem Of ficier und der ganzen Welt seit diese? Zeit feindlich gegenüberstand. Als r.un an dem gedachten Abend Pestrowo nicht müde wurde, sich in Liebenswürdigkeiten gegen Julia zu ergehen und Larissa aänz lich unbeachtet ließ, ergriff diese, aus daS Höchste gekränkt, den an der Wand hängenden Revolver und feuerte auf ihre Schwester und Rivalin einen Schuß ab. Die Kugel durchbohrte die Brust der Un-, glücklichen und drana wm Rücken her aus. Julia stürzte sofort, Sttöme Oltt t vr2nl?L? .

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