Indiana Tribüne, Volume 7, Number 147, Indianapolis, Marion County, 15 February 1884 — Page 2

Zndiana Hriöüne. S r sch eint FägkiS, VSSentliÄ . Sonntags.

&f(lti lOO Marn'udttr. Indianapolis, Ind.. 15. Februar 1334. Sin Nihilist! r In der Nue de JacqueS und unweit des Lateinischen Viertels in Paris lebt der Mann, dcn die russische Nczicrunz seit Jahren als ihren gefährlichsten Feind betrachtet. PicrrcLavroff ist dcv geistige Mittelpunkt aller russischen Nevolutionäre, welche die Verbannung ans ihrem Laterlande über Europa zerstreut bet. Betritt rnan das Arbeitszimmer diese unermüdlich thätigen Mannes, so .sieht man sich einem echten Russen gegenüber. Das geistvolle Gesicyt mit den. groben Zügell umgiebt ein dichter Vollbart und ein vom HalS bis an die Hüften zuge knöpfte grau brauner Tuchrock wallt diS auf die Füße hernieder. v Die Werke dn bedeutendsten russischen,'-fränzösische?l, englischen und deutschen - Schriftstelln über Geschichte, Anthropologie und Volks wirthschafte lehre erstrecken sich in hohen Schranken bis zur Decke des Zimmers, und Tische und Stühle sind mit hohen Schobern von Zeitungen und Correspondenken bedeckt. ÄuS diesem Zimmer ist nie ein Vor schlag zur Organisation einer Verschwö rung oder zu einem Attentate ausgegan gen, aber der Bewohner liefert, fortwäh rend den Stoff, welcher die Empörung und den San in den Gemütbern der Ni hilisten aufrecht erhält, und die Belege v ... i! . ci'z. v ..r;: ur eic gegenioanlge tfauinip vzs iuicben Zustände. Lavross alaubt bei all' einem Hasse aeaen die russische Neaierung, daß eine sociale Revolution erst nee? Jahre lang vorderettet werden muß, daß jeder Socialist oder Nihilist zunächst an sich arbeiten muß, ein hochgebildet?? Mann und ein Character von absoluter Selbstlosigkeit zu werden, ehe er. daran denken kann, in einer socialen Revolution irgend eine Rolle zu spielen. In dieser Beziehung weicht Lavroff, der in erster Linie auf eine ausgezeichnete Jugender ziehung dringt, wesentlich von Bakunin ab. . Früher Professor der Mathematik an der Artillerieschule in St. Petersburg 'war Lavroff derErste, der nach der Thronbesteiguna Alexander N. Vorlesungen über Philosophie ankündigte; er arbeitete gleichzeitig an einer russischen Encyclopädie nach Art der französischen von Diderot und D'Alembert mit, wurde ? doch bald wegen eines satirischen Artikels über Nicolaus . und Alexander II. nad) der Provinz Vologda in Sibirien verbannt. Nach dreijährigem Aufenthalte im Exile gelang es ihm, zu entfliehen und er kam 1870 nach Paris. Er ist ein Wittwer, hat mehrere Kinder inRußland, hat sich aber seit 16 Jahren jedes brieflichen Verkehrs mit denselben enthalten, um sie nicyt zu compromittiren. In Paris richtete Lavross zunächst Vorlesunien für die in der Verbannung dort U benden Russen em, mußte solche jedoch aufgeben, da ihm von der französischen Negierung mitgetheilt wurde, bei Fortsetzunz derselben habe er seine Auswei sung zu erwarten. ' ? Gegenwärtig giebt Lavroff den in Senf in losen Heften erscheinenden Volkswillen" heraus und verdient sei nen Lebensunterhalt durch Wissenschaftliche Beiträge für verschiedene Zeiwn gen. Im Jahre 1332 betbeiligte er sich an der Gründung der russischen Gesell schaft vom Rothen Kreuze", die russische Regierung verlangte wiederholt seine Ausweisung, doch ließ es die französische Regierung bei einer bloßen Verwarnung bewenden. In seinen Lebensbedürfnis sen von einer kaum glaublichen Einfachheit, unterstützt Lavroff nothleidend öandslcute vielfach aus's Liberalste: Wildkatzen. Vorige Woche fuhr 'ein Reisender in :inem Schlitten vor einem Gasthause des Städtchens Milford, Pa., !vor.- Das Pferd konnte sich kaum aufrecht erhalten, Sie Flanken schlugen ihm und weißer Schaum bedeckte eS über und über. Der Mann mußte unterstützt werden, um in das Gastzimmer in gelangen. Sein Ueberrock war am Rücken und am Hintertheile der Aermel zerrissen, die Büffel decke im Schlitten war zerfetzt, die Peitsche zersplittert. Der Mann war ein Näh.-maschinen-Agent Namens C. D. Kceney von New )ork und erzählte, daß er z.i fchen dem Dorfe Mnman und Milford von einer ungewöhnlich großen Wildkatze angefallen worden sei. Es dunkelte schon, als ich in den Theil der engen und holperigen Straße einbog, welcher mitten durch den Wald führt. Bei einer Biegung des .Weges sah ich, wie ein Thier an meinem Pferde in die Höhe sprang und dieses, ein junges Thier, setzte sich sofort in Carriere 'und raste auf dem entsetzlich schlechten Wege dahin. Während ich vergeblich versuchte, das Pferd wieder in meine Gewalt zu bekommen, fühlte ich, wie ein Thier an der Büffeldecke hinanklomm, welche ich über dem Schooß hatte. Ein Blick belehrte mich, daß eine . riesige Wildkatze auf den Schlitten . gesprungen und im Begriffe war, mir an den Hals zu fahren. Die Zügel in die linke Hand nehmend, ergriff ich meine Peitsche, deren Ende ein Bleiknopf bildete, und schlug auf die ' Katze ' loS ; während diese das Fell zerbiß und zerkratzte, traf ich ste.jo glücklich, daß sie ihren Halt aufaab und aus dem Schlitten siel. Im nächsten Augenblicke hatte sie sich aber schon aus dem Schnee ausgerafst, sprang am Hintertheile des Schlittens cmpor. gewann dort Halt und schlug die Tatzen der Vorderpfoten in meinen Rock. Während dies vorging, raste das Pferd mit unverminderter Schnellialelt weiter und der Schlitten schlug gegen Steine und ' Bäume, daß ich jeden 'Augenblick das verbrechen oder umschlagen desselben tx warten mußte. Die Peitsche war itu l s i M i I . '

brechen und ,cy lucore m:cy' durch die ni"r-.fw. J. V!. U ."kiM f!M-rtff rtf linS i

nusleioeac, oie iiy uv uu. Nacken zog, gegen die Krallen und Zähne der Katz: Nützen. Schließlich gelang es mir, indem ich mich vorsichtig um wendete, die Katze mit der durch daö V.'issclsell geschützte:. Rechten zu fassen und mit dem Aufg:bote aller meiner Kraft in den Schnee zu werfen, wo sie liegen blieb. Das Perd beruhigte sich erst wieder, als wir das Ende des Walrr.Mrft ketten und nacbdem es auf entsetzlichem Wege eine Strecke von über vier Meilen im schnellsten Laufe zurückgelegt hatte." Die Wildkatzen sind Heuer in jener Gcgend ungewöhnlich häusig, zwei Tage vor Keeney's Abenteuer wurden drei derselben auf jenem Wege getödtet. Die Thiere werden durch den Hunzc?, den sie jetzt auszustehen haben, so wüthend, daß sie einem unbewassneten Manne seh? "vohl gefahrlich werden können., . ' I . Uebergcschnappte Ncc-otutionäre Die Umstände bei der Erinorduna des PolizeicommissärS Vlöch ausgloridsdorf, die Aehnlichkeit dieser That mit der sechs rochen vorher erfolgten Ermordung des Polizeibeamten Hlubeck, sowie endlich das Benehmen und die Aeußerungen des zuletzt verhafteten Mörders geben der deutschen Presse seh? viel zu denken. Es ist allerdings in gewissen Kreisen Mode, alles Scheußliche und Niederträchtige auf die Rothen" zu schieben. Viele der Vorwürfe,welche schon gegen die Socialisten, Eommunisten, Nihilisten und Anarchisten erhoben worden sind, entbebren ol)ne alle Frage der Begründung. Was indessen die Vorgänge in Wien anbetrifft, so 'ist ihr ursächlicher Zusammenhang mit den Lehren einer kleinen Gruppe übergeschnappter Revolutionäre kaum zu bczweifeln. . ' Selbst die Frankfurter Zeitung," das Organ der den Socialisten wenigstens in politischer Hinsicht sehr nahe stehenden Volkspartei, schrieb am Tage nach der Ermordung Vlöchs : Kaum sechs Wochen sind verflossen, als bei Floridsdorf der Polizeiconzipist Hlubeck erschossen wurde, ohne daß das über jener That schwebende Dunkel vollkommen beseitigt wäre, und schon wieder ist ein dem ersten vollständig' ahnliches Verbrechen beganzen worden, indem der Geheimvolizist Block ebenfalls bei Flo ridsdors durch meuchlerische Schüsse niedergestreckt wurde. Bekanntlich w-.lrde die Ermordung Hlubcck's den Anarchisten zugeschoben und ein der That Verdächti ger, ein gewisser Schafhauser, verhaftet, ohne daß es . bis jetzt gelang, ihn der Schuld zu überführen, oder ein Geständniß von ihm zu erlangen. Im , höchsten Grade auffallend ist es nun, daß der Detectiv Vlöch es war, welcher den Schafhauser verhaftete und daß wie schon festgestellt wurde der glücklicher Weise sofort ergriffene Mörder Blöch's in jener Nacht, als man die Leiche Hlubcck's fand, in der Nahe deS Thatortcs" gesehen worden ist. Der Zusammenhang beider Verbrechen liegt also auf der Hand, und dieser Umstand leitet also zu der Annahme über, daß die beiden Schandthaten unterliegendcn Beweggründe ebenfalls die gleichen sind. Bei aller nothwendigen Vorsicht im Urtheil wird man sich der Ansicht -nicht-verschliefen können daß beide Mordthaten aus die Anarchisten zurückzuführen sind. Daß es unter diesen eine Richtung gibt, welche vor keinem Mittel zur Erreichung ibrer Zwecke zurückfchrcckt, das bat der Fall Merstallinger erwiesen. Dazu kommt, daß ein theilweises Geständniß des Mörders von Blöch vorliegt ; derselbe anscheinend ein Norddeutscher bekundete, daß ihn die Gesellschaft zum Mörder gemacht" und daß ihn die deutschen Anarchisten gesandt hätten, um Blöch aus dem Wege zu schaffen. Endlich ist auch noch $u bcmerken, daß voreiniger Zeit Flugschriften in Floridsdorf mit Beschlag belegt wurden,welche das vom Executivcomite" der Anarchisten über Blöch verhängte i-w c . , , 'tu nr ' . V ooesurryell" enlyleuen. Alles vles erweist, daß man es in dem vorliegenden Z?alle mit einem Verbrechen volitilcker Natur zu thun hat und daß die Anar- ... 1 l c ; . cylnen meyr uno meyr vle Wege oer rujfischen Nihilisten einzuschlagen beginnen." Nun ift allerd inas das Austaucken einer solchen Dynamithelden-Gattung "bis zu 1.L . ... ! rr tt?i ruicin Reroinen vraoe ciiiarua;, aocr wunderbar bleibt es dock, dak diese ..Nevolutionäre" die absolute Schädlichkeit lyrer Handlungsweise sur ihre eigene Sacke nickt einmseben vermöaen. Sie können unmöglich glauben, dap die Ermorduncz emes Pollzeibamten das Signal zu einem allgemeinen Volksaufstande bilden werde. Dagegen sollte die Ersahrung sie darüber belehrt haben, daß der. artige Thaten nur die Reaction stärken. Auf jedes Attentat ist bis jetzt eine Vermeyrung der Pollzeibefugnisse,' eine stärlere nevemng des volles, eme kräftige Unterdrückung der Zvreibeit ackolat. m,. radezu bestellte Attentate, die , den Zweck yauen, cen angeblich Angrifsenen als Märtyrer erscheinen zu lassen, ' sind daher auch keine Seltenheit in der Geschichte. tfft. v: u..rx:A m ... .. viu vtiiyicücnen ievoiuiionare, die ehrlich und zweckbewußt ihrem Ziele lossteuern, it)re übergeschnappten Freunde" unschädlich machten, thäten sie nicht nur sich selbst, sondern dem allgemeinen Fortschritte einen sehr großen Gefallen. -.. In Deutschland sowohl wie in Oesterreich hat der denkende und liberale Theil der Bevölkerung bei allen sonstigen Meinungsverschiedenheiten die freiwilli-' gen Schnüsseldienste der Polizei niemals gebilligt. Die Demagogenr'e hereien", die Überwachung aller staatsgefährlichen" Personen, die frechen Haussuchunaen und sonstige Maßregelungen politischer Gegner mußten jedem vernünftigen Vkeschen um so widerlicher sein, als die Polizei ihre eigentlichen Pflichten notgedrungen vernachlässigte. 'Jetzt dagegen können die Spitzel sich darauf berufen, daß sie im Grunde genommen durch ihre politische" Thätigkeit die Gesell, sckaft nur vor Räubern und Mördern zu &ü$m versMtn. Sie sind gMisser.

maßen gerechtfertigt, und das ist thatsächlich der einzige Erfolg", de$ d'e übergeschnappten Revolutionäre erzielt haben. u m Von der Staatsanwaltschaft zu Eoblen; wird ein Mensch verfolgt, der von den Landleutcn der Eifelgegend allgemein der Wundcrdoctor" genannt wird. - Derselbe heißt Wetzel, ist im Großherzogthum Baden geboren, war früher Schuster und beschäftigt sich jetzt mit Eurpfuschereicn, wodurch er bereits vieles Unheil angerichtet hat. Er schwindelt den Landleuteu vor, er sei lange Zeit Mitglied eines religiösen Ordens in Amerika gewesen und hierdurch in den Besitz von Geheimmitteln gelangt, mit denen er die hartnäckigsten und schlimmsten Krankheiten jeder Art heilen könne. In Folge seiner Verdienste will er vom Papste einen geweihten Stab erhalten haben, der hauptsächlich bei seinen Wun dercuren mitwirke. Leider yat er sich in der Eifelgegend durch diese Vorspiegelunaen das Verträum der leichtgläubigen Landleute zu erwecken gewußt, die ihm allerwärts Speisen, Trank und Geschenke entgegenbrachten VomInlände. . Der Vib erfany im südw?ftlichcn Georczia ist Heuer ungewöhnlich ergiebig ; die Felle werden in Americus mit SZ biö 2.50 bezahlt. , DerHafendamm inVuffalo, N. Z).. der gegenwärtig 4.891 Fuß lang ist, soll um weitere. 3000 Fusz verlängert werden. Der erfolgreichste und wohl habendste Farmer in Walton Eo., Ga., ist der 50jährige und blindgeborene Ärasums E. Wright. Der alte Friedhof in New London, Eonn., wird in einen Park umgewandelt, der laut eines darin zu errichtenden einfachen Denkmals der Erinnerung an die im letzten Kriege gefallenen Soldaten und Seeleute gewidmet sein soll. In Süd-Earolina ist das Auswanderungssieber unter den Farbigen immer noch vorherrschend ; täglich verlassen ganze Trupps den Staat und wenden sich nach Teras, Arkansas und Florida. Die ,.R. 27. Sun" will wissen, daß i aller alleinstehenden Frauen und Mädchen, die in EastleGarden landen, verlassene Ehefrauen oder' Bräute seien, die ihren durchgebrannten Mannern oder Bräutigamen nachspüren. Der Schulrath in Oakland, Cal., beabsichtigt, mit der Volksschule ein? Industrieschule für Knaben und Mädchen zu verbinden. Die Ersteren sollen im Gebrauch von Werkzeugen unterwiesen werden und die.Mädchen sollen nähen und kochen lernen. In Zukunft werden in Folge dessen die Amerikaner ihre Lebensgefährtinnen Wohl mit Vorliebe aus Oakland holen. Die Kirchengemeinde der Eongrcgationalisten in Norway, Eonn., zählt 20 Taubstumme zu ihren Mitgliedern und hat gegenwärtig einen deS Taubstummen-Unterrickts kundiacn Leb-

rer engagirt, dieselben in der bibliscken Tj-ej'f.i- ... , viccyicyic zu unierrlcyrcn. wer 35zaYr;ae Wallace Wickler in AlbanY, N. g., wurde kürzlich . m - B. . zu v conatcn esangni verurtyeut, weil er seine Frau und .sein 7jähriges Kind, obwobl er anten und reaclmäniaen Verdunst hatte,ohne alle Subsistenzmittel getanen. In einem Hotel in Memphis, Tenn., wurden in .mehreren aufeinander folgenden Nächten die Gäste und die Bedienungsmannschaft dadurch aus dem Schlafe geweckt, daß sich plötzlich das elektrische Glockcnwerk ohne jede r.j.iT:.- r.k? .. . iiVinUj?c eiaiuuiig in .lewcgung setzte. Schließlich wurde die Veranlassung entdeckte eine Ratte hatte sich unter der Wandbekleidung einen Weg nach der Decke gebahnt und brachte durch ihren Körper , zwei nebeneinanderlaufende Drähte in solchen Eontact, daß sich das Läutewerk vernehmen ließ.'. ' Als dieser Tage im Sherman House in Chicago der Mann, de? den Fahrstuhl zu bedienen hat, nach kurzer Abwesenheit von solchem zu dem Elevator zurückkehrte, bemerkte er, daß an der Mauer des Fahrstuhlschachtes Blut Niederfloß, und als er dann versuchte. die Aufzugsmaschine in Bewegung zu setzen, gelang ihm dieses nicht. Der Urfache der Störung nackforschend, machte er die schauerliche Entdeckung, daß eine Leiche, die zwischen dem Boden des Elevator und der Mauer im dritten Stock des Gebäudes eingeklemmt war, die Fortbewegung der Äkaschine verhinderte. Die Leiche war diejenige des erst seit einer Woche im Hotel angestellten 19jährigen Edward McEanley, der auf eine bis jetzt .unaufgeklärte Weise zu Tode gequetscht worden war. Die Leiche des jungen Mannes konnte nur dadurch von dem Fahrstuhl losgelöst werden, daß ein Stück aus der Diauer gebrochen wurde. DieN. A. Sun" läßt sich aus Baltimore einen interessanten Ehefall berichten. Eine. Dame hat einen feierlichen Eid geschworen, mit ihrem Ehemann nie mehr zu sprechen, .. sondern sich, von ihm auf immer zu trennen, !wenn er sie anreden sollte, und' sie hat diesen Schwur fünf Jcchre lang gehalten. Er hatte sich zugleich mit einem Nebenbuhler, den sie mehr liebte,' um ihre Hand beworben und sie' nur dadurch heimgeführt, daß er den Nebenbuhler' als einen Wüstling verlcumdete. Nach Jahren, als sie zwei Kinderj hatten, erhielt sie von. Änderen die Beweise der Verleumdung ; trennen wollte sie sich nicht von ihm,'- weil beide die Kinder gleich sehr , liebten und sich unter ihren Besitz nicht theilen wollten. Daher die Bedingung,, daß er. gegen sie schweigen sollte, und daß sie, mit ihm nicht reden wellte. Dergleichen kann auch wohl nur. unter reichen Müßiggän gern vorkommen ; immerhin ist es eine Warnung für alleEhestandS-Candidaten, ihre Nebenbuhler nicht durch schlechte Mittel auZzustea)en.- , ,

DieVervflichtung derEisenbahnen solchen Passagieren gegenüber, welche auf Zvreiväne reisen, bildet den

Gegenstand eines zur Zeit in New Dort anhängigen Prozesses. Einwanderungs, Eommissär Ulrichs befand sick auf dem ; Zuge, der bei der Eollision bei Spuvten . Duyvil am 13. an. vor. Jahr, fast ! gänzlich zerstört wurde. Fürchterlich zerquetjcyt wurde er unter den Trümmern hervorgezogen. Er reiste auf einen Frei' paß, der die bekannte Bestimmung enthält, daß die Inhaber auf alle Schadenersatzansprüche verzichten, hat aber jetzt die 'New York Central & Hudson NiverBahn auf 810,000 Schadenersatz verklagt. Die Bahn hat natürlich auf Grrnd der erwähnten Bestimmung die Abweisung der Klage beantragt, Ulrichs hat aber hiergegen einaewendet. dak er die Bestimmung auf der Rückseite des Passes nicht gelesen habe und daß ihm solche daher gänzlich unbekannt gewesen sei, bap er nicht völlig unentgeltlich gereist se,, sondern für seinen Platz in dem Palastwagen bezahlt habe, daß die ganze Bestimmung überhaupt hinfallig sei und zwar um so mehr, als die Katastrophe von der Compagnie verschuldet worden. Richter Beach hat sich sein Entscheidung, der mit großer Spannung entgegengesehen wird, vorbehalten. .Im Wirker, wenn das unfreundliche Wetter das Uebernachten im Freien nicht gestattet, suchen die Heimathlosen in hellen Haufen in den Polizeistationshäusern Zuflucht. Allnächtlich beherbergt jedes New Yorker Stations, Haus durchschnittlich fünfzig Männer und Weiber, die Morgens ungefähr um 5 Uhr wieder auf die Straße geschickt werden und dann spornstreichs nach d?r stets ganz in der Nähe des StationsHauses gelegenen Morgue" so nennt man nämlich die kleinen Schnapskneipen eilen, wo der schauerlichste Fusel unter dem Namen Augenöffner" getrunken und die Zeit bjs 0, 7 ooer 8 Uhr verbracht wird. In der Morgue" wird der Obdachlose, der in der letzten Nacht Unterkommen im Stationshause suchte, mit der größten Höflichkeit und äußerst zuvorkammend behandelt. Da ist der arme Tai fel, der lieber hungert, statt auf den labenden Morgentrunk" zu verzichten, der Herr Soundso hinten und der Herr Soundp vorne. Dir Besitzer der Morgue" weiß auch ganz genau, weshalb er so eifrig bestrebt ist, sichdieKundschaft der Heimathlosen zu erhalten. Diese haben schon manchenMorgue"-Besitzcr den sie täglich, vielleicht 50 Mann hoch, aufjuchten, zum reichen Mann gemacht. Vom Auslande. Vom Auslande. . D er Tsd des Professors Klinkcrfues in Göttingen, der bereits telegraphisch gemeldet l.orden, erregt begreifliches Aufsehen. Den Anlaß zu dem Selbstmorde scheinen die zerrütteten Vermögenszustände deS Verstorbenen gcgeden zu haben, welcher, selbst unvcrheirathet, die Stütze seiner zahlreichen. Geschwister war. Professor Klinkerfues, 1827 zu Hofgeismar in Hessen geboren, ist dem großen Publikum durch mehrfache Ersindungen bekannt geworden. Abgesehen von seinen Wetterprognosen, bei welchen er ein von ihm erfundenes Instrument, das den Namen Klinkcrfues' Patent Hygrometer" trägt, benützte, zog er die Aufmerksamkeit des Laienpublikums auf sich, als er vor ca. 10 Jahren die Ersindung gemacht hatte, sämmtliche Gasflammen einer Stadt selbstthätig zu entzünden und zu verlöschen. Es wurde dies mittelst crböhten Gasdrucks, sowie eines in jeder Laterne befindlichen kleinen, von K. erfundenen Instruments be werkstelligt. Die Stadt Göttingen machte dadurch während kurzer Zeit ihre Laternenansteckcr brotlos. Später stellten sich Unzulänglichkeiten heraus, so daß das alte System wieder eingeführt wurde. Die fachwissenschaftlichen Beobachtungen KlinkerfucS' sind reichhaltig. Außer der Beobachtung der totalen Sonnensinsterniß in Spanien 1667, der Entdeckung mehrerer Kometen, Forschungen über Aberration der Sternschnuppen, spektralanalytischen Wahrnehmungen, liegt eine zahlreiche Reihe Beobachtungen von Fixsternen, Planeten und Kometen von ihm vor. Es mag aussallen, daß ein in dieser Weise verdienstvoller Gelehrter nicht zu einer höheren Stellung berufen worden ist er starb als außerordentlicher Professor , doch in der kleinen Universitätsstadt Götlingen galt Professor Klinkerfues als Original, und sein ungezwungener Verkehr mit dem außerhalb des akademischen Lehrkörpers stehendenPublikum, sowie öftere sarkastische Anekdötchen seinerseits, die dann wie ein Lauffeuer das Städtchen durchliefen, mögen seine Beförderung mit verhindert haben. Ein Lehrbuch, Theoretische Astronomie", von Klinkerfues im Jahre 1870 herausgegeben, erregte verdientes Aufsehen, da es das erste dieser Art war, und die Jünger der Astronomie bis dahin sich aus den verschiedenen Zeitschriften das in dem Klinkerfucs'schen Lehrbuche erschöpfend Vebandelte zusammenzusuchen hatten. Schließlich sei noch bemerkt, daß Prof. Klinkcrfues sich jedenfalls mit einer mit Wasser geladenen Pistole in den Mund geschossen 'hat, denn der ganze Schädel war ihm bis auf einen Hautlappen am Hinterkopf weggerissen. Der Selbstmord geschah in einem als Rcpositorium dienenden dunklen Raume neben der Kuppel der Sternwarte. Die Arb eitseinstellungen in den englischen Fabrikbezirken dauern noch immer fort und kann man wohl annehmen, daß gegenwärtig nahezu 50,000 Arbeiter verschiedener GeWerke feiern, darunter 20,000 Weber in Nord- und Nordost-Lancashire. Die Fabrikanten in Darwen, Prcston, Blackburn und anderen Orten wollen ihrerseits eine ArbeitSsperre eintreten lassen, wenn die Weber nicht auf die Lohnherabsetzung von 5 pCt. eingehen. In Long Eaton sind die Spitzenweber von den Fabrikanten ausgeschlossen worden, weil sie nicht auö ihrem Gewerkverein austreten wollen, und in Leicester und Coventry haben die Strumpf und Bandweber wegen verh&& Lnbnbersbsuna die Arbeit ein-

gestellt. Jn Sunderlaud fc:erii icyon seit sieben Monaten die Maschinenbauer.

ohne daß bis jetzt irgend eine Aussicht auf eine baldige Einigung vorhanden ist, und in Edinburg, Leith und anderen In-dustrie-Centren Schottlands drohen die Maschinenbauer und Eisengießer wegen angekündigter Lohnherabsctzung von 10 pCt. ebenfalls zu feiern. In Dumbarton und Belfast haben die Schisssbauer die Arbeit eingestellt und überall drohen neue Einstcllungen aufzubrechen. Der Hauptgrund dieser Zustände ist in dem unbefriedigendcn Geschäftsgang? zu suchen, unter dessen Druck daö Land nun schon seit längerer Zeit leidet und der sich' in den Fabrikbezirken natürlich am meisten . fühlbar macht. Zum Bergsturz von Elm wird aus Bern geschrieben : Das Cen-tral-Hilfscomite für das am 11. Septbr. 1831 durch einen Bergsturz heimgesuchte Dorf Elm im schweizerischen Kanton Glarus hat nunmehr über die Größe des Schadens, den Betrag der Liebesgaben und deren Vertheilung öffentlich Bericht erstattet. Der von Privaten, der Gemeinde Elm und dem Kanton Glarus erlittene materielle Schaden- beträgt 1,343,864 Francs ; an Liebesgaben sind aus der Schweiz 737,403 Francs, aus dem Auslande 263,581 Francs eingeLangen, zusammen mit dem Zinsertrage während der Placirungsdauer der Hilfsgelder ein Bettaz von 1,043,707 Frcs. DieUnzufriedenen werden in Rußland zwar niedergehalten, aber sie vermindern sich nicht. Im Gegentheil. In sehr bezeichnender Weise schildert ein russischer Freund" deS Pariser Correspondenten der Times" die Bestrebun' gen dieser russischen unzufriedenen. Ein Krieg zwischen Rußland und Deutschland sagt er, rückt unzweifelhaft näber heran und vere'ilich uirarmt man sich gegen seitig bei Hofe und nennt sich lieb Vetter" und theuerer Vater". Und warum droht ein solcher Krieg ? Weil die wirklich, einflußreiche Partei im Zaren reiche in einer Niederlage Nußlands die einzige Rettung des Landes sieht. In Nußland sind alle Parteien nur in einem Punkte einig' in dem Hasse gegen die Fremden und da die Deutschen die Fremden in dem Verhältniß wie zehn zu eins vertreten, sa richtet sich natürlich der Haß hauptsächlich gegen die Deutschen.' Abgesehen von diesem allgemeinen Gefühl, herrscht unter den Russen nur Zwietracht und eben deshalb sinket das Programm der Reaktion und Repressiv bei der kaiserlichen Familie Beifall. Stars romanhaft klingt die folgende Geschichte, welche die Russ. Petbg. Ztg." ihren Lesern zum Besten giebt : Ein Bauernwib war mit ihrem neugeborenen Kinde nach Petersburg zum Besuche ihres Mannes gekommen, der daselbst als Soldat dient ! Als sie hülslos durch die Straßen wandelt, da sie sich fürchtet, in der fremden Stadt Jemand anzureden und nach dem Weg zu fragen, bleibt plötzlich vor derselben ern prachtvoller, geschlossener Wagen stehen. Das Fenster des mit einer Grafenkrone gezierten Wagens öffnet sich und em Frauenkopf erscheint in demselben. Die Dame engagirt die Bauernfrau als Amme, giebt der Hocherfreuten ihre Adresse und läßt sich das in Lumpen gehüllte Kind einen Augenblick in den Wagen reichen. Unter dem Vorwande, es sei kalt, schließt sie einen Moment das Fenster. Hierauf giebt sie das Kind der Frau zu rück. Der Wagen entfernt sich und das Bauernweib tritt erfreut über das ihr widerfahrene Glück, ein unverhofftes Enaagement gefunden zu haben, in eine Portierbude. Daselbst gewahrt sie zu ihrem Schrecken, daß das. Kind todt ist. Es hatte einfach eine Verwechselung stattgefunden. Am selben Abend fand in einem der prächtigen Häuser im Centrum der großen Stadt die Taufe des gräflichen Erben statt. Die dem Bauern weibe gegebene Adresse war natürlich eine falsche. Ein c i g c n t h ü m l i ch e r F a l l kam unlängst in de? Strafkammersitzung )cs Erfurter Landgerichts zur Vcrhandlung. Zu Sömmerda lebte ein armer Zimmermann, Namens Heinrich Hotze, mit seiner zahlrcichenFamilie in bitterster Noth. Die Kinder weinten um Brot,die Frau machte dem hartbedrängtcn Manne vorwürfe, er ließ sich hinreißen,' sie am 5. November v. I. mit , dem Todtschlag -,u bedrohen, und beschloß in der, Ver,weiflung, die ihn erfaßte, fein Häuschen und sich mittelst Dynamit in die Luft zu sprengen Am 6. November begann er auch mit den Vorbereitungen zu dieser schrecklichen That. Aber er hatte dieAbsieht einemKindc verrathen, und so wurde das Vorhaben bald ruchbar; Vu mitbedrohten Nachbarn liefen zusammen und alsbald erschien der Gendarm Petzold zu einer Haussuchung. - Er fand den Hotze im Wohnzimmer am Tisch sitzend, unter letzterem lagen zwei Dynamitpatronen nebst Zündschnur und Pulver. . In den Rocktaschen hatte er noch acht DynamitPatronen, Sprengpulver, Schachteln mit Metallpatronen, Rollen - Zündschnur, Goldocker, Kaluc. Alle diese: Gegenstände lagen auf dem Asservatentisch bis auf die Dynamitpatronen, welche in die Unstrut versenkt worden sind. Hotze wurde zu einem Jahr Gefängniß, verurtheilt. Er nahm das Urtheil mit größter Ruhe auf. j Ueber die Explosion auf, Zeche General' Blumenthal" in Reck-! linghausen am 21. Januar wird dem Wests. Merkur geschrieben : Auf derZeche General Blumenthal", j- Stunde von hier, auf der erst im September borigen Jahres 7 Bergleute ihren Tod fanden, , entstand eineExplosion schlagenderWetter, wodurch furchtbare Verheerung angerich tct wurde. Bis heute Mittag 4 Uhr wa ren nicht weniger als 13 Todte, darunter viele Familienväter, zutage gefördert, ferner 8 schwer Verwundete ins Kranken hauS geschasst, von denen einer bereits den furchtbaren Brandwunden erlegen ist. Der Anblick der entstellten Leichen war grauenhaft;- 17 auf die aräßlichste Weise Verstümmelte, aber noch Lebende sind in das hiesige Krankenhaus gebracht, wovsn bis kii&Ab$n 2 bereits dura)

I den Tod von ihren Leiden erlöst worden ' sind; 5 Personen sollen noch nicht aufgePfunden sein. Aerztliche Hilfe war nach Bekanntwerden des Vorfalles gleich an Stelle. Die Ursache des Unglücks soll leider wieder die Unvorsichtigkeit eines Bergmannes scin, der die Vorschriften . über Behandlung der Grubcnlichter nicht befolgthat. I In München gelang es der dortigen Polizei einen Hochstapler zu ent

larven, der schon seit mehreren Jahren den höheren Bettel in großem Maßstabe förmlich gewerbsmäßig und mit außerordeutlichem Erfolge betrieben hat. Derselbe, ein ehemaliger Forstgehilfe, dann Geschäftsreisender, Agent ?c. war im Besite eines bis in das Jahr 1873 zurücke.'lchenden, ganz geschäftsmäßig gefi hcten Ein-und Äuslauf'Journals" über die an jedem Tage von ihm geschriebenen Lettelbriefe und bei ihm eingegangerzen Gelder. So sind z. B. verbucht für den Monat November vorigen Jahres im Zanzen 66 Bettelbriefe als Auslauf und 149.96 M. als Cinlauf. Der December scheint mit 92 Bettelbriefen und 210.77 Mr. Einnabme; der' laufende Monat Zannar ergab bis zum 15. auf 49 Bet-i-rn r. 1, in (m rz: -t. 1T ieiüiieC tv.j wiuuyms. uiu oem Auslaufe befinden sich auch Monitorien" eingetragen, welche dann u er folgen pflegten, wenn em Bettelbnef zu lange unbeantwortet blieb. Alles rn Allem hat sich der Mann nach Ausweis seiner Bücher seit dem Jahre 1879 eine 3?itmm irm fiftor sislfin Wrrrf mif itt?s? HtltlllV W HVbl WW I.. Wfi Weise zusammengebettelt. Dieser Tagebrach in einer bei Budweis liegenden, dem Fürsten Johann Adolf Schwarzenberg .' gehörigen großen Heuscheune einFeuer aus, welches oie Scheune nebst den darin enthaltenen Heuvorräthen bis auf die .Mauern ein äscherte. Während nun dreizehn Tage löhner mit dem Herausschaffen des zu unterst gelegenen, nicht ganz verbrannten Heues beschäftigt waren, stürzte plötzlich eine der Glebelmauern ' ein und begrub unter ihren Trümmern sechs .Arbeits leute, welche spater als verstümmelte Leichen hervorgezogen wurden ; vier andereÄrbeiter erbieltcn ' lebensgefährliche Ver jungen.' v j Allgemeine Ä e r w u n o e ' V (. si f t All iuiii) viiiji v Uji(iivt iuuu uuv dem Königreich Sachsen namentlich im Loigtland und Erzgebirge, die Acußerung des preußischen Handelsministers in dem Schreiben an die Handelskammer zu Hirschbcrg, daß die Maschinen stickerei nur in der Schweiz große Fortschritte gemacht habe, in Deutschland aber zurückgeblieben sei. , Der Herr Mi nistcr scheint schlecht, informirt zu sein, denn sonst müßte er wissen, daß diese Branche in Sachsen, speziell im Handelskammergebiet Plauen, rapide Fortschritte macht, daß also von einem Rückgang der Schweiz gegenüber nicht die 3tede sein kann. Der Voitl. Anzeiger" bemerkt hierzu : ' Wenn hier im Voigtlande, wo die Maschinenstickerei seit 26 Jahren Eingang gefunden, in den letzten zwei Jahren allein über 700800 neue Stickmaschinen aufgestellt wurden, wenn ferner unsere Fabrikanten ihre Absatzgebiete in allen Welttheilen haben, so kann man wohl nicht von einem Zurückoleiben dieser Industrie reden. Die zwei in Plauen bestehenden Stickmascbrenfabriken und die Sächsische ' Stiamaschinenfabrik, vormals Albett Voigt in Kappel bei Chemnitz, würden im vorigen Jahre noch weit mehr Maschinen verkauft ha ben, wenn sie im Stande gewesen wären, den Bestellern sosort die fertigen Maschinen zuzusenden. Die Bestellungen konnten meist erst nach zwei bis drei Monaten und noch später effekwirt werden. Daß die Leinenkonfcktion zind Spitenfabrika tion von der Maschinenstickerei abhängiz sind, kann nicht ohne Weiteres zugegeben werden ; Spitzen und Stickereien machen ja vielfach einander Konkurrenz." Was das ' genannte Vlatt über die Entwicke lung der Stickereibranche im Voigtlande m . , r- 1 schreibt, gilt voutommen aucy sur die Orte Schneeberg-Neustädtel, Äue, Eibenstock im Erzgebirge, wo diese Industrie heimisch ist. Uebcrall sind Maschinengebäude im Bau begriffen, zahlreiche Wohnräume werden zu Maschinenräusren umgewandelt. ', Herr Paul Leroy - Beau-. lieu beschäftigt sich im Journal des Debats" mit der ökonomischen Lage vcn Paris und theilt dabei einige interessante Ziffern mit. Nach den polizeilichen Ausweisen scheinen zu Beginn des Zv!onats 1400 Familien oder' Individuen Paris verlaffen oder Herbergen (zu we-, niaer als 400 Z?r. Miethe) bttbaen od?r sich dem . Vagabondenthum ergeben zu haben. Paris erfreue sich leiner gedeihlichcn Entwickelung, aber es .sei eine, starke - Uebertreibung, sagen, Paris stehe schon mitten in einer Krise und man müffe die großenMittel anwenden. Da-' für ist es noch viel zu früh. sagt LerovBeaulieu, denn die Krise beginnt erstund wird sich l'öchst wahrscheinlich in den Jahren' 1885 und 1386 noch verschlimmern. Der Pariser . Handwerkerstand fcfif kattvtsäknlick von den Lurusinduslrien einer- und dem Baugewerbe ande rerseits. .Die ersteren sind keineswegs blühend, leiden aber nicht an einer schar-" fcn Krise, das zweite ist ins Stocken acrathen und man kann voraussagen, daß (i?ftJV- VI V.rr lViUHlUl.il )UW4l.U UV VUV vuuIndustrie auf mchrcrcJahre hinaus nichts iu.thun yaocn wird, eil o ooer t, labren ist von den Direktoren gewisser Gesellschaften, Unternehmern und Spe kulanten mit wahrer Wmy gebaut wor . den, so daß für aan,;e Viertel keine Bewohner gefunden werden. ' D i e H auv ts a ch e. Moritz Aber, Vater, wenn -Tu so d'raushaust -r-das kann ja die beste Hcj für die Dauer nicht aushalten !" f fen h e r z i g. .. Aber, Lisette,

Warum weinen Sie so?" Ach, gnüdige Frau, mein Schatz ist mir untreu ge worden !" Nun, trösten Sie' sich doch nur, er ..." Ach, daS ist'S ja nicht, anädige Frau, aber es ist halt g so schwer, sich an einen Änder'n zu 'ewöh-' -