Indiana Tribüne, Volume 7, Number 146, Indianapolis, Marion County, 14 February 1884 — Page 2

Sndiana Triöüne.

1 t 1 - J E r sch ei nt FäglilS, MHentkiS u. Sonntags. Sfffcn 120 Marylandgr. Indianapolis, Ind., 14. Februar 1834. Der Vorqanffer des Mädckcn . . Mörders. . Die fürchterliche Reihe im Verbrechen. welche der Civil-Jngenicur Hugo Schcn! in Wien begangen und die er zum großen Theile auch bereits selbst eingestanden hat, nist die Erinnerung an einen Vorgänger dieses bestialischen Vkörders wach, dessen Verbrechergcschichte in vielen Details eine ganz merkwürdige Analog ausweist mit derjenigen, die gegcnwärtic die Polizei und die gesammte Bcvölkerung m Aufregung hält, üir meine den Mädchenmorde? ' Dumollard, besser Mordthaten in die Jahre 1352 bis 1862 fallen Die Umgegend der StädteVour und Lyon war der Schauplatz der Vev brechen dieses Vorgängers Schenk's. De? Hergang der zahlreichen Verbrechen, web kche Dumollard verübt hatte, war im Allgemeinen folgender: Ein unbekannt kÄensch in bäuerlicher Kleidung wendet jich an ein Dienstmädchen und bietet ihi einen Dienst mit ungewöhnlich hobem Lohn auf dem Lande an. Das Mädchen, durch die glänzenden Versprechungen verlockt, folgt mit ihren Habseligkeiten dem fremden Mann, der sie selbst an ihren Bestimmungsort geleiten will. Mehrere, die mit ihm weggegangen wa-. ren,' blieben verschwunden, emige kamer zurück, nachdem ihr Führer sie an einem einsamen Ort beraubt hatte, andere hat ten sich, von vlötzlicher Furcht ergriffen, durch rasche Flucht in Sicherheit gebracht. Eins dieser Mädchen, welches dem Räuber glücklich entkommen war, bezeichnete einen gewissen Dumollard als den Attenräter. Derselbe wohnte mit seiner. Frau in der Nähe des Werlers Molard, in einem düsteren Häuschen, das in der Nachbarschaft verrufen war. Dumollard und leine Frau wurden vernommen, sie verwickelten sich in Widersprüche, und ein Hausdurchsuchung ergab mehr als tausend verdächtiger Gegenstände, meist KleidunZsstücke weiblicher Personen. Du mollard ward auf das bestimmteste als der Schuldige erkannt. Unter den im Hause vorgefundenen fremden Kleidern waren mehrere noch mit Blut befleckt. Man fand eine große Anzahl von Strumpfbändern, 07 Strümpfe, 10 Corisets, 71 Taschentücher, Spitzen :c. Sowie man des Ikäubers habhaft geworden, liefen von allen Seiten Anzeigen übe: frühere ähnliche Verbrechen ein. DaS Ergebniß der Nachforschungen gepaltet l sich voir Tag zü Tag mehr grauenerregend. Man erlangte die traurige Gewißheit, das; viele Mädchen,' welche in nerhalb eines Jahrzehnts in der Gegend ,spurlos verschwunden waren, von DurfTAV v I.s I JfiCts CTDa.Ca ... 11. iiivuutv tu iy umiiiiYtvi ü;tiv iiufr braucht und ermordet worden waren. Leichname wurden aufgefunden, welch jahrelang in der Erde gelegen hatten, an denen die Spuren der Mordwerkeuge noch sichtbar waren und welche von ihren Angehörigen erkannt wurden. Die Untersuchung förderte noch folgende schreckliche A!issethaten zu Tage : !$m Februar des Jahres 1855 fanden einige Jäger in einem Walddickicht die Leiche einer Frauensperson. Man erkannte in derselben dieDienstmagd Marie Vadav, .welche auf Zureden Dumollard's mit ihren Habseligkeiten aus der Stadt weggegangen war, um einen guten Dienst nzunehmen. Alle Nachforschungen nach dem Mörder blieben verqeblich. Erst sechs ahre später, anläßlich der Ergreifung Dumollard's, sand man unter den vielen Hunderten weiblicher Kleidungen, die in seinem Hause aufgespeichert lagen, auch lsolche die von den Schwestern der Ermordeten auf das bestimmteste als das Eiaentbum Letzter erkannt wurden. Er leugnete, sie ermordet zu haben, und er zählte, daß er auf folgende Weise in den Benfe der Kletdungsstücke der Badav ge kommen sei Im Jahre 1853, erzählte Dumollard, sei er in Lyon auf offener Straße von zwei Leuten in Arbeitcrtracht aufgefordert, worden, mit ihnen gcmcmschaftlich auf die Jagd' nach Dicnstmäd.chen auszugehen. , Sie nahmen die Mädchen mit sich und wenn sie dieselben zu ihren verbrecherischen Zwecken ge ; braucht, )o schassten ne ne velette. iyux seme Mithilfe seien ihm- 20 Francs per Kops und nach zwanzigjähriger Ttenu , zeit" seien ihm 400 Francs versprochen U worden. Dem habe er nicht widcrsteben r- können und nachdem er zugesagt, die Anweiiuna erkalten, dak er iunae Mädcben .ohne Dienst aufspüren-solle. - Das sei ihm auch dann in der Folge häufig ge4fitrr ff Ftfi Vtt 'VT? XrfiOM rtn rtryiy4MllVi. V MVV VV VUVW('V. . Vlll" lmen Orten den Fremden ausgeliefert und jsicfy um daö Schicksal der Frauenspersornen nicht weiter gekümmert. Als 25e .lohnung habe er die Kleidungsstücke der s Ermordeten bisweilen auch erhalten. 1 Diese Geschichte wurde ihm nicdt ge .Alabert, Josephe Eharletv, Jeanne Ma ,rie Bourgeois, Victorine Verrin, Nosalie . Nicolas, Julie Farjol und Louise Marie Michel, zu sich gelockt und theils beraubt oder ;u berauben versucht hatte. Die Untersuchung förderte ferner zu Tage, . dan er em Ulcadchen, dessen Juiine unoc kannt blieb, im Jahre 1858 unter den 'gleichen Lorspiegelungen ermordet und beraubt hatte. Der Leichnam Uuird'c j später gefunden. Im Jabre S6i) er f , rr . . c t r j .moroeie .umouaro aoermcs ein ,raucnZimmer, welchem er einen Dienst rer f sprachen hätte und das ihm gefolgt war. ' v Kaun ein Jahr ster führte Diimol lard eine neue Unthat aus, eine der schrecklichsten, wel'e diese Verbrecher nawr in ihrem grellsten Licht erscheinen läßt. Am offenen . Grabe einer auf so aebeimnivollen Weise ums Leben aekommenen Dienstmagd Namens BusZod, welche der Unhold betäubt und lebendig i. ' ' r y .. ä iM kMSkgMe2itte,ivA? umyUM eno

UUV4. SJVlVYfc IVUtVV VUiU. JVVii)Vl - 'erwiesen, daß er eine Anzahl von MädA chen. Namens Marie Eurt, Olvmpia

.T.th Mit Irnnhi tniirh itirl Viiiiiti

chen diesem Scheusal zum Cpfer gefallen sein mögen, das hat die Untersuchung nicht vollständig feststellen können. Du mollard gab selbst an, das; er in den Jahren 18521862 den beiden Frern den" fleißig gedient. , " 'tfi 9IrrNrri fflfcft s.lltMi slllt frrflft

vvtvvvVII. iwiv vvV miv)nivyv I V JV VtVlt . V.V r. J er i or -tu . . . li. jerittjxccencn :vtDroii;aicn, pwunwrriiiiu Nothzucht und Raub, außerdem auf 9 versuchte, theils ausgeführte Nauban fälle. Die Ebefrau Dumollard ward der von ihrem Äann vollführten Mördereien beschuldigt und Dumollard wurde zum Tode veruttbeilt, seine Frau zu zwanzigjähriger Zwangsarbeit. Mit den Worten : Ick büße für Andere, ich bin unschuldig !" stieg er am 8. März 1862 zu Bourg .auf's Schaffet, ein verhärteter Sünder, den die gewiffenbaftest geführte Unterfuckuna und die schlagendsten In ya ri.ri.uw otcicn Zil keinem vouianoigen i2;qianu niß hatten bringen können. England und der (fongo. 9!achdem der Versuck des Abenteurers De Brazza, Frankreich im Gebiete des Eongo besondere und einseitige Vortheile zu verschaffen, als völlig gescheitert anzusehen ist, muß die Stelle in der Thronrede der Königin Victoria besondere Aufmenlamielt erregen, in welcker dem Parlamente mitgetheilt wird, daß die Regierung in Betreff jenes Gebietes mit Portugal ein Abkommen getroffen habe. welches demnächst vorgelegt werden soll. Gleichzeitig hat eine Depesche aus Liffavon berichtet, dak der Zwilchen Portugal und England in Betreff des Eongo abgeschloffene Vertrag demnächst den Eortcs zugehen soll'. Es ist sonach nicht zu bezweifeln, daß ein derartiger Vertrag zwichen beiden .'iegierunaen abacscklonen worden ist. An dem Gebiete des Eongo baben die Vcr. Staaten vielleicht nicht ein so unmittelbares, jedenfalls aber cm ebenso großes Interesse als England. Irgend eme Abmachung mit Portugal würde den Interessen aller übrigen Handel treibenden Scationen zuwiderlaufen, und um so weniger berechtigt sein, als Portugal irgend eine begründete Oberhoheit über jenes Gebiet nicht zusteht ; dasselbe hat nicht den Schatten eines Rechts auf Jurisdiction in jenen Gebieten und ebenso wenig irgend welchen Einfluß unter den Eingeborenen, welche dieselben vcwohs m, i nen. eldjt der von Portugal geltend gemachte Vorwand der ersten Entdeckung iener Gebiete nt vollkommen baltlos. weil dieser Entdeckung nie auch nur der chwachste versuch emer BentzerarelNlna gefolgt ist. Die englische Regierung hat auch in der That jeden derartigen An druck) Portuqals stets und consequent xurückgewiesen und keine ?!ation der Welt hat irgend welche Berechtigung der Portugiesen auf jene Gebiete jemals anerkannt. Gesteht letzt England Portugal Rechte zu, die es vorher stets bestritten bat, lo geschieht die aus keinem anderen Grunde, als um sich durch einen Vertrag mit demselben besondere Vortheile vor allen anderen Nationen zu sichern. Gegen ein solches Vorgehen der portuisischen und englischen Regiening müsI en alle anderen Handel treibenden Na tionen auf das Energischste protestiren. Sollten Portugal am Eongo irgend welche Vorrechte eingeräumt werden, so wurde es solche zum Ruine iener Gebiete mißbrauchen, wie es dies von jeher allen jeincn Kolonien gegenüber aetban bat. In Angola hat cö nie auch nur eine einzige Straße gebaut, Mozambiquc hat es durch Auferlegung unerschwinglicher Steuern nnnirt, Goa hat es durch die Plünderungen, die es seinen Truppen ge"stattcte, rn emc Wlldmß verwandelt. Du portugiesische Auffassung der Eolonisation ist noch heute jene mittelalterliche, welche aus den Eolonien so viel als möglich berauszupressen sucht und dieselben schnelem Untergange zufuhrt. Die Aner kennung irgend welcher Reaierunasrechte Portugals im Thale des Eongo würde dieses dem Verkehr mit allen anderen Nationen, außer in Gemäßheit des erwadnten Vertrags mit den Englandern, verschließen. Jenes ganze Gebiet soll und mufc allen Nationen offen stehen und die erfordert' i. rv '.l' .. f i. w t. v r . iicoe urisoimon louie ieolgilcy ourcy eine internationale Commission in ahnlicher Weise ausgeübt werden," wie dies in Betreff der Schiffahrt auf der unteren Donau der Fall ist. Die internationale afrikanische Gesellschaft, welche aeqenwärtig durch Stanley vertreten ist, bildet eine ausgezeichnete Basis für eine derartige Commission. Die Wichtigkeit des in Frage kommenden Gebietes kann kaum überschätzt werden. Schon als die großen Fälle des Eongo noch nicht umgangen werden konnten.und dasJnnere jenes Gebietes noch völlig unbekannt war, betrug dort der jährliche Umsatz Englands 12,000,000, zweimal soviel als der ganze jährliche Handelsverkehr zwischen den Ver. Staaten und Portugal ausmacht. Der Handel mit jenem Gebiete wird sich in den nächsten zehn Jahren verhundertfachen und dasselbe gehört mit seinen riesigen Hilfsquellen nicht einer Nation, sondern muß allen m gleicher Weise zugänglich sein. Der Posttelegraph. Mit der Frage, ob und unter welchen Bedingungen sich die Herstellung von Posttelegraphen empsiehlt,ist gegenwärtig das Senatscomite für Postämter beschäftigt. Bekanntlich wurde während des aroßen Telegraph istenstrikes, welcher das Publikum eines unentbehrlich gewordenen Verkehrsmittels vorübergehend beraubte, der Ruf nach einer derartigen Einricktung zuerst laut. Man wies darauf hin, daß die Bundesregierung das Telegraphenwesen leicht mit der Postverwalwng vereinigen könne und daß sie allein geeignete Garantie gegen plötzliche Betriebsunterbrechungen biete. Außerdem könne alsdann in vielen kleineren Ortjchaften der Dienst eines Telegraphisten von : dem Postmeister nebenbei versehen werden. . Seit dem Zusammentritt des Conares-

ses,bildet die aame .Idee eine der wiche. ' "" " -- TU ;

tigstenThemen, mit denen M"öleser zu I t-rXifi! , 4 , . T . . 'r.T s

oeilyasiigen var. nier en uracyien, welche das SiNttscomite bisher eingeholt bat, befindet sich dasienme des Herrn Evarts. Dasselbe weilt, was den Bau der Telegraphenleitungen anlangt, zunaa)N aus vle von der Regierung unfrer Flotte aeqenubcr bewiesene linfäbiatcix bin. Was die Verwaltuna anlanat. so glaubt Evarts, daß das Volk nicht das mmoejte vertrauen zu dem .elegraypenbetriebe durch die Ikeglerung haben werde. Man muk maeben. das: sick die Reaierung sowohl was das ..Bauen" als was das Verwalten", anlangt, schonest als unsabig erwiesen hat, ein -vlick aus den v.k5s. ..r.. a ?ttk? kliiu;vii .QUjiajiu uujity 4üuucuu lehrt jedoch, daß sie unter Umständen daS Eine wie das And sebr wobl verstebt und die combinirte Post- und Tclcgra-pyen-erwalmng brauchte daher um nichts weniger zuverlässig und wirksam zu sein, als es jetzt die PostVerwaltung für sich allein ist.-Ein anderweitcr Einwand gegen Verwaltung der Telegraphen durch die Regierrnig betrifft bekanntlich die Stärkung der im Besitze der Macht befindlichen politischen Partei dadurch, daß die Zahl der von ihr abhängigen Beamten so wesentlich vermehrt wird. VomJnsande. Auf der Agentur der Mes. calero-Jndianer in New Merico haben kürzlich indianische Polizisten mehrere Soldaten unseres herrlichen KricgshccrcS verhaftet und in das Gefängniß abgelie fert ; dieselben hatten sich dermaßen be rauscht, daß sie den tollsten Unfug verübten. In voriger Woche wurde ein glänzendes Meteor beobachtet, welchcs über die Stadt Torrington, iSccm., hinwcgzog und sich rasch der Erde zu. näHern schien ; am nächsten Tage entdeckte ein Farmer eine trichterförmige Vcrtieung auf seinem Felde, grub nach und and einen Meteorstein von 200 Pfund Gewicht. Eine große A n z a h l LiehHirten in Vioray Eo., New Merico, hat sich nach Art der tcranischen Rangers organisirt, um die Utes, deren Viehdlcbstähle immer frecher werden, aus dem Lande zu treiben. E l i W i l l i a ni s in N e i l sville, Wis., und Gattin sind 01 Jahre mit einander verheiratbet ; er ist über 100, sie ist u5 Jahre alt und beide haben im Jahre 1823 geheirathct. Die Zucker - Einfuhr New Jork's betrug in den letzten sieben Monaten des vorigen Jahres 829.831,500 Pfund, die Steuer 816,171,155. Unter dem neuen T'arif betragt die Steuer 1 fünfundneunzigstcl, unter dem alten war sie 3 401100 Cents. , Der Aufseher des Gesang niffes des County Erath in Texas brachte kürzlich in Erfahrung daß die Gesängenen sich in den Besitz von Instrumenten gesetzt hatten, vermittels deren sie beabsichtlgien, aus dem öefängniffe auszubrechen. Er eröffnete denselben, dan sie so lange nichts zu effcn erhalten würden, als sie nicht die Instrumente ausgeliefert hätten. Zwei Tage lang hielten die Kerle den Hunger aus, dann 'überlieferten sie zwei eiserne Brecheisen, zwei starke Messer, eine Feile und zwei starke holzerne Knüppel. Die Legislatur von Massachusetts ist einjährig, d. h. sie wird alle Jahre neu vom Volke gewählt. Es liegt ihr jetzt ein Jlntrag vor, d zweijährige Legislaturperiode einzuführen, welche in 21 von unsern 38 Staaten besteht, wo die Gesetzgeber einmal alle zwei Jahre neügcwählt werden, und wo nur jedes andere Jahr eine Sitzunszeit stattfindet. Das Eomite, welches mit der Begutacht tung dieses Antrags betraut ist, bat an alle Gouverneurs der 21 Staaten geschrieben und um Auskunst darüber gebeten, wie sich die Einrichtung zweijähriaer Gesetzgebungsperioden bewähre. Die Antworten der Gouverneurs und einige andere Gutachten sind zu Gunsten der zweijährigen Periode ausgefallen, m verglichen mit der einjährigen, welche in einigen dieser Staaten vorher bestanden T. v . i . yatle, aoer avgecyasst worden in. Die Einwanderer inJrland laffen sich bekanntlich zum größten Theile in unseren großen Städten nieder. Du nun diese Jrländer daheim an städtisches -Leben gar nicht gewöhnt warenf so können sie sich in die neuen Verhaltnifie um so weniger schicken, als sie für eine geregelte - Thätigkeit nicht befähigt sind. Sie selbst schleppen sich noch allenfalls durch, aber ihre Kinder, die hier aufwachsen, sind gänzlich verWahrlost. Es steht fest, daß die hier geborenen Söhne von Jrländern, in den Listen als Amerikaner" angeführt, den größten Theil der Sträflinge in allen nordstaatlichen Zuchthäusern und GefängNissen liesern. Bei weiterer Untersuchung aber sindet man, daß diese Menschen durch Verwahrlosung zum Verbrechen getrieben worden sind, denn von904Züchtlingen in Michigan hatten nur 81, von 701 in Pennsylvanien hatten nur 93 ein Gewerbe erlernt, und ähnlich ist das Mißverhältniß überall. Der Vater als schlecht bezahlter Tagelöhner muß eben die Kinder frühzeitig zum Erwerbe anhalten und ihnen jede Möglichkeit zur Erwerbung nützlicherKenntnifse entziehen. Bei Herrn Charles Burns in Thomaston, Conn., sprach kürzlich der Agent einer Lebensversicherungs-Gefell-schaft vor und versuchte seine ganze Beredsamkeit vergeblich, denselben zur Versicherung seines Lebens zu veranlassen. Plötzlich stockte der Strom dec Rede, der Agent faßte BurnS fest in's Auge und rief: Es ist keine Täuschung möglich, Du bist mein Bruder, hast Du nicht frü her in Walden, N. F., gewohnt Die Sache verhieltsich in der That so, die beiden waren Bruder, die sich ' 27 Jahre nicht gesehen hatten. Die geaenseitige Freude -war groß, aber bald sagte der Agent : Nun ' läßt Du Dich aber doch gewiß von mir versichern !" So geschah's. . Ein Roman aus .dem Lebzz

Wirt aus Philadelphia berichtet. Bor

awei Satiren uderwars ficy ein Schotte, Anderson, mit seinen Eltern und ging nach Amerika. Da er ein vclchtsnutz war, so behielt er nirgends eine Stelle und ging als Tramp über das ganze Land, er durchirrte den Westen, war Kuh hitte in Colorado, Auswärtcr in Chicago, ineist aber ein verkommener Tramp. So bettelte er sich von einer Stadt zu? andern. Vor einigen Tagen war er in Philadelphia und bettelte in einem wohlhabenden Hause etwas zu essen ; man reichte ihm Brod und ' Fleisch, in einem Ledger" ernaewickelt ; er las die Bnef liste der Zeitung, fand seinen Namen und erhielt auf der Post einen Brief von dem Advofate seiner Familie, in welchem ihm die Mittheilung wurde, daß sein Vater und seine Schwester gestorben seien, und daß er 9150,000 geerbt habe. Anderson ging mit dem Briefe zu A. W. r 'r r l c !2yi!os, weicher um neu cmuctoctc uno ihm die Mittel gab, nach Hause zu reisen und seine Erbschaft zu. heben. Z u r Zeit t r e t e n an a l l e n Orten und Enden der Erde, vielleicht der Welt gewisse Verbrechen gewissermaßen? epidemisch auf. Wo ein 'Mord verübt wurde, folgten ihm ein halbes Dutzend andere auf dem ,uße, und ehe man sich s versah, herrschte die gräßlichste MwdEpidemie. Zu den Verbrechen, die setzt manendaft verübt werden, gebört auner dem Morde aucb das Kußstehlen. Kauni ivar in Moiitrcel vor Kurzem ein elonkcl, der seiner auf dem Schaukclstuble einredn selten Wirthin ein Schm ätzchcn gcraub hatte, zu einer eventuell abzusitzenden Geldstrafe verurtheilt worden, da kam auch schon aus Tuluth die Traucrkunde, daß ein Mami wegen Beraubung eines Mädchens um einen Kuß um vierzehn Dollars bestraft worden sei. und k it i aus jiai;tmic die cawrlchl, oay ein ?)!ann, der eine Lehrerin gegen deren Willen künte, eine Entschäoigung von 800 Tollars zu bezahlent habe. Die Vcrurtheilung der Kußräubcr schüchterte keinen einzigen Mann ein und die Verurteilten selbst gehen dem Vernehmen nach schon wieder auf Raub aus. '.'enn die unter den Scannern auc'gcbrvchencKuß'Epidemic nicht ewig währen soll, .. , . r i.!1 r. ""i .. r ... t. . Milden empslnoiici)ere irascn uoer oie Kuß-Rauber verhängt werden, als die bisher geschehen. Selbst der Schurke, ocr 8800 für das Küssen einer Lehrerin blechen mußte, ist noch viel zu gilt wegzekülnmcn, denn wenn er das Fräulein Vtte heiratben müssen, wäre die Sache 1 5--schwieliger geworden. Vom Auslande. " lieber die 15 r nx c reinig des (ebcimpolizistcn Ferdinand Bloch in Florisdorf l?ci Wien wird berichtet : Am Morgen des 22? Januar verließ Bloch, ein überaus tüchtiger Geheimpolizist, welcher einen der muthmaßlichcn Mörder des ' Polizeibeamten Hlubek verhaftet hatte, seine Wohnung" in Mühlschätti, um sich nach dem in Florisdorf bcsindlichen Amtslokal zu begeben. Sein Weg führte ihn an einem großen Steinbruch vorbei, der auf der einen Seite von einem Gartcnzaun begrenzt ist iind auf der andern an daö linke Donauufer stößt. Um 8 Uhr börten Leute in der Nähe einen Schuß fallen und fanden, hinzueilend, den Geheimpolizisten nahe der Mitte ds Steinbruches todt auf dem Rücken liegen, mit einer blutenden Schußwunde über dein linken Ohr. Ein Schuhmacher, Namens Zickcr, welcher zuerst zur Stelle war, sah. einen Mann nach dem Donauuser davonspringcn und lief, um Hilfe rufend, dem Fliehenden nach. Ihm schloßen sich andere Leute an, aber der ?)!örder gewann, durch das seichte Wasser des alten Donaubcttcs watend, einen immer größeren Vorsprung. Inzwischen waren jedoch mehrere Arbeiter auf der anderen Flußscite aufmerksam geworden, die dem Flüchtling den Weg vertraten. Vor einem 3!evolver, den Letzterer zog, loichen sie jedoch zurück, und der Mörder wäre entkommen, wenn nicht einige brave Männer auf Gefahr ihres Lebens sich demselben entgegengestellt hätten. Es waren Ferdinand Mellon, Johann Pillcr, Leopold Stroh und August Birncr. Mellon faßte den Flüchtling, erhielt dabei jedoch gefährliche Schüsse in's rechte Bein, die ihn xa Bo'den fällten. Der Mörder feuerte einen dritten Schuß ab, strauchelte aber und verfehlte sein Ziel, so daß Stroh und Pillcr sich ihm nähern und ihn festnehmen konnten. Mit Hilfe mehrerer Gensdarmcn, die inzwischen herbeigekommen waren, wurde er nach der Polizeiwache gebracht. Auf dem Wege dahin machte er aber noch einen verzweifelten Versuch, sich und seine Häscher umzubringen. Er riß eine Dynamitp'atronc aus der Tasch? und warf sie mit aller Macht auf den Boden. Dieselbe siel jedoch auf eine weiche Stelle und crplodirte nicht. Ueber das Vorlebe n des mit dem Frankfurter Dynamit-Attcntat in Zusammenhang gebrachten, bereits nach Frankfurt abgeführten Friedrich August Rcinsdorf hat der Hamburger Eorrespondcnt" folgendes erfahren. Er wurde zu Pegau in"Sachscn geboren und ist 35 Jahre alt. Seine Eltem gehörten dem Arbciterstande an. Er gcrieth schon früh in die socialistische Richtung, der er sich, nachdem er seine Lehrjahre als Schriftsetzer beendet, ganz ergab. Zuerst in Leipzig gerieth er wegen communistischer Umtriebe in Untersuchung, die aber ebensowenig zu einem Ergebnisse führte, wie eine Untersuchung wegen seiner Verbindung mit Hödcl, in dessen Besitz man seinerzeit von R. geschriebene Zettel gefunden hätte. Eine erste Verurthcilung zu vier ÄZonaten Gefängniß auf Grund des Socialistengesetzes erfolgte zu Nürnberg. Nach Vcrbüßung dieser Strafe, welche ihn übrigens nur mit noch grös.rer Erbitterung erfüllt hat, beginnt für ihn eine Zeit der abenteuerlichsten Querfahrten. Bald ist er in Frankreich, wo er als Anarchist bestraft wird, bald in England, bald wieder in Deutschland. In Frankfurt weilend, verschwindet er gleich nach dem Attentat, ' um nach London zu gehen. Von dort ist er vor etwa 4 Tagen nach Frankreich, gekommen und

yat hier unter vcrscylerenen tarnen ge-1 lebt, bis er von den Polizisten Schulte ' und Busch verhaftet worden ist. Neinsdorf machte kein Hehl daraus, daß er den Anarchisten angehört ; er bestritt aber, das Attentat ausgeführt zu haben, freilich unter dem Hinzufügen, er bedauere, daß die Parteileitung ihn dieser Ausführrmg nicht für würdig erachtet babe. t C ... Tt . .. T r r i '

vsernc rcloen enoen scheinen nacy Cngland entkommen zu sein. Ein Thron aus qeschl S fenem Krystallglas ist gegenwärtig in London in dem Ver!aufsgewölbe der Herren Osler in Oxfordstrcet ausgestellt. Derselbe ist ein wahres Meisterstück moderncr Glastcchnik und bcschäftigteKünst-1 r mr . rjr. r 's rjr.r.rr c" ier, vyiayjaueiscr uno unciöoiaje m den. Birminghamcr Werken der genannten! Herren durch mehrere .'conate. Ueb dem Thronsessel erhebt sich ein von vier Säulen getragener Glasbaldachin, Alles in maurischem Stil, der äußerst kunstreich gearbeitet ist, und nicht wenig dazu beiträgt, den brillanten Effekt des ganzen Kunstwerkes zu heben. Die Arme des Sessels laufen in ananasförmige Knöpfe aus, die je 324 mit mathematischer Genauigkeit geschnittene Facetten tragen. Die Säulen sind gleich dem Thronsessel mit.eingravirten Zeichnungen versehen. Der zerbrechliche Thron absit ornen ist für einen indischen Fürsten be stimmt. I n der l e tz t c n S i h u n g der Berliner Anthropologischen Gesellzchaft bcrichtcu n. A. Professor Nehring über einen Hohlenfund, der bei dem Dorfe Holzen im Braunschweigischem gemacht wurde und der insofern von hervorragendem Interesse ist, als er u. A. auch Reste kannibalischer Mahlzeiten enthält. Es ist dies das erste Mal, daß der Wissenschast Thatsachen entgegentreten, die darsuf hindeuten,' daß auch in Deutschland einstmals eine anthropophage Menschenrace gelebt hat. In Belgien und auf der Pyrcnäcnhalbinscl hatte man bereits früher ähnliche Anzeichen gefunden, die jedoch seitdem vielfach bestritten sind. Die Knochenreste der Holzener Höhle, die der Gesellschaft zum Theil vorgelegt werden konnten, sind nicht vollständig kalzinirt, sondern, wie der Redner sich ausdrückte, nur angeschmort. Außerdem kann man deutlich ersehen, das; die Knochen absichtlich aufgeschlagen sind, scheinbar, um besser das Ä!ark aussaugen zu können. Was vor Allem aber auf Kannibalismus deutet, das ist die Art, wie die Nnochcn stch vorgefunden haben. In großen Massen lagen sie in 'der Höhle bunt durcheinander, wie man eben Bratcnknochen nach der Mahfyit wcgzwverfcn pflegt. Auch im Ucbrigen ist der Fund von hohem Interesse. Ncbcn Knochengeräth sind Bronzen von rol er Bearbcitung aufgefunden, während man in einer noch tieferen Schicht, die durch eine Sinterlage von der eigentlichen Kulturfchicht' getrennt ist, auf zahlreiche 5inochcnreste kleinerer Thiere gestoßen ist, von denen man inzwischen erkannt hat, daß sie von dem Lemming herrühren, von jenem setzt in vcorwcgen heimischen cager, der chon sehr hauftg im Dlluvmm angetrofcn ist,dessen Erscheinen in diesen Schichcn immer auf die Eiszeit hinweist. Man wird somit auch hier annehmen können, daß die untersten Lagen der Höhle bis zur Glacialperiode reichen. In der Debatte über diesen Gegenstand erhob Herr Profcssor Virchow einige Bedenken gegen die Annahme des Kannibalismus. Der Bankier Szkolny von Jnowraclaw wurde vom Schwurgerichte wegen Wechselfälfchungen und betrügenschen Vankerotts zu einer Zuchthausstrafe )on 15 Jahren verurtheilt. Die Summe der gefälschten Wechsel beträgt 123,000 Mark, von denen ein kleiner Theil vom Angeklagten gedeckt worden ist, bevor er flüchtig wurde. Auf die Fragen des Vorsitzenden, wozu er das auf die gefälschten Wechsel erhobene Geld verivendct habe, :rfolgte in j.'dem einzelnen Falle die Antvort : i)x Deckung andcr.-r Wechsel." Es giebt nur g a n z v e reinzelte Industriezweige in welchen die Russen etwas Selbständiges leisten, dagegen eine ganze Rdbe, die ausschließlich oder fast ausschließlich in nichtrussischen Händen liegen. Dabin dürste mit in erster Linie das lediglich von Derttschen betriebene Brauercigewcrbc zu rechnen sein. Obwohl bei den Russen zu allen Zeiten Bier consümitt wurde, sind doch die Brauereibesitzer und Brauereibedicnsteten sämmtlich' Teutsche, resp. DeutschOesterreich?? ; alle Brauereien des weiten Reiches sind von Teutschen erbaut und eingerichtet. Natürlich sind auch die Akaschincn insgesammt deutschen Ursprungs, sogar die in der Brauerei verwendeten Rohmaterialien: Gerste (Malz) und Hopsen werden aus Deutschland (Bayern), resp. Oesterreich bezogen. Und bei allen Tiradcn über die Schädlichkeit des Tcutschthums läßt sich der Russe das deutsche Bier trefflich munden. Am 14. Jan. starb so schreibt man deni Schwäb. Mcrrkur" m Chur Fürsprech Hr.Würth (vonSigmaringcn). Geboren 1803 in Donauschwingen, der Sohn eines Beamten, verlebte Würth seine Jugcndjahre in Sigmaringen, studirte auf deutschen Hochschulen, hauptsächlich in Thüringen mit Paul Psitzcr und Fr. Römer, Jurisprudenz und ließ sich dann als Ztechtsanwalt in Sigmaringen "nieder. Als tüchtiger Anwalt und Mann von umfassende? Bildung genoß W. allgemeine Achtung und vermöge seiner liebenswürdigcn Umgangsformen war er ebenso beliebt, trotz seines Freisinnes auch den Fürsten eine genehme Persönlichkeit. Das änderte sich freilich 1843, m der Zeit der Revolution, wo Dr. Würth, damals ein reifer Mann mit festem Fuß im Leben, wohlhabend und von großem, bürgerlichem Einfluß, sich an die Spitze der Unzufriedenen stellte und, ein glü hender Patriot, die Begehren des Volkes formulirte. Damals erhielt er von seinen Freunden den Namen Tyrann von Sigmaringen", ein Beiname, der ihm bis zu seinem Tode blieb. Selbstverständlich wurde er von seinen Sigmaringem in's Frankfurter Parlament aeschickt cr laßaseM auf der Ljnl.r.j

wanderte iffif dem Nuny-f nach Stuttgart und befand sich unter den Gesprengten. In Preußen war die Verfolgung wegen Hochverraths bereits gegen ihn eingeleitet, die mit der Verrrtheilung zum Tod (!), freilich nur in oniurna ciara, endigte. Indessen batte sich der Verfolgte in Rorschach, wobin seine Familie ihm bald nachfolgte, dann bleibend ln Chur niedergelaffen, wo er sich das Bürgerrecht erwarb. In Chur war Dr. Wütth einer der beliebtesten und geachtetsten Rechtsanwälte und bis in's bobe Wer thätig. Die Provinz SchleswigHolstein hat einen ihrer besten Patrioten verloren, Andreas Hansen, Bauergutsbesitze? bei Grumby, der am 18. Januar in Tolk bei Schleswig gesto?ben ist. Während der dänischen Willkürherrschaft öon 1853 bis 1863 war er fast der Ein;ige, der den Muth hatte, offen Protest vagegen zu erheben, und die Verwahrung gegen die Einverleibung in Dänemark, Die von der schleswigschen Ständeversammlung mit großer ' Majorität beschlossen wurde, war vor Allem sein Werk. Nach 18G4 war Hansen ein AnHänger des Augustenburgers, . mit der Annexion des Landes an Preußen wa? seine politische Rolle ausgespielt. In

)en preumichen Landtag ließ er sich nicht wählen. Leider waren seine letzten Le?ensjahre getrübt durch Krankheit und nancherier ermogensverluste, eineFolge 'einer ehemaligen politischen Thätigkeit, Iber welcher er oft genug die WabrnebZiung seinerPrivatinteressen verabsäumteEin seltsamer Streik ist !n Braunschweig ausgebrochen, ein An-valt-S!reik Unter den dortigen An- - Ti r. r r.i . cm ?!, , caucn verricme llpnlmmung varuver, )aß in der dritten Eivilkammer des Land? serichts die Verhandlungen sich hauste ivcr ocn seugesemcn 5ettpuntt von 10 llhr verzögerten. Als nun vor einigen agen noch um 10 Uhr die Verbandilngcn nicht eröffnet waren, verließen ammtliche anwesenden Anwälte, sieben in Zahl, den Sit.ungösaal und kehrten iicht wieder. 7:e 3 il' a ni ; g e ii und Andächtigen, welche das Versammlungs lokal der Heilsarmee am Quai de Valmy in Paris zu besuchen pflegen, konnten vor ' W' " if M sX Vvft viiiv v 1 V v Handlung bciwobncii : Die blonde Marschallin Äooth traute in höchst eigener Person zwei ihrer Ofsiciere", wie die Einladungs - Schreiben besagten, den Hauptmann Simeo (auf dem Posten u Valence) mit der Hauptmännin Wallis (auf dem Posten zu Genf)." Die Marschallin mit ihrem Gencralstab und deii Gemeinen waren in großer Uniform er schienen, der blauen Jacke mit einem silbcrgcsticktcn -L" am Kragen. Eine jugendliche Lieutenantin schwang, über dem Brautpaar, das ebenfalls n Uniform prangte den prangend lüthcnlranz, der jungen Braut mußte ein abscheulichcr Hut mit schottischen Bändern ersetzen , die Fahne der Heilsarmee : ein braunes Tuckviereck mit elnem.gelben Stern in der Mitte. Nach Absingung, eines Hymnus hielt die Marschallin eine Ansprache an die künftigen Ehcleute, in der sie ihnen verbot, zu fragen : Was werden wir essen, was sverdcn wir trinken? Denn", so spricht die Schrift, nach allen diesen Dingen trachten die Heiden u. s. w." Dann richtete sie die üblichen Fragen an den Hauptmann und die PIITI.Tril H IT'TIMI rill l'T FIIKll I I? I I T I 1 I 1 11 Hauptmännin und erklärte nach dereu Bejahung die Beiden für Mann und Weib. Dann folgten abcnaals Gesänge, indeß die Soldaten" herumgingen und für das Werk des Heils sammelten. Die deutschen Sozialdemokraten selbst geben in ihrem Parteiorgan, dem Züricher Sozialdemokrat", bezüglich der bevorstehenden Wahlen folgende Erklärung ab : DerKogenhazener Kongreß habe sich entschieden dagegen ausgesprochen, daß ein und derselbe Eandidat in mehreren Bezirken aufgestellt werde. Denn jede Doppelwahl hätts den Sozialdemokraten einen Wahlkreis gekostet, und in Folge dessen, seien ihnen Ältona, A!ainz und Glauchau-Meeran: verloren gegangen. Liebknecht hoffe, in Offenbach-Tieburg wiedergewählt zu werden,' daher werde er im 4. sächsischen Wahlkreise (Dresden - Neustadt nicht kandidiren, vielmehr solle dort Kaden (bis jetzt unbekannt) aufgestellt werden." Was speziell Berlin anbelangt, so beabsichtigen die Sozialdcmokraten, im Wahlkreise Träger'S abermals Bcbcl und im 2. Wahlkreise den Apotheker Vogel in Trc-den (der 1879 von Berlin ausgews.'n iivtrKM nurnlstt'llen. wäbri'nd dk. V j " 5 ? I w wwr w . w v 5(andidaturen für die übrigen Bezirke zur Zeit noch nicht festgestellt sind. . De? in ganz Deutsch, land bekannte Schreiblchrer Leßhaft, dessen Name in der Erinnerung vieler Tausende wohl noch ein still bescheidenes Plätzchen besitzt, nach dessen stilvollen Entwürfen wir einst in den ersten Tagen unserer Kindheit uns mühten, die .unst des Schreibens zu lernen,' ist in FreienWalde a. O. gestorben. Wer kannt.' nicht seine Werke, die Lcschaft'schen Schreibhefte ! Dieselben sind' in Mil: lioncn von Exemplaren verbreitet und haben ihrem Verfasser ein nicht unbeträchtliches Vermögen eingebracht, das ihm ein sorgenfreies Alter gestattete. E i n c kleine Schauspielerin an cin.'m kleinen Theater eines kleinen ungarischen Städtchens ließ sich von einer Herzensangelegenheit derart das Köpfchen verwirren, daß sie, aufgelöst m Schmerz, nichts Aergeres zu thun wußte, als eine kleine Sammlung Zündhölzchen in aufgelöstem Zustande zu 'sich zu nebmcn. Zum Glück konnte der rechtzeitig herbeigeholte Arzt die kleine Diva von einem vorzeitigen Abgange von dni Brettern, die diesmal wirklich die Welt bedeuteten, zurückhalten. Die kleine Schauspielerin hatte sich recht bald erholt und konnte wieder an die Aufnahme ihrer künstlerischen Thätigkeit gehen. Der gewandte Direktor kündigte dies folgendermaßen an: Erstes Auftreten des Fräuleins X. nach ihrem mißlungenen Selbstmordversuche." Das Haus war selbstverständlich zum Brechen voll.