Indiana Tribüne, Volume 7, Number 140, Indianapolis, Marion County, 8 February 1884 — Page 2

ndiana Hriöüne.

Ersch eint Füglich, MSHentliS u. Sonntags. Offlctx 120 O. Marvlandgr. JndianspoliZ, Ind., 8. Februar 1334. MarquZS Tseng. Der gegenwärtige chinesische Gesandte in England und Frankreich, mit dem sich jetzt die Zeitungen so viel zu beschäftigen haben, wurde am 2. Tage des 11. Monats des Negierungsjahres des Kaisers Taoukwangd. i. am 7. Dec. 1839 in der Binnenprovinz Houan geboren. Sein Bater wurde kurz nach seiner Geburt in eine hohe Stellung am Hofe zu P.ekin berufen, verblieb dort 13 Jahre und Tseng trat nach dem Tode des Kaisers und der Thronbesteigung seines Sohnes Hienfung in die kaiserliche Erziehung?anstatt Kwo-Tzu-Chin ein, welche nur den Söhnen von Äeamten der obersten drei Rangordnungen offen' steht. Bei Zurücklegung des 18. Levensjahres werden die Zöglinge der Anstalt dem Kaiser vorgestellt und haben alsdann Verwcndung im Staatsdienste zu erwarten. Bevor jedoch dieser Zeitpunkt für den jungen öseng eintrat, mußte sein Vater nach Houan zurückkehren, um dort die vorgeschrieöene Trauerzeit für einen versterbeuen Verwandten in völlige? Zurückgezogenheit zu verbringen. Hier wurden beide von der ausbrechenden Rebellion der Taiping überrascht. Tseng sen. wurde (eneralgouverncur von Houan und leitete die militärischen Operationen, die nach mannich fachen Zwischenfällen mit der völligen Niederwerfung der Taiping, dem Selbstmorde des Rebellenkaizers Tienwang und mit der Eroberung von Nangking am 19. Juli 1864 endeten. In dieser ganzen Zeit hatte Tseng jun. seinen Vater begleitet und diesem, refp. dem Staate oder vielmehr der Dynastie als Secretär die werthvollsten Dienste geleistet. In Folge dessen blieb er, was er war : Zöglinz der genannten kaiserlichen Erziehungsanstalt, denn nach chinesischem Gesetze konnte der kaiserliche Generalgouverncür und Oberfeldherr jeden seiner Subalternbeamten und' -Ossiciere befördern, hat dies auch vielfach gethan, war aber nicht im Stande, dem eigenen Sohne die geringste Anerkennung, die in diesem Falle im höchsten Grade berechtigt gewesen wäre, zu Theil werden zu lassen. Wenn wir an die Vorsitzenden unserer Eongreß comites und deren Secretäre denken,' so könnte uns die chinesische Verleugnung alles und jedes Nepotismus als etwas Unmöglick'cs erscl'eincn, aber ländlich, sittlich. ' - 0In seinem 31. Lebensjahre endlich, im Jahre 1870, wurde Tseng jun. dem jugendlichen Kaiser Tnngche als Zöglmg des Kwo-tzu-chin vorgestellt und die Majestät ernannte ihn zu einem Beamten der fünften Rangordnung. Auch hiermit war die Uebcrtragung eines wirklichen und bezahlten Amtes noch nicht verbunden und der plötzliche Tod seines Vaters, sowie das Ableben der denl letzteren bald folgenden Mutter nöthigten den Sohn, volle fünf Jahre der Trauer in Zurückgezogenbeit zu verleben. Dies,: strenge Beobachtung der guten Sitte wurde dem Beamten ohne Amt am Hofe zu Peking höher angerechnet, als seine ganze vorherige verdienstvolle Thätigkeit, und der Kaiser ernannte ihn nun ebenfalls zum Marauis, sowie zum Tang Kwan, womit die Aussicht auf Uebertragung eines der höchsten Staatsämter verbunden war. Räch Abberufung des außerordentlichen Gesandten 'und bevoll? mächtigten Ministers in England und Frankreich Kwo Suna Tao wurde Marquis Tseng zu dessen Rachfola ernannt und bat seitdem eine hervorragende Rolle i. ct. c rs. r r, IN oen Lirellen oeripiomaue gcjpicu. Tseng gilt für den besten lebenden Kenner der chinesischen Sprache ' und Schriftsprache, so dan man ibn'als den bedeutendsten chinesischen (ttymologen bezeichnen kann : außerdem ist er SZ?riftsteller und Dichter und auch in dieser BeZiehung wird er von seinen andsleuten nur mit der größten Hochachtung aenannt. Sein bäuslicheö Leben und sein persönlicher Umgang toerden sowohl in London als in Paris bewundert, er ist mit der hochgebildeten Tochter des Gou verneurs Lw Tang von Sbanso verher ratbet und dieser Ebe sind drei Söbne und zwei Töchter entsprossen. Keinem seiner Vorgänger ist es gelungen, vor der von ihm vertretenen Regierung eine so hohe Ächtung einzuflößen wie ihm, und wäbrend er eifrig über librna 3 Selbst ständigkeit und Stellung wacht, ist er be müht, europäische Civilisation m seinem Vaterlande kräftig zu fördern.' Der Fortschritt hat in ganz Chma keinen auf richtigeren Freund als den Marquis. m m m Eheschließung durch Stellvertreter Das kanonische Recht gestattet die Vollziehung von Trauunzen durch StellVertreter unter der Voraussetzung, daß der Procurator mit einer Epecialvollmacht versehen ist, und daß der abwesende Contrahent noch nachträglich seine f.. V, .. ... r.: ausoruaiie eneymigung zu in r, ner Abwesenheit erfolgten Trauung aus spricht. In Europa kommt diese. Stell vcrtretunq nur noch bei fürstlichen Per sonen, zwischen den Azoren und den Ver. Staaten jedoch noch heute öfters vor. In voriger Woche warf die von Fava kommende Barke Veronica" im Haf?n von New-Bedsord, Maft., Anker. Unter den Cajütenpaffagieren derselben befand sich eine reizende junge Dame, die m de Passagierliste 'als Sennorita Augusta de Olivera aufgeführt war. Sie war vor mehreren Wochen mit einem jungen Ge schäftsmann in Bedford in der Weise ge traut worden, daß dieser durch einen Ae vollmächtigen vertreten war, und sollte nunmehr ihren Gatten zum ersten Male von Angesicht zu Angesicht sehen. Faya .siebt in lebhafter Sande lsverb induna mi Nordamerika und junge Leute, nament iiM.'2k

I ten sich häufig dort ein oder ' zwei Jahre sellschaft schiffbar. Wo dieser Fluß auf'.auf, machen natürlich die Bekanntschaft hört, fängt , der WinmpcgSfc an, bet s..;,...: Rt. Wmrm nh bei 2o Meilen Breite und 260 Meilen

der gluthäugigen Töchter der Azoren und führen eine den el den heim, wenn ihnen die nach der Rückkehr in die Heimath erwordene Selbstständigkcit die Gründung eines häuslichen Hcerdes . gestattet. Früher reisten die jungen Damen, da die Amerikaner häufig nicht von ihren Geschäften abkommen konnten, um am Heimathsorte ihrer Verlobten die Hochzeit m, foim ftmfisr nsspin in di? Wer. (Ztactf j vv.i, - " " ten, es ist jedoch mitunter vorgekommen, daß sich hier der Vollziehung der Ehe irgend welche Schwierigkeiten entgegenstellten. Seitdem sind die Mütter der Senorita's vorsichtiger geworden und lassen ihre Töchter erst dann in die Ferne ziehen, wenn diese durch eine Heirath vermittels' Stellvertreter begründetere Anrechte an ihren Gatten erworben haben, als . sie durch die Verlobung ' den Verlobten gegenüber erhalten 'konnten. In dem'erwähntcn Falle hätte sich jedoch das verheiratete Paar noch gar nicht gesehen, sondern die Partie war durch eine in Bedford verheirathete Freundin der jungen Frau mittels eines Briefwechsels und Austauschung von Photographien zu Stande gekommen. Die junge Frau sah mit leicht erklär licher Bangigkeit und Erregung der Ankunft ihres Lebensgefährten entgegen. Endlich'trat der Gatte ihrer Freundin in die Kajüte und bat um dfo Ehre, der jungen Frau ihren Herrn Gemahl vorstellen zu dürfen. ' Dieser selbst folgte der AnMeldung auf dem Fuße, machte seiner Frau eine ceremonielle Verbeugurg, beide schienen sofort Wohlgefallen n einander zu finden und der stattliche Amerikaner führte die schöne Tochter der Azoren nach der Equipage, die ander Werst ihrer wartete. Neuer Nebenbuhler. Als Kornkammer der dicht bevölkerten Länder Europa's baben die Ver. Staaen in den letzten Jahren eine hervor ragende Rolle gespielt. Ihre Ausfuhr von Brotstoffen, lebendigem Vieh und Tvleischvrodulten war. so bedeutend, daß die sogenannte Handelsbilanz' fortgesetzt zu ihren Gunsten aussiel d.' mit ande ren Worten, daß die rn Frage kommen den europäischen Staaten ihre Schuld nicht allein mit fabricirten Waaren begleichen konnten, fondern große Mengen Goldes herubersenden mußten. Nun ist eS aber eme Lebensfrage für rnduftrielle Völker, daß sie das, was sie selbst im ueverslusZe yervorbrmgen, gegen Waaren austauschen, die ihnen fehlen. England, Belgien, Deutschland u. s. w. oraucyen unjer eireioe uno uner Fleisch. In Zahlung können sie auf die 5 r rr c "'t . r Xautx nur Erzeugnisse ihrer eigenen In dustrie geben, weil sie, von allen anderen Fragen ganz abgesehen, unmöglich -im ' ra rw t l i ' r : mer genug auslreiocn.lonnen. ajo, aber die Ver. Staaten selbst eine hochentwickelte Industrie haben und dieselbe immer weiter zu entwickeln bestrebt sind. so finden unsere Ziunden sur .i b r e Er zeugnii)e hierzulande kein genügendes Absatzgebiet. Es ,jt . daher erklärlich. daß sie sich nach anderen Ländern umP & m ieyen, aus vcnen pc ihren Veoars an Nahrungsstoffen auf eine ihnen bequemcre und womöglich auch . billigere Art decken können. Die Bestrebungen nach dieserRichtuna hin sind allerdings bis jetzt nickt völlig erfolgreich gewesen, vcamentlich x land und die Länder an der unteren Donau, die Weizen und Vieh qenua für das ganze weltliche Europa' hervorbringen nd letzteres sehr lviel billiger versorgen könnten, als wir, sind immer .noch Micht ) ' e r rr ti r t . i . r ' titiivii . ivy. fc- .m rtt !. r i ir rrirniniiTi" - ir& hmt irtit-rnir , mi Beroinoungswegen, wnoern auch an thatkräftigen, intelligenten Bauern, die den vortrefflichen Boden acböria aus nützen. Dagegen hat sich die Ausfuhr von Weizen oder Vieh aus Indien, den australischen Colonien und der argentini schen Repubm mden letzten Jahren so erheblich gesteigert, daß unseren landwirthschaftlichcn Interessen ein sehr bedeutender Mitbewerb droht. Außerdem aber sch:int ein solcher an unseren eigenen Grenzen entstehen ni wollen.' Das grope Gebiet des Saökatchewan in Canada ist als ein Weizengürtel" erkannt worden, der an Fnichtbarkeit und Ergiebigkeit höchstens unseremMlNlsuppl Thale nachsteht. Konnte diese Gegend dem europäischen Markte so nahe gebracht werden, daß der Transport von Weizen sich bezahlte so wäre das besonders für die Engländer ein großartiger Vortheil. Die natürliche Ausfuhrstation für A!anitoba und den ganzen Norden bildet die HudsowBai. Kann man sie benützen, so kommt der Weiientransport . von Winni peg nach Liverpool billiger zu stehen, als . grt ' r tT. i i. ' r von urncflslo nacy unaiano. ayer rlwtet sich denn auch die Aufmerksamkeit der Eanadier und Englander neuerdings ganz vewnders aus dieses Wasserbecken. Es ist dieRede davon,' es durch eineBahn !i rni' . i i ' mir lllnnipeg zu vervinoen uno eine DampferliniezwischenChurchill'undLiver Pool zu errichten. - ' .Nun hat die Hudson-Bai bisher wob nicht nur hierzulande, sondern vielleick in der ganzen Welt als 'eine Art abgegrenzies Eismeer gegolten, das nur wah rend der heißen Sommermonate der Tchiftahrt zugänglich ist. Dies mag je vocy ein Irrthum sein, wie .ja - fast alle Vorstellungen über den ' Charakter des amerikanischen Nordens sich als falsch erwiesen haben, und in der That bcbauptet ein Mitglied der Legislatur von Manitoba, daß die eigentliche Bai das ganze r rr ??. , t. P ouy tlttvliliy onen yiur vie träne, r. ai; i . vi juic groß innenmeer Mir oem ailantischen Ocean verbindet, sei im Winter mit Eis bedeckt, aber selbst hier, unter 63 nördlicher Breite, habe die Hudson-bai-Gesellschaft das Hinderniß nie so grop gesunoen, vap ue während desWin ters den Verkehr hätte unterbrechen müs p rrt'r.r ' ?en. Mi yeiizr serner, , dap der celson Fluß, der den Wlnnipeg-See Mit der Hudson-Bai verbindet, bis auf.100 Mei len von der Bucht aus für die größten m m mm.1. -w- . U . r eeschisse fayrvar ist. , Weiter , hmau und auf der ganzen Strecke von JL0Mei len ist er für die kleineren Boote der Ge

Länge gleichfalls fchissbar ist und mit L. fi Ort t a r- L

oem gewaillgen Nev Oliver oeö coroens in Verbindung steht. Es ließe sich demnach nicht nur ein direkter Wasserweg zwischen Liverpool, Churchill und Winnipeg herstellen, sondern derselbe würde sogar noch über letzteren Punkt rnnaus und weit hinein in das Thal des Red River reichen. Sollten sich diese Anaaben bewahrhei-, en, so würde Winnipea sich ähnlich entvickeln wie Chicaao, und der canadische Nordwesten würde unserm westlichen und nordwestlichen Weizengebiete den empfindlichsten Mitbewerb machen. Denn zwischen Winnepeg und Liverpool könnte das Getreide ununterbrochen zu Wasser verschickt, brauchte es nur ein einziges V!al umgeladen zu werden. Die Entorr . r sernung von winnepeg naa) Liverpool beträgt nicht ganz 4000 Meilen, ist also geringer als die von Chicago nach LiverPool. Chicago, bezüglich des Gebiet der r ir ri r . r . . imif gropen een nem aver mu oem tizui.sippi nicht so unmittelbar inDerbindüng, wie das Thal des Saskatchewan und Red River mit dem Winnepeg-See und der Hudson-Bucht. Vielmehr liegen die Endpunkte beider Systeme) New Orleans und liew yjoxi, senr weit auseinander. WinMt ' 4 W ' l ' nixeg wuroe aiw gewiisennaßen vie ortheile von Chicago und St. Louis aleicbzeitig genießen und das Hinterland" würde dieser Vortheile gleichfalls theilhastig werden. Selbst aus Dakota konnte Weizen aus der neuen Noute um 3s bis 40 Cts. p. Bush, billiger verschickt werden. Vorlausig darf man sich indessen Mit dem Sprichworte trösten, daß die Suppe nie so heißj gegessen wird, wie sie gekocht i i r " r. i f c r . . t , ' cocy x vie yuoion-Vucvk wever mu Winnipeg verbunden, noch von einer stolzen Getreideflotte belebt. Sollten aber auch alle die schönen Träume sich verwirklichen, so wird der berühmte amerikanische Unternehmungsgeist die schwere Probe doch bestehen können. Die An deS. Dr. Paul Güßfeldt, der Erforscher der centralen Andcs von Chile und Argentinien, schildert diese Hochgebirge anders, als frühere Reifende. 'Nach letzteren mußte man sich die Andes als ein aufund absteigendes Dach vorstellen, währeno sich dieselben bei tieferem Eindnngen als ein vielgegliedertes Gebirgsland enthüllen, daö sich aus einer ganzen Reihe von fächerförmig auseinander gehenden Thälern zusammensetzt. Die Landschaft wird durch Pflanzengattungen, wie sie in trockenem Klima vorkommen, durch Dornsträuche, Cacteen u.dgl.m. charakterrnrt. Ein eigenthümliches Bild bieten dieFel sen mit steilen Kuussenwanden, aus denen mäcbtiae Wasserfälle berabttünen. Nach eintägigem Ritte auf dem Maulthier gelangt man vor abgeschloziene Ru senbarrieren von Eis. An beiden Seiten gewaltige Moränen Spuren einer früheren mächtigen Phase ; die Gletscher haben eme bucklige frvschförmige Gestalt. Um sich über den Ursprung eines vor ihm w c w liegenoen lttjcyers uar zu werden, vegab sich der 'Forscher zu emer in Hohe von 3600 Metern vorspringenden Fels eae; von hier aus gewann er einen Ueberblick seiner beiden Seiten : er hat ihm den vcamen Ada gegeben. Dann zog Dr. Güßfeldt bis zur Wasserscheide der Cordilleren und über diese fort nach der. argentinischen Seite hinunter, wobei ihm 'sein die Instrumente tragendes Äkaulthier siel : glücklicher Weise blieben die Instrumente unversehrt. Das Hinabsteigen an dieser Seite, welche im Gegenr k . et -v r r m say zu oen icyroisen eilen oer cyiien;schen ein vielfach wechselndes, aus Mittelgebirge, Sandsteinlagerungen, Lavamassen und grünen Pampas bestehendes LandschaftSbild bot, nahm sechs Tage in Anspruch.' 'Große Schwierigkeit machte der Uebergang über den Rio Diamante. Mitten im Strom glaubt man sich strömaufwärts gezogen, ' und wem sich die Sinne verwirren, der wird in den Stru, del hineingerissm. . Zum zweiten Male unternahm es der öeisende, von den argentinischen PamPas aus die Cordilleren zu überschreiten.' Er wählte den Weg längs der Basis deS LulkanS Vkaipoteo, welcher sich hinter schwarzen, meilenlangen Flächen erhebt Unter heftigem Sturm brach Dr. Güßfeldt in der 'Nacht vom 18. zum 19. Ja nvar , vorigen . Wahres am. emer Höhe von 4000 Fuß verweigerten die Leute die Fortsetzung der Besteigung, doch ließen sie sich durch Ueberreduna wieder dazu bestimmen. . Nachdem die Montblanc.yove erreicht worden war, brach der altesteMäM.'jusaMen' und iDr. .CMfetdt brach aUem aus. Um 1 Uhr erreichte er den höchsten Zacken, er stand in Höhe von 5400 Metern' in einem weiten mit Schnee gefüllten Kraterkessel und unternahm bei 12 Grad Kälte Temperatur Messungen. Hier erhielt er einen . klaren Einblick in die Natur der Cordilleren. Die Grundform ist die eines Hauses mit . 9f r r ' -ä. - vieisacy ausemanoergechlagenem und mit phantastischen Eisbildungen, bei denen die langen Eissprünge der Alpen fehlen. . Eine dritte Ervedition galt dem höchsten -Theil der chilenischen Anden, dem Aconcagua. Bon einer durch das Thal getrennten bohen Felsenkette aus unternahm der Reisende zunächst eine Recognoscirung des -Bergest Hier stand er demselben in Höhe' von 6400 Meter yeaenüber. Er überschritt , nun tas weite Eisfeld und setzte seinen Fuß auf den Aconcagua. ' Vcuthlpsigkeit ergriff die Begleiter ; einem derselben waren beide Füße erfroren. ' In der'Höhe von 6000 Meter stellte sich ein Gefühl ein, das entweder der Einwirkung der dünnen Luft, oder der Rückwirkung der Erregung zuzustreiken war.' Furchtbare Schneestürme tncben zurÄückkehr.' ' Nach zweitägigem Warten auf das Ende des - Schneesturms stieg er hinunter und .kehrte zu einem zweiten Ersteigungsversuche wieder. - In Höhe vdri'17-,400- Fuß' 'schlug" tt ein Bivouak auf ; ' aber auch, diesmal war ihm das Geschick unaünsiia. Ein Zweiter Schneesturm und die Aerzagtheitder

Leute zwangen zur Umkehr. U?r. iusz-

feldt mupte sich mit der Ueberzeugung begnügen, daß die Spitze des Aconcaaua, welche vulkanisch, zu ersteigen möglick.sei. Besserung der Sträflinge. Die Leiter der Besserungsanstalt in Elmira, N. A., haben am 2. Juli 1883 eme kunstgewerbliche versuch sschule in der Anstalt gegründet und soeben einen Bericht über die bisherige Wirksamkeit derselben veröftentllcht. Die Bersuchsschule besteht aus zwei Klassen. Inder ersten wurden 50 Sträflinge unterrichtet. die wegen ibrer allgemeinen Unwinenheit und geringen Fassungskraft ausqewühlt worden waren. Die. höhere Klasse bestand aus 10 der intelligentcjtcn und bestunterrichteten Sträflinge und diese hatten gleichzeitig als Aufsebcr über je 6 Schüler der Primärklasse zu fungiren. In letzterer wurde fünfmal in der Woche ie lästündlger Unterrlwt ertheilt. Professor N. A. Wells von der Universität in Svracue leitete denselben, eder Echür . l !" i ? MX wuroe in Jelwncnulen llien, Lineal, Zollstab und grobem, gelbem Papier ver sehen. Spater erhielten die Leute auch Thon, in dessen Bearbeitung sie unterwiesen wurden, nebjt den nöthigen Formen und Werkzeugen. Der Lehrer ertheilte den Unterricht mundlich und erläuterte denselben durch Zeichnungen an der Wandtafel. Unendlich schwer war es im Anfang, die Schüler nur das einfachste Viereck oder Dreieck zeichnen zu lehren, dann wurden raschere Fortschritte gemacht. Ein großer Theil der Schüler war bald im Stande, Muster nach dem Gedächtnisse zu zeichnen, der nächste Schritt führte dahin, die Schüler ihre eigenen Äkustcr für . die in Thon auszuführenden Zlrbeiten entwerfen zu lassen. Sodann legte' der Lebrer den Schülern Blätter und Blüthen verschiedener Pflanzen als Muster vor, ließ sie nach denselben modelliren und ivles sie an, diese Muster in beliebiger Abänderung für andere Arbeiten zu benutzen. Endlich wurde zu größeren Arbeiten, namentlich der Anfertigung eines Kamins aus Terra Cotta übergegangen. Unter sämmtlichen Schülern der unteren Klasse waren nur drei, bei denen sich aller Unterricht als vergeblich erwies, die Zöglinge der oberen Klasse, haben es bis zu Arbeiten aus getriebenem Metalle gebracht und zum Theil Vortreffliches geliefert. Die heilsamen Folgen dieses Unterrichts zeigten sich bald nicht nur in den Fertigkeiten, welche die Schüler erlernten, sondern auch in dem besseren Betragen derselben. Den Sträflingen eröffnete sich die Aussicht, nach ihrer Entlassung aus der Anstalt ihr Brot auf ehrliche Weise verdienen zu können, die Freude an der Arbeit, das Streben nach Vervollkommnung mußten einen veredelnden Einfluß ausüben, die Selbstachtung kehrte wieder in den Herzen der Gefangenen ein, sie sahen, daß die bürgerliche Gesellschaft sie nicht blos straft, sich ihrer nicht blos auf Zeiten entledigt, sondern ihnen auch die Hand zum chrlichen Vorwärtskommen reicht, und dieses Bewußtsein, die Umwandlung ihrer verzweifelten und grollenden Stimmung in Hoffnung und Vertrauen wird die Leute aus der Anstalt in's Leben begleiten und aus vielen von ihnen werden auö -,vemen der Gesellschaft nützliche Mitglieder derselben werden. Vom Jnlande. Der berühmte amerikanische Ingenieur Ericsson hat nunmehr, m die Fußstäpfen des Franzosen Ansuchet tretend, eine Sonnenkraftmaschine gebaut und in Betrieb gesetzt. Unter Sonnenkrastmaschinen smd Motoren zu verstehen, bei denen die mittels konkaven Spiegels konzentrirten Sonnenstrahlen auf einen mtt Wasser oder Lust gefüllten Keisel fallen und ersteres in Dampf verwandeln. oaaeaen lckteren erwärnien. Sonst unterscheidet sich der Motor von denDampfmaschinen nur darin, daß 'ein Uhrwerk die Drehung des Spiegels nach der scheinbaren Ortsveränderung der Sonne vermittelt. Ericsson bedient sich eines silberplathrten Glasspiegels, wahrend die Franzosen vcetallsplegel zur on:en ttirung der Sonnenstrahlen verwenden. Aus der Wirkung des Spiegels folgert Ericsson, da die Temperatur der Son nenoberfläche 465,586 Gr. C. betragen müsse während diese Temperatur bekanntlich neuerdings von K. Wilhelm SiemenS auf etwa 2000 Gr. geschätzt wurde. Ueber diesen Punkt sind also die Gelehrten nichts weniger als einig. 'Das Land an der Küste des Pacisic ist nach ungewöhnlich langer Trockenheit durch reichliche Zkegengüsse erquickt worden. Im Territorium Wasr . i i . ; ymglon uno in Ziregon lmo im vorigen ivkonat 2.22 bis 2.81 Zoll Regen gesallen, in Sacramento 2.02, in San Francisco 1.66 und in Los Angeles 1.70 Z Diese Regenmenge ist für die Bedürnisse des Landes zwar noch lelneswcgs ausreichend, aber sie hat den Feldern zeit-. weilig wesentlich gcnützt. In Ealifornien ist der Negenfall außerordentlich verschieden, in der Zeit von 1850. bis 1872 betrug in San Francisco der geringste Fall 8.4 und der stärkste 49.27 Zoll jährlich. Ausdehnung der künstlichen Bewässerung kann einzig und allein Ealiforrnen regelmäßige Ernten sichern. Die Entfernung von New I)ork nach Liverpool, England, beträgt 3,140 Meilen, diejenige von Fargo in Dakota über Winnipeg und durch die Hudson Bai 4,074 Meilen, die Entfernung von Fargo über 9!ew Aork nach Liverpool 5,010 Meilen. Die Strecke des Winnipegsees,die hier in Frage kommt, ist 260 Meilen lang und von da ist der Wasserweg auf dem schiffbaren Nelson bis Port Churchill an dcrHudsonBai 360 Meilen. Den Nelson können die größten Dampfer über 100 Akeilcn landeinwärts von oer Vai aus vezayren. NachZurücklcgung dieser Strecke wird die Schiffahrt durchStromschnellen erschwert, dock überwinden die Schiffe der Hudson Bai Cömv. auch dieses Hinderniß. Eine auch für die' größten 'Schiffe fahrbare Straße aus der mehr genannten Bai aus dem Nelson bis 23Meile.n von Winm-

peg herzustellen, würde einen Auswand , vrrn niAl iir Sl CWh fifift rrfnrSorn I

VVII t l V ' . V V r V A, VW, VW VtVVVill Auf dem Rothen Flusse des Nordens werden jetzt schon Schiffe mit Ladungen von 100,000 Bushels Weizen durch Schleppdampfer von Fargo nach Winnipeg befördert und nach Angabe der Eapitäne, welche seit Jahren den 3!cd River besahren, könnte dessen Fahrwasser mit einem von den Bcr. Staaten zu bestreitenden Aufwands von nicht über 9200,000 so verbessert werden, daß Schiffe mit 200,000 Bushels Weizen befördert werden können. Die Deutschen stellendekanntlich im ganzen Lande den verhält? nißmäßig geringsten Procentsatz zur. Po. llzeistatistik. Das hat sich soeben auch in dem Jahresbericht des Polizeiamts in Ehicago für 1883gczeigt. ach jenem Bericht find im letzten Jahre in Ehicago, dessen Bevölkerung aus 298,326 Eingeborenen und t04,&) Fremdgeborenen besteht, 37,187 Verhaftungen vorgenommen worden, 4387 mehr als im Borjähre. Bon den Verhafteten waren 20,-. 374 Eingeborene und 16,813 Eingewanderte. Von den Jrländern Ehicago's, welche 44,41 1 Köpfe zählen, wurden 5403 verhaftet, von den Deutsä'en, deren Zahl sich auf 75205 beläuft, also fast doppelt so groß ist, als die der Jrländcr, aber nur 4576. Von hm 6 180 Negern Ehicago s wurden 0l5 verhaftet. Wvomlng besitzt zur Zeit wenigstens eine Million blinder und Schafe und die Zahl derselben ist in steter Zunahme begriffen. Die heurige Schafschur wnd vorausnchurn em sehr günstiges Resultat ergebend Das Land ist fruchtbar, setzt aber überall künstliche Bewässerung voraus. An eine zahlreiche Niederlassung von Farmern ist vor Anläge neuer Eisenbahnlinien nicht zu denken. Die Siour Eitv und Pacif'icbahn, welche jetzt noch 300 Meilen von Fort Fettennann entfernt ist, sott mitten durch das Territorium bindurch weitergeführt und westlich von Ogden mit der Eentral Pacisic verbunden lverdui. Nach Vollendung derselben kann auf einen mächtigen Aufschwung des Acker- undBergbaus mit Bestimmtheit gerechnet werden. Eine Kupfermine namentlich verspricht, wenn erst die erforderliche Maschinerie beschasst werden kann, reiche Ausbeute. JnMoundsville, Marshall Co., W. Va., ist die Bevölkerung über die Vcrheirathung des ebenso gebildeten als schönen Fräul. Nellk Hazlett, einer viclumworbenen Erbin beträchtlichen Grundcigcnthums, mit einem notorischen Tramp völlig aus dem Häuschen. Der glückliche Ehemann heißt Jaines Howard und hat nichts, tbut nichts und ist nichts. Wenigstens bat es sich mit ihm bisher so verhalten. Wie cs'dem Vaga bunden gelungen ist, Herz und Hand der liebenswürdigen jungen Dame zu ergattern, ist Allen ein Räthsel. Er hat' die Bekanntschaft seiner jetzigen Frau bei deren Onkel und Vormund gemacht, bei dem er ausnahmsweise einmal für ein paar Tage gearbeitet hat. UnserEonsul in Ly on berichtet, daß dort neulich eine zahlreiche Zusammenkunft französischer Groß -Wein-bergsbesitzer stattgefunden hat, um festzustellen, wie sich die importirten amerikanischen Nebsorten gegen die Neblaus (Phyltoxera) bewähren. Nachdem die damit im Großen gemachten Erfahrungen mitgetheilt waren, führte man die Gäste im ganzen umliegenden Departement Herault herum und zeigte ihnen, wie vollkommen diese amerikanischen Reben, mit französischen Sprossen gepfropft, oder auch ungepfropst, den Angriffen der Reblaus widerstehen, und welche der probirten Sorten am besten gedeihen. Für Frankreich sind diese günstigen Erfolge von der höchsten Bedeutung und für unseren Handel mit Dieben nicht minder. Eine u n g l a u v l i ch r o h e und widerwärtige Scene hat sich dieser Tage bei Williamstown, N. I., zugetragen. Ein Farmer bei Mav's Landing hatte einen Fuchs in der FaÜe gefangen und die letztere hatte dem Thiere einen Hinterlauf bis auf den Knochen durchgeschlaaen. Ein gewisser Elmer Hurff von Williamstown erwarb das Thier, veranstaltete eine Fuchsjagd, an der ungefähr 50 Jäger Theil nahnien, trug den Fuchs in einem Sacke in's Freie und setzte ihn aus die Erde. Das Thier rührte sich nicht, das Geschrei der Jäger, Prügel mit den Reitpeitschen, nichts konnte den kranken Reinecke bewegen, davon zu lausen. Da schüttete ihm Hurff Terpentin auf den Pelz, das Thier schleppte sich ein vaar Schritte fort, die Tcrpentincur wurde m verstärkter Dose wiederholt und endlich machte der gequälte Fuchs ein paar Sätze. Die Hunde wurden losgelassen und bissen, gnädiger als die rohe Bande ihrer Herren, den Fuchs todt. Vsm Auslande. X i c X c i a 1 1 c des vergangenen Jabrcs bei Gelegenheit der Berathung des Militäretats im' deutschen Reichstage gaben demAbgeordneten ölichter mehrfach Veranlassung und Gelegenheit, sich über gewisse Mißstände in der Heeresverwaltung zu äußern, welche unter Anderem die Kantinenwirthschaft, die MusikEorps,Regi,nentHandwerkstätten zc. betrafen. Im konservativen Lager herrschte über die freimüthige Aussprache und Behandlung der betreffenden Fragen seitens der liberalen Parteien mannigfach Entrüstung und vielfach wurde das Thatsächliche der Behauptungen in Abrede gestellt. Es ist erfreulich, zu beobachten, daß der Kriegsminister v. Bronsart dauernd seine Aufniertsamkeit den beregtcn Punkten zuwendet . und . nach Kräften bemübt ist, für die notorisch gewesenen Mißstände Abhilfe zu schassen. Sowohl in Bezug auf die Kantincnwirthschaft,'als auch bügl1ä' der RegimentsOekonomieen sind bereits reorganisirende Bcstimnmngen erlassen worden, und auch die Stärke der Miisikrps hei den Armeeabtheilungcn darf auf Anordnung des Kricgsministeriums künftig nur die ctatsmäßig festgesetzte sein. Bataillonsmusiken dürfen nur mit Gcnebmigung ' des Königs errichtet und nur in dem Falle erbeten werden, daß dem Staate daraus keinerlei Kosten erwachsen. Und das Alles

in Folge der Rubterschen Angnfse im Reichstage. Da liegt Musik darin !" Aus Petersburg wird der Pol it. Eorresp. geschrieben: Noch ist die Beunruhigung in Erinnerung, welche die Bewohner der an 3!ußland grenzenden preußischen Provinzen infolge der Nachricht erfaßte, daß eine scbr beträchtliche russische Eavalleriemacht' in Zukunft längs der russisch-prcußischcn Grenze stationirt sein wird. Diese Beunruhigung, die sich bis in die Berliner Regierungskreise fortpflanzte, hatte zur Folge, daß über diesen Gegenstand zwischen dem deutschen und dem russischen Gabinet Erklärungcu im herzlichsten Tone ausgetauscht wurden, letzteres gab die Erllänmg ab, daß die erwähnte Maßregel, weit entfernt, durch eine feindliche Abficht veranlaßt worden zu sein, einzig und allein durch die Vorsicht, welche die derzeit von allen Staaten ohne Ausnahme angenommene Vertheidigungsweise gebietet, vorgeschrieben wurde. 3!uß!and hat schließlich das Versprechen ertheilt, die Zahl der an der Grenze stehenden Eavallerietruppen in solchem Maße zu verringern, daß den g?äupertcn Besorgnissen der Boden erüzogen wird. Statt also die guten Beziehungen beider Staaten zu stören, hat dieser Zwischensall sie im Ge- - if-'ir?r. i .

genioeii veseulgr, inoem er wieoer einmal die friedlichen und versöhnlichen Gesinnungen auf beiden Seiten dargetban bat." In der französischen Deputirtcnkammer wurde neuerdings ein Amncstirungsantraz eingebracht, der folgendcn Wortlaut bat : Meine Herren I Im Beginn des neuen Jahres den Am-nestie-Antrag lvicdcr aufzunehmen, den die Kammer schon zwei Mal verworfen hat, und ihn von Naiem Jbren Berathungen zu 'unterbreiten, ist für uns die Erfüllung- einer Pflicht. Wir baben. niemals zu denken aufgehört, daß Repu-.' blikancr wegen Mcinungsverschiedenbeit nicht im Gefängnisse sitzen dürfen. Die demokratischen Regierungen müssen mehr als alle anderen einer Politik der Aeschwichtigung und Milde huldigen. Wir fordern Sie daher bei der Eröfl'nung der Arbeiten Ihrer' Session auf, eine allgemeine Amnestie für die politischen Ver-brcchcn-und Vergehen zu verkündigen, und haben die Ehre, der Kammer folgcnden Antrag zu unterbreiten: Einziger Artikel. Amnestie ist allen Denjenigcn gewährt, welche wegen politischer Preß,- Vereins- und VersammlungsVerbrechen oder -Vergehen, sowie aus damit zusammenhängenden Gründen verurteilt worden sind." Der Antrag ist von !J5 Abgeordneten unterzeichnet. S)( t Z J O V H Cl) ll u ; ni v i ii t in v ii v v ii i :i oh juHofe waren vor einigen Monaten ein Är. Albert Langford und dessen Frau von zwei Geheimpolizisten und einem Eonstabler verhaftet worden, weil sie im Verdacht standen, irgend ein Päckchen gestöhlen und sich sonst auffällig benommen zu haben. Beide wurden für die Nach! eingesperrt, am nächsten Morgen aber wieder freigelassen, nachdem sie vor das Polizeigericht gestellt worden waren und' die Indizien gegen dieselben sich als un genügend zu einer Anklage erwiesen hatten. Nun klagten aber Beide gegen die Polizei wegen falscher Verhaftung und böswilliger Verfolgung" und der Lord Äkayors Gerichtshof verurtheilte die Angeklagten, indem er Herrn Langsord einen Schadenersatz von 50 Lstrl. und Frau Langford 73 Lstrl. zusprach. Der Lord Mavo? vcrurtbeilte überdies sebr streng das Benehmen der Polizei, welche aus der Polizeistation der rau Langsord alle Werthsachen, selbst ihren Trauring abgenommen ;u baben scheint. ' " Wegen se ch s schwerer Majestätöbeleidigungen und Bedrohung des Ministers V. Puttkamcr mit dem Tode stand neulich der königliche Districts-iTrtMttMtfr.Y-iii.S n TN ' MfnKs V. Viltlttt ttt-V V. I y)k't'l4lli 7lUfcV4 Sprcngler vor der dritten Strafkammer des Berliner Landgerichts I. In tx Zeit vom 'September 1880 bis zum Juni 183: wurde der Kaiser durch eine Rahe von Drobbriefen bcläüiat. welcbe von. derselben Hand geschrieben, aber mit verschiedcnen Name unterzeichnet waren und dem Monarchen bezüglich seiner Re-' gieriii g die ungerechtfertigsten Vorwürfe' machten. Die Recherchen, welche damals nach dem Schreiber der Briefe angestellt wurden, blieben erfolglos, underst der Zufall fübrte zu einem befriedigenden Resultat. ' Im April 186 erhielt der Älinister v. Puttkamcr einen von.derselben Hand herrührenden Drohbrief, in welchem ihm angedroht wurde, daß er dem Schicksal des ermordeten Staatöra -r j. . sr V .- tf s tycs W.'ili lLotda anycimsallcn.. wurde,' ' falls er nicht eine Acndcnmg seiner Politik und seines Verhaltens gegen sein? Beamten eintreten ließe. Im Dctob'r v. I. drängte sich der w Jahre alte und körperlich sehr gebrechliche Angeklagte beim königlichen Palais an den Wagen des Kaisers heran und übergab demselben ein Unterstützungsgcsuch. Da stellte sich denn heraus, daß auch hier die Hand-, schrift dieselbe war, wie' in jenen Drohbriefen, und das Räthsel der Autorschaft der letzteren war nun mit einem Male gelöst. Der Angeklagte gab auch ohne Weiteres zu, die sechs Drohbriefe an den -Kaiser geschrieben zu haben, behauptete jedoch, daß er sich dabei in unzurechnungsfähigcm Zustande befunden habe. Er sei vor ca. 10 Jabrcn durch Beschluß der Regierung zu Posen ungerechtcrWeise ohne Pension seines Amtes entsetzt wor-. den habe später durch einen ' Betrüger sein.Verniögcn verloren und dann ver- -sucht, sich als Schreiber kümmerlich durch die Welt zu bringen. In Folge seines r r'i. ...r! X. sj.rv...a e v j vy ,v fjrf r v WVaber. mißglückt, und als seine.Gesuche um Unterstützung auch zurückgewiesen wurimmprpn inmpriirnpn rrirpn ipi ri? den, habe er vn Schmerze über sein derlorenes Leben sich zu jenen Briefen an , den.Kaiser hinreißen. lassen. Die Autor-, schaft des Drohbriefes an den Minister V. Puttkamer bestritt der Angeklagte ganz entschieden, während die Schreibsachverständigen begutachteten, daß. .auch, dieser Drohbrief ganz zweifellos von derselben Hand herrührte. Der Gerichtshof vcrurtbeilte den Angeklagten, von dessen voller Zurechnungsfähigkeit er sich nach Lage der Sache überzeugt hielt, zu drei Jahren Gefängniß. .