Indiana Tribüne, Volume 7, Number 139, Indianapolis, Marion County, 7 February 1884 — Page 2

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Sndiana Hriöüne. E r sch e i.u t Fäglich, VöÄeutlilS u. Sonntags. ifflrt IVttO Marykandstr. Jndu:napoliS, Ind., 7. Februar 1334. Eine vorgeschichtliche Stadt. Prof. P. W. Norris, vormals Suerintendent des Acllowstone Parks, jetzt Assistent des Bundes-Etbnologen, läßt seit August vor. I. in dem Tbale Ka nawha in West Virginien Nachgrabun'gen nach den Ueberresten eine? längst untergegangenen Cultur vornehmen. Visher hat er dort die Ruinen einer alten Stadt entdeckt, die eine Längenausdehnung von fünf Meilen gehabt haben muß. Mitten, unter, den .ehemaligen Wohnungen befinden sich Aegräbnißstät ten, von denen bis jetzt 56 eröffnet - roorden sind. Die sieben größten derselben sind vom Grund bis zur- Decke 35 - Fuß hoch und haben an den Grundflächen ei uen Umfang bis zu 540 Fuß. Ueber 4,uuo Wan.en, ochutennllen, Schmuck gegenstände und sonstige Funde von ar chäologischem Interesse wurden diesen mounds" entnommen und sind für das :t ..r : crnrt.: t . vtu4iuiiauuucuiu i ;uHiyuißivu uc stimmt. Ein großer Theil derselben be steht aus Kupfer, das zwar dick mit lrunjpan überzogen i)t, aber semer in neren Struktur nach oncnbar aus den Kupferlagern am Lake Supcrior gewon nen ist. Als abweichend von allw .frübmn funden, die schon wiederholt beschrieben worden sind, müssen folgende bezeichnet werden. In dem Boden einer Begrab nißstätte, die 35 Fuß hoch ist und einen Umfang von 545 Fub bat. befindet sich eine ausgemauerte Bertiefung, 12 Fuß in's Geviert und 1 Fuß tief ; die Wände sind mit Balken auS dem Holz der schwarzen Wallnuß verkleidet, die durchschnitt' lich 12 Zoll dick sind. Mitten in diesem Belä'tnisse lag das Ekelet eines riesigen Menschen, 7 Fuß 6 Zoll lang und von Schulter zu Schulter über die Brust 19 Zoll messend. Än den Unterarmen be fanden sich von den Handgelenken auf wärts sechs kupferne Armbänder und an ihnen noch kleineStücke Zeuges, an denen man der vorgeschrittenen Verwesung wen nicht mehr erkennen kann, ob sie aus Äierfell oder aus einem Gewebe von Pflanzenfasern bestanden haben. Unter den Händen lagen Lanzenspitzen aus Feuerstein und über der Brust befand sich eine Kupfcrtafcl, vier Zoll in's Geviert ; zwei Löcher in den oberen Ecken derselben lassen erkennen, daß sie von ihrem Besitzer an einer Schnur um den Hals getragen worden ist. An diesem Schmuckstück kann man durch die Decke von (Zrünspan Schrift- oder sonstige Zeichen entdecken, für deren Entzifferung es jedoch an jedem Schlüssel fehlt. Solche Vrustschilder aus Tupfer wurden an mehreren Skeleten gefunden, und zwar stets unter Umständen, die darauf schließen lassen, da sie eine besondere Auszeichnung der - .j" r v . yauplunge vttvcten. In der Erdschicht über einer dieser Be gräbnißstätten wurde ein steinerner Sara mit einem Skelet und verschiedenen aus stern plump gearbeiteten Waffen gefunden, der augenscheinlich aus einer späteren Periode herrührt, als dieUcberbleibm unter thni, wahrscheinlich auS der so genannten Steinzeit oder dem frühesten Zeitalter der gegenwärtigen Inltaner. Ueber den merkwürdiasten Fund sind glichst genaue Zeichnungen angefertigt worden. Durch eine außerordentlich harte Steinschicht, die nur mit Meißel und Hammer oearbettet werden konnte, fand man in der Tiefe von 30 5uin eine Art Halle von 30 Fuß Höhe und 300 xun Umfang. In der vhittc denelbcn lag ein Skelet auf demRücken, auf dessen Brust sich ebenfalls eines jener Schilder aus upser befand ; . die nächste Umge bung des Gerippes bildeten die mannick sachsten Waffen, die besonders sorgfältig gearbeitet waren. Zur Rechten desselben lagen 6 männliche, zur Linken 6 weib liche Skelete, die Brust unter , schweren öehauenen Quadern eingedrückt; sie . ist r . - r-- r. - i cm jammiiicy icyricn dk upc oem oen mw telpunkt bildenden größeren Gerippe zu. dessen linke Schulter auf Platten von ZrauenzlaS ruhte. Zu Häupten jedes Her 12 Skelete befanden sich links und rechts ausgemauerte und cementirte Eisternen von durchschnittlich 4 Fuß Tiefe ; in jeder derselben war noch mehr oder weniger helles und kaltes Wasser vorhanden. -Die Bestimmung dieser Cisternen wird wohl für immer ein Rathicl bleiben. In der Felsschicht, welche die Umgebung dieses Moiind bildet, ist weit und breit auch nicht die Spur eines Wasserlaufes vorhanden, von unten konnte kein Wasser m die Eisternen gelangen, da dieselben in Folge deö Eements noch heute völlig wasserdicht sind. Wie ist also das Was ser in die Cisternen gekommen ? Hat man letztere aufgefüllt, als man denHäuptling und mit ihm dessen Weiber und Sklaven begrub und alsdann die Begräbnißstättc verschlossen? Sind die Frauen und die Männer, deren Ueberreste das Skelet des Häuptlings umgeben, lebendig begraben worden und hatte das Wasser vielleicht gar die Bestimmung, die Leiden der durch Aelsblöcke an den Boden gefesselten Op?er ui verlängern und hierdurch die Glückseligkeit des Häuptlings in der anderen Welt ni erhöhen i voraussichtlich werden diese Fragen nie mit Sicherheit beantwortet werden können. Interessant ist tl endlich, daß m einzelnen Mounds ne ben den Skeleten Urnen mit Asche vor aerunden worden sind, und lät dies viel leicht darauf schließen, daß die MoundS verschiedenen Generationen gedient haben und daß man die Ueberreste ihrer todten Bewohner verbrannte, wenn diese neuen Leichen Platz machen sollten. Ckinin. Aus der ganzen Erde giebt eö 17 Ge täft.$o Bedeutung, die sich mit der

Herstellung von Ehinm besassen, und zwar 0 in Deutschland, 2 in Italien, 3 in Frankreich, 2 in England und 4 in den Ver. Staaten. Bon diesen werden

alljährlich 4,250,000 Unzen Ehinin hergenellt und hiervon werden 1,700,00) Unzen in den Ver. Staaten verbraucht, aber nur ungefähr halb so viel bergestellt. Das hier sabrKirte (ihirnn gilt für daS beste. Das größte Geschäft dieser Art ist das von Alexander Äöhringcr in Mailand in Italien. Die europäischen Chininfabrikanten trafen im vorigen Sommer ein Abkommen, durch welches sie sich ver- . r t . r f . -(V. f . i . " r psiia)!eien, iore avriiaie nur zu gici chen, für bestimmte Henoden im Boraus von ihnen zu vereinbarenden Preisen zu verkaufen. Böbringer kam speciell nach Amerika, um die hiesigen Fabrikanten zum Anzchluc an diesen sool zu bewegen und hatte biermit Erfolg. Der damalige Preis betrug tzl.50 für Ehinin "in bulk" und $1.00 für solches in Phiolen und wurde auf'$1.72 und sl.LO erhöht. Die Combination ist jedoch nicht lange in Kraft geblieben,- die Fabrikanten kehrten bald u 51. SO und $1.60 zurück und vorige Woche sind in öcew Aork mehrere Berkause zu si.25 pro Unze abgeschlossen worden. Die r r r angegeoenen Preise? wanrungen vHico.cn sich selbstverständlich ausscbließlicb auf den Großhandel. , ...,..5 . Noth in Frankreich. In Paris sind 150,000 Arbeiter brorlos, und in der Provinz ist die Veschaftigungslosigkeit so grok, daß die Entlassung aller Llusländer stürmisch verlangt tvird. Eine Abordnung von neun Vertrauensmännem der Gcwerkvereine und Corvorativanivven von Paris beaab sich nach dem ammergebäude, rief zwei radikale Abgeordnete heraus und überreichte eine Bittschrift, in welcher Maßregeln zur Milderung der Arbeiternoth und sofortige Lieferung von Arbeit und Eristemmitteln verlangt wurden. Anfänglich weigerte sich die Negierung, die Bittschrift entgegenzunehmen, schließlich aber ging sie doch daraus ein, und es kam tu einer Debatte ohne allen Werth. Der Minister deS Innern behauptete bei dieser Gelegenheit, um doch etwas zu sagen, die Klagen derArbeiter seien vollerUebertreibungcn. Dies ist bei den Parilern allerdinas Brauch,' bemerkt dazu ein Eorrespondent, trenn sie Reden in Lolksversammlunacn halten ; aber die jetzige Lage ist, wenn auch noch keine der schlimmsten, doch eine sehr bedenkliche und erinnert schon start in die Vorspiele, die zu den unheilvollen Kämpfen im Sommer 1843 ' fübrten. Das Recht auf Arbeit" tritt etzt als Pflicht der Landesvertretung, den Arbeitern Mittel und Wege zu einträglicher Arbeit zu bewilligen, auf. Die Vorkampfer der Arbeiter machten in Chailvinismus, um ihrem blassen Neid'aeaen die ausländischen Arbeiter ein schönes Aushängeschild zu geben ; dieFabrikanten wehrten sich, aber nach und nach wurden Zuch sie zu chauvinistischen Gründen, beehrt, und ,m Crcuzot wurden 1300 Arbiter, meist Italiener, entlassen, worauf ich die.PariserMöbel- undAauschreinerzeschaste u. s. w. sich, verabredeten, den sranZösischen Arbeitern den , Willen zu thun und die Fremden zu entlassen. Der Mangel an Auftragen kam hinzu, diese Maßregel in jvluß zu bringen. Aber letzt zeigt sich, daß die Arbeiter, die noch Arbeit haoen konnten, in Paris wie in ser Provinz sich keine Lohncrmäßigung von 5 pEt. gefallen lassen wollen,sondern wenigstens den jetzigen Lohn, der den Arbcitgebern zu hoch ist, behalten wollen. Folglich ,st beiden Theilen mit der Entlassung aller . ausländischen Arbeiter nicht gedient, denn an die Stelle der fremden treten keine heimischen Arbeiter, letztere also beziehen keine Löhne und die Fabrikanten verdienen ebenfalls nichts. Die Regierung hat daher doch etwas zur Beschwichtigung der Brotlosen thun zu müssen geglaubt. Ferrv hat das Versprechen gegeben, verschiedene öffentliche Arbeiten zu beschleunigen. Er weiß, daß :S nichts nützen wird, aber er fürchtet sich oor den Arbeitern. Solchen Leuten kommt eine Macht von 400 Millionen nicht in Betracht, solche Leute aber bekommen mitunter plötzlich Angst vor :inem Dutzend t Arbelter-Abgeordneten und rufen beschwichtigend : .Ja, es geschieht etwas, es .sollen die Bänke und Milche für die neuen Lvceen m bcschlcu nigte Arbeit gegeben, es sollen auch MSdel su? daS Postgebaude bestellt werden.". Ferrv hatte schon im vorigen Jahre in oer ammer mit dieser großartigen Abc:rr- r a..a. arn diijc ausgeivari. -uervings sumi er mit richtigem Jnstinct, daß, wenn der Staat überhaupt einmal ein Ucbriges für die Arbeiter thut, des Uebriqen gar kein Absehen mehr ist und die Staats Werkstätten von anno 1818 sich wieder zeltend machen. Indessen liegt es auf der SndX dH durch Ältaßregeln dieser' .Att ein lolchcs Heer von beschäftigungslosen Menfchen nicht auf die Dauer erhalten weroen kann." Bleibt also, so sagen die Lolksredner, die Revolution. Wo ist aber die zu einer solchen nöthige Orzanisation?.. Etwa in der 3000 Köpfe starken Versammlung der Salle Lewis, wo jeder sein eigenes Programm hatte ? Diesen gegenüber steht aber eine sehr ent, schlössen?, vor nichts zurückschreckende Re zicrung mit einer gewaltlen Militärund Polizcimacht, auf die sie sich verlassen kann, eine Regierung, die außerdem beim Widerstände Leaen einen Aufruhr von der , öffentlichen Meinung getragen werden' würdet Das alles wissen aber, die Anarchisten recht gut und deshalb werden sie sich auch hüten, etwas ernstes ;u unternehmen." . , Nm daS .Wahlrecht betrögen. Ein Streit eigenthümlicher Art bewea'i ßenwärtig '. die .Gemüther in Italien Lte Regierung versucht - nämlich, 'das' Wahlrecht wieder auf die bevorzugten und bemittelten Stände zu beschränken. 'Als lvor ' zwei Jahren daS neue Wahlgesetz tmzcfübrt wurde, welkes den Wahlen

der jetzigen Kammer als Grundlage ge- l dient hat, bestimmte der Artikel 100, daß' rt ti (t St rtssoif SSll. fklU Grossist nart I

P v" vnvjv icwwyvvvvyijvii aucy diejenigen Leute in die Listen einmtragen seien, die da lesen und schreiben könnten und die Besäbigung durch einen eigenhändig geschrieoenen Antrag auf Einzeichnung in die Wählerlisten nachweisen. Die Fassung des Artikels 100 ist indessen eine so zweideutige, daß man nicht genau erkennen kann, wann das durcy denjetoen verlieheneRecht der Eintragung in die Listen erlischt. In Folge dessen hat die Regierung allen Prasectcn verboten, neue Wähler in die Listen auszunehmen. Die einmal einaetraaen smd, kann man nicht gut streichen, aber - in Zukunft soll kein armer Schlucker das Ävaylrecht erbauen. wenn er auch noch o gut lezen und scbreibcn kann. Selbstverständlich beruhigen sich die Gegner der Regierung . r 1 rn Pf '1.. rv c Nicy: mu emem zoicyen Micoeloe. eoer Abgewiesene wird die Gerichte anrufen, welche somit über den Artikel 100 entscheiden werden. Die Riforma", das OrganlLnspis,raty den in ihrem fexinirn recht Geschädigten folgenden Instanzenzug. Zuerst das Verlangen der Eintraaung bei dem Magistrat der betreffenden . c rtl W dTt Kommunen, oann ie:urs an oen vvemeinderath, von dort an die provinzielle Wahlcommission und endlich an das Appellationsgericht des Bezirks. Das römische Blatt nennt das Cirkular von )eprctis einen Akt der Reaction, eine Herausforderung an die Demokratie, welche den Handschuh aufnehmen werde. Man darf sich also aus lebhafte politische Ledatten gesapt machen. Vom Inlande. Die Leaisl a tu r des Staates Mississippi hat voriqe Woche ein Gesetz angenommen, welches das Zlasiren und Haarschneiden an den Sonntagen verbietet. ' I n einem NewAork er Mu seum sind zur Zeit drei weibliche Fettklumpen ausgestellt, die zusammen 1,965 Pfund wiegen. Ein reicher Geschäftsmann in Boston hat einen Preis von $2,000 für die beste amerikanische Oper ausgesetzt und wird die näheren Bedingungen demnächst bekannt machen. G. M. Vauahan in Valtimore, der Agent eines GroßhandlunghauseS in Schnittwaaren in Philadelphia, bat während seiner jetzt 20jährigen Gcschaftsthätlgkeit für mebr als 320,000000 Waaren verkauft. DaS erste Centralbureau für telephonischen Verkehr wurde vor 6 Jabren in New Havcn, Conn., eröffnet ; in letzterem Staate sind gegenwärtig 40 derartige Bureaux mit mehr als 5,800 Abonnenten in Betrieb. Der Zvriedbof.in Dedham, Mass., bot an einem Tage voriger Woche einen grauenvollen Anblick. Mehrere große Hunde hatten das Grab eines kürzlich becrdiqten Kindes aufgewühlt, den Sara geöffnet, die kleine Leiche her- ! c r f r cm'.t.t ansangen uno oqt in einen inici geschleppt, wo sie dieselbe zerfleischten. Dem Aufseher deS Friedhofes gelang es erst durch einige Schüsse, die er unter die Hunde abfeuerte, dieselben von ihrer m 7 r r . r . Beute zu vcnreiven. ie eicye ivar fürchterlich entstellt, als sie dem lrabe zurückgegeben wurde. Ein Zvreöcomaler in 5? i ch igan hatte die Ausführung eines Deckengemaldes . für eine Kirche übernommen und die Kircbenälteften batten ihm die Wahl und Behandlung des Gegenstandes anheimgestellt. Der Künstler, arbeitete mit großem Fleiße und ersuchte dieser Taae den Klrchenrath, das vollendete Werk in Augenschein zu nehmen. Werberr r - a V W ft, a, Pl cyreivk oas raunen uno viz viniruiuug der guten Christen, als diese eine Gruppe ausder griechischenGötterlehre, in welcher die entkleideten drei Grazien, und der ,. nr c?. ä . 1 r..?.r... ucinc rnor 01c Hauplroue ipicun, vor sieb laben. Der Maler, der Ruhm va ernten gehofft hatte, erhält nicht nur m rl: r.- r orfc r V c lern KDtio ux jcinc nxuzu, ivaucv raup dieselbe auch wieder beseitigen und die Decke so herstellen, daß ein für eine christliche Kirche passendes Gemälde angebracht werden kann. Ein Sträfling des ZuchtHauses in Lo'.'.isiana entsprang kürzlich, lief die ganze Nacht hindurch und ver barg sich den Tag über im Walde. Er sah ein, daß es ihm nicht möglich werde, ui seiner Sträflingskleidung seine Flucht fortzusetzen, begab sich daher in das Haus eines Farmers und stellte diesem vor, er sei Elown bu emer rei senden Kunstreiter-Gesellschaft gewesen, wegen RkeumatismuS . entlassen worden und möcyte gern .seine auffallende Kleidung gegen irgend welche andere Kleider, seien diese auch noch so alt, vertauschen. Der Farmer suchte aus seiner Garderobe so altes Zeug zusammen, daß er ein guteS Geschäft bei dem Tausche machte, der Flüchtling setzte in solchem seine Flucht fort und war bis Ende voriger Woche noch nicht wieder eingcfangcn worden. ' In einer Ende voriger Woche abgehaltenen Versammlung der Aktionäre der Keely Motor Eompany" wurde auf Wunsch deS Ersinders" beschlössen, die Ausstellung der Erfindung noch bis auf Weiteres zu verschieben." Geschichte und Fabel liefern uns manche Beispiele stoischen Gleich muths und klassischer Geduld, aber sie werden alle in den Schatten gestellt werden, wenn die Kin dertibel des nächsten . Jahrhunderts die Geschichte von den Aktionären derKeely Motor Eompany" - erzählen wird. Wer hätte .es jemals gedacht, daß ein amerika nisohev Stockholder" sich' zu einem derartigen, , durch jahrelange Mißerfolge nicht zU'störcnden Gleichmuth aufschwin ? gen könnte ? Aber maa . nun . Kee ly sich ittvsr.vnrugen, ein einsamer umougger sein; 'oder schließlich wirklich das . angebliche Ziel eNeichen,merkwürdi wird er stets' in .erster Linie 'dadurch bleiben, daß ös ihm, gelang,' eine' so große Anzahl von Geschäftsleuten zu bewegen, ihn eine .so lange Zeit zu unterstütze. Was es Heuer kostet, Schvei-

nesieisch zu produeiren", hat ein annn l in WinnebagJ Ecunty, Illinois, genau

ausgerechnet. Um nämlich auszunnden, wie viele Pfund Fleisch durch ein Aushel Welschkorn erzielt würden, hat er jede Woche seine Schweine und auch daö aefüttcrte Welschkorn gewogen und dabei folgendes Resultat ausgefunden : Am 10. December woen 15 Schweine 4139 Pfund. .Am 17. December woa.'n 15 Schweine 4280 Pfund. Welsä'korn wurden gefüttert 9S0 Pfund. Am n l. December wogen 15 Schweine 4410 Pfund. Welschkorn wurden gefüttert 864 Pfund. Am 31. December wogen 15 Schweine 4572 Pfund. ' Welsckkorn wurden ge füttert 81 Pfund. Macht also in 1 Tagen - eine Gewichtzunahme von 442 Pfund auf 15 Schweine, wäbrcnd welcher Zeit 2740 Pfund Wclschkorn verfüttert wurden, also 47 1j7 Bushcl zu 55Pfund. Das Welschkorn war weißes und ungefähr am achten Mai gepflanzt worden ; viele der Kolben waren schimmelig. Ein aewöhnlichcr Bushelkörb bält da?ön 35 Pfund in Kolben. Die öchweine wurden zweimal des Tages mit Maiskolben gefüttert und bckamen so viel Wasser, als sie nur wollten. Ein Bushel hat also 9 und 62j25 Pfd. Schweinefleisch gegeben. Bei dem jedigen Preise von Schweinefleisch hätte das WelschkorN einen Werth von Ecnts per Bushel. In Laurel Hill, L.I., ist eine junge Frau Namens Eolycr unter höchst verdächtigen Umständen Ende voriger Woche verstorben, nachdem ibr Vater, John Eowhcy, am 18. vor. Mon. unter ganz gleichen umstanden, seinen cd gefunden hat und ihr Gatte demselben Schicksale nur mit knapper Noth cntgangen ist. Der letztere, Thomas Eslucr, erkrankte plötzlich am Mittwoch Abend, nachdem er einen Teller Suppe zu sich genommen. Er verspürte bald stechende Schmerzen im Nucken und in den Seiten, und mußte sich häusig erbrechen, ließ aber erst 15 Stunden später einen Arzt, Dr. Hitchock von Long Island Eiw rufen, welcher ihm eine Medicin verschrieb, die ihm dann auch Linderung verschaffte. Kaum jedoch hatte sich der Arzt entfernt, als Frau Eolyer unter ähnlichen Svmptomen erkrankte. Der Arzt wurde zurückgerufen und verschrieb ihr die gleiche Modicin, wie ihrem Manne, welche jedoch bei ihr keine Wirkung hatte. Das Erbrechen ließ nicht nach und die Frau starb unter großen Schmerzen, ioroner Wo binson wurde sofort benachrichtigt und beauftragte die Aerzte Dr. Hitchcock und Dr. Vurnett, eine Postmortcm - Unter suchung vorzunehmen. Die Aerzte sprachen die Ueberzeugung au?, daß Frau Eolyer an einer Arsenikvergiftung gcstorben sei, und Eoroner Robinson wird in Folge dessen den Magen der Verstorbenen dem Professor Doremus behufs Analysirung des Inhalts übersenden. Eowhey'S Leiche soll wieder 'auSgegraben und eine Untersuchung derselben vorgenomt men werdcn. Vom Auslande. . Ein Italiener in Paris aibt folgende Statistik von Todesfällen in den Heeren. Von je 10,000 Mann Soldaten sterben jährlich 57 im deutschen, 34 im englischen, 92 im französifischen, 112 im österreichischen, litt im italienischen Heere. Die Sterblichkeit der Nichtsoldaten derselben Altersklasse ist umaekebrt 26 ver 10,000 in Deutschland, 24 in Frankreich, 31,7 in England. Der Leipziger Schul ausschuk bat den vielfach laut gewordenen Wünschen der Lehrerschaft entsprechend, t , 1 1 c , p. v c r dco;iocn, oas cviiein oer z:us:mizung aufzugeben und zur Ofenheizung zurückzugeben. Dieser Beschluß" bemerkt die Ällg. D. Lchr..r-Z." muß mit Freuden von allen denen begrüßt werden, welche erfahren haben, wie . nachtheiliz die Luftheizung wirkt." Auf den zehn preußischen Universitäten Berlin, Vrcslau, Bonn, Göttingcn, Greifswald, Halle, Kiel, Königsberg, Marburg und Münster sind in diesem Wintersemester zusammen 12,708 Studenten immatriculirt. Die Zahl der evangelischen Theologen auf 9 Universitäten (die Akademie in Münster ausgeschlössen) beträgt 1932, zu welcher Zahl Halle 533 und Berlin 530 stellen. Äatholische Theologen sind in Bonn,Brcslau und Münster zusammen 335. Juristen finden sich (Münster ausgenommen) im Ganzen 2339, davon die größere Hälfte, 1271, in Berlin. Die Zahl der Medieiner beträgt auf 9 Universitäten 2373, davon 893 in Berlin,, nächstdem 390 in Breslau, 379 in Greifswald und 266 in Halle. Die philosophischen Facultäten der 10 Universitäten (Münster eingeschlössen) zahlen 5114 Studenten, davon kommen aus Berlin 1946, auf Halle 630, auf Breslau 579, auf Göttingcn 520. In der Sitzung des preufrischen Abgeordnetenhauses am 11. Jan. agte beider Berathung deö- Entwurfs einer Jagdordnung der Abg. Dr. Mever (Breslau) unter stürmischer ' Heiterkeit des Hauses Folgendes , Der erste große Jäger, von dem wir " erfahren, war ein Semit". Der Abg. Meyer (Arnswalde) berichtigte den chronologischen Irrthum, daß Meyer Nimrod einen Semiten nannte ; der Mann hat lange vor Noah und Sem gelebt (stürmische Heiterkeit)." Thatsächlich sind beide Abgeordnete 'im Irrthum : Nimrod war kein Semit, sondern ein Hamit; er lebte nicht lange vor Noah und Sem, sondern nach Noah und Sem, wie im 1. Bucb MoseL Eap. 10 VerS 69 deutlich zu lesen ist. Die römische Zeitung Rassegna" theilt mit, daß eine englische Dame, die zum Peteröpfennia jährlich 4000 Pfund beizusteuern pflegte, dem Papst letztwillig 480,000 Pfund vermacht hat. - Der Papst hat einen seiner Neffen und den Ceremonienmeister &nloi naq London geschickt, um daS Legat in Em pfang zu nehmen. Inder Stadt Njeshin in Rußland lebte seit vielen Jahren eine alte Coldatenwittwe, welche ihr Leben durch Almosen fristete. Sie war sehr LrnkliSund konnte tzK durch j$x

Hände Arbeit nicht mehr ernähren, tone , Abends, als sie, wie oft geschehen, mit '

leeren Händen ibren Nundgang durch die ' Stadt beschlossen batte, sah sie sich ver-. anlaßt, unter einer der vielen leerstehend fc o-rnScifV m W4 v n mit vuim v; -j w Qzn ,s WnAinM . fApn ' WVV tfMMyM ß I V kennte kurz sie wurde bei lebend! aem Leibe buchstäblich von den gierigen Bestien angefressen und schließlich in kleine Stücke zerrisien. Die ' frischen Blutspurcn an den Kleidern und in dei Umgebung dcr Unglücklichen bewiesen, daß sie nicht etwa zuerst erfroren und dann von den Schweinen gefressen, sondern factisch lebend und wahrscheinlich bei vollem Bewußtsein dieses schreckliche Ende gefunden. I n H a n a u fand am 14. Januar die Verhandlung (unter Ausschluß der Oecntlichkcit) gegen den Bürgermeister Friedrich Frobe von Fechenheim wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit statt. Der Angeklagte ist ein Mann von 57 Jahren. Er war lange Jahre Bürgermeiste? von Fechenheim, Waisenrath und Schiedsmann, ist aber augenblicklich von allen Aemtern susvendirt. Er bestriti das ihm zur Last gelegte Verbrechen, wclchcs darin bestehen soll, daß er mit dei jungen Louise Meyer von ' Fechenheim, der Tochter seines BuseiifrcundeS unk iÄestnnungsgcnoizen, schon vor ihrem vierzehnten Jahre ein intimes Verhältniß gehabt (er hat dasselbe etwa 4 Jahre unterhalten) habe. Fröbe giebt die Möglichkeit zu, daß die Zwillinge, welche das Mädchen, das im vorigenHerbste im Wochenbette gestorben ist, geboren, scineKinder sein konnten, sügt aber gleich an, daß die Verstorbene ein leichtsinniges Geschöpf gewesen, über dessen Alter er nicht unterrichtet gewesen seu Der StaatSanwalt Ullmann beantragte im Jahre Zuchthaus und entsprechenden Ehrverlust. Das Gericht erkannte nach einstündiger Berathung auf Freisprechung von der Anklage des mit Nothzucht auf gleiche Stufe gestellten Gcschlechtsumgangs mit einem Kinde, da angenommen wurde, er habe nicht gewußt, daß die Marie Meyer noch nicht vierzehn Jahre alt gewesen ; dagegen wurde er wegen Verführung eines noch nicht 16 Jabre alten Mädchens zu einer Gesängnißstrafe von 9 Monaten vcrurtheilt. Ein Moskauer Blatt schreibt : Bei den Thüren eines Provin-zial-Bezirksgerichts wurden kürzlich zw-i Baumi wegen ÄcttelnS in Haft genom men. Bei deren Vernehmung stellte sich heraus, daß Beide Geschworene der eben beendigten Gerichtssession desselben Ge richts waren und deshalb Almosen erbaten, um die Mittel zur Heimreise zusammenzuü'ringen. Anläßlich, deffen erinnert das Moskauer Blatt an einen anderen, von Provinzialblättern berichteten Fall, in welchem mehrere Geschworene sich an die freigesprochenen Angeklagten mit der Bitte wandten, irgend etwas zum Ankauf von Nahrungsmitteln zu geben, da sie schon mehrere 'Tage nichts gcgeffen hätten ; . das Blatt bemerkt hierzu : Hungrige Geschworene, welche nur darauf denken, wie sie für den folgenden Tag einen Bissen Brot erlangen konNen, sind schlechte Bürgen für e:ne correkte Führung der Rechtspflege ; übrigens sind dergleichen Fälle, wie' die eben erwähnten, nicht selten und nickt ausgeschlössen." Der Pariser, Temps" bringt folgende Mitttheilung : Seit der Expedition nach Tonkin werden die katholischen Misstonen in den südlichen Provinzen China'S aufs neue verfolgt. Im Bezirk San-Pankiao Provinz 5tuängste, bat eine Bande das Haus des Paters Pernct zerstört und diesen selbst verhaftet, mißhandelt und mit dem Tode bedroht. Dieser Missionär schrieb, daß man von .ihm ein Löscgcld.von mehr als 7000 Fr. verlange, abcr man hat Grund zu glauben, das; die durch die Bernichtung der Mission zufriedengestellten Mandarine ihn unter militärischer Bedcckung nach 6anton bringen lassen. Ancre Missionare wurden von den. Mandarinen in Miöack'wna der 'crtrity? ver heftct. Aus dem 3 p c Z s a r t schreibt man : Der 11. Januar J834 verdient es, daß man ihn mit goldenen Buchstaben in den Annalen des Spessarts vcrcichnet. An diesem Tac bat nämlich die Perle des Spe)zarts", der in den deutschen Gauen schon einigermaßen bekannte Heidelbecttvein, seinen Einzug in das bayerische Ständchaus gehalten und einen Triumph gefeiert, der zu den schönsten Hoffnungen für die Spcssartbcvölkcrung berechtigt. Die Herren Minister des Innern und der "Finanzen nebst den Herren Ministerialkomnnssären, die beiden Herren Präsidenten der Kammern, die Herren Abgeordneten, insbesondere die weinkundigcn Männer vom Rheinund Mainstrande haben diesen neuen Wein" gekostet, der nicht auf en sonnenvcrklärten Hügeln und in den warmen Ebenen, sondern in des Waldes tiefsten Gründen, in schattiger Waldeinsamkeit blüht und reift und alle waren in dem Urtheile einig, daß man ihm mit Recht den Namen der Spcssartperle" gegeben habe. Wiederholt wurde er als sehr gut, ausgezeichnet in seiner Art, gelobt. Dieser Triumph wird aber auch den Männern der Wissenschaft, einem Dr. v. Pettenkofer. einem Dr. v. Kerschenstciner in München, einem Dr. LepsmS in Frankfurt a. M. zu einiger Freude gereichen müssen, denn er ist nur eine Bestätigung deS günstigen Urtheils, welches 'sie und andere Gelehrte und Aerzte über diesen Wein nach sorgfältiger. Prüfung gefällt. und eine Anerkennung dafür, daß sie ihn als Heil- und Genußmittcl für die gefünde und kranke Menschheit empsohlen haben. Ucbrigens' sind auf die beurige öj?essartperle auch bereits wieder so ahl reiche Bestellungen eingelaufen, daß von den . ca. 20,000 Flaschen, ,die zum Versandt bereit liegen, in wenigen Wochen wohl kaum eine einzige Flasche noch vorbanden

süblte sich 0 stenbar so sä.wacb, daß sie sich ' Z"" WM' l?w' der hungrigen vev.vilderten Schweine, ?nd Opfer zu rallen, ist .in Wien welche sich heerdenwcise unter diesen Bu- verhaftet worden Den fcrund du bilUhtnr, tL ;f lm dct cm Dlebstabl, den, wie sich heraus-

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gewi ,,e 0 , e p y i n e Zber, eines von dcn Mädchen,' d:e der

zxrauenmo enr in inc ja$c lerne vtct3c ;u locken wußte, und die vielr . r t , .. . leicht auch von ihm bereits dazu auserstellte, das bis dabin unbescholtene Mäd chen auf Anstiften Echcnk'S verübt hat. So riß dieser Unhold Diejenigen, mit denen er verkehrte, ' auch in seine moralische Vcrderbtbeit mit hinab. Es mehren sich die Anzeichen, dap er neben seinen sonstigen Frevclthatcn eine große Anzahl von Diebstählcn verübt habe. Es hat sich ferner herausgestellt, daß HugoSchenk bereit am ' 5. December 1870 in Olmüy wegen Hcirathöschwindcls zu fünsjähri' ycm schweren Kerker verutthcilt worden isi, eine Sttafe. die indeß seitens' des , b'crlandszerichtes auf 2 Jabre hörabgesetzt wurde. Schenk hatte sich damals unter dem Namen eines Fürsten Wiefo polst; mit einem siebzehnjährigen Mailchen verlobt und der Mut;er derselben nach und nach einen Ecsammtbetrag vo? annähernd dritthalbtausend Gulden abgeschwindelt. Gleichzeitig hatte er. an anderem Orte um die Hand eines anderen MischznZ angehalten. Dies scheint der erste namhafte Frevel des damals 21fäd rigen jungen Menschen gewesen zu ' sein. Räch abgebüßter Strafe war er zwei Jahre als außerordentlicher Hörer an der Wiener Technik, und aus diesem Umstände wohl leitete er die Berechtigung ab, sich den Titel eines Ingenieurs beizu legen. Vor seiner im Jahre 1881 erfolg.ten Abstrafung wegen des zweiten an eincr Thcrcse Bcrgcr begangenen Heirathsschwindcls, hielt sich Hugo Schenk in Breslau auf,' woselbst er etwa drei Jahr vettveilte. Von dort aus führte ihn eine ausgeprägte Leidenschaft für das Spiel des öfteren nach Monaco, wo er am grunen Tisch sein Glück versuchte. Die Gilde der Londoner StraßcnHansircr hat einen schweren Ver lust erlitten. Mary Robinson, die t; nigin der Hausircr" ist im Alter von .71 Jahren gestorben. Sie handelte in Cats Aleai", dem gekochten Pferdefleisch, welches in jeder Londoner Haus' .Haltung für die unvermeidlichen atzen täglich gekauft wird. Die Verstorbene bat ein Vermögen von 60,000 L. hinter--lassen, betrieb aber trotz' der erworbenen Reichthümer ihr Geschäft bis kurz -vor ihrem Tode. Letztwilliger Bestimmung gemäß folgten dem Sarge 24 junge Hau sirerinnen, die auf Kosten der Verstorben nen mit violetten Kleidern, indischen Shawls, Hüten mit weißen Straußfedern und weißen Schürzen ausgestatter worden waren. Der Sarg und der Leichcnwagen waren von der prächtigsten Art. . Die Leiche selbst war in 'weißen Atlas eingeschlagen. Den Sarg trugen vier junge Männer zum Grabe, die dem Wunsche der Verstorbenen gemäß ' weiße Blousen anhatten. Nach dem Leichenbegängniß versammelten sich die Leidtraaenden in einigen nahegelegenen WirthsHäusern, wo bei den Klängen mehrerer Musikkapelle für 10 L. Bier auSgetrun ken und für 10 Schilling Tabak verraucht wurde, wofür gleichfalls- testamentarisch Sorge getragen war. Wie jetzt deutsche Vlätter melden, soll der in Hamburg verhaftete angebliche Urheber, der Frankfurter Dvnamite;plosion nicht Rohlsdorf,' föndern Reinsdorf heißen und ein Schrift setze? aus Leipzig sein. Die Lohnbewegung scheint in Berlin im nächsten Frühjahr wieder große Dimensionen annehmen zu wollen. Schon jetzt sinden allsonntäglich Versammlungen aller Arbeiterbranchen statt, in denen über die geringen Lohnsätze unk die überaus lange Arbeitszeit Klage ge führt und die Maßregeln besprochen wer: den, die geeignet seien, eine Aenderung dieser Verhältnisse herbeizuführen. Der beispiellose Skaw dal, welchen ein Fähnlein anarchistisch Arbeiter vor Kurzem in der Kirche von Favoriten in Wien in Scene sehte, lam am 17. Jan. zur gerichtlichen VerHand.lnng. Bekanntlich wurden in Folge de Gedränges das durch den mit muthwillige:' Frechheit herbeigeführten Tumult entstand, fünf Personen schwer und mehrcrc andere leicht verletzt. Aus der Menge der Skandalmachcr gelang es nul vier Personen herausulgrciicn, und öiese bcsinvcn sich üntr dcr Anklage wegen Verbrechens der Rcliqionsstvruna, rück. .sichtlich wegen Aufforderung zu'ungesetz- ' t f t . - H r llcycn anciungcn. ie sämmtlichen vier Herren geben sich ungemein hannlos. Der Akigcllaate Kroulik, ein jienv lich schroff aussehender böbmischer Arbeiter, beschwert sich, daß er bei jener Gelegenheit unschuldig zu einer Ohrfeige gekommen sei. Der Angeklagte Stich trägt ein sanftes Schneidergesicht zur öchau, während der Angeklagte Holoraty den in dieser Angelegenheit doppelt bemerkenswerthen Umstand für sick anführr, daß er gelernter Meßner" sei. Das Uttbeil laufes : Holovaty 18 Stunden strengen Arrestes. - ti 21 m 14. X . n. hielte ix -1000 beschäftigungslose Arbeiter in Paris eine lärmende Versammlung ab. Mit großer Mehrheit' wurde eine Nesolnticn angenommen, wonach ' die Arbeiter nur durch revolutionäre Mittel ihre gesellschaftliche Lage verbessern Urmtcn z der socialen Revolution" und dem Pnnziv der Aufhebung deS individuellen Eiczenthums"' wurden unter tobendem Singen der Can?agnole", bis auf .die Straße fort-' gesetzt Hochrufe gewidmet. Die Begeisterung erhielt ihren lebhaftesten Ausdruck in einer großen Keilerei; die Polizei schritt. ein und etliche 'fünfzehn . Jndivi duen wurden verhaftet. Nur sechs der selben blieben in Haft, nämlich ein Cise leur, ein Maurer, ein Bijoutier, ein Gerber, tri Architekt unS n: Dame ohne Profession. ' -fDer bekannte Schach spiele? Dr. Horwitz auö BreLlau ist v?3 liviam Tagen in ozen geftnben, ' ' !

i (st. t., !i. v r sii.V.

lautet: Wegen Neugisnösterung.: Krou--lik 4 Jahre,' Stich 3 Jabre, ck'olskv 3', Jahre schweren Kerkers : uvaen Auf-