Indiana Tribüne, Volume 7, Number 117, Indianapolis, Marion County, 16 January 1884 — Page 2
Andiana Hriönne.
E rsch eint FSgk'cS, VölLentttv n. on"tg. 3Crc-i M?ry'nn5str. Indianapolis. Ind.. 16. Januar 1684. j Tf.s 1 j" Tt . v l 4 A 4. 4 , . 1 X . (li v.. Ein gewisse? Varnum hat das sögenvnnt? Sawpit (Scinjcu bei Santa Anita ron dcffen Bester H. Thomas in Los Angeles, Cal., gepachtet und am Ausange der Schlucht ein festes und uin sangreiches Gebäude errichtet, welches Jahr aus Jahr ein von solchen Gästen desucht wird, die einige Wochen der Ruhe und Erholung in schöner, romantischer Umgebung zubringen wollen. In vorvoriger Woche befanden sich nur Vanmin uud dessen Gattin, sowie ein einziger Gast, Qowson aus Canada, im Hause. Neben letzterem wohnte in einem Stall gebäudeFred.Mitchell. Am Freitage kurz nach Mittag borte Howson, während er lesend in seinem Zimmer saß, Varnum und dessen Gattin gleichzeitig furchtbare Schreie auZstoßen, Kürzte in die Küche, wo er dieselben verrnuthete, vernahm aber gleichzeitig einen unheimlich grollenden Donner und fühlte, wie das Haus in allen Fugen erzitterte. Er eilte ins Freie und eö gelang ihm noch durch das Wasser zu kommen, wclches ihm bereits bis an den Leib reichte, und a.: der Wand der Schlucht emporzu dringen. Hier traf er die Wirthslcute, einen mächtigen Baum umklammernd stand der alte M itchell und die Schlucht herab wälzte sich ein ungeheurer Wasserstrom, die größten Bäume entwurzelnd und mit sich reißend, Fclsblocke wie Lachkicsel vor sich herwälzend. Das Stallgebäude war spurlos verschwunden, das Gasthaus stand unverletzt. So schnell die Fluth gekommen war. so schnell verlief sich das Wasser ; der Garten, der das Haus umgab, war zerstört, unter Schlamm und Geröll begraben, die Schlucht entlang bot sich dem Auge ein unbeschreibliches Bild von Zer
störung. Die vier Personen begaben sich Jahrzehnten erheblich gestiegen. In in das Haus zurück, das in seinem oberen runder Summe beträgt jetzt die VolksStockwerke emen trockenen Aufenthalt zahl für die beiden acnannten Tbeile des
bot. Varnum beklagte den Verlust, der ihn betroffen, aberNiemand dachte daran. daß die Fluth sich in Kurzem wicderholen könne. Nach kaum einer Stunde ertönte jenes donnerähnliche Geräusch auf'ö Neue, noch mächtiger wälzte sich ein neuer Strom die Scylncht herab, und an derselben Stelle der Wand der letzteren fanden cic vier Bewohner des Hauses wiederum Zuflucht vor dem Element:. T r m m m. - w mg ioen o icyneu, wie das er te''cal, rau cy ten die Fluthen vorüber, aber die Geret
teten beschlossen, nicht in daö Hau? zurück- giebt es sich, daß die städtische Bevölkezukehren, sondern auf dem geschützten rung seit 1861 von 63 auf 63 Procent ' Platze, aus dem sie sich befanden, die der Gcsammtzahl gestiegen ist. Folglich Nacht zuzubringen. Doch der Wind ist die ländliche Bevölkerung von 37 auf ? wehte kalt, ein feiner Neaen machte eS 32 Procent der Gcsammt-Vol5s:ahl as
unmöglich, ein wärmendes Feuer anzu- fallen. Trotzdem wohnen heute 1,000,zünden, und durchnäßt und zitternd vor 000 mehr Menschen auf dem Lande, als r r r t r . i . , , . r-rvr rl. v ? 5?
; yroji uanen cic teilte, als es zu duniein begann, das schützende Haus. Niemand . dachte daran, in's Bett zu gehen, alle ! beschlossen, die Nacht zu durchwachen, um
sofort zur Flucht bereit zu sein, wenn das A warnende Gebrüll des Wassers auf's Neue sich vernehmen ließe. Aber die . Aufregung und Anstrengung des Tages
' hatten die bereits zweimal dem Tode Enti ga.igenen unendlich müde gemacht und gegen Mitternacht waren sie auf' ihren stuhlen eingeschlummert. Da krackte und brüllte eS draußen von Neuem, und zwar diesmal mit einer Hefden bis zum Tagesanbruch verbrachten. Gegen Morgen klärte sich der Himmel aus, cic ausgeyenoe onne oeieueyieie ' . x c r- . r t . . trockenes, aber verwüstetes Land und das Haus, dessen Seitenmaucrn noch standen, denen dem Waner. zugewendete Wand aber völlia eingedrückt und einaeltürzt war. Es gelang Varnum und Howson noch, in den Ruinen einige Werthzegengände aufzufinden ; in nasien Kleidcrn erreichten Ne ?anta Anita und von dort in besserer Vcrfattunz Los Angeles. Uw terwegs erfuhren sie, daß jene drei Wolkenbruche auch in benachbarten Schluch- . ' . ' , - ' ' . - ' ten ahnliche Berbecrungen angerichtet hatten, wie in dem Sawpit Eanjon, und tm ganzen südlichen allsormen bildet das Niedergehen dreier so gewaltiger Wolkcnbrüche inerhalb weniger Stunden noch heute das Tagesgespräch. Ein schreckliches Gemetzel. i V An einem der letzten Abende voriger Wocbe trug sich an der PennsylvaniaBahn, eine kurze Strecke östlich von Brinton Station und 12V Meilen von Pittsburgh, Pa., ein haarsträubendes Unglück zu, bei welchem drei Männer gev Vddtet, vier lebensgefährlich und viele lindere weniger !c!wcr verlekt wurden, Die Katastrophe war lediglich eine Folge unverantwottlichen Leichtsinns Die Thatsachen sind folgende : Am 10. dö. Mts. früh wurde eine groe Anzahl Männer don Eontraktoren der Pennsyl vania Bahn angestellt, Schnee von den 'Geleisen vom Union Depot in Pittsburg an ostwärts zu schaufeln. Hierdurch wurde vielen beschäftigungslosen Man nern Gelegenheit gegeben, wenigstens auf einige Zeit Arbeit zu erhalten und sie machten sich die Gelegenheit auch zu Nutze. Männer aller Nationalitäten wurden, gerade wie dieselben sich einsänden. angestellt und Abtheilungen der Angestellten dann dotthin geschickt, wo sie am nothwendigsten waren. In einem Thale, gerade ostlich von Brinton Eta-
tigkeit, als ob der jüngste Tag anbrechen hatten noch vor lOJahrcn schon 533 Nm- . wolle. Wieder flüchteten die auj'S Neue wohncr 100 Häuser zur Verfügung. Bedrohten nach dem Abhänge, wo sie in Von den 26 MillionenEnglandernund Sturm und Zleacn entsetzlich lange Stun- Walisern waren 3,500,000 weniger als 5
twn, hatte sich eine groe Wlac Schnee anj):uft und ungefähr 25 Arbeiter wurden an die genannte Stelle beordert, Gegen 5 Uhr Abends brauste der ost wärts gehende Walls Acesmodatlonszuz No. Z5 heran. Nahe der Unzlücksstätte besindet sich eine scharfe Curve und auf einem Scitengeleise stand eine LocomoÄk,LÄeSWPkxMLiZL, Üli
zur Flg ha'lc, daß das Herannahen des Accmda,inszugez nieht bematt o,t, Lts.,t. i,,r,:
iVUtW. fcStb WUiV MVltV4lll 4l VWtcr und dachten an keine Gefahr, da sie erwarteten in Kenntniß gesetzt zu wer- , . . r , i i Zug fuhr etwas zurück und die Todten und verwundeten wurden' unter den Cars hervorgezogen. Die Schmerzensrufe und das Stöhnen der Verwundeten erfüllten die Luft. ' Das Schlimmste ist, daß nur wenige der Leute bekannt waren, da sie von überall nkrutirt worden waren. Nur wenige kannten sich, und der Contraktor, welcher sie angestellt hatte, hatte sich nicht nach deren Namen erkundigt. Jeder Schneehaufen wurde untersucht und das Resultat war, daß man einen gctödteten Arbeiter im Schnee liegen fand, wäh rend der Leichnam eine anderen, zu ei ner unkenntlichen Masse zerquetscht, auf einer Achse eines Waggons des Unglücks zugcs gefunden wurde. Eine Anzahl von verwundeten Man nern wurde gleichfalls " aufgefunden. Alle, außer fünf der Letzteren, waren im Stande, für sich selbst Sorge zu tragen. Sie wurden nach dem Hospital geschafft, wo einer von ihnen gerade beim Hinein tragen starb, noch ehe cr seinen Namen angeben konnte. Er war ein Deutscher. Die Leichen der beiden anderen Gctödte ten konnten ebenfalls nicht identisicirt werden ; , Leute, die in der Nähe derselben arbeiteten, versichern, der eine sei ein Deutscher, der andere ein Italiener gelvescn. - &it19& A fif um in mi! hS X'V V,)M Wlt U WlttjUliU' Soeben ist der allgemeine Bericht über den Census für England und Wales erschienen, der im Jahre 1881 aufgenom men worden ist. Danach hat sich die Bevölkerung in den zehn Jabrcn von 1871 bis 1881 um nahezu 4 Millionen vermehrt. Das Verhältniß der Vermehrung ist in den beiden lebten britischen Reiches 26 Millionen, Wie in allen civilisirtenLändern, macht sich auch in England ein viel stärkeres Wachsthum in den Städten bcmcrklich, als auf dem Lande, obwohl auch die ländliche Bevölkerung fortwährend zunimmt. Wenigstens qilt letzteres, wenn man unter ländlich" alles versteht, was außerhalb der wichtigsten Städte liegt, Anders stellt sich das Verhältniß, wenn t 1 man wlttiiw nur das ptane ano m Gegensatz zu den Städten stellt. Da er vor zu ayren. onoon auein ?ai ieme Einwohnerzahl in 41 Jahren verdoppelt, während im übrigen England undWales, die übrigen Großstädte miteinbegrissen. dasselbe Ergebniß erst in 57 Jahren erreicht wurde. 1801 kamen 153 Personen auf die Ouadratmeile, 1831 dagegen schon 446 Personen. JedeS Individuum hat jetzt durch schnittlich nur !)0 Z)ards !)laum. Die Häuser sind Indexen nicht gar so sehr überfüllt, wie man auS den kürzlich von London her erschallenden Zttagen schlicken sollte, denn auf ie 100 Häuser kommen 533 Einwohner. Freilich Jahre alt. Das weibliche Geschlecht übertraf an Zahl das männliche um na I f. ... . tss fss cir sf.V ! 3 i V - .1 v-zu Ukivliig Ivelven ineyr Zinaven, als cadcyen gevoren, aver schon im ersten Jahre kehrt sich das Verhältniß um. Zwischen dem 10tcn und 15ten Jahre giebt es abermals mehr Knaben als Madchen. Dann aber gewinnt das weibliche Geschlecht dauernd die Oberhand, und auffallend ist namentlich vle grone Jayt von grauen in cen auerYochsten Lebensaltern, on Jahren aufwärts giebt cs doppelt so viele Frauen als Männer, von 141 Personen, die das i .ix. r r r . . , yunoertste Jayr uverscyritten yanen, gehörten 97 dem weiblichen Geschlechte an. vcnso gieor es :m Älter von ayren und darüber mehr als doppelt so viele Wittwen, als Wittwer. Die Redensart I . m m . am von dem schwächeren Geschlecht" wird ourcy viese Laoten, vie )q uorigens im Census aller Länder wiederholen, ent- , w w r . . i nmieocn roiccricai. Hinsichtlich ihrer Veschäftigungsatten sind die Bewohner von England und Wales in sechs Klassen eingetheilt worden, von denen natürlich die der Unbeschäftigten", wclcbe alle Kinder und von ihren Männern abhängigen Frauen in sich begreift, am zahlreichsten ist; Auf sie entfallen 14.787.000 Versonen. 5ta der Industrie sind 6,373,000, alsDienstboten 1,804,000, im Ackerbau -1,333,: 000,.im Handel 980,000 und in den sogenannten gelehtten Fächern 647,000 Personen beschäftigt. Freilich fehlte es in diesem Census nicht an Curiositäten. So führen sich 1800 Knaben im Alter von 15 Jahren und gar 5000 Mädchen desselben Alters als Schullehrer an. Ueberhaupt scheint sich der Erwerbssinn bei Vielen schon in allerfriihester Jugend zu regen. Die Schotten haben schon seit den frü hesten Zeiten mit Vorliebe den Tweed überschritten, um sich in dem milderen und fruchtbareren England niederzulassen, aber gegenwattig sind sie daselbst nicht halb so zahlreich, wie die Söhne der
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kam der Zug um die Curve, fuhr ',wi- !cl Nd Backer, 800 jmo Handlungsschcn fcic Leiter und ein schreckliches 'en kd.00 chneis. i iktneI öeaann. Cinc der 'Zugführer i'SPhW 1 Amerlkane? am zayi- .- :V-L rciwitcn. ccinn toistcn die Avancen uuo
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grünen Insel. Der Census führt etwas weniger als 250,000 Schotten, aber be deutend mehr als 500.000 Jrländer an. Doch hat sett 1871 die schottische EinWanderung zugenommen, während die irische gefallen ist, vermuthlich in Folge der starken Auswanderung nach den Ver. Staaten. Unter den Ausländern, deren
N5..?land giebt, nehmen M,tver,!aM,ch d.e Dcut schen den cqten Play ein. In London allem giebt es
, nr stAA , f ,.. . l ' t rnir v'.i 'Hflnp:ii i ivr in vni-. v - rrwjvw Q w v v land lebenden Söhne Gcrmanicn-5 sind Piofcssoren, Leh.er und Vorleser, ebenso -1 hott ändcr. Liverpool zählt 70,000 Jrlänander, 20,000 Schotten und 7000 Auöander. Von besonderem Interesse ist der Bericht über die Blinden, von denen es 23,000 m England giebt. Es geht nämlich aus dem Census dervpr, daß eine sehr große Zahl dieser Unglücklichen sich aus die nützlichste Art beschäftigt. Äußer dem GencralHostmeister stehen noch 13 Blinde im Staatsdienste, 4 sind bei der Polizei und 2 in Gefängnissen angestellt. 23 Blinde sind Veiltlicke der taatsklrche und über 5C0 werden als Musiker aufgeführt. Im Wasch- Und Badedienste" giebt es 156 Blinde und sogar 20 Handlungsreisende sindct. man unter l P tri w w iaa rrw vieler uiae. nua) g,cbr es 4uu vnnoe Farmer und 600 landliche Arbeiter, die mit demselben Uebel behaftet sind. Viele Blinde sind Zimmerlcute, noch mehr Grocer, und ganz besonders zahlreich tre en sie als Schuhmacher, Korb- und vcatenflechrer und Straßenverkäufer auf. Im Allgemeinen ist der englische Census zwar genau, aber im Vergleiche zum amerikanischen, falls derselbe zcmals fertig wird, durchaus unvollständig. So fehlt z. V. der äußerst wichtige Nachweis des Einflusses, den die verschiedenen Bcrufsarten auf die Gesundheit aus üben. ES ist hier überhaupt nur von der Lebens- und Bcwcgungsstatistik dieNcde. Was vollends die Berichte über Eigentbums- und Crlvcrbsvcrbältnisse anbetrifft, fr kann sich der englische Census mit d' i" cutcrifflmfcvcu nicht tnc)cn. 1 c l o st (f) i. Carlotka, die unglückliche Gemahlin des Erzherzogs Maximilian von Oester reich, ehemaligen Kaisers von Meriw, lebt, von GeistcSnacht umfangen, auf dem Schlosse Tcrvueren b?i Brüssel. Sie war bekanntlich im Jahre 1863 von Mexico nach Europa geeilt und ging nach Paris, um Hilfe für ihren Gemahl zu erbitten. Sie wurde überall abgewiesen, und dieser Erfahrung schrieb man eS zu, datt sie kurz daraus wahnsinnig wurde. Schon damals ging jedoch das Gerücht. Carlotta sei Toloachi beizebracht, und in x rr s.r Stf(4 in .frtCtiMi ...i ywvyv vi viv(ivv ivui;aiiiui worden. Die Pflanze, von welcher jenes Gift gewonnen wlrd,tommt überall inÄlerico, am häufigsten aber in dem heißesten Landstriche, der sogenannten trr ca j entf, vor. Sie hat Aehnlichkett Mit der Wolfsmilch, gehört aber nicht in de ren Geschlecht. Ein paar Tropfen ihres p 1 ' l m rn 4 p. - geslymaa- unv geruchlosen vjüix rnncs in ein beliebiges Getränk gemischt, erzeugen . ... ve: demjenigen, der letzteres gemepr, zu nächst yestiges Kopswey, dann einen gewissen Stumpssinn, wahrend dessen der Mensch noch bei vollem Bewußtsein ist. der aber bald in meist ungefährlichen, immer aber unheilbaren Wahnsinn übergeht. Außer dem Gehirn werden irgend welche Funktionen des menschlichen Organismus nicht beeinträchtigt, und die Zerstörilng des letzteren geht so allmälig vor sich, daß Leute, die mit Toloachi vergiftet wurden, cft ein sehr hohes Alter erreicht haben. Von allen Gefahren, die den Menschen in Mexico bedrohen, ist dieses Gift die entsetzlichste, es macht den politischen Gegner, den Mitbewerber um die Gunst einer Sennorita, den Feind, der den Andern tödtlich beleidigt hat, so sicher unschädlich wie das Stilet und hinterläßt keine Spur des an ihm verübten Verbrechens. Der kürzlich erfolgte Tod des Angehörigen einer vornehmen Familie in der Hauptstadt Mexico hat die Aufmerksamkeit wieder einmal auf jenes entsetzliche Gift gelenkt. In Saltillo lebte seit langen Jahren ein Bettler, der nur unter dem Namen Antonio bekannt war. Barhäuptig und barfuß, schmutzig, den Leib nur mit spärlichen Lumpen bedeckt, bewahtte der schweigsame Mann jene Grandeza in Gang und Wesen, welche vielen Mexikanern eigenthümlich ist. Er war ein ausgeprägter Idiot, sammelte in der Umgebung seiner Hütte Steine, Knochen und dergl., die cr als Kostbarkeiten in Lumpen oder Papier einwickelte und i:i einem alten Sacke aufbcwahtte, ohne den er nie ausging. Auf diesem schlief er auch, und ein striippigcr Hund, der früher dem Bettler zugelaufen war, duldete so wenig wie sein Herr, daß Jemand diesen Sack berührte. Zur Zeit der Mahlzeiten setzte sich Antonio vor seine Hütte und erhielt von den , Nachbarn Speise. Ein Arzt hatte oft versucht, mit Anto nio ein Gespräch anzuknüpfen, hatte aber nichts weiter erreicht, als daß lhmdcrselbe von einer schönen großen Stadt crzählte, in welcher der Arzt unschwer die .Hauptstadt erkannte. Weiter war cs auffallend, daß Antonio im Stande war, sämmtliche Motive aus ganzen Opern mit auffallender Richtigkeit zu pfeifen ; er mußte also, so lange er gesund war, ein bäufiger Besucher der trefflichen Oper in Mexico gewesen sein. Kürzlich wurde Antonio im Hofe vor seiner Hütte todi aufgefunden. Der Arzt benutzte eine Reise in die- Hauptstadt, Erkundigungen i.b:r das Vorleben Antonio's einzuziehen und hat ermittelt, daß derselbe vor Jahren dort eine hervorraaende Rolle gespielt hat und von einem politischen Gegner mit Toloachi vergiftet worden ist. Namen hat der Arzt rnch mitgetheilt, (eine von Vrigtzam'S Wittwen. In Salt Lake City lebt diejenige bon den Wittwen deö alten Propheten", xr v xx i ,.p . i welche demselben die größte Zuneigung bewahtt hat Frau Harriett Cook Joung mxu. be; LSSsM
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! vortrage eines (rmljsärs des damaligen Propheten Joseph Smith. Sie begcistctte sich sofort far die neue Lehre und kam 1812 nach Nauroo, Jll., uni sich in die Kirche der Heiligen dcS letzten Tages auf.lehmen zu lassen. Das blühende Ma:ch?ft erregte die AusVatia'nuui jjoangv, weiats dan.alv d.e Suuung I vpV v v w v v v yj vvfr; v V iiiti' TriÄ i -'ii... vlr..A'w C.rtw . dcllcidctc, und wurde Z)ouag' b .", ! VifcllVi ivraii. m ruyayrc loa veriic Brigham iait 150 'Anhängern Nauvoo, legte mit denselben 1050 Meilen zum großen Theile durch Wildniß zurück und gründete Salt Lake Citv, wohin sich kurz darauf auch 200 Mormonen aus Mlssouri wendeten. Jener Theil von Utah war eine absolut unfrilchtbare Wüste, und nur durch großartige Bewässerungsarbeiten war es möglich, dieselbe in fruchtbares Land zu verwandeln. Ariaham s dritte Gattin entwickelte ein unaewohnliches Talent für die Leitung der Bewässcrungsarbeiten, und unter ihrer specicl len Aussicht sind alle die großattlgen Anlagen entstanden, welche die Stadt am Salzsee auszeichnen.. Frau Harrtet Cook Aouna verehrt Brigham noch immer als' eine Art Heiligen, vertheidigt die Blelehe, welche sie die einige sittliche Regelung der ge schlechtllchen Verhältnisse nennt, mit Warme und ueoerzengung und stellt das Buch Mormon, als die einzige unmlttelbare Offenbarung deS göttlichen Willens, hoch über die Bibel. Im Uebrigen und abgesehen von dlejen Schrullen t die alte Damö eine ganz achtunzscrthe rau. Judllche Strafanstalten. Herr G. S. Griffith, der Präsident der in Baltil .'rc bestehenden Gesellsä'äft zm Verbesserung des Gefängnißwcsens und er Lage entlassener Sträfling?, ist von einer Steife durch die sudlichen Staaten '.urückgclchrt, die cr zu dem Zwecke un ternomnicii hat. das verrufene Gcfängnißwesen derselben aus eigener Anfchauung kennen zu lernen. Er hat Virginien, sie Carolina's, Georgia, Alabama und 'ouisiana besacht. In allen diesen Staaten herrscht noch das barbarische 'ontractsystem. Die Sträflinge werden an Eontraktoren ausgemicthct, welche sieselben auf Plantagen, an Straßenbauten, in Minen, an Eisenbahnen u.s.w. beschäftigen. Die Leute :nüssen übermäßig arbeiten, werden schlecht gcnähtt und schlecht gekleidet. Die Contrakte werden an den Meistbietenden ausgege-. ben. Der Staat Louisiana hat im Jahre 1871 seine Sträslingsarbeit auf2lJah? ocrmiethet. Die Staaten Georgia und Louisiana haben nicht einmal ein Zucht yaus, und die Sterblichkeit ist infolge dessen ganz enorm. In den letzten zwei Jahren starben in Raleigh. N.-C., von 1966 Sträflingen 140, 237 entflohen, iind 3 wurden infolge des Fluchtversuches erschossen. Die Mehrzahl der Sträflinge im Suden ist unter 26 Jahren, viele sind Knaben von 10 bis 16 fahren. Reform--schulen für Knaben giebt es im Suden nicht. 'on den 124J eroreaiern im Staate Georgia sind 100 Knaben 10 16 Jahre alt, 400 zählen 1620 Jahre. Die Nahrung der Leute ist über alle Begriffe erbärmlich. Die Gefängnisse im Suden sind elende Locher, schlecht ventiUrt und noch schlechter verwaltet. .Nur die. Armenhauser hat Hr. Grifsith Uu Allgemeinen out veraltet gesunden. Vorn Inlande. D!eN. V.TaqesnachriHten" sagen : Das Kabel übermittelt uns die traurige Kunde, daß Prinz Hemrlch, der Sohn des deutschen Kronprinzen und Enkel des deutschen Kaisers, welchen man in New Z)ork ganz bestimmt ermattete. sich nun entschlosien hat, nicht zu kom men, ia, daß er bereits von Havanna nach Aermuda abgesegelt ist und von dort nach den. Azoren fahren werde. Welch' ein tiefes, welch' ein entsetzliches Unglück für unsere deutschen Prominenten", welche sich da in den Strahlen eines Sprossen des d.-utschen Kaiserhauses zu sonnen gedachten und schon ihre Reden einstuditten und ihre Knopflöcher in Ordnung brachten für den zu erwartenden kaiserlichen Vogel !" Aber Prinz Heinnck kommt nicht, und das beweist in mehr als einer Hinsicht, daß seine Be rather sehr gcscheidte Leute sind. - In New York soll dieLeiche des dort im Jahre 18 16 gestorbenen ita lienischen Revolutionärs Pietro Maron celli ausgcgrabcn und zur schließlich? Beisetzung nach dem Geburtsorte Forti Italien, geschickt Werder. Maroncell. war von der Rcgicrungdcs Aourbcnen Ferdinand des Ersten von Neapel und Sicilien zum Tode verurtheilt worden, docb ward das Urtheil in 20jährige Gefängnißhaft verwandelt, und nachdem er 10 Jahre lm Kerker geschmachtet, würd Akaroncclli befreit. Er kam im Jahre 1833 nach den Ver. Staaten, und :n New Dork ernährte cr sich mit dem Ertheilen von V.usikunterricht. Seine Gattin, welche als Sopran in der St. Pe-ters-Kirche angestellt war, lebt noch und hat zur Exhumirung der Leiche ihre Einwilligung gegeben. Die Ueberfuhrung der Leiche wird von den Jtalienem zu einer großen Demonstration benutzt werden. Frau Laretta Fern, eine angesebene Musiklehrerin in Chicago, bat das Geschäftshaus Vee Hive" daselbst auf 525,000 Schadenersatz verklagt. Sie hatte kürzlich in dem genannten Geschäfte Einkäufe gemacht, und als sie den Laden verlaffen wollte, vettrat ihr der in sol chem angestellte Dctectiv mit barschen Wotten den Weg und behauptete, sie habe mehrere Gegenstände entwendet und müffe sich durchsuchen lassen, rau Fern mußte sich in ein hierzu reservtttes'Zimmer begeben und wurde hier von einer Frau.im Beisein des Beamten durchsucht. ES fand sich nichts vor, was auch nur Verdacht hatte veranlasien. können, die Dame war aber so erregt, daß sie in Vllilil VUtUit 4 v VVUitUim uvv.mww , Zur tunu. uJ einem Wagen m ihre Wohnung gebracht ' jcbcn Vergleich5vschlaz des genannten iöesüs von de, Sand wiesen. r
hotte in ihrem 10. Lebensjahre die ersten '
New Dork 1600 Arme 'bei dcn'Armcnpflcgern um Unterstützung nach. Seit 15 Jahren '. hat man Aehnliches an einem Tage nicht in New vjoil erlebt. Die tollen politischen und sozialen Zustände der Gegenwart tragen ihre Fruchte. Hie? durch Wucher und Tie'ostahl zu Millionären geicoroette zwic, cou cmw) oi smdt , dcnnirt'&fyficm an dcnLiclstab gcl'rack'te ; MViisiveri ! ! . ' . Y i. i I s ? Q' u gegen o a Ä iu & 1 gleite auf dem Eise empsiehlt ein Pittsburger Blatt, eintückchen dickenepich, etwa einen Kubikzoll gro), an den Absatz zu nageln. Wer viel g:ht, muß das tück dster, vielleicht täglich erneuern Es macht wenig Mähe und kostet nichts. Das einfache Mittel kann vielleicht viele Arm- und Belnbruä'e und andere mebr oder weniger schwere Verletzungen verHuten. Gen. Butler hat wieder eine That gethan. Vor seinem Rücktritte als Gouverneur schrieb er auf das. Titelblatt der in seinem Bureau im Exeeutiogevaude aurnegenden Bibel : Als ich mein Amt antrat, war keine heilige Schrift im Arbeitszimmer des Gouverneurs vbrhan' dea. Ich babe das gegenwärtige ' Buch angrschafft und hinterlaffe es meinen. Nachfolger und den künftigen Gouverneuren mit dem Wunsche, daß sie fleißig in solchem lesen wollen. DleEonferenz vonhierärzten aus den Staaten New Z)ork. ?!ew Zersey und Pennsolvanien hat folgend. Beschlüsse gefaßt : Den Congreß zu ersuchen, eine angemeffene Summe zum Zwecke der Bekämpsung der ansteckenden Lungenseuche zu bewilligen, Vie Legislaturen und Gouverneure von Staaten, in welchen die Epidemie Herrs5)t, auszn- . r i. ? . r - soroern, vei der Anfertigung eines zcnsuZ der erkrankten Thiere, der Verhütung der Fortschassung insicirter Nindcr, Jso llNlnq der Hecrden, Verhinderung der Todtling insicirter Thiere, sowie aiidcren zwcckdienlichenMaßregcln mitzuwirken. Die Bundesregierung wird ferner ausgcfordert, die Ausfuhr von Nindvieh aus Staaten, die nicht gegen die Verbreitung der Lungenscuche Maßnahmen treffen, zu verbieten. Die obigen Beschlüsse sind dem Congreß bereits unterbreitet .worden. I a c v b M i l l i k t n i n D u n st a n. Mc., erzählte dieser Tage bei der Feier seines 100. Geburtstages : Bon meinem Wahlrechte habe ichum ersten Male bei der zweiten Crwählung Thomas Jcffcrson s Gebrauch gemacht. . Ick war damals noch nicht 19 Jahre alt, aber damals nahm man es damit nicht so genau wie jetzt, und überdies war einer der Wahlrichter mein Onkel." In den en g l l s ch en B lä t tern lesen wir, daß d.r vorige Montag, der 7. Januar, St. Distaff's Dav" war. Distaff heißt bekanntlich der Spinnrocken, die Spindel, die Kuckcl und der ihm gewidmete Tag fallt immer auf den der heiligen drei Könige, ist sonach mit unserem Frau Holla's Tag" identisch. Frau Holla, Frau Holda oder Hulda. die Holde war eine brave, altgcrmanische Göttin, die der niederdeutschen Fru Fracke" entspricht. Sie gehört zu jenen Schöpfungen des vielfach noch jetzt lebcndigcn Volksglaubens, die dereinst die schone Welt tegicrten" Sie ist ein freundliches, hilfreiches Wesen, das nur ,urnt wo es Unordnung antrifft. Die Spinnerinnen hat sie unter ihre specielle Obhut genommen, belohnt die fleißigen, bestraft die faulen. Aber unsere Frauen und Mädchen spinnen nicht mehr, in Deutschland steht das Spinnrad, inEng land das Distaff in der Ecke. Also Jra '7'vlla hat für uns keine Bedeutung mehr Doch noch eine. Wenn sie ihr Bet! macht und ausschüttelt, so schneit cs, und sie hat in den letzten Tagen ihr Bett ofi und gründlich geinacht und ausgeschut tclt. Die strenge Kälte der vor! jcn Woche, welche sich nördlich von Flo rida überall in den Ver. Staaten gel tend machte, hat in vielen Gegenden oaS ' Schauspiel ' lebhaftester Aer gung der Eisvorräthe vervorgerufen, in denen ein solches zu den großen Seltenheiten gehört. So bot der Kennebee ein ungewohntes und interessantes Schauspiel; allein zwischen Hallowell und Richmond waren 3000 Menschen m.d 800 Pferde mit dem Einheimsen der Eisernte beschäftigt. Der französische Schwimmkünstle? Hiberio Balsau, der im vorigen Sommer in der Absicht die Niagara Falle besuchte, durch die Stromschnellen und den Wirbel zu schwimmen, diese Absicht aber wohlweislich aufgab, nachdem er sich von der Beschaffenheit der zu besiegenden Hinderniffe überzeugt hatte, kündigt jetzt an, daß er in diesem Frühjahre das Unernehmen, bei dem Webb. seinen Todt fand, ganz sicher wagen werde. Vom Auslande. ES dürfte nicht a l l g t mein bekannt sein, welchenToilettenluruS seit einiger Zeit die Pariser Hunde entwickeln. Dieselben haben ihre eigenen Schneider und wechseln taglich fünf- bis sechsmal die Hüllen. Am Morgen trägt das Thier ein blaues oder Weißes Flanellhemd mit rothen oder Goldtupsen und kein Halsband, da dies zum Negligee nicht passen würde. Als Promenadentoilette wird ein gestreifter Cheviotpaletot gewählt, der die Brust recht warm hält ; für eine Fahrt im Wagen ist Himmel blauer rder Rosaplüsch, sowie ein Sam metkollier mit alten Münzen unentbehrlich ; für kalte Witterung ein Pelzkragen und eme Kette auö altem Silber. Zum Empfange der Herrin legt man dem Hund eine HUlle aus lichtem Kaschmir oder Sammt an, die mit Perlen und Rosen bouquets geschmückt ist. Die Hunde der Herzogin von Leuchtenberg tragen das Wappen der Dame in Goldstickerei auf dem Rücken. Außerdem hat jeder gut siwitte Hund ein earitteö Reisegewand ; ic besitzen, falls eine Hochzeit im Hause stattfindet, ihr weißes Atlaskleid, und man sollte es kaum glauben ! als Gras Chambord starb, trug ein halbes Hundett Hunde deS Foubourg St. Germain warzeS Traergewand mit eingestickter
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Die reichSgesetzliche Regelung des gesamnuen VersicheriingsWesens in Deutschland licgt schon seit längerer Zeit im Plane der Regierung, und eS hat längerer Vorbereitungen be durft, ehe an die Lösung dieser Aufgabe herangetreten werden konnte. Dem Ver-
nennen nach sind die dieSrczüglichcn ArüciitM scho.i fai längerer i.n NeichCtmt k'0?JntU'iU CwGt'iuaÜ';;il Ulld l'vtivj
cn iiui't liVj ii.iC Uwujvut ca' divoeiv en Hcjctzge'.'U.ig, ju.dctii ö.stchc.i in einem vollständig neu ausgearbeiteten Gesetzentwurf, welcher da5 gesammte Gebitt des Versicherungswesens b.'handelt, also die Leben:--, ,cuer-, Hag:l-, Viehund Transvott - Versicherung. Ob der Reichstag sich in s.'incr bevorstehenden Session mit dieser Ang. 'leg :nhcit schon zu befassen haben wird, X indeß noch fraglich, da der Gesetzentwurf jedenfalls noch verschiedene Stadien zu durchlaufen haben dürfte, ehe cr an den Bundesrach gebracht werden kann. "Dr. Bernhard Förster, der bekannte Pferdcbahn-Antisemit, d ein NeuZermanien in Sud-Amerik gründen wollte, fristet jetzt, nachdem die von ihm und dem famosen Vanguin Quistorp geplante deutsche Colonie in Paraguay so kläglich gescheitett, sein Leben rnübsellg als Tagelöhner aus einer der Negierung von Paraguay gehörigen Theeplantage, während Quistorp durch' eine Almosensammlung, welche ca. L0 Thaler ergab, m den Stand gesetzt wurde, nach Europa zurückzukehren. T.otzdem hat Dr. Forster den Mittb nicht sinken lauen: er wattet nur aus Mittel, um auch die Rückreise nach der alten Welt anzutreten, ' und will dann in Deutschland aus s yieuc Auswanderer sur sein Eolonlc-ProM zusammentrommeln. Hoffentlich findet Dr. Förster dieses Mal keine D lmmen mehr, denn es ist ebenso sehr erwiesen, daß Dr. Förster zur Gründüng einer solchen Colonie völlig uubefähigt ist, wie auch das; die klimatischen uno Bodenverhältnisse in dem von ihm er.vählten Theile von Paraguay zur Gründung einer deutschen Ackcrbaukolonie durchaus ungeeignet sind. Man schreibt auö der Schweiz : In der Form eines Antrags trat die Frage des industriellen Eigen thums vor den Nationalrath, dessen Mitglieder sich war schließlich in der ??eh7zahl für die Dringlichkeit auösprachen,' aber in ihrer Abstimmung zeigten, daß diese Frage auch bei unS noch als - eine offene betrachtet werden muß. Hier ein Beispiel, wie grundverschieden die AnSchien darüber sind: Einer unserer besten arlamentarier bzeichnetees als ungerecht und unmoralisch, daß jeder seine Erfindung einem jeden dritten preisgeben müsse, und ein anderer ebenso erfahrener Mann nannte es ein Unrecht und selbsti schen Dünkel, wennJemand seine eigenen Ideen als sein besonderes Eigenthum beanspruche, statt anzuerkennen, daß sie der gestimmten Menschheit gehören. Konstantin opel wird fortgesetzt vom Feuer schwer heimgesucht. Noch sind die Klagen über den furchtbaren Brand in Ha5kjöi und seine trauri gen Folgen für die armen Bewohner die ser Vorstadt nicht verhallt, und schon meldet man ein Unheil ahnlicher Art, oas in seiner Ausdehnung zwar geringe?, in seinen folgen aber noch entsetzlicher war. In ver israelitischen Schule deZ Stadttheils Galata brach ein Feuer aus, bei welchem 16 Kinder um'S Leben kamen. Das Fuer hatte die Treppe ergriffen. So kam es, daß von den 45 mindern, die sich ?,ur Zeit des Brand zusbruchs in der Schule befanden, nur .twa die Hälfte gcrettcc werden konnte, eber die Einzelheiten schreibt ein Cor.'espondcnt : Schnell he bei eilende Nach arn breiteten Teppiche und Decken als improvizltte Sprungtücher aus. Wer oon den Kleinen noch nicht durch den Rauch erstickt, die Fenster gewann und muthig herabspranz. wurde gerettet. Die Scene war furchtbar. Ich befand mich am Schauplatz der Katastrophe und zählte mit eigenen Augen achtzehn gräflich verkohlte Kinderleichcn. Außer mir befanoen sich in dem Raume, wo die kleinen Reichen aufgeschichtet waren, nur noch die unglücklichen Eltern, welche man zur Recognoscirung ihrer vermißten Lieblinge zugelassen hatte. Zu erkennen war in diesem Hauf.'n verbrannter und verkohl ter Gebeine nichts mehr. Vergeblich stiettcn die hä::dcringenden Mutter, die Bart und Haar sich raufenden Väter auf die halövcrbranntm Fetzen, die vor ihnen lagen. Rinjs um mich her ettönte das Jammcrgehcul und das wilde Schluchzen der armen Eltern. Ein MannI dem vor Grausen und Schmerz die Augen weit hervorquollen, geht suchend von Gruppe zu Gruppe. Plötzlich reißt er ein Häuflein schwarzer Fetzen, die mit geronnenem Blute bedeckt sind, empor. Mein Kind ! Mein süßes Kind !" heult und wimmert cr dabei, während er das schaurige Bündel zättlich im Arme wiegt. Der Synazogcnsarz ist als blutbefleckte Tragbahre unaufhörlich nach der Brandstatte untcttvegs. Jede neue Ladung ruft einen neuen Jammer-Ausbruch hervor, denn diese siindcr waren der einzige Besitz ihrer bittcr-armcn Eltern. ; Gar viele Tausende im südöstlichen Tyrol hatten diesmal recht t.aurigc und sorgenvolle Weihnachten. Der gegenwättige Winter ist für die Bewohncr der überschwemmt gewesenen Theile Tyrols in Hinsicht der Existenz Verhältnisse weit schlechter als der vorige.' Im Vorjahre hate der Bauer noch die Ernte von den im Herbste ver-. wüsteten Gründen, außerdem die GeldUnterstützungen, welche die Wohlthätigkeit bot, und außerdem e-ne von Zoll und Fracht befreite Getreide-Einfuhr. Im gegenwärtigen Winter hat er aber nur die sehr geringe und schlechte Ernte von den paar Fleckchen Erde, welche ihm das Wasser gelassen, oder die cr wieder herzustellen in der Lage war. Geldun terstützungen fließen kein: mehr, und für. den lÄetreidebezug sind kesne Erleichterunzen in Aussicht. - Mit rathlosem Bangen sieht man in vielen Familien dem Augenblick entgegen, wo der Utt Lierling Getreide zu? Neize geht.
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