Indiana Tribüne, Volume 7, Number 112, Indianapolis, Marion County, 11 January 1884 — Page 2

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nbtmta AV TSzllche., WSchkutlicht und Sonntags Ausgabe. Ofci 190O Marylondflr. JndurnapoliZ. Ind.. 11 . Januar 1834. Qim ungerechte Vlafiregek. In Scranton, P a:, den, Hauptquar a.1 i. . ! f n r. . t. - .-rrt. xicic oslila)en ,'lslrrers oes Wvomtt-g ohlenfeldes, bat sich der Erlaß der An thracit-Köniae, dan in den ersten drei - Monaten dieses Jahres nur drei Taa wöchentlich gearbeitet werden solle, wie ein kalter Reif auf die Gemüther der gef a c r . r V . sammien rveueroevouerung gelegt. ):e oytengrader waren aus eme geringere duction der Arbeitszeit' aefaü gewesen nicht aber au? die Beschränkung derselben auf die Hälfte. Die Grubenbesicr baben im vorige? Jahre so großartige Ge sefräfte gemacht, dast . eine derattige Be schränkung durch die Verhältnisie keineswegS geboten ist. In den ersten drei Monaten deS vorigen JahreS wurde an 24 Tagen nicht gearbeitet, während die Arbeiter nach dem erwähnten Ukase an 29 Tagen zu feiern gezwungen sind. Im vorigen Jahre wurden 31,500,00 Tonnen Kohlen gefördert, und die Ausbeute wird trotz der größeren Verkürzung der Arbeitszeit in diesem Jahre diejenige deS Vorjahres voraussichtlich noch über treffen. Die Zunahme der Kohlenproduction ist eine stetige und hat sich von 9,566,000 Tonnen im Jahre 1863 .auf 31,500,000 im Jahre 1333 gesteigert. Die Nachfrage nach Kohlen wächst in demselben Verhältnisse und mit gleicher Stetigkeit, und es kann auf diesem Gebiete von einer Ueberproduction im wahren Sinne des Wortes nicht die Rede .fein. Durch die Besiedelung des Westens und die Ausdehnung der Eisenbahnen wird daS Absatzgebiet der Hartkohlen beständig erweitert, sodaß der .Verbrauch derselben durch die theilweise verminderte Sabrikthätigkcit nicht merklich verringert wird. Wenn daher vor zehn Jahren eine Unterbrechung der Kohlenfördenmg von den Umständen geboten erscheinen konnte, so ist dies heute nicht, oder doch nicht in annähernd gleichem Grade der Fall. Die Kohlenmagnaten wissen aber, daß sie in ibrem Geschäftsbetriebe auf irgend welchen Mitbewerb nicht Rücksicht zu nehmen brauchen und gehen daher rücksichtslos vor, indem sie durch die ungerechtfertigte Bedruckung der Arbeiter nach zwei Seiten hin Vortheile für sich erlangen. Wird nur an drei Tagen in der Woche gearbeitet, so wird in der Zwischenzeit in den Gruben aufgeräumt" und damit eine Arbeit gethan, die nur von wenigen und schlecht bezahlten Arbeitern verrichtet wird. An den drei Arbeitstagen wird alsdann factisch eine ebenso große AusHeute erzielt, als in vier agen, wenn die gan;e Woche hindurch gearbeitet Mird. Auf der anderen Seite tritt in Folqe der Beschränkung der Arbeitszeit im Markte eine gewisse Knappheit der Lorrüthe nnd damit eine Steigerung im Kohlenpreise ein, die natürlich wiederum den Koblenköniaen ' einseitia xu Gute kommt. Die Preise der Hartkohlen sind an sich schon unnatürlich hoch ; bei den außerordentlichen Vortheilen, über welche die Compagnien rn Ansehung der Förderung und deS Transportes der Kohlen verfüaen, könnte die Tonne Kohlen i. B. in New Jork zu $2.50 bis 53.00 mit anKändiaem Gewinne verkaust werden. während $4.50 b:5 55.00 bezahlt werden müssen und die vergrößerten Pronte ganz ausschließlich in die Taschen der uncr-e-t.t i. rr: aililcyen oyienmagnaien sttcpcn. Im veraanaencn Jahre sind im. östli chen Districte des Wvominz-KohlenfeldeS bei der Arbeit 06 Kohlengräber 'getödtct und 400, meist schwer, verletzt worden. Der Jahresbericht über die Ergebnisse des Vorjahres meint, daß die Zahl der Getödteten und Verwundeten im Verhältnisie zur Zahl der gesördertenonnen in einem günstigeren Verhältnisse stehe, als in irgend einem Jahre vorher. Es ist eine die Gesinnung der 'Koblenbarrme und ihrer Beamten kennzeichnende Ausdrucksweise, das Leben und die Gesundheit von Menschen zur Förderung von Kohlen oder sonstigen' Gütern in-irgend eine Beziehung zu bringen. ES ist geradezu eine Gemeinheit, zu. sagen, die u . . i l m f Tonne Kohlen tostet den unv een Arucy tbeil eines Menschenlebens und der Ge sundheit eines. Menschen,' und .es soll ourcb die aamt Bemerkung nur die Aufmerksamkett davon abgelenkt werden, afe bei dem Betriebe der Kohlengruben noch unendlich, viel zur Sicherung des Lebens 7 l it f .ff . und der cmnoyeir ver 'roeirer gqcrc hen kann und geschehen muß. Villige Nahrung. Ein großer gedeckterWagen, von einem phlegmatischen Pseroe gezogen, rour t den Nackmittaa durch die Straßen von New Nork und hält vor einem Hause in XJ.. . . ' . rr mXL.J JlCi Vmettjtrae, rn oenen 2caryo.,ai, Zele arnie Leute wohnen. . Der Wagen, der Wagen" schreien die Kinder und . V ..r cr n. verlcywmoen in rcn jpoujcin. -üv; sifeer des WaaenS, ein bärtiaerDeutscher. hebt Fässer, Kisten und Blechkannen von dem Zvubrwerk und schasst sie in das Erdgeschoß des HauseS Dort werden sie usgeteen uns aus langen ,uen whm iA förmliche Berae der verschieden rtistcn Sveisen : da ist gebratenes und ekochtes warme) und kaltes Fleisch, daS auS keiner schlechten üche stammt, a?; senrinen, an denen noch ein StückFlcisch bastct,.Turkchs ohne Schenkel und Brust, önten, Gänse, Hühner und wildes Ge flügel in derseleen Form, Kalbgeisch, Hammelfleisch, Sp.ck, Schinken, Eorned V ' . M 1 Lees, Zunge ucö m vunrem urcy einander. Auf einem zweiten Tische bildet sich unter der Leitung der wattrn des u)eutschen ein Hügel von Delikatessen, Kuchen Art. Brot, Cracker, aekochten und . QZatmen lkartMln, cttI OiMjtß,

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u. oeral. meyr. Nun wird daS Geschäft erönnet. jiuuvu uuv oiuwi, vt mit ovvvki mii Blechgefaßen versehen in großer Anzabl erschienen sind, drängen sich an die Tische und geben ihre Wünsche kund. Die Ei nen wollen für ihr Geld nur Fleiscb, Andere etwas mehr Kartoffeln, wieder Andere viel Gemüse und recht viel Kucken. Seben Sie sagte dieser Tage der bärtige Deutsche zu einem Reporter der N. D. Volkszeitung diese Sachen hole ich in den ersten Hotels von New Jork und es kostet mich ein gut Stück Geld. Dem Fiftk Avenue Hote5 bezahle ich z. B. $36 wöchentlich. Ich fahre mit meinem Wagen täglich zweimal dorthin, nach dem Frübstück und nach dem Abendessen. Ich kaufe auch von dem St. Nicholas Hotel, dem Gilsey House und dem Continental Hotel. Was'ich dort erhalte, smd nicht etwa die Ueberreste der Mahlzeiten. In . . . . ! Ssa vtlt Crvfitt 1 T rrV den genannten Hotels wird nur frischer Braten auf den r$ gebracht, was ma?l mehr frisch ist oder nicht gut aussieht. wird be; Sette getteut uno von mir .gekauft ' Sehen Sie, ich gebe den Leuten c. ' s i.si. r.t- er.1-. r i fCt3 UV wenig KDUO tju -tj v. ;üm Beiiviel kann sich bei mx eine Fa milie genug Fleisch, Brot und Kartoffeln kaufen, um emen ganzen a.g cavon zu r6?n ' verlanae unaefähr 4 Cents für ein Pfund Fleisch, 10 Cents für eine Gallone Gemüse, und Brot kann man bei mir für 3 Cents soviel bekommen, wiß in einer Bäckerei für 15, Cents. Für 25 CentS gebe ich den Leuten Fleisch für drei Vtahheiten für 4 Personen, dazu noch eme yatve auone uuiron;eiH nebst einer halben Gallone anderen Gemüses mit Brrt und Kuchen für den ganlen Tag; Die Sachen sind gut gekocht . r r. A , ry. . 1. 1 i und von oer Venen orre. vmvi nie etas übrig, ich verkaufe stets Alle.." i t . Wer die trauriaen Ncaeln kennt, nach denen hierzulande Geschworenengerichte gebildet, lm Procee behandelt und zur Urthcilsfällung , herangezogen werden, der fiXt s sk fX I Trlkit Xf i ttrt für diese unsere Ration und unsere Civilisation schändenden Mißbräuche. Und da liegt denn der Gedanke am nächsten. ii4Ufc liuüiiiu ituuF vutvv vu uwvmwy daß dieses erbärmliche Verfahren wenmIV11V VIU Vi'ViVUi VH. VV vtttVV t'M, ui vvii Ueberlieferungen der freien Germanen-IÄ-ft-Vt.. Wsf t,nf In Sitl stämme begründet und dllrch die !,myrHunderte auf uns bcrabaekommeu ist. Ein Trost ist daS freilich auch nicht, aber cs i za erklärlich, daß ganze olksgeschlechter eine gewisse Ehrfurcht vor altertbümlichen Einrichtungen haben und l r ir t t f e . .f. ... . oleiven cooenzo ungern ausgeocn, vjk etwa crn Adeliger das ungesunde, unde queme und häßliche Schloß seiner ritte? l'.cken Ahnen. Doch es ist nicht eitnnal wahr, daß die äranen Minbräuche unseres Sä'wurgeiiu'irv :i layiciiv uu vu miutiuiujiiu;tii 1 L .wtl. . ? t f AI t s4lV Volkvgcrichtsbarkeithcrausgewacksensind. In der Aincrican Law Revicw" beweist .n1 1 . rts.A,. ' n i.r..:r Ts ! .Niffler .caou oav caenlveii. . Girier Jurist erklärt zunächst, daß die gänzliche A b s ck a s s u n g der cywurg e?lch te nicht i.enlpfehlen wäre. Sie haben die Anfechtungen und Stürme von mehr als sicbcn'Jahrhunderten überlebt, und schein ncn daber dem Geiste der Böller angevänt xu sein, bei denen sie in Aufnahme ' - i- v ' c l ': : . kamen, lerzulanoc orenen lc auerdings nicht alö Schutzwchr gegen die Ucbcrarme emcr . wültürliwen Staatsgcwalt, abcr sie bilden eine nothwendige Verbindung der Gerichtshöfe mit dem Volke. Der Tadel, der jetzt die Gerichte trifft. Würde sich in einen wahren Sturm " , : '!"' 1 . ri . . venvandein, wenn die icyrer auein zu entscheiden und icde Zvübluna mit den Laien verloren hätten. Also nicht an Abschaffung soll gedacht werden,, sondern L . ! ? 1.. ? an ncwrm, uno wo cieic ;n veamnen bat, ergicbt sich aus der. Geschichte der Schwurgerichte nicht minder, wie aus der, Kenntniß ihrer schlimmsten Mißbrauche.' Letztere haben sich nämlich vor verhältnißmäßig kurzer Zeit eingcschlichen, können also leicht veZettlgt werden, ohne das im Volksgeiste selbst wurzelnde Institut zu erschüttern. ' Als .tzauvtmißstand betrachtet Richter eaou mir inecyr vie lnria)lung, oap . ...... ' . . L . l. - ? j. . r die Uttyeue der ezcyworenen t v sti mm r a bgegeden werden müssen. Auf dem europäischen Contlnentc besteh dieselbe nirgends,, uno ,n dav enallkch amerikanische Verfahre hat sie sich ers! m der vieu,it emac cyltcyen. .'cocy im vorigen Jahrhundert entschied die Mehrbeit. und.battnäcklae Geschworene, die einenUrtheilsspruch zu' hintertreiben such ten, wurden sogar mit Geld- und Ge fängnißstrafcn belegt. Im obersten Ge ricktöbofe. wo es siw bäussa um die wick tigstcn Fragen handelt, entscheidet auch bei uns die Mehrheit, dasselbe gilt von allen Wahlen, bei denen manchmal die böchsten öffentlichen Interessen auf dem Sviele stehen. Will man aber bei alle dem . nicht die . endgiltige Entscheidung über, ein Menschenleben in die Hände einer Zweidrittels oder DreiviertelsMehrheitegen, so läßt sich doch kein Einwand gegen diese Neuerung" erhe ben, soweit Eivilprocesse und. bloße Vergehungen mBetracht kommen.' In solchen Fällen wenigstens sollte die Einstimmig kett kem Erfordernd sem.. . Die sogenannten peremptorischen Zu ruckweisungen, die deshalb erfolgen, wei ein Mann, .der als Geschworener dienen t-tt w r-rr '5. v r: j. cu, siwav cen vvni juue ircip uno im; r tr iip au? v)runv veen, was er geystt, em Urtheil gebildet hat, waren ebenfalls in früberen leiten unbekannt. Bis um'. siebenzeönten Jahrhundert würde sogar re: der Auswahl - der Geschworenen bc sondere Rücksicht auf Intelligenz und Ur theilsfähigkeit genommen. Heutzutage dürfen die Geschworenen entweder wirklich nichts von demu verhandeldenFalle wissen, oder sie müssen sich anstellen, als ob derselbe ihnen unbekannt Ware. Man begünstigt dadurch die Auswahl von un wissenden, dummen oder schlechten Män nem. . , . - - - Desgleichen war es früher nicht nothwendig, da der Richter seine Jnstructionen ausschrieb und sich aller Bemerkuw gen über die Vedeu tun g der zu Tage

Viele ady, bat die unbeUvolliten Wirkungen gehabt. Sie wurde geschaffen, um dem Nichter kein zu großes' Uebergewicht über die Laien auf der Geschworelenbank zu ver schaffen. Doch heutzutage, und besonders in den Ver. Staaten, ist der Autoritätsglaube nicht so stark, daß die Geschworenen unter allen Umständen ihr Urtheil über die Thatsachen demjenigen des Vorsitzenden unterordnen würden. Andererjeits werden die 12 Männer durch die oft Wochen hindurch geführten VerHandlungen und die viilen Tage in Anspruch nehmenden Reden' der Anwälte nicht selten derartig in Verwirrung gebracht, daß selbst dem intelligentesten von ihnen eine unparteische Erklärung sehr erwünscht wäre. Ueber den Thatbestand selbst aber darf ihnen von Seiten des wiivtviv rv ov''oiv zutheil werden. Im Gegentheil werden jie nur noch mehr durch die vielen Initructionen in Verwirrung gebracht, die U4if mi t nrirtii MliirF l.intrrn alle mit der .Voraussetzung beginnen : Wenn Sie finden, daß u. . w. Zuletzt finden sie gar nichts. Die Verantwortlichkeit für den Verfall der Schwurgerichte ruht allein aus dem Volke. 'Gin Vott", schlicht Richter Deady, das nicht mehr genug Tugend oder Weishen hat, um 12 gute Geschwor.r ' fc- . .'T v rene auszuleben uno einen vsu uno ehrlichen Richter über .sie zu setzen, dem man ohne Knebel und Fesseln die Füh. rimg dcö Processes anvertrauen kann, wird eben seine Unfähigkeit zur Bcibe Haltung dicscö erhabenen Verfahrens ein aestehen und sich einer ander! Regel unterwcrfcn müssen, nach der Gerechtigkeit für lmd über, aber mcht durch das Uolk and mtt dem Volke ausgeübt wird. Quxc neue SturGegen die Fettleibigkeit gab es biöber kine zuverlässige Kur, denn die bekannte Aantingkur schlägt ebenso oft nicht an, als sie Erfolg bat. Die Zabl der Mittel gcacn Nervenleiden irt Legion. In den Zeitungen kann man lesen, daß dieselben immer helfen, jedenfalls den Leuten, die sie verkaufen, u ganz hübschen Einkommen. Doch wiederum war eS der Zufall, der iüngst ;ur Entdeckung einer Kur geführt hat, die an . Zuverlässigkeit jede bisher bekannte übertrifft. Schon der Name muß Vertrauen zu der Kur einflößen, sie heißt : d:e Näuberkur. Eine einzige Krankengeschichte wird beweisen, daß wir nicbt ;u viel von dem neuen .yetlverfahrcn behauptet baden. Unter den vielen großen und kleinen. reißen uno armen iialienijcyen .erzogen ' t l. . 1' P ! . . giebt es auch einen solchen von Oalvlno. Ihm ging es, wie dem bekannten Abt von St. Gallen, drei Männer umspannten den Schmerbauch ihm kaum. Dabei war er, vermuthlich weaen seines hoben Standes si nervöö", daß ihm das Weinen Nicht nur stets nabcr war, wie das La chen, sondern daß er mit und ohne Ursache eigentlich immerfort weinte. In der Nähe von Trapini in Sicilien wurde Seme Hoheit von Straßenräubern oder. wie sie sich lieber nennen lassen, Vriganten angefallen, gefangen, aus cm Pserd aevunden und aus solwcm ama es drei Tage und drei Nächte in die Berge binein. Einen Trunk frischen Quellwasserö gab eS häusig, eine Zwiebel, den Hunger zu stillen, selten. In der zweiten Nacht regnete es in Strömen ; als es aufgehört hatte, erklärte der Herzog, seine Nerven vertrügen es nicht, dan er die Neise in nassen Kleidern fortsetze, aber die Briganten hatten kein Verständniß für seine Nerven. Man kam glücklich im Hauptquartier der Muber an, und dem Herzoge wurde eine enge, dunkle aber wenigstens trockene Höhle zur. Wohnung angewiesen. Bald erschien der Räuberhauptmann mit einer Latenie und Schreibmatcrial und dictirte dem Gefangenen einen Brief an die Frau Herzogin, in dem er diese zur Uebersendung eines Lösegeldes von 100,000 Lires mit dem Bemerken aufforderte, daß im Weigerungsfalle ihm dem Herzoge nach und nach die Ohren, die Finger, die Nase, die Hände, die Füße, die Arme, die Beine n. s. w. abgeschnitten werden würden. Fünf und dreißig Tage dauerte es, bis die Antwort mit dem Lösegelde eintraf; in dieser Zeit hatte der Herzog ausschließlich von Brot und Wasser und in fortwährender Todesangst gelebt.' Bei seiner Entlassung war er so schlank, daß er sich aus seinen Kleideru zwei' Anzüge hätte macheu lassen können, mit unendli chem Behagen schlürfte er die frische Bergeslust ein und daran, daß er jemals Nerven gehabt habe, war ihm kaum eine schwache Erinnerung geblieben. Als glücklicher, gesunder Mann kehrte er in den Schooß seiner Familie zurück und meinte fröhlich lachend, für eine so außerordentlich erfolgreiche Knr seien 100,000 Lires eigentlich gar nicht zu viel. Was für einen italienischen Herzog eigentlich gar nicht zu viel" ist, ist für den Turchschnitts-Amerikaner der reine Pappenstiel. Mit dieser cinziaen Kur haben sich SieilicnsGebirge zu einem klu malischen Kurorte ersten Ranges aufgeschwungen. Amerikaner werden dcnselben namentlich patronisiren und dic Briganten werden alle Hände voll zu thun haben, dieselben zu küriren. An Fettleibigkcit leidet der Dankee in der Regel nicht, desto m:hr aber an Nervosität. Auch in der alten Welt giebt es indessen immer noch einige wohlhabende Leute, und diese werden die Zahl der Genesung suchenden Patienten "vermehren. Die öiauber müssen neue Höhlen miethen, und wenn .es sich um eine Vergrößerung ilrer Banden handelt, brauchen sie nur an ihre Landsleute in ?tew Aork zu schreiben, unter. ihnen ßnden sich Leute genug, die sich !U. Briganten vortrefflich eignen. 'Auch gekrönte Häupter sind mitunter fett und nervös und auch sie werden sich der neuen' Kur unterwarfen; aus die Anführer der Briganten wird es Titel und Orden regnen, gerade so, wie seiner Zeit der Schuster Lampe i GoSlsr zum kaiserlich-russifchen geheimen. Hofrath ernannt worden ist. Die italleniscke Rc gierung hat mitunter Miene gemacht, gef&n daS Murunwesen Wua)rein,

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, 'I in Zukunft wird sie duS? nlchi tyun'dür fen, theils, um nicht die Herrn Vettern von Gottes Gnaden eines unerseölichen Heilverfahrens zu berauben, theils weil die Herren Rauber durch ihre Räuber kuren reich werden und Steuern zahlen tonnen. Und Steuern kann die italienp sche Regierung brauchen. (rine Dorfgeschichte. Bei Nwiy Ebalmford, Mass., woönte bis zum 3. d. M. der reiche Farmer Nel son mit seiner einzigen Tochter, einer alten Witthschastenn, einer Magd und zwei Knechten. Die Tochter sollte den Sohn des reichen Farmers Johnson heirathen, aber sie meinte, sie wolle ihren Papa nie verlassen. Da trat im Juni v.J. der PoleTileski in Nelson'sDienste, gewann die Liebe der Toäiter semes 'Ctdim'vttll; tVUtVt UVU VUil CUU.V er um ihre Hand anhielt, mit dem Bemerken von der 5varm aeiaat. wenn er i9Aibflmm l4t. aC V f 1 sich wieder sehen lasse, werde ermit blauen CT . e r oynen empfangen weroen. z::ebenden wußten es natürlich möglich zu machen, sich zu schreiben und ;u seben. Der alte ?!r!son schöpfte Verdacht, ließ seine Todter nicht mehr- allein ausgehen und schloß si? in ihr Zimmer ein,, wenn er ohne si: die Farm verließ. , Am 3. d. )V Abends erkrankte die Tochter hefiig, und der besorgte Vater fuhr eiligst r.&q. der Stadt, einen Arzt zu holen. Im war die Tochter gejund und lies dc: Vater hatte tu setner Eile die gewöhnlichen Vorsichtsmaßregeln unterlasse::, nach der Landstraße, wo Tileski mit cn;?i Schlitten hielt. Sie sprang hmeuk ?ort gmg dleM)tt nach Lowell, wo i'.ch d.?s Paar trauen lassen wollte. U?::ew.gs brach die Deichsel des Schlitt? und während Tilesti sich mühte, dieselbe u repariren, fuhr der alte ??elson her!?. tx, mit dem Arzte zurückkehrend, das 2UY. leer gefunden hatte. Er sprang aus d?. -. Schlitten und stürzte sich auf Tileski. Dieser war jedoch viel siärlv. als er, fesselte ihn mit den Zügeln seine? Pferdes, hüllte ihn in alle Decken, die i.: beiden Schlitten vorhanden waren und legte ihn fein säuberlich in den Schnee neben der Straße. Dann bestieg er mit der Tochter des Alten dessen Schlitten und fuhr in solchem nach Lowell weiter. Als sie in das Städtchen einfuhren, kam ihnen der junge Johnson zufällig entge-. gen. Tileski bielt und bereitete sich auf einen zweiten Kampf vor. Johnson sagte jedoch : Fahrt in Frieden, Frl. )celson will nichts von mir wissen und auforängm will ich mich nicht.' Johnson versprach noch, den alten Nelson von seinen Fesseln zu befreien und sogar einen Versuch zu machen, ob er ihn nicht be stimmen könne, seiner Tochter und dem verhaßten Schwiegersöhne zu verzeihen. Als Johnson bei "Nelson ankam, war nämlich das Paar bereits getraut uud setzte seine Reise fort. Der alte Nelson willvom Verzeihen bis jetzt wenigstens noch nichts wissen. Jom Inlanve. In Wisconsin wurden im Jahre 1&83, laut officiellen Ausweisen. 3,50(J Ehen geschlossen, 12,344 5tinder geboren und Todesfälle angezeigt. Während des verflossenen Jahres sind 17 Fischerfahrzcuge von Gloucester, Mass., untergegangen und dabei 209 Personen um's Leben gekommen. Vierzig der Letzteren hinterließen Wittwen, und 63 Kinder wurden vaterlos. 71 Männer, die über V.-rd stürzten oder auf Kähnen in's Ätcer hinausgetrieben wurden, sind von vorbeifahrenden Schissen gerettet worden, viele derselben erst, nachdem sie unbeschreibliche Leiden durchgemacht hatten. Der Werth der untergegangenen 17 Schisse betnig $91, 600, die Versicherung 76,972. Im Jahre 188:2 gingen 1:2 dortige Schiffe unter, uno dabei büßten 115 Personen das Leben ei.,. Die Zahl der währenl des letzten Jahres untergegangenen Fischerfahrzeuge aus den übrigen Ncu-Eng' land-Staaten (hauptsächlich Maine) beträgt 12 mit einem Verlust von 17 Menschenlebcn. Der einzige L a n d st r i ck Amerikas, wo man sich vergebens naä schönen Frauen umsieht, ist das Mormo nenreich; stumpfe, unbedeutende Gesichte: mit gelbem Haar und Fischaugen, ohrn Augenbrauen. Sonderbar' ist es, das man keine einige Jrländerin unter den Mormonenweibern sindct, besonders dc sich die Töchter Erin's nicht weigern, sich mit den Söhnen des Himmlischen 3!eichcs" zu verhcirathen. " Eine ganze Eolonie von Hibcrno-Mongolcn bildet sich langsam in Amerika, mit eigenen Sitten und einer eigenen.Sprache. ' ' Um den Preis d c s W c i ß f i ch tenholzes m steigern, hatten die großen Lumber-Firmen" des Nordwcstcns vereinbart, du sen Winter -nur wenig über die Hälfte soviel als andere Jahre zu schlagen. Nun aber ist der Winter so überaus günstig für die Beförderung der Stämme aus dem Walde nach den Flößen ausgefallen, weil die Waldwege glatt sind, und eS huben so viele brotlose Arbeitcr sich angeboten, um für nichts als die Kost beim Fällen und Transport zu helfen, daß die Unternehmer am Lohne ersparen, was sie am 'Marktpreise der Waaren zu gewinnen dachten - und die Verwüstung des Waldes wird mit Macht betrieben. Das neue Gienbahngesetz von Süd-Earolina ist in mehr als einer Hinsicht interessant. Die Bahnen müssen rn Zukunft ihre Raten den Eisenbahn kommissären zur Bestätigung oder Modi' fikation vorlegen. Werden die Raten bestätigt, so treten dieselben sofort in Kraft. Werden sie aber von den Kommissären nicht angenommen und die Bah nen wollen sich der Entscheidung derselben nicht fügen, so können diese sich an den Kreisrichter von Richland County, oder wenn dieser abwesend sein sollte, an einen von dem Oberrichter zu bestimmenden Kreisrichter wenden. Es müssen I ihm die vor der Kommission gemachten I Aussagen vorgelegt werden, worüber er binnen 10 Tagen entscheiden muß; diese EntschejdLng i)t ezHgiljjz Bn den Ra

ten, welche den Kommissären vorgelegt l

weiden, ist sowohl Durchfracht wie Wegefracht miteinbegriffen. Die Kommissare haben auch die Macht, wenn die Raten zu hoch sind, oder Unterschiede zur Begünstigung gewisser Parteien machen, dieselben auf ein gerechtes Maß zu setzen. In allen Fällen können die Bahnen ap t pelliren. Der Staatöanwalt vertritt die Kommissäre. In Chicago hat man ein Sielet aufgefunden, dessen Finger eine Laterne noch krampfhaft umspannt hiclten. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß dies das Skelct Diogenes' ist, der auf seiner Suche nach Z)!enschen da, wo jetzt die Gartenstadt steht, erschöpft oder von den Ausdünstungen desEhicago überwältigt zu Boden gesunken sein und seine bescheidene Sccl: ausgehaucht haben mag. Ein :?ci:.'rer Beweis, daß lange vor (olu:.'löus eine Verbindung zwischen d?r a!tcn und neuen Welt bestand. - E s v r l a u t e t, d e r- a m H i n mcl stehende Komet wolle von OnkelSam eine Pension sammt Nachzahlungen verlangen weil er schon 1812 da war und sonach den Krieg mit England .mitgemachthat. Die Zeitschrift .,ortbWestern Lumberman" nennt Dr. David Ward den reichsten Mann in Mickigsn. Er b:sitzt 3,200 Millionen Fuß stehenden Weißsichtenwaldcs in Michigan und Wisconsin und wird deshalb 2) Millionen Tollars weNb" geschätzt. So reich zu werden ohne Arbeit und mit geringcr Auslage war kinderleicht. Er brauchte nur frühzeitig bei der Hand zu sein. Das Fichtenland wurde dem Staate Micb igan als .Sumpfland und darum für Ansicdlung wenig werth geschenkt vom Bunde. " Der Staat verschleuderte es, um Baargcld daraus zu losen, um einen Pappenstiel. Wer ein mäßiges Capital vor einem Menschenalter darin anlegte und den Wald ruhig stehen ließ, bis er den tausendfachen Werth durch fremde Arbeit in der Nach barschaft erlangte, mußte obne Verdienst so reich werden. Herr Wilhelm Pickhardt in New Jork hat bereits vor längerer Zeit einen Hirsch und zwei Hirschkühe aus Deutschland kommen lassen. ' Eine der letzteren ist bald nach ihrer Ankunft gestorben, die andre sieht Mutterfreuden entgegen. Im Frühjahre wird P:ckhardt die Thiere auf dem ibm gehörigen, 25,000 Acker umfassenden Gebiete in den Adirondacks aussetzen und hofft nicht nur, daß sich dieselben bald vermehren, sondern auch mit amerikanischen Hirschen kreuzen werden. Der Ber. wirklichung der letzteren Hoffnung steht der Umstand entgegen, daß die deutschen und die amerikanischen Hirsche zu verschicdenen Zeiten in die Brunst. treten, doch ist es möglich, daß sich die deutschen Thiere auch in dieser Beziehung acclimatisiren. Herr Pickhardt hat das Capitel von den Hirschen und den verschiedenen Gattungen derselben zu seinem Specialstudium gemacht und schätzt am a:nerikanischen Hirsche das Fleisch am deutschen die Haut und Geweihe hoher als an seinem Better. . Ein fach iges Mitglied der Legislatur von Texas sprach kürzlich in einer 3!ede zu Gunsten seiner Rasse folgende bemerkcnswerthen Worte : Zwischen den Weißen und uns kann Uln Rassenhaß bestehen, sicherlich nicht, so lange mein einstiger Her? und dessen 'Lattin, so lange deren und meine Kinder leben. Ich bin als Sklave stets gut bebauselt worden.,. Dafür habe ich für meinen Herm gearbeitet und wie. können diese schwieligen, aber kräftigen Hände erzählen. Aber dieselben können noch mehr erzählen. Mein einstiger Herr und seine Gattin sind verarmt, alt und erwerbsunfähig; sie, leben in einem kleinen Häuschen, welches mir gehört und lch theile auch mit Freuden alle meine Einnahmen mit ihnen. Als neulich ihre Tochter heirathet , die ich noch als ganz kleines Kind auf meinen Armen geträgen, habe ich ihr eine Anweisung .iber $1000 geschickt. Meine ehemalige Herrschaft achtet und liebt mich und ich achte und liebe sie, und so ist es zwischen ihren und meinen Kindern.. Mein Beispiel ist nicht vereinzelt kann da Rassenhaß zwischen den Meißen und uns V(ltlVi4 t Vom Auslande. Vordem Landgericht in Aloaau kam am 14. December ein Prozcß wegen Verweigerung der Annahme einer Wcinscndung zur Verhandlung, der wegen der Nebenumstände von Interesse war. Im Januar hatte der Reisende der Mainzer Weinhandlung von G. Simon Söhne einem Gasthosbesitzcr in Gramschü'tz Wein ;um Kauf angeboten. In der dabei gepflogenen Unterhaltung äußerte ein an demselben Tische sitzender Kohlcnh.' ndler auö Gramschütz scherzend, wenn sein Haus fertig und eme gewiss? Familien-Angelegenheit in Ordnung sei. tonne ibm das Aiainzer Haus dreiOxhost Nothwcm schicken. Bald darauf kamen crci' Oxhost Ehateau Margaux und eine Rechnung über 1200 Mark an. . Unter Hinweis darauf, daß seiner der von ihm 6ei der Bestellung angeführten Unistände eingetreten sei, verweigerte derKohlhändler die Annahme des Weines, der nun auf Veranlassung der Mainzer Firma verauktionitt wurde und einen Erlös von 650 M. brachte. Die Differenz von 550 Mark und die Spesen wurden eingeklagt. Da aber die Umstände, unter welchen die Bestellung stattgefunden hatte, von den Angaben des Verklagten dargestellt wurden und überdies der Glogauer Sachver ständige die Erklärung abgab, daß der Wein nicht in den Weinbergen von Chateau Margaur, sondern im. Keller" gewachsen sei, auch nur einen Werth von höchstens 200 Mark pe? Oxhost habe, so wieS das Gericht den Klager zurück, der nun die bedeutenden Kosten zu bezahlen hat. ' . t Vor einigen Wochen stand in der Provinz Westfalen schon wieder ein Polieidiener vor dem Strafgericht, dieMsl rn LgM. um fig weLeg Wider

rechtlicher Freiheitsberaubung' und' vorsätzlicher Mißhandlung zu verantworten.' Ein Potizeidiener zu Herde'cke im Kreise, Hagen wurde in ein Haus gerufen, wo eine Frau ihr Kind mißhandelt haben sollte. Obne dazu berechtigt zu sein, erklärte sie für verhaftet und transportirte sie bei ihre? 2öe:arunZ, ihm gut' ' willig zu folgen, mit Hilfe zweier von ihm requirirten Männer zum Nathhaus.V Unterwegs hat die Frau, welche sich dem Transport widersetzte und sich am Treppengeländer und an einem Zaune festzutzalten versuchte, Verletzungen an Hand u..d Fingern erlitten, und auf dem Pelizeibureau stieß sie der Polizeidiener, als 'ie den Sachrerhalt anders darstellte und ihn der Unwahrheit bezicktigte, derattia, daß sie über den Tisch fiel, und gab ihr in Gegenwart des Bürgermeisters eine Ohrfeige, daß Wange und Hals anschwollen. Der Staatsanwalt beantragte wegen der widerrechtlichen Verhaftung Freisprechung und wegen der Kdrperverletzung 100 M. Geldbuße.' Der Gerichtshofaber verurtheilte den Polizeidiener zu 5 Monaten Gefängniß und zur Zahlung einer Buße von 50 Äkark an die Ver. letzte. - Die Umdrehungszeit der Sonne ist kürzlich durch Dr. I. Wilsing in Potsdam auf Grund der Photograph:' schen Sonnenausnahmen, welche durch Herrn Dr. O. Lohse auf dem astro-physi

tallfchen X..vservatortum in Potsdam re gelmäßig ausgeführt werden, auf's Neue bestimmt worden. Das Fernrohr, welcheS zu den photographischen Ausnahmen dient, besitzt ein Schröder'scheö Objektiv von 10 Em. Oessnung und 4 Meto Brennweite. Der Durchmesser deS Sonnenbildes auf der Gelatine-Trockenvlatte beträgt etwa 100 Millimeter. Eine Reihe solcher Platten, auf deren jeder daS Son nenbild einen während zweier NobationsPerioden auf der Sonnenscheibe sichtbaren Fleck von jener regelmäßig rundlichen Form zeigte, die für Gebilde längerer Dauer charakteristisch ist, wurde der Bestimmung zu Griinde gelegt. DieSchwierigkeit, aus einer 3!eihe von Fleckenpositionen die Umdrehungszeit der Sonne zu berechnen, besteht darin, daß die Sonnen flecken eine eigene Bewegung sowohl in westöstlicher wie in nordsüdlicher Nichtung fast ausnahmslos besitzen und daß diese Bewegung unbekannt ist. Das Resultat der Untersuchung war, daß sich die Sonne in 25 Tagen, 4 Stunden, 7 Minuten und 40 il5 Sekunden einmal um ihre Achse drebt.' üinc jut Kegelschieber interessante Wette hat am 19. Dezember ein Berliner Gastwirth, der in seinen Bekanntenkreisen als ein tüchtiger Kegelschütze bekannt ist, gewonnen. Um zu beweism, daß er nicht dem Zufall, sondern seiner Geschicklichkeit seinen Ruf verdanke, htte er die Wette gnnacht, f.rt aesetzt in 3 Kugeln durchschnittlich 80. Points schieben zu wollen, und diese Wette wurde zum Austrag gebracht. In einer Stunde hatte unser Held nach der Wette 4500 Points $u werfen ; um allen Aufenthalt zu vermeiden, waren drei Ke geljungen in Thätigkeit, und mehr als ein Dutzend Preisrichter controlirten das Spiel, in welchem der Kegelbold schließlich im Schweiße seines Angesichts seine Wette glänzend gewann. In 00 Minu-' ten schob er nicht weniger als 5530 Points, d. h. in jeder Miimte durchschnitt lich 93 Points. Auf je drei Kugeln ka men fast 90 Points. Es ist nicht all gemeinde kann:, daß der Naturforscher Buffon daS falsche Gehör aus der Ungleichheit der Kraft und Schwäche der beiden Ohren erklärt. Er will an Menschen, welche stets falsch und unrein sangen, Swdien zemacht und entdeckt haben, daß ihr eines hr besser war, als da andere. So wird es allerdings begreiflich, daß sie gleicbzeitiz von den beiden Ohren ganz verschiedene Eindrücke des ToneS empfangen und eben deshalb, weil sie stets falsch hören, auch falsch singen müssen, ohne es selbst gewahr zu werden. Solche Personen täuschen sich auch oft über die Richtung, aus der ein Schall kommt, und suchen ihn in der Ziegel auf der Seite, wo sich ihr besseres Ohr bcsindct. Wir haben keinen öjrund, dieser Erklärung zu mißtrauen; 'nn k rührt von einen scharfsinnigen Beobachter her und kling: glaubhaft. Daß indeß nicht alle Sänger, denen reine Intonation abgeht, nothwendigerweisc zweierlei verschiedene Ohren babcn müssen, lehrt die Erfahrung an Sängern, die jahrelang nicht rein zu singen vermochten und endlich durch geschickte und beharrliche Behandlung des Lehrers diesen Fcbler vollkommen überwunden hatten. Ueber einen kleinen Hunacrbold auföhrenwort weiß eine Berliner Local-Eorresponden eine tragikomische Geschichte zu erzählen, welche dem jugendlichen Helden viele Qualen, einer geack'tetcn Familie aber sorgenvolle Stunden bereitet hat. Der jüngste Sobn, da Nesthäkchen der Familie, welcher die Unterklasse einer höheren Lehranstalt besucht, zeigte plötzlich einen solch aussälligen Äppctitmangcl, daß nach Anwcndung einige? Hausmittel, welche ohne jede Wirkung blieben, der Hausarzt am nächsten Tage hinzugezogen wurde, dessen Medikamente indeß auch nicht verfangen wollten. Die Zureden und' Fragen der besorgten Mutter bei dem äußerst niedergeschlagen aussehenden zwölfjähriaen ilnaben waren vergeben?, aber der Energie" des Vaters gelang die Lösung. Paul hatte sich in einem Anfall von Rencmmage bei Gelegenheit eines Gesprä cheö mit Klassencollegen verpflichtet eine Woche lang nicht zu essen. Mit der ganzen rafsinirten Grausamkeit, die ge--rade Kindern eigen ist, war über die Wette,, welche auf Wort" abgeschlossen war und zwei Dutzend Stahlfedern galt, ein schriftlicher Pakt auf der letzten Seite eines Schulheftes niedergeschrieben worden, der dem jugendlichen Tanner nicht mehr an Nahrung pro Tag, als seine Frühstücksschrjppe gestattete. Ein furchtbarer Schwur verband die an der Wette Betheiligten zum ewigen" Stille schweigen. Drei Tage hatte Paul tapfer ausgehalten, dann brachen der Hung und der Pater seine ,