Indiana Tribüne, Volume 7, Number 109, Indianapolis, Marion County, 8 January 1884 — Page 2
Indiana Hriöüne.
Tägliche-, VSchentllcht nnd Sonntags Ausgabe. Cfflct 190JO Mnrvwndffr. Indianapolis, Ind., 8. Januar 1834. Kurzes Eheglück.
m f , ,- . r . . P.t j ' lllttl vl ttwiv jvni wmuuv. ' CllCrt fr!ncIa( '"Sf 1 W durch unsere pennsylvanischen Ocl ä, .äää :h&&w.mi
ZZW. f,iÄ .säldb. Weil auf ziemlich ungewöhnliche Weise zum ersteu Male und in der ersten Woche dies. auf einem noch romantischeren Weae anderweit verheirathet. Auf eine; Reise durch Georgia war er von einem Geschäftsfreunde feines, Vaters in Ma con zu einer Abendunterhaltung geladen worden, auf welcher sich der jüngereThei! d?r Gesellschaft damit vergnügte, Candy zu ziehen", d. h. aus Zucker und den sonst erforderlichen Bestandtheil? Taffy" herzustellen uift ihm durch Kneten und -trecken die erforderliche Festigkeit zu geben. Sinclairs Gefährtin bei diesem süßen Werke war die ' 18jährige Lizzie Jonas, eine Blondine von ebenso reizendem Aeuern als einnehmenden Manieren. Die ganze Gesellschaft flüsterte sich in die Ohren, als sie Egbert und Lizzie so eifrig kneten und ziehen sah, dieselben bildeten in der That ein schönes Paar. Und den Letzteren selbst schien schnell die Gewißheit aufzudämmern,- daß sie .für einander bestimmt seien. Denn als Egbert, mit dem Candy gleichzeitig die Hand Lizzie'S drückend, dieser zögernd und zazend zuflüsterte, daß er sie liebe, als er fragte, ob sie die Seine sein wolle für Zeit und Ewigkeit, da hauchte sie ihm ein entzücktes Ja" entgegen. ' Auch damit, daß die Trauung sofort stattfinde, war Lizzie einverstanden, die Eltern, die den Neichthum des künftigen Schwleaersoy nes kannten, machten keine Einwendung und ein in der Gesellschaft anwesender Geistlicher derEongregationalisten vollzog sofort, die ganze Gesellschaft- zu Zeugen nehmend, die Ceremonie.' An den Händen noch die Spuren des CandyS, der r er ' p r er lyre Bereinigung o vegunnigr uno vefchleunigt hatte, nahm das glückliche aar die Glückwünsche der Anwesenden entgegen, es war die süßeste Hochzeit, die noch je gefeiert wotden ist. Ein paar Stunden später wurde die Hochzeitsreise angetreten, und nach kurjem Aufenthalte in mehreren Städten des Südens kehrte das Paar in das Haus der Eltern der jungdn Frau zurück, um dort noch einige Tage zu verweilen und dann in die Heimaty des Gatten überzui neoeln. Im Hause der Schwiegereltern trat Sinclair die Schwester seiner Gattin entgegen, die erst nach feinet Verheirathung aus der Pension zu einem vorübergehenden Besuche zu den Eltern gekommen war. Mary war noch ein Backfisch von kaum 14 Jahren, hatte eS aber bei dem ersten Anblicke der' älteren Schwester in Egbert'S Herzen laut und vernehmlich tont : Diese oder keine", so rumorte es jetzt in diesen veränderlichen Men schenherzen : Einzig und allein diese oder ar leine, w war cm vorrresincoer lanospleler und spielte ficb bei den vier andigen Uebungen, die er mit Mary vornahm, ebenso schnell und tief in deren unerfahrenes Kinderberz hinein, wie er oas der Schwester beim Eandymachen er obert hatte. Wohl siel Lizzie der häufige Verkehr zwischen der Schwester und ihrem Gatten auf und sie redete dem letzteren in's Gewissen, wohl ließen sich auch die scharfen Auaen der Schwiegermutter nicht täuschen, der gewandte Pflanzer p . . et rv t . t. c fr vesemgre aue Aeoenien curcy ceninweis auf seine rein sckwägerlicken (Vekühle. Das neue Jahr war kaum eine Stunde alt, da fuhr ein Wagen, von zwei feuri gen Pferden gezogen, vor der Hinterthüre oes ehrbaren Jones schen Hauses vor, der farbige Kutscher klatschte leise mit der Peitsche, ein Fenster im oberen Stock werte des au es ottnete Ncy uno ein Mann antwortete auf daS Signal mit einem leisen Pfiffe. Eine Minute später verließen Sinclair und Marfc das Haus, schlüpften in den Wagen, und dieser . L frt t . c ... suyr, n?as cic Pseroen lausen lonnien, davon. Die Aufregung, welche im Hause herrschte, als das Verschwinden ' des Schwagers und der Schwägerin entdeck wurde, braucht nicht geschildert zu wer den. Lizzie siel aus emer Ohnmacht in die andre, die Schwiegermutter setzte sich selbst an die Spitze der Verfolgung der 1itt(t !. rtnrf is.n 1iUlrt Qft(tiriTt kuwy4ivi(, rnu. wi t4vi wvuwy .iwkyvi aber hatte man zwar in Montgomerv ihre Spur gefunden, solche aber auch .wieder vollständig verloren. Der alte JoneS hat so viele Detektivs hinter dem Paare drern gehetzt, als er nur auftre: ben konnte und die Schwiegermutter schwört, daß ihr doppelter Schwieger sobn dem Zuchtbause unter allen Um ständen nicht entgehen solle. DaS Brennmaterial der Zukunft. 'Daö von Herrn O. D. Orris in Ehi eago entdeckte neue Verfahren, rohes Pe troleum in Gas zu verwandeln und letz teres als Brennmaterial zu verwenden bat sich bei den angestellten Versuchen äkänzend bewährt. Dasselbe wird eine keilsame Revolution bei vielen unsrer iveuerungSanlagen hervorrufen. Die Hitze, welche daS in Gas verwandelte Petroleum erzeugt, ist die hochgradigste die bisher hervorgebracht wurde. Das Material ist daher für Schmelz- und Puddeleisen von hohem Werthe und wird die Glassabrilanten in den Stand setzen, ein GlaS zu liefern, welcbes dem besten . ' . ri r r. ' r r r . imponirren i3iac nia)i meyr nacyneyr, Das Verfahren kann auch für Lokomo liven, Dampfschiffe und stehende Dampf keffelanlagen aller Art in Anwendung gebracht werden und tat den außeror dentlich großen Vortheil, daß das bren end VetroleumaaS leine Svur von , Aaüch entwickelt. Unter dem Namen . Orris , 8kQoke1e5s Lrocarbon kuiQace Qql'L batsii in iernQ eme
. ... . Aciiengesellschajt gebiloct, die ein CapiMs e-rt 81 (sCi slssi "m?frirtiTT imH nid,-. '
tal von 31,000,000 aufbringen und als bann an die Äusbeuwng der Entdeckung Zehen will. "ine sterbende Stadt. Städte baben ibre Blütbczeit und ibk Ende wie Menschen, manche dauern, wie Zlthen, Constantmopel nnd Paris, abrtansende, manche sind ebenso kurzlebig. wie ein Mensch, ja, manche dauern noch 1 L. f A V A X Z f fS .? Vs A ff A Tf T Die ibren )aci ae eden uno lem nia't mevr empor kommen können. Ein noch merkwürdigeres Beispiel aber liefert Virgi-la-Eitv in Nevada. Noch vor acht fahren hatte die berühmte Stadt der Bonanza-Minen 35,000 Einwohner, und man fand dort Privatwohnungen, deren Bau und Einrichtung 9100,000 gekostet batten. Es gab . Kaufleute dort, deren Geschäftöcavital 81,000,000 betrug;, die Pocb und Stampswerke Patten Vö0y,000 gekostet. Ein Hotel für 300,000 wurde :rrichtet, und die Stadt hatte drei tägliche Zeitungen. Unter d.: Bewohnern von Birginia-Eity waren '.nehr als zwanzig Millionäre. Matfav, arr und andere Bonanzen-Kön ige, wohnten dort.-Heute, nach kaum acht abren, hat nch dort Vieles verändert. . Die Bevölkerung ist auf 5000 zusammen geschmolzen, die reichen Leute sind fortgezogen, ihre Paläste r i t ' ' tteyen leer ooer vienen ais onyauzer, oder aber sie werden . auf Abbruch verauft. Die großen Läden find geschlos en, die Gasaesellschaft und die Zeitungen sind bankerott, und Grundeigenthum änzlich unverkäuflich. In zehn weiteren fahren wird der Vrt ganziiw vertagen ein. .. ' m um Ävrstn-SchledSaeritkte. Während vielleicht nirgends in bei Welt die Achtung vor Gesetz und Rechtsprechung so allgemein im Munde geführt wird, als in den Velz. Staaten, herrscht ? gerade hier die größte thatsächliche Unzuriedenheit mit den gesetzgebenden Körperschaften sowohl als mit den Gerichtshofcn. Doch der freien Verfassung unjercs Staatswesens und dem ausgeprägten Individualismus der Nation entsprechend kommt es. darüber zu keiner plötzli--en Umwälzung. Einrichtungen, die längst als veraltet erkannt worden sind. bleiben dem Namen nach in Fortbestand, aber dessenungeachtet vollziehen sich ge waltige Beränderüngen. Tausende, von rri , r t . i , 1S1 ' t rT r wi$in vlewen. wore Äucyiravcn, welt sich das öffentlicbe Bewußtsein gegen sie auflehnt, und ' wahrend leider in den neueren oder wenige? civilifirten Staaten Richter Lynch in großem Maßstabo.'die schwerfällige Sirafrechtspflege verdrängt. macht stw überall das gesunde Bestreben geltend, die Entscheidung' über Vermögcnssrrcitigkeiten in durchaus würdige? Weise den Gerichtshöfen entliehen. Wie- cbv letzteres der Fall, ist zeigt namentlich die fortwäbrend wacösende Beliebtheit der Börsengerichtc. Unter Börsen stellt man. sich im Älljzcmeinen große organisitte Mittelpunkte des Handels vor, in denen das Geschäft nicht nur des Landes, sondern der Welt zusammenströmt und sich der modernen Hilfsmittel Dampf und Elektricität in der ausge dehntesten Weise bedient. Die Börsen find aber tyatsächllch auch Gerichtshöfe. Wall Street Stock Erchange, die öccw Yorker Produktenbörse, der logenannte vandelsraty von öhleago, St. Louis, Eincinnati und anderen großen Städten üben 'auf Grund ihrer Fieibriefe das Recht aus, Streitigkeiten zwischen ihren Mitgliedern zu schlichten., Sie entledigen na vieler erugnip gromemyeiis zur e r l m r r i-f i r ert r r . . JUsrieoenyeli oer zeiyeiilgien, jooap viele Geschäftsleute nur deshalb BörsenMitglieder werden, um der Vortbeile des Schiedsgerichts theilhaftig zu werden. Nicht nur wird letzteres den Bedürfniffen des. (Veschaftslebens weit mehr gerecht. als es bei den lediglich durch z u r i t i lche ueverllescrunaen geleiteten Staats gerichten jemals der Fall sein kann, sondern es arbeitet auch weit schneller, und demzufolge billiger. Die Schiedsgerichte sieben erst in ihrer Kindheitsperivde, lassen aber zetzt schon deutlich heBestimmung erkennen, zu der sie benifen find. Im vorigen Sommer siel z. B. in Chicago der Bankerott des sogenannten Schmalzkönigs vor, deffen Schulden sich auf 56,000,000 beliefen. 'Wäre nun dieser Fall durch Einsetzung eines Rc ceivcrs" und die ordentlichen Gerichtshöfe zur Abwicklung, gebracht worden, so vaue Mindestens ein nutzend Advokaten fetteGebühren bezogen und die endailtiae Erledigung wenigstens 10 Jahre hinausgeschleppt. Denn die Angelegenheiten der bankerotten ook Eounty -Icationa Bank in Chicago, die nicht annähernd denselben Umfang haben, sind bereits seit 9 Jahren in den Händen des Rcccivcrs, und wenn die Gläubiger auch nur 15 Procent ihres Guthabens erbalten,können fie sich glücklich schätzen. Dagegen hat das Börscn-Schiedsgcricht die Verbältc r r ... . -m ' nine oes eymaizionigs vinnen vocdn ? . C i i i -. vounanoig georoner, uno die ojtcn re trugen Mr ein Drittel Progent der Schuldsumme. Solche Beispiele wirken am Ende überzeugender, als die bcstgcdrechselten Argumente. Bezeichnend ist es übrigens, dak' die Eisenbahn-Gesellschaften den Versuch machten, stch der Nechtsprcchungsgewal der Börsengerichte zu' entziehen, dabe aber doch Börsenmitgliedcr zu bleiben. Wie sie sich die gesetzgebenden Körver schaften, die Staats- und Bundesgerichte unterthänig machten, so wollten sie auch die Schiedsgerichte nicht anerkennen und r. Yr er r rr oegannen ivrcn ANimrm in i2yicago. Es handelte sich um einenFall,in dem ein Börsenmitglied seit 2 Jahren vergeblich versucht batte, sich bei den Babngesell p r P. fit - P ' . r . ' . Mafien ieyor für seine Ansprüche zu verschaffen und endlich vor das Schiedsaericht gegangen war. Diesem . sich zu fügen, fiel den Monopolisten gar nicht ein. Sie traten nicht nur aus der Borsenaemeinschaft aus. sondern wollten die I selb auch zwingen sie . foujajji knic-
', fällig zuKSzuberuM Zu b'.mZk l
aui jutuuuvvtuiit. ju viivm)iviut verweizettcn sie die Veröffentlichung ib(A.- Vi U - s; Ssi rer täglichen Berichte über die aus der Stadt gehenden Produtte und gestatteten dem Wägemcister. der Börse die Abwägung und Verzeichnung der den Eisenbahnen übergebenen Producte nicht. Ihre eigenen Wiegungsberichte waren so unzuverlässig, daß sich ein richtiges Urtheil über die Bewegungen des ProhuctenMarktes nicht bilden ließ, aber trotz dieser Störung ließ sich der Börscnrath zur Nachgiebigkeit nicht zwingen. Nack zebn Monaten mußten sich die Bahnen unterwerfen, da sie die Facilitäten der Börse nicht entbehren konnten. Ihre Niederaqe stärkte allenthalben das Princip der Schiedsgerichte. Sie haben seitdem nirgends "mehr -den Versuch gemacht, sich eyieren zu enizieren. Der gesammte Handelsstand hat sich bereits an den Gedanken gewöhnt, die Schiedsgerichte bei Streitigkeiten unter Mitgliedern, den .ordentlichen Gerichtshosen vorzuziehen. Letztere werden immer mehr zurückgedrängt, wie sie selbst die GoUesgerichte, die Feuerproben zc. gänzlich verdrangt haben. Es mag zetzt noch als gewagte Idee erscheinen,- ist aber keineswegs unmöglich, daß Gewerbegerichten verschiedener Att mit dc? Zeit noch seitens des Staates die Rechtsprechungsgcwalt in allen Handelsstreitigketten übertragen wird, also auch in solchen, an denen nicht nur ?)!itglieder derselben Gemeinschaft betheülgt und. Staatsorgane sind immer ungelenk, aber selbstverständlich da .nicht zu entbehren, wo. die Anwendung von ZwangsMitteln zur Aufrechterhaltung des Rechtes nothwendig ist. Wird dagegen bei fortschreitender Civilisation das Rcchtsbewnßtsein d)s Einzelnen so stark,' daß er freiwilligen Gehorsam übt, so ist die staatliche Zuchtrutbe überflüssig. Det alte Satz' bleibt ewig , wahr, daß dasjenige Volk am glücklichsten ist, welckes am wenlgsteli regiert zu werden braucht. Der Parädiescszustand aber wird erreicht, wenn die Advokaten nahe zu entbehrlich geworden find. Vom Jnlande. In Philadelphia wurden im letzten Jahre 0t5 BauErlaubnißscheine ausgegeben. Die Orangen-Ernte in ,v l orida wird auf mehr als ?l,500,00l) geschätzt. Von den 325 Mitgliedern des nationalen Abgeordneten-Hauseö sind Nicht weniger als üio Advokaten. John M a l c o l m in H a m i l ton.Ont.,' ist mit seiner Stieftochter durch aebrannt. . Drei Ttutbüvner-Oännd ler n Paris. Kv.. . baben in dieser Saison 65,080 Truthübner nachBoston und Nett: Jork versandt. . U)ie städtischen ed o.rde n in New Orleans beabsichtigen, jeden Telepyonpsosten in der Stadt mit einerteu ti n s.r:x ... t.r ifu jayiiiü zu ucicgcn. In den Waggons der New Dorker Hochbahrt wurden kürzlich Anschlage angebracht, welche besagen, da die Bahn alljährlich von Millionen Passagieren venutzt wird. - r ..... t KSine z a yr i g e Warnt in Steuben Co., N. Y., belustigt sich jeden cachmittag ein Stündchen mit Schütt schuhlaufen. An die Legislatur vonWestVirginien sind mehrere Petitionen gerichtet worden, die Hirschjagd auf drei Jahre ganzlich, und die Benutzung von Hunden 3 solcher Jagd für immer zu verbieten. Sarah Turner in New Haven, Conn., ist um Gewähr einer Pension eingekommen ; sie hat während des' letz ten Krieges in Mannerkleidern sechs Monate in einem Freiwilligen-Regimente gedient, hat es bis zum Unterofficier gebracht und ist verwundet worden, bei welcher Gelegenheit ihr Geschlecht cntdeckt wurde. Die Hopfenzüchter des StaateS New Aork haben beschlossen, die Legislatur um den Erlaß eines Gesetzes zu ersuchen, welches die Brauer von und Händler mit Lagerbier, Ale und Porter anweist, an den Fässern resp. Flaschen, welche die von ihnen hergestellten Getränke. enthalten, vorzumerken, was für Ingredienzen für dieselben verwendet worden sind. Die Bewohner von Pelec Island, Can., wurden letzten Mittwoch v. W. nicht wenig erschreckt durch den schauerlichen Fund eines kleinen Bootes, das mit drei verwesten Leichen an's Ufer geschwemmt wurde. Dies erklärt nun das räthselhafte Verschwinden von Capt. Quigg, seinen Söhnen und einem jungen Manne,Namens Crane,lautcr respektable Leute, die vor zwei Wochen auf die gcgenüberlicgcnde Seite der Insel segeln wollten' Sie kamen in den neulichcn heftigen Sturm, und da ihr Boot nicht umschlug, so müssen sie verhungert, oder in den über das Boot schlagenden Wellen ertrunken sein. 13 er C a'p i t ä n eines Dampfers, der vor mehreren Monaten den Hafen von San Francisco für Sidney verließ, berichtet folaendcs über denNahrunaswerth der Milch der Kokusnüsse : Ich hatte 400 Passagiere an Bord und legte, da die Fahrt durch schlechtes Wetter verzögert und der Proviant spärlich wurde, in Samsa an und nahm eine große Quantität Kokusnüffe ein. Das Wetter wurde immer schlechter, und die Nahrung der Passagiere, Männer, Frauen und Kinder, mußte schließlich auj okusnüsse beschränkt werden. Diese Nahrung bekam Allen ausgezeichnet und dieselben landeten gut genährt und voll kommen gesund." Der Nabob Astor in New Fork .wird , den Nabob Vanderbilt demnächst zu bieten" versuchen. . Er will beweisen, daß er viel nobles ist, ali Vanderbilt, wenn dieser auch viel mehi Geld hat, als er. Er wird demnach am 21. Januar einen Ball veranstalten, del diejenigen,- welche Vanderbilt gab, an Glanz und Ueppigkeit weit in den Schatstellen soll. Nur blsublütigL" Ari-
" g.a,,en , n.ch. : t,j
wwyvwnv , iv vivuv uiiv :auvtviH. Blaublütig" iii nur Der, welcher min-. bestens drei Ahnen" hat, die sich mit Mauscfallenhandel oder dergl. beschäftigt haben.' ' I Ein junges Mädchen in dei Nähe der Station Calicoon wurde vo-! rirttt nmtVJOT SMrrt 9ftst4j salrk ni-rn rv I tgv wviiiMivi vvilt-wtli, tvtul trng irgend welche Verletzungen nicht davon, ihre Nerven sind jedoch seit jener Zeit so eigenthümlich afficirt,'daß sie, sc ot sie smgen oder vUuf, oder auch den Ton eines einzelnen musikalischen . Instruments hört, in einen Strom von Thränen usbricht, dem sie erst lange, nachdem die Musik oder, der Ton ,v'erstummt ist, Einhalt gebieten kann. Der neuniahrige C l'e m eni Thomas Maddur in New Orleans ist in Ansehung seiner Begabung für Mathematik ein wahrhaftigesWunderkind. !n seinem 5.. Jahre loste er 'erits schwie? nge Ausgaben der. Vruchrechnuna und in seineni 7.' Fahr' beschäftigte ,?r sich mit dem eingehenden. Studium der Algebra. Eltern und Lehrer.sucherr ihn davon ab zuhalten, daß er sich' jetzt dem -Studnnn der verschiedenen Zweige ; der . höheren Mathemathik mit allzuviel Eifer hingibt. Dabe; zeigt der Knabe jedoch icht die Eigenschaft, die man'.häüftg . bei frührei- ? t" t i t 'fci r r scn moern jmper, sondern, in e.m sroylichcs,' aufgewecktes Kerlchcn mit aesunden rothen Backen und bellen blauen Augen. - ' : . ' . i ;. " Ein et w a z-w a n z i g M c i l e n von Vinccnnes, -Ind., -wohnender Jarmer, 'Namens John Cott ' hatte Mittwoch Abend ein Tanzvergnügen in , feinem Hause veranstaltet. : Dabei gab es viel zu trinken, ' und die Gäste sollten schließlich, weil sie einen Heldenlärm verübten, an die Luft gesetzt werden. Dabei r.is. ... rr.,i : . 1 ' ., . rr rr gerleiocn vik uno ein gewisser !.yomaz Ridgclv, ein Freund desselben, in einen Wortwechsel, der damit endete, daß Cott ein großes Äcesscr ergrist und ?!idgely damit einen Stich in. den Rücken beibrachte, der in fünf Minuten dessen Tod zur Folge hatte. Cott wurde verhaftet. I n a l l e n großen .Städten ist, wie die Zeitungen berichten, am letzten Neujahrstagc. die Beobachtung gemacht worden,, daß such die Zahl .dcr Neujahrsbesuche außerordentlich vermindert. Ungewöhnlich viele Familien hatten sich Heuer derartige Besuche im Voraus höflichst verbeten. Die Sittentsxrang der guten Absicht, Personen, denen man in irgend welcher Äeise im Leben nahesteht, einen Beweis dcr Freundschaft oder der Hochachtung zu geben, und sc lange .dieselbe innerhalb der hierdurch gebotenen Grenzen blieb, wurden die Besuche ebenso gern gemacht als empfanacn. Seit Jahren aber ist dcr Brauch dahin ausgeartet, daß Leute, sich bei dieser Gelegenheit in Familien drängten, : die als nahestehend durchaus ..nicht betrachtet .werden konntön, und deren Erscheinen nicht 'immer anqencbm war. Es ist da her ganz vernünftig,' daß die Besuche seltener geworden sind.' In Cbica'gl. haben es einige 'junge Leute für einen guten Witz gehalten, Karten, abzugeben, auf denen stand : 'Glückliches Neujahr .! Wenn wir. voll sind, schickt uns fort' Daß sich die Damen durch, derartige Vesucke nicht angenehm berührt fühlen kön ne, leuchtet ein, und so berechtigt ein guter Trunk zur Feier des neuen Jahres ist, so ckelbaft ist es, wenn die IcemahrsBesuche, wie es nicht selten der Fall war. zu eni?r professionellen Schlemmerei aus arten. Vom ÄuSlande. I ii ganz eigenthümliche. Notblag: beziehentlich ihrer eheliche Berhältnissc befinden sich zur Zeit in Ruß land einige tausend Soldatenfrauen, de nen die Jtcaicrung durch Gesetz beizu springen für angezeigt gehalten hat. Nach den bestehenden Gesetzen dürfen du Frauen dcr nach einem Kriege verschöllenen Soldaten nicht vor Ablauf von zehr Jahren, von der Beendigung des Krieges an gerechnet, eine neue Ehe eingehen Nach dem letzten türkischen Kriege sini biöher 13,000 Soldaten spurlos verschol lcn. Um den Frauen derselben die Mög lichkeit zu gewähren durch Eingehung ei ner zweiten Ehe' ihre Lage zu verbessern, ist an maßgebender Stelle die Entschei dung getroffen,' die Wartefrist von zehn Jakren herabzusetzen, und zwar von zehn p p.. r , v r . .-- aus runs ayre. law oem rimiriegt war übrigens die Zahl der Verschollener, weit größer : etwa 0,000 Mann mehre rer. Chargen, darunter 20,000 Manr Verheiratete, warn damals spurlos vcr schwundeu. In Görlitz (Schlesien) hat der Jäger Stapel von der 2. Kom pagnie des 5. Jägerbataillons den Wacht habenden dcr Zuchtbauswachc Oberjägc? Rittersporn von der I. Kompagnie des 5 Jägerbataillons auf einem Patrouillen gange zum revidiren der Posten im sog kleinen Hofe der Strafanstalt durch du Brust geschossen und so schwer verwundet, daß er wenige Stunden später im Garnisonslazaret,' wohin er geschafft war, starb. Der unglückliche Vorgang trug sich Abends in dem thellweise hell erleuchteten Hofe zu und dieser Umstand ließ ihn besonders auffällig erscheinen. Wie ver lautet, hat Oberjäger Rittersporn der Versuch gemacht, den Posten zu beschlei chen und sich ihm im Halbdunkel genähert. Der Posten, dem vorher mg schärft war nach dem dritten Anrufe zr schießen, hat der Instruktion gemäß go handelt und geschossen. Es ist festgestellt, daß dreimal Halt gerufen und dann erst geschossen ist, und eS ist deshalb wahrscheinllch, daß der revidirende Wachthabende den einen Anruf überhört hat. Der Erschossene soll ein sehr tüchtiger Sol dat und bei seinen Untergebenen sehr b liebt gewesen sein. 'Man kann unter der vorliegenden Umständen nur annehmen, daß er das Opfer eines unglücklichen Zu falleS geworden ist. " Die Constanti nopol itanijchc Vorstadt Haskjöi, deren unterer Theil am 5. Dee. durch die gemeldete furchtbare 5?eueröbrunst heimgesucht wur- ' de, liegt am oberen Theile deS goldenen r- V e v i . m - - v ajorrßwjLvej es vnezs. zigsk??
genüber der eigentlichen Türkenstadi Stambul. Eie bildet ein großes Labyrinth von engen, kaum pasfirbaren Straßen und Gäßchen. Die Häuser sind fast ausschließlich Holzbauten. Die Bewoh ner des ostlichen Theils sind größten-
theils Jsraeliten und zwar der ärmste Theil der israelitischen Bevölkerung der ürklscken Metropole. Die wohlhabenderen Jsraeliten wohnen theils in Pera, Heils auf der Stambuler Seite m Baat und Fanar. Der westliche Theil von i Haskjöi ist von Armeniern bewohnt. Die armenischen Protestanten besitzen dort eine Kapelle. Das Feuer brach in einem. Hause deS Quartiers Collova früh um 'd Uhr aus. Da ein starker Wind webte, so erfaßte das Feuer sehr schnell mehrere andere aus Holz gebaute Häuser. Die erste Hilfe leisteten Marine-Sol-däten unter Hassan Pascha und wenn diese nicht drei oder 'vier Häuser niedergenssen hätten) wäre wahrscheinlich die ganze. Porstadt in Flammen aufgegangen' Die von dem Grafen Zsecheny eingerichtete Feuerwehr machte die größten Anstrengungen, um des Feuers Herr zu .werden, allem vergeblich. In zwei. Stunden war das ganze Alerte! Arabadjilar' niedergebrannt, und das Feuer sprang' bald hierhin, bald dortbin. cv ' . ' is iu uyr waren zwei 'vnagogen ein-, geäschert und, um diese Zeit ergriff da? Feuer, die israelitische Schule ein großes Gebäude. DaS eue? machti erst vor Lizil Minaret und'Aledji Oglor Halt'- es fand keinen leicht endzündba ren Stoff mehr. Mehr als 1000 Häufe, liegen m Asche und. mehr als 2500 ,va milien. mit einigen Ausnahmen faf laute? israelitische sind obdachlos. Der Ingen ieur Franz Klein hielt jüngst in Wien einen Vor trag über Frauen in der Natur-. Wissenschaft. Er wies an bei Hand der Geschichte nach, daß auch du Frauen auf allen Gebieten der Natur. Wissenschaften Bedeutendes leisteten. Ae. sonders die Astronomie war die Lieb. lingsbeschäftigung der Frauen, aber auch der Medizin wendeten sie sich mit besow derer Vorliebe zu. Aspasia verfaßte eir Buch über Frauenkrankheiten, die jüdischen und arabischen Frauen zahlten zu den gesuchtesten Aerzten. Auf der berühmten Schule zu Bologna waren Mädchen die ausgezeichnetsten Schülerinnen, und, im praktischen England sind di medizinischen" Frauen gar zahlreich vertreten ; die deutschen Frauen betheiligen sich gleichfalls . lebhaft an medizinischen Studien. Auch das Gebiet det Chemie wurde von den Frauen betreten : die Russin Le'rmontöff erlangte untei Bunsen in Göttingen die Doktorwürde. Unter den Frauen, die sich mit Astronomie . beschäftigten, ragt die Schwestei Wilhelm Herschels, Caroline, hervor. Oberst Klein auf Schlos Svburg, dessen unter geheimnißvoller Umständen erfolgte? Tod gegenwärtig dii Gerichte von Mittelfranken beschäftigt, war kurz : vor seinem Ende von einen schweren Schicksalsschlag betroffen worden. . Seine Frau, Freifrau v. C., wai vom Landgericht Straubing in strafgerichtliche Untersuchung gezogen und verhaftet worden, weil sie ein Kind auf einer falschen Namen in die amtlichen Lister einzuschmuggeln versucht hatte. - Obers Klein bewirkte die Freilassung seiner Tochter gegen Caution, und nachdem er die betreffende Summe in Straubing er legt hatte, kehrte er nach Schloß Syburc zurück, wo er am anderen Morgen ir meinem Schlafzimmer todt ausgefundei wurde. Seine Hinterblieben trafen so fort alle Anstalten zur Bestattung de Leiche, unterließen aber die Erstattung einer Anzeige über den erfolgten Toi und dessen Ursache beim Amtsgerich Ellingen. Als nun der Bruder derFrar Oberst Klein in Svburg behufs Betheili gung an dem Leichenbegängnisse eintraf. überzeugte sich derselbe, daß die Ursach, des Todes seines Schwagers eine chuß wunde war, welche von der linken Seit, l l. nacy ovcn durcy oas erz vls in Schulterblatt ging. Er veranlaßte di sofortige Anzeige dieses Umstandes bein Amtsgerichte Ellingen, von welchem siä sofort eine Kommission nach Svburg bc gab, welche im Beisein des Bezirksarztei . , rv .v -, r r " r. , vie erwaynie ooesursacye lonslalirle Unmittelbar darauf jedoch erfolgten jen, Verhafwngen, über die wir bereits be richtet haben, und zwar zunächst die .dei Jägers Kaiser. Frau Oberst Klein hatt, sich unterdessen nach München' begeben, woselbst sie nicht nur von ihrer Tochter. Freifrau v. C. und deren Equipage, son dern gleichzeitig auch von dem Sergean ten Hennig aus Ellingen erwartet unfc empfangen wurde, welch Letzterer sie ir die Ellinger Frohnvste brachte. Letzten Verhaftung ist aus den dringend vorue senden Verdacht zurückzuführen, daf tm, v -vFrau äderst aticin iyren ager zur r mordung ihres Gatten veranlaßt, habe. Au s V a lt a (R u tz la n d, Gouvernemcnt Podolien)" wird? geschrieben, daß in dem genannten Kreise ein unerhörtes Verbrechen verübt worden ist : sieben junge Mädchen, sämmtlich auS einem Torfe stammend, machten auf dem Wege von einer Zuckerfabrik zu Tschctscheinizi nach Hause im freien Felde Halt, um daselbst zu übernachten. Alle führten ihren mühsam erworhencn Wochenlohn mit sich, welchen sie, aus Furcht beraubt zu werden, einer ihrer Gefährtinnen einändigten. Diese verbarg sich der groeren Sicherheit wegen in einem Heuckober. Als alle Mädchen in tiefem L.r. t ä t.. n' . cn.T ccoiayc lagen, rouroen ne ron auoern überfallen, welche, als sie das erwartete Geld nicht vorfanden, sechs derselben tödteten. Die siebente, welche daS Geld bei sich trug, entging dem Schicksal ihrer Gefährtinnen: sie vernahm das Stöhnen und die Verzweiflungsschreie ihrer 'unglücklichen Freundinnen, durfte aber nickt wagen, den Kopf zu erheben. - Da rieth einer der Bösewichte, den Heuschober in Brand zu stecken, um die armen Opfer zu verbrennend Bei diesem Vorschlag wurde die arme Versteckte natürlich von gräß llcher Todesangst ersaßt. Glücklicher weise unterblieb die Ausführung dieses Planes, da die anderen Mörder durch die Flammen verrathen zu werden fürchteten.
ie Schurken entfernten stey. 'av ge rettete Mädchen eilte in das Dorf, wo sie von dem soeben Erlebten Mittheilung machte. Die Mörder wurden bald ausfindig gemacht und erwiesen sich als Arbeiter derselben Zuckerfabrik. Von einem zartfühlenden Sohne berichtet die Bozener Zeitung" : Vor einiger Zeit reiste ein Herr
von München nach Bozen ; m Kusstem stieg nach der Gepäärevision ein alter Herr, der vorher in einem andern Wagen gesessen hatte, zu ihm ein, dem, wie der Erstere bald bemerkte, iir.me? die hellen Thränen über die Backen flössen. Nach einiger Zeit fragte der Alte, ob es noch weit bis Brenner sei, und erzählte dann, daß er einer sehr traurigen Angelegenheit halber dorthin müsse ; er sei au Jena und habe letzthin-. einen vo:rderGemeinde Brenner' unterzeichneten Brief erhalten, in welchem ihm angezeigt werde, daß sein Sohn, der Studiosus N. N. aus Jena, bei Besteigung des Psitscherjoches verunglückt und gestorben sei, er möge die Beerdigungskosten in der Höhe von 50 fl. einsenden. Und wie der Alte das erzählte, liefen die Thränen von Neuenc. Der andere Herr blieb die Nacht in Innsbruck ; als er aber am andern Tage durch Brenner fuhr, stieg er schnell aus und fragte einen dortigen Bahnbeamten nacy dem Schicksal des bedauemswerthen alten Mannes. O, der sitzt mit seinem Sohn drüben in der Post.' Ja, der Sohn ist ja todt, verunglückt auf dem Ptttscherjoche r Wär' nicht übel," entgegncte dcr'Andcre lachend, der war immer gesund und munter und hat jeden Abend drüben in der Post gekneipt ; weil ihm aber das Geld zur Weiterreise aus'gegangen war, hat er seine eigene Todes ' Nachricht nach Hause geschickt, in der Er Wartung, dcr Alte werde die Beerdiguncsskosten gleich einschicken. Statt dessen ist nun der Vater selbst gekommen und wird nun den sauberen Herrn Sohn mit sich nach Hause nehmen. Den Schrecken, den der arme Alte gehabt hat, als er seinen Burschen statt als Leiche vor einem Viertel Wein fitzend wiedersah, können Sie sich denken. Aus Granada schreibt der Spccialcorrespondcnt der Köln. Ztg." : Granada befitzt eine Universität, deren Borlesungen ich vor zehn Jahren mehrfach beigewohnt habe. Es ist die originellste Hochschule, die man fich denken kann ; ein wenig Maurenthum steckt noch in allem. Nnd ebenso originell ist das Telegraphenamt. Auf jede Depesche muß man so viel Freimarken kleben, wie die Beförderung kostet. ' Da aber in Gra näda Freimarken von höhcrem Werth als 50 Centimos nicht vorhanden sind, so muß man schon bei einer 50 Pesetas kostenden Depesche 100 Marken aufkleben. Auch ein Vergnügen dabei muß man gewärtig sein, daß einem nach 1 bis 2 Tagen die Telegramme zurückgegeben werden, so z. V. wie das mir geschah mit der Angabe, daß es in Spanien einen Ort' Namens Alemania (Deutschland) nicht gebe, oder wie das einem meiner Kollegen widerfuhr mit dcr Angabe, daß Hamburg nicht in Vclgiem liege. Außerdem, waren mir schon zwei Telegramme aus. .Frankreich zurückgeschickt worden, weil in dem französischen Orte Cologne (ein kleines Nest im Departement Gers) eine Person 9?amens Kolnische Zeiwng nicht lebe. Ich hätte freilich an dieGa zctte de Cologne" adrcsfiren sollen, denn unter diesem Namen ist die Kolnische Zeitung" in Frankreich genügend bekannt. Die hiesigen Beamten befällt offenbar ein Schrecken, wenn so und so viel Leute die Beförderung von Telegrammen, deren jedes ungefähr 500 Worte oder mehr zählt,' verlangen. Die französischen Aerzte, Gemeinderäthe und Schriftsteller, die sich mit der öffentlichen Gesundheitspflege beschäftigen, haben die Behörden wiederholt dringend auf die Fortschritte in der Fälschung der Getränke und Lebensmittcl aufmerksam gemacht, aber sie blieben Prediger m der Wüste. Der Bericht über die Thätigkeit des Laboratoriums deö Pariser Gemcinderaths während des Monats November beweist durch eine Menge lehrreicher Thatsachen, wie fahrlässig die Behörde sind, wenn cs sich um Bestrafung dieses Betrugs handelt. Von 955 den Chemikern dieser Gcmcindcanstalt vorgelegten Weinproben wurden nur 65 gut befunden, bei den 890 übrigen Weinproben crg?b die Analyse gefälschte, durck mehr oder minder gesundheitsschädliche Vcrfahrnngsartcn . hergestellte Fabrikate. Und die Milch, .die in Paris getrunken wird, ist noch schlechter als der Wein. Wenn man nun bedenkt, daß viele Pari' scr Familien ihre Kinder mit der Flasche aufziehen, so kann man sich einen Begriff von der unzureichenden und schädlichen Nahrung des jungen Paris machen. Die Brodverfälschung wird auch sehr stark be trieben, nicht minder die Verfälschung der Butter, dcr Cbocolade, des Pfeffers, Kaffees u.s.w. Die republikanische Polizei ist- meistens taub und blind gegen die Fälscher ; von Zeit zu Zeit wird zwar ein Weinhändler oder ' Gewürzkrämcr in Strafe genommen, um zu zeigen, da das Gesetz wacht", aber solche Fälle sind seltene Vogel. Wenn die Bewohner dcs einen oder andern Stadttheils Anzeigevon dem gesundheitsamtlich als gefälscht erklärten Fabrikate machen, so zuckt der Polizeimeister die Achseln. Weshalb? Offenbar weil die Polizei Weisung hat, sich so friedfertig wie möglich zu zeigen. Man will cs mit den Leuten, welche Wähler sind, nicht verderben, sie möchten sich, sonst von der Regierung abwenden. Die Politik greift überall ein ! . In N statt fand ein Pi stolenduell zwischen dem Lieutenant a.D. Lehnert und dem Artillcriehauptmanrd Mertenö auö Sagan statt. Der erstere, hat erst vor Kurzem eine halbjährige F5stungsstrafe wegen eines Duells mit dem Oberstlieutenant Scger überstanden und es soll die Ursache des jetzigen RencontreS. dieselbe, wie bei dem früherenDuell, sein. Lehn:rt, welche? früher mit MertenS in einem Regiment diente, erhielt einen. Schuö durch den linken Oberschenkel und t ist db Verletzung eine sehr schwere. '
