Indiana Tribüne, Volume 7, Number 65, Indianapolis, Marion County, 23 November 1883 — Page 3

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Helene.

Roman von A. Lütetöburg.

(Fortsetzung.) vicä) dcr Rückkehr der ftreisjenin und

?.argot war dann der Umgang sreilich auf lange Zeit unterbrochen. Die Kam meriuaafer war wieder entlassen und He-

lene abermals an deren Stelle getreten. Vom früben Moraen bis späten Abend

wurde sie geheht, hierhin und dorthin, so w - . x. . r ix.ä. -- . f v

uuß jie null) voittiiisig niaji einmal uai an denken konnte, ihre Studien sortzuset 'leN.

Margot schwamm in einem Meer von

'zonne. (sie hatte uch Zur die Sommer monate zwei, drei ihrer Iuaendsreundin

ncn zum Besuch eingeladen und außerdem hatte Arthur Wildeck, den sie in der Stadt

getrossen und der zum Herbst das Gut seines Vaters übernehmen würde, ibr ver-

sprachen, sie noch im Lause des Sommers aus einige Wochen zu besuchen. Er war

ein prächtiger l'iciijd) geworden, groj; und stattlich, das Gesicht von einem dunklen Vollbart umgeben. Alle Mädchen waren in ihn verliebt, sie nicht auSaenom

wen, wie sie lachend erzählte. Arthur habe sie nicht wieder erkannt, weil sie so groß und schön geworden, und er sei

wirklich in Zwe'Zel gewesen, ob er sie noch

bet dem alten vertraulichen Namen an reden solle, was sie ihm gern genug ae stattet. Helene hatte die Plauderei ihrer Goii

sine orgehört und kein Wort gesagt, aber

das Älut war ihr liebend ijcih m die Wangen gestiegen. Warum? Sie sand alsbald eine Erklärung dasür. Es gab ? v rv.- . .

ja 10 wenig 'jjfcniaieix in oer elt, die

sich um sie gesorgt und gekümmert hatten aber Arthur Wildeck hatte eines Taae

herzinniqen Antheil rin dem. Wohl und

Wehe des kleinen Mädchens genommen und sie nicht allein vor Margot schlim wen Streichen geschützt, sondern auch der

relherrln gegenüber ihre Partei ergri; sen. Helene veraas das nie. Sie hatte o

mit dankbaren Gefühlen seiner gedacht und auch den Versuch aemacht. Taute

Zkarollne mit dem großen Jungen auszu söhnen, der Helene als Kind den Zau berkünsten der Waldfrau entrissen hatte

Hiermit hatte sie nun freilich nicht viel Glück, die Wildeck'Z waren Verwandte der

st

Freiherrin und diese Thatsache genügte in den Augen des sonst so nachsichtigen und zum Verzeihen geneigten Fräuleins, ihn ju einem charakter und ehrlosen Men

,chen zu stempeln. as war oer eme Punkt, in welchem Tante Karolinens und Helenens Ansichten weit, weit auseinan

derglngen.

Die Nachricht, dan Arthur nach Bir

kenweiler kommen werde, hatte Helene nur im ersten Moment stark erregt, später

ivar sie ruhiaer aeworden. Was kümmerte

es sie, ob er kam? Vermuthlich würde er

,iÄ ihrer nicht mehr erinnern und wenn er

es dennoch that, so fand er sie als eine Magd des sreiherrlichen Hauses wieder. Das war so natürlich, und doch schmerzte der Gedanke es lieh sich nicht ändern

ic konnte es sich Nicht verheimlichen, oan. ie mit aroner BeZoranin des Momentes

gedachte, wo sein Blick aus sie fallen

wurde.

Aber Helene batte im Laufe der Zeit mir

manchem Sckmrn zu rechnen gehabt und

Manches überwinden müssen, was sie mit

Hilfe ihres Verstandes und Stolzes giua-

ich überwunden hatte. So reichten auch iefet wenige Tage

aus, ihre Gedanken wieder in'5 rechte Geleise zu bringen, und sie sah mit mehr Ruhe dem Zeitpunkt entgegen, wo Ar

;Kr aus Birkenweiler eintreten weroe. Margot stand mit ihm in regen BriefIcken Verkehr und schien allemal außer

sich vor Freude, wenn ein Brief von dem jungen Wildeck kam. Dann war sie auch

blZweuen freundlich gegen Helene, für

welche sie sonst nur harte, tadelnde Worte

hatte.

Anfana Juni kamen zwei Zunge Da

men, Baronessen von Letzdorf, mit ihrer

Kammerzofe nach Birkenweiler, um dort einige Sommermonate zu verbringen und nun war es, als ob das alte, stille Schloß völlig auf den Kopf gestellt sei. Sie hatten eine Reihe von Zimmern im linken

Schloßflüqel bezogen und e5 war, als ob

fürstlich? Personen daselbst ihren Einzug gehalten.

Für Helene kamen iefet wirklich schlim

me Tage und mancher Abend fand sie in Thränen. Sie hatte hier etwas nicht recht gemacht und dort etwas verfehlt.

Margot schalt sie mit den Hartesten Wor

ten int Beisein der fremden Gaste, trotz-

dem sie gewiß eifrig bemüht gewesen war. Alles zur Zufriedenheit der Frei Herrin und ihrer Tochter auszuführen. Und wenn sie nun wenigstens eine freie

Stunde gefunden hatte, um sich bei Tante Karoline Trost und Beruhigung

zu holen, aber sie war seit vier Wochen nicht mehr aus dem Schlosse gekommen.

klnes Morgens, als Helene in der Küche

beschäftigt war, stürzte Margot mit hochrothem Kopfe herein, einen Brief in der Hand haltend.

Er kommt ! er kommt r Wer, gnädiges Fräulein entaegnele

Helene, die in der That für den Augen

blick nicht an Arthur Wildeck gedacht hatte. Ein zorniger Blick aus Margot's Augen strafte sie für diese Vergeßlichkeit. Es war

doch unerhört, wie diese Person sich ver stellen konnte.

War?" fagte sie mit schneidendem

Hohn. Als ob man Dir das auseinanversetzen müßte. Aber ich kenne Deine Koketterie."

Helene war todtenbleich geworden und

richtete sich stolz in die Höhe. Ihre r f ' i ' P . . m .

ixqrc wenigstens ome man unangetastet

lassen.

Ja, ta, sieh nur nicht so gefährlich

aus," fuhr Margot, die einen Augenblick

erschrocken gewesen war, im nächsten wie

der muthiger fort. Den Baronessen ist

es auch ausgefallen, dak Du Dich immer

gern sehen läßt, wenn Herrenbesuch da

ist."

Helene wandte sich ab, ihre ganze Gestalt

schien von Fiebersrost durchschüttelt, aber sie brachte keinen Laut mehr über ihre Lip

pen. Gegen eine derartige Handlungs' weise sich zu vertheidigen, wäre ein ver geblicher Versuch gewesen. Du wirst Arthur's Zimmer in Qrd

nung machen, dieselben, welche er früher

bewohnt hat," fuhr Margot m befehlen

dem Tone fort. Es kann sein, daß er

lchon gegen Mittag kommt, und er soll

Alles zu seinem Empfang bereit finden.

Hast Du mich verstanden V Ja," entgegnete Helene klar und deut

lich, als ob nichts geschehen sei, und doch

hatte sie sich wohl im Lause der langen . ' rr . r . . c r r

ayre, oie ne vier in viezem yauje ver bracht, nicht so elend und gebrochen ge

fühlt, wie in dieser Stunde. Eine

Weile stand sie in düsteren, unfreundlichen Gedanken verloren. Hatte sie ihre Kraft

nicht überschätzt, würde sie auf die Dauer

diese unausgesetzten Demüthigungen er

tragen und doch nicht eines Tages das

zur Ausführung bringen, was sie schon ost als die einzige Erlösung von diesem

unerträglichen Joche in Erwägung gezo gen ? Dvch nein, da tauchte Tante Karoli

nens Bild vor ihrem inneren Auge auf und wie verweht waren die düstern, unheimlichen Gestalten, die Gewalt über

sie zu gewinnen drohten. Sie mußte aus

halten, um ihretwillen, und sie wollte

es.

Tief ausathmend verlien sie die Küche.

um die Zimmer nachzusehen, welche für Arthur in Stand gesetzt werden sollten. Sie war wieder ganz ruhig geworden, aber das böse Wort hatte doch seine Krallen in

ihr Herz geschlagen und sie suhlte sich ge

ängstigt sie wußte nicht, daß sie irgend

etwas Unrechtes gethan hatte, aber sie wünschte auch den Schein zu meiden

und fragte flch, wo sie denselben Nicht ge wahrt.

Arthur Wildeck kam in der Tat noch vor

Mittag und da gab es noch alle Hände

voll zu thun. Helene hatte ihn nicht an

kommen sehen, sah ihn auch nachher nicht und doch sehnte sie sich, einen Blick aus ihn

??rien. (Fortsetzung folgt.),

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LeUTabelle für durchgehende und Lokal-Züge.

vom 15. Mai 1883 an:

Züge verlassen da UninDeot, JndplS., i folgt:

Stationen. iSchnllzg ,Poft,ug.iSchnll,g

Lbg.Jndianavi'

Ant.amd'g,tY

Richmon .... Dayton . Piaua Urdana EolumbuS,... Newark , Steubenvill: m Wheettng..... PtttSburg.... , HarriSburg... , vlt!ore.... - Washington.. , Philadelphia. 0 Nem Fork.... . Boston

4:Nm

6:18 7:20 . 9:15 m 9:26 .

10:24 . 12:019lm

i:ao 5:37 , 7:00 . 7:30 . 4:l50n 7. . 9:17 . 7:50 .

11:15 .

8:3032m

110:55 V

l:25N

2:00 5:20 , 4:i 8 , 5:18 7:10

m

m

l5:05Nm

7:09 7:4(1 9:25 9:23

10:20

11 -so

i: övm 4: 8:30 , 6:ts -

2:20Nrn

6:iOJtrn 6:47 5:i5 7:25

7:556

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